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00:00I don't know how I can help you.
00:02At best you help me not.
00:03What is this for a high-tech, super-Holodeck-Mega-Waschanlage?
00:12Was the mother also a funny?
00:14She's a Rheinlander, so she's automatically done.
00:43Ich wusste, der Mann fährt elektrisch.
00:45Guten Tag, ich hab ihn zum Mitreisen gesucht.
00:47Sehr gerne. 50 Euro.
00:49Nein, ernsthaft, kannst du mir 50 Euro leihen?
00:51Darf ich einsteigen gleich?
00:53Entschuldigung.
00:53Das ist aber sehr nett. Dankeschön.
00:55Genau, freut mich.
00:56Freut mich auch.
00:57Wo fahren wir denn hin oder bleiben wir einfach hier?
01:00Ich muss einmal durch die Waschanlage, draußen sauber machen.
01:03Dann muss ich auf den Friedhof, das Rad meiner Mutter leer räumen.
01:06Und dann noch einen Kaffee trinken.
01:07Okay, mir gefällt der Part mit dem Kaffee am besten.
01:10Ja, deswegen ist der auch am Ende.
01:12Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
01:14Okay, wobei mit dir ist doch alles Vergnügen.
01:16Genau, wenn dir deine Arbeit Spaß macht, musst du nie wieder arbeiten.
01:19Nein, wenn dir Job Spaß macht, musst du nie wieder arbeiten.
01:21So nämlich.
01:22Auf geht's?
01:23Sehr gerne.
01:24Wir würden noch kurz Kameras bei euch verbauen wollen.
01:26Genau, ich fahr mal gerade aus dem Weg.
01:27Und ich schnall mich gleich an, wirklich.
01:35Kameras laufen.
01:37Da war eine Fliege.
01:38Ich hab gar nicht.
01:39Genau, das ist der Klassiker.
01:40Ja, passt.
01:41Sehen wir gut aus.
01:42Zu lange Pause.
01:44Team Packer.
01:44Wollte ich dann sagen?
01:45Nehmen wir gut aus.
01:45Ja.
01:47Alle von euch beiden sehen gut aus.
01:48Ja.
01:51Ich mach bei dir noch das Fenster zu, wenn ich darf.
01:52Dann mach ich aber auch hier den Fluchmodus.
01:54Ja.
01:54Warte mal.
01:55Wie sind das für Profis gehört?
01:56Verdammte Scheiße nochmal.
01:57Entschuldigung, das ist der Fluchmodus.
01:58Das ist der Fluchmodus.
02:06Und du machst ja auch Synchro, ne?
02:07Oder bist du was hast?
02:08Ja, also ich mache gerne Synchro, aber das ist leider, leider, leider lange, lange her.
02:12Also ich habe...
02:13Und sprichst du dann auch, wie Synchronsprecher normalerweise zu sprechen haben?
02:16Nein.
02:17Bei mir geht das immer damit los, dass ich völlig überfordert bin, weil ich das ja nicht professionell
02:21mache, sondern aus Spaß.
02:22Wie eigentlich alles in meinem Beruf.
02:25Ich habe ja nichts wirklich gelernt.
02:26Und das Schöne daran ist, mein allererster Synchronjob war ein Casting.
02:33Und zwar für ein Computerspiel.
02:35Und ich komme in so ein Studio rein und dann hast du da natürlich alles mit.
02:41Mit Mikrofone und durch eine dicke Scheibe siehst du den Regisseur und all so ein Kram.
02:48Also total, ich total aufgeregt, so gerade mal ein bisschen Switch gemacht.
02:53Also eigentlich gar keine Erfahrung.
02:55Und dann will ich anfangen zu sprechen und dann höre ich den...
03:00Ich bin gespannt, ob ich den Flugzeugmodus überhaupt bezahlen kann.
03:03Ach so, stimmt.
03:06Guten Tag.
03:07Hallo.
03:08Einmal außen, einmal innen.
03:10Wie einmal innen?
03:11Mit Karte.
03:12Was heißt einmal innen?
03:13Werden wieder nass?
03:15Ja genau, das hörst du mit offenen Fenstern.
03:16Das Auto wird einfach einmal geflutet.
03:20Ich weiß nicht, wie ich dir dabei helfen kann.
03:23Ja, am besten hüpfst du mir einfach gar nicht.
03:25Der hat ja jetzt mit mir geredet.
03:27Das ist ja geil. Die Leute einfach einen anquatschen.
03:30Wir kennen uns gar nicht.
