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00:00and there is a relationship between...
00:02Oh, that's what the thing...
00:05Do you know that?
00:08Maybe you know me from the big part of the big part of the first part of the first part.
00:12This is the second part of the second part of the second part.
00:14Now they know how they're called, and how they're called, hopefully they know.
00:19That's not really obvious.
00:201,8 million people live with dementia and it's more.
00:26I want to know, can you prevent Demence? How cool would that be?
00:31Demence affects us all.
00:34Also, really all.
00:37What is the heißest shit in the research?
00:40This is a look for the brain health care.
00:43Yes.
00:44Disco-Licht activate the brain machine?
00:47Yes.
00:48And what brings the new Alzheimer's medication with the name Lecanemap?
00:53Ich glaube, Alzheimer-Patienten, die hoffen alle auf dieses Medikament.
00:58Demenz ist ein Thema für alle Generationen.
01:01Aktuell habe ich schon große Bedenken, ob ich auch irgendwann mal dran erkrank.
01:17April 2025.
01:19Ich habe mich mit Clara verabredet.
01:21Sie ist 67 Jahre und war früher Projektleiterin bei der Bahn.
01:25Ich werde sie die nächsten Monate begleiten, denn sie wird, wenn alles gut läuft, eine der ersten sein, die in
01:30Deutschland ein brandneues Medikament gegen Alzheimer bekommen.
01:34Ich weiß ja gar nicht viel über Sie. Was wissen Sie alles über sich?
01:38Noch viel. Nicht mehr alles. Weil bei vielen Dingen bin ich natürlich jetzt heute auch immer manchmal ein bisschen unsicher.
01:46Wann haben Sie denn gemerkt, dass irgendwas mit Ihrem Gedächtnis nicht funktioniert?
01:49Das muss jetzt, glaube ich, drei Jahre her sein. Da wusste ich auf einmal nicht mehr, wie ich in die
01:55Tiefgarage komme.
01:56Da hatte ich irgendwie das Gefühl, bei mir stimmt das nicht.
01:58Und was hat die Diagnostik dann gebracht?
02:01Die hat dann gebracht, dass ich Alzheimer habe. Nach so und so vielen Untersuchungen, da war ich erschrocken und bin
02:09da auch in Tränen ausgebrochen.
02:11Das hat mich, das hat mich dann umgehauen und ja, weil ich gedacht habe, du bist wirklich, du bist, du
02:17hast Alzheimer.
02:24Wie fühlt sich das an, wenn das schon sozusagen lange vor dem Ende des Lebens anfängt, dieses Vergessen?
02:31Also, wie die Diagnose da war, habe ich zu meinem Mann zurückgesagt. Ich sag, wir machen jetzt alles, was uns
02:38in den Kopf kommt.
02:39Egal wohin oder was. Und das machen wir auch.
02:44Was haben Sie schon gemacht?
02:46Wir verreisen viel. Ich will jetzt alles noch das machen, was wir machen können.
02:51Sie werden ja eigentlich auch eine Kandidatin für dieses neue Medikament.
02:55Ja. Ich glaube, Alzheimer-Patienten, die noch so selber, so wie ich noch, das ein oder andere machen können,
03:04ich glaube, die hoffen alle auf dieses Medikament.
03:07Und wir bleiben dran. Wir bleiben dran, ja.
03:09Und sobald es für Sie zugänglich ist, treffen wir uns wieder.
03:15Das Medikament heißt Lekanamab und wird nach vielem hin und her endlich auch in Europa im April 2025 zugelassen.
03:25Lekanamab ist ein Antikörper. Er stimuliert das hirneigene Immunsystem. Und damit kann das Amyloid-Beta-Eiweiß abgebaut werden.
03:34Diese Eiweißklumpen sind, Stand heute, eine Ursache für die Alzheimer-Demenz.
03:39Damit wird es zum ersten Mal möglich, mit einem Medikament in den Verlauf der Erkrankung einzugreifen und sie zu verlangsamen,
03:46aber nicht zu heilen.
03:49In der Zulassungsstudie für Lekanamab wurden zwei Gruppen von Patienten über 18 Monate beobachtet.
03:55Eine bekam das Medikament, die andere ein Schein-Medikament, ein Placebo.
03:59Der Abbau der geistigen Fähigkeiten verlangsamte sich um etwa sechs Monate in der Wirkstoffgruppe.
04:06Gleichzeitig wird über den Einsatz in der Wissenschaft heftig gestritten.
04:10Das Medikament kommt nur für wenige Betroffene im Anfangsstadium in Frage.
04:14Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Neigung zu Hirnblutung schränken die Einsatzmöglichkeiten weiter ein.
04:19Und die Kosten für das Medikament und die Vor- und Kontrolluntersuchungen liegen geschätzt bei 40.000 Euro pro Patient
04:26und ja, eine Menge Geld.
04:28Deshalb ist die Gabe des Medikaments mit sehr strengen Auflagen verbunden.
04:32Ist das jetzt der große Durchbruch? Erstmal ist es nur eine Verzögerung.
04:38Viele hoffen, dass die Effekte steigen, wenn man früh anfängt, lange nimmt und natürlich auch kombinieren kann in der Zukunft
04:45mit anderen Medikamenten, die Plaques auflösen können.
04:48Aber wie auch Risiken und auch die Kosten steigen, weiß man im Moment noch nicht.
04:53Es wäre so wünschenswert nach all den Jahrzehnten und nach all den Milliarden für die Forschung, wenn es jetzt was
05:01gibt, was echt funktioniert.
05:06Das Fiese an Demenz ist ja, die Krankheit entwickelt sich oft über Jahrzehnte unbemerkt.
05:11Tauchen dann erste sichtbare Symptome auf, ist der geistige Abbau meist nicht mehr aufzuhalten.
05:16So wie bei Gisela. Die 59-Jährige hat Alzheimer im fortgeschrittene Stadium.
05:21Okay. Dann darfst du mal einen großen Löffel holen. Oben. Oben. Eines drüber. Ja. Einen großen Löffel.
05:34Seit einem Jahr lebt Gisela bei ihren Kindern.
05:37Fransen. Der hat ja nicht. Der hat also das hier. Und da jetzt 175 Grad.
05:46Wo stimmt jetzt? Ja, so stimmt es. Perfekt.
