00:13Hallo und herzlich willkommen zum Video vom Automagazin Tuning Blog. Heute geht es um den
00:19neuen vollelektrischen Mercedes-AMG GT Viertürer, der als spannender Ausblick auf die nächste
00:25Performance-Generation aus Affalterbach verstanden werden darf. Das Fahrzeug aus dem Video ist ein
00:31Mercedes-AMG GT Viertürer in Sunny Lime Magno mit einem schwarzen Leder-Alcantara-Interieur,
00:37das die auffällige Lackierung mit passenden Ziernähten aufgreift. Schon optisch macht der
00:43Viertürer klar, dass hier kein gewöhnliches Elektroauto anrollt, sondern ein AMG mit
00:49extremem Anspruch an Leistung, Fahrdynamik und Auftritt. Die Basis bildet die neue AMG ER-Plattform,
00:56die konsequent für elektrische Hochleistungsmodelle entwickelt wurde. Zum Marktstart soll es zwei
01:01Varianten geben, den GT 55 Viertürer Coupé 4Matic Plus mit 600 kW Systemleistung und den stärkeren
01:09GT 63 Viertürer Coupé 4Matic Plus mit bis zu 860 kW. Damit rückt Mercedes-AMG direkt in Regionen vor,
01:18die bisher eher Supersportwagen vorbehalten waren, kombiniert das Ganze aber mit vier Türen,
01:24einem luxuriösen Innenraum und einer alltagstauglichen Reichweite. Technisch
01:29besonders interessant sind die drei Axialflussmotoren, die in beiden Versionen zum Einsatz kommen. Zwei
01:36davon sitzen an der Hinterachse, einer arbeitet vorn. Entwickelt wurden sie von Yasser, einem
01:42britischen Spezialisten, der inzwischen zu Mercedes-Benz gehört. Im Vergleich zu klassischen
01:48Radialflussmotoren bauen diese Aggregate deutlich kompakter, liefern eine hohe Dauerleistung und
01:54können ihr Drehmoment besonders spontan bereitstellen. Genau das passt perfekt zu einem AMG,
02:00denn wiederholte Beschleunigungen, schnelle Lastwechsel und hohe thermische Belastbarkeit
02:05sind hier entscheidend. Der elektromagnetische Fluss verläuft bei dieser Bauart parallel zur
02:11Drehachse. Dadurch wirken die Motoren fast wie flache Scheiben, was auch den Namen Scheibenläufer
02:17erklärt. An der Vorderachse ist die Einheit nur knapp 9 cm breit. Hinten sind die beiden Motoren
02:24sogar nur rund 8 cm breit. Die Leistungsdaten lesen sich entsprechend brachial. Der GT 55 bringt es auf
02:33600 kW und 1800 Nm, der GT 63 auf 860 kW und 2000 Nm. Der Sprint auf 100 soll beim
02:44GT 55 in 2,5 Sekunden
02:46gelingen, beim GT, beim GT 63 sogar in nur 2,1. Die Höchstgeschwindigkeit liegt jeweils bei 300.
02:55Diese Werte gelten bei aktivierter Launch Control und ausreichendem Ladestand. Gleichzeitig arbeitet das
03:02System mit einer extrem variablen Kraftverteilung. Weil die Elektromotoren voneinander entkoppelt
03:08sind, lässt sich die Leistung nicht nur zwischen Vorder- und Hinterachse, sondern auch zwischen den
03:13beiden Hinterrädern sehr präzise verteilen. Das ermöglicht aktives Torque Vectoring und soll den
03:19schweren Viertürer deutlich agiler machen, als es seine Größe vermuten lässt. Pro Achse sitzt eine
03:26Electric Drive Unit. Hinten kombiniert diese zwei Motoren mit jeweils einem Eingang-Planetenradgetriebe.