03:31Aber wirklich, das ist ein bisschen übergriffig.
03:36Was ist das denn für eine Hightech, Super-Holodeck-Mega-Waschanlage?
03:41Gang raus, Automatik auf N.
03:42Okay.
03:44Und das war's.
03:45Hallo.
03:46Genau.
03:47Das ist für mich der einzig wirklich aufregende Ort.
03:52Kurz vor der Einfahrt, was muss man einstellen?
03:55Immer N.
03:56Natürlich, neutral.
03:56Ja.
03:57Aber ist das wirklich richtig?
03:58Ja, weil sonst blockieren ja die Räder.
04:00Richtig.
04:01Bist du dir wirklich sicher?
04:03Oh, jetzt bin ich völlig verunsichert.
04:05Jedes Mal, wenn jemand fragt, bist du dir sicher, ist das nur eine Form der Verunsicherung?
04:08Genau.
04:08Genau das mache ich.
04:09Ich stelle dann alles ein.
04:11So.
04:12Also, ich stehe in dem Studio.
04:13Ja?
04:14Und dann höre ich so den, höre ich den Regisseur, ich so, äh, könntet ihr ein bisschen lauter
04:21machen?
04:21Ich kann euch nicht verstehen.
04:22Und ich höre wieder.
04:24Pst, tst, tst, tst, tst, tst, tst.
04:25Ich dachte, der Scheiße ist irgendwie.
04:27Könnt ihr ein bisschen die Einstellung bei euch ist?
04:30Geht die Tür auf.
04:32Wie wär's denn da, wenn ...
04:37Geht die Tür auf, kommt der Regisseur rein und sagt, setz doch einfach den Kopfhörer.
04:40Geht die Tür auf.
04:43Ich möchte dir nur so viel verraten.
04:45Den Job habe ich nicht bekommen.
04:59Dann ist, ist er einfach gestorben.
05:01In meinen Händen.
05:02Genau so.
05:03Genau so.
05:04Krasse Sache, krasse Geschichte.
05:05Ist justiziabel, deswegen kann ich das in der Öffentlichkeit gar nicht erzählen.
05:08Zum Glück sind wir hier im geschlossenen Raum.
05:25Ja, jedenfalls ist, ich finde Bonn ja schön.
05:27Bonn ist eine superschöne Stadt.
05:28Und dann ist durch die UNO, die sich hier angesiedelt hat, durch die Uniklinik, die Universität an sich, sind wir
05:36eine unfassbar internationale Stadt.
05:39Ja, wirklich, das ist total Bonn.
05:42Selbst am Karnevalszug gibt es einen UNO-Wagen in einem Stadtviertel, wo die aus allen Herrenländern, wie man so schön
05:51sagt, auf dem Wagen stehen und mitfeiern.
05:53Und da sitzen Leute drin und spielen den ganzen Tag Karten.
05:57Karne...
05:58Karne...
05:58Karne...
05:58Karten?
05:59Karneval...
05:59Jetzt muss ich überlegen...
06:00UNO!
06:06Ich fang nochmal an.
06:15Wir sind da, ne?
06:16Ja.
06:18Na dann, willst du dein Telefon mitnehmen?
06:20Dein Handy?
06:22Bitte?
06:23Möchtest du dein Handy mitnehmen?
06:24Ja, ja, ja, klar.
06:24Ich muss das obligatorische Foto machen, das dann an die Familie geschickt wird.
06:29Das ist schön.
06:29Man neigt sofort, Hände zu reichen.
06:31Das ist total lieb.
06:32Findest du das übergriffig?
06:33Nein, überhaupt nicht.
06:33Ich finde das überhaupt nicht übergriffig.
06:34Weil das gibt ja Leute, die sagen, ich finde das übergriffig und es gibt Leute, die sagen, mir ist das
06:39eigentlich völlig egal.
06:40Das ist völlig egal, ich würde es auch machen.
06:42Aber man guckt ja dann auch immer, wenn man selber so ein bisschen aufmerksam ist, dann sieht man so, ah
06:46nee, der kann das ja, also lass ich ihn mal.
06:48Bis er mit dem Gesicht auf dem Asphalt liegt.
06:49Ja, und dann würde ich, also...
06:51Da würde ich wegrennen.
06:52Ich würde natürlich jemanden, der liegt, niemals anfassen.
06:54Genau.
06:55Entschuldigung, darf ich Sie anfassen?
06:56Er redet nicht mehr.
06:57Was machen wir jetzt?
06:58Genau.