05:52Laura hat heute Geburtstag. Sie wird 25 Jahre.
05:59Laura studiert Wirtschaft in Regensburg und teilt sich mit ihrem Bruder eine Wohnung.
06:04Als der damalige Partner ihrer Mutter mit der Pflegesituation überfordert ist,
06:10beschließen die Geschwister, die Mutter in ihre WG zu holen und sich von nun an selbst um sie zu kümmern.
06:24Ich weiß noch ganz genau, im Dezember 2022 hat sie geschrieben, dass sie halt eben einen Verdacht auf Alzheimer hat.
06:32War das noch. Und da bin ich erst mal aus dem Hörsaal raus.
06:37Und hab dann gleich meiner besten Freundin geschrieben. Und dann haben wir erst mal geweint.
06:43Weil das, also einerseits hat das viel erklärt, einfach das Verhalten in der Vergangenheit.
06:48Deswegen war es irgendwie sehr emotional, aber auch irgendwie gleichzeitig erleichternd.
06:52Ja.
06:57Mittlerweile spricht Gisela kaum noch und erkennt ihre Tochter an manchen Tagen schon nicht mehr.
07:02Die Demenz bestimmt ihren Alltag.
07:07Das kann doch nicht jetzt mein Leben sein. Wie verkorkst ist das bitte?
07:12Oder ich weine und denke mir so und verfallend Selbstmitleid. Was für eine Dramatik jetzt.
07:21Und dann kommt wieder, also nach diesem Tamtam, kommt wieder dieser Moment der, es ist jetzt einfach so.
07:32Na ja, es gibt schon konkrete Situationen. Wenn zum Beispiel die Phasen der Aggressivität auftreten, dann helfen keine Regeln.
07:40Da muss man sich ein bisschen besinnen und muss Ruhe bewahren und dass man über solche Situationen dann wegkommt.
07:49Wollen wir wieder aufheben? Dein Täti, komm her.
07:52Nein.
07:53Na klar, der gehört dir doch, gell?
07:55Nein.
07:56Ja.
07:59Irgendwann kam halt so eine Art Zusammenbruch bei mir, wo ich gemerkt habe, wenn ich jetzt nicht die Notbremse ziehe,
08:05dann gehe ich vor die Hunde.
08:07Und das hilft meiner Frau dann auch nichts.
08:09So dass wir dann den Weg in die vollstationäre Unterbringung gegangen sind. Und ich hadere bis heute damit.
08:16Die pflegenden Angehörigen sind mit Abstand die größte Gruppe im Gesundheitswesen und die unsichtbarste.
08:24Was sie jeden Tag leisten, ist das Vielfache von dem Wert, was wir überhaupt an Geld in der Pflegeversicherung hätten.
08:31Und wenn Sie jemanden kennen, der Angehörige pflegt, dann bitte sagen Sie ein großes Dankeschön.
08:40Auch Klara und ihr Mann Dieter sind sich bewusst, dass Klaras Erkrankung ihr Leben auf den Kopf stellen wird.
08:48Natürlich macht man sich Gedanken, aber über alles darf man sich Gedanken machen.
08:52Da muss man einfach alles oder das ein oder andere auf sich zukommen lassen und dann wird man sehen.
09:03So lange ich hier bin und rüstig bin, würde ich das doch gerne so lange machen, wie es irgendwie geht.
09:15Bring ruhig einen Schluck, mein Schatz. Wer weiß, wann du den nächsten Kaffee kriegst.
09:19Naja.
09:23Beide hoffen darauf, dass das neue Alzheimer-Medikament das fortschreitende Demenz abbremsen kann.
09:29Doch noch ist nicht sicher, ob das Medikament rechtzeitig für Klara verfügbar sein wird.
09:34Denn bereits die Zulassung hat sich immer wieder verzögert und die Zeit läuft gegen Klara.
09:40Wir haben uns vor einem halben Jahr das letzte Mal gesehen.
09:42Wie ist die Entwicklung seitdem?
09:44Haben Sie irgendwie das Gefühl, dass sich deutlich was verändert hat?
09:48Ja, deutlich weiß ich nicht, aber es verändert sich was.
09:52Also ich merke selber an mir, dass ich unsicherer werde.
09:55Ich würde gerne nochmal so einen kurzen Test machen.
09:58Das habe ich in der Tat seit über einem Jahr nicht mehr gemacht.
10:02Frau Winterhoff, welches Jahr haben wir jetzt?
10:052025.
10:07Richtig. Welcher Monat?
10:09Äh, äh, fünf. Monat fünf, also fünf.
10:16Gilt.
10:18In der Zulassungsstudie konnte das Medikament nur bei Menschen in einem sehr frühen Stadium einer Alzheimer-Demenz seine Wirkung entfalten.
10:25Gehört Klara noch dazu?
10:29Hervorragend. Super.
10:30Also das war insgesamt weiterhin, finde ich, sehr gut.
10:37Von dem her werden Sie grundsätzlich weiterhin gut geeignet für diese Therapie.
10:43Der nächste Schritt wird sein, dass wir eine genetische Testung machen.
10:48Okay.
10:49Da hat man festgestellt hat, dass diese Antikörpertherapien für eine Gruppe von Genträgern nicht gut funktionieren und zu vermehrten Nebenwirkungen
10:59geführt haben.
10:59Und das ist das, was wir eben untersuchen werden.
11:02Und meine Frage ist natürlich, wann diese Behandlung oder diese, das soll ja unter dem MRT gemacht werden, wann da
11:09eventuell mit zu rechnen ist.
11:11Ja. Also zunächst mal, die Zulassung ist jetzt sicher erfolgt vor einigen Wochen.
11:19Allerdings gibt es Auflagen an den Hersteller, sodass wir jetzt im Moment frühestens von Herbst diesen Jahres ausgehen.
11:29Auf der anderen Seite bin ich bei Ihnen relativ zuversichtlich, dass es nicht zu spät kommt.
11:34Ich denke mal, wir sind immer noch an einem frühzeitigen Stadion.
11:38Absolut.
11:39Wenn Sie das aussagen, glaube ich, das auch.
11:43Auch ich habe enge Angehörige, die an Demenz erkrankt waren. Das macht mir Sorgen.
11:49Im ersten Teil von Hirschhausen, das große Vergessen, wurde schon einiges bei mir untersucht.
