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00:23Very nice, Rosas Abschied, yeah, that is
00:26doch wunderbar, ja, ich verabschiede mich gern. Es gibt ja diese Abschiedstourneen
00:31von Sängern, die sich endlos hinziehen. Das kann ja mir auch passieren,
00:37dass ich also vielleicht mich zehn Jahre verabschiede oder so.
00:44Es ist ganz schön, wenn man jetzt Abschied nehmen muss von allen,
00:48und das wird ja irgendwann passieren. Dann, wer ist mir liebgewonnen,
00:52welche Menschen sind mir am wertvollsten, wovon nehme ich Abschied?
00:58Von meiner Kunst, von meinen Ideen, von meinen Fantasien,
01:01von der Welt, die ja momentan schrecklich ist.
01:05Der Titel dieses Films beschlossen.
01:09Einen Tag später, Nachricht von Rosa. Ziemlich dringend.
01:14Ja, also Rosas Abschied finde ich nicht gut,
01:16weil dann kriege ich ja keine Aufträge mehr, weißt du.
01:19Weil ich muss ja noch arbeiten, um zu überleben,
01:24und kann es mir nicht leisten, zu sterben.
01:27Ich würde natürlich gerne sterben.
01:29Also ich finde, Glückskind ist sehr gut.
01:33Ich habe auch meine Memoiren, die ich in Arbeit habe,
01:37die siebten sozusagen, habe ich Glückskind genannt.
01:46Unser Ausbild bei einem Putin Mentorisch dringend.
01:49Oh, mein Gott.
02:14On the old Berliner St. Matthäus-Friedhof
02:17can be used to use the new grave.
02:20Rosa and his two men have chosen one.
02:26What should that do now?
02:29Probelieger, please.
02:30No.
02:31Please, Mike.
02:32It's full of stones.
02:34That makes no sense.
02:39Idiotisch.
02:40Na ja, so ist das, wenn man stirbt.
02:42Na ja.
02:45Vielleicht kommt meine Mutter noch mal rein.
02:48Ach ja?
02:48Ja, Wolfgang, ist das möglich, Ollis Mutter?
02:52Ich freue mich wahnsinnig auf den Tod.
02:54Ich finde das sehr befreiend.
02:57Denn ich glaube, mein ganzes Leben habe ich unter so einem Zwang gelebt.
03:01Ich muss arbeiten, ich muss sehr viel tun.
03:04Ich war in der letzten Zeit sehr depressiv.
03:07Und ich dachte, warum wache ich immer auf mit diesem Gefühl, ich will nicht mehr leben, ich will nicht mehr
03:13leben.
03:14Das ist so lästig.
03:16Und dann habe ich meine Psychologin befragt und die sagt, ja, das gehört zu dir als Künstler, das muss ich
03:20zulassen.
03:21Also insofern bin ich momentan noch nicht sterbensmüde.
03:26Aber das kommt immer wieder.
03:28Das ist ja das schöne Friedhöfe.
03:30Du hast hier eine Ruhe.
03:32Und es gibt Eichhörnchen.
03:33Ich liebe Eichhörnchen.
03:35Obwohl man sagt, dass die einen bösartigen Charakter haben.
03:37Aber sie sehen halt niedlich aus.
03:49Also das ist mir alles scheißegal.
03:51Berühmt und weiß nicht was.
03:52Es gibt so viele tolle Leute, muss ich sagen.
03:55So viele tolle Künstler.
03:56Ich bewundere so viele.
03:58Ja, was nehme ich denn heute?
03:59Die Bild-Zeitung nehme ich heute.
04:02Worauf ich vielleicht stolz bin, dass ich der produktivste Schwulenfilmer der Welt bin.
04:07Also ich glaube, niemanden der Welt hat so viel dokumentiert über Homosexualität, über Schwule, Lesben, Transgender.
04:16Und das eben über viele Jahrzehnte.
04:18Darauf bin ich stolz, dass ich das machen durfte.
04:23Also ich merke einfach an meinen Zeichnungen, dass ich friedlicher bin.
04:27Und auch an meinen Gedichten.
04:28Es ist ganz erstaunlich.
04:30Früher, mit 20, habe ich meine Beerdigung gefeiert und habe ermordete Könige gemalt und erstochene Prinzessinnen und so weiter.
04:41Und jetzt plötzlich ist das alles so fröhlich geworden.
04:43Ich male Blumen und Penisse und alles ist bunt und vergnügt.
05:00Das ist mein Hintern, wahrscheinlich kurz bevor Rosa ihn bekam.
05:06Also die meisten Leute, die diesen Dokumentarfilm sehen, fragen sich vielleicht, warum Rosa sich zu mir hingezogen fühlte.
05:13Aber das war ein guter Hintern. Also ich bin sehr stolz auf diesen Arsch.
05:24Rosa war einfach umwerfend. Ich war sehr glücklich, ihn zu haben. Und ich glaube, der Sex war gut.
05:29Ich meine, wenn du mit ihm im Bett warst, hat er dich einfach gefügelt.
05:33Er ging auf und ab, auf und ab, auf und ab.
05:37Du konntest das Bett verlassen und er hat es nicht gemerkt, dass du weg bist.
05:41Er hat immer noch gestoßen. Und wenn du dann wieder ins Bett zurück gingst, machte er weiter.
