- 2 days ago
Category
📺
TVTranscript
00:00I'm a Swiss-Man.
00:02No, I'm a German.
00:04Let's go!
00:08I'm a learned-to- giddy.
00:11I don't know a woman,
00:12who's been 10 years old for her.
00:15Motze!
00:18I'm too tiny.
00:21When I'm home,
00:23I know that I've been working for Hamburg
00:28so that I made a small piece of water.
00:31Hamburg-Hammerbrook, just after six.
00:37It's the beginning for 119 Müllmänner and Katharina Meyer.
00:46It's about four women,
00:48which in this Schicht Hamburg will be free from the Müll.
00:52Hello!
00:53Hello!
00:55Hello!
00:55Morgen!
00:57So, wollen wir denn los?
00:59Ja.
01:00Na denn.
01:01Katharina hat Zahnarzthelferin gelernt.
01:03Heute ist sie mit Kolonne 19 unterwegs.
01:08Geht ihr deine Handschuhe gerade?
01:10Ja.
01:12Unser netter Fahrer, das ist der Bernd.
01:15Und dann haben wir noch einmal den Matze.
01:18Wir fahren jetzt erst mal in die Innenstadt.
01:21Und dann haben wir nachher noch was in Horn.
01:23In den nächsten Stunden wird die Crew Restmüll einsammeln.
01:28Zweimal 24 Tonnen schaffen sie pro Schicht.
01:34Mehr schreien!
01:37Zum Glück habe ich das jetzt nicht.
01:39Ich schreie auch manchmal einfach los, dann so unkontrolliert.
01:42Zum Beispiel, wenn Ratten aus den Tonnen springen.
01:46Katharina ist alleinerziehend.
01:48Ihre Tochter kommt bald in die Schule.
01:50Mit Matze bewegt sie Container im Akkord.
01:53Bis zu 700 an einem Arbeitstag.
01:55Boah.
01:56Die Handschuhe kleben schon, ey.
01:58Das ist so widerlich hier, ey.
02:00Boah.
02:02Wo wühlst du denn noch rum mit deinen Handschuhen?
02:04Ja.
02:05Ist immer schon ein straffer Terminplan morgens, ne?
02:08Vier Uhr aufstehen, dann mache ich mich fertig.
02:10Dann mache ich die Lütte fertig, ab zum Kindergarten.
02:14Und dann geht der Stress weiter.
02:15Matze!
02:19Ich bin zu klein.
02:21Ja.
02:22Meine Familie hat zum größten Teil schon hier gearbeitet.
02:25Und ich habe dann irgendwann gedacht, ich versuche auch mal mein Glück
02:28und habe mich dann hier beworben.
02:30Und dass ich dann direkt zum Ölopfer komme,
02:31da hätte ich jetzt eigentlich selber gar nicht mit gerechnet.
02:33Aber das hat mir gleich gut gefallen.
02:35Also bin ich doch gleich da geblieben.
02:39Weiter geht's.
02:40Nächste Station, das Hamburger Rathaus.
02:43Fahrer Bernd hat nur ein begrenztes Zeitfenster.
02:47Denn wenn im Areal rund um die Mönckebergstraße das Geschäftsleben beginnt,
02:51darf er nicht mehr fahren.
02:53Der Müll der Politik ist dran.
02:55Ist das VIP-Müll?
02:56Ja, das ist vom Rathaus.
02:58Vom Bürgermeister.
03:00Seit fünf Jahren arbeitet Katharina bei der Mülle.
03:04Am ersten Tag waren wir so flott unterwegs,
03:06da habe ich gedacht, komm niemals hinterher.
03:08Erst mal tut alles weh.
03:09Aber auch das wird ja irgendwann besser.
03:11Aber das geht auch gleich wieder los,
03:12wenn man dann Urlaub hatte oder so zwei Wochen.
03:14Und dann ist man raus und fängt wieder an.
03:15Dann hast du gleich wieder Aua.
03:18Heute ist ein guter Tag.
03:20Keine Keller, aus denen Matze und Katharina die Tonnen hieven müssen.
03:24Nimm mir denn mal deine mit, ne?
03:26Wenn du das möchtest.