11:54Meine Blutgefäße, das Hirn. Ich habe Erstaunliches gelernt. Das Hirn hat eine Waschmaschine.
11:59Ja, es wischt nachts einmal feucht durch, um den Dreck, Zellabfall und konkret auch beginnende Alzheimer-Eiweißklumpen loszuwerden.
12:07Dafür braucht es Ruhe und Tiefschlaf.
12:10Mein Demenzrisiko-Check geht weiter. Wie gut ist mein Schlaf? Dafür wurde ich nächtelang verkabelt und überwacht.
12:16Was wir uns angeschaut haben, ist hier einmal über die ganze Nacht, wie viel sich bewegt worden ist, in welcher
12:22Lage man geschlafen hat.
12:23Hier hellblau, das ist die Rückenlage. Das ist quasi die gefährlichste im Schlaf.
12:27Und dann gucken wir eben hier bei der Sauerstoffsättigung. Und da sieht man dann eben auch genau in diesen Rückenphasen,
12:34dass es zu Entsättigungen kommt, weil es eben zu Atempausen oder eben zu einer Minderatmung kommt.
12:42Die ist dann hier auch schon fast eine ganze Minute lang, wo dann die Sauerstoffsättigung kommt.
12:46Und hat das Auswirkungen auf das Hirn dann?
12:48Und wenn das sehr, sehr oft in der Nacht passiert, also wir reden dann zum Beispiel von über 30 Mal
12:53die Stunde, dann geht man auch davon aus, dass es das Gehirn tatsächlich direkt schädigt.
12:58Und man weiß eben auch, dass es assoziiert ist mit der Entwicklung von einer Demenz, so ein mittelgradiges oder schweres
13:05Schlafatmö.
13:06Bei Ihnen ist es ein leichtes, da hat man keine Assoziation gefunden.
13:11Wie kann ich denn das im Schlaf merken oder verhindern, auf dem Rücken zu liegen?
13:16Das einzige, wie man das wirklich vermeiden kann, ist, den Rückenschlaf so unbequem wie möglich zu machen.
13:22Und es gibt auch richtige quasi medizinische Rucksäcke.
13:26Das setzt man hier so auf, kann man vorne dann mit dem Klett zu machen.
13:33Genau.
13:34Und wenn man sich jetzt auf dem Rücken legt, ist man wie eine Schildkröte.
13:38Ich probiere es mal im Stehen.
13:43Genau, das passiert.
13:45Man will auf dem Rücken und dreht sich weiter.
13:49So kann man das sehr effektiv vermeiden.
13:52Manchmal kriegt man bei Untersuchungen mehr raus, als man wissen will.
13:58Guter Schlaf ist so wichtig, damit sich unser Hirn nachts erholen kann.
14:03Und Schlaf hilft auch gegen Neuroinflammation.
14:06So nennt man dauerhafte Entzündungsprozesse im Hirn.
14:10Ausgelöst werden die durch Viren, Bakterien, aber auch durch Mikroplastik, Ruß aus der Luft oder Pestizide aus der Landwirtschaft.
14:18Die hirneigene Abwehr gerät so in eine Art Daueralarm.
14:22Zum Beispiel hier, die Mikroglia.
14:26Ihre Zellen verbeißen sich im Kampf gegen die ungewollten Eindringlinge und schädigen, ohne es zu merken, damit die eigenen Nerven.
14:33Und wenn das Hirn ständig im Kampfmodus ist, kommt es gar nicht mehr dazu, die schädlichen Eiweißklumpen abzubauen.
14:41Kann man da nichts gegen tun? Doch!
14:43Neue Studien zeigen, dass eine Impfung gegen Gürtelrose, sprich das Herpes-Zoster-Virus, das Demenzrisiko massiv senken kann.
14:50Wie das genau passiert, wird noch erforscht, aber es zeigt, wie zentral Entzündungsprozesse für Demenz sind.
14:55Und dort liegt ein Schlüssel zur Prävention und Behandlung.
15:01Also ich werde mich definitiv gegen Gürtelrose impfen lassen und alle über 60 in der Familie sind es bereits.
15:08In meiner Studienzeit galt noch, das Hirn ist eine komplette, abgeschottete Welt für sich.
15:14Nach außen natürlich durch den Schädel und von innen durch die Bluthirnschranke.
15:19Aber es gibt noch ein unterschätztes Einfallstor, das ist nämlich die Nase.
15:24Warum? Im Querschnitt sieht man das, da wo der Riechnerv durch den Schädel kommt, da ist er nicht stabil, sondern
15:33offen, wie ein Sieb.
15:36Es ist so eine Art Autobahn für Dreck aus der Luft, für Viren, alles Mögliche, kommt hier in den Riechnerv
15:43und damit zack ins Zentrum vom Hirn.
15:46Autsch! Was kann man dagegen tun?
15:49Am besten nicht so viel an der Autobahn einatmen und nicht so viel popeln, also nicht so tief.
16:01Neben den vielen Umweltfaktoren spielen natürlich auch die Gene eine Rolle.
16:07Im Einzelfall ist es oft gar nicht nachzuvollziehen, was genau ausschlaggebend war.
16:12Laura versucht aus ihrer Situation das Beste zu machen und die schönen Momente im Leben auszukosten.
16:19Hi!
16:20Alles Gutes zum Geburtstag!
16:23Danke, Raki, kommt rein!
16:28Früher hat Gisela diesen speziellen Kuchen immer für Laura gebacken. Gut, dass das Rezept erhalten blieb.
16:35Aber ist da wirklich Semmelbrösel drin oder heißt der bloß so?
16:38Nein, wirklich so.
16:39Na? Ja?
16:40Okay.
16:42Für das schmeckt er gut.
16:52Wir wissen halt auch, dass für Mama schon ein richtiges, so im Moment Leben ist.
16:56Sie selbst kann ja ihren, ja, so letzten Weg irgendwie nicht gestalten.
17:03Und ich weiß ja, was ihr irgendwie wichtig ist.
17:05Und versuchen das halt irgendwie umzusetzen, wie es machbar ist.
17:10Weil wir sind ja wie gesagt Studenten, das ist ja auch nicht alles so einfach.
17:14Aber wir versuchen es zumindest.
17:30Wir lachten sehr viel, wir kochen gemeinsam, wir gehen gemeinsam einkaufen, wir genießen gemeinsam.
