- 10 hours ago
Category
📺
TVTranscript
00:00Mitten in Düsseldorf steht ein Gebäude völlig leer und bietet Raum für eine große Idee.
00:06Das ist ein Hotel gewesen. Wir haben es erst einen Monat. Das heißt, es muss noch viel gemacht werden.
00:15Es gibt einige wirklich sehr besondere Räume, hat natürlich auch eine luxuriöse Anmutung.
00:22Wir haben 40 Zimmer. Wir treffen uns auf der sechsten Etage.
00:26Räume für Menschen, die lange kein richtiges Zuhause hatten.
00:30Jede Etage ist ein bisschen anders. Anderer Teppich, andere Farbgestaltung.
00:38Jeder hat hier sein eigenes Bad.
00:41Klein, aber geht.
00:42Jede Person soll am Ende eine Idee haben, welchen Raum sie beziehen würde, wenn wir uns für sie entscheiden.
00:50Aber das neue Zuhause wird an Bedingungen geknüpft sein.
01:01Das ganze Projekt für mich ist ein Abenteuer, das ich als Optimistin, die ich nun mal bin, mir gar nicht
01:09mit schlechten Ausgang vorstellen kann.
01:10Es wird so gut.
01:23Karin Jungjohann wagt ein Experiment. Geflüchtete sollen schnell arbeiten können und Steuerzahler werden.
01:30Ich bin 63 Jahre alt. Ich bin zufriedene Mutter von drei erwachsenen Söhnen in einer sehr glücklichen Beziehung seit vielen
01:38Jahrzehnten mit einem Mann.
01:40Ich bin eigentlich aus der Firmenwirtschaft und bin seit über neun Jahren jetzt im sozialen Bereich gelandet.
01:48Ich liebe etwas Neues mit anderen Leuten auszudenken, eine Vision zu bilden und dann zu überlegen, wie können wir das
01:57realisieren.
01:58Ihre Idee? In dem leerstehenden Hotel sollen 40 Geflüchtete selbstständig wie in einer WG wohnen.
02:05Gleichzeitig werden sie auf den Arbeitsmarkt vorbereitet, sollen möglichst schnell Jobs finden.
02:11Die Stadt Düsseldorf hat das Gebäude gerade angemietet und finanziert das Projekt House of Friends.
02:18Durch dieses Projekt würden wir ja Gelder ohne Ende einsparen zukünftig in Unterkünften.
02:26Weil was wir ja wollen, ist die Kommune entlasten. Und was wir ja gleichzeitig wollen, diese Win-Win-Situation,
02:33ist die Menschen, um die es uns hier geht, dass die für sich dazugewinnen und sich stärken.
02:39Karin Jungjohann sieht die Zugewanderten als Chance für unsere Gesellschaft und nimmt sie ernst.
02:45Mit allen Pflichten, die das mit sich bringt. Ein Jahr lang gibt es ein Zimmer nur für die, die mit
02:51anpacken.
02:52Wer hier wohnt, muss nicht nur Miete zahlen, sondern verpflichtet sich zu drei Dingen.
02:57Das Hotel wieder instand setzen, Deutsch zu lernen und in der Düsseldorfer Gastronomie zu arbeiten, wo ständig Personal fehlt.
03:06Man darf sich das ja nicht so denken, dass wir hier so ein komplettes Nanny-Programm machen.
03:11Das ist ja gerade das Gegenteil, was wir machen möchten.
03:14Wir möchten einfach nur Impulsgeberin sein und die Menschen dort abholen, wo sie sind und bestärken, einfach den Weg weiterzugehen.
03:22Und der Weg muss in Deutschland über eine Erwerbstätigkeit führen, über eigene Wohnungen, eine Eigenständigkeit.
03:35Startschuss für das House of Friends. Karin und ihr Team aus Angestellten und Ehrenamtlern werden heute die ersten Bewerber und
03:43Bewerberinnen treffen und prüfen.
03:48Hi, ich bin Karin, schön, dass du da bist. Wie heißt du?
03:53Salio.
03:53Salio.
03:54Okay, hier sind schon andere.
03:57Salio bist du, ne?
03:58Salio.
03:59Genau.
04:00Ab die Wahl, ja?
04:01Ab die Wahl.
04:02Ab die Wahl.
04:03Ab die Wahl.
04:03Genau, ja.
04:05Zeig dir mal, wo du etwas trinken kannst.
04:07So, wir werden uns daran gewöhnen, dass 9 Uhr 9 ist. Ihr habt das schon gelernt, du auch einigermaßen und
04:16du wirst es dann vielleicht auch noch lernen.
04:18So, du kannst dich entscheiden für Zucker, Milch und hier ist der Kaffee und da sind die Becher, okay?
04:27Salio ist 24 und kommt aus Guinea.
04:29Wenn du etwas nicht verstehst, was ich sage, dann habe ich hier den Meister der französischen Klau.
04:36Je ne parle pas beaucoup français, mais lui, ja?
04:39Aber Englisch auch gar nicht.
04:41Ja?
04:41Hey, das ist cool.
04:43Weil die meisten Leute aus Guinea sprechen sehr gut Französisch, aber Englisch nicht so gut.
04:48Erinnerst du dich noch, wann du nach Deutschland gekommen bist?
04:51Also, ja, also vier Jahre.
04:56Vier Jahre.
04:57Fast.
04:57Fast.
04:58Also, dann würde ich sagen, dann bist du vielleicht 2019 oder 2019?
05:06Ablaufdatum 2033.
05:08Ja, du hast eine Arbeitsanlage, du hast keine Wohnsitzauflage, du kannst überall wohnen.