05:52Naja, weißt du, Rosa ist ein Mülleimer. Also Rosa genießt ja nicht.
05:56Und ich glaube auch nicht, ich meine, ich habe ihn nie beim Sex erlebt, aber ich glaube auch nicht, dass
06:00er Sex genießt oder genossen hat,
06:03wenn er den am Tag mit drei verschiedenen Männern hatte. Das ist... Also wie denn? Also ich...
06:10Ich stehe da ratlos gegenüber und denke so, wow, wäre nicht meins. Ich habe da ein anderes Tempo oder so.
06:17Und ansonsten frisst er alles in sich rein. So macht er auch Filme. Also frisst und scheißt die Filme aus.
06:40Ich weiß nicht, ob ich ihn hübsch fand damals. Rosa hat ein ganzes Gebäude gebaut. Ein rosa Gebäude mit ganz
06:51vielen Zimmern und Fluchten und Kellergebäuden.
06:54Und was weiß ich. Und da gibt es auch peinliche Räume. Aber er spielt ja damit. Was ist denn überhaupt
07:00peinlich?
07:03Rosa ist natürlich nicht jemand, der egal ist. Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Und das ist seine
07:14Qualität und auch sein Problem.
07:16Also er ist nicht so für alle nett. Viele Leute können ihn nicht ertragen. Und viele von meinen Freunden zum
07:25Beispiel,
07:25sie wollen nicht in eine Filmpremiere von Rosa kommen. Sie sagen, nein, es hat immer das Gleiche, immer das Gleiche.
07:33Aber ich versuche zu erklären, wie Rosa wichtig für die heutige Gesellschaft ist.
07:47Kinos sagen auch nicht schon wieder einen Film, wenn jedes Jahr ein neuer Film rauskommt. Ich meine, man kann ja...
07:51Das ist einfach diese unglaubliche Produktivität. Das ist einfach... Das ist ja Rosas Leben. Und er hat sein Leben in
07:59einer gewissen Weise vermarktet.
08:01Auch, ich meine, das ist ja eigentlich im Prinzip hochmodern, was heute Influencer machen oder auf Instagram.
08:05Das hat er ja damals schon gemacht. Und er hat gesagt, das Private ist öffentlich. Und hat sozusagen eigentlich die
08:13private Figur Rosa abgeschafft,
08:15die es natürlich gibt. Aber in der Wahrnehmung ist natürlich nur diese öffentliche Figur Rosa,
08:23die auch viel Privates inkludiert, sozusagen. Vermeintlich Privates auch.
08:33Für mich, für meine Generation hat er gekämpft, dass wir ein offen schwules Leben leben können, mein Mann und ich,
08:45ohne dafür diskriminiert zu werden.
08:47Also...
08:48Er hat ein Thema damals in die Gesellschaft gebracht, das keiner wissen wollte. Das war tabu. Das war in der
08:55Ecke. Das war tabu.
08:57Also das war am Rande der Gesellschaft und schmuddelig. Davon habe ich ja sogar wiederum profitiert viel später,
09:06dass ich da eigentlich schon in ein gemachtes Bett kam, obwohl ich auch Widerstände gespürt habe.
09:15Aber es gab eine Szene schon und die hatte Humor und die war dankbar, dass ich kam und Comics machte.
09:20Und da war Rosa nicht unbeteiligt, weil er halt vorher schon den Acker geflüchtet hat.
09:36Weil er hat ja immer noch diese Underground-Attitüde. Er tut ja immer noch so, als ob er der Warhol
09:42von Deutschland wäre.
09:43Aber er schafft es natürlich immer wieder noch, mit bestimmten Geschichten immer noch in die Schlagzeilen zu geraten,
09:51zumindestens, dass man ihnen überberichtet, dass man eben jedes Jahrzehnt seiner Geburtstage wahrnimmt
09:58und jeder Sender meint, wir müssen noch mal ein Porträt dieses Mannes machen.
10:07Deswegen würde mich persönlich interessieren, dass die queere Szene, wie gehen die mit Rosa von Braunheim um?
10:13Der Name müsste ihnen eigentlich noch was sagen, aber was sagt er ihnen und wie sehen sie ihn?
10:20Sehen sie ihn auch, wie wir noch, als ein Idol, als einer, der uns vorausgeschritten ist und einen Weg gebahnt
10:31hat?
10:31Oder sehen sie ihn eher als ein Fossil, als einen alten schwulen Zissmann,
10:37der ganz lustig ist, wie er mit rosa Zylinder noch in der Talkshow sitzt?
10:56Lieber Brandon, wie läuft es in der Schule und mit deiner Gesundheit?
11:01Ich hoffe, du bist inzwischen wieder ein gesunder Ficker.
11:04Ich fühle mich großartig. In Berlin ist es schrecklich kalt, aber die Wohnung ist toll.
11:09Ich habe fünf alte Damen zu mir nach Hause eingeladen und habe Tag und Nacht gefilmt. Es war unfassbar.
11:16Dann fährt er fort. Wie sieht es mit der Filmemacher-Kooperative aus?
11:20Hast du die Kopie aus Kanada bekommen? Hast du die 60 Dollar bezahlt?
11:25Hast du das Geld von Rob Baker bekommen, das Pressematerial aus Minneapolis?
11:29Es geht weiter mit ungefähr 20 Dingen, die ich tun soll.