17:38Wir waren regelmäßig in Kolumbien, einem Heimatbesuch.
17:42Obwohl sie es nicht weiß, wo wir sind oder was wir gerade gemacht haben oder erlebt haben, ich weiß es.
17:49Ich gehe rein, gehe mit ihr ins Bad, dann werden die Haare schön gemacht.
17:54Das ist eine spezielle Bürste, ihre Lieblingsbürste.
17:57Dann mache ich mal einen bestimmten Duft, habe ich immer dabei, den sie immer schon hat.
18:01Den sprühe ich dann.
18:03Und dann merke ich, wie sie ruhiger wird und wie sie sich freut.
18:07Ich bin mein ganzes Leben lang schon Sportreporter gewesen.
18:10Mein Leben früher war sehr verbissen und auf Karriere ausgelegt.
18:16Aber irgendwie ist da so ein ganzer Druck weggefallen.
18:20Als ob der liebe Herrgott gemeint hat, so jetzt hast du mal Frühdemenz, jetzt lebst du mal anders.
18:25Ich bin momentan in der glücklichsten Phase meines Lebens.
18:29Man macht sich nicht mehr so viel Gedanken.
18:32Ich wache morgens zum Beispiel auf und habe, und das ist irgendwie leise, leer im Kopf.
18:38Das ist ein verdammt schönes Gefühl.
18:44Rund 1,4 Millionen Menschen pflegen in Deutschland Angehörige mit Demenz.
18:51Das bedeutet, Verantwortung für alle Lebensbereiche zu übernehmen.
18:55Gerade erst hat Laura den Dachboden ihrer Mutter ausgeräumt und Erinnerungen gefunden.
19:00Sie könnte schon zehn Jahre älter sein. Oh Gott. Ja, okay. Crazy. Oh Gott.
19:17Also Mama hat mich bekommen, da war sie 35. Ist ja eigentlich auch schon relativ spät.
19:22Und ich habe das immer gesagt, ich wünsche mir so, dass sie ein bisschen jünger wird.
19:26Und jetzt irgendwie noch mehr.
19:27Weil das heißt ja quasi, dass ich jetzt auch schon älter eigentlich wäre, wenn das alles irgendwie begonnen hätte.
19:32Mit der Krankheit hat man halt irgendwie noch mehr Zeit mit ihr gehabt.
19:34Deswegen berührt mich das glaube ich gerade so.
19:39Ja.
19:47Weil ihre Mutter relativ jung erkrankt ist, macht sich Laura Sorgen, ob sie selbst auch ein Kind ist.
19:51Weil sie immer ein erhöhtes Risiko für Demenz hat.
19:54Vor der Krankheit habe ich mir glaube ich nie drüber Gedanken gemacht.
19:57Das war wirklich so, okay, arbeiten dann irgendwann Kinder.
19:59Aber aktuell ist schon so, habe ich große Bedenken, ob ich auch irgendwann mal dran erkrank.
20:04Und ich will ungern diesen Schmerz anderen Leuten irgendwie, ja, geben.
20:13Ich kann Laura gut verstehen.
20:15Auch ich habe Demenz hautnah in der Familie miterlebt.
20:19Heute bekomme ich die Gesamtauswertung meines eigenen Risikochecks.
20:24Wir sind gekommen, damit wir die Befunde durchgehen können.
20:27Ich bin ein bisschen aufgeregt.
20:28Müssen Sie nicht sein, ist alles gut, sage ich schon mal so.
20:30Und jetzt können wir es im Detail besprechen.
20:33Also das Wichtigste ist ja wahrscheinlich die Neuropsychologie.
20:36Da wollten wir gucken, ob sie quasi im alterstypischen Bereich liegen.
20:40Das tun sie mit allem.
20:43Und dann gibt es hier den einzigen, der so ein bisschen auffällig ist.
20:46Das ist letztlich ein Maß für das Kurzzeitgedächtnis.
20:49Das fangen die auch echt schwer mit diesen Zahlen.
20:51Aber das ist irgendwie nicht so, dass man sich da Gedanken machen muss.
20:57Wir haben ja noch das MRT gemacht, das ist ja auch nochmal wichtig.
20:59Da hat man auch nichts gesehen, das war vollkommen unauffällig.
21:03Und dann hat man im Labor nochmal geschaut.
21:06Das Einzige, was da auch fällig ist, ist, dass er Vitamin B12 ist im Normbereich, aber niedrig.
21:13Und wir hatten nach ihrem Gewicht geschaut.
21:15Da sind sie mit dem BMI so leicht, jenseits der 25, ein kleines bisschen.
21:20Da konnten sie ein bisschen drauf achten, auf die Ernährung oder ein bisschen mehr Bewegung einzubauen.
21:26Also, Vitamine kann ich auffüllen.
21:28Das ist die einfachste Übung mit mehr Bewegen.
21:33Das hat mich natürlich auch an einem wunden Punkt erwischt.
21:37Und gleichzeitig habe ich verstanden, dass was gut ist fürs Herz, für die Blutfette, ist auch gleichzeitig gut fürs Hirn.
21:46Und Luft nach oben ist immer.
21:53Da bin ich sehr erleichtert.
21:55Und damit es meinem Kopf auch weiterhin gut geht, nehme ich mir drei Dinge vor.
21:59Ich versuche, noch ein bisschen Bauchfett loszuwerden, Ausdauertraining und mein Hirn öfter herausfordern.
22:07Sudoku wird maßlos überschätzt.
22:10Lieber was mit anderen, was mit Spaß, was mit rausgehen.
22:13Tanzen zum Beispiel ist super wirksam.
22:15Ich mache Tischtennis jetzt mit links.
22:19Ja, da muss ich nämlich umdenken und das trainiert.
22:24Hirngesundheit ernst zu nehmen, da haben wir in Deutschland echten Nachholbedarf.
22:27Da sind unsere Nachbarn viel weiter.
22:33Der Blick über die Ländergrenze lohnt.
22:36Ich fahre nach Maastricht.
22:37Hier an der Niederländischen Uni wird seit Jahren daran geforscht, wie man Demenz besser kommunizieren und vorbeugen kann.
22:44Einer der führenden Wissenschaftler ist der deutsche Neuropsychologe Sebastian Köhler.
22:49Er und sein Team entwickeln konkrete Angebote und Infokampagnen.