03:27Ja.
03:27Den brauchen wir.
03:29Mein Weg ist länger.
03:30Dafür gibt es andere Hürden.
03:33Hier ist ja immer viele Radfahrer.
03:37Man muss halt immer viel auf die Umgebung achten.
03:41Müllwerkerinnen wie Katharina sind rar in Hamburg.
03:44Der Frauenanteil liegt bei zwei Prozent.
03:50Sollen wir jetzt zu Fuß gehen?
03:52Ja.
03:56Es kommen ja immer viele Frauen, aber irgendwie bleiben die wenigsten bei der Müllabfuhr.
04:02Ich glaube, das ist einfach zu schwer. Die halten nicht alle immer durch.
04:08Das ist einfach.
04:08Das ist einfach.
04:08Das ist einfach.
04:13Zehn Kilometer südlich der Innenstadt.
04:16Zur selben Zeit in Wilhelmsburg.
04:20Mit ihrem Sprinter sind zwei Hotlinerinnen unterwegs.
04:24Sarah Simon und Caroline Friedrich folgen den Hinweisen über wilden Müll, den die Hamburger per App an die Hotline melden.
04:33Sofa-Teile, Einkaufswagen, Einkaufswagen, Autoteile.
04:40Wo hast du die Einkaufswagen? Die nehmen wir auch nicht.
04:44Okay, also einmal Währingstraße 1 und Vogelhütendeich 22.
04:51Im Grunde genommen holen wir bis auf Gefahrenstoffe eigentlich alles ab.
04:56Also das geht von Bauschuttsteine, Hewigplatten über Schrankteile, Waschmaschinen, Geschirrspüler.
05:10Also das ist eigentlich ein breites Spektrum.
05:12Sarah ist noch in der Probezeit. Caro gehört seit elf Jahren zum Team Orange.
05:19Moin.
05:22Haben Sie gesammelt? Ja. Super, danke.
05:26Hamburgs Stadtputz ist gerade vorbei.
05:29Das sind hier Sachen, die die Leute im Rahmen von Hamburgräumt auf gesammelt haben.
05:35Hier in ihrer Gegend.
05:37Hier ist ja gleich um die Ecke der Deich.
05:41Ja, was die Leute, ich sag mal so, was die Leute gerne mal vergessen mitzunehmen.
05:49Flaschen sind da wahrscheinlich drinne.
05:52Was das ist hier? Ach, das haben wir auch ganz oft.
05:57Da waren mal Kabel drinne.
06:01So, und zwar mehrere Kabel.
06:04Und die Leute insulieren sie dann ab.
06:08Und da drinne ist ja dann Kupfer.
06:10Ja, das haben wir auch ganz oft.
06:17Manche fahren auch nur mit drei Rädern.
06:19Die vergessen dann einfach ein Rad irgendwo.
06:23Caro zog zwei Kinder groß und stieg dann bei der Stadtreinigung ein.
06:28Sarah war bei der Post und in Spielhallen Aufsichtskraft.
06:33Seit sechs Jahren wollte ich schon zur Stadtreinigung.
06:35Habe es immer mal wieder versucht.
06:37Habe aber entweder eine Absage bekommen oder eben halt ein Schreiben, dass ich mich nochmal neu bewerben soll, wenn die
06:44wieder Leute suchen.
06:46Das war mal ein bisschen schwierig, weil ich nicht genau wusste, wann die suchen.
06:50Aber dann kam der Matchday und dann habe ich gedacht, das ist meine Chance, ja.
06:55Und dann habe ich es nochmal versucht und es hat geklappt, ja.
06:57Und jetzt bin ich seit Januar hier, ne?
06:59Bei den sogenannten Matchdays wirkt die Stadtreinigung explizit um weibliches Personal.
07:07Machen wir den jetzt auch noch?
07:09Ja, ja, das ist da dieser Kleingartenverein.
07:14Hohnazdeicherweg, weißt du?
07:14Ja, 712, ne?
07:18Ja.
07:19Im Team Reinigung ist jede Elfte eine Frau.
07:24Ich finde, es ist leichter mit Männern zu arbeiten als mit Frauen.
07:28Du brauchst natürlich auch ein paar Mädels mal zum Ablässt.