05:12Würdest du lieber in einer coolen Bar arbeiten oder in einem Hotel oder was wäre für dich interessanter?
05:19Also, für mich, ja, Hotel ist gut oder ganz normal im Restaurant.
05:29Aber lieber in der Küche, aber ich kann auch im Service auch arbeiten.
05:34Okay.
05:35Möchtest du hier?
05:36Salio verbringt seine Nächte gerade in einer Notschlafstelle.
05:40Viele Bewerber leben schon lange in Düsseldorfer geflüchteten Unterkünften ohne Beschäftigung.
05:46Im House of Friends sollen sie ihre Zukunft in die Hand nehmen.
05:50Und müssen offen sein für die Gemeinschaft im Haus.
05:53Wir sind ja eine Gruppe, die dann hier auch zusammen wohnt und lernt und arbeitet.
05:58Ist es okay für dich, dass hier in diesem Haus Menschen leben, die andere Religionen haben, LGBTQs sind,
06:08also die einfach Menschen sind, die vielleicht eine andere Lebensform haben als du?
06:12Ist das für dich okay?
06:14Also Toleranz?
06:16Ja, für uns ist es ganz okay.
06:18Ja.
06:18Wir sind alle ein Mensch.
06:20Ja.
06:21Wir sind alle Menschen.
06:23Ja, so denke ich.
06:23Genau.
06:26Über 40 Gespräche führen Karin und ihr Team in den ersten Wochen.
06:33Es ist so, dass du eigentlich schon die Bereitschaft haben müsstest,
06:37im Bereich Gastronomie oder Hotellerie eine Arbeit zu finden.
06:41Okay.
06:42Und meine Basis ist die, was ich für die Wunsch sagen kann?
06:47Ein Ort zum Wohnen, also das ist ein einziger Wunsch.
06:51Ja, das ist zu wenig für unser Projekt.
06:54Weil ein Ort zu wohnen, das suchen viele in Düsseldorf, aber uns geht es um etwas viel Größeres.
07:01Von den vielen Bewerberinnen und Bewerbern am Anfang kommen erst einmal nur 12 in Frage.
07:08Das Projekt könnte 40 aufnehmen.
07:11Und die Ecke.
07:12Guten Appetit.
07:15Guten Appetit.
07:16Guten Appetit.
07:16Guten Appetit.
07:18Karin, ich hab das mitgenommen.
07:20Ja.
07:20Ja, ja.
07:21Tschüss.
07:21Tschüss.
07:22Tschüss.
07:30Hier kommen sie.
07:33Hallo Salim.
07:34Da bist du.
07:35Ja, schön.
07:36Herzlich willkommen.
07:37Buenos und Friends.
07:38Komm mit, ich zeig dir dein neuestes.
07:40Hallo.
07:41Hallo.
07:43Willkommen.
07:46Hallo Valet.
07:47Hallo Maya.
07:48Nice to meet you.
07:50Schön, dass ihr da seid.
07:52Willkommen.
07:55Walid, 36 Jahre alt, floh vor acht Jahren aus dem Iran.
08:00Eine Strecke ist er sogar in einem Autoreifen gepaddelt, erzählt er.
08:03Von der türkischen Insel Cesme zur griechischen Insel Chios,
08:07obwohl er nicht schwimmen kann.
08:08Ich war im Frühstück, heimgewohnt.
08:16Und das Projekt Hespi, Hausaufren,
08:22sie waren dort und sie haben gesagt,
08:27kannst du ein einziges Zimmer haben und wir suchen für dich Arbeit.
08:39Er hat aber auch Zweifel, ob er es hier schaffen kann.
08:42Ein eigenes Zimmer ist ein Anfang.
08:45Langfristig träumt er von einer eigenen Wohnung.
08:47Er will selbstständig sein.
08:58Ankommen und sich einrichten, in einem eigenen Raum mit Bad.
09:02Für viele aus den Unterkünften eine neue Erfahrung.
09:05Was sie mitbringen, ist der Wille zu einem Neuanfang.
09:10Immer dabei sind für viele auch die schmerzhaften Erfahrungen
09:13ihrer Fluchtgeschichte.
09:26Gul Fidan ist eine der ersten Bewohnerinnen des Hauses.
09:30Vor fünf Jahren ist sie aus dem Kriegsland Sudan geflüchtet.
09:34Zunächst nach Ägypten an die Uni.
09:36Jetzt will sie in Deutschland Lehrerin werden.
09:4926 Jahre ist sie alt.
09:51Deutsch bringt sich Gul Fidan selbst bei.
09:54Mit Online-Kursen der Deutschen Welle.
09:57Ständig versucht sie ihre Familie über das Internet zu erreichen.
10:00Aber die Regierung im Sudan kapt das Netz, erzählt sie.
10:05Mein Bruder, junger Bruder.
10:09Meine Eltern.
10:10Meine Mutter ist Anwälte.
10:12Und mein Vater ist Apotheker.
10:16Ich habe nichts von ihnen gehört.
10:21Ich möchte einfach optimistisch sein.
10:25Auf Englisch, man sagt, no news, good news.
10:28Ja, so, no news.
10:31Keine Nachrichten mehr.
10:33Monatelang hat sie jetzt schon keinen Kontakt zu ihren Eltern.
10:40Ich habe schon als Lehrerin gearbeitet, vor vier Jahren, auf dem Gymnasium und in der Mittelschule.
10:47Und das war meine Schule.
10:51Ich habe vor vier Jahren schon hart gearbeitet, Geld gespart und auch die deutsche Sprache gelernt.
11:00Und dann bekomme ich diese Chance, nach Deutschland zu bekommen.
