Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 1 Tag
Marco von Nerdkultur rankt in einem neuen Video 12 Filme zu Star Wars.
Transkript
00:21Der Krieg der Sterne
00:54Der Krieg der Sterne
01:04Der Krieg der Sterne
01:07Der Krieg der Sterne
01:14Der Krieg der Sterne
01:28Der Krieg der Sterne
01:31Der Krieg der Sterne
01:47Der Krieg der Sterne
01:55Der Krieg der Sterne
01:57Der Krieg der Sterne
02:16Der Krieg der Sterne
02:20Der Krieg der Sterne
03:07Der Krieg der Sterne
03:09Der Krieg der Sterne
03:09Der Krieg der Sterne
03:09Der Krieg der Sterne
03:10Der Krieg der Sterne
03:11Ich will euch hier erzählen, was mir an jedem Einzelnen gefällt.
03:15Was wenigstens eine einzige riesige Stärke ist, die ich bedingungslos lieben kann.
03:21Und hoffentlich ist es eine Stärke, bei der wir uns ausnahmsweise mal alle einig sein können.
03:26Die eigentliche Reihenfolge ist zweitrangig.
03:29Nur Liebe für das, was wir alle lieben.
03:32Wenigstens in einem einzigen Punkt.
03:34Das vielleicht positivste Star Wars Ranking auf ganz YouTube.
03:38Ganz bestimmt im Video und vielleicht auch in euren Kommentaren.
03:43Lasst es uns versuchen.
03:59Was J.J. Abrams mit Episode 9 wenigstens versuchte, ist die Sequels zu einem Abschluss zu führen.
04:05Zu einem Best-of, zu einem Medley aus knapp 40 Jahren Star Wars.
04:10Dabei liegt seine eigentliche Stärke nicht erst seit Lost, doch ganz woanders.
04:14Nicht in den Enden, sondern in den Übergängen.
04:17Und The Rise of Skywalker zeigt uns das bildlich.
04:30Abrams ist in all seinen Filmen geradezu manisch bemüht, ein hohes, durchgängiges Tempo zu halten.
04:36Ein unverwechselbares Pacing.
04:38Wo er was anordnet und wie die verschiedenen Shots und Szenen deswegen fließend ineinander übergehen.
04:44Eben ein bisschen wie Steven Spielberg.
04:52Niemand in Hollywood ist so perfekt darin, Bildelemente im Bild so anzuordnen wie er.
04:57Das sogenannte Staging und Blocking, wie ich euch in meinem Video über Jurassic Park zeigte.
05:11Abrams kombiniert diese Dynamik mit rasanten und doch fließenden Szenenübergängen.
05:17Die Kameras.
05:45Aber nachzudenken, was wir da gerade sehen.
05:51Was Spielberg von Abrams fundamental unterscheidet.
05:54Der Altmeister weiß, dass das Schreiben selbst keine seiner Stärken ist.
06:00Deswegen greift er nur sehr, sehr selten zur Feder.
06:03Etwa wenn es um ihn und sein eigenes Leben geht.
06:14Abrams dagegen müsste man nicht nur für The Rise of Skywalker den Stift aus der Hand schlagen.
06:18Doch diese Worte aus dem Skript zu inszenieren, das kann Abrams vielleicht sogar wie wirklich niemand anderes seiner Zunft.
06:32Wie die Szenen und die Shots erst ineinander übergehen, wie Abrams dann diese Momente in kleinen One-Takes festhält,
06:39wie die Kamera währenddessen das Bild ständig neu anordnet,
06:43das atmet geradezu Spielbergsche Filmmagie.
06:46Nur etwas flotter und explosiver.
06:58Noch explosiver als eine seismische Bombe sind nach allgemeinem Dafürhalten ganz sicher
07:03die von George Lucas niedergeschriebenen Dialogzahlen beim Angriff der Klonkrieger.
07:07Wenn du so viel wie ich bist, sagst du mir bitte.