07:07Ist das eigentlich wirklich der Friedhof Ende nicht?
07:10Das ist der Friedhof Ende nicht?
07:11Ist das nicht ein wunderbarer Name für einen Friedhof?
07:14Ende nicht.
07:15Habe ich noch nie drüber nachgehört.
07:16Hört das nicht?
07:16Nein, weil ich komme, ich bin ja alter Ende nicht.
07:19Und was es natürlich immer gibt, ist diesen lustigen Satz, in Ende nicht, da ende ich.
07:23Ja.
07:23Oder in Ende nicht, da ende ich nicht.
07:25Also je nachdem, ob du aus Ende nicht kommst oder nicht.
07:29Aber, dass der Friedhof Ende nicht eine gewissen...
07:34Schon, oder?
07:35Es ist nicht das Ende.
07:36Das bin ich jetzt nach 45 Jahren gerade...
07:38Wirklich?
07:38Muss ich kommen, um dich auf...
07:40Das ist ja voll.
07:40Auf diesem Deck, das habe ich noch nie...
07:41Aber, warum sind wir hier?
07:42Also, ja, meine Mutter ist verstorben im Dezember.
07:46Mein herzliches Beileid.
07:48Mein herzliches Beileid.
07:48Äh, vielen Dank.
07:49Was sagt man...
07:50Genau.
07:50Was sagt man auf Beileid?
07:55Danke, oder?
07:55Doch.
07:56Ich würde sagen, danke.
07:57Ja, ne?
07:58Es ist ja das Mitteilen von Anteilnahme, dafür darf man sich dann, glaube ich.
08:03Ich zieh mir auch eine Mütze auf.
08:04Ich kann das leider nur umstehen.
08:04Es ist sehr kalt, oder?
08:05Es ist wirklich kalt.
08:06Ja, genau.
08:07Ne, und die jetzt dürften nach, nach dieser Zeit dürfte jetzt die, dürften die Kränze
08:13alle das Zeitliche, auch das Zeitliche gesegnet haben und die werden jetzt runtergeräumt
08:18und dann wird der Friedhofsgärtner beauftragt und dann wird das alles wieder schön gemacht.
08:22Darf ich fragen, wie alt deine Mutter geworden ist?
08:25Du darfst alles fragen, 93 Jahre.
08:26Oh, ist das toll.
08:27Was ich ja ein krasses Alter finde.
08:29Ja.
08:30Und war sie noch, also gesund?
08:32Ne, insofern ist dieses, war der Tod auch noch durchaus so eine Art Erleichterung,
08:37weil sie hatte Demenz und wie ich immer, also du verlierst einen Menschen mit Demenz langsam
08:46und das war eine sehr spannende und interessante Zeit, weil du viel über Neurologie lernst
08:56und ja, und natürlich die Beziehung in der Familie natürlich dann da immer wieder
09:01neues Thema wird, je nachdem in welcher Phase sie dann gerade ist und so weiter.
09:04Hat sie dich am Ende dann auch nicht mehr zuzuordnen gewusst?
09:08Ja, das schon.
09:09Also das konnte sie noch.
09:10Was ich gehofft hatte ist, dass sie, was sagt man ja dementen Leuten oft nach, dass sie sich
09:14vor allen Dingen an ihre Vergangenheit und Kindheit erinnert.
09:16Ja.
09:17Und ich wollte mit ihr ganz viel über Ahnenforschung reden, weil was interessiert mich das jetzt?
09:21Ich wollte von ihr noch alles wissen über die Vergangenheit, aber leider kam dann nicht
09:25mehr viel.
09:25Das konnte sie auch vergessen.
09:27Sind Gebete, Liedtexte?
09:29Also das hat super funktioniert.
09:31Gerade so bei der Krankensalbung, als wir dann die ganzen Lieder gesungen haben, die sie
09:37kannte.
09:37Das war dann schon, da merkst du eine, dass da was passiert.
09:41Und warst du also bei ihr als sie ging?
09:44Ne, das hat weder bei meinem Vater noch bei meiner Mutter geklappt, aber es war abzusehen
09:50und wie ich immer so beschreibe, meine Mutter war schon tot, aber noch nicht gestorben.
10:00Und bei Tod ist oft, also Tod ist ja eh eine sehr schwierige Sache, weil einerseits ist
10:08er sehr traurig, auf der anderen Seite hat aber auch manchmal was mit Erleichterung zu
10:12tun.
10:13Ja.
10:13Aber auch manchmal mit Humor.
10:14Ja, unbedingt.