22:56Ihre Strategie geht dahin, wo die Leute sind.
22:59An die Bushaltestellen oder hier in die Fußballstadien.
23:03Der Stiefel steht für Bleib in Bewegung.
23:09Hier wird die Kampagne entwickelt.
23:12Ja, genau. Hier ist das Zentrum.
23:14Wir sind selbst die Medizin.
23:18Was ist hier drin? Das kommt schon mal neugierig.
23:21Ja, genau. Das ist eine Art Pillendose.
23:26Weil es ja, wie gesagt, diese Pille noch nicht gibt gegen Demenz.
23:29Ach der Beipackzettel?
23:31Genau, da stehen da die Tipps drauf, was man machen kann.
23:35Das finde ich toll. Neugierig bleiben ist wie ein Medikament.
23:39Und was war da noch drin?
23:41Das ist Olivenöl.
23:42Viele Leute kochen ja mit Margarine oder Butter.
23:46Und ja, wir weisen die darauf hin, dass Olivenöl die bessere Alternative ist.
23:54Sieht ja so ein bisschen aus wie ein Flachmann.
23:56Ja, das haben wir an Bahnhöfen verteilt, an Zugreisende.
23:59Und viele Leute haben das aufgemacht und getrunken,
24:01weil sie dachten, das ist Schnaps.
24:04Alkohol ist und bleibt ein Nervengift.
24:07Ach nee, deswegen trinkt man ja, um zu vergessen.
24:11Statt Eierlikör besser ein echtes Ei.
24:15Lange galten Eier irgendwie als böse wegen Cholesterin und so.
24:19Aber neue Studien zeigen, Eier sind viel besser als ihr Ruf.
24:23Ein oder zwei die Woche schützen vor Demenz.
24:27Und zwei am Tag, das wäre aber zu viel.
24:30Ansonsten, Ernährung ist ein großer Hebel.
24:33Mediterran, Olivenöl, Hülsenfrüchte, Gemüse, Gemüse, Gemüse, wenig Fleisch, ein bisschen Fisch.
24:39Und Fertigmahlzeiten machen vor allen Dingen eins.
24:42Uns fertig.
24:52Das ist ja mal ein Hingucker für die Hirngesundheit.
24:55Ja, das ist das Ziel.
24:56Wir haben ja allerlei Informationen hier hängen und auch hier ausliegen,
25:00womit Leute sich beschäftigen können.
25:01Und dann erklären wir ihnen, was hat das mit Hirngesundheit zu tun,
25:05was sind die Faktoren, was kann ich selber machen.
25:08Und da sieht man auch ein paar Risikofaktoren hier.
25:12Das sieht nach so einem Infarkt aus, oder?
25:14Genau, das ist ein Schlaganfall.
25:15Oh Gott, ja.
25:17Da haben wir ein Hirngefäß, was nicht mehr ganz in Ordnung ist, was bald ruptiert.
25:22Der Hirn ist irgendwie so schwer fassbar.
25:25Weil man hat keine echte Anschauung und auch erst recht keine Idee, wie es funktioniert.
25:29Aber hier wird das richtig plastisch, oder?
25:31Ja, genau.
25:32Wir wollten es anschaulich machen für Leute, dass sie...
25:35Wir benutzen unser Gehirn ja die ganze Zeit bei allem, was wir machen.
25:38Wir haben es für alles nötig, was wir tun.
25:41Aber es sitzt gut versteckt in unserem Schädel.
25:44Wie schwer ist es, öffentliches Bewusstsein für die Hirngesundheit zu kriegen?
25:49Wir waren tatsächlich sehr überrascht, wie offen das Thema aufgenommen wird in der Bevölkerung.
25:55Viele Leute sind sehr interessiert an dem Thema, weil fast jeder von uns einen Menschen mit Demenz kennt.
25:59Viele wollen wirklich mehr wissen.
26:08Ist dann deine Jacke noch?
26:13Auch für Laura ist seit der Erkrankung ihrer Mutter das Thema Demenz allgegenwärtig.
26:18An zwei Tagen in der Woche bringt sie Gisela in die Tagespflege, um etwas Zeit für sich und ihr Studium
26:23zu haben.
26:25Es ist halt einfach eine total blöde Situation, dass es halt wirklich irgendwie nichts gibt, was man dann machen kann,
26:31sobald es einmal im Rollen ist.
26:33Also man kann schon leicht verzögern, aber trotzdem geht das alles viel, viel zu schnell.
26:39Deswegen irgendwie ist es so, was hat es hier gemacht, dass es das jetzt so gefördert hat, dass es so
26:45früh schon ausbricht.
26:51Laura macht sich auf den Weg zum Kölner Alzheimer Präventionszentrum.
26:57Diese ziemlich einzigartige Einrichtung in Deutschland sorgt dafür, dass Menschen sich über ihr eigenes Demenzrisiko informieren können.
27:10Ich bin da, wenn meine Mama früh an Alzheimer erkrankt ist.
27:13Und jetzt habe ich so ein bisschen die Angst, dass mein Risiko höher ist und ich will einfach aktiv versuchen,
27:20irgendwie davor zu gehen, dass ich das hinauszögere.
27:25Also ich achte schon irgendwie mehr drauf oder nehme vor allem auch stressbewusster wahr, weil ich weiß, in welcher Situation
27:30ich jetzt bin, auch mit der Pflege und Studium.
27:33Genau, also solche kleinen Sachen eher jetzt nicht, also ich bin noch nicht so ganz eingetaucht in das Thema.
27:41Was wir viel machen, ist eben so Aufklärungsarbeit.
27:45Und mittlerweile ist die Forschung so weit, dass wir wissen, dass es 14 anerkannte Risikofaktoren für Demenzerkrankungen gibt, auf die
27:53wir auch Einfluss haben.
27:55Zum Beispiel schlechtes Hören ist ein sehr relevanter Risikofaktor in der mittleren Lebensspanne.
28:02Da sind auch einige Faktoren, wie zum Beispiel erhöhtes Cholesterin oder zum Beispiel körperliche Inaktivität, Diabetes, Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht.
28:17Und das sind alles auch Faktoren, die man grundsätzlich eigentlich gut einstellen kann.
28:22Und wenn man die alle zusammen addiert, dann kommt man auf potenziell 45 Prozent veränderbare Risikofaktoren.