11:32Bitte schreibe mir zu meinem Geburtstag, dem 25. November. Alles Liebe und Küssen.
11:42Ich habe mich eher als kleines Mädchen gesehen, mein Leben lang, das immer erobert werden musste.
11:48Meine Männer mussten mich immer jagen und erobern. Und dann habe ich mich auch gerne erobern lassen.
11:55Mike und Rosa kennen sich seit über 40 Jahren, waren mal ein Paar.
12:03Mike schneidet Rosas Filme.
12:07So eine Art Sandkastenliebe?
12:10Nein, nein.
12:18Rose waren die im Leben monogam. Aber ich meine, die Verbindung war sehr stark.
12:26Aber da, ja, nach fünf Jahren ging die Beziehung auf der Ebene nicht mehr. Das passiert.
12:37Das Thema Sex wird ihn immer begleiten. Das geht, also das ist, oder wie Penisse.
12:45Also Penisse, ähm, das, ich weiß auch nicht.
12:50Es ist ja ein Penis, Penisse sind ja quasi seine Maskottchen.
12:56Ja, der geht immer noch irgendwie die Zeitung holen und das dauert ein bisschen länger.
13:03Aber was er da macht, bin ich nicht sicher. Die Tagebücher versuche ich nicht zu lesen. Ehrlich gesagt.
13:12Besonders die alten.
13:29Ich meine, Sex hat für mich immer eine große, große Rolle gespielt. Ich glaube, dass es für viele Schwule, also
13:35nicht nur Schwule, sondern Heterosexuelle genauso eine große Rolle spielt.
13:38Aber Schwule haben sich eben mehr sexuelle Freiheiten genommen. Das ist ja das Schöne, dass wir sozusagen unserer Lust leben
13:47konnten und nicht jetzt eingezwängt in Ehe und so wie deine hier Ton- und Kameraleute, die eben ein tragisches
13:54Leben haben.
13:55Mit den Zwangsehen und Zwangsfamilien, ne. Kinder, die die Eltern anspucken und so weiter, ne. Das ist uns allen sozusagen
14:05als Schwulen nicht so, äh, das brauchen wir nicht.
14:19Ich meine, ich bin froh, dass ich in meinem Leben als schwuler Mann wunderbare Beziehungen hatte, tolle, tolle Männer.
14:28Und, äh, das, äh, ja. Und vor allen Dingen jetzt im Alter. Ich meine, dass ich den wunderbaren, süßen, intelligenten,
14:37etwas geisteskranken Oliver zum Freund habe, ist großartig.
14:42Also, der ist, macht tolle Sachen. Alles, was der macht, ist immer sehr, sehr gut. Und er beschützt mich und,
14:49äh, er meint es gut mit mir.
14:56Ich leide ja nun an Depressionen und Ängsten und Zwängen. Also, Rosa ist ja ein verrückter Künstler. Also, es ist
15:06ein verrückter Typ.
15:08Ich bin ja vom Amt von, ich bin ja amtlich verrückt. Also, ich bin ja wirklich verrückt, verrückt.
15:14Also, Rosa wirkt definitiv wie ein gutes Medikament. Rosa ist mein Schutz und mein Schirm und mein Halt. Ich kann
15:22mir, wie gesagt, ein Leben ohne Rosa gar nicht vorstellen. Rosa ist alles für mich.
15:40Völlig besoffen rief sie an. Sie hat angerufen nachts um elf und hat gesagt, du bilde dir nicht ein, dass
15:46du ewig lebst.
15:48Ja, und dann habe ich gesagt, naja, wann sterbe ich? Und dann sagte sie, also das war vor einem Jahr,
15:52ne, zweieinhalb Jahren.
15:54Und dann sagte ich, wie sanft, sagt sie. Ja, das ist doch schon mal schön.
16:15Das sind hier alles Requisiten noch von meinem Theaterstück, die noch nicht aufgebaut sind.
16:26Ich habe ja Anfang der 60er Jahre Malerei studiert. Ich glaube, das ist sogar ein Selbstbildnis von 61.
16:34Also, Film kam gar nicht in Frage. Film ist ja blöd. Also, es sind ja nur für Dumme. Das ist
16:40ein minderwertige Kunst, Filme.
16:43Ich dachte, Malerei und Literatur ist die höhere Kunstform.
16:50Das ist dann schon surrealer. Also, das kommt dann schon eher zu dem näher, zu dem, was ich dann jetzt
16:59mache oder so.
16:59So fantasievolle Figuren. Das sind wieder Ermordete, die ich gern gemalt habe.
17:10Rosa, der damals noch Holger Mischwitzki hieß, fiel auf, dadurch, dass er extravagant gekleidet war.
17:19Er hatte einen smaragdgrünen, glänzenden Anzug an und wilde, schwarze Haare.
17:26Ich kann mich an seine rote Brille erinnern, an rote Schuhe, an etwas Extravagantes und auch etwas, was mich erschreckt
17:35hat,
17:36weil es war ungewöhnlich, auf unserem Straßenbild so ein Exhibitionistisches und so eine Show schon herzustellen,
17:47mit Kleidung, mit Gestik, mit Körpersprache. Und ich fand es aber ganz, ganz toll, dass ich die Gelegenheit hatte,
17:57meine Angst darin zu verlieren, vor diesem Extrovertierten, weil ich bin ja eher andersrum.