11:05In Ägypten durfte Gulfida nicht bleiben.
11:08Deswegen hat sie sich um ein Visum für Deutschland bemüht.
11:14Die ersten 15 Bewohner leben jetzt im Haus.
11:17Noch sind 25 Zimmer frei.
11:19Die Renovierung dauert länger.
11:21Und das Finden der passenden Bewohner ist schwieriger als gedacht.
11:25Für alle ein kraftraubender Spätsommer.
11:29Trotzdem, die offizielle Eröffnung steht an, das Datum war lange vorher geplant.
11:36Es ist ja vielleicht so, dass wir in einem Jahr sagen, das funktioniert nicht.
11:42Ein Pilotprojekt kann ja vielleicht mal von der falschen Annahme ausgehen.
11:47Aber dann wissen wir warum.
11:49Ich finde, man muss die Dinge probieren.
11:52Weil wenn das hier funktioniert, kann das ja woanders auch sein.
11:54Wir können das ja dann beschreiben.
12:02Wir können das ja dann beschreiben.
12:04Alle Teammitglieder an dem runden Tisch sind.
12:07Wunderbar.
12:08Da ist Kaffeea.
12:12Mama, du.
12:16Heute ist ein wichtiger Tag.
12:19Weil heute machen wir die Tür einmal auf, um uns zu zeigen, was wir hier vorhaben.
12:26In zwei Stunden kommen 80 Gäste. Gleich muss alles klappen.
12:39Oberbürgermeister Stefan Keller hat sich angekündigt.
12:41Die Dezernentin für Integration Miriam Koch, Pressevertreter und mögliche Arbeitgeber.
12:51Die Bewohner sollen zeigen, dass sie bereit sind, Jobs in der Gastronomie zu übernehmen.
12:57Hallo.
12:58Ja, wir kennen uns schon.
12:59Hallo.
12:59Das ist ja eine Verantwortung, die ich sehr ernst nehme.
13:03Und ja, ich will dafür auch abliefern.
13:06Ich möchte nicht, dass ihr nachher sagt, oh ja, super, wieder irgendein Geld, irgendwas hin.
13:16Das ist uns ein absolutes Anliegen, hier auch ein Modellprojekt zu verwirklichen, das Integration und Empowerment für Geflüchtete fördert.
13:27Die Chancen sind da, sie müssen jetzt ergriffen werden und dafür wollen wir Unterstützung leisten.
13:32Die Stadtverwaltung Düsseldorf hat die Finanzierung des Projekts für eineinhalb Jahre gesichert.
13:55Das Projekt House of Friends bekommt an diesem Abend viel Lob. Aber in den nächsten Monaten müssen Karin und ihr
14:01Team liefern.
14:05Eine aufreibende Zeit, denn Karin hat noch einen anderen Job.
14:10Seit neun Jahren managt sie hauptberuflich eine Sprachschule für Migranten mit vier Festangestellten und vielen ehrenamtlichen Sprachlehrerinnen.
14:21Hier entstand die Idee. Menschen brauchen mehr als einen Deutschkurs, wenn sie Teil der Gesellschaft werden sollen.
14:30Ständig ist Karin unterwegs. Sie sucht nach Arbeitsplätzen für die Bewohner des Hotels.
14:34In Düsseldorfs Traditionsbrauhaus Schumacher ist Chefin Thea Ungermann bereit, Geflüchtete einzustellen. Allerdings erst einmal auf Probe.
14:44Natürlich bieten wir gerne die Möglichkeit, wenn wir sehen, dass da Enthusiasmus hintersteckt und Ehrgeiz und Freude an der Arbeit.
14:49Genau. Und auch Ehrlichkeit und Belastbarkeit. Genau. Und da muss ich einfach nur ganz klar sagen, das muss bei den
14:58Teilnehmenden wirklich trainiert werden zum Teil.
15:03Auch Düsseldorfs größtes Hotel ist bereit, Geflüchtete aus Karins Projekt einzustellen. Im Frühstücksservice und Housekeeping.
15:11Doch damit eine Vermittlung klappt, muss Karin sicher gehen, dass die Bewerber wirklich motiviert sind. Baschir hat bisher noch kein
15:19Praktikum.
15:20Das andere, was ich fragen sollte, wenn ich jetzt mit der Personalchefin von dem Hotel spreche, bist du wirklich daran
15:29interessiert, Housekeeping zu machen?
15:30Ja. Okay, alles klar.
15:34Baschir ist 22 und träumte von einer Karriere als Fußballer. Als 16-Jähriger kam er ganz alleine aus Guinea, ohne
15:41Familie.
15:43Monatelang war er auf der Flucht. In Deutschland hat er den Hauptschulabschluss gemacht. Eine Ausbildung zum Pflegeassistenten abgebrochen.
15:52Das wird ja immer ignoriert. Die sind ja nicht hier mit dem Flieger angekommen, sondern die haben riesenharte Wege gehabt,
16:00wo andere so traumatisiert werden, dass sie gar nicht mehr arbeiten können. Das versuchen sie ja alles zu überwinden.
16:13Im Haus wird der Alltag inzwischen über regelmäßige Besprechungen mit allen Bewohnern geregelt.
16:19Ich sitze seit fünf vor eins hier und jetzt haben wir sieben nach. Wir haben hier Aufgaben, das steht dabei,
16:37zu erledigen von allen.
16:42Aber da ist gar kein Haken.
16:45Und es gab einen Regelverstoß.
16:49Es wurde in dem Zimmer geraucht. Das ist absolutes No-Go.
16:53In der Küche haben wir festgestellt, sollte man nochmal besonderes Training stattfinden lassen. Und zwar so häufig, bis es klappt.