28:29Ich habe gelesen, dass Lithium auch irgendwie was helfen soll, präventiv, was ist da so dran?
28:36Also man hat gesehen am Mausmodell, dass sehr niedrig dosierte Therapie mit Lithium einen positiven Effekt hat auf Alzheimer-typische
28:47Veränderungen im Gehirn der Mäuse.
28:52Lithium ist in der Psychiatrie ein alter Bekannter, hilft bei manchen manisch-depressiven, bei bipolaren Störungen.
29:01Allerdings ist es nicht so einfach zu dosieren.
29:04Und im Internet gibt es ein paar Lithium-Fans, die empfehlen das gegen Alzheimer in so Mikrodosen.
29:11Naja, bei Wundermitteln bin ich immer grundsätzlich skeptisch.
29:15Es gibt aber eine ganz aktuelle Studie an Mäusen, die so eine Art Alzheimer hatten.
29:21Und wenn man denen zusätzlich Lithium gegeben hat, dann ging es denen deutlich besser.
29:26Also eine heiße Spur für mögliche Behandlungsansätze.
29:31Aber Menschen sind keine Mäuse und einfach auf Verdacht nehmen, bitte nicht.
29:35Es war schön zu sehen, dass es irgendwie auch so was gibt, die sich auch dafür einsetzen, dass man schon
29:41frühzeitig aktiv was macht, um das irgendwie zu verhindern, hinauszuzögern.
29:47Und man nicht so ganz alleine gelassen wird mit den ganzen Gedanken und Sorgen.
29:51Laura setzt gleich drei Dinge um. Sie trinkt kein Alkohol mehr, trägt ihren Schlaf und macht mehr Sport.
29:58Zurück an die Uniklinik Bonn, zurück zu Clara.
30:01Ist sie geeignet, als einer der Ersten das neue Alzheimer-Medikament zu bekommen?
30:06Dafür steht jetzt der nächste entscheidende Schritt an, die Genuntersuchung.
30:11Ich habe jetzt hier das Wichtige für heute, ist das Ergebnis von der genetischen Untersuchung.
30:17Das Ergebnis liegt vor.
30:20Es ist im Hinblick auf die Therapie, die wir bei Ihnen planen, günstig.
30:25Ja, insofern, als dass das weiterhin möglich ist.
30:30Gut, wir sind weiterhin vorsichtig optimistisch, dass das im Herbst, also dieses Jahr noch starten kann.
30:40Naja gut, das hört sich schon mal positiv wieder an.
30:44Ich habe mir zwar nicht so ganz große Gedanken gemacht, habe gedacht, wenn es gar nicht passt bei mir, dann
30:49ist es halt so.
30:51Aber jetzt bin ich erleichtert oder froh, dass es dann weitergeht und dass ich dann irgendwann vielleicht dieses Medikament bekomme.
31:03Während viele Forschende große Hoffnungen in die neue Antikörpertherapie setzen, bleiben andere skeptisch.
31:10Zum Beispiel der Biochemiker Christian Behl.
31:13An der Uni Mainz erforscht er seit Jahren das komplexe Wechselspiel von Hirnschäden und Reparaturprozessen.
31:20Für ihn ist Lekanemap nicht der entscheidende Durchbruch.
31:26Es gab schon andere Antikörper, die ebenfalls effektiv das Amyloid entfernen konnten und überhaupt keinen Effekt auf Kognition hatten.
31:34Deshalb würde ich die Euphorie etwas bremsen wollen, ob des neuen Antikörpers.
31:39Ich bin weit davon entfernt anzunehmen, dass das Amyloid die ursprüngliche Ursache des Beginns des Krankheitsprozesses ist.
31:46Unser Gehirn ist weitaus komplexer, um es in so ein lineares, einfaches Konzept zu zwängen.
31:54Für Behl zeigen die aktuellen Erkenntnisse zu Entzündungen, Viren, Umweltfaktoren oder zellulären Reparaturmechanismen,
32:02dass jede Demenzerkrankung etwas anders verlaufen kann und ihre eigenen Tücken hat.
32:06Und ich gehe nicht davon aus, dass all diese multifaktuellen Alterserkrankungen eine definierte Ursache haben,
32:16die wir dann mit einer goldenen Pille lösen können.
32:20Sodass für mich die Therapie der Zukunft eine individualisierte, personalisierte Prävention ist.
32:28Wir müssen wissen, wie wir genetisch dastehen von Beginn an.
32:32Und wir müssen unsere Lifetime-Events, die müssen wir selber einschätzen können
32:36und daraus individualisierte Präventionsprogramme entwickeln.
32:46So eine passgenaue Demenzprävention, das ist auch die Idee der Forscher in Maastricht.
32:51Sie beobachten unter anderem eine Gruppe von Studienteilnehmern über mehrere Jahre
32:56und stellen ihnen spezielle Sport-, Ernährungs- und Bildungsangebote zur Verfügung.
33:02Sie wollen damit schon heute wissenschaftlich fundierte Programme
33:06zur Verbesserung der Gehirngesundheit als Teil der allgemeinen Gesundheitsvorsorge etablieren.
33:13Lebensstil, denkt man immer, ich habe mein ganzes Leben lang mich nicht besonders gesund verhalten,
33:19jetzt ist auch egal. Was sagt der Fachmann?
33:21Ja, ich glaube, es ist nie zu spät.
33:22Also wir haben jetzt auch zum Beispiel Studien, wo wir schauen,
33:26was bringt es bei Menschen, die schon erste Anzeichen einer Demenz zeigen.
33:30Milde kognitive Störungen nennen wir das dann.
33:33Auch da ist immer noch Potenzial, um die Gehirngesundheit zu verbessern.
33:38Es gibt immer wieder neue Risiken.
33:40Wie blind waren wir die letzten Jahrzehnte für das,
33:43was unsere Umgebung uns auch für die Hirngesundheit an Schäden einträgt?
33:48Ich denke da an Feinstaub, ich denke an Mikroplastik, ich denke an Hitze.
33:53Ja, da liegt noch viel ungenutztes Potenzial.
33:56Und unsere eigenen Studien zeigen, dass Dinge wie die Feinstaubbelastung
34:02tatsächlich mit Hirnschädigungen einhergeht.
34:05Warum werden solche wirklich super spannenden Studien
34:09nicht viel mehr in der Öffentlichkeit auch diskutiert?