18:04Rosa, Holger. Holger hat uns immer ein bisschen geärgert und hat gesagt, er ist der Einzige, der berühmt werden wird.
18:13Und da haben wir natürlich dann auch großmütig gelächelt und haben gesagt, lass ihn reden.
18:19Wir glaubten, dass wir die wahren Künstler sind und was überhaupt wahre Kunst ist.
18:24Im Rückblick ist das natürlich sehr komisch. Wir haben uns dann besoffen und dann natürlich noch mehr übersteigerte Fantasien gehabt,
18:31wie toll wir sind. Es war ein schönes Gefühl mit Gleichgesinnten. Die kamen ja alle meistens aus bürgerlichen Familien.
18:38Wir waren da sozusagen alle kleine Revolutionäre und kleine Außenseiter und haben uns gegenseitig bestärkt.
18:46Und das war ein unheimlich schönes Gefühl. Ein Gefühl von Freiheit, von Fantasie, von Anarchismus.
18:51Das war eine tolle, tolle Zeit. Zurückblickend war das so eine Aufbruchsstimmung.
19:04Er hat angefangen zu tanzen, ja, auf dem Asphalt, auf der Straße, mitten auf der Straße.
19:10Er hat Leute angesprochen und wir haben halt mitgemacht.
19:13Und ich habe Fotos gemacht und zum Teil eben auch mitgetanzt.
19:18Und das war so eine spielerische Form, wie, möchte ich sagen, es auch Kinder machen.
19:26Wie entdecken die die Welt? Und Rosa hat damit nicht aufgehört.
19:30Das war so eine spielerische Form, wie, möchte ich sagen.
19:57Wie, möchte ich sagen.
20:00Dietmar, ist Dietmar fertig?
20:02Bin da.
20:03Ah ja, sehr schön. Ja, es sieht gut aus.
20:0550 Jahre nach seinem Kultfilm hat Rosa die Bettwurst neu geschrieben. Als Musical.
20:11Ruhe bitte.
20:12Ist dir das nicht zu viel?
20:14Das nennt man Haltung.
20:15Wir tanzen in die Liebe hinein.
20:19I had a Unruhe, a Grundunruhe.
20:23I was in the trieb, I loved erotically, but also artically.
20:29And I was in the Neugier,
20:31I was in the Neugier, to be creative.
20:35I never had a big international break.
20:39I never had to do it because I couldn't make realist films.
20:44I couldn't make realist films.
20:46or I can work psychologically or so.
20:49That is not given me.
20:51I'm too much artist.
20:52I'm too much artist.
20:53And I'm also interested in high topics.
20:56Luzi, I love you!
20:58I love you!
21:00I love everything!
21:01I love your hair!
21:02I love you, Luzi!
21:05You are everything for me!
21:07I love you, Luzi!
21:09I love your love on the first glance.
21:12And I will always be with you.
21:14It must always be like today.
21:16Luzi, please!
21:17I will never lose!
21:19I love you!
21:20You are the first woman I love, Luzi!
21:24So I became a filmmaker.
21:25I decided to make crazy films.
21:29In a completely different style than all others.
21:32I didn't like it.
21:33I never thought I could do a job.
21:36And that happened.
21:37Because I was so unprepared.
21:39And I didn't want to swim against the water.
21:42I had to swim.
21:42The Bedwurst was in 10 days.
21:45I had an assistant,
21:47who set me the light and changed my role.
21:53And I made the camera.
21:55That was the directest,
21:57the directest,
21:59the directest,
21:59the directest,
21:59the way you can imagine.
22:02And I was like ...
22:07It's...
22:10It's so amazing that I lived in the United States.
22:12Not enough to do anything.
22:14An incumbent,
22:15By the way,
22:16anesehen like�트iller,
22:17by the represalian.
22:19So it's recommended?
22:22Just want to see what I am!
22:24And ah,
22:25Which Потому what the life is all about now.
22:27I told you !
22:29She ignored them.
22:31And they improvised them.
22:33I gave them just back to what they were doing.
22:35And that this was a Kultfilm,
22:37that you didn't know before.
22:41I don't have a chance, I'm behind me.
22:43I'm just doing it from the feeling.
22:48Okay, now you have the cigarette.
22:51Steck her in the mouth.
22:53Hol the Streichhölzer.
22:54Lass her kleben in the mouth.
22:56Lass her a little bit hängen.
22:58Of course I found them very badly.
23:03And that play and everything.
23:05And that amateur play.
23:06But I loved it.
23:07I just belong to those who find it great.
23:10There is the form not that,
23:14what I would probably be amazed,
23:18but the thoughts that develop.
23:20And so.
23:21But anyway,
23:25the sort of self-made form,
23:28the set of format,
23:31was always freeing for other filmmakers.
23:37And Rosas films have made me the courage.
23:40Because I thought,
23:41okay,
23:42if you're so high on the ground
23:43and you don't have to be 100%
23:45that handkerchief,
23:47you don't have to be with
23:48much love and energy
23:50to go to the thing
23:51and create your world
23:57and bring in the camera
23:58and so,
23:59then I can also be a filmmaker.
24:00Also,
24:01mich haben auch Rosas dilettantischste Filme
24:05bestärkt
24:05und beglückt auch.