07:12Ich kann es nicht.
07:39Bis hierhin, in allen fünf Episoden der Sternsaga, sprechen sie nur von dieser Hochzeit der Jedi.
07:46Von der Ritterlichkeit dieses Ordens, von seiner Bedeutung, von ihrer Selbstlosigkeit.
07:51Eine reine Behauptung.
07:53Erlebt haben wir die Jedi so vereint, jedenfalls noch nicht.
07:56Bis hierhin.
07:58Bis Mace Windu die Party stört.
08:00Bis die Musik und die Stimmung umschlagen.
08:02Bis sich die Jedi zu erkennen geben.
08:05Die Schlacht, die daraus entstehen sollte,
08:07das Aufeinanderprallen der alteingesessenen Jedi und der frisch fabrizierten Druiden,
08:12bis heute erzeugt diese Schlacht bei mir pure Gänsehaut.
08:25Es entbrennt eine Schlacht innerhalb und außerhalb dieser Arena,
08:29wie wir sie in dieser Größenordnung in Star Wars noch nicht kannten.
08:35George Lucas orientierte sich dafür nicht mehr an den Weltkriegsfilmen seiner Kindheit,
08:40sondern an den Vietnamfilmen seiner Studienfreunde.
08:59Und gerade weil er sich so offensichtlich dieser Ästhetik bedient,
09:03bereitet er uns subtil auf die eigentliche Message dieser Anti-Kriegsfilme vor.
09:19Kein Platz im Ranking, sondern an der Sonne,
09:22gebührt der Rückkehr der Holy Summer Cocktails.
09:24Denn dieses sommerlich positive Ranking wird euch präsentiert von Holy,
09:28eurer gesünderen und vor allem erfrischenderen Alternative zu überzuckerten Softdrinks.
09:33Für diesen Sommer feiern die Cocktail-Energies ihr Comeback.
09:36Ich empfehle den Capybara-Colada.
09:39Und wer sich noch mehr sehnt nach Caipirinha, der Kiri und oder Mojito,
09:43wird ebenfalls fündig.
09:44Mit dem Code NERDKULTUR sparst du dabei ganze 10% auf all deine Bestellungen.
09:49Den Link zu deiner Cocktail-Erfrischung und zu all den anderen Sorten
09:52findest du in der Videobeschreibung.
09:54Jedi-Business, geh zurück zu deinen Trinkern.
10:01Ja.
10:06Die erfrischendste Stärke von The Mandalorian und Grogu verdanken wir Werner Herzog.
10:11Der deutsche Kultregisseur war es, der über seinem Gastauftritt 2019
10:15Jon Favreau und Dave Filoni gewaltig den Kopf waschen musste,
10:19weil sie Baby Yoda mit CGI animieren wollten.
10:22Und wir holen ihn raus und sagen, wir werden den digitalen Platt machen.
10:25Er sagt, was? Was sagst du?
10:27Wir sagten, wir müssen ihn schreien, weil wir das verletzen.
10:29Ja, ja, ja.
10:30Er sagt, das Ding ist wunderschön.
10:32Was sagst du?
10:33Er sagt, du bist ein Kauwärter.
10:35Das ist wunderschön.
10:36Wir haben alle Storien von The Mandalorian Bounty Hunter gehört.
10:41Die als Platzhalter gedachte animatronische Puppe entpuppte sich als der heimliche Star neben dem eigentlich einsamen Kopfgeldjäger
10:48und verdiente sich so den geteilten Filmtitel.
10:51Es sollte deswegen nicht dabei bleiben.
10:54Sie experimentierten sowohl in der Serie als auch im Film wieder mit Stop Motion,
10:58wieder zum Leben erweckt von Star Wars Urgestein Phil Tippett.
11:04Puppen und ihre Menschen dahinter sind es, die dieser Galaxis das nötige Leben einhauchen, spürbar liebevoll ins Zelluloid gebrannt.