10:18Deswegen war das so eine spannende, traurige, lustige und natürlich familiär eine ganz
10:26intensive Phase.
10:37Ach guck mal, da war sogar schon mal jemand da und hat aufgeholt.
10:39So alles in Ordnung.
10:40Ach schau mal.
10:41Siehste?
10:41Aber dann kann ich einfach nur ein schönes Schneebild machen.
10:45Dann freuen sich alle.
10:48So.
10:50Und natürlich die Kerze wechseln.
10:52Das heißt aber, das ist ja jetzt der Papa, ne?
10:56Das ist mein Vater, genau.
10:57Genau.
10:58Und die Mama liegt mit ihm?
11:00Ja, die liegt da in diesem kleinen, also die Krämer sind aufgeteilt.
11:04Ja.
11:05Das ist ja immer alles total organisiert, das ist ja alles kein Zufall.
11:07Ja.
11:07Dann dürfen zwei dürfen liegen und dann hast du noch acht Plätze für eine Urne.
11:11Ich dachte schon, einer muss stehen.
11:12Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht.
11:16Wir wollten die sieben, aber das ging nicht, weil da ist die Kerze, deshalb haben wir die
11:20acht bekommen.
11:20Aha.
11:21Okay, gut.
11:22Wir sind in Deutschland.
11:23Ja, natürlich.
11:24Hier wird aber wieder nach Formular gestorben.
11:26Und es ist nicht nur, du musst ja dann auch immer darauf achten, das waren meine Eltern
11:29damals sehr wichtig, kein Grab unterm Baum.
11:32Wieso?
11:33Dann liegen da die Blätter.
11:34Und dann sehen die Nachbarn, also die da liegen, sehen, dass du die Blätter nicht wegmachst.
11:40Das ist alles hier.
11:41Das ist kein Spaß.
11:42Okay.
11:43Tod sein ist kein Spaß.
11:44Nee, Tod sein ist wirklich nicht.
11:45Da musst du genau darauf achten, auf diverse Dinge.
11:48Und war denn, war die Mama eigentlich auch eine Lustige?
11:51Ja.
11:52Ja, ich hatte das total, also sie ist eine Rheinländerin, also das ist, dann ist sie das
11:56automatisch.
11:57Und wir haben immer zu Hause immer viel gedacht.
12:00Über alles wurde immer auch gelacht.
12:02Und der Papa auch?
12:03Ja.
12:03Der war Pfälzer.
12:05Ach stimmt.
12:05Ich bin eine Kombination aus Rheinland und Pfälzer.
12:07Ja.
12:08Das ist natürlich das Beste, was einem passieren kann.
12:11Ja.
12:13Jetzt sind sie auch alle erleichtert, jetzt kann nämlich nichts passieren.
12:15Weil wenn das nämlich nicht leuchtet, dann sofort ruft jemand an, eure Kerze ist aus
12:19und sowas.
12:20Ja.
12:20Wirklich?
12:21Ist das wirklich so?
12:21Also passen da Nachbarn so auf?
12:23Ja, ja.
12:24Hast du jetzt gesehen, das Grab war wieder von dem Herrn?
12:26Irgend so ein Grab, das liegt noch rum.
12:29Das ist wirklich so ein Thema, ne?
12:31Aber jetzt, es lässt nach, weil die, die das zum Thema machen...
12:34Die sterben auch.
12:35Die liegen da jetzt selber verantwortlich.
12:48Und sprichst du jetzt natürlich nicht, aber wenn du alleine hier bist, sprichst du dann
12:52mit deinem Vater oder deiner Mutter?
12:54Nee.
12:54Also das ist für mich einfach ein Ort, wo man hingeht, aber ist jetzt nicht, ich würde
12:57jetzt auch nicht...
12:58Könnt ihr mich bitte kurz alleine lassen?
13:00Ja, ja.
13:00Ich bin als Atheist ist eh diese Verbindung mit einer Göttlichkeit nicht da.
13:05Die Eltern sind in einem drin mit den Fußspuren, die sie hinterlassen haben.
13:09Und das ist...
13:10Das reicht mir auch schon.
13:11Also das finde ich schon nah genug.
13:12Da brauche ich nicht noch so einen...
13:14Ich habe das eher, wenn ich in den Bergen unterwegs bin.
13:17Dann...
13:18Also mein Vater und mein Uwe sind unfassbar gerne gewandert.
13:20Und wenn ich in den Bergen unterwegs bin, bin ich immer wieder bei meinen Eltern.
13:23Hm.
