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  • vor 23 Stunden
Auf der Suche nach innerer Einkehr entdecken Dietmar Löffler und Katja Zurbrück, beide Teilnehmer eines Wochenend-Seminars im Kloster Kaltenthal, viele Gemeinsamkeiten. Alles läuft wunderbar, bis die junge Frau durch Zufall den Inhalt eines an Herrn Löffler gerichteten Faxes liest. Daraufhin reist sie fluchtartig ab. Lotte muss mal wieder alles geben, um die beiden Verliebten zu versöhnen. Bürgermeister Wöller rücken die Mitglieder einer Damenfußballmannschaft auf den Pelz. Die Kickerinnen haben überhaupt kein Verständnis für seine Devise: „Frauen gehören an den Herd und nicht aufs Fußballfeld“. So wie er denken auch die Funktionäre des Kaltenthaler FC.
Und als Wöller im „Ochsen“ eilig eine Krisensitzung einberuft, steht plötzlich die gesamte Damenmannschaft vor der Tür. Da Lotte das Angebot der Oberin, deren Nachfolge anzutreten, ausgeschlagen hat, greift diese zu einer List. Sie schickt Schwester Mechthild als ihre designierte Nachfolgerin nach Kaltenthal, wohl wissend, dass das Verhältnis zwischen Mechthild und Lotte seit deren gemeinsamer Novizinnenzeit nicht gerade zum Besten steht. Die Vorstellung, dass Mechthild die neue Mutter Oberin wird und schon bald ein neuer, eisiger Wind weht, soll Lotte dazu bewegen, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken. Doch so einfach lässt sich eine Schwester Lotte nicht aufs Glatteis führen … (Text: ARD)

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Transkript
00:08Musik
00:31Grüß Gott
00:31Grüß Gott
00:33Dietmar Löffler
00:34Schwester Lotte, ach du liebes bisschen, Sie sind aber früh dran
00:37Ich habe ja noch gar keine Zeit für Sie und Schwester Agnes ist in der Stadt beim Einkaufen
00:41Bitte keine Umstände, ich weiß, dass ich zu früh dran bin
00:43Ich gehe noch schnell einen Kaffee trinken, dann komme ich später nochmal
00:45Gut
00:49Das heißt, Sie könnten mir einen riesen Gefallen tun
00:52Könnten Sie vielleicht an den Bahnhof fahren und eine unserer Seminarteilnehmerinnen abholen?
00:57Sicher, warum nicht?
00:58Das ist lieb
00:59Sie heißt Frau Zurbrück, kommt aus München um 11.14 Uhr mit der Bahn
01:03Etwa Katja Zurbrück?
01:05Ja
01:05Den Namen kenne ich, sie arbeitet in derselben Branche wie ich
01:07Sie hat letztes Jahr ein Riesenvermögen mit ihrer Softwarefirma gemacht
01:10Ach ja?
01:12Aber Geld ist scheinbar doch nicht alles
01:23Was ist denn jetzt schon wieder?
01:25Ja, ich habe doch gesagt, du sollst nicht mehr anrufen
01:29Dreimal darfst du raten, wenn ich vom Bahnhof abhole
01:32Ja, was ist?
01:38Wo ist jetzt das Ehepaar, das sich für den Kombi interessiert hat?
01:41Ach, Kombi ist nicht mehr
01:42Das heißt jetzt SUV
01:42Das heißt jetzt SUV
01:44Sport Utility Vehicle
01:45Ah ja
01:47Wissen Sie, was in Ihrem Falle SUV heißt?
01:52Sagenhaft unfähiger Verkäufer
01:54Sagen Sie bloß, Sie haben diese todsicheren Kunden wieder mal ziehen lassen?
01:58Dafür kann ich nichts
01:59Als ich erwähnt habe, dass Sie Chef des Autohauses sind und der Bürgermeister
02:03Da hat die Frau auf dem Absatz umgetreten und ist gegangen
02:05Was?
02:06Ja, und der Mann gleich hinterher
02:08Also ehrlich, Herr Brudwig
02:10Also das ist die dümmste Ausrede, die ich je in meinem Leben gehört habe
02:14Nur weil ich Bürgermeister bin, geht die zur Konkurrenz
02:28Das ist lächerlich
02:29Sag mal, wohnst du jetzt hier?
02:31Nein
02:33Max, ich meine, Herr Bachmann musste zu einer Baustelle überraschen
02:36Ist ja gut
02:38Und Jakob liegt mit Krippe im Bett und er wollte ihn nicht alleine lassen
02:41Zufrieden?
02:42Ja
02:43Willst du reinkommen?
02:44Keine Zeit
02:45Ich wollte dir eigentlich nur Bescheid sagen
02:46Die Wohnungsauflösung findet heute um 15 Uhr statt
02:49Und alles, was kein Abnehmer findet, wollen die Kinder von der Frau Weber zum Sperrmüll geben
02:53Du kannst dir die halbe Wohnung damit möblieren
02:55Danke
02:57Wir versuchen es zu schaffen
02:58So eine günstige Gelegenheit kommt nie wieder
03:00Ich würde ja für dich hingehen, aber wir haben wieder ein Seminar
03:04Papa
03:05Ja, gleich
03:08Geht's dir gut?
03:09Ja
03:10Warum?
03:15Tschüss
03:15Tschüss
03:35Die Frau ist mindestens 1,80 groß und der Turmann der Truppe
03:39Was sage ich, die Turfrau?
03:41Was hat Herr Wöller gegen eine Damenmannschaft?
03:43Sie kennen ihn doch
03:44Der Platz einer Frau ist der heimische Herd und das Bett
03:48Allenfalls
03:49Der Schreibtisch einer Sekretärin
03:53Herr Bürgermeister Wöller
03:55Es ist durchgesickert, dass Sie als Vorsitzender des Kaltenthaler FC die Gründung einer Damenfußballmannschaft systematisch sabotiert haben sollen
04:02Und gewisse Äußerungen Ihrerseits zum Thema Frau und Ihre Position in der heutigen Gesellschaft
04:08Also diese Äußerungen sind bis zu uns in die Redaktion vorgedrungen
04:12Haben Sie tatsächlich gesagt, eine Frau hat in einem Männersport nichts verloren
04:15Und die sollen lieber zu Hause bleiben und Fußballsocken für ihre Männer stricken?