11:11Für die prominente Rückkehr der Anselaner kehrte sogar J.J. Abrams als Consultant zurück an ein Star Wars Set,
11:22die gemeinsame Liebe zu den echten, praktischen Kreaturen verbindet.
11:26Das Filmspin-off wurde so zu einem reinen Creature-Feature,
11:30vollgestopft mit Ehrerbietung für die heimlichen Helden der Sternsaga.
11:38Protekt die alten.
11:52Einer dieser Helden ist eigentlich ein Anti-Held, Han Solo.
11:56Sein Solo-Film zeigt ihn trotz des nachträglich zugeschusterten Nachnamens eben nicht ganz allein.
12:01Denn seit Episode 5 ist der andere Anti-Held erst auf der Gegenseite und dann trotzdem an seiner Seite Lando
12:08Calrissian.
12:09Kongenial neu besetzt mit Allzweckwaffe Donald Glover.
12:12Nobody's in the seat, then I take it, friend.
12:18So this is, uh, Sabak?
12:20Sabak.
12:25Der extravagante Musiker und vielseitige Schauspieler aus besten Community-Zeiten
12:30tritt in die großen Fußstapfen von Billy Dee Williams.
12:33Glover gelingt das Kunststück, diesen unwiderstehlichen Swag von Williams einzufangen
12:37und uns trotzdem einen Lando zu präsentieren, in dem noch so viel mehr Potenzial steckt.
12:42Alles, was in der Hand ist, ist hart.
12:44Glover kann einer in sich, auch tragischen Figur auf ihrem Redemption-Ark,
12:49diese bitter nötige Leichtigkeit abgewinnen.
12:51Alles, was du über mich hörst, ist wahr.
12:56Auch deswegen wurde die angekündigte Eventserie Lando auf Eis gelegt und deren Showrunner gegangen.
13:03Und so übernahmen er und sein Bruder das Ruder, Atlanta-Showrunner Steven Glover.
13:09Lando solle seinen eigenen Kinofilm bekommen.
13:12Das dafür fertige Drehbuch reichten sie Anfang des Jahres bei Lucasfilm ein.
13:16Wegen des Führungswechsels und wegen der ungewissen Kinostrategie
13:20bleibt es erstmal bei diesem eingefrorenen Carboni-Zustand des Projekts.
13:24Ich liebe dich.
13:25Ich weiß.
13:27Solo dagegen blieb ein konfuser Film auf Identitätsfindung.
13:30Die Hauptbesetzung, das Drehbuch, der Regiestuhl, zu jedem Zeitpunkt wackelte entweder das eine oder das andere.
13:36Das Ergebnis ist ein müder Kompromiss aus allem.
13:40Doch Donald Glovers Lando Calrissian entpuppt sich als eine Idealbesetzung,
13:43von der ich jederzeit mehr sehen will.
13:46Eine Hassliebe, nur eben von der guten Sorte.
13:50Ich hasse dich.
13:52Oh nein.
13:55Eine Hassliebe, wie ich sie über die Jahre hinweg immer für Episode 1 übrig hatte.
14:00In meiner Generation liebte oder hasste man die Prequels eben noch.
14:04Doch was war es, was mich 1999 noch vor Begeisterung aus dem Kinosessel schleuderte?
14:10Lange bevor ich bei den Dialogen zu genau hinhörte oder bei der Dramaturgie zu genau hinsah.
14:15Was begeisterte den kleinen, unschuldigen Marco so sehr an diesem Film?
14:20Wir sehen es in den Pottrennen.
14:24Wir hören es in der Kombination mit dem krachenden THX-Sound.
14:31Die dunkle Bedrohung umweht bis heute eine Aura des Wiederaufschwungs.
14:35Star Wars war zurück im Kino und das so pompös wie nie.
14:39Und obwohl George Lucas die Revolution der Technik wichtiger ist als eine Evolution des Storytellings,
14:45bäumte sich vor ihm eine einzige, unüberwindbare Hürde auf.