13:24Ich beneide ja...
13:25Also ich bin auch Atheist.
13:27Ne?
13:27Ich wünschte, es wäre anders.
13:29Echt?
13:30Aber ich beneide Menschen, um ihren Glauben in genau solchen Situationen.
13:33In dieser Illusion zu unterliegen, wie ich es jetzt einfach mal ganz provokant
13:38sage.
13:39Die guckt noch zu.
13:41Die ist noch bei mir.
13:41Die passt auf mich auf.
13:42Das eine schließt auch das andere nicht aus.
13:45Also ich habe trotzdem denke ich mir so dieses...
13:48Ach wie lustig.
13:49Ich bin auf dem Berg und da guckt jetzt mein Papa oder auch, dass meine Mutter gestorben
13:52ist, wo ich mir gedacht habe, jetzt sind sie wieder zusammen.
13:54Jetzt hocken sie da zusammen und gucken sich die an.
13:56Also diese...
13:57Ich meine, das ist Fantasy.
13:59Das funktioniert ja auch so.
14:00Also das ist für mich einfach nur eine schöne Geschichte.
14:02Also dann habe ich ja den Vorteil, ich komme ja aus einer katholischen Familie.
14:05Das heißt, diese ganzen Lieder von gegrüßet seist du Maria, was kein Lied ist und dann
14:10ein Gebet.
14:11Aber durch ein Dornwald ging und großer Gott, wir loben dich.
14:14Das kann ich alles mitmachen.
14:16Kann ich auch.
14:16Das ist natürlich alles wunderbare Rituale.
14:18Rituale, genau.
14:19Nur halt ohne diesen komischen, komplexen Überbau.
14:22Der ist für mich wirklich irrelevant.
14:25Ja.
14:25Ich habe das immer so beschrieben.
14:26Für mich ist Kirche sowas wie ein Bild, was bei meinen Eltern zu Hause hängt.
14:31Das möchte ich niemals bei mir in der Wohnung haben.
14:33Das ist ja schrecklich.
14:34Aber es soll schön da bleiben.
14:35Aber da fühlt man sich...
14:36Und das ist halt...
14:37Das finde ich ist halt das Relevante.
14:40Also was du an Erinnerung hast.
14:41Und das ist das, wo Eltern weiterleben.
14:43Oder nicht nur Eltern, auch Freunde weiterleben und alles.
14:54Und hast du noch so Sachen, die...
14:55Das frage ich mich.
14:56Also meine Eltern leben noch.
14:58Und ich habe tierisch Schiss vor diesem Moment.
15:02Ich habe wirklich ganz große Angst.
15:03Ich habe da mehr Angst vor, als vor meinem eigenen Tod.
15:06Weil dann ist es ja egal.
15:07Es ist vorbei.
15:09So.
15:09Und dann habe ich auch diese Angst.
15:12Vielleicht irgendwie was nicht gesagt zu haben.
15:14Oder irgendwas nicht gefragt zu haben.
15:15Oder irgendwie einen bestimmten Dialog.
15:16Ich wüsste jetzt gar kein Beispiel.
15:18Aber es ist so dieses...
15:19Wenn es dann vorbei ist.
15:19Mein Opa zum Beispiel.
15:20Da würde ich heute...
15:21Mir wünschen viel mehr im Dialog gewesen zu hören.
15:24Also das ja.
15:25Also ich meine, ich mache Ahnenforschung.
15:26Ja.
15:27Ich habe eine Liste von Leuten, mit denen ich reden möchte.
15:29Sobald ich in der Zeit reisen kann.
15:32Aber das...
15:33Aber das dem nachzutrauen oder eine Angst davor hatte ich eigentlich nie.
15:37Also das...
15:38Also wenn ich jetzt überlege, ist das...
15:41Ich führe mein Leben und das hat in der Hinsicht keine Einfluss.
15:45Das ist jetzt auch nicht der Ort gewesen, wo ich immer hingegangen bin, wenn ich Probleme hatte.
15:48Das war...
15:49Da führe ich jetzt mein eigenes Leben.
15:51Was halt interessant ist, ist wenn man merkt, man ist jetzt selber in der vorderen Reihe.
15:54Also man ist jetzt selber derjenige, der als Haifischzahn als nächstes rausfällt.
15:58Und die anderen warten schon da hinten und gucken, wann Platz wird.
16:02Was...
16:02Ja, ein Grund ist, warum wir sterben sollten.
16:04Damit andere Platz haben, die nach uns kommen.
16:15Ich habe festgestellt...
