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KurzfilmeTranskript
00:06Vorsicht!
00:07Sorry.
00:08Guck mal, das ist Raya Schulprojekt.
00:10Aha.
00:11Die hat ein ausdrückliches Lob bekommen.
00:13Gut, ne?
00:14Wie sahen denn die anderen aus?
00:18Und das sind Oma und Opa im Krankenhaus?
00:22Das sind Leyla und ich.
00:24Ja klar, das sieht man.
00:25Hey.
00:26Bis später.
00:27Was macht ihr denn hier?
00:30Ach Raya, wollte, dass ich den vor den Kids in Sicherheit bringe und da dachte ich, der ist so schön
00:34geworden, oder?
00:34Ja.
00:35Guck mal, wir beide sind im JTK aberlebigt.
00:37Sie ist eine richtige kleine Künstlerin, finde ich.
00:41Weißt du was, heute Abend feiern wir das.
00:42Und Raya darf sich aussuchen, was es zu essen gibt.
00:45Pommes mit Ketchup.
00:46An ihren kulinarischen Vorlieben sollten wir noch arbeiten.
00:48Ich muss den O.P.
00:49Kannst du mir noch ganz kurz?
00:50Ja, klar.
00:51Den hat meine Tochter gemacht.
00:57Tanja Nühmann, 33, Verdacht auf Fraktur im Schulterbereich und stumpfes Thorax-Trauma nach einem Sturz in der Messehalle.
01:03Frau Nühmann, ich bin Dr. Moron.
01:05Sagen Sie, können Sie sich an Ihren Sturz erinnern?
01:07Ich bin von der Bühne gefallen.
01:09Bühne?
01:10Ich betreue Veranstaltungen, der Messe, Planung, Aufbau, Abbau.
01:14Okay, Schockbox 1.
01:15Wie hoch war die Bühne?
01:17Etwa zwei Meter.
01:19Auf drei.
01:20Eins, zwei, drei.
01:28So, meine Lohra.
01:32So, meine Lohra, was sehen Sie?
01:34Viel schöner wird es da in Kavikula.
01:37Sieht nach einer Sprengung des Schulteralkulents aus.
01:39Was bedeutet das?
01:40Wahrscheinlich müssen wir operieren.
01:43Aufnahmelabor wie üblich.
01:44Machen Sie ein MAT von der Schulter, CT von Schulter und Thorax.
01:47Wir geben Ihnen jetzt ein Schmerzmittel, ja?
01:49Nee, danke.
01:50Das halte ich so aus.
01:51Ich bin seit zehn Jahren clean und trocken.
01:53Okay, Glückwunsch.
01:54Sollen wir Ihre Familie kontaktieren?
01:56Nee, da ist niemand.
02:01Meine Tochter.
02:04Ich habe sie vor elf Jahren zur Adoption freigegeben, dann war sie gerade sechs.
02:09Das war besser so.
02:11Lohra, wollen Sie Wurzeln schlagen?
02:23Hallo?
02:24Kann uns vielleicht jemand helfen?
02:26Ähm, Dr. Maritsch, einen Rollstuhl bitte.
02:30Guten Tag, ich bin Professor Patzelt.
02:32Was ist denn passiert?
02:33Herr Bono-Paulitz, wir hatten einen Autounfall und Mariche ist voll in den Airbag geknallt.
02:37Haben Sie Nackenschmerzen oder ist Ihnen schwindelig?
02:40Ähm, ein bisschen.
02:43Waren Sie ohnmächtig nach dem Unfall?
02:45Ganz kurz, vielleicht ein paar Sekunden nur so.
02:48Warum haben Sie denn nicht die Rettung gerufen?
02:49Der Unfall war hier ganz in der Nähe und wir hatten kein Handy dabei.
02:52Wir machen Handy-Detox.
02:54Sind Sie auch verletzt?
02:56Nee, nee, alles gut.
02:58Es war gefährlich, Ihre Freundin hierher zu tragen.
03:01Können Sie aufstehen?
03:02Ja, okay, gut.
03:04Ganz vorrichtig, schön langsam.
03:07Sehr gut.
03:09Wie schnell sind Sie denn gefahren?
03:11Nicht schnell, vielleicht 45.
03:15Und wie ist es zu dem Unfall gekommen?
03:19Meine Hände haben plötzlich so gekrampft und dann stand das Auto plötzlich im Graben.
03:27Ja, genau so.
03:39So, sehen Sie das?
03:41Die Bänder sind glatt durch.
03:45Das sieht nicht normal aus.
03:47Mhm, ist es auch nicht.
03:49Das Bindegewebe ist sehr schwach
03:50und die Sehnen sind alles andere als straff.
03:54Was könnte der Grund sein?
03:57Einmal das Thorax-CT, bitte.
04:01Herr Probst, was sehen Sie?
04:04Das sieht aus wie ein Aneurysma.
04:06Mhm, an der Aorta Ascendens.
04:09Könnte das an dem schwachen Bindegewebe liegen?
04:11Ich bin schockierter, Lora.
04:13Das ist ja ausnahmsweise mal die richtige Frage.
04:16Ein Aneurysma der Größe bei einer so jungen Frau ist ungewöhnlich.
04:19Das müssen wir weiter untersuchen.
04:21Aber erst mal machen wir die Schulter fit.
04:23Dr. Scherber, ist Ihr Auftritt.
04:24Mir geht's nicht gut.
04:26Ist kein Problem.
04:28Dann gehen Sie bitte.
04:29Greta, begleiten Sie Sie nach draußen und waschen Sie sich ein?
04:32Herr Probst, Sie übernehmen bitte so lange.
04:33Ja, klar.
04:37Naht, bitte.
04:38Mhm.
04:49Dr. Scherber, es ist Linkshänderin.
04:52Genau.
04:52Ja, natürlich.
04:54Sie müssen es nochmal neu einspannen, bitte.
04:58Probst.
04:59Mittlerweile müssten Sie es eigentlich wissen, ne?
05:02Das ist kein Problem.