17:02Und dann kommen wir vor, als ob ich wieder in die Mutti-Rolle zurückgewachsen bin. Eigentlich habe ich ja alles
17:07schon großgezogen, aber jetzt sind es dann herrscharfe Neue aufgetaucht.
17:13Und es gibt Dauerthemen wie in jeder WG. Ordnung, Putzen, Aufräumen, Kochen. Das machen hier immer die Gleichen.
17:34Inzwischen sind neue Menschen eingezogen. Andere haben die Anforderungen des Projekts nicht ausgehalten.
17:42Walid, einer der allerersten Bewohner, ist wieder zurückgezogen in die Unterkunft für Geflüchtete.
18:02So, Leute. Fußball aus. Fußball. Pause. Halbzeit. Pause. Ihr könnt gleich weiterspielen. Es ist Halbzeit.
18:16So, wir gehen jetzt runter in den Keller. Salio, Bajir, Mohamed.
18:27Heute soll der Keller aufgeräumt werden.
18:31Rein, rein, rein, rein, rein. Diese sind sehr schwer. Ich will, dass die in einer Reihe sind wie eine Bank.
18:42Cutst mit deinen Zünger.
18:54Den würde ich mal aufheben. Der ist ja noch wie neu oder ist neu. Von einer Waschmaschine.
19:01Waschmaschine, ne?
19:03Aufheben.
19:05Nicht wegschmeißen.
19:06Seit 2,5 Jahren
19:09habe ich hier
19:09nicht so viel kontaktiert.
19:13Ich kann nicht jeden Tag
19:15mit den deutschen Menschen reden.
19:18Aber seit
19:19einem Monat muss ich
19:21hier Deutsch reden.
19:23Wir haben nur eine Sprache
19:25hier, nur Deutsch.
19:27Die Papierluchtpapier?
19:29Locher. Das ist ein Locher,
19:31aber von 1950.
19:34Deswegen weg.
19:36Weg.
19:38Mohammed ist 34 Jahre alt und vor 3 Jahren
19:42aus dem Irak geflohen.
19:44Er setzt große Hoffnung
19:45auf das Projekt, um Arbeit und
19:47Freunde zu finden und perfekt
19:49Deutsch zu lernen.
19:50Sein Zimmer hat er gerade renoviert.
19:53Komm, guck mal ins Zimmer.
19:57Das ist dein Zimmer.
20:00Ja, das ist mein Zimmer.
20:02Und ich glaube,
20:03mein Zimmer ist ein
20:05Sweetzimmer mit Balkon.
20:10Guck mal.
20:11Am wichtigsten Teil eigentlich.
20:13Ich mag ja den Balkon.
20:20Hauptbahnhof.
20:21Ja, hier ist Hauptbahnhof.
20:234 Minuten zum Fuß.
20:24Wenn nicht regnet.
20:26Ich mag gerne regnen eigentlich.
20:28Ich mag auch regnen.
20:30Im Winter mag ich es.
20:32Toll. Ich komme aus dem Sudan.
20:34So, da ist es super.
20:37In meinem Heimatland immer
20:39Winter ist es sehr, sehr schwer.
20:41Wir haben viele Schnee,
20:44viele Regen.
20:45Und ja, du kannst
20:47schon in Google
20:49mein Heimatstadt.
20:51Ich habe Schnee nur hier in Deutschland gesehen.
20:54Wichtig?
20:54Das war ja letztes Jahr
20:56war mein
20:57also
20:59erstes Mal
21:01Schnee sehen.
21:02Ich war total
21:02froh.
21:04Also auf der
21:04Straße, die alle Menschen sind,
21:07würden.
21:07Nur ich.
21:08Total froh und ich mache ja
21:15Jeder hier hat andere Dinge zu Hause hinter sich gelassen.
21:18Und versucht sich mit der neuen Welt anzufreunden.
21:22Der Austausch miteinander hilft
21:24und ist Teil des Konzepts im House of Friends.
21:36Bashir ist auf dem Weg zu seiner Schicht.
21:38Er arbeitet inzwischen in der Altbierbrauerei Schumacher.
21:51Ich gehe auf Arbeit und ich bin da ein Spieler.
22:00Angefangen hat Bashir dort als Praktikant.
22:03Jetzt, drei Monate später, ist er angestellt.
22:06Und muss seinen Dienstplan einhalten.
22:10Acht Stunden mit Pausen.
22:12Fünf Tage die Woche.
22:14Durchhänger kann er sich nicht erlauben.
22:18Er würde gern wieder Fußball spielen.
22:21Regelmäßig.
22:22So wie früher in einem Verein.
22:24Aber das passt nicht zu seinem Schichtdienst.
22:28Bashir setzt gerade andere Prioritäten.
22:35Nee, manchmal Spaß, manchmal auch nicht.
22:37Wie immer so.
22:39Ist ja in der Routine.
22:42Bashir gehört jetzt fest zum Küchenteam.
22:45Eine Chance auf Zukunft in der ältesten Hausbrauerei Düsseldorfs.
22:50Seit 175 Jahren liegt sie mitten in der Stadt.
22:57Den harten Alltag in der Gastronomie kennt Chefin Thea Ungermann seit Kindesbeinen an.
23:02Sie half schon ihren Eltern und Großeltern in der Küche und hinterm Tresen.
23:07Und würde nicht jeden einstellen.
23:09Sie arbeiten natürlich hier in einem Stück Düsseldorfer Kulturgut.
23:13Sie müssen schon die Philosophie auch von einem Brauhaus mitbekommen.
23:17Also dass es mal zügig geht.
23:19Dass die Gastro flexibel sein muss.