04:20Also wer immer solche Lügenmärchen über mich verbreiten will
04:24Der wird mit einer Zivilklage wegen übler Nachrede und Verleumdung rechnen müssen
04:29Auch Ihr Revolverblatt
04:32Darf ich das zitieren?
04:40Ratat Kaltenthal labern?
04:41Ist die Schwester Lotte bei Ihnen?
04:42Ja
04:43Ja, ich bin nicht zu sprechen und schicken Sie sie weg
04:45Wo sind Sie denn?
04:47Tun Sie, was ich Ihnen sage, Ende
04:52Der Mann ist einfach unmöglich
04:53Naja, er schiniert sich halt seit der Sache mit dem Liebesbrief
04:57Er muss im Haus sein, da unten steht sein Wagen vor der Tür
05:00Rufen Sie ihn an und sagen Sie ihm, ich bin bei Lehmann
05:02Dieses Versteckspielen muss ein Ende haben
05:04Spätestens bei der nächsten Gemeinderatssitzung muss er mir in die Augen gucken
05:07Und einen unsichtbaren Bürgermeister kann sich Kaltenthal wirklich nicht leisten
05:21Ja?
05:22Schwester Lotte ist jetzt weg
05:23Was?
05:25Ich habe Sie aber nicht rauskommen sehen
05:26Sie ist nicht mehr in meinem Zimmer, ich schwöre
05:29Gut, dann bis gleich
05:30In der Zwischenzeit rufen Sie reihum die Vorstände vom FC an
05:33Heute Abend 18 Uhr, außerordentliche Sitzung im Ochsen
05:37Und falls einer meutern sollte, richten Sie ihn persönlich von mir aus
05:40Dass er die längste Zeit einen Tribünenplatz umsonst gekriegt hat
05:44Haben Sie verstanden?
05:45Ja
05:45Ja, da bringen Sie mir jetzt die Post und einen Kaffee
05:56Herr Wöller
05:58Ihr Brief hat mich weder schockiert
06:00Noch sehe ich einen Grund dafür, dass Sie mir deswegen ausweichen
06:03Ich?
06:05Jede Frau
06:06Auch ich
06:08Liest gerne einen Liebesbrief, der ihr gewidmet ist
06:11Und dafür, dass Sie zu viel getrunken haben, waren eigentlich erstaunlich wenig Rechtschreibfehler drin
06:15Nur mit der Interfunktion hapert es ein wenig
06:19Hallo?
06:21Ja, ja, ich
06:22Ich sehe gar keinen Grund, warum ich Ihnen ausweichen sollte
06:27Äh, ja, nun
06:30Gut
06:31Dann gehen wir zum Tagesgeschäft über
06:34Hier ist eine Bestätigung des Gesundheitsamts
06:36Dass unser Leitungswasser die genau gleich schlechte Qualität hat
06:40Wie das Wasser der Wasserwerke in Kaltenthal
06:43Und somit dürfte das Thema Bewirtungsverbot vom Tisch sein
06:46Und heute beginnt unser neues Seminar
06:48Und falls Sie die Idee haben sollten, uns daran hindern zu wollen
06:54Sehe ich mich leider gezwungen, im Gemeinderat einen Antrag zu stellen
06:57Wegen Untreue im Amt
06:59Und dann wird sich ein Untersuchungsausschuss mit Ihrer Amtsführung und Buchhaltung beschäftigen
07:05Einen schönen Tag noch
07:06Moment, Moment
07:10Dann machen Sie die Tür zu
07:13Erstens, wie Sie ganz richtig erwähnt haben, war ich ja völlig unzurechnungsfähig
07:18Als ich diesen Brief verfasst habe
07:19Und aus diesem Grunde hätte ich auch diesen Brief gern wieder
07:23Und zweitens, äh, mein, Ihr Wasserproblem mag ja gelöst sein
07:27Aber bleibt immer noch das Problem mit den feuerpolizeilichen Richtlinien
07:30Für Hotels und Pensionen
07:32Feuermelder, Notausgänge, Flugtreppen, etc.
07:35Und drittens?
07:36Drittens, das überspringe ich lieber, weil es dann steht morgen vielleicht in der Zeitung
07:40Nonne erwürgt Bürgermeister von Kaltenthal
07:42Und viertens, aber letztens
07:46Geben Sie endlich Aufschwester
07:47Keiner kommt auf die Dauer gegen den Fortschritt und Satzfänge an
07:51Am allerwenigsten Sie
07:53Tempora mutantur et nos cum ilis
07:56Die Zeiten ändern sich und wir uns mit Ihnen
07:58Na ja, mal vergessen, Sie sprechen Latein
08:00Stimmt
08:01Nur Sie fahren stur Ihren alten Stiefel weiter
08:04Aber nicht nur ich, sondern die gesamte Opposition
08:08Und einige sehr vernünftige Mitglieder Ihrer Fraktion
08:11Werden uns dagegen zur Wehr setzen
08:16Gut gebrückt, Löwe
08:17Nur wie ich aus sicherer Quelle erfahren habe
08:20Zieht Ihre Mutter Oberin nach Rom den Vatikan um
08:23Und eine gewisse Schwester Mächtig aus Köln übernimmt hier das Ruder
08:27Mit der ich übrigens schon eine Verabredung getroffen habe
08:30Tja, und dann stehen Sie ganz allein da?
08:34Wie Rotkäppchen im Wald
08:36Und Sie können wieder Gebrauchtwagen verkaufen
08:38Wenn Ihre weiblichen Wähler begriffen haben
08:41Welch Geisteskind Sie wirklich sind
08:47Spielen Sie auf die Damenfußballmannschaft an, ist es das?
08:50Was sonst?
08:51Die Frau gehört an den heimischen Herd
08:53Welch grandioses Futter für unseren nächsten Wahlkampf
08:56Tja, es gibt ja kein Zeugen, dass ich sowas gesagt haben soll
09:00Darf ich jetzt gehen?
09:03Ein Brief
09:06Den habe ich verbrannt
09:09Tschüss
09:11Frau Möller?
09:12Ja
09:15Alles in Ordnung, Schwester Lotte?
09:17Aber sicher
09:17Danke für den Käsekuchen
09:21Frau Lava
09:23Ich habe den Huber nicht erreichen können
09:25Aber alle anderen sind ab 18 Uhr im Ochsen
09:27Sie haben mich auf die schamloseste, hinterhältigste Art und Weise
09:30Hintergangen, ja?