16:17Ich musste mich ja damit jetzt auch beschäftigen.
16:19Ja, deshalb...
16:19Was ist denn da?
16:20Ich habe festgestellt, ich habe weniger Angst vorm Tod als vorm schlechten Leben.
16:24Also wenn der Tod eine Erlösung ist, ein furchtbares Leben zu füllen, würde ich den Tod wählen.
16:30Ja.
16:30Das klingt furchtbar, aber ich meine schon...
16:33Warum klingt das furchtbar?
16:35Also das ist die Idee, dass Leid was Tolles ist.
16:38Das ist vielleicht sowas Christliches.
16:40Ja, genau.
16:41Ja, du musst leiden, weil dann kommst du in den Himmel.
16:43Ne, muss ich nicht.
16:44Ja, genau.
16:44Da ich ja nicht in den Himmel komme, brauche ich ja vorher nicht leiden.
16:46Also dieses Konzept, das Leid, was Reinigendes ist, finde ich...
16:53Haben wir natürlich in uns drin, ne?
16:56Absolut.
16:57Und auch, dass man ja trotzdem kein moralisch fragwürdiges Leben führt, weil man denkt,
17:04irgendwann eine Rechenschaft sozusagen abzulegen.
17:06Das tue ich doch auch so.
17:07Ne, das mache ich aus mich heraus.
17:08Das mache ich aus mir selbst heraus, genau.
17:09Aber als du dich mit dem Tod auseinandergesetzt hast, war das...
17:15Hast du das vorbereitet?
17:16Hast du Dinge vorbereitet?
17:17Hast du...
17:20Also, wie bereitet man sich darauf vor?
17:22Ich glaube, man kann sich nicht auf den Tod vorbereiten.
17:24Wir alle wünschen uns ja, dass wir irgendwann mal 93-jährig im Lehnstuhl, aber noch bei vollem
17:30Bewusstsein einschlafen, eine Pfeife rauchen und sehen, wie die Kinder auf der Wiese spielen.
17:34Aber so wird es nicht sein.
17:35So ist es bei einem Prozent der Welt so.
17:36Der Tod ist...
17:37Man ist immer alleine.
17:39Man stirbt alleine.
17:40Er ist vielleicht auch würdeloser, als man ihn sich wünscht.
17:45Und dann ist es einfach vorbei.
17:46Und das kann jetzt sein.
17:48Das kann aber auch in 30 Jahren sein.
17:49Auch das ist was Beruhigendes, aber irgendwie schon auch Beängstigendes.
17:53Ich finde beim Tod interessant, dass für die Person selber, egal was du in deinem Leben
18:00gemacht hast, und das ist wirklich egal, ob du jetzt einen Cäsar Napoleon Washington
18:05oder Frau Schmitz von dem an oder uns nimmst, es ist so egal.
18:09Es ist wirklich...
18:11Dann merkt man erst, wie egal man für diese Welt ist.
18:14Absolut.
18:15Interessanterweise ist das für die Angehörigen drumrum, je nachdem, wie nah man der Person
18:19stand, ist das, glaube ich, die Hauptschwierigkeit.
18:22Das finde ich auch schlimmer.
18:23Für dich bleibt die Welt stehen.
18:24Genau.
18:25Also der andere stirbt, und dann bleibt für dich die Welt stehen.
18:28Das kann ja gar nicht weitergehen.
18:29Also gerade, wenn es junge Leute sind, Familien sind.
18:32Also hier auf dem Friedhof liegen auch welche, die habe ich verloren.
18:35Da waren die 30 Jahre alt und hatten Familie, die sie dann hinterlassen haben.
18:39Und wenn du das so mitbekommst, das ist schon so ein, da bleibt die Welt stehen, für
18:43dich, für alle anderen geht es weiter.
18:46Und nach sechs Wochen kommt dann einer, das ist aber auch schon eine Weile her, ne?
18:49Und du hast ja dieses, nee, das ist heute Morgen wieder gewesen.
18:52Der war heute Morgen wieder tot.
18:53Also, oder immer noch.
18:54Das ändert sich nicht.
18:55Bis zum, auch bei Kindern, bis zum Lebensende.
18:58Es wird immer so bleiben.
18:58Mhm.
18:59Aber die ganze Welt geht weiter.
19:02Und das ist, das glaube ich, ist...
19:05Es ist ganz schön unverständlich von der Welt, dass die uns gar nicht braucht, ne?
19:09Ja, das macht einen ja auch ein bisschen demütig.
19:11Ich finde das sehr gut zu wissen.