23:21Dass man auch ein bisschen umdenken muss und so.
23:25Das müssen sie schon von sich aus mitbringen.
23:28Hier kann man einen Einstieg haben.
23:29Und wenn wir als Arbeitgeber dann auch merken,
23:31da steckt mehr in einem Mitarbeiter.
23:35Dann sind wir die Letzten, die nicht sagen,
23:37du kannst auch weiterlaufen hier.
23:42Sehr zuverlässig.
23:43Verstehe ich sehr gut.
23:45Du kannst super schnell umsetzen.
23:48Und ja, er macht auf jeden Fall einen super Job.
23:50Der Jens ist mein bester Koch hier als Surf.
23:53Und wir verstehen uns gut.
23:55Und wenn ich so Hunger habe manchmal,
23:58ich sage einfach, bitte essen.
23:59Und dann mache ich mich.
24:02Inzwischen haben alle zwölf Bewohner im House of Friends
24:05ein Praktikum und erste Job-Erfahrungen.
24:08Und alle lernen Deutsch.
24:11Für Mohamed steht eine wichtige Prüfung an.
24:15Das ist mein B1-Zertifikat.
24:19Ich habe das schon mit sehr gutem Erfolg bestanden,
24:23im letzten Jahr.
24:25Und jetzt, ich habe schon die B2
24:29schon ein anderem Mal gemacht,
24:31aber ich habe nicht bestanden.
24:32Und jetzt zur Zeit, ich mache das Wiederholen.
24:35Die ganz kurz.
24:46Für Mohamed war es ein Rückschlag durchzufallen.
24:50Aber Karin und das Team haben ihn bestärkt weiterzumachen.
24:54Und jetzt versucht er es noch einmal.
24:57Wenn du möchtest, schönes Leben in Deutschland,
25:01die Sprache ist der Schluss von allen Türen.
25:06Wenn du keine Sprache hast, kannst du nichts machen in Deutschland.
25:11Aber wenn du eine schöne Sprache hast,
25:13kannst du alle Türen einfach aufmachen.
25:20Mohamed und Gulfidan haben sich inzwischen angefreundet.
25:23Sie machen sich heute gemeinsam auf den Weg zur Sprachschule.
25:27Ins Hisbi, das Karin vor neun Jahren gründete.
25:32Gulfidan, die in Ägypten als Lehrerin gearbeitet hat,
25:36unterrichtet dort inzwischen ehrenamtlich.
25:41Hey, Marco.
25:43Hallo.
25:43Hallo.
25:44Marco, das ist Gulfidan.
25:46Die würde heute mit dir lernen.
25:48Vielleicht kannst du ihr sagen, wo du Hilfe brauchst heute.
25:51Tut mir leid, mein Deutsch ist.
25:54Alles in Ordnung, ja.
25:57Ich brauche dieses Zertifikat.
26:07Und was brauchst du?
26:09Jeder von diesen Menschen hat ein besonderes Weg oder bei ihm.
26:15Ah, okay.
26:17Diese Stelle, als Lehrerin zu arbeiten,
26:20gibt mir immer dieses Gefühl, ich bin Schauspieler.
26:23Und ich habe ja viele Fans.
26:27Meine Schülerinnen und Schüler sind meine Fans.
26:30Ich mag das zu sehr.
26:33Ja, danke.
26:35Es sind immer noch nicht alle 40 Zimmer im House of Friends bewohnt.
26:40Die Bewerbungsgespräche laufen im Hintergrund regelmäßig weiter.
26:44Einige Bewohner sind ausgezogen, orientieren sich anders.
26:48Aber für die, die dranbleiben, gibt es echte Veränderungen.
26:52Das ist ja das Megapositive.
26:54Alles, was wir uns so gewünscht haben, sehen wir.
26:57Die Leute kommen in die Arbeit, sie lernen auf einmal besser Deutsch.
27:01Und es findet auch noch so eine Dynamik untereinander statt.
27:04Das ist halt natürlich eine Gruppendynamik.
27:06Wenn die ersten dann schon im Job sind oder ihre Praktikas machen
27:10und dann nach acht Stunden so hier einlaufen und was zu berichten haben,
27:14dann merkst du schon, dass die, die wir noch nicht im Praktikum haben,
27:18jetzt denken, oh ja gut, jetzt möchte ich auch mal so.
27:20Also ich glaube einfach da und verbrüchlich dran, dass das möglich ist.
27:24Die wichtigsten Sachen am Anfang ist einfach mal zu gucken, ist alles da,
27:29hat die Schicht davor aufgefüllt, weil sonst musst du das selber machen.
27:33Ja, kannst du ruhig reinhalten, die Flasche.
27:35Einen Bar-Workshop zum Reinschnuppern gibt es heute vom Profi Dimitri.
27:39Passt. Für das erste Mal ist das nicht schlecht.
27:44Witteschön. Tschüss.
27:47Prost, sagt man vielleicht noch. Prost oder Tschüss.
27:50Tschüss.
27:55Ja, genau.
27:59Wir Gläser werden eigentlich nicht.
28:02Das sieht doch schon anders.
28:05Und dann prüfst du am besten immer noch einmal im Licht, ob es wirklich poliert ist.
28:11Das ist nicht sehr schwer, diese Arbeit.
28:13Und ich kann viele Kommunikation mit den Gasten machen.
28:26Kaffee mit Karte gestahlen?
28:29Ich trinke Alkohol und auch ich mag nicht Trinkalkohol.
28:34Das war ich, ich mag nicht, ich arbeite in Bar und auch Alkohol.
28:39Ich mache Pratikum in die Hotel, aber Frühstück.
28:51Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit.