03:34Dazu kommen ölgekühlte Bauteile und wassergekühlte Silizium-Carbid-Inverter. Vorren arbeitet eine
03:40weitere Einheit mit Axialflussmotor, Stirnradgetriebe, integrierter Parksperre und eigenem
03:45Inverter. Die Vorderachse dient vor allem als Booster. Wird zusätzliche Traktion oder Extra-Leistung
03:52benötigt, schaltet sie sich zu. Im normalen Fahrbetrieb kann sie über eine Trenneinheit
03:57abgekoppelt werden, was die Effizienz verbessert. Mercedes-AMG legt die Architektur sogar auf mehr
04:04als 1000 Kilowatt aus. Ob später noch ein stärkeres Derivat erscheint, bleibt zwar offen,
04:10aber die technische Reserve ist offensichtlich vorhanden. Die Batterie ist in beiden Modellen
04:16identisch und bietet 106 Kilowattstunden Netto-Kapazität. Besonders spannend ist nicht
04:22nur die Größe des Akkus, sondern vor allem seine Kühlung. Mercedes-AMG setzt auf spezielle
04:29zylindrische Zellen. Diese sind 105 Millimeter hoch und haben 26 Millimeter Durchmesser. Durch
04:37die schmale hohe Bauform kann Wärme besonders schnell abgeführt werden. Zusätzlich bestehen
04:42die Zellgehäuse aus Aluminium, das Wärme deutlich besser leitet als herkömmliche Stahlgehäuse.
04:48Die Zellen nutzen eine Nickel-Kobalt-Mangan-Aluminium-Chemie sowie eine Siliziumhaltige Anode. Auf
04:55Zellebene ergibt sich daraus eine Energiedichte von 298 Wattstunden pro Kilogramm bzw. 732 Wattstunden
05:04pro Liter. Insgesamt stecken 2660 Zellen in 18 Modulen. Der eigentliche Klau ist die
05:12Direktkühlung. Jede einzelne Rundzelle wird von einem elektrisch nichtleitenden Öl umströmt.
05:18Damit kann die Batterie hohe Leistung aufnehmen und ebenso schnell wieder abgeben. Gerade bei einem
05:23AMG ist das entscheidend, denn Vollgas, starkes Bremsen, hohe Rekuperation und erneutes Beschleunigen
05:31wechseln oft im Sekundentakt. Die Kühlung wird bedarfsgerecht gesteuert, damit die Temperatur
05:37in jedem Modul möglichst exakt im optimalen Fenster bleibt. Mercedes spricht von einer
05:43Betriebsstrategie, die maximale Performance ermöglicht und anschließend das Temperaturniveau
05:49wieder senkt. Das zeigt zugleich, wie extrem die Belastung ist, denn selbst eine so aufwendige
05:55Direktkühlung muss ständig nachregeln. Beim Laden setzt der neue AMG GT Viertürer ebenfalls
06:01ein Ausrufezeichen. Die 800 Volt Architektur ermöglicht an passenden Schnellladesäulen
06:07eine Ladeleistung von bis zu 600 Kilowatt. Von 10 auf 80 Prozent soll der Akku in nur 11
06:14Minuten geladen werden können. Daraus ergibt sich eine durchschnittliche Ladegeschwindigkeit
06:19von 6,7 Kilowattstunden pro Minute. In Reichweite übersetzt bedeutet das knapp 45 Kilometer
06:26pro Minute beim GT 55 und rund 44 Kilometer pro Minute beim GT 63. Die WRTP-Reichweite liegt
06:36je nach Version und Ausstattung bei bis zu 700 Kilometern. Auch das Laden an 400 Volt Säulen
06:42soll möglich sein. Genaue technische Details und Ladezeiten nennt Mercedes AMG dafür aber
06:48noch nicht. Damit die Technik dauerhaft stabil arbeitet, nutzt der Wagen ein komplexes Thermomanagement.