24:08Ja,
24:08jetzt fall,
24:09jetzt fall ein bisschen rückwärts.
24:10Fall rückwärts.
24:11Ja, lass dich fallen.
24:12Lass dich einfach fallen.
24:13Ja.
24:14So,
24:15und jetzt knie dich nach vorne.
24:16Knie dich nach vorne.
24:17Ich habe ihn auch gequält.
24:19Ich weiß das.
24:19Wenn ich dann präzise Licht machen wollte
24:22und er sagte,
24:23ich brauche ihn nicht,
24:24sehe ich nicht,
24:24oder was auch immer.
24:27oder mit dem Ton.
24:29das mache ich später.
24:31Oder diese Sachen.
24:32Ja,
24:33und das ist seine Ungeduld.
24:34Er ist ein vehement,
24:36ungeduldiger,
24:37ungeduldiger Mensch.
24:39Das ist jemand,
24:41der,
24:42also zum Beispiel,
24:43die Grenzen der Disziplin
24:45jetzt überhaupt gar nicht wahrnimmt
24:47oder sie zumindest anders wahrnimmt.
24:49Also,
24:50wo hört Filmemachen aus,
24:51wo fängt Schauspielerei an,
24:53wo fängt Gedichteschreiben an,
24:55wo hört das auf.
24:56Das ist dem völlig egal.
24:59Versuch ein bisschen mehr im Gesicht.
25:00Du warst am Anfang besser.
25:01Du wachst jetzt auf
25:02und jetzt muss ich,
25:03jetzt juckt dich irgendwas.
25:04Oder geh nochmal mit der Zigarette,
25:07die Zigarette.
25:08Er hat angefangen
25:09und hat aber die Filme gemacht,
25:12die keiner erwartet hat
25:13und ist langsam wahrgenommen worden
25:16und auch anerkannt worden.
25:19Also,
25:21natürlich hat er nicht immer Freunde gehabt,
25:23aber er hat ja auch provoziert.
25:25Und wenn man provoziert,
25:26kann man nicht davon ausgehen,
25:28dass man immer gute Laune erzeugt.
25:31Sein Name ist politisch Rosa von Braunheim.
25:34Er wollte etwas,
25:35eine Botschaft schicken.
25:37Und leider,
25:41zum Beispiel seine Filme,
25:42manchmal sind er technisch nicht auf der Ebene
25:47von der modernen Technik.
25:49Aber für ihn war immer wichtiger,
25:52welche Botschaft schicken
25:53und was für ein Inhalt der Film hat.
26:09Ich hatte meine ersten Erfahrungen mit Männern,
26:13hatte ich schon als Teenager in Frankfurt.
26:17Da gab es,
26:20ein Mitschüler sagte mir,
26:22da gibt es eine Toilette,
26:23wo sich Schwule treffen.
26:24Und da bin ich heimlich mal hin,
26:27aus Neugierde.
26:28Und da standen die dicht gedrängt,
26:30im Dunkeln im Toilettenraum
26:32und zupften an ihren Schwänzen.
26:33Und dann kam die Polizei.
26:35Licht an und alle Personalien.
26:37Und da hatte ich Glück,
26:38dass das nicht weitergeleitet wurde,
26:41sondern das war ein irrsinniger Schock.
26:43Aber da war schon ein Interesse da.
27:01Hast du gut geschlafen, Mike?
27:03Mit wem?
27:05Ja, mit wem.
27:10Die Folge einer gewaltsamen Unterdrückung von Sexualität
27:13ist die Bindung des irrationalen Triebes
27:15an Gewaltsamkeit, Verbrechen, Perversion und Anarchie.
27:24So langsam kriegte ich dann raus,
27:26dass mich Männer mehr interessieren.
27:28Aber als exzentrischer Künstler in Berlin,
27:31wenn ich dann mit Kunstpelz und Barfuß
27:35irgendwie in eine Schwulenbar kam,
27:37das war bei den bürgerlichen Schwulen nicht sehr angesagt.
27:40Die fanden das furchtbar.
27:42Ich will kein Osterhase sein,
27:44obwohl ich sensibel und anlehnungsbedürftig bin.
27:47Und es hat lange gedauert,
27:49bis ich den ersten Freund hatte oder so.
27:51Also das musste ich erst mal rauskriegen,
27:54wie man sozusagen einen Freund findet
27:57und wie man attraktiv gefunden wird.
27:59Obwohl ich gut aussah,
28:00war ich denen zu stark in der Persönlichkeit,
28:02zu wild als Künstler
28:04und musste das auch langsam lernen,
28:07mich so zu benehmen,
28:09wie sich Schwule zu benehmen hatten.
28:26Schwule wollen nicht schwul sein.
28:28Sie wollen nicht anders sein,
28:30sondern sie wollen so spießig und kitschig leben
28:33wie der Durchschnittsbürger.
28:35Ich wollte keinen lieben, angepassten Schwulenfilm machen,
28:38der sagt, ihr Schwulen seid ja wunderbar und so
28:40und endlich könnt ihr frei leben.
28:42Sondern ich wollte einen kritischen Film machen,
28:44der auch ein bisschen die Verantwortung
28:46in den Schwulen gibt und sagt,
28:49ihr müsst selber für eure Rechte auch kämpfen.
28:51Ihr müsst politischer werden.