19:12Ja, absolut.
19:17Also sagen wir Tschüss?
19:19Nö.
19:21Ich mach dann immer so.
19:22Okay.
19:23Okay.
19:24Das ist so.
19:26Ja.
19:27Die hört ja nicht.
19:29Also, du kannst dich ja nur dann...
19:30Die hört ja nicht, klingt so ein bisschen...
19:31Ja, naja, du kannst dich ja nur verabschieden.
19:33Wenn du dich jetzt verabschiedest, dann steckt da ja drin, die bleibt da.
19:37Ja.
19:37Aber die ist ja immer dabei.
19:39Ja.
19:39Also insofern, das ist mehr so, ich will nicht da hinten stehen und sie sagen, da hast du aber
19:43nicht alle Blätter weggemacht.
19:44Ja.
20:05Sollen wir noch einen Kaffee trinken?
20:08Machst du nicht?
20:09Ach so?
20:10Ja, du kannst hier warten.
20:12Sollen wir noch einen Kaffee trinken?
20:13Dann holen wir ihn gleich wieder.
20:14Dann warte ich.
20:15Aber holt mich bitte wirklich ab.
20:16Ja.
20:17Sehr gerne, natürlich.
20:18Das wurde mir versprochen.
20:19Das war der Teaser zu Beginn unserer Begegnung.
20:21Ja, damit ging's los.
20:22Es gibt einen Kaffee und dann, genau.
20:23Irgendwas mit beheizbarem Raum, stelle ich mir da vor.
20:26Ich könnte, genau.
20:27Ja, das kann ich nicht versprechen.
20:29Aber ich kann dir versprechen, dass der Kaffee warm ist.
20:31Okay, das würde ich mir sagen.
20:41Gibt es Dinge, die dich gar nicht interessieren?
20:43Hast du Desinteressen?
20:44Man soll sich auch Desinteressen...
20:46Klatsch, Tratsch, Filmfunk, Fernsehen, Fußball, Sport.
20:49Filmfunk, Fernsehen tatsächlich.
20:50Da hätte ich jetzt gedacht, dass du ein bisschen mehr in Bastians Richtung gehst.
20:54Kann ich, gar nicht.
20:55Der Bastian ist ja, was das angeht, ein unfassbar langweiliger Mensch.
20:59Sensationell.
20:59Sensationell.
21:00Ja, so richtig.
21:01Da kannst du gar nichts mit anfangen.
21:02Du kannst dich stundenlang mit dem unterhalten und hast keine Informationen, die du brauchst.
21:05Ja, wirklich?
21:05Ein Mensch von absoluter Irrelevanz.
21:07Du bekommst regelmäßig Audio-Files geschickt oder tolle Werbespots von früher.
21:11Ja, genau.
21:11Und die hörst du dir auch nicht an, ne?
21:12Doch.
21:12Ich höre sie mir an.
21:13Ich finde die auch jedes Mal super.
21:15Ich habe die noch nie gemacht.
21:17Und ich schreibe ihm dann immer zurück, danke für nichts.
21:20Nein, also der ist, was das angeht, der weiß, dass mich, also was mich interessiert ist.
21:27Filmtechnik, Bedeutung von Geschichten.
21:29Wer hat der Auto sich was gedacht?
21:31Was ist im Buch?
21:32Was ist nicht im Buch?
21:33Wie kommt man auf die Idee?
21:36Neben der ganzen Sache hier Kamera und Objektive und Randfahrt und Steadycam, die erste bei Shining
21:41und solche Sachen.
21:42Das ist super interessant.
21:44Aber ob das jetzt der Peter synchronisiert hat und der Klaus hat es gespielt und dabei
21:50hat dann die Frederike Regie gemacht.
21:52Ja.
21:53Ey, das ist mir so egal.
21:54Und da muss man sagen, ist der Basti wirklich, wirklich genial.
21:57Also der weiß das alles.
21:58Das ist alles verliebt.
21:59Er war zweimal bei uns in der Sendung, zweimal in der Finalfrage gescheitert an einer Filmfrage.
22:05Weißt du die noch?
22:05Sprich ihn mal an auf die Dromboschs.
22:07Ja, aber...
22:08Dann ist die Laune im Keller.
22:10Bei ihm ist es ja das Fernsehen.
22:11Film ist ja gar nicht gut.
22:12Dromboschs ist Fernsehen.
22:14Aber...
22:14Sprich ihn drauf an.
22:15Er wird sich heute noch drüber ärgern.