09:32Mich in diese Falle zu locken
09:33Ich habe nicht gelogen, Schwester Lotte war nicht in meinem Büro
09:36Ich habe es gleich fertig
10:04Ich habe es gleich fertig
10:16Frau Zürbrück?
10:17Ja?
10:19Aber Sie sind bestimmt nicht Schwester Lotte
10:21Nein, natürlich nicht
10:22Ich bin auch nur Gast wie Sie
10:24Obwohl ich im Augenblick nichts dagegen hätte
10:26Den Rest meines Lebens im Kloster zu verbringen
10:28Ja, das kann ich gut nachvollziehen
10:30Ich denke, jeder, der sich zu so einem Seminar anmeldet, empfindet ähnlich
10:33Gehen wir?
10:34Darf ich Ihnen das abnehmen?
10:41Darf ich Ihnen fragen, was Sie dazu gebracht hat, ein Seminar in einem Kloster zu buchen?
10:45Fragen dürfen Sie, solange Sie keine Antwort erwarten
10:48Entschuldigen Sie, ich wollte nicht indiskret sein
10:51Das ist Ihre?
10:53Ja
10:55Angegeben ist Teil meines Geschäfts
10:56Jung, dynamisch, erfolglos
10:58Was machen Sie denn?
11:00Ich habe eine Firma
11:03Eine Firma für Programmierung und Systemberatung
11:06Somit ca. 40 Angestellten
11:10Wie heißt denn die Firma?
11:12LGP, Löffler, Grube und Partner
11:15Habe ich schon von gehört
11:16Aber warum sind Sie denn hier?
11:17Das klingt doch alles bestens
11:18Ja, erfolgreich sein und Umsatz machen ist halt nicht alles im Leben
11:37Kloster Kaltenthal, Schwester Lotte am Apparat
11:39Mein Gott, ich dachte schon, es ist niemand da
11:41Die Mutter Oberin will dich sprechen
11:44Aber ich möchte dich warnen
11:46Schwester Mechtelt ist bei ihr
11:48Gestern ist sie aus Köln angereist und ich musste sie am Flughafen abholen
11:53Also eines sage ich dir
11:54Wenn die bei uns Mutter Oberin wird, sehe ich schwarz
11:59Rabenschwarz
11:59Ja, Schwester Mechtelt ist nicht einfach
12:02Aber die Mutter Oberin wird sich schon etwas dabei gedacht haben
12:04Würdest du mich jetzt bitte verbinden?
12:07Die ersten Seminarteilnehmer trudeln nämlich gleich ein
12:10Aber das Seminar findet statt wie geplant
12:12Oder hat Wöller wieder irgendwas ausgegraben?
12:14Nein, nein, es findet alles wie geplant statt
12:17Ich will Sie gar nicht lange aufhalten
12:18Aber Schwester Hildegard meint, Sie haben wieder ein Seminar
12:22Richtig
12:23Aber Herr Wöller möchte uns dazu zwingen
12:25Feuerlöscher und Fluchtwege und irgendwelche anderen Dinge noch einzubauen
12:29Wie man sich wettet, so liegt man
12:31Sie haben sich für Kaltenthal entschieden, nicht ich
12:34Wie bitte?
12:35Ich hatte mich für Nigeria entschieden
12:37Schwester Lotte, das war vor Ihrer Krankheit
12:39Wie dem auch sei
12:41Schwester Mechtelt würde gern im Zuge ihrer Rundreise
12:44Durch alle unsere Filialen morgen nach Kaltenthal kommen
12:47Was?
12:50Muss das sein? Wir haben doch Seminar
12:51Das ist doch der Sinn der Sache
12:53Schwester Mechtelt würde gern teilnehmen
12:56Schließlich steht sie vor einer großen neuen Aufgabe
12:59Also, Schwester Hildegard wird sie morgen
13:01Irgendwann im Laufe des Tages zu Ihnen bringen
13:03Gelobt sei Jesus Christus
13:05In Ewigkeit, Amen
13:10Wunderbar
13:11Es passt dir überhaupt nicht, dass Sie kommen
13:13Na klar
13:16Lotte konnte mich nie ausstehen
13:18Schon seit unserer Zeit als Novizinnen
13:20Und ich glaube, sie hat sich nur nach Nigeria versetzen lassen
13:24Damit sie nicht mit mir unter einem Dach hausen muss
13:27Und ich kann nur hoffen
13:29Dass schon der Gedanke ausgerechnet Sie
13:31Als zukünftige Chefin über sich zu haben
13:34Sie vielleicht eines besseren belehren
13:36Und erreichen wird, dass sie mein Angebot doch noch annimmt
13:39Ehrlich gesagt
13:40Mir gefällt der Gedanke auch nicht
13:44Lotte als Mutter Oberin
13:46Schwester Mechtelt
13:50Sie wissen, dass ich Sie sehr schätze
13:52Und zu jeder anderen Zeit und unter anderen Bedingungen
13:56Wäre meine Wahl auf Sie gefallen
13:57Ja
13:59Sie hat viel mehr Durchsetzungsvermögen
14:01Nein, nein, nein, nein
14:02Das ist es nicht
14:02Das haben Sie auch
14:03Nur
14:05Schwester Lotte hat eine ganz seltene Gabe
14:07Ihre Ausstrahlung
14:09Ich weiß auch nicht, wie ich das erklären soll
14:12Es ist eine Mischung aus einer inneren Heiterkeit
14:15Und unerschütterlichem Gottvertrauen
14:18Außerdem ist sie durch ihre Medienpräsenz
14:20Und ihre politischen Aktivitäten
14:22Kein unbeschriebenes Blatt mehr
14:24Und wie Sie wissen, gehört Klappern zum Handwerk
14:27Jedenfalls danke ich Ihnen
14:29Für Ihre Bereitschaft mitzuspielen
14:31Also
14:32Zeigen Sie sich von Ihrer schlechtesten Seite
14:36Das wird mir sicher nicht schwerfallen
14:42Und nehmen Sie keine Rücksicht auf mich
14:44Sie können ruhig über mich herziehen
14:46Wenn Sie Lotte Ihre Version von einer Mutteroberin präsentieren
14:50Die hat sowieso Probleme mit mir
14:52Ich werde mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen
14:57Ich habe Termin im Gesundheitsamt
14:59Anschließend bin ich bei der Feuerwehr
15:01Versuchen Sie weiter den Hubertshörig
15:03Wie Sie wünschen
15:08Ich bin nicht da
15:14Doris Becker
15:16Spielführerin der Frauenfußballmannschaft FC Kaltenthal
15:18Ist der Herr Bürgermeister zu sprechen?