07:31Sag ich ja.
07:33Aber da merkt man gleich wieder, Frauen sind einfach so.
07:37Die gehören einfach so.
07:39Ja, das ist die Frage, ob wir so gehören oder ob wir so erzogen werden oder ob das genetisch ist.
07:45Kolonne 19 fährt nach Horn und studiert den Wohnungsmarkt.
07:51Oh, 1075.
07:52Für was?
07:53Für eine Zwei-Zimmer-Wohnung, 70 Quadratmeter.
07:571075?
07:57Juhu.
07:59Aber ist schon Warmmiete.
08:01Ist schon Warmmiete?
08:03Ist schon günstig.
08:06Ja.
08:07Kann schwierig werden, eine bezahlbare Wohnung zu finden.
08:10Aber geil, Neubau.
08:12Die sehen immer richtig schick aus.
08:13Neubau ist doch geil.
08:14Ist geil, aber ich zahle doch nicht für zwei Zimmer so viel Geld.
08:19In Horn stößt Vorarbeiter Paddy Schneider zum Team.
08:23Er hat zuvor bei einer anderen Kolonne ausgeholfen.
08:29Das ist der von daher.
08:31Der Tag verlief bislang rattenfrei.
08:35Katharina kennt die Hotspots der Nager aus dem FF.
08:43Also, ich weiß jetzt so am alten Teichweg, da ist, wie gesagt, oft was oder wo Wasser ist da.
08:49Es kommt ja auch immer drauf an, wenn da die Müllbox so ein bisschen mit Efeu bewachsen ist.
08:54Da sind auch gerne welche drin.
08:56Manchmal sieht man das aber auch schon, wenn der Behälter angeknabbert ist oder wenn unten ein Loch drin ist.
09:02Dann weiß man.
09:02Oder manchmal hört man es auch schon in der Mülltonne raschen, dann weiß man, da könnte gleich was rauskommen.
09:11Super zugeparkt hier.
09:14Aber da denken die Leute halt auch nicht immer mit.
09:17Ja, das läuft nicht immer so. Die standen bereit, aber jemand hat sich einfach mal vorgestellt.
09:21Hauptsache der Parkplatz ist da.
09:24So ist das.
09:26Autos, die im Weg stehen und Mülltonnen, aus denen Ratten springen.
09:31Doch manchmal kommt es noch schlimmer.
09:34Gerade zum Winter hin passiert das öfters mal, dass man Personen in den Behältern findet.
09:40Obdachlose, die Schutz suchen vor der Kälte, Nässe.
09:43Dann ist natürlich so ein Papierbehälter super.
09:46Da ist kein Hausmüll, kein Schmutz drin.
09:48Da kann man da vorne das Ratten reingehen, das Papier isoliert super.
09:50Oder tote Tiere findet man, Katzen, Hunde, Ziegen.
09:56Hallo.
09:58Hallo.
10:00Es ist zehn.
10:01Paddy und Katharina haben schon jetzt 15.000 Schritte auf der Uhr.
10:06Das war ja auch ein Kriterium.
10:08Man muss ja hier einen Einstellungstest machen, Belastungstest.
10:10Dann hatten wir auch zehn Minuten schnelles Gehen auf dem Laufband.
10:14Ja, das war auch gut anstrengend, schnelles Gehen.
10:17Und Slalomlaufen mit Mülltüten.
10:20Und irgendwie so ein paar Sachen aufzangen.
10:24Bernd schätzt Katharina sehr.
10:26Aber die Mülle ist nix für Frauen, sagt er.
10:30Ich kenne keine Frau, die länger als zehn Jahre bei der Müllabfuhr ist.
10:33Ich glaube einfach, dass die Frau ...
10:36Ja, wie soll ich das sagen?
10:38Ich möchte niemanden in irgendeine Ecke stellen
10:41und schon gar nicht ein ganzes Geschlecht.
10:44Aber ich glaube einfach, dass dieser Job für eine Frau auf lange Frist zu schwer ist.
10:49Es gibt Frauen, die können mit Sicherheit toll körperlich arbeiten.
10:54Aber ich kenne hier keine, die das lange gemacht hat.