28:57Ich kann, wenn ich möchte, morgens im Schlafanzug auf der Straße spazieren gehen.
29:06Neben aller Arbeit gibt es immer wieder Integrationsworkshops. Heute das deutsche Grundgesetz. Das Thema gerade Religionsfreiheit.
29:18Die Frauen sollen ein Kopftuch tragen, aber nicht mussten. Sie haben Freiheit.
29:25Aya sagt, Hijab ist muss.
29:26Wie heißt das?
29:32Ich weiß schon, ich bin auch mit dem Kopftuch. Ich habe kein Problem damit.
29:38Aber Allah zwingt nie ...
29:41Richtig.
29:43Richtig.
29:44Richtig.
29:45Richtig.
29:47Einer und eine nach der anderen.
29:49Ihr merkt, Religion ist sehr vielfältig, hat viele Gesichter und Menschen verstehen in einer Religion unterschiedliche Sachen.
29:59Hier sitzen eins, zwei Frauen, die sich entschieden haben, kein Kopftuch zu haben, trotzdem Muslimer sind.
30:09Unser System ist anders.
30:12Wir möchten, dass Menschen frei leben dürfen und lieben dürfen, wen sie möchten, eine Religion haben, die sie möchten.
30:21Und das basiert auf unserem Grundgesetz, was wir uns da ausgedacht haben.
30:32Es gab Probleme in der WG-Küche. Immer wieder machte jemand nicht hinter sich sauber. Jetzt haben sich die Bewohner
30:40eine neue Lösung überlegt.
30:42Ganz klar, da ist besser.
30:45Also können wir da machen, ne?
30:47Da ist besser, ja?
30:48Ja.
30:49Wunderbar, dann machen wir eins hier.
30:50Zu meinem persönlichen Erstaunen und auch Entsetzen wurde einstimmig beschlossen, dass in beiden Küchen Kameras angebracht werden, damit nachher Beweismaterial
31:06entsteht, falls irgendeiner der Schmutzfinken wieder sein Unwesen getrieben hat.
31:14Ja, es war ein demokratischer Prozess, die Mehrheit hat abgestimmt.
31:23Volker, könnt ihr ein bisschen runter machen?
31:25Die Kamera ein bisschen runter.
31:27So ist perfekt, kannst du gerne fester machen jetzt.
31:30So eine HD hier, also wunderbar, ist alles top.
31:35Die nächsten Monate klappt es erstmal mit dem Gemeinschaftsleben. Und immer wieder kommen einzelne neue Bewohner dazu. Aber es gibt
31:45seltsame Überraschungen.
31:51Die zwei Bewohnerinnen und ein Bewohner und eine Bewohnerin haben mich ins Vertrauen gezogen am Mittwoch und mir erzählt, dass
31:59der bestimmte Dinge sagt, also schlecht über mich spricht.
32:07Er meint bei wohl mehreren Gelegenheiten, entweder im Einzelgespräch oder auch in der Gruppe, dass das House of Friends ein
32:18Ort der Illuminati sei.
32:20Ich gestehe, dass ich das erstmal googeln musste. Ich wäre auch Teufelsanbeterin und würde auch diese teuflischen Dinge gegen die
32:31Teilnehmenden richten.
32:33Also es ist alles eine, ja wie soll man sagen, verstörend ist das alles.
32:41Karin und ihr Team müssen reagieren. Der Bewohner, der die Gerüchte verbreitet hat, muss ausziehen. Und das Team organisiert psychologische
32:49Hilfe für ihn.
32:52Eine sehr stressige Zeit für alle im Projekt. Auch Karin kommt manchmal an ihre Grenzen.
33:03Ich mache ja viel freiwillig. Also es zwingt mich keiner. Ich habe halt schon zu dieser Energie auch einen ganz
33:11großen Ehrgeiz, die Dinge, die ich mir vornehme, auch zu einem Abschluss oder zu einem Ziel vorzubringen.
33:18Und nicht, ja lass uns mal das machen und dann macht man das gar nicht. Also Rungellaber, das liegt mir
33:23eigentlich gar nicht.
33:28Wann musst du heute los? Ähm, lass mal eben gucken.
33:32Karins Mann Ingo ist der Ruhepol zu Hause.
33:35Nee, er hat auch nichts geschrieben.
33:37Das dominiert einfach, ich sag die ganze Zeit eigentlich da. Die Karin ist, kommen Anrufe auch am Wochenende nochmal oder
33:46wird auch nochmal jemand getroffen, weil in der Woche nicht genug Zeit war.
33:50Ja, also das ist schon sehr dominant. Ich bin eher der Bremser in diesem Kontext, nicht prinzipiell.
33:55Aber in dem Kontext versuche ich aber ein bisschen beruhigend zu wirken. Aber unterstützen auch hundertprozentig.
34:01Mir ist einfach wichtig, dass ich meine Freundschaften pflege, dass ich meine Paarbeziehung pflege und ich versuche im Blick zu
34:10halten, wenn es dem Ingo zu sehr auf den Geist geht, wieder so extra Ingo Slots einzubauen.
34:15Also das ist schon ein bewusstes Handeln, ja. Außerdem, wir haben ja jetzt seit drei Jahren oder vier Jahren eingeführt,
34:21dass wir vier Wochen im Frühjahr irgendwo anders sind.
34:24Im Südeuropa meistens. Und das bisschen, was ich da arbeite, ist entspannt. Also ich da mal einen Call am Tag
34:31habe, das ist ja lachhaft.
34:32Das ist auch nicht so ganz realistisch mit dem einen Call. Ja, okay.