05:03Kann mal vorkommen.
05:09Danke.
05:14Baden führen, bitte.
05:21So.
05:23Seit wann haben Sie denn die Krämpfe?
05:25Seit ein paar Wochen.
05:27Vielleicht auch länger.
05:28Am Anfang war das so ein Kribbeln in meinen Hemden und Füßen.
05:33Mhm.
05:34Haben Sie Diabetes oder irgendeine andere Stoffwechselerkrankung?
05:38Nein.
05:39Ich lebe sehr bewusst.
05:40Ich achte auf meinen Körper.
05:42Ich bin Schneiderin und sitze den ganzen Tag an der Nähmaschine.
05:45Mhm.
05:46Dr. Maritsch, die Patientin hat SHT1 und der GCS liegt bei 14.
05:52Wir machen zur Sicherheit noch ein HWS-Röntgen.
05:55Einmal anschauen.
05:56Was heißt das?
05:58Was?
05:58HWS?
05:59Sie haben eine Gehirnerschütterung und ein leichtes Schädel-Hirn-Traum an der Halswirbelsäule.
06:03Ja.
06:04HWS.
06:05Halswirbelsäule.
06:07Wir behalten Sie zur Beobachtung eine Nacht hier.
06:10Und Ihren Krämpfen gehen wir natürlich auch nach.
06:14Kann Bruno bei den Untersuchungen dabei sein?
06:17Er ist ja auch Arzt.
06:18Ah, cool.
06:18Welches Fachgebiet?
06:20Er ist Orthopäde.
06:23Wo arbeiten Sie denn?
06:24Ich hab eine eigene Praxis.
06:26Wir haben uns auch im Ärztehaus in der Drehtür kennengelernt.
06:30Sie warte rein, ich warte raus.
06:32Dann haben wir uns ewig im Kreis gedreht.
06:34Na gut, Frau Schwabe.
06:36Wir nehmen Sie jetzt erst mal auf.
06:37Aufnahme, Labor, Röntgen und CT.
06:40Ich kann mich in der Zeit ja vielleicht um ein Auto kümmern.
06:42Das muss ja noch abgeschleppt werden.
06:50Was hab ich falsch gemacht?
06:52Ich geb's eher sogar in die linke Hand.
06:54Und alle taten so, als müsste ich das wissen.
06:57Und dann war ich so durcheinander,
06:58dass ich auch nicht gesehen hab,
06:59was Dr. M da anders gemacht hat.
07:01Ja, und Dr. M ist komplett verdeckt in dem Video.
07:04Da denkst du, deine Patientin hat nur eine kaputte Schulter
07:07und zack, hat sie auch noch einen Aortenanurysma.
07:09Deine Empathie ist mal wieder grenzenlos.
07:11Ich hoffe, du hast es der Patientin nicht mit dem Grinsen gesagt.
07:14Na, sie weiß es noch nicht.
07:15Sie ist noch im Aufwachraum.
07:17Du bist doch Linkshänderin.
07:19Was sind wir zu blöd zu sehen?
07:22Entschuldigung, wir?
07:23Weißt du, was ich falsch gemacht hab?
07:26Also?
07:27Ja, ist doch klar.
07:28Oder hört die Empathie bei Linkshänderinnen auf?
07:34Ihr wisst das wirklich nicht?
07:36Nein.
07:38Ja, dann probiert es doch einfach mal aus.
07:41Du kannst es auch einfach sagen.
07:43Sophia?
07:48Nee, sorry.
07:50Die Patientin hat eine schwere Arthrose.
07:52Sieht's mit der Entzündung aus?
07:54Haben wir in den Griff gekriegt?
07:58Die Fehlstellung ist nicht korrigierbar.
08:01Ja, ich werd das Gelenk versteifen.
08:03Wär auch meine Empfehlung gewesen.
08:06Notfall in der Chirurgie.
08:07Bis später.
08:10Hey.
08:11Hey, wie war die Nachtschicht?
08:14Oh.
08:16Was ist das?
08:24Ah, ja, ist Welt.
08:28So, das Aneurysma ist kurz vor der kritischen Größe.
08:31Maximaler Durchmesser?
08:324,8 Zentimeter.
08:33Schau mal.
08:35Direkt über der Aortenwurzel.
08:37Könnte ich auch in dem Gespräch teilnehmen?
08:39Ich bin ja auch mit am Fallen.
08:41Okay, Galura, dann versuchen Sie mal zu glänzen.
08:43Womit haben wir es hier zu tun?
08:45Mit einem Aneurysma an der Aorta Ascendenz,
08:48vermutlich wegen einer Bindegewebsschwäche.
08:50Was wissen wir über die Patientin?
08:5233 Jahre alt, Suchtvergangenheit,
08:54aber seit 10 Jahren clean und trocken.
08:57Sie raucht nicht.
08:59Skeletalindikatoren, kardiovaskuläre Indikatoren
09:01und das Gefäßsystem ist betroffen.
09:03Also?
09:04Vermutlich was Genetisches.
09:06Bier-Syndrom,
09:08Ehlers-Dandos,
09:10Lois-Dietz?
09:11An Lois-Dietz hatte ich auch schon gedacht,
09:12aber das geht meistens mit Hyperterrorismus
09:14und Gaumenspalte einher.
09:15Ich tippe auf Marfan.
09:17Alles erblich.
09:19Sie hat eine Tochter.
09:21Die sie zur Adoption freigegeben hat.
09:23Also, wenn es wirklich Marfan ist,
09:25dann muss die Tochter informiert werden.
09:26Unbehandelt ist die Krankheit lebensbedrohlich.
09:36Was denken Sie?
09:38Ja, das Röntgen von Frau Schwabe ist negativ.
09:41Negativ?
09:43Was hat Marita?
09:47Ich würde Sie gerne um Ihre Meinung bitten.
09:53Denken Sie auch, was wir denken?
09:57Ich bin ja ganz Ihrer Meinung.
09:59Dann denken Sie also auch,
10:01dass Ihre Freundin Parvo wie Rose hat.