11:05Meine Tochter ist immer ganz stolz.
11:07Sie sagt jetzt auch immer, sie ist Müllforscherin.
11:09Sie sammelt jetzt immer alles aus dem Mülleimer im Kindergarten wieder raus,
11:12was man noch weiterverwenden könnte oder zum Basteln nehmen.
11:17Der Arbeitsplatz an der Tonne ist krisensicher.
11:19Mein Paddy, Matze und Katharina. Müll stirbt nicht aus.
11:25Uh, ist mir warm jetzt. Oh man.
11:28Am anderen Ende der Stadt kann Nicole Langhain davon ein Lied singen.
11:32Moin.
11:33Nicole ist Teamchefin auf dem Recyclinghof am Rondenberg.
11:38Aluminium, die kommt in die Nummer 1.
11:40Und Elektro einmal unten bei der 21 auf den Tisch, bitte.
11:46Recyclinghof Rondenberg Langhain.
11:49Guten Morgen.
11:54Mein Ziel ist, dass wir hier alle gut durch den Dach kommen, dass alles perfekt läuft.
11:59Kein Stress mit den Kunden, keine Fehlwürfe, dass die Container zügig gefahren werden können.
12:05Und dass wir dann um 19.15 Uhr vorne das Tor schließen können, weil wir dann nach Hause gehen können.
12:11Nicole passt auf, dass die Kundschaft auf dem Hof ihren Müll richtig wegsortiert.
12:16Es ist noch ruhig am Rondenberg.
12:18Ja, es sind Stammkunden.
12:20Wir kriegen das Abgrieß und dann in Holz.
12:23Es sind Stammkunden, die gehören regelmäßig.
12:27Wir haben eine schon fast hier dazu.
12:30Warte mal, warte mal.
12:32Der Tisch ist zu schade für den Container.
12:36Richtig.
12:37Er kommt ins Secondhand-Kaufhaus, das die Stadtreinigung betreibt.
12:41Nicole war früher Friseurin.
12:42Ja, du schmeißt es doch noch rein. Ich kenn dich doch.
12:45Ja, die ist aber nicht da.
12:47Als Friseurin fand ich das nicht mehr ganz so toll.
12:50Das war nicht mehr so meins.
12:51Und dann hat man halt geguckt bei den Kleinanzeigen.
12:54Dann hat mein Mann die Stelle gefunden hier auf dem Recyclinghof.
12:57Bei der Mülle suchen sie Leute.
13:00Wo ich gedacht habe, ich bei der Mülle ist richtig.
13:04Letztendlich Bewerbung ist rausgegangen.
13:07Vorstandsgespräch kam.
13:09Wo ich dann echt gedacht habe, so mitten im Gespräch,
13:11okay, ich glaube, du bist so ein kleines Püppchen für die.
13:14Das wird nichts.
13:16Lange Fingernägel, ein bisschen geschminkt, die Haare zurecht gemacht.
13:20So, wie man halt ist dann als Frau.
13:22Man möchte gut aussehen, gut auftreten.
13:24Ja, und dann kam aber schon nächsten Tag der Anruf,
13:26dass ich am 5. Februar angefangen anfangen kann.
13:29Und seitdem bin ich hier.
13:32Am Einlass Nicoles Kollegin Maria Golletz.
13:36Moin! Was haben Sie uns mitgebracht?
13:37Einen alten Katzenkratzbaum und ein bisschen kleinen Elektro.
13:41Ja, alles klar. Ist das alles von Ihnen privat?
13:43Ja, sicher.
13:44Haben Sie einmal Nachweis für mich dabei, dass Sie in Hamburg wohnen?
13:47So, ich bin da erst mal auf dem Bagger, ne?
13:50Während Maria dafür sorgt, dass hier jeder, der kostenpflichtigen Müll abgibt, auch bezahlt,
13:56will Nicole das Weggeworfene verdichten.
13:59Die 46-Jährige ist auf dem Hof die einzige Frau mit Baggerführerschein.
14:04Der Kollege hatte mich gefragt, ob mich das interessieren würde, ob ich Lust hätte.
14:09Hatte dann natürlich erst mal so, hm, ich als Frau.
