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Nach massiven russischen Luftangriffen auf Kyjiw mit Toten und großen Schäden versuchen die Menschen, ihren Alltag zu leben. Präsident Selenskyj fordert mehr Luftabwehr, während die Sorge vor weiteren Angriffen wächst.

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Transkript
00:01Leben im Krieg in der Ukraine.
00:03Die Menschen in Kiew machen weiter,
00:05auch nach den massiven russischen Luftangriffen vom Wochenende,
00:09wie hier am völlig ausgebrannten Einkaufszentrum.
00:13Zwei Menschen starben in der Nacht zum Sonntag in der Hauptstadt.
00:16Hunderte Gebäude wurden beschädigt.
00:21Es war eine schreckliche Nacht.
00:24Und so etwas hat es im gesamten Krieg noch nicht gegeben.
00:27Wir haben die Alarmsignale irgendwie ein wenig ignoriert.
00:30Aber Gott sei Dank wurde bei uns im Einkaufszentrum niemand verletzt,
00:34da es Nacht war.
00:36Tagsüber wären viele Menschen verletzt worden.
00:39Die Menschen wären dort wahrscheinlich verbrannt.
00:42Denn das waren so heftige Angriffe.
00:49Ich war im Flur und meine Hündin im Zimmer.
00:52Es gab eine Explosion und ich rannte sofort zu dem Tier.
00:56Dann gab es eine weitere Explosion
00:58und wir wurden von der Druckwelle zurückgeschleudert.
01:02Wir haben überlebt, sie und ich.
01:08Meine Wohnung wurde vollkommen zerstört.
01:15Der ukrainische Außenminister Andrzej Sibia zeigt mehr als 70 ausländischen Diplomaten,
01:23was die russischen Luftschläge angerichtet haben.
01:28Natürlich sind unsere Gedanken heute bei den ukrainischen Behörden,
01:31bei den Opfern und der ukrainischen Bevölkerung.
01:34Aber wie Sie hier um mich herum sehen können,
01:36arbeiten die Menschen, ganz normale Menschen, hier heute ganz normal.
01:40Das ist eine Art Widerstandsfähigkeit zu zeigen
01:43und ich halte es für äußerst wichtig, dass wir das weltweit unterstützen.
01:48Die Ukraine brauche vor allem Luftabwehrsysteme,
01:52drängt Präsident Volodymyr Zelenskyj die westlichen Partner.
01:57Die Zusammenarbeit mit den USA beim Ausbau der Raketenabwehr
02:01kommt leider seit langem nicht voran.
02:03Deshalb arbeiten wir daran, die Entwicklung in Europa zu beschleunigen,
02:07damit wir auf unserem Kontinent eigene Kapazitäten in ausreichender Stärke aufbauen.
02:11Denn obwohl die Hauptstadt besser als andere Regionen des Landes geschützt ist,
02:18reichten die Abwehrsysteme bei den massiven russischen Angriffen nicht aus.
02:21Nach ukrainischen Angaben feuerte die russische Armee 600 Drohnen und 90 Marschflugkörper ab.
02:29549 Drohnen und 55 Raketen konnten demnach abgefangen werden.
02:34Moskau bestätigte den Einsatz von Oreschnik-Rüberschallraketen.
02:37Sie haben eine immense Zerstörungskraft und lassen sich schwer abwehren.
02:42Getroffen wurde in Kiew neben dem Einkaufszentrum auch ein Museum und Wohnhäuser.
02:47Durch den Beschuss wurde außerdem das zentral gelegene ARD-Studio beschädigt.
02:53Ebenso wie das der Deutschen Welle.
02:57Die russische Militärführung behauptet,
03:00auf die ukrainische Rüstungsindustrie militärische Infrastruktur und Kommandostellen gezielt zu haben.
03:06Zuvor hatte Moskau Vergeltung angekündigt für den ukrainischen Angriff
03:11auf ein Wohnheim einer Berufsschule in der russisch besetzten Stadt Starobilsk im Gebiet Luhansk.
03:17Dabei waren nach Angaben der Besatzungsbehörden 21 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden.
03:24Laut Kiew war das Ziel eine russische Drohnen-Elite-Einheit.
03:29Unabhängig überprüfen lassen sich die Informationen nicht.
03:34In der ukrainischen Hauptstadt jedenfalls wollen sie sich nicht einschüchtern lassen.
03:39Auch nicht von neuen Drohungen aus Moskau.
03:44Wir nehmen die Russen ernst, weil sie uns im Grunde genommen ständig bombardieren.
03:48Sie haben uns den ganzen Winter über bombardiert und tun es auch jetzt noch.
03:53Alles wie immer, wir sind bereit. Wir gehen immer in den Schutzraum.
03:58Unsere Leute sind müde und auch ich habe diesen Krieg satt.
04:02Ich versuche sogar, keine Nachrichten zu schauen.
04:04Die Situation selbst, die jüngsten Angriffe, haben durchaus moralische Auswirkungen auf mich und meine engsten Angehörigen gehabt.
04:12Ich glaube, sie haben jeden getroffen.
04:14Und das wird auch so bleiben.
04:16Also ist dies höchstwahrscheinlich nur die jüngste Runde der Angriffe.
04:19Und von nun an wird es noch schlimmer werden.
04:23Denn nach den massiven jüngsten Angriffen hat Moskau systematische Schläge gegen militärische und politische Entscheidungszentren in Kiew angedroht.
04:33Und deswegen Ausländer und Diplomaten aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt schnetzmöglich zu verlassen.
04:39Die Gewarnten reagieren eher reserviert.
04:43Sie wollen sich nicht einschüchtern lassen.
04:50Sie wollen sich nicht einschüchtern lassen.
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