14:49So neu die digitalen Effekte auch waren, so alt und analog war die Technik, mit der er sie immer noch
14:54aufnehmen musste.
14:56Echtes Filmmaterial.
14:58Anders als die Episoden 2 und 3 musste er Teil 1 noch fast ausschließlich auf analogen Kameras drehen,
15:04direkt auf Film, mit nur wenigen digitalen Ausnahmen als Experiment.
15:08Stattdessen mit all den Vorteilen, die die althergebrachte Technik in den letzten 100 Jahren mit sich brachte.
15:14Eine hohe Auflösung, kontrastreiche Bilder, lebendiger Filmkorn.
15:18The Phantom Menace atmet noch diese alte Kinomagie.
15:22Der Rest der Prequels schwingte vor allen anderen in Hollywood komplett auf digital um
15:26und erbte damit auch die Kinderkrankheiten einer neuen Technik.
15:30Eine verwaschene Auflösung, kontrastschwache Bilder,
15:33die Aura eines Heimvideos gebannt auf einen seelenlosen Computership.
15:36Allein wie sich das Licht auf dem Filmstreifen verhält und den Schatten übergeht,
15:41wie die Sonnen über Tatooine brennen und dabei unvergessliche Silhouetten im aufgewirbelten Wüstensand formen.
15:46Selbst wie die Lichtschwerter sich kreuzen, Star Wars blieb märchenhaft magisch.
15:53Episode 1 nicht nur als der Beginn einer neuen Ära,
15:56sondern ein auf Film verewigtes Relikt einer alten.
16:02Einer der allergrößten Verfechter von analogem Film in Hollywood bleibt bis heute J.J. Abrams.
16:08Darum begann das Erwachen der Macht auch als ein Wiedererwachen von analogem Film
16:13und von dessen charakteristischer Lichtempfindlichkeit.
16:16Dafür ist der Rest von Episode 7 ein bisschen zu sehr Wiederbelebung von Episode 4.
16:23Und doch gibt es wenigstens eine einzige Sache, die Abrams partout nicht kopieren wollte,
16:30ehe er mit The Rise of Skywalker doch noch einen Rückzieher machte.
16:33Bei Kylo Ren als dedizierten Darth Vader.
16:37Kylo Ren wird von Anfang an gezeichnet als ein temperamentvoller, blindwütiger Anhänger seines Großvaters.
16:43Wie ein verstoßenes Kind, das sich in eine naive Narrative flüchtet,
16:47um das eigene, grausame Handeln zu rechtfertigen.
16:50Abrams nutzt dabei den von mir so geliebten Kuleshoff-Effekt.
16:53Eine undurchsichtige Maske, die uns keine bestimmte Interpretation aufzwingt,
16:57aber beginnt im Kontext seiner Taten zu bröckeln.
17:01Wir beginnen den Zweifel in ihm zu erahnen, wie einst bei Vader.
17:06Ben Solo bleibt dabei eindeutig inspiriert von seinem Äquivalent im Legends-Kanon Jason Solo.
17:12Genau der Antagonist, den der ursprüngliche Drehbuchautor Michael Arndt wohl eigentlich umsetzen wollte.
17:18Der gefallene Sohn von Han und Leia, der, um seine Transformation abzuschließen,
17:23eine verwandte Mentorfigur umbringen muss.
17:27Für Jason Solo gab es nach diesem Schritt kein Zurück.
17:31Das sei der ursprüngliche Plan von Arndt und damit auch von Abrams für Kylo Ren gewesen.
17:36Kein Zurück mehr.
17:38Zumindest behauptet das Adam Driver.
17:39Ihm habe man diese Figur noch so verkauft,
17:42ehe es sich Abrams vier Jahre später doch noch anders überlegen sollte.