28:53Und nicht nur schwulenpolitisch,
28:55sondern auch mit anderen Minderheiten zusammen.
28:57Und forderte dann eben auch,
28:58dass alle sich outen und sagen,
29:00seid offen und steht dazu,
29:02damit andere auch den Mut kriegen
29:04und damit wir eine freiere Gesellschaft haben.
29:06Da die Schwulen vom Spießer als krank
29:08und minderwertig verachtet werden,
29:11versuchen sie noch spießiger zu werden,
29:14um ihr Schuldgefühl abzutragen
29:16mit einem Übermaß an bürgerlichen Tugenden.
29:19Sie sind politisch passiv und verhalten sich konservativ,
29:24als Dank dafür, dass sie nicht totgeschlagen werden.
29:28Wir schwulen Säue wollen endlich Menschen werden
29:31und wie Menschen behandelt werden.
29:33Raus aus den Toiletten, rein in die Straßen.
29:36Freiheit für die Schwulen.
29:45Ich habe gehört von dem Film und habe den gesehen.
29:49Und für mich war das eine Eröffnung in dem Sinne,
29:52weil ich jetzt wusste, dass ich nicht die Einzige bin
29:56oder die Einzige bin, die anders ist und anders denkt
29:59und anders fühlt und anders aussieht.
30:02Und er hat mir den Mut gegeben, dass ich mich geoutet hatte,
30:06als ich zwölf war.
30:10Wir wollen, dass nicht wirklich Leute zusammenschließen in Aktionsgruppen.
30:14Und das sind ja nach dem Film sind ungefähr 40 Aktionen
30:16oder im Zusammenhang mit dem Film 40 Aktionsgruppen.
30:19Ja sagen Sie doch mal, was dabei rausgekommen ist bei den 40 Aktionsgruppen.
30:24Der hat ja damals sowohl die Schwulen wütend gemacht, als auch alle anderen.
30:28Und das ist glaube ich gut, wenn die Szene selber sich so gespiegelt sieht,
30:34dass sie sich kaum ertragen kann.
30:36Dann ist ja irgendwas im Argen und das hat er geschafft.
30:40Ich meine, entweder nach dem Film versteckt sich der Schwule noch mehr und sagt,
30:45also ich krieg jetzt ganz hinter den Ofen und lass mich nicht mehr sehen.
30:48Und morgen bricht also Wahnsinn jetzt aus und die schlagen mich tot.
30:56Wir haben ja dann sehr bald die ersten Demos gemacht in Berlin.
31:00Und da waren ja lief- und rechts-schwule Läden sozusagen.
31:03Also Läden mit homosexuellen Angestellten, sagen wir mal so, und Besitzern.
31:06Da guckten die dann hinter den Schaufelzerpuppen auf die Straße und zogen zum Teil die Vorhänge zu.
31:12Die Friseure, die später dann als Gallionsfiguren kamen der Schwulenbewegung,
31:17die waren damals noch gar nicht für jemanden, der da das Boot zum Wackeln bringt,
31:23indem man selber gerade so ein Plätzchen gefunden hat.
31:27Und wir hatten dann also wirklich die bösen Leute am Straßenrand,
31:31die halt das Übliche gerufen haben, man hat vergessen, euch zu vergasen.
31:41Der Großteil der homosexuellen Männer mochte den Film überhaupt nicht.
31:46Das war eine ganz klare Nestbeschmutzung.
31:48Und deswegen wollten die auch Leute, von denen sie dachten,
31:51das sind so genau so Leute wie Rosa, nicht in ihren Kneipen haben.
31:54Also ich stand schon vor einigen Türen damals und kam einfach nicht rein,
31:58weil ich so aussah, wie ich aussah und eben den Stempel dann von dem Türsteher bekam.
32:03Du bist doch einer von Rosas Jüngern. Du kommst hier nicht rein.
32:08Ich würde mich freuen, wenn er dazu führt zu einem größeren Verständnis
32:12für andersartige Minderheiten.
32:14Sagen Sie bitte, wer was andersartig an uns ist.
32:17Sagen Sie das bitte konkret.
32:18Ja, aber entschuldigen Sie mal, dass Homosexualität und Heterosexualität
32:23was Verschiedenes ist, genau wie blonde und schwarze Haare, ist doch klar.
32:27Was ist dann das Verschiedenes?
32:28Was ist dann das Verschiedenes?
32:33Gell?
32:34Was ist denn das Verschiedenes?
32:45and the work of the class and we have to do this and that and that and Vietnam and so.
32:51It was really a way there, the own situation to connect with a political statement,
33:00with demonstrations, with all possible demonstrations.
33:02And that was really like a freedom, that you could really do it.
33:16Okay, now I have double makeup.
33:19Perücke and Make-up from the mother, Klamotten from the sister,
33:23Eva outed as a trans, at the church in the church.
33:28When we were on the stage and we all laughed, I thought it would be the perfect moment to say,
33:35that I am the so-and-so.
33:38And that they could not be so aware of or wanted and then it was like a shockwave.
33:46It went through the whole room.
33:48They had to be tortured, they had to be destroyed, they had to say,
33:53I'm a perverse Schwein, I'm a Kinderschänder, I'm a bad person, I'm a devil, all sorts of things.
34:01And that I would go to the hell, because it was the church of course.