15:19Was fällt Ihnen ein?
15:20Und sagen Sie nicht, dass er nicht da ist
15:22Ich habe ihn nämlich gerade gesehen
15:23Wie kommen Sie dazu, einfach so hier herein zu platzen?
15:27Sie melden mich jetzt bei ihm an
15:28Und sagen Sie, diesem Feiglinge soll unter seinem Schreibtisch hervorkriechen
15:31Und sich benehmen wie ein richtiger Mann
15:33Wenn er schon solche Matschersprüche absondert
15:35Bitte, danke
15:39Haben Sie gehört, Herr Wöller?
15:43Herr Wöller?
15:47Herr Wöller?
15:49Also, jetzt mache ich mir richtig Sorgen
15:52Das macht er sonst nie
15:53Wo er doch schon mal einen Kollaps hatte
15:55Ich glaube, ich rufe mal lieber den Notarztwagen
15:59Jetzt hören Sie doch auf mit dem Theater
16:01Sie stecken doch alle unter einer Decke
16:03Also, das verbitte ich mir
16:05Ihr Bedürfnis, sich mit einem Fußball auf dem Rasen herumzutummeln
16:08In allen Ehren
16:08Aber das gehört nicht hierher ins Rathaus
16:10Das ist ausschließlich Sache des FC Kaltenthal
16:12Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte
16:14Ja, Herr Rathaus, Kaltenthal Labern hier
16:16Bitte schicken Sie sofort einen Notarztwagen
16:20Ja, ins Rathaus
16:22Notarztwagen?
16:23Frau Labern, was soll das?
16:24Sie haben das Archiv gewählt
16:30Ins Büro des Bürgermeisters
16:32Und jetzt beeilen Sie sich bitte
16:37Herr Michels, Entschuldigung
16:39Es ist nichts passiert, aber
16:40Ich hatte keine andere Wahl
16:42Ja, dann bis heute Abend
16:44Ich verspreche auch, Ihnen nicht mehr auf die Füße zu treten
16:47Ich habe den Tango-Schritt inzwischen drauf
16:49Gut
17:03Sie ist weg
17:04Sie können rauskommen
17:11Also, das war einsame Klasse, Frau Labern
17:15Hut ab
17:15So gut, könnte einmal nie lügen
17:18Sie schon
17:20Aber im Ernst
17:21Sie können nicht dauernd vor diesen Damen davonlaufen
17:24Wenn Sie unbedingt kicken wollen, dann lassen Sie sie doch
17:29Das hat nichts mit mir zu tun
17:30Da müssen erst mal die Satzungen geändert werden
17:33Außerdem sind wir auf Darm nicht eingerichtet
17:35Separate Duschen, Umkleiderbäume und so weiter
17:37Und es ist kein Geld da, das Ganze umzumodeln
17:39Also, was soll ich machen?
17:41Das ist Gott sei Dank nicht mein Problem
17:43Ich bin hier nur die Tippse
17:57Also, ich sehe kein Mannweib über 1,80, Herr Bürgermeister
18:03Danke, Dankbar
18:04Gerne
18:05Herr Böller
18:07Ja, was geht's?
18:08Machen Sie schnell, ich hab's eilig
18:09Ich hab gerade Ihre Anzeige im Lokalanzeiger gesehen
18:13Ist das Ihr Ernst?
18:153.000 Euro?
18:163.000, wer mit dem bringt, der meine Katze umgebracht hat
18:19Sie ist natürlich ausgeschlossen
18:21Wobei es eigentlich Ihr Job wäre, den Kerl zu überführen
18:23Aber von Ihnen kann man ja nichts erwarten
18:25Also, jetzt machen Sie aber mal einen Punkt
18:26Das grenzt an Beamtenbeleidigungen
18:28Sagen wir mal so
18:29Der getroffene Hund bellt
18:32Nun, in dem Fall möchte ich Sie darauf hinweisen
18:34Dass Sie schon wieder mit einem Händlern um am Schild unterwegs sind
18:37Und ich glaube kaum
18:39Dass Ihr Wagen zum Verkauf steht
18:42Oder Sie sich auf einer Probefahrt befinden
18:45Herr Meier, ich bin Autohändler
18:47Und jetzt ein für alle Mal
18:49Wenn Sie glauben, mich bis in alle Ewigkeit mit Ihren Strafzeiten erpressen zu können
18:52Nur weil Sie mich an einem fremden Briefkasten erwischt haben
18:55Haben Sie sich gewaltig geschnitten
18:57Vorsicht, Tür!
19:13Hallo!
19:15Ich dachte eigentlich, ich wäre alleine hier
19:20Entschuldigen Sie, ich wollte mich stören
19:24Ich habe Sie gesucht
19:27Also, wenn Sie so weitermachen, wird das nie was mit Ihrer inneren Einkehr
19:37Sagen Sie, war das Ihr Ernst vorhin in dem Huppengespräch?
19:41Dass Sie sich mit dem Gedanken tragen, die Gewinne Ihres Unternehmens in karitative Organisationen zu investieren
19:48Naja, das habe ich eigentlich nur gesagt
19:49Und um Sie zu beeindrucken
19:53Also, Herr Löffler, ich bin zu
19:56Allein, dass wir uns kennengelernt haben
19:58Ist mir tausendmal mehr wert als die Gewinne meines Unternehmens
20:02Wenn wir uns früher begegnet wären, dann hätte ich so ein Seminar überhaupt nicht nötig
20:08Also, ich glaube, dabei kann einem kein anderer helfen
20:11Sich selbst zu finden
20:16Sind wir denn nicht schon alle da?
20:18In uns?
20:20Oder
20:22Oder was soll das sonst sein, was ich gerade fühle?
20:28Ich bitte nicht
20:31Ich bin gerade dabei, eine unglückliche Beziehung zu verarbeiten und
20:37Frau Zurbrück!
20:39Herr Löffler!
20:41Abendessen!
20:44Wir kommen!