34:37Die Karin glaubt, dass sie abschaltet. Das ist schon mal ein Fortschritt. Und dann mit dem einen Call am Tag,
34:44das ist eine Illusion.
34:46Aber immer noch viel, viel weniger, als wenn ich jetzt hier in Düsseldorf unterwegs bin.
34:53Und dann ist sie auch schon wieder auf dem Weg. Diesmal ins Düsseldorfer Rathaus.
35:02Bei der Integrationsdezernentin und dem Oberbürgermeister der Stadt will sie heute Zahlen und Erfolge vorweisen.
35:12Ich fange mal mit dem Ist-Zustand an. Wir haben in Arbeit 20, in Minijobs 2 und 2 machen noch
35:21ganz, weil die ganz frisch sind und noch Sprachkurse machen.
35:26Das ist ja auch so eine politische Frage, die wir immer wieder diskutieren.
35:31Wir zwingen die Leute ja zunächst mal irgendwie ein bestimmtes Sprachniveau zu erreichen, bevor sie dann auf den Arbeitsmarkt dürfen.
35:37Ich würde ja immer sagen, lasst die Leute arbeiten, dann lernen sie die Sprache von alleine.
35:42Das würden eure Erfahrungen auch stützen, eine solche These.
35:49Erfolg für Karin und das Team. Die Stadt Düsseldorf hat die Finanzierung des Projekts noch einmal um ein halbes Jahr
35:56verlängert.
35:59Am Anfang waren wir nur ein paar und jetzt werden wir viele.
36:04Das hat dann schon sowas wie so ein Familienalbum.
36:07Gul Fidan hat das Projekt inzwischen verlassen. Sie ist zu Besuch.
36:13Ich habe schon bei Frühstücksservice Praktikum gemacht und auch bei Housekeeping, also um das Zimmer zu kontrollieren.
36:22Alles ist sauber, alles ist ordentlich und so. Und ja, das ist gut.
36:27Zurzeit brauche ich Arbeit.
36:29Ich hatte schon einen Termin beim Agentur für die Arbeit und dann die Mitarbeiterin dort hat mir auch gesagt,
36:36es gibt da andere Möglichkeiten zu machen, zum Beispiel als Vertretungslehrerin zu arbeiten.
36:45Gul Fidan hat sich entschieden, ihren Weg zu gehen. Sie will ihren Traum verwirklichen und in Deutschland als Lehrerin arbeiten.
36:53Hier im Projekt wäre sie verpflichtet gewesen, in der Gastronomie zu arbeiten.
37:03Walid, Bewohner der ersten Stunde, ist zurück. Am Anfang waren ihm die Anforderungen zu hoch. Jetzt, ein Dreivierteljahr später, will
37:11er es nochmal versuchen.
37:15Das Hausaufwand hat mir eine große Chance gegeben, wenn ich wieder weiter in diesem Projekt sein und arbeiten und wohnen.
37:28Dann kam er wieder und sagte, die sagen ja alle Frau Karin zu mir, Frau Karin, meinst du, du hast
37:35nochmal einen Platz für mich?
37:36Und da habe ich gesagt, hast du das jetzt auch wohl überlegt? Also wir können jetzt nicht immer so ein
37:39Gezummel haben hin und her.
37:41Und sagte er, ja, das hat er sich überlegt. Und es kam auch wirklich wie eine geläuterte Seele zurück, ja,
37:47der sich hier ganz toll eingebracht hat.
37:51Und der hat Pläne und die Menschen, die wir hier haben, die Pläne haben, die kommen auch weiter. Das ist
37:57so.
37:59Walid arbeitet jetzt dank des Projektteams im größten Hotel Düsseldorfs. In seiner Heimat war er Verkäufer.
38:09Ausgeblieben.
38:17Er hat sich bewährt. Und gerade hat ihm das Hotel eine feste Stelle angeboten.
38:24Seine Chance auf eine selbständige Zukunft.
38:28Er hat sich in der Nähe.
38:37Wenn das genug ist für mich, das Geld, kann ich eine Wohnung mieten, ja, weil es leider in Düsseldorf sehr
38:46schwer, eine Wohnung zu finden. Ja.
38:49Ich habe viel Wohnung gefunden, aber sehr teuer, ja. Kann ich nicht mit das Geld eine Wohnung mieten, ja.
39:00Aber ich suche weiter, ich suche weiter, ja. Jeden Tag, ich suche.
39:07Arbeit und Wohnung zu finden, sind die eine große Hürde. Das alltägliche Leben zu meistern, die andere.
39:14Wir haben zum Beispiel überhaupt nicht bedacht, wie viele Menschen schon verschuldet sind, wenn die hier einziehen.
39:19Wir haben uns dann erst mal Gedanken machen müssen, wie gehen wir damit um.
39:23Du kannst niemanden in die Erwerbstätigkeit begleiten und dann nicht dafür sorgen, dass der sich auch mit seinen Schulden so
39:29auseinandersetzt, dass er nachher keine mehr hat.
39:36Handyverträge, schnelle Konsumkredite, Miete in den Unterkünften, das verursacht oft die Schulden.
39:46Und dann ist da noch das Ordnungsproblem.
39:55Hallo, guten Abend, Leute. Das ist die tausendmal, wie wir das gesagt haben.
40:02Bitte, bitte, Restmull ist Restmull. Bitte, wir sind nicht der Putzenmann hier.
40:19Ich habe die verschiedenen Aufgaben, aber die wichtige Aufgabe für mich ist die Mülltonen.
40:25Immer kontrolliere ich die Mülltonen mit Geldmülltonen und Restmüll.
40:35Leute, das ist nichts hier.
40:39Manchmal ist es sehr schwer, weil ich habe keinen Bock mehr und ich habe keine Lust.