10:04Frau Professorin...
10:05Dr. Maritsch,
10:06Sie sind ja nur der Assistenzarzt.
10:09Sind Sie sich da sicher?
10:11Nein.
10:12Ihre Freundin hat keine Katzensäuche
10:14und Sie,
10:16Sie sind kein Arzt, oder?
10:19Nein.
10:21Ja, warum sagen Sie dann uns und Ihrer Freundin,
10:24dass Sie einer sind?
10:24Bitte sagen Sie es einfach nicht, Maria.
10:27Kurze Frage.
10:29Wie ernst ist es denn zwischen Ihnen?
10:30Richtig ernst.
10:31Also, wir kennen uns noch nicht so lange,
10:33aber es hat irgendwie sofort gematcht
10:35und ich glaube, das könnte wirklich was werden.
10:38Dann sollten Sie ihr die Wahrheit sagen.
10:41Eine Beziehung, die mit einer Lüge beginnt,
10:43ist meistens zum Scheitern verurteilt.
10:50Woher wussten Sie das?
10:53Menschenkenntnis und Erfahrung.
11:00Frau Nühmann,
11:02ich konnte Ihr Schultergelenk richten.
11:04Dabei ist uns aufgefallen,
11:05dass Ihre Bänder ungewöhnlich dehnbar sind.
11:08Okay.
11:09Und das ZD hat auch gezeigt,
11:11dass Sie ein Aneurysma an der Hauptschlagader haben.
11:15Und was ist das genau?
11:16Ein Aneurysma ist eine örtlich begrenzte Erweiterung
11:19eines Blutgefäßes.
11:20Sie sagen das jetzt so,
11:22als ob es etwas Schlimmes wäre?
11:23Ist es auch.
11:24Wenn ein Aneurysma platzt,
11:25ist das immer lebensgefährlich.
11:28Und warum habe ich das?
11:31Ist ein Elternteil von Ihnen
11:33früh und unerwartet gestorben?
11:35Was hat das jetzt damit zu tun?
11:37Alles.
11:38Welcher Elternteil war es?
11:40Mein Vater,
11:41es kam ganz plötzlich,
11:42er war vier Jahre alt.
11:43Es war irgendwas mit dem Herzen.
11:46Woher wissen Sie das?
11:47Wir vermuten,
11:48dass Sie das Marfan-Syndrom haben.
11:50Von daher hat Ihr Vater es wahrscheinlich auch.
11:52Mar-Fan-Syndrom.
11:54Eine vererbbare genetische Erkrankung,
11:56die das Bindegewürde betrifft.
11:58Das kann Auswirkungen auf Gefäße,
12:00Augen und Knochen haben
12:01und verursacht Aneurysmen.
12:03Wir machen weitere Tests,
12:04um die Diagnose zu bestätigen.
12:06Sie haben gesagt,
12:07es ist vererbbar.
12:09Kann es meine Tochter dann auch haben?
12:11Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 50 Prozent.
12:14Also, ja.
12:16Und wie soll ich ihr das sagen?
12:17Wir haben ja keinen Kontakt.
12:20Ich darf keinen direkten Kontakt zu ihr aufnehmen,
12:22weil ich ja nicht rechtlich Ihre Mutter bin.
12:23Also, falls sich der Vater bestätigt,
12:25müssen Sie das Jugendamt kontaktieren.
12:27Ich nehme Ihnen jetzt erst mal Blut ab
12:28für eine Genanalyse.
12:30Zur Diagnostik nach den Gen-Kriterien durchführen
12:32und dokumentieren alle Ergebnisse sofort zu mir.
12:41Hey, Raya ist in der Kinderbetreuung
12:43und möchte natürlich wissen,
12:45wo Ihr Globus ist.
12:46Ja, den habe ich in Sicherheit gebracht.
12:49Sehr gut.
12:50Sie hat nämlich schon allen Kindern davon erzählt.
12:52Ich bin immer noch...
12:54Also, ich habe im Bastel nie irgendeinen Preis gewonnen.
12:56Hm, dann hat sie die zwei linken Hände wahrscheinlich von dir.
13:00Hm?
13:02Ben.
13:04Ach, danke, Lina.
13:13Was ist denn da passiert?
13:15Gluteus maximus.
13:16Also, meiner.
13:17Ich...
13:18Es tut mir total leid.
13:19Ich mache das.
13:20Ich kriege das wieder hin.
13:21Versprochen.
13:25Du hast ihn in Sicherheit gebracht.
13:32Hey.
13:33Bruno.
13:34Wo warst du denn so lange?
13:38Beim Auto.
13:39Oh.
13:41Wie süß.
13:43Aber ich konnte den Abstanddienst nicht rufen.
13:45Ohne Handy.
13:50Ohne Handy.
13:52Wieder zurück zum Auto.
13:53Und jetzt steht dein Auto aber endlich in der Werkstatt.
13:56Danke dir.
13:57Hast du zufällig meine Handtasche mitgebracht?
14:00Oh, nee.
14:01Habe ich jetzt nicht dran gedacht.
14:02Sag mal, brauchst du für die vielleicht eine Vase?
14:04Alles gut.
14:06Ich nehme mein Glas.
14:08Ja, okay.
14:12Bruno, ist alles in Ordnung?
14:15Ja, ja, alles gut.
14:16Du wirkst so unruhig.
14:17Ja, ja, alles in Ordnung.
14:19Okay.
14:19Ähm, Marie.
14:21So, Frau Schwabe.
14:27Ich habe Neuigkeiten zu Ihrer Bildgebung.
14:30Kann mir Bruno das erklären?
14:37Dann bitte, Dr. Pollitz.
14:43Also, ganz ehrlich, Marie.
14:46Ich sehe da überhaupt nichts.
14:50Und was sehen Sie?
14:55Ja, Sie haben keine Verletzungen und Ihre Halswirbelsäule ist völlig in Ordnung.
15:02Ja, ist doch super.