21:14Na ja
21:17Ziemlich vernachlässigt, das Kloster Kaltenthal
21:20Es fehlt eben an Geld für die Renovierung
21:24Aber ich bin sicher
21:26Wenn Sie Oberin sind, werden Sie es bestimmt möglich machen, dass das Kloster rendiert wird
21:31So, meinen Sie
21:34Hör auf, dich ewig zu beklagen, das ist ja deprimierend
21:38So eine gute Oberin, die Mutter heute, bringen wir nie wieder
21:43Gelobt sei Jesus Christus
21:45In Ewigkeit
21:46Amen
21:50Ich bin Schwester Mechthild, die Mutter Oberin hat meinen Besuch avisiert
21:54Ja, und ihr Zimmer ist auch schon hergerichtet
21:57Es hat Zeit
21:58Wo sind die anderen?
22:00Im Garten
22:02Mit Schwester Lotte
22:06Haben Sie schon zu Mittag gegessen oder möchten Sie noch etwas?
22:09Nein, danke
22:11So üppig ernähre ich mich nicht
22:15Rehrücken und Knödel
22:17Lassen Sie sich wohl kaum in einer asketischen Lebensweise in Einklang bringen
22:22Lassen Sie sich die Zimmer zeigen und hängen Sie bitte meine Sachen auf
22:25So was Tolles kriegen wir nur, wenn wir Seminar haben
22:30Na, was habe ich dir gesagt?
22:32So üppig ernähre ich mich nicht
22:34Dabei habe ich den Rehrücken geschenkt gekriegt vom Bruder vom Wachtmeister Meier
22:39Könnten Sie mir jetzt bitte das Zimmer Ihrer Eminenz zeigen?
22:42Ich muss nämlich wieder zurück nach München
22:44Ja, kommen Sie
22:46Felicitas, kannst du das in den Eisschrank stellen?
22:48Ich kann noch einen Gulasch draus machen
23:02Man sieht es zwar einem solchen Komposthaufen nicht an
23:05Aber er ist ein fantastisches Symbol für Leben
23:09Jeder von uns macht Fehler und trifft falsche Entscheidungen
23:12Aber in allem steckt die Chance, dass etwas Fruchtbares dabei herauskommt
23:17Man muss sich nur ein bisschen Zeit geben
23:20Bevor ich es vergesse, die Handy schalten Sie bitte aus und geben Sie nachher im Büro ab
23:24Einen Moment bitte
23:28Entschuldigung
23:34Also lassen Sie sich nicht stören und machen Sie ruhig weiter
23:37Bist du verrückt? Ich habe doch gesagt, ich rufe an
23:41Ja, sie ist hier
23:43Aber ich hatte bisher noch keine Gelegenheit zur Sache zu kommen
23:47Das kann ich nicht sagen
23:48Das Seminar dauert drei Tage, also halt die Luft an
23:51Und ab sofort bin ich über das Handy nicht mehr zu erreichen
23:54Und falls Sie ganz persönlich mit mir reden wollen
23:57Ich stehe Ihnen jederzeit zur Verfügung
24:02Grüß Gott, Mechtheld
24:04Lotte
24:05Lange nicht gesehen
24:06Und ich hoffe, dass diese Begegnung harmonisch verlaufen wird
24:10An mir soll es nicht liegen
24:12An mir auch nicht
24:13Ich habe nichts gegen dich
24:15Es sei denn, du kannst es mir nicht verzeihen, dass die Mutter Oberin dich übergangen hat
24:19Und mich vorschlagen will als ihre Nachfolgerin
24:22Die Mutter meint, du willst an diesem Seminar teilnehmen
24:25Nur als Beobachterin
24:27Gartenarbeit ersparst du mir bitte
24:29Wie du möchtest
24:31Aber die 800 Euro hätte ich eigentlich doch ganz gerne
24:34800 Euro?
24:35Ja, wie du weißt brauchen wir jeden Cent
24:38Und ich nehme an, dein Appetit ist nach wie vor genauso groß wie früher
24:41Und du hast noch immer Haare auf den Zähnen
24:46Alles klar?
24:47Ja
24:50Na gut, ich habe es jedenfalls versucht
24:52Aber du willst wohl partout an unserer alten Fede festhalten
24:56Klug ist das nicht
24:57Denn wenn ich Oberin bin, werde ich als erstes Kaltental stilllegen
25:02Bevor es von alleine unter der Last seiner Jahre
25:05Und deiner Verwaltung zusammenbricht
25:12Hast du gehört?
25:15Sie will Kaltental stilllegen
25:18Kannst du uns verstehen, warum ich
25:22Was hast du gesagt?
25:25Ja
25:28Ja, ja
25:30Ich werde auch das überstehen
25:41Frau Silenius
25:43Leise
25:44Jakob schläft und das Baby auch
25:52Und Rebecca macht gerade Hausaufgaben
25:55Ich muss auch gleich los wegen meiner Wohnung
25:57Und wollte sie fragen, ob sie vielleicht für eine Stunde oder so für mich Babysitter spielen könnten
26:01Klar doch, kein Problem
26:02Danke
26:08Also bis gleich
26:09Bis gleich
26:38Bis gleich
26:48Engelchen, kann ich dich mal was fragen?
26:53Hallo, ist da jemand zu Hause?
26:58Was ist?
27:00Ich
27:05Wie findest du eigentlich die Frau Silenius?
27:07Warum denn?
27:10Na so?
27:11Du bist in sie verknallt, oder?
27:13Quatsch
27:14Ich brauch niemanden, der auf mich aufpasst
27:15Und Jakob auch nicht
27:17Das schaff ich schon alleine
27:20Einmal eine Frage
27:40Ich muss Ihnen ein Geständnis machen
27:48Aber bitte lachen Sie mich nicht aus
27:50Warum sollte ich?
28:14Warum sollte ich?
28:17Das ist jetzt schon mal ein Geständnis machen?
28:27Das ist jetzt alles sehr direkt
28:47Die letzten zwei Jahre
29:17Ich bin jetzt schon mal ein Geständnis machen
29:18Ich bin jeden Moment bei Ihnen
29:20Also eines kann ich dir sagen
29:22Wenn das der Stil ist, den du als Oberin einführen willst
29:24Dann kann ich dich nur warnen
29:25So?