14:12Aber ich habe da gesehen, dass die Kollegin damals ja auch Bagger gefahren ist.
14:16Das, was Männer können, das können wir Frauen halt auch.
14:19Und dann habe ich es probiert. Immer wieder mal.
14:21Fand das erst nicht so toll wegen der Höhe und dieses ganze Gewackel.
14:25Aber letztendlich bin ich immer wieder raufgegangen.
14:28Ja, und jetzt bagger ich regelmäßig.
14:30Von ihrer 4,50 Meter hohen Poolposition hat Nicole alles im Blick.
14:36Fehlwürfe zum Beispiel.
14:39Oder wenn es eng wird im Container.
14:43Bitte keine Matratze mehr in die Acht, Leute.
14:46Ja.
14:54Da sind sie.
15:01Da sind sie.
15:03Caro und Sarah sind immer noch auf der Suche nach Hamburg räumt Aufsäcken.
15:09Whatever you do.
15:12Eine Schule hat die Hotline informiert.
15:15Die haben wohl schon eine Hotline daraus gemacht und haben die uns geschickt mit der Bemerkung,
15:22es sieht aus nach Hamburg räumt Aufmüll.
15:26Also ich vermute auch mal, dass die vielleicht keine Tüten mehr bekommen haben.
15:30Und deswegen machen wir das gerne dann weg für die Leute.
15:34Die haben ja dann wahrscheinlich, so wie das aussieht, vielleicht sogar ein ganzes Wochenende geopfert, hier gesammelt.
15:44Und deswegen finde ich das gut.
15:47Ein paar schwarze Schafe haben ihren Privatmüll offensichtlich dazu gestellt.
15:53Ganz ehrlich, ich glaube es auch.
15:56Vielleicht haben die diesen Sack auch irgendwo gefunden und haben den dazu gestellt.
16:01Das weiß man natürlich jetzt so nicht, ne?
16:03Ist hier eine Leiche drinne?
16:05Das.
16:07Zieh die mal.
16:09Ja, ist schon schwer.
16:10Das sind Windeln.
16:12Ja, sehr gut.
16:13Deswegen sind die so schwer.
16:14Nimm doch mal ne Nase.
16:15Nein, danke.
16:19Zwischen all dem Duftaroma wichtig.
16:21Die Chemie muss stimmen.
16:24Man kann auch Spaß miteinander machen und trotzdem kann man arbeiten.
16:27Wenn du dann aber jemanden neben dir hast, mit dem du dich gar nicht unterhalten magst,
16:31weil der immer nur die gleiche, ne, redet, sag ich jetzt mal so.
16:35Irgendwann hast du da keine Lust mehr drauf.
16:36Aber wenn du dann jemanden hast, mit dem du da auch mal zwischendurch irgendwelche Witze machen kannst,
16:40wo dieses Arbeiten Hand in Hand läuft, dann ist das natürlich schon ein großer Vorteil.
16:44Und ich glaube auch, die Leute werden dann auch weniger krank.
16:48Oh, das denke ich auch.
16:49Das glaube ich nämlich wirklich, dass wenn die Leute gerne zur Arbeit gehen und sagen so,
16:56oh, jetzt fahr ich mir wieder mit dem.
16:58Ich glaube, das macht was mit dir.
17:03Den ganzen Müll haben wir gerade aufgeladen.
17:07Und das werden wir jetzt einfach nur als erledigt markieren.
17:21Jenseits der Elbinsel Wilhelmsburg auf dem Festland ist Nicole Langhain immer noch am Baggern.
17:31Hier sind alles Säcke in A4 gelandet.
17:35Für die Ex-Friseurin ein Traumjob. Baggern statt Blondieren.
17:40Also mit Farbe habe ich auch zu tun. Wir haben hier bunte Besen und bunte Schaufeln.
17:44Also bei der Farbe komme ich nie raus. Kundenkontakt habe ich hier auch.
17:50Aber es ist halt nicht so, wie wir Friseure oder ehemals Friseure, dass wir uns das Leid der Kunden manchmal
17:58anhören.
17:59Wir haben früher die Seelsorge ein bisschen gespielt. Und hier hat man das einfach nicht.