15:05Dann gehe ich noch schnell zur Werkstatt, bevor sie zumacht.
15:08Deine Handtasche.
15:16Irgendwie ist ja komisch heute.
15:18Ja, bei medizinischen Fragen wenden Sie sich bei mir nur an mich oder Professor und Patzelt.
15:23Okay, dann setzen wir die OP von Herrn Gröter auf morgen 11 Uhr.
15:26Hat sich das Marfan-Syndrom bei Frau Nühmann bestätigt?
15:30Die Familienanamnese drittet auf jeden Fall in die Richtung.
15:32Nur der augenärztliche Befund steht noch aus.
15:34Das ist eigentlich ungewöhnlich, dass das so lange unentdeckt bleibt.
15:37Na ja, die Patienten müssen schon selbst zum Arzt gehen.
15:39Wir können Ihnen ja nicht alles abnehmen.
15:41Dr. Morrow?
15:43Frau Nühmanns Augen sind nicht betroffen, aber sie hat sieben Punkte im Gemscoring.
15:48Klinisch gesichert.
15:49Ich hatte recht.
15:51Wie alt ist die Tochter?
15:5317.
15:54Dann kann sie selbst entscheiden, ob sie Kontakt zu ihren weiblichen Eltern haben möchte.
16:15Liebe Paulina, heute bin ich in meine neue Wohnung gezogen.
16:21Sie hat ein kleines Gästezimmer.
16:24Vielleicht besuchst du mich irgendwann.
16:52Liebe Paulina,
16:55ich wusste nicht,
17:07Kann man als Kind eigentlich noch mehr Pech haben?
17:10Er ist eine suchterkrankte Mutter und jetzt könnte sie selber noch schwer krank sein.
17:13Wollen Sie weiter rumpsychologisieren oder können wir uns meinem Problem widmen?
17:19Die Aorta Ascendens muss gegen eine Prothese ausgetauscht werden.
17:23Eine Thorakotomie?
17:25Mhm.
17:25An einer OP am offenen Brustkorb kommen wir nicht vorbei.
17:29Dann willst du operieren?
17:30Bei der Größe.
17:32So schnell wie möglich.
17:38Das sollte ich Ihnen einmal von Dr. Albert geben.
17:41Alles klar.
17:41Danke.
17:42Gerne.
17:46Olli?
17:48Mhm.
17:49Dr. Scherbers meinte, du kannst mir bei der Nachsorge meiner Tibia-OP helfen.
17:53Ja, aber lass mich das hier noch ganz kurz zu Ende machen.
18:00Da kriegt mit links gemacht eine ganz neue Bedeutung.
18:06Ich meine, du nähst ja auch verkehrt rum.
18:08Ja, muss ich ja, sonst sehe ich ja nichts.
18:10Drehst du doch einfach um?
18:12Wie denn?
18:12Ich kann in der OP auch nicht einfach alles umdrehen.
18:15Ja, keine Ahnung.
18:16Probier es doch einfach aus in der nächsten OP.
18:20Das ist gar keine so schlechte Idee.
18:24Okay, aber zuerst hilfst du mir bei meiner Schiemen-Ein-Nachsorge.
18:29Mhm.
18:32Na, oh.
18:35Olli?
18:36Ja?
18:36Los jetzt, komm.
18:40Frau Nühmann, bleiben Sie liegen, sonst war meine ganze Arbeit umsonst.
18:44Also der Gentest wird erst in ein paar Wochen fertig sein,
18:48aber ich kann Ihnen jetzt schon eine Diagnose geben.
18:52Sehen Sie den Teil der Aorta?
18:55Den tauschen wir mit einer Prothese aus.
18:57Weil es die Hauptschlagader ist,
18:58die sauerstoffreiches Blut von Ihrem Herzen in Ihren Körper transportiert,
19:02schließen wir sie an einer Herz-Lungen-Maschine an,
19:04während wir operieren.
19:05Wie wahrscheinlich ist das, dass Paulina auch sowas hat?
19:07Unbehandelt ist es eine der häufigsten Begleiterscheinungen.
19:10Deshalb sollten sich direkte Angehörige
19:12in einer Marfansprechstunde vorstellen.
19:15Ich warte jeden Tag darauf, dass sie sich meldet.
19:19Dass ich sie nur einen Tag sehen kann, um ihr alles zu erklären.
19:24Jetzt hat sie vom Jugendamt erfahren,
19:26dass sie eine Krankheit von mir hat.
19:28Sie wegzugehen war in der Situation die richtige Entscheidung.
19:31Ich war eine beschissene Mutter.
19:34Es hat sich alles immer nur um Alkohol und Drogen gedreht.
19:38Und Paulina von der Schule nach Hause kam
19:40und anstatt als Essen auf dem Tisch war,
19:42lag ich auf dem Sofa am Rausch
19:43und sie durfte sich um mich kümmern.
19:50Können Sie mir mal das Handy geben?
19:55Ich rufe das Jugendamt an.
20:02Frau Münchow, Tanja Nümann hier.
20:07Ich hätte eine wichtige medizinische Information für Paulina.
20:12Es könnte sein, dass sie eine Erbkrankheit hat,
20:14die gefährlich für sie werden könnte.
20:21Ja, einen Moment.
20:21Ich gebe Ihnen meinen Arzt.
20:25Moro hier?
20:27Ja, ich kann Ihnen einen Attest schicken.
20:29Ich lasse Ihnen alle weiteren Informationen zukommen.
20:31Wichtig ist, dass das Mädchen so schnell wie möglich
20:33in einer Marfansprechstunde kommt.
20:36Danke.
20:42Frau Münchow, ich bin Sommer.
20:45Ähm, bitte richten Sie Paulina aus.
20:52Hat sich erledigt.
21:08Ich habe getan, was ich funde, aber...
21:13Es ist meine Schuld.
21:16Ich hätte ihn nicht im Ärztezimmer liegen lassen sollen.
21:20Wie erklär ich's, Raya?
21:22Vielleicht sagst du einfach die Wahrheit,
21:23dass ich mich drauf gesetzt habe.