29:26Du würdest es natürlich anders und viel besser machen
29:30Ja
29:30Ich würde dem Beispiel der Mutter Oberin folgen
29:32Die Mutter Oberin kocht auch nur mit Wasser
29:36Und wenn Bischof Rosbauer nicht einen Narren an ihr gefressen hätte
29:39Dann wäre sie schon längst abgesägt worden
29:42Und dieser Ruf an den Vatikan
29:44Das ist doch auch nur ein eleganter Trick
29:46Um sie loszuwerden und ihr einen Job zu geben
29:48Wo sie nicht allzu viel Schaden anrichten kann
29:51Also jetzt reicht's wirklich
29:53Noch ein böses Wort gegen die Mutter Oberin
29:55Du kannst ihr deine sieben Sachen packen
29:57Das hättest du wohl gerne, wie?
29:58Nein, du wirst dich daran gewöhnen müssen
30:00Dass ich jedes Sagen haben werde
30:04Und dann kannst du ja wieder nach Nigeria gehen, wenn du willst
30:09Ja
30:11Du könntest mir keinen größeren Gefallen tun
30:18Jetzt bin ich ganz für Sie da
30:21Gibt's Ärger?
30:22Schon vorbei
30:24Was kann ich für Sie tun?
30:26Ja, ich weiß, dass ein Kloster nicht unbedingt der passendste Ort ist für so etwas
30:30Aber könnten Sie mir vielleicht etwas mehr über Herrn Löffler erzählen?
30:35Warum?
30:39Ich habe nicht damit gerechnet, gerade hier und jetzt einem Mann zu begegnen, der mir gefällt
30:44Das ist doch etwas sehr Schönes
30:47An und für sich schon
30:48Nur ich habe dieses Seminar belegt, um einen anderen Mann zu vergessen
30:51Mit dem ich fünf Jahre zusammen war
30:53Und der mich wegen einer anderen hat sitzen lassen
30:55Lassen Sie die Dinge sich doch einfach entwickeln
30:58Sie kennen sich doch erst ganz kurz
31:03Wissen Sie, als ich ihn zum ersten Mal auf dem Bahnhof gesehen habe
31:06Da war sowas wie
31:09Nicht lieber auf den ersten Blick, aber sowas ähnliches
31:12So als würden wir uns schon ganz lange kennen
31:13Lotte?
31:17Vertrauen Sie doch einfach auf Ihr Gefühl
31:19Lotte?
31:22Ja
31:24Vielleicht haben Sie recht
31:26Ja
31:31Was soll das sein hier?
31:34Produktionskosten, Studio
31:362080,17 Euro
31:37So viel hat unsere CD gekostet
31:40Wir singen gregorianische Chorele
31:42Wenn du sie hören willst, für 18 Euro ist sie erhältlich
31:44Ihr habt eine Platte gemacht und die Mutteroberin hat das erlaubt?
31:48Ja, stell dir vor
31:49Und sie hat uns sogar erlaubt, den Roman von Schwester Hildiger zu verfilmen
31:53Und zwar hier
31:54Und von dem Erlös bekommen wir ein neues Dach
31:56Und falls etwas übrig bleiben sollte, können wir eventuell auch den Schwamm in unserem Keller entfernen
32:01Aber unter deiner Führung wird es ja sicherlich auch nicht mehr möglich sein
32:05Meine Auffassung von einem klösterlichen Leben ist jedenfalls eine andere
32:08Und ich denke, es wird höchste Zeit, dass wir uns auf die alten Werte zurückbesinnen
32:13Die da sind Armut, Keuschheit, Gehorsam und vor allem Bescheidenheit und Demut
32:19Du hast eine Tugend vergessen
32:21Klugheit
32:34Ja, hier ist Schwester Mechthild
32:36Verbinden Sie mich bitte mit der Mutteroberin
32:39Ja, und?
32:41Erzählen Sie
32:42Gratuliere
32:43Ihre Strategie geht voll auf
32:47Ich glaube, wenn es Gottes Habit und ihre Erziehung nicht verbieten würden
32:51Dann lege ich jetzt wahrscheinlich auf den Bogen
32:54Mit einem Küchenmesser im Rücken
32:56Sehr gut
32:58Und haben Sie den Eindruck, dass sie sich Gedanken macht
33:00Und zum Einlenken bereit ist?
33:02Würde ich doch meinen
33:04Aber ich habe noch ein paar Giftpfeile im Köcher notfalls
33:08Vor allem, wenn ich gegen Sie opponiere und Sie runtermache, scheint sie sehr empfindlich zu sein
33:13Und ich kann nur sagen
33:16Falls Sie je gedacht haben sollten, dass Lotte etwas gegen Sie hat
33:19Dem ist sicher nicht so
33:24In dem Fall würde ich sagen, ich komme heute Abend überraschend vorbei
33:29Aber behalten Sie das für sich
33:31Selbstverständlich
33:35Das kann man doch heutzutage alles per Computer steuern
33:38Etikettieren, abfüllen
33:43Für so eine Maschine haben wir kein Geld
33:45Und von Hand arbeiten, das ist einfach was anderes
33:48Da spürt man doch die Liebe, mit der alles gemacht ist
33:52Ja, aber Liebe und Geld, das passt einfach nicht zusammen
34:00Hallo
34:07Nun passen Sie doch auf!
34:09Sie halten ja die Flasche verkehrt rum
34:11Entschuldigung, es tut mir leid
34:20Sind Sie nicht zur Gartenarbeit eingeteilt?
34:22Schon
34:23Aber ich wollte Ihnen einen Vorschlag machen
34:27Und welchen?
34:31Lassen Sie mir Zeit
34:34Und nach dem Seminar können wir uns in München verabreden
34:37Ja, wie Sie wollen
34:40Herr Löffler, wo bleiben Sie denn?
34:43Ich komme gleich
34:45Ja, ich muss ja auch in den Garten
34:47Also abgemacht, dann nach dem Seminar in München
34:51Genau
34:55Also wirklich, Herr Löffler
34:56Sie sind doch nicht hier zum Flirken
35:00So ein Seminar ist doch keine Veranstaltung für Singles, die auf Partnersuche sind
35:05Ich bin nicht mehr Single
35:07Was?
35:08So Gott will
35:11Das ging aber schnell
35:16Frau Zubrück?
35:18Ja?
35:19Da ist gerade ein Fax für Herrn Löffler gekommen
35:21Da steht dringend drauf
35:22Wissen Sie vielleicht, wo er ist?