17:49Doch angelegt ist Kylo Ren in diesem und im nächsten Film als ein reiner Antagonist,
17:55für den es trotz all der Sympathie der Gegenseite keine Absolution mehr geben wird.
18:02Diesen Gedanken konsequenter weitergedacht, lässt mich an Kylo Ren festhalten.
18:06Auch deswegen werde ich dem nie gedrehten Soda Bergspin-Off für immer nachtrauern.
18:11Der Solo-Film, den ich eigentlich sehen will.
18:30Ziemlich Solo war auch George Lucas bei den Prequels unterwegs.
18:33Die eine Star Wars-Trilogie, bei der er alleine auf dem Regiestuhl Platz nehmen wollte,
18:38obwohl er nach seinem eigenen Bekunden ja eher ungern Regie führt.
18:41Doch als er in der Vorproduktion auf ein Pacing-Problem stieß,
18:45wusste er, welchen anderen Star-Regisseur er um Hilfe bitten kann.
18:49Steven Spielberg.
18:51Sein Freund seit Studientagen und selbst bekennender Star-Wars-Fan
18:55half ihm als Gastregisseur bei der Pre-Visualization der Order 66,
18:59also in der voranimierten Storyboard-Phase der gesamten Sequenz.
19:03So stammen einige Keyshots quasi direkt von Spielberg.
19:06Gerade die, die unsere Fantasie damit kitzeln, was wir eben nicht sehen.
19:15Was diese Szenen uns zeigen, ist der kulminierte Höhepunkt einer Trilogie,
19:20inszeniert als der tragischste Tiefpunkt einer ganzen Welt.
19:23Der Fall einer sicher geglaubten Demokratie
19:26und der vorgezeichnete, aber von allen ignorierte Weg dahin.
19:30Das ist der eigentliche Kern der Prequels.
19:39Inspiriert von der Weimarer Republik,
19:42zeichnet Lucas ein Mahnmal mitten in unserem Lieblingseskapismus
19:45und das für jeden greifbar und nachvollziehbar,
19:49egal welchen Alters.
19:52Die Rache der Sif ist gelaufen, sodass Andor fliegen konnte.
20:07Was uns direkt zu Rogue One führt.
20:10Denn ohne Episode 3 kein Rogue One
20:12und ohne Rogue One und Episode 3 kein Andor.
20:16Was Andor und Rogue One gemeinsam haben,
20:19ist diese überdeutliche Prägung durch die Agentenfilme über die Weltkriegsjahre.
20:22Ein Spionage-Thriller hinter feindlichen Linien.
20:28Doch was der Film der Serie voraus hat,
20:31ist das ultimative Finale in der ersten Schlacht eines galaktischen Bürgerkriegs.
20:36Dafür bedient sich Regisseur Gareth Edwards
20:39wieder der zwei großen Vorbilder von Lucas.
20:41Bei den Luftschlachten des Weltkriegsfilms, wie in der Originaltrilogie,
20:45und bei den Landoperationen des Vietnamfilms, wie in den Prequels.
20:53Rogue One nicht nur zeitlich,
20:55sondern auch inszenatorisch als Brücke zwischen beiden Welten.
20:58Zwischen Palmen und Sandstrand.
21:01Gepaart mit dem unausweichlichen Opfer der Rebellen
21:03und der Hoffnung daraus für alle anderen.
21:06Ohne Macht oder Vorsehung.
21:08Stattdessen steht so geerdet wie seine Helden.
21:11Rogue One bleibt trotz eines intergalaktischen Szenarios
21:14zu jeder einzelnen Sekunde down to Earth.
21:18Mehr als jeder andere Filmeintrag in der Sternsaga.
21:41Wie geerdet die Figuren und ihre Entscheidungen in Episode VIII sind,
21:45oder eben nicht sind,
21:47bleibt einer der vielen Streitpunkte des umstrittensten Star-Wars-Films überhaupt.
21:51Doch auf eines können wir uns hoffentlich alle einigen.