34:04Of course, of course, of course, of course, from that point of view, I always had to make-up
34:07and I was as a woman and went to school.
34:11And that was through the film.
34:14Because I didn't have the courage to scream out or so.
34:21Clemens' love to Daniel and the freedom,
34:24which gives him the touch of his body,
34:26that gives him the feeling of kindness,
34:29the beauty of kindness and kindness of man to man.
34:33And to prove he wants to make-up the door open,
34:37and to all the world show how beautiful it can be,
34:40if two men love him.
34:42As my film, then 1970, I did the film, 1971,
34:46he was here on the Berlinale,
34:48and then there were already Fernsehberichte about the film.
34:51And there were my parents first from the television,
34:54that I was schwul.
35:05I was born in the Berlinale.
35:06I was born in Berlin and a musician in Berlin,
35:06With that, I had to do it.
35:06And I was not the only one.
35:09I was like,
35:09I think the greatest charm of the most homosexuality
35:13the fear of the parents,
35:15the love of the parents,
35:16and the love of the parents.
35:17That is, I think, a great fear.
35:32film premiere in münchen rosa hat in seinem leben über 150 filme gedreht
35:38ich glaube älter werden ist auf jeden fall eine sache der man sich nur entziehen kann wenn man
35:44ständig produktiv bleibt man kann sich ja mit arbeit ablenken von allem ich glaube das macht
35:50rosa ja eh der lässt ja nicht so doll an sich rankommen deswegen erlebt man den auch selten
35:57völlig echt ich weiß gar nicht ob es ob es ob es diesen diesen ganz echten rosa gibt weiß ich
36:09gar nicht genau oder ob nicht immer irgendwie show ist mein kleiner ich hab mich lieb
36:28bitte kommt alle mitwirkenden nach vorne ich performe unheimlich gern ich hatte immer das
36:36gefühl dass ich nicht ich kann nicht selber mehr empfinden auch beim sex oder der liebe hatte ich
36:45immer das gefühl da ist oben der kamera die beobachtet mich also ich möchte nicht viele
36:49machen um filme zu machen sondern ich will film ist sozusagen nebenprodukt von von der persönlichen
36:54entwicklung zum beispiel natürlich war es sah ich gut aus und es gab leute die mir hinterhergelaufen
37:01sind sich vor aufregenden die hosen gemacht haben und weiß nicht was alles aber ich habe mich
37:06persönlich nie so toll gefunden als junger mensch ich habe mich beruflich war ich überzeugt von mir
37:14dass ich eine berufung habe wenn ich weg bin bin ich weg dann ist jemand anderes da schöner klüger und
37:26erfolgreicher und wenn der weg ist dann ist da ein strand mit vielen vögeln und einem edelstein der so
37:34funkelt wie ich jetzt
37:38ja das ist doch großartig also ich wundere mich immer wer sowas tolles gemalt hat und geschrieben hat
37:45also ich bin total begeistert von mir jetzt auch mein theaterstück die bedwurst das musical ich frage mich
37:51immer wer hat das stück geschrieben und dann irgendjemand sagt ich hätte das selbst geschrieben
37:56das kann ich kaum glauben also ich habe große freude an mir das muss ich sagen also ja er wird
38:04ja immer
38:04als als egozentrisch und profil neurotisch bezeichnet na wenn du bei rosa siehst zum beispiel der ist es
38:14steckt alles geld in seine filme ich wüsste nicht was der an luxus hat er ist noch nie in urlaub
38:21gefahren der fährt natürlich weg wenn er irgendwo dreht er ist noch nie im urlaub gewesen mit seinen 80
38:25jahren nach dem dritten tag am strand wird er durchdrehen der muss irgendwas machen schaffen tun
38:33schreiben und wenn es nur tagebuch ist das ist das ist das ist sein lebens elixier und auch sein
38:38lebenssinn ich glaube ich fühle ihn mehr als dass ich weiß wie er ist ja ich glaube schon ich glaube
38:46dass
38:46er viele ängste hat und auch viel einsam ist irgendwie ist es so mein gefühl obwohl er 1000
38:59leute um sich hat glaube ich trotzdem dass er ganz oft das gefühl von einsamkeit in sich trägt also
39:05ich glaube die allergrößte panische angst hat rosa davon dass seine welt zusammenbricht dass er nicht
39:10mehr arbeiten kann und nicht mehr diese vier leute finanzieren kann mit denen er zusammenlebt und sein
39:16kleines rosa imperium in der konstanzer straße halten kann also wenn du den jetzt rausnimmst aus
39:22seinem eigenen system und du packst den in ein altersheim rein oder so oder in einer in einer
39:27einraumwohnung dann geht der ganz schnell ein da bin ich mir ganz sicher weil das kann ja nicht
39:33ist aber auch nicht schlimm vielleicht hat er ja auch das glück und fällt bei der arbeit tot um
39:51er war die große liebe meiner jugend ich habe gerade das tagebuch gefunden das er mir geschenkt
40:01hat ich glaube ich wurde gerade 27 denn ich schrieb in das tagebuch mein erstes geburtstagsgeschenk ist
40:08dieses buch von rosa von praunheim er liegt auf einer schaumstoff matratze im anderen zimmer wir