35:24Sie können es mir geben
35:25Er ist in der Apfelanlage
35:27Aber sagen Sie ihm bitte, dass es eigentlich nicht erlaubt ist
35:29Das Seminar ist zur Besinnung da
35:31Nicht für die Arbeit
35:32Richtig aus
35:41Das ist ein Fax für Herrn Löffler gekommen
36:08Meine Damen, wir können über alles reden, zivilisiert und objektiv.
36:12Und ich möchte noch einmal betonen, dass ich nie gesagt habe, nie sagen werde
36:16und dass ich nicht im Traum auf den Gedanken käme, dass Frauen zu Hause bleiben und Fußballsocken stricken sollen.
36:22Das ist eine üble Nachricht und Verleumdung.
36:26Dagegen werde ich auch rechtlich vorgehen.
36:28Uns interessiert nur, ob wir am Sonntag auf dem FC-Platz spielen dürfen oder nicht.
36:32Ja, aber selbstverständlich. Ich meine, wir müssen natürlich die dementsprechenden Statuten ändern,
36:37aber dann wird es auch bei uns eine Damenliga geben.
36:41Ja, ich habe ja nichts gegen Frauen im Gegenteil. Ich liebe Frauen ja vor allem so schlanke.
36:46Brechen Sie sich keine ab.
36:49Tja, also nichts für ungut. Darf ich jetzt mein Bier wieder haben?
36:55Klar, nachdem Sie uns das schriftlich gegeben haben.
36:58Schriftlich.
37:15Katja!
37:16Stopp!
37:17Anhalten!
37:18Katja, was ist denn passiert?
37:20Das sollten Sie am besten wissen, Herr Löffler.
37:22Ich bin auf einen Mann hereingefallen, aber zum Glück nur für ein paar Stunden.
37:25Und jetzt lassen Sie mich in Ruhe.
37:27Fahren Sie endlich!
37:29Katja!
37:43War das Frau Zurbrück, die im Taxi weggefahren ist?
37:45Ja, sie reist ab und ich glaube, ich bin schuld. Schwester, Sie müssen mir unbedingt helfen, bitte.
37:48Das heißt, Sie sind schuld?
37:49Ja, wir müssen ihr unbedingt nach. Den Rest kann ich Ihnen auch im Auto erklären.
37:54Sie fährt bestimmt zum Bahnhof.
37:59Ja, das ist da.
38:00Wo ist denn das?
38:03Okay!
38:15Ehrlich, Schwester, am liebsten würde ich meinem Partner den ganzen Krempel hinschmeißen.
38:18Die Firma und alles.
38:19Das ist mir die Frau wert!
38:22Ich weiß, dass ich mich bescheuert benommen habe.
38:24Aber als ich Katja zum ersten Mal gesehen habe, da war für mich das falsche Spiel schon erledigt.
38:29Das muss sie mir glauben.
38:32Am besten ist, Sie fahren es ins Kloster.
38:34Sie können ja eine Kerze anzünden, vielleicht hilft es.
38:37Und ich schaue mal, was ich hier erreichen kann.
38:49Sie hatten recht.
38:51Ich hätte es gut sein lassen sollen.
38:53Dann hätte ich wenigstens ein schönes Wochenende gehabt im Land der Illusionen.
38:57Herr Löffler hat mir gerade alles gebeichtet.
38:59Herr Löffler und seiner Firma steht das Wasser bis zum Hals.
39:02Und nur deswegen hat er an diesem Seminar teilgenommen, um mich anzugraben und einen Auftrag an Land zu ziehen.
39:10Hier.
39:12Da haben Sie es schwarz auf weiß.
39:15Und während du im Kloster mit einem Heiligenschein rumläufst, geht hier alles den Bach runter.
39:18Also zieh den Auftrag an Land.
39:20Egal, was es kostet.
39:24Deutlicher geht es nicht.
39:25Stimmt, das war der Plan.
39:27Aber wie heißt es so schön?
39:29Der Mensch denkt, Gott lenkt.
39:33Der Plan ist schief gelaufen und zwar gründlich.
39:35Von der ersten Sekunde an.
39:37Als Herr Löffler Sie hier auf dem Bahnsteig auf sich zukommen sah.
39:41Schwester Lotte.
39:43Es ist ihm genauso gegangen wie Ihnen.
39:45So, ja.
39:47Und warum hat er mich dann angelogen und mir wer weiß was vorgemacht?
39:50Hätte er denn bei Ihnen eine bessere Chance gehabt als Chef einer Pleitefirma?
39:57Er hat das Ganze doch nur weitergespielt aus Angst davor,
40:01gegenüber einer so erfolgreichen Frau wie Ihnen als Versager dazustehen.
40:06Er ist bereit für Sie alles hinzuwerfen.
40:08Seine Firma, seinen Geschäftspartner.
40:11Wenn Sie nicht abgereist wären, hätte es ihm persönlich gesagt.
40:14Und nicht mehr.
40:16Also geben Sie ihm nochmal eine Chance.
40:19Es Ihnen persönlich zu sagen.
40:22Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor.
40:27Denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen.
40:33Bittet, dann wird euch gegeben.
40:36Sucht, dann werdet ihr finden.
40:37Klopft an, dann wird euch geöffnet.
40:43Schwester, wir sollten uns durch nichts bei der Lesung der Heiligen Schrift ablenken lassen.
40:50Denn wer bittet, der empfängt.
40:53Wer sucht, der findet.
40:55Und wer anklopft, dem wird geöffnet.
40:58Lassen Sie sich nicht stören, Schwester.
41:00Wir warten, bis die Lesung zu Ende ist.
41:09Sehen Sie, erwartet.
41:11Alles wird gut.
41:20Katja.
41:21Gott sei Dank.
41:23Wenn Sie nicht zurückgekommen wären, ich weiß nicht, was ich dann getan habe.
41:28Jedenfalls nicht Ihre Firma aufgeben.
41:29Denn Männer, die aufgeben, sind nicht nach meinem Geschmack.
41:32Sie haben jetzt zwei Tage Zeit und Sie sollten alles in Ruhe besprechen.
41:36Von wegen.
41:37Ich sage ab jetzt kein Wort mehr.
41:38Ich will was haben von meinem Seminar.
41:40Und wie wäre es, wenn du genau dasselbe machst?
41:42Kein Fax, kein Handy?
41:44Ihr Wunsch ist mir befehlt, gnädige Frau.
41:51Lotte, was sind das für Zustände hier?
41:53Geschieht das etwa mit deiner Pilligung?
41:55Stell dir vor, ja.