34:13Weil das hat ja Auswirkungen auf uns alle.
34:16Ja, das Thema Demenzprävention und Hirngesundheit
34:20ist erst in den letzten 15 Jahren wirklich aufgekommen.
34:24Und das hat auch damit zu tun,
34:25dass wir kein Medikament wirklich gefunden haben,
34:28um eine Demenz zu heilen.
34:29Da lag so viel Hoffnung in diesem Bereich,
34:33dass wir alles andere eigentlich so ein bisschen außen vor gelassen haben.
34:36Da ist unfassbar viel Geld versenkt worden,
34:39während gleichzeitig solche einfachen Dinge wie
34:41lass die Leute Tanzkurs machen, bring Kindern singen bei,
34:46die hätten langfristig ja den größten präventiven Hebel.
34:49Da findet durchaus eine Veränderung statt,
34:52aber es ist natürlich noch bei Weitem nicht das Geld,
34:54was auch in die pharmakologische Forschung gesteckt wird.
34:58Weil es auch, ja, die Frage ist, wer finanziert das am Ende?
35:02Bei den Pillen ist das klar und bei dem Lebensstil nicht.
35:06Ich glaube, dass es noch nicht erkannt worden ist,
35:10wie groß das Problem wirklich ist.
35:12Also, dass wir gerade mit 55 Millionen Menschen mit Demenz
35:17weltweit leben und sich das in den nächsten 20, 30 Jahren
35:21verdreifachen wird weltweit.
35:22Und dass wirklich jetzt die Zeit ist, um zu handeln.
35:29Ich wünsche wirklich allen Betroffenen ein wirksames Medikament
35:33und gute Pflege.
35:36Bei den Medikamenten haben wir im Moment noch gar keine Erfahrung,
35:40was es auf Dauer bringt und was es auf Dauer auch kostet.
35:44Also, Lekanemap vielleicht 40.000 Euro im Jahr,
35:47vielleicht 12, 13 Jahre lang genommen.
35:49Da ist man bei einer halben Million.
35:52Was könnte man mit dem Geld alles in der Prävention machen?
35:56Wie viele Demenzerkrankungen könnte man damit verhindern?
36:02Mit lebenslangem Fitnessstudio,
36:04mit lebenslangem Gemüsekiste bis zu dir nach Hause,
36:08mit einer Tischtennisplatte und Tanzunterricht
36:11und Musikinstrument lernen von der Kita an.
36:13Und dann hätten wir immer noch Geld übrig für Fahrradwege wie in Holland
36:18und für autofreie Innenstädte mit richtig super Luft wie in Paris oder in Kopenhagen.
36:25Und man darf da mal träumen, oder?
36:31Ziemlich genau vor zwei Jahren mich dafür interessiert,
36:36wie so Gedächtniswettbewerbe funktionieren.
36:39Und habe dann im vorigen Jahr im Gedächtniswettbewerb teilgenommen,
36:44an der Deutschen Meisterschaft.
36:46Da habe ich dann das Glück gehabt, einen Weltrekord zu machen.
36:53Das Hirn braucht Herausforderungen.
36:55Ich würde gerne Weltmeister werden im Gedächtensport.
36:59Wäre doch eine tolle Sache, wenn ich das noch schaffen könnte.
37:14Neugierig sein auf andere Menschen.
37:16Ich glaube, das ist es.
37:17Ich glaube, man muss ein bisschen neugierig sein
37:20oder ganz schön neugierig sein
37:22und Lust haben auf das Leben
37:25und Lust haben auf neue Begegnungen.
37:29Na komm.
37:31Na komm mal.
37:33Auf geht's.
37:34Jetzt verführ ich dich mal.
37:36Mein Mann hat mal gesagt,
37:38ich mache mit 100 Jahren noch Musik,
37:42wenn meine Frau noch singt.
37:44Das heißt, ich müsste dann noch 5 Jahre singen,
37:49damit er mit 100 noch Musik machen könnte.
37:53Thüringer Bratwurst, ja das ist der Hit.
37:56Eine wird gegessen und zwei nehmen wir mit.
38:00Eine wird gegessen und zwei nehmen wir mit.
38:06Ich nehme auch eine Menge mit.
38:08Gegen Demenz kann man viel tun
38:10und überall wird weiter daran geforscht.
38:13Auch hier in den USA,
38:14zum Beispiel am MIT bei Boston.
38:17Kann man mit Hirnwellen Alzheimer bekämpfen?
38:21Unsere Nervenzellen kommunizieren untereinander mit Strom.
38:25Sie können sich dabei synchronisieren.
38:28Das erkennt man am EEG, an der Hirnstromkurve.
38:31Mit speziellen Licht- und Tonsignalen
38:34können Forschende die Hirnwellen
38:35auf eine bestimmte Schwingung bringen,
38:37auf die Frequenz 40 Hertz.
38:41Was bewirken diese 40 Hertz?
38:44Offenbar eine Menge.
38:45Diese Frequenz zeigt an,
38:47wenn das Hirn konzentriert und entspannt zugleich ist.
38:50Beispielsweise in der Meditation
38:52oder beim Spazieren in der Natur.
38:54Eine Stunde Stimulation mit 40 Hertz
38:57über mehrere Wochen
38:57zeigte erstaunliche Veränderungen.
39:00Die für Alzheimer typischen Eiweißklumpen
39:02wurden messbar reduziert.
39:03Es gab weniger Entzündungen,
39:05weniger Hirnschwund.
39:06Die Forschenden vermuten,
39:08dass durch das Disco-Geflacker
39:10Reparaturmechanismen im Hirn aktiviert werden.
39:13Unter anderem das glymphatische System,
39:15die Hirnwaschmaschine.
39:18In einer Studie hatten Teilnehmer
39:20mit milden Alzheimer-Symptomen
39:21nach sechs Monaten Behandlung
39:23mehr Hirnmasse
39:24und weniger Symptome im Alltag.
39:26Und das alles nur durch eine
39:27simple Stimulation von außen,
39:29ohne Nebenwirkungen.
39:34Was ist der Vorteil Ihrer Methode
39:37gegenüber Medikamenten?
39:41Die Amyloid-Antikörpertherapie
39:44richtet sich gegen ein ganz bestimmtes Molekül.
