00:03Wer dieses grüne Stück Papier bekam, sollte sich zur Klärung seiner Aufenthaltsgenehmigung
00:08melden. Nur ein Vorwand. Denn am 14. Mai 1941 verhaftete die französische Polizei auf Befehl
00:16von SS und Gestapo in Paris 3.800 jüdische Männer. Rund 3.100 von ihnen kehrten nie
00:23zurück. Jetzt erinnert eine Ausstellung in der französischen Botschaft in Berlin an
00:28diese Razzia gegen Juden im besetzten Frankreich. Auch Lilian Riesfelds Familie war betroffen.
01:00Jahrzehntelang galten die Bilder des Berliner Fotografen Harry Kroner, der selbst einen
01:05jüdischen Vater hatte, als verschollen. Beauftragt hat sie Theodor Dannecker, Leiter des Judenreferats
01:11der Gestapo. Doch Kroner fotografierte die Männer nicht als anonyme Masse, sondern als
01:16Menschen, mit Gesichtern, mit Würde. Die Ausstellungsmacher sehen Bezüge zu heute.
01:22Was wir als Claims Conference möchten, ist zu sagen, dass die Erinnerung ein ganz wesentlicher
01:28Bestandteil ist für das heutige soziale, gesellschaftliche Leben. Und was wir hier heute
01:35sehen, sind Beginne, die es auch damals gegeben hat. Und deswegen möchten wir sagen, dass die
01:41Erinnerung nicht etwas ist, was nur in der Vergangenheit ist, sondern uns auch heute
01:45konkret betrifft.
01:47Das Projekt soll europäische Erinnerungsarbeit vernetzen und stärken. Die Holocaust-Überlebende
01:53Lilian Riesfeld spricht regelmäßig mit Schülern über ihre Geschichte. Das lässt die 91-Jährige
01:59auf eine friedliche Zukunft für die kommenden Generationen hoffen. Die Erinnerungen an jene
02:04Tage haben sie nie ganz losgelassen. Manche kehrten erst Jahrzehnte später zurück.
02:22Erinnerung.
02:23Erinnerung.
02:25Erinnerung.
02:27Erinnerung.
02:41Die Ausstellung Gesichter der Erinnerung ist bis zum 9. Juli in der französischen Botschaft
02:46in Berlin zu sehen.
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