41:57Gelobter Jesus Christus.
41:58In Ewigkeit.
41:59Schwester Lotte, ich habe nur ganz wenig Zeit.
42:02Ich wollte eigentlich nur wissen, ob Sie sich inzwischen mit meiner Entscheidung,
42:06Schwester Mechthild zu berufen, anfreunden konnten.
42:08Was heißt anfreunden?
42:09Ich finde das geradezu ideal.
42:12Ich kann auch gar nicht verstehen, dass ich bis gestern Abend vom Gegenteil überzeugt war,
42:15die Art und Weise, wie Schwester Mechthild innerhalb von wenigen Stunden alles durchleuchtet
42:20und konstruktiv durchschaut hat, war geradezu bewundernswert.
42:25Besinnung auf alte Werte und Tugenden.
42:28Sie hatten recht, Mutter.
42:29Wie immer.
42:31Ich denke, Sie können jetzt in aller Ruhe Ihr Amt in Rom antreten.
42:34Ihr Lebenswerk ist in allerbesten Händen.
42:38Also, Lotte, ich bin ganz verblüfft.
42:41Ich hatte mir schon Sorgen gemacht, dass Sie und Schwester Mechthild sich nicht verstehen würden.
42:47Ja, ich muss zugeben, ich war ein wenig verschnupft.
42:50Aber nachdem Schwester Mechthild 800 Euro für das Wochenendseminar bezahlt hat
42:55und uns in gewissen Posten bei der Buchhaltung geholfen hat,
42:58nein, wirklich, wir verstehen uns prächtig, oder?
43:01Aha.
43:02Dann war meine Sorge wohl unbegründet.
43:04Schwester Hildegard, wir fahren.
43:13Was ist, habe ich was Falsches gesagt?
43:28Warum verabschiedet Sie sich so abrupt?
43:33Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich es kapiert habe.
43:36Gib schon zu.
43:38Die Mutter Oberin hat die hier als trojanisches Pferd eingeschleust, stimmt's?
43:42Wie kommst du denn darauf?
43:46Ich habe euer Telefonat belauscht.
43:52Naja.
43:54Sie will eben unbedingt, dass du ihre Nachfolgerin wirst.
43:59Aber du bist doch auch der Meinung, dass es besser ist, wenn sie hier bleibt und nicht nach Rom geht,
44:03oder?
44:03Naja, das wäre natürlich das Beste.
44:07Dann drehen wir doch einfach den Spieß um.
44:09Wir tun so, als wären wir froh, dass sie weggeht und du hier Chefin wirst.
44:13Das wird sie bestimmt so ärgern, dass sie absolut hier bleibt.
44:17Achso.
44:18Aber jetzt verstehe ich.
44:22Der Herr Bürgermeister, dass der sich hierher traut?
44:25Er hat um einen Termin mit mir gebeten.
44:29Ach, ich verstehe.
44:31Er will sich bei der neuen Ordensleitung einschleimen.
44:34Können Sie mir einen Gefallen tun?
44:37Sei doch bitte absolut seiner Meinung.
44:39Das wird mir zwar nicht leicht fallen, aber ich werde es versuchen.
44:50Schwester Mechthild nehme ich an.
44:52Ja.
44:54Und Sie sind Herr Wöller.
44:56Richtig.
44:57Ich wollte es nicht versäumen, Ihnen meine Glückwünsche zur Ernennung persönlich zu überbringen.
45:01Hier ist meine Karte.
45:02Danke sehr.
45:04Herrn Wöller haben wir die Schererei mit der Feuerwehr zu verdanken.
45:07Entschuldigen Sie aber, dürfte ich mit Ihrer zukünftigen Chefin eventuell alleine sprechen?
45:11Bitte, Schwester. Ich würde mir gerne meine eigene Meinung bilden, wenn Sie nichts dagegen haben.
45:16Bitte sehr.
45:18Es geht um unser Kloster.
45:20Beziehungsweise um unser Kongresszentrum.
45:22Ich weiß nicht, inwieweit Sie über die gegenwärtige Situation informiert sind,
45:25aber jedenfalls das Kloster ist, wie Sie ja selber sehen,
45:29nicht im allerbesten baulichen Zustand und dringend renovierungsbedürftig.
45:33Das ist mir bekannt und ich habe nicht vor, Millionen in das Objekt zu investieren.
45:37Ja, das ist auch nicht nötig.
45:38Aber ganz im Gegenteil, Sie werden um zwei Millionen reicher, wenn Sie uns, spricht der Gemeinde, diese Liegenschaft verkaufen.
45:45Zwei?
45:46Ich dachte vier.
45:48Was?
45:49Ach so, ja.
45:51Gott, wie komme ich auf zwei?
45:55Ja, jedenfalls...
45:56Sie können sich Ihre Ausführungen sparen.
45:58Sobald ich in Amt und Würden bin, wird meine erste Amtshandlung die Unterschrift unter dem Vertrag sein.
46:04Ach, Sie meinen Sie...
46:05Auf gute Zusammenarbeit.
46:07Ja, ja.
46:09Also, Sie sind eine Frau nach meinem Geschmack.
46:14Ja, jedenfalls wird es auch dem Autors.
46:16Wird eine Ehre sein, Ihnen den Schlüssel für einen Wagen der Luxusklasse mit allen Schikanen natürlich zu überreichen.
46:22Sobald dieser Deal da unter Dach und Fach ist.
46:24Danke.
46:25Aber ein Scheck mit einer Spende tut es auch.
46:28Ah ja.
46:30Ja, selbstverständlich.
46:31Wie heißt es so schön?
46:32Gott zum Gru...
46:33Nein.
46:34Gelobt sei Jesus Christus.
46:36In Ewigkeit.
46:37Ja, ja.
46:44Ja, Hermann.
46:45Du wirst nicht glauben, was mir gerade passiert ist.
46:48Also, so viel verrate ich schon mal.
46:50Stell ich schon mal in der Flasche Shampoos kalt.
46:56Du warst fantastisch.
46:58Hast du wieder gelauscht?
46:59Du bist aber auch mit allen Wassern gewaschen.
47:03Ich würde sagen, hiermit beenden wir unseren 30-jährigen Krieg.
47:06Was meinst du?
47:07Ich habe nichts dagegen.
47:08Bis zum nächsten Mal.
47:09Bis zum nächsten Mal.
47:10Bis zum nächsten Mal.

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