21:24Das wird sie nicht verstehen.
21:26Manche Wahrheiten sind einfach zu schrecklich.
21:29Na, wie läuft die...
21:30Oh, oh.
21:31Immer noch Exitus.
21:33Ich konnte den Patienten nicht wiederbeleben.
21:35Kein Wunder, ihr braucht einen Luftballon.
21:38Ich schau auf dich in der Station.
21:40Ich im Auto.
21:41Nee, nee, nee, lasst mal, lasst mal.
21:43Ich mach das schon.
21:45Hab ich Zeit bis morgen?
21:47Ja, ich sag Raya einfach,
21:49dass ich dir noch über Nacht hier behalten muss, weil...
21:51Um mir noch der Nachtschicht zu zeigen.
21:53Ich krieg das hin.
21:54Danke.
22:03Ich setze Frau Niemanns OP für morgen auf den Plan.
22:05Das könnte eine Win-Win-Situation für Sie werden.
22:08Was meinen Sie damit?
22:10Naja, Ihre Tochter hat ja jetzt keine Wahl mehr.
22:12Sie muss sich bei ihr melden.
22:13Frau Niemann hat in ihrem Leben sehr viele Fehler gemacht,
22:15aber Ihre Tochter ist sie immer noch sehr wichtig.
22:17Das ist mehr, als man von anderen Eltern behaupten kann.
22:20Wenn Sie meinen...
22:22Ja, das meine ich.
22:23Mutter des Jahres wird sie trotzdem nicht.
22:25Ich bin hier für meinen Sarkasmus bekannt.
22:28Galura, OP-Aufklärung.
23:09Das Labor zeigt keine erhöhten Entzündungsparameter.
23:13Nichts, was das Krabbeln erklären könnte.
23:15Nieren, Leberwerte, Elektrohüte?
23:17Alles normal.
23:20Diabetes ist das auch nicht.
23:23Wie geht's ihr sonst?
23:25Über Nacht gab's jetzt keine Komplikationen.
23:27Das ist schon mal gut.
23:32Wir sollten uns die Nervenleitfähigkeit ansehen.
23:34Dann wissen wir, ob es eine axonale oder demilinisierende Neuropathie ist.
23:38Oder ob es vetavodische Ursachen hat.
23:40Genau, wir machen eine Elektroneurografie.
23:43Da bin ich mal gespannt, wie Dr. Politz-Verschwabe eine Elektroneurografie erklären will.
23:48Hat er ihr immer noch nicht die Wahrheit gesagt?
23:50Nee, aber lange wird das nicht mehr verheimlichen können.
23:55Lügen verselbstständigen sich.
23:56Sie werden immer größer und irgendwann explodiert alles.
24:00Haben Sie da Erfahrung, Dr. Maritsch?
24:02Ja, die eine oder andere Notlige, klar.
24:05Was mit Ihnen?
24:06Ähm, Entschuldigung, ich hab die Frage grad nicht gehört.
24:12So, Frau Nühmann.
24:14Sie sind nüchter, mir gefallen Ihre Werte.
24:16Das ist prima.
24:17Dann sehen wir uns gleich in der OP.
24:32Halten Sie an, das war Paulina.
24:34Halten Sie an!
24:35Wo?
24:36Das Mädchen mit dem bunten Rucksack.
24:38Da ist kein Mädchen.
24:39Das war meine Tochter, das war sie ganz sicher.
24:41Ich nicht.
24:42Wir müssen in den OP.
24:43Ganz ruhig, ganz ruhig.
24:44Frau Nühmann.
24:45Okay, zurück auf die Intensiv.
24:46Frau Nühmann, gucken Sie mich an.
24:48Atmen Sie ganz tief ein und aus mit mir zusammen.
25:04Frau Nühmann, ganz ruhig.
25:06Sie haben eine Panikattacke.
25:08Die hat sie Pan, zwei Milligramm, ja?
25:10Und zwar ratzfatz.
25:12Sie ist von mir weggelaufen.
25:16Ganz ruhig, ganz ruhig.
25:17Wenn Sie so weitermachen, können Sie sich die große Zusammenkunft abschminken.
25:20Sie müssen sich beruhigen.
25:21Ganz ruhig.
25:22So hoher Blutdruck ist gefährlich für Ihr Analysema.
25:25Und wenn Ihr Aorta platzt, dann ist Schicht im Schacht.
25:28Sie ist so groß geworden.
25:30Meine Kleine.
25:32Sie hat mich erkannt und ich habe sie erkannt.
25:35Okay, Vorschlag.
25:36Sie beruhigen sich und ich werde herausfinden, was mit Ihrer Tochter ist, okay?
25:39Sie bleiben hier 24-7, ja?
25:42Und keine Eskapaden.
25:46Jetzt ruhig.
25:53Leyla, vielleicht kannst du mir helfen.
25:55Bei der Aortenprothese.
25:57Nein, die ist geplatzt.
25:58Also nicht das Analysema, sondern nur die OP.
26:01Hast du zufällig ein junges Mädchen gesehen?
26:03Mit schutterlang braunem Haar und einem bunten, aufverlegen Rucksack?
26:07Was hat Frau Niemanns Tochter damit zu tun?
26:10Sie hat sich zur Marfonsprechstunde angemeldet.
26:12Ich habe sie zur Blutabnahme geschickt.
26:13Sie weiß aber nicht, dass Ihre Mutter auch hier liegt.
26:15Na, jetzt schon.
26:16Die beiden sind sich quasi über die Füße gefallen.
26:19Ja, Frau Niemann hat das nicht gut verdaut.
26:22Ja, verständlich.
26:23Es wäre vorteilhaft, wenn sie sich den Rest des Tages darauf konzentriert,
26:25dass ich ihr das größte Blutgefäß des Körpers repariere.
26:28Alles klar.
26:31Sind wir soweit?
26:32Mhm.
26:33Patient schläft, Appendektomie kann beginnen.
26:35Okay.