22:16Ich glaube, das mache ich heute noch.
22:18Sag mal, der Berner hat irgendwas über die Drombosch erzählt.
22:21Du würdest dich da sehr gut auskennen.
22:22Es kann sein, dass er dir per WhatsApp das Handy entgegensendet.
22:35Simon hat gerade gesagt, ich soll Bastian jetzt schreiben.
22:37Erinnerst du dich noch an die Drombosch?
22:40Soll ich?
22:40Mach.
22:42Wir können ihn beide schreiben.
22:43Ja.
22:44Gleichzeitig.
22:45Okay.
22:46Was hat das emotional mit dir gemacht?
22:53Okay.
22:54Ich bin sehr gespannt, ob da was zurückkommt.
22:58Oh, sieht das toll aus.
23:00Vielen Dank.
23:01Ich habe jetzt Avocado mit zwei Spiegeleiern.
23:03Und da drunter ist Hummus.
23:05Stimmt, das ist Hummus.
23:05Genau.
23:06Ja.
23:07Okay.
23:09Das haben wir beim Fangen früher immer.
23:10Hummus.
23:14Also was ich sehr gut kann, ist einfach nicht reagieren.
23:17Nicht reagieren.
23:20Das können die alle inzwischen auch sehr gut.
23:22Das können wir nicht.
23:23Ja.
23:25Ja.
23:27Ja.
23:30Ja.
23:32Ja.
23:40Ja.
23:56Ja.
23:57Ja.
23:58Ja.
23:58Ja.
23:59Ja.
23:59Ja.
24:03Ja.
24:04Ja.
24:06Ja.
24:07Ja.
24:14Ja.
24:18Ja.
24:20Ja.
24:21Ja.
24:32Ja.
24:33Ja.
24:34Ja.
24:35Ja.
24:36Ja.
24:38Skeptiker, also bin ja auch in dieser
24:39Vereinigung und so weiter. Wir sollten alle Skeptiker sein.
24:41Ja, das Problem ist, wenn ich das sage,
24:43sage ich, hallo, ich bin Skeptiker,
24:46kriege ich, habe ich sofort Mails
24:47bekommen, sie sind auch Skeptiker.
24:50Herr Ulker, dann haben sie sicherlich doch
24:51auch das Gefühl, dass da oben einiges
24:53nicht in Ordnung ist und wir alle
24:56hier haben wir Schuelsen.
24:57Friedrich, mehr als eine Exit. Und dann habe ich
24:59zurückgeschrieben, ja, das Problem beim Skeptiker ist nicht,
25:01dass er andere Leute skeptisch sieht, sondern sich selber.
25:03Und das macht es so schwierig.
25:05Und deswegen kann ich nur jedem raten,
25:07Skeptiker zu sein. Es ist noch nicht schön.
25:09Wenn man ganz oft merkt, wie schlecht man
25:11eigentlich ist. Descartes hat
25:13nicht gesagt, cogito ergo sum,
25:15sondern cogito dubito
25:17ergo sum. Das heißt
25:19also, ich denke, ich zweifle also mit
25:21ich. Wir sollten das
25:23Zweifeln nicht
25:25vergessen. Übrigens, Bassen hat noch nicht geantwortet.
25:27Also mir zumindest nicht.
25:30Amir schreibt,
25:31da soll ich... Umso weirder wird diese Nachricht
25:33für mich später, das zu erklären.
25:35Ah, ihr schreibt mir. Soll ich ihn hängen lassen
25:37oder ihm antworten?
25:39Nein, hallo.
25:44Vielen Dank, das ist sehr freundlich.
25:46Tschüss. Vielen Dank.
25:47Das war köstlich.
25:49Das war sehr schön. Gut. Ja, vielen Dank.
25:51Vielen Dank dir.
25:52Dir alles Gute. Danke dir auch.
25:53Und wir sehen uns. Man läuft sich ja immer
25:55zweimal über den Weg. Absolut. Ich halte ein bisschen
25:58langsamer. Das ist egal.
25:59Der Weg ist das Ziel und nicht die Geschwindigkeit.
26:02Das drücke ich nicht.
26:05Wirklich.
26:05Ist das von dir? Ja, natürlich.
26:07Ja, also okay.
26:09Mach's gut. Bis bald.
26:10Tschüss.
26:11Achso, wo gehe ich jetzt eigentlich hin?
26:13Ich gehe einfach.
26:14Ich laufe einfach mal, so weit mich die Füße tragen.
26:17Bis hierhin.
26:19Bis hierhin.
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