06:55Ein zentraler Kühlmittelhub bündelt Pumpen, Sensoren und Ventile. Je nach Bedarf können Batterie,
07:02Antriebseinheiten, Inverter, Bordlader und weitere Komponenten gezielt temperiert werden. Die
07:12deutlich über der Leistung herkömmlicher Batteriekühlungen liegen. Diese aufwendige
07:17Lösung ist notwendig, weil der AMG nicht nur kurz beeindruckende Spitzenwerte liefern soll,
07:23sondern auch auf der Rennstrecke oder bei wiederholten Beschleunigungen konstant leistungsfähig
07:29bleiben muss. Auch beim Fahrerlebnis will Mercedes AMG eine Brücke zur Verbrennerwelt schlagen. Obwohl
07:36der GT vier Türe elektrisch fährt, soll er emotional wie ein AMG wirken. Dafür gibt es
07:42künstliche Klangwelten, die Beschleunigung, Schaltvorgänge, Blubbern, Boost und Launch Control
07:48begleiten. Im Fahrprogramm AMG Force Sport Plus werden sogar Zugkraftunterbrechungen simuliert,
07:54die an Gangwechsel erinnern. Das ist technisch nicht notwendig, soll aber ein vertrautes Performancegefühl
08:00erzeugen. Über den sogenannten AMG Race Engineer werden Antrieb, Rekuperation, Energiemanagement,
08:07Ladeverhalten, Thermomanagement und Fahrdynamik vernetzt. Drei Drehräder in der Mittelkonsole
08:13erlauben direkten Zugriff auf Ansprechverhalten, Agilität und Traktionskontrolle. Das Fahrwerk
08:19passt zum Anspruch. Der elektrische AMB GT Viertürer bekommt eine Luftfederung mit semiaktiver
08:25Wankstabilisierung. Statt klassischer Querstabilisatoren arbeitet das System mit hydraulisch
08:31verbundenen Federbeinen und einstellbaren Dämpfern. Bei gerader Ausfahrt kann es Komfort schaffen,
08:37in Kurven erhöht es die Wankstabilität. Dazu kommt eine Hinterradlenkung ohne mechanische Verbindung
08:43zum Lenkrad. Die Hinterräder können bis zu 6 Grad einschlagen. Unterhalb von 80 Stundenkilometer
08:51lenken sie gegensinnig zu den Vorderrädern, darüber gleichsinnig. So wird der große Viertürer
08:56in der Stadt handlicher und bei hohem Tempo stabiler. Beim Design bleibt AMG seiner dramatischen
09:03Linie treu. Mit rund 5 Metern Länge ist der Elektro GT etwas länger als das ausgelaufene
09:08Verbrennermodell, gleichzeitig aber trotz Batterie im Fahrzeugboden niedriger. Vorne trägt er einen
09:14AMG-typischen Grill mit vertikalen Streben, optional beleuchtetem Stern und Scheinwerfern mit
09:20Sternengrafik. Die lange Haube, die flache Frontscheibe und das Fließheck formen eine kraftvolle
09:26Silhouette. Bündige Türgriffe, Außenspiegel auf den Türen und ein markanter Heckdiffusor
09:32verbessern die Aerodynamik. Am Heck sitzen sechs runde Leuchten im Turbinendesign, optional ergänzt
09:39durch ein Leuchtband. Aktive Aerodynamikelemente im Unterboden, ein verstellbarer Heckspoiler und
09:46Luftklappen in der Frontschürze sorgen je nach Tempo, Kühlbedarf und Fahrzustand für
09:51Abtrieb oder Effizienz. Innen kombiniert der AMG GT Viertürer Sportlichkeit mit Hightech. Eine
09:58tiefe Sitzposition, ein 10,2 Zoll Instrumenten Display, ein 14 Zoll Touchscreen und ein gleich
10:04großer Beifahrermonitor prägen das Cockpit. Große runde Lüftungsdüsen, ein unten abgeflachtes
10:10Lenkrad mit Drehdrückelementen und mehrere Direktbedienelemente betonen die Fahrerorientierung.
10:16Vorn gibt es neu entwickelte Sportsitze, optional Performance Sitze mit integrierten Kopfstützen.
10:23Im Vorn sind zwei Einzelsitze vorgesehen, optional auch eine Dreierbank. Das SkyControl Glasdach kann
10:29zwischen transparent und blickdicht wechseln und nachts mit AMG Wappen sowie Motorsportgrafiken leuchten.
10:35Wer es puristischer mag, kann ein besonders leichtes Dach in Karbonoptik wählen. Die 7 Fahrmodi
10:40heißen Comfort, Sport, AMG Force Sport Plus, Race, Glätte, Individuell und Eco. Sie beeinflussen
10:47Gaspedalkennlinie, Fahrwerk, Lenkung ESP, Sound und Rekuperation. Über Lenkrad Pedals lässt sich die
10:54Energierückgewinnung zusätzlich separat einstellen. Ein besonderer Boost-Modus liefert beim GT 63 bis zu
11:01110 kW Zusatzleistung, beim GT 55 bis zu 50 kW. Dabei gibt es einen spürbaren
11:09Beschleunigungsruck und die Gurte werden gestrafft. Gebaut werden soll der elektrische AMG GT4-Türer
11:16ab Sommer 2026 in Sindelfingen, während die Axialflussmotoren in Berlin-Marienfelde entstehen.
11:24Preislich dürfte sich der Stromer an vergleichbaren AMG-Vorgängern orientieren. Wer das alles noch einmal in Ruhe
11:31nachlesen möchte, der findet den Link in der Videobeschreibung.
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