18:03Hier hat man ständiges wechselndes Publikum. Und eigentlich ist das immer tagtäglich lustig.
18:09Und wenn es nicht lustig mit den Kunden ist, dann ist es zumindest lustig mit den Kollegen.
18:15Ja, machen Sie einmal auf, bitte.
18:19Am Einlass Maria Golletz.
18:22Sie muss aufpassen, dass Gewerbemüll nicht als Privatmüll in die Container geht.
18:27Ja, schwierig, ne?
18:29Denn gewerblicher Abfall kostet Geld.
18:32Ein Gastronom hat sich ein Restaurant gekauft.
18:36Im Auto viel Müll vom Vorbesitzer.
18:40Es fallen Gebühren nach Volumen an.
18:44Vier Kubik müsste ich berechnen.
18:4649 Euro der angefangene Kubik, also sind wir bei knapp 200 Euro.
18:51Wie bitte?
18:52Muss wegschmeißen, was kann ich machen?
18:54Ja, das müssen Sie dann bezahlen leider.
18:55Ja, alles klar.
18:57Kommen Sie einmal eine Kassenkarte von mir.
19:00Der Gastronom fügt sich seinem Schicksal.
19:08Manchmal ist es auch schwierig, weil dann behaupten die, dass das aus dem Privathaushalt kommt.
19:12Man sieht aber ganz offensichtlich, dass es aus dem Gewerbe kommt.
19:16Braucht man immer so ein bisschen Fingerspitzengefühl mit den Kunden.
19:19Moin.
19:20Überall Staus.
19:21Wir haben Elektrogeräte.
19:23Nur Elektrogeräte?
19:24Ja, Kleinigkeit.
19:25Am anderen Ende der Rampe ärgert sich Nicole über einen Stammkunden.
19:30Da ist Grünzeug bei uns im Bauschutt mit reingeschmissen worden.
19:33Erst hat er ja vorhin noch seine Steine aussortiert und jetzt hat er den Rest damit reingekippt.
19:39Obwohl daneben gleich grün ist.
19:41Das ist auch, wenn wir grün kriegen und die fegen den Platz nicht sauber.
19:44Die wissen, sie müssen es sauber machen.
19:45Und wenn man sie darauf anspricht, ey, ihr müsst fegen.
19:48Wozu bist du denn da?
19:49Du hast doch Orange an.
19:50Schnapp dir ein Beso und mach das selber.
19:51Ist doch dein Job.
19:53Das ist echt zum Haare raufen.
20:02Und dann sind das auch noch Stammkunden, die öfters kommen und dann so ein Blödsinn hier vertreiben.
20:12So, Rashid, Melanie ist oben alleine.
20:17Nicht ganz.
20:19Bei den Gastronomen achtet Maria darauf, dass alles in die richtigen Container fliegt.
20:26Das geht wieder einmal in Spämmel, die Nummer 6.
20:29Die Nummer 6.
20:31Das Nummer 6.
20:33Das in die 12, das in die 6.
20:36Der stimmt sicher nicht.
20:37Die macht nur ihre Arbeit.
20:40Ein Auge zudrücken darf Maria nicht.
20:44Für den Restaurantbesitzer sind 200 Euro Entsorgungsgebühr weggeworfenes Geld.
20:51Er bleibt aber freundlich.
20:53Schön.
20:56Das war noch okay.
20:57War noch im Rahmen.
21:01In Nummer 19 kämpft Marias Chefin immer noch mit dem Grünabfall.
21:07Ich mach genau das, was meine Kollegen auch machen.
21:09Auch wenn ich die Chefin hier auf dem Hof bin.
21:11Ich bin mir da echt nicht zu schade.
21:13Und noch kann ich.
21:15Also ab und zu hab ich auch schon mal gedacht, hör auf damit.
21:19Wenn das dann wirklich zu viel wurde.
21:22Aber nee, ist genau richtig.
21:24Das passt schon alles.
21:27Es ist 12 Uhr und Zeit für eine Kaffeepause.
21:38Na?
21:39Oder schon Kaffeepause.
21:41Natürlich.
21:42Dankeschön.
21:43Sehr gerne.