21:54The Last Jedi sieht phasenweise phänomenal aus.
22:06Regisseur und Autor Ryan Johnson
22:08zitierte dafür weniger George Lucas oder seine Handlanger,
22:11sondern gleich direkt dessen Vorbilder.
22:13Seien es wieder die Kameraspielchen der Weltkriegsfilme
22:16oder die Panoramen und Farbspielereien von Altmeister Akira Kurosawa.
22:21Die größten und durchdachtesten Shots der Saga.
22:26In Kombination mit John Williams fast durchgängiger Musik,
22:30wortwörtlich eine Space Opera,
22:32die noch mehr als jede andere diesen Titel auch verdient.
22:36Ein wahrhaft opernhaftes, geradezu theatralisches Gesamterlebnis.
22:41Er erzeugt ihn
22:44und tönt sein eigenes Feind.
22:49Geprägt von einigen mutigen Entscheidungen.
22:52So entschieden Johnson und sein Stammkamer-Mann Steve Yedlin
22:55etwa erst am Set,
22:56dass die Choreografie im Thronsaal
22:58gerade als One-Take noch so viel stärker wirken würde.
23:02Egal, ob die Choreo dafür ausgelegt ist oder nicht.
23:05Die Wirkung, das Gefühl,
23:07war ihm wichtiger als reine Konsistenz.
23:09Und das beschreibt doch The Last Jedi eigentlich ziemlich gut.
23:15Was auch für die Rückblicke im allerbesten Kurosawa-Stil gilt.
23:29Bilder über Bilder,
23:31die auch mal nur für sich stehen können.
23:35Und ich bleibe dabei.
23:37Ich habe noch nie
23:38einen ausverkauften Kinosaal
23:40so still erlebt,
23:41ohne den Hauch eines Atems zu hören,
23:43wie in diesem einen Moment.
23:50Bei allen vier Kinobesuchen
23:52hätte ich einen Nadel fallen hören können,
23:54als sich The Last Jedi
23:56nur an seinen tragisch schönen Bildern verliert.
24:00Ganz ohne Worte.
24:01Und ganz ohne Worte darüber.
24:10Die denkbar größte Antithese dazu
24:13ist das Finale der Originalfilme.
24:15Schließlich bündeln hier Lucas und sein Regisseur Richard Markant
24:18gleich ganze drei Filme und drei Erzählstränge.
24:21Auf Endor und Rundum Endor.
24:23In dieser ausufernden Parallelmontage
24:26als fulminantes Finale der Trilogie.
24:31Das alleine wäre nicht so besonders,
24:34würden all die Zahnrädchen
24:36nicht so perfekt ineinander übergehen.
24:38Jede Aktion führt in der nächsten Erzählebene
24:41zu einer Reaktion.
24:42Verhandelt werden dabei Liebe und Hass,
24:45Eintracht und Zwietracht,
24:46Verführung und Erlösung
24:48und die unerschütterliche Hoffnung
24:49in einen besseren Menschen.
24:51Zulande, zu Drohne und in der Luft.
24:54Als Heist, als Schlacht und als Duell.
24:58In Worten und in Taten.
24:59Alles auf einmal.
25:01Parallel zueinander.
25:04Es entscheidet sich nicht nur
25:06das Schicksal einer ganzen Galaxis,
25:08sondern die einzelnen Schicksale
25:09unserer einzelnen Helden.
25:11Diese hängen eben voneinander ab,
25:13auch wenn sie dafür physisch
25:14nicht zur selben Zeit am selben Ort sind.
25:17Ein Geist, den die Filme danach
25:19trotz der erneut räumlichen,
25:21zeitlichen Trennung
25:22so nie wieder einfangen konnten.
25:24Einfach perfekt.
25:52Ohne das wiederkehrende Motiv
25:54des Kriegsfilms drumherum
25:56gäbe es kein Krieg der Sterne.
25:58Es steckt eben nicht nur im Namen.