26:36Objekt bitte.
26:49Nee, also das funktioniert so nicht?
26:52Ja, weil der OP für Rechtshänder aufgebaut ist.
26:56Darüber habe ich noch nie nachgedacht.
26:57Ja, weil du kein Rechtshänder bist.
27:00Aber falls es dich beruhigt, ich ja auch nicht.
27:02Dann lass uns mal das Ganze auf links ausrichten.
27:12So, Optik bitte.
27:23Optik ist eingestellt.
27:26Fasszange bitte.
27:31Ich glaube, wir stehen falsch drauf.
27:33Ja.
27:35Okay.
27:40Zweite Fasszange bitte.
27:43Optik übernehmen.
27:51Kannst du ein bisschen nach rechts?
27:54Nicht wirklich.
27:56Ich halte es einfach nach rechts.
27:59Ich musste ein bisschen umdisponieren, aber ich finde es gut.
28:12Aber das ist nicht Raias Globus.
28:14Ich habe es überschaubarer gemacht.
28:19Aber, Miko, so kann sie doch nicht in die Schule gehen.
28:22Wo sind Layla und ich?
28:24Wo ist das JTK?
28:24Ja, hier.
28:25Hier und hier.
28:28Ja, aber das merkt sie doch sofort.
28:30Ja, aber so ist es doch viel schöner.
28:37Danke, Miko.
28:38Also wirklich, ernsthaft, wirklich, also ernsthaft, vielen Dank.
28:41Aber Raias hat mir den Globus anvertraut und ich musste ihn jetzt einfach irgendwie wieder so hinbekommen, wie er war.
28:47Okay, aber das musst du auf keinen Fall alleine machen.
28:49Ich helfe dir.
28:53Ja, okay, gut, ich bin auch dabei.
28:56Zur Mittagspause wieder hier.
28:59Gerne, aber wir machen es so, wie ich das sage.
29:03Abgemacht?
29:04Musst du wissen.
29:05Abgemacht.
29:11Na, bitte.
29:12Mhm.
29:15Danke.
29:20Nadel ist falsch rum.
29:22Vielleicht nochmal neu einspannen?
29:25Ah, ja.
29:30Aha.
29:32Aha.
29:33Jetzt muss ich noch anders.
29:34Okay, vielleicht einfach mit der Rückhand von unten nach oben, so macht das Dr. Scherbes immer.
29:39Okay.
29:41Krass, wie anders das ist.
29:42Ja.
29:44Okay, okay, okay, okay.
29:46Direkt nochmal, ja?
29:47Darf ich auch?
29:47Ja, klar.
29:53Sehen Sie die niedrige Amplitude?
29:55Mhm.
29:55Und die distallokalisierte Axonopathie.
29:57Mhm, und symmetrisch ist sie auch.
29:59Was heißt das?
30:02Sehen Sie diese Kurven hier?
30:04Die zeigen uns, mit welcher Stärke die Nervenimpulse ankommen.
30:08Und das wiederum hilft uns, die Ursache ihrer Beschwerden einzugrenzen.
30:11Symmetrische Axonopathien haben oft einen toxisch-metabolischen Ursprung.
30:14Oder ein Nährstoffdefizit zum Beispiel.
30:19Mhm.
30:20Das kann nicht sein.
30:21Ich achte darauf, dass ich keine Nährstoffdefizite habe.
30:25Mhm.
30:25Es kann auch eine Entzündung sein.
30:27Der Möglichkeiten gibt es da viele.
30:30Sie haben nicht zufällig was von meinem Freund gehört?
30:32Sie meinen Dr. Pollitz?
30:35Und warum sagen Sie das so?
30:36Hab ich nicht.
30:38Doch, haben Sie.
30:40Glauben Sie etwa, dass er kein Arzt ist?
30:44Wir sind an die Schweigepflicht gebunden.
30:46Was soll das denn heißen?
30:47Reden Sie mit ihm.
30:49Ja, aber vergessen Sie nicht, er hat sie auf Händen getragen.
30:54Wir machen jetzt noch eine toxikologische Untersuchung Ihres Blutes.
30:57Und dann schauen wir uns Ihren Vitaminhaushalt an.
31:08Geht er nicht ran?
31:11Geil, Laura.
31:11Ich hab Beobachtungsraum gesagt und nicht auf dem Flur rumlungern.
31:14Wie geht's ihr?
31:16Den hat ihre Tochter für sie abgegeben.
31:19Sie ist wieder stabil.
31:22Weißt ihr davon?
31:23Nein.
31:24Ist auch besser so.
31:26Wer weiß, was da drin steht.
31:27Ja, wahrscheinlich nicht.
31:28Liebe Mami, ich hab dir alles verziehen.
31:29Tausend Herzchen.
31:31Sie haben ein Herz aus Stein.
31:36Blocken Sie schon mal ein OP.
31:53Haben Sie sie gefunden?
31:55Frau Niemann, bitte liegen bleiben.
31:58Ihre Tochter ist jetzt hier und lässt sich testen.
32:01Und hat sie nach mir gefragt?
32:03Das Wichtigste ist erstmal, dass sie in ärztlicher Betreuung ist.
32:07Das haben Sie geschafft.
32:08Sie gehören stolz auf sich rein.
32:12Ich hab so lange auf Sie gewartet, wenn Sie mich jetzt nicht sehen will.
32:17Ich hab's jetzt an Ihrer Stelle genauso gemacht.
32:23Frau Niemann, ich war nicht ehrlich zu Ihnen.
32:28Ihre Tochter hat Kontakt aufgenommen.
32:36Ist der von ihr?
32:37Ja.
32:40Ich geb Ihnen den Brief aber nur, wenn Sie mir versprechen, ihn erst nach der OP zu öffnen.
32:45Weil vielleicht nicht drin steht, was ich hören möchte.
32:48Möglich.
32:49Vielleicht aber auch nicht.
32:55Dann müssen wir dir auch was versprechen.
32:58Sorgen Sie bitte dafür, dass Paulina das erhält.