39:47Unser Ansatz hingegen
39:49zielt auf das gesamte System ab.
39:51Und wenn ich an Alzheimer
39:53oder andere Hirnerkrankungen denke,
39:55dann sind das, um ehrlich zu sein,
39:58sehr komplexe Systeme.
40:00Deshalb glaube ich persönlich,
40:02dass ein ganzheitlicher Ansatz
40:04die wirksamere Behandlung ist.
40:12Mit einer Firma entwickeln die Forscher
40:14gerade eine Brille
40:15für die Licht- und Tonstimulation zu Hause.
40:18Gerade läuft die letzte Phase
40:20der Zulassungsstudie
40:21mit mehreren hundert Probanden.
40:24Bestätigen sich die positiven Ergebnisse,
40:26könnte bald ein weiterer Therapieansatz
40:28für Menschen mit Alzheimer
40:29zur Verfügung stehen.
40:32Was ich eben verstanden habe,
40:34was in unserem Kopf passiert,
40:36hat ja ganz viel
40:36mit diesen Reizen von außen zu tun.
40:39Wir halten ja kaum mehr Stille aus.
40:42Dabei braucht auch der Kopf
40:43mal eine Pausetaste.
40:45Und das geht über Musik,
40:47über Naturerlebnisse,
40:49ja, vielleicht auch über so ein Flackerlicht.
40:51All das kann die Selbstheilung aktivieren
40:54und die Eigenregulation anregen.
40:58Ich kann mir vorstellen,
41:00dass genau dort,
41:01wo es so um weiche Themen geht
41:03und Dinge, die nicht viel kosten
41:06und auch nicht viel Ressourcen brauchen,
41:08dass da auch ein großer Schlüssel sein könnte.
41:11Zurück nach Deutschland.
41:13Es ist Ende Oktober 2025.
41:16Für Clara ist es jetzt endlich soweit.
41:18Sie bekommt als eine der Ersten in Deutschland
41:20das brandneue Alzheimer-Medikament,
41:23den Antikörper Lekanemap.
41:25Frischbezogenes Bett.
41:26Frischbezogenes Bett.
41:30Sie schreiben heute Geschichte.
41:34Ja, es ist so.
41:36Sie haben seit Ihrer Diagnose drauf gewartet.
41:38Die Mediziner warten seit Jahrzehnten darauf,
41:41dass wir endlich was tun können.
41:42Ja, ich habe fast nicht mehr daran geglaubt,
41:45dass es so schnell noch geht.
41:47Und jetzt bin ich natürlich froh,
41:49dass ich eine der Ersten bin,
41:51die dann hier die Medikamente bekommt.
41:54Und vor einer Infusion habe ich jetzt auch keine große Angst.
41:57Hallo, hallo.
41:58Hallo, Frau Zimmermann.
42:00Hallo.
42:01Der große Moment.
42:03Schauen Sie mal.
42:05Das ist die Hoffnung im Beutel.
42:09Ja, es sieht so einfach aus.
42:12Sieht nach nichts aus.
42:14Kommt das jetzt aus dem Tresor?
42:16Das ist ja ziemlich viel.
42:17Ja, das ist tatsächlich viel wert.
42:20Ganz genau kann ich es nicht sagen.
42:21So ca. 700 Euro.
42:22Das hängt immer ein bisschen vom Gewicht an.
42:25So ein Tötchen.
42:26Das haben wir heute Morgen extra für Sie
42:27in unserer Apotheke mischen lassen.
42:30Nach Gewicht wird das gemischt.
42:33Begeistert.
42:34Geplant ist, dass Klare jetzt alle 2 Wochen
42:37so eine Infusion bekommt.
42:39Vorerst für die nächsten 18 Monate.
42:41Und das Ziel ist, dass die Antikörper
42:44die Amyloid-Klumpen in ihrem Hirn verschwinden lassen.
42:49Man sieht es dem Medikament nicht an, was es kann.
42:52Nein, es könnte auch Wasser sein.
42:53Aber ich versichere Ihnen, dass es es nicht ist.
42:55Ich glaube es.
42:56Sie sind nicht in der Placebo-Gruppe.
42:57Die gab es nur in der Studie.
42:59Sie sind jetzt in der echten Gruppe.
43:00Das wäre ja der Hammer.
43:01Ja, und was kann man im besten Fall davon erwarten,
43:05von dem Antikörper?
43:06Heilen können wir es leider noch nicht.
43:08Das ist aber eine neue Ära, die hier beginnt.
43:11Unter ein erster Meilenstein, muss man sagen.
43:15Zwischen den Infusionen muss Klare regelmäßig ins MRT.
43:19Was könnte dafür ein Zeichen sein,
43:22dass sie es nicht gut verträgt?
43:23Ja, das ist ganz wichtig.
43:24Es gibt eben die wirkstoffspezifischen Nebenwirkungen.
43:29Und die treten in den nächsten Monaten eventuell auf.
43:31Und das können Hirnschwellungen sein oder eben auch Mikroblutungen,
43:35also winzig kleine punktförmige Blutungen im Gehirn.
43:38Dann würde man die Therapie vielleicht mal pausieren
43:40oder die Intervalle verlängern.
43:42Gleich ist es soweit.
43:43Die erste Infusion ist durch.
43:45Ich weiß, Sie hier in den besten Händen.
43:46Ich sage tschüss.
43:48Eine erfolgreiche Behandlung.
43:50Wir sehen uns wieder.
43:52War das eine Androhung?
43:55Gerne, sehr gerne.
43:56Tschüss, Dieter.
43:58Ich hoffe so sehr für Clara und für uns alle,
44:01dass das neue Medikament wirkt.
44:03Am besten ist natürlich gar nicht dement zu werden.
44:06Dafür habe ich aus all den Begegnungen, Recherchen
44:08und dem Wissen um die 14 Risikofaktoren
44:10für mich drei Dinge umgesetzt.
44:12Mein Bauchumfang ist endlich nach vielen Jahren
44:15wieder im grünen Bereich.
44:17Ich lerne was Neues.
44:18Ich spiele Tischtennis mit Drehungen
44:20und auch mal mit Links.
44:22Woran ich noch arbeiten muss,
44:23Stress reduzieren, Pausen machen, besser schlafen.
44:26Aber ein Anfang ist gemacht.
44:28Was nehmen Sie sich vor?
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