21:45Der Ärger ist vergessen.
21:47Cheers.
21:50Mit der Kundschaft kann es auch ganz schön lustig sein.
21:54Wir hatten das eine Mal so einen Softwareentwickler für Vibratoren.
21:59Und diese ganzen Teile durfte er nicht weiterverkaufen.
22:03Und das musste er entsorgen.
22:04Weil er muss das ja schriftlich haben, dass das zu uns gebracht hat.
22:07Und die kamen hier an.
22:09Und ja, was soll ich sagen.
22:11Wir Frauen waren alle mit dabei.
22:13Haben das ganze Papier da rausgefummelt.
22:16Dem Mann war es, glaube ich, sehr unangenehm,
22:17dass da nur noch Frauen standen und die Vibratoren ausgepackt haben.
22:20Aber das war so, ich fand's mega lustig.
22:23Das war hier auf jeden Fall drei Wochen lang,
22:25war das der Running Gag.
22:26Und wurden hier immer wieder aus der Schublade geholt.
22:29Die liegen hier echt lange noch.
22:31Ich weiß nicht, liegen die da immer noch.
22:32Und in der anderen haben wir noch einen.
22:36Der Müllwagen von Kolonne 19 ist mittlerweile voll.
22:40Die Mägen dagegen leer.
22:44Bernd, Paddy, Matze und Katharina genießen ihr Frühstück in der Frühlingssonne.
22:49Oh, schön, ne? Herrlich. Schön braun am Kopf.
22:53Lange genug dunkel gewesen.
22:55Ja, da bist du auch depressiv irgendwann.
22:58Aber ja, jetzt ist die Winterdepression bald vorbei.
23:01Ja, bald.
23:02Es wird morgens früher hell, später dunkel.
23:05Ja, aber wenn grau ist, ist es auch kacke.
23:07Ja.
23:09Nach der Pause kommt der Müll in die Verbrennung.
23:12Und es gibt noch eine zweite Tour.
23:14Also ich teile mir meine Kraft über den ganzen Tag verteilt ein.
23:18Das ist so mein Geheimrezept.
23:20Ich weiß nicht, wie die anderen das machen.
23:21Wie machst du das?
23:22Ich versuch das auch, ne?
23:25Nicht alles morgen schon verpulvern.
23:27Ja, da muss man entgegenwirken.
23:30Dementsprechend körpergerecht arbeiten, sich fit halten.
23:33Aber auf kurz oder lang bleibt sowas gar nicht aus.
23:36Ich glaub, das ist normal, dass jeder irgendwie da und da ein bisschen Wehwehchen hat.
23:41Der eine früher, der andere später.
23:43Ich merk ja jetzt schon nach fünf Jahren, dass der Rücken weh tut, die Handgelenke knacken,
23:47die Schultern tun manchmal weh.
23:49Ich glaub, da kann man echt drei Kreuze machen, wenn du in Rente gehst, ohne irgendwelche Wehwehchen.
23:55Also ich kenn keinen, der…
23:55Gab's da schon?
23:56Ich kenn keinen, der super sagt, ich geh in Rente, ich hab nix, ich bin gesund. Das gibt es nicht,
24:02nein.
24:02Es ist 12.30 Uhr. Bernd steuert die Müllverbrennungsanlage in der Borsigstraße an.
24:09Kein Stau an der Rampe, wie es hier sonst oft üblich ist. Team Trittbrett wartet währenddessen auf den Hof.
24:16Setz dich hin!
24:17Alter Mann!
24:20Die Wehwehchen kommen jetzt heute.
24:24Nach über 40 Jahren Mülle geht Bernd bald in Rente. Matze wird dann den Laster fahren. Und Katharina?
24:34Also für mich ist ja jetzt eigentlich ab April dann ein Wechsel, dass ich dann ins Büro geh und in
24:39die Tasten hau.
24:41Ja, also das wird bestimmt auch eine spannende Erfahrung. Ist halt jetzt was anderes, ne?
24:46Wird erstmal viel Input sein. Aber auch darauf freue ich mich schon. Aber ich glaube, da wird mir dann die
24:52Bewegung fehlen.
24:54So, geh los!