40:44Und man muss jede Woche dreimal, viermal wiederholen.
40:49Bitte macht das, bitte macht das, bitte macht das.
40:53Das ist nicht schwer, wenn man das selbst lernen kann.
41:02Hey, Trendsports, Leute.
41:04Ich bin dein Schialliger.
41:08Wir gehen los.
41:10Manchmal, da wollen alle ihre Anstrengungen einfach mal vergessen und nur Spaß haben.
41:14Habt ihr alle eine Fahrkarte?
41:25Habt ihr alle eine Fahrkarte?
41:28Ja.
41:29Ja.
41:30Ja.
41:30Oh, ha, ha, ha, ha, ha.
41:33Genau.
41:52Ich bin alt, das ist nicht falsch.
41:57Ohhhhhhhh!
42:00Football is my dream.
42:03It's my hobby.
42:05Since I was little, I play football.
42:08You play here too?
42:10Yes, sometimes with colleagues.
42:12But I don't have a team.
42:14It doesn't work with the work.
42:15Because if you have two issues,
42:18it doesn't work with the team.
42:27One of them, one of them, one of them, one of them, two of them,
42:31one of them, one of them, one of them, one of them, one of them,
42:32one of them, one of them, one of them, one of them, one of them.
42:34Bashir is still in the housebrauery Schumacher and worked
42:38in the kitchen.
42:39He worked in the kitchen.
42:40He worked from the spieler to the man of the pass.
42:43He has to do the Nachtische with it.
42:45And he has that Düsseldorfer Kulturgut
42:47completely changed.
42:49So, like his colleagues,
42:51who went on the way.
42:52He went on the way.
42:54Düsseldorfer Pillekuchen
42:55with Appelkraut.
42:57That is a Sauerbraten
42:58with Rosine.
42:59That is in Düsseldorf
43:00very well known.
43:01Since 30 years I was here in Schumacher.
43:04I started with a very small,
43:0617, 18-year-old young people.
43:08First time I was here
43:10for about six to eight months.
43:12Then I had more interest in it.
43:14The building was OK.
43:15My colleagues were OK.
43:17My Chefin was OK.
43:18My Chefin was wonderful.
43:19Then I stayed here.
43:21Then I amático.
43:22Then I am in my Düsseldorfer.
43:29Now they are in the Düsseldorfer.
43:34I am in the Düsseldorfer.
43:35Now that's our group picture of the Guangdong Düsseldorf.
43:39It was a very nice memory, all were fröhlich and all said that after these few hours they didn't feel
43:48anymore, but they just felt good.
44:06Walid is inzwischen ausgezogen in eine eigene Wohnung. Gerade ist er zu Besuch und will seinem Freund Andrew sein altes
44:14Leben zeigen.
44:15A small one.
44:22Yeah.
44:23Super.
44:24Wallid.
44:26Schritt für Schritt.
44:27Ja.
44:29Ergob, wie seid ihr mein Zimmer?
44:34Wo ich hab früher gewohnt.
44:38Ja.
44:38Ja.
44:40Ja.
44:41Ja, das Zimmer war schon, wirklich, ist noch schon.
44:44Und das ist meine auch?
44:46Ich hab vergessen.
44:48Ja, ja, alles gut.
44:50Warst du auch irgendwie traurig hier, wo du hier warst?
44:53Oh, viel.
44:55Jeden Tag.
44:56Okay.
45:02Aber ich hab ein neues Leben angefangen, ein neues Leben und ein anderes Tag, ja.
45:11Wir brauchen nur Heizung, dann haben wir alles.
45:13Ja, nur Heizung.
45:17Walid und sein Freund sind zurück nach Essen gefahren. Für alle anderen im Haus gibt es an diesem Abend ein
45:24gemeinsames Essen.
45:26Das waren die immer frisch, ne?
45:28Das ist nie so, wie bei der Amstrahl.
45:31Das war so.
45:37Danke.
45:38Das hat ja schon Vorteil, wenn Leute einem helfen, weiß ich was.
45:42Ein Jahr ist es jetzt her, dass Karin und ihr Team in diesem leerstehenden Hotel ihre Vision starteten.
45:48Von mancher Idee mussten sie sich verabschieden, zum Beispiel die Bewohner ausschließlich in der Gastronomie unterzubringen.
45:56Aber die Grundidee scheint zu funktionieren.
45:59Mohammed hat inzwischen eine feste Stelle bei einem Sicherheitsdienst.
46:06Also es stimmt eben nicht, dass die Menschen, die zu uns kommen, nicht arbeiten wollen und nicht arbeiten können.
46:13Das stimmt nicht.
46:15Also besser bewiesen werden kann es ja nicht, dass trotz all der Problematiken am Ende Menschen da sind, die sozialversicherungspflichtig
46:25beschäftigt sind
46:26und ihr Leben hier alleine bewerkstelligen können, weil sie auch viel gelernt haben über das Land.
46:31Piep, piep, piep.
46:33Wir haben uns alle lieb.
46:35Jeder esse, was er kann, nur nicht seine Nebenmacht.
46:42Aber wir sind ganz einfach.
46:45Das ist einfach nur wild.
46:49Das hat eine Musik, vielleicht?
46:52Ja.
46:54Das hat eine Musik, vielleicht.
46:56Ja?
46:56Ich bin schon mal, es ist einfach nur ...
46:57Das schon mal ...
46:58Ist einfach nur da ...
46:59Das ist einfach nur, oder?
47:00Jetzt hat sich einfach nur ...
47:00Nein ...
47:01Wenn ich sie auch mal ...
47:02Da wütend ist ...
Comments