25:59Doch Lucas bediente sich noch
26:01einer ganz anderen Methode
26:02der besonders beeinflussenden Filmsprache.
26:05Der des perfiden Propagandafilms.
26:09Regisseurin Leni Riefenstahl war es,
26:11die Hitler und seine Gefolgsleute
26:12erst so in Szene setzte.
26:14Verschaffte einem Machtapparat
26:15die nötigen Bilder,
26:16um alle Schaulustigen
26:17entweder einzufangen
26:19oder einzuschüchtern.
26:20Allen voran schreitet hier
26:22ihr selbsternannter Führer.
26:24Lucas übernimmt das
26:25und kehrt es um.
26:26Und das nicht nur,
26:27indem er den kurzen Schnurrbart
26:28durch den haarigen Chewbacca ersetzt.
26:31Die Verleihung folgt ja
26:33einem dramatischen Sportfilmende.
26:35Aus der Luftschlacht um England
26:36entspringt dieser eine Quarterback,
26:39der den Football
26:40in die Zone tragen muss.
26:41Ein unglaubliches Hochgefühl.
26:44Wie beim Sport
26:44und für die Mannschaft,
26:45die man von ganzem Herzen anfeuert.
26:56Daraus entspringt dann
26:57dieser kurze,
26:58aber prägnante Abschluss.
27:00Lucas nimmt diese beeindruckenden,
27:02weil überwältigenden Bilder
27:04des Propagandafilms
27:05und kehrt sie um.
27:06Von blindem Hass
27:07und blinder Heldenverehrung
27:08um zu einem hoffnungsvollen Hochgefühl.
27:11Zu einer neuen Hoffnung.
27:18Doch wie schließt man
27:20an pure Hoffnung an?
27:22An den Triumph des Guten
27:23über das absolut Böse?
27:25Indem Lucas und seine Co-Autoren
27:27Lee Brackett und Lawrence Keston begannen,
27:29die dunkle Seite einziehen zu lassen.
27:31Nicht die der Macht,
27:33sondern die der Abgründe
27:34ihrer Figuren und ihrer Geheimnisse.
27:39Nein.
27:41Ich bin dein Vater.
27:43Irvin Kirschners
27:44Das Imperium schlägt zurück,
27:46bleibt auch deswegen
27:47eine der besten Fortsetzungen
27:48aller Zeiten,
27:49weil Episode 5 sich traut,
27:51den Status Quo
27:52unserer Helden zu hinterfragen
27:53und sie mit ihren Urängsten
27:55zu konfrontieren.
27:56Erst zwischenmenschlich,
27:58dann existenziell
27:59und letztlich auch schicksalhaft.
28:04Die Folge,
28:05und das kann man sich
28:06heute kaum noch vorstellen,
28:07war wütende Zuschauerpost.
28:09The Empire Strikes Back
28:10war mit seinen
28:11offengelegten Entscheidungen
28:12so kontrovers,
28:14dass der offene Hass
28:15eines Teils
28:16der Fankultur
28:16verbrieft ist.
28:18Doch die Zeit
28:19zog andere Lehren daraus.
28:23Die Forze ist mit dir,
28:25junger Skywalker.
28:26Ein wahrhaft konsequentes Sequel,
28:28das sich auch traute,
28:29ein komplettes Fandom
28:30herauszufordern,
28:31uns vor den Kopf zu stoßen
28:33und das noch junge Franchise
28:35auf den Kopf zu stellen.
28:36Die Auswirkungen
28:37heilen bis heute nach.
28:39Die Silhouetten
28:39dieser Ikonen
28:40werfen ihre Schatten
28:41auf alles andere.
28:48Star Wars blieb immer dann am besten,
28:50wenn es auch mutig war.
28:51Und Mut bedeutet,
28:53sich zu trauen,
28:53unsere Meinung
28:54auch auszuhalten.
28:56In jedweder Reihenfolge.
Kommentare

Empfohlen