24:56Katharina wechselt die Abteilung ihrer Tochter wegen.
24:59Aua, mein Fuß ist reingeschlafen.
25:00Die kommt in die Schule.
25:01Ein Heckefuß hier.
25:02Ja, warte!
25:03Einen Hort für extrem Frühschichtler Kinder haben die da nicht.
25:10In Wilhelmsburg ist Team Hotline am Schleppen.
25:13Alter Schwede!
25:15Nee, nee, das ist ein Deutscher.
25:17Lass das! Lass das!
25:20Volle Scheiße, ey!
25:22Warte, stell ab!
25:26Warte, Sarah, warte!
25:28Nochmal, du musst das 40 Jahre noch machen.
25:31Okay.
25:34Ein gut 100 Kilo schweres Sideboard am Straßenrand.
25:39Man schickt es immer irgendwie hin.
25:42Frauen sind halt schlau. Sie wissen genau, wie man das machen muss.
25:47Als nächstes ein herrenloser Einkaufswagen.
25:50150 Stück sammelt die Reinigung pro Woche ein.
25:53Für mich ist das Einkaufswagen.
25:55Für mich auch.
25:57Einkaufswagen hört sich doch total falsch an.
26:00Ja, hört es sich auch.
26:01Wägen.
26:03Man sagt doch auch nicht, Lasskraft wägen.
26:06Ich würde das gerne einen Deutschlehrer fragen.
26:09Warte mal, irgendjemand hat mir letztens erzählt, dass er eine Mutter Deutschlehrer hat.
26:16Wer?
26:16Weiß ich nicht mehr.
26:17Bei uns?
26:18Nee, das glaube ich nicht.
26:20Das war echt gemein.
26:28Und hier an der Straße ein Zufallsfund.
26:31Noch ein Einkaufswagen.
26:34Der ist nicht gemeldet.
26:35Ich fotografiere das jetzt einfach mal.
26:38So, dann haben wir schon mal ein Foto.
26:46Geklaute Einkaufswagen.
26:48Unnötige Unfallverursacher im Straßenverkehr.
26:51Ich kann verstehen, wenn du irgendwie Kinder hast und du musst einen Großeinkauf machen und so.
26:55Das ist schon...
26:56Ein Großeinkauf.
26:57Ja.
26:59Ziemlich, so mit Getränke und so.
27:01Das ist natürlich nicht so einfach.
27:02Aber wenn die im Strott landen, bezahlen wir, wenn wir einkaufen gehen, bezahlen wir die mit.
27:08Und wir bezahlen die Entsorgung mit.
27:10Also im Grunde genommen bezahlt der Bürger doppelt.
27:14Na?
27:17Denk bitte an meine Finger.
27:18Du bitte auch an meine Finger.
27:21Guck mal, wir haben uns richtig die Finger geklemmt.
27:29Zur Pause nimmt Caro ihre neue Kollegin Sarah an ihren Lieblingsplatz mit.
27:35Krafttanken an der Süderelbe.
27:38Wir waren hier das eine Jahr, da standen hier wieder die Schafe.
27:41Da haben wir gesehen, wie hier einige Schafe ihr Lämpchen zurückgebracht haben.
27:47Ohne die Frauen in Orange wäre Hamburg nur halb so schön.
27:51Das ist auf jeden Fall voll mein Ding, die Stadt baubar zu halten.
27:54Und ich hoffe, dass ich das bis zur Rente machen kann.
27:58So kann ich auch immer mit gutem Gewissen nach Hause gehen.
28:01Ich kann sagen, ich habe irgendwas geschafft.
28:03Wenn ich nachmittags nach Hause gehe, an eine Stempelruhe gehe, mich ausstemple,
28:07weiß ich, dass ich Hamburg ein kleines Stückchen sauberer gemacht habe.
28:25Du wirst du schon einmal mehr haben.
28:26Ich bin glücklich nach Hause.
28:26Ich bin glücklich, dass ich dich nicht will.
28:26Soll ich mich für dich schön auf樣e,
28:26das bitte zu schaffe, wie es dich nicht in fünf Jahren war.
28:27Ich denke, ich glaube, dass ich mich hier nicht verkehabe.
Comments