33:01Egal was passiert.
33:04Egal was passiert, bei mir wird nicht gestorben.
33:06Aber?
33:07Sehr mein Wort.
33:20Hey, Marie.
33:27Stimmt sehen wir das nicht?
33:31Ich weiß nicht.
33:33Sag du's mir.
33:36Ja, du wirst wahrscheinlich die Stoßstange wechseln müssen.
33:42Das hab ich aber nicht gemeint.
33:44Ich hab so ne Elektroneurographie gehabt und hab nicht ganz verstanden, was Sie da untersuchen.
33:55Das war ja was Elektronisches, oder?
33:58Wie dumm von mir.
34:00Bist du ja Orthopäde.
34:02Ja, genau.
34:04Was machen Orthopäden nochmal genau?
34:15Marie, es tut mir leid.
34:17Mir ist das irgendwie so rausgerutscht, als wir uns das erste Mal gesehen haben.
34:21Jetzt hab ich irgendwie den richtigen Zeitpunkt verpasst.
34:22Den richtigen Zeitpunkt?
34:25Und wann soll der gewesen sein?
34:26Ich hab's versucht, wirklich.
34:29Aber ich dachte, wenn du weißt, was ich wirklich mache, dass du dich vielleicht gar nicht erst
34:36auf ein Date mit mir einlässt, oder sowas.
34:39So schätzt du mich ein?
34:42Okay.
34:44Marie, Marie.
34:45Frau Schwabe, alles in Ordnung?
34:48Ja.
34:59Es war richtig von ihm, die Wahrheit zu sagen.
35:02Ja.
35:06Ah, warten Sie mal.
35:10Können Sie Marie vielleicht noch die Handtasche geben?
35:12Da sind noch ihre Vitamine drin.
35:13Kann ich die mal sehen?
35:15Äh, ja.
35:23Darf ich mir die mal ausleihen?
35:24Ja.
35:36Dr. Moreau weiß, was er tut.
35:43Ja.
35:44Das ist Paulina.
35:47Frau Niemann, bleiben Sie liegen.
35:49Hey, legen Sie sich bitte wieder.
35:50Fassen Sie mich nicht an.
35:52Sagen Sie Dr. Moreau Bescheid.
35:53Hey!
35:55Paulina!
35:56Paulina!
35:57Lass Sie mich!
36:00War mein Globus wirklich so schlecht?
36:03Nee.
36:04Für den Anfang 30-Jährigen ganz okay.
36:07Alles weg.
36:08Wie?
36:09Ich hab den ganzen Bastelkram vor 20 Minuten hingelegt.
36:12Kann doch nicht wahr sein.
36:14Ben, ich geh mit Raya ins Kino, um es wieder gut zu machen.
36:17Nein.
36:19Es war mein Fehler, ich rede heute Abend mit Raya und gut ist.
36:22Und mein Globus?
36:26Ja, ist ja gut.
36:28Komm, gehen wir zum Mittag.
36:29Ich lade euch ein.
36:37Frau Niemann, bitte.
36:40Wir brauchen hier eine Trage und sagen Sie dem OP3 Bescheid.
36:46Alles gut.
36:49Halten Sie durch.
36:54Wo bleibt die Trage?
36:57Sie haben eine Pyridoxin-Vergiftung.
37:00Eine was?
37:02Pyridoxin ist Vitamin B6.
37:05Sie nehmen zu viel Vitamin B6 ein.
37:09Eine Überdosierung kann eine sogenannte Neuropathie auslösen.
37:13Das ist eine Nervenerkrankung.
37:14Daher kommen auch die Krämpfe in Händen und Füßen.
37:17Ich will gesund sein.
37:19Was schaden denn an ein paar Vitamine?
37:23Nahrungsergänzungsmittel sollten grundsätzlich nur genommen werden,
37:25wenn es eine medizinische Notwendigkeit dafür gibt.
37:31Und jetzt?
37:32Na ja, wenn Sie die Tabletten weglassen,
37:34dann können sich die Nerven vor Zeit zu regenerieren.
37:38Ich kann also nach Hause.
37:40Mhm.
37:40Ja.
37:41Dr. Maritsch macht den Arztbrief fertig.
37:43Und Sie sollten in den nächsten Wochen
37:45Ihren Hausarzt zur Kontrolle konsultieren.
37:48Wird gemacht.
37:50Danke.
37:51Prof. Patzett, Dr. Maritsch.
37:56Wussten Sie, dass er kein Arzt ist?
37:59Ja, aber wir wissen nicht, was er in echt macht.
38:03Er wollte Sie nicht enttäuschen.
38:05Wir haben ihm geraten, Ihnen die Wahrheit zu sagen.
38:09Alles Gute für die Zukunft, Frau Schwabe.
38:11Bis gleich.
38:25So, das Aneurysma ist isoliert.
38:28Die Aortenklappe ist frei prepariert.
38:31Sagen Sie, warum war das Rettung in letzter Sekunde?
38:34Weil eine gedeckte Rektur an der Aortenwand aufgetreten ist.
38:38Früher oder später wäre sie inhaltlich verbutet.
38:41Richtig.
38:42So, Sie sind dran.
38:44Platzieren Sie die Prothese.
38:47Jetzt klappen Sie mir nicht zusammen.
38:50Keine Sorge.
38:51Sie können sich verrückt machen, wenn wir hier fertig sind.
38:54Mach ich doch gar nicht.
38:56Okay, dann platzieren Sie die Prothese.
38:57Okay.
39:00Okay.
39:11Die Prothese ist platziert.
39:14Kommen wir zur ersten Anastomose.
39:17Was ist wichtig?
39:19Wir beginnen mit der Distal-Anastomose.
39:21Die Gefäßprothese muss so über der Aortenklappe platziert werden,
39:25dass die freien Ränder der Klappenflüge sich wieder berühren.
39:28Wow.
39:28Dann legen wir mal los, hm?
39:45Ja, als Brief.
39:46Danke.
39:46Alles Gute.
39:59Rie.
40:10Willst du entlassen?
40:12Ja.
40:13Ich habe eine Vitamin-Überdosis, aber mein Hausarzt kann es behandeln.
40:19Ich wollte nicht gehen, bis ich nicht weiß, dass alles in Ordnung ist.
40:26Ich restauriere alte Puppen.
40:29Ich repariere Ihre Sachen.
40:32Ich bin Puppen-Doktor.
40:41Ich bin Puppen-Doktor.
40:43Die hier.
40:44Die ist aus den 50ern, aus Thüringen.
40:46Thüringen hat eine sehr lange Tradition in der Puppenherstellung.
40:49Und die hier ist sehr robust, hat sehr gute...
40:54...Qualität.
41:02Aber warum hast du mir das nicht gleich erzählt?
41:06Ich habe mich geschämt.
41:08Aber dafür brauchst du dich doch nicht schämen.
41:11Hältst du mich denn für so oberflächlich?
41:13Nein.
41:14Nein, Marie.
41:15Ich halte dich für die tiefgründigste, intelligenteste Person, die ich kenne.
41:24Kannst du mir das bitte jeden Tag sagen?
41:38Ihre Mutter hat die OP gut überstanden.
41:42Sie wird erst mal noch eine Weile schlafen.
41:47Es war zu riskant gewesen, Sie vor der OP hier reinschauen zu lassen.
41:51Aber wenn Sie da bleiben wollen...
41:53Ach, und das hier ist von Ihrer Mutter.
41:59Ich lasse Sie kurz allein.
42:20Ich bin in der Entzugsklinik.
42:22Ich bin clean und trocken seit sechs Wochen.
42:26Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, aber ich habe es mir fest vorgenommen.
42:38In deinem Kinderzimmer liegt immer noch dein Schlafanzug.
42:41Ich habe dran gerochen, aber dein Geruch ist verflogen.
42:45Es ist jetzt zehn Jahre her.
42:48Ich hoffe jeden Tag, dass ich dich eines Tages wiedersehe.
42:51ich bin in der Mitte der OP.
43:20Das ist schön, ich bin in der Mitte der OP.
43:21Das hat sie doch selber gesagt.
43:22Galura, wissen Sie, was Ihr Problem ist?
43:24Sie gehen zu emotional an die Sache ran.
43:26Und Sie verurteilen von Niemands Leistung als Mutter.
43:29Ihre Tochter musste in eine Pflegefamilie,
43:31weil sie nicht von den Drogen weggekommen ist.
43:33Galura sucht es eine Krankheit.
43:37Sie haben ganz schön Respekt vor der Frau.
43:40Nur vor Menschen, die sich ihre eigenen Fehler eingestehen.
43:43Das merke ich mir für den nächsten Schnitzer im OP.
43:46Ich habe Menschen gesagt, nicht Assistenzärzte.
43:54Das wird ein sehr, sehr ernstes Gespräch heute Abend.
43:57Ben, ich bin hier immer noch die Schuldige.
43:58Ich nehme das echt auf meine Kappe.
44:00Hier muss überhaupt niemand die Schuld auf sich nehmen.
44:05Das gibt es doch gar nicht.
44:06Wie hast du das hingekriegt?
44:07Na ja, ich kann saubern.
44:09Dann kann ich ja jetzt ganz beruhigt nach Hause gehen.
44:11Danke.
44:12Gerne.
44:13Der ist absolut perfekt.
44:15Na ja, perfekt.
44:18Tatsächlich.
44:20Sieht der ganz genauso aus wie der vorherige.
44:23Ja, findest du?
44:24Leila, wir hatten eine Abmachung.
44:27Ben, sie hatte sich mit dem Kreis an der Tischplatte festgeklebt.
44:31Ich musste eingreifen.
44:33Ich bin so blöd.
44:35Ihr zwei.
44:37Hochstapler seid ihr.
44:39Du fährst.
44:41Pommes sind fürs erste Gestrich.
44:44Und dich habe ich im Auge doof.
44:47Ich habe übrigens einen Mitfahrer.
44:48Okay.
44:49Danke fürs Mitnehmen.
44:51Na klar.
44:53Nein.
44:56Doch.
45:02Pizza ist da.
45:05Okay.
45:09Du spendierst Pizza?
45:11Wird das jetzt so ein Ding bei dir?
45:13Oder?
45:13Ich dachte, ihr habt die bestellt.
45:15Ich habe mir unten den Lieferanten abgefangen.
45:17Für ihr linkshändiges Engagement von Dr. Scherbers.
45:21Ja, die ist für uns.
45:23Wir haben heute im OP linkshändiges Arbeiten geübt.
45:25Schön.
45:28Ich habe heute aber ein Leben gerettet.
45:32Schön.
45:32Ist ja auch dein Job.
45:34Die Pizza ist für uns.
45:35Du wolltest uns nicht helfen.
45:37Wenn ich euch aber geholfen hätte, dann gäbe es jetzt keine Pizza.
45:41Ja, nee.
45:41Ist klar.
45:43Okay, machen wir eine Wette.
45:45Wenn du es schaffst, diese Pizza mit diesem Messer mit links zu schneiden, dann verzichte ich.
45:57Das ist ein Brotmesser.
45:59Damit kann man nicht mit links schneiden.
46:00Ah, jetzt hattest du schon das in der Hand.
46:18Wenn man mit links kaut, schmeckt das viel besser.
46:22Links ist auch da, wo der Daumen rechts ist.
46:31Sagt der Lehrer zum Schüler, deine Rechtschreibung ist schlecht.
46:35Sagt der Schüler, ich bin ja auch Linkshänder.
46:39Wow.
46:41Warum sollte man nicht mit der linken Hand die Zähne putzen?
46:45Mit der Zahnbürste geht's besser.
46:48Wehe.
46:49Sagt der Gast empört zum Kellner, was soll das?
46:52Ich wollte einen Zahnstocher für Linkshänder.
46:54Oh ja.
46:55Ja.
46:56Vielen Dank.
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