40:16haben uns la strada angesehen aber rosa meinte wir sollten beide schlafen und draußen schneit es
40:22heftig wir müssen zu diesem zeitpunkt etwa vier oder fünf monate zusammen gewesen sein
40:37zu dem zeitpunkt in der mitte der 80er jahre oder so zu den späten 80er jahren hin war glaube
40:44ich new york noch sehr seine welt und er hat ja dann auch gefilmt sagen wir mal dana lois zeit
40:51vor
40:51meiner haustür wo ich gewohnt habe und das war ja wirklich drastisch also da lagen die leute
40:57mit ihren nadeln im arm unter der treppe reinkam es war chaotisch es war wild und das hat er alles
41:10geliebt diese mischung aus vitalität und verzweiflung war glaube ich was ihn fasziniert hat an new york
41:30überall waren die schwulen es gab schwule theater es gab schwulen clubs hinterzimmer bars
41:40das war die totale freiheit man konnte meinen es gäbe eine schwule welt die dinge waren sexuell so
41:49aufgeladen dass ich das gefühl hatte dass ich als homosexueller nicht zu hause bleiben und schlafen
41:54du sollst rausgehen und sex haben das muss man tun
42:02und so war es auch du konntest du selbst sein und offen und schlugen
42:17du konntest machen was du wolltest du konntest egal was du dir vorgestellt hast was du anstellen
42:25wolltest konntest du machen da waren keine wie soll ich sagen keine prüden gesetze oder so oder verbotung
42:35oder so das gab es gar nicht man fühlte sich frei ja
42:56und seit längerer zeit will er überhaupt nicht mehr hierhin also auch wenn filme von ihm gezeigt wurden
43:01glaube ich ist er nicht mehr her gekommen also ich glaube er fliegt auch nicht mehr gerne irgendwie ja
43:08also ich glaube er hat new york sehr geliebt das war für ihn sehr sehr wichtig am anfang
43:21rosa war gerne im meatpacking district dort gab es rund um die uhr sex auch drogen es ist seltsam heute
43:30ist
43:30dort alles schick und sauber es ist steril geworden hätte ich kinder würde ich problemlos den
43:36kinderwagen dort durchschieben was ich zu rosas zeiten niemals gemacht ich glaube rosa hielt new york
43:43für tot weil das alles weg war das war es was er an new york liebte all die saunas und
43:48die sexclubs
43:50der underground ist verschwunden und das was oberirdisch war wie die schicken läden ich glaube er hatte
43:56fast einen hass darauf im grunde hat er gesagt new york ist tot es ist tot für mich die verbindung
44:16mitten in der party schwuler befreiung müssen homosexuelle männer plötzlich wieder neu auf ihr leben
44:22gucken auf ihr schwul sein noch blickt die heterosexuelle welt geschlossen weg als anfang
44:28der 80er jahre das große sterben beginnt 1981 war ja der erste artikel der new york times über aids wurde
44:36die krankheit die damals noch nicht hieß sondern irgendwie also dass verschiedene schwule eben
44:41krank werden durch eine krankheit von dem man noch nichts weiß die ansteckung mit aids erfolgt nur über
44:47den direkten austausch von körperflüssigkeiten sei es nun blut mit urin urin mit sperma sperma mit speichel
44:55mit blut blut mit urin und so weiter im kampf gegen aids versucht es rosa hier mit humor doch nicht
45:06nur
45:06sehen sie selbst
45:13mit
45:16ohne kondom da haben viele schwule das nicht ernst genommen ich meine weil sie der ansicht waren
45:22die krankheit ist jetzt schwule werden diskriminiert und alle sagen nur schule kriegen aids und und das
45:31lassen wir uns nicht gefallen wir wollen unsere sexuelle freiheit nicht wegnehmen lassen aber es
45:35war eben eine tatsache dass die ersten eben wirklich nur homosexuelle männer war
45:43rosa dreht weiter filme über aids schreibt artikel in zeitschriften über das sterben und sefer sex die
45:51schwule männerwelt ist gespalten
45:56rosa sah was in den vereinigten staaten geschah wollte deutschland war in diesem sinne war es
46:04heldenhaft aber er setzte sein ruf aufs spiel und so weiter
46:14ich war da einer unheimlichen panik ich habe aus dieser angst heraus und diesem
46:19verantwortungsgefühl etwas zu tun in der schulen community wurde ich unheimlich radikal habe
46:25die ehzhilfen beschimpft und habe viele schwule beschimpft dass sie mörder sind dass sie gleich zu
46:30gleichgültig sind
46:35die schwulen haben jetzt zehn jahre gebraucht zu lernen schwul sein zu ihrer identität zu machen
46:41sie wollen jetzt nicht jetzt zu ihrer identität machen müssen ja so und deswegen lehnen sie auch
46:49selber sex ab weil es zu sehr verknüpft ist mit aids und das ist so eine art massenselbstmord
46:57der schwulen den sehe ich nämlich und da möchte ich nachdenken warum bringen wir uns wissentlich
47:02um wir waren alle mitte 20 anfang 30 waren jeden tag oder dreimal die woche mit irgendeinem sterben
47:13konfrontiert mit tod konfrontiert wir mussten auf beerdigungen gehen wir mussten ja beerdigungsfeiern
47:20vorbereiten und ich weiß nicht was das macht man mit 30 normalerweise nicht und wenn wir dann
47:24jemanden wie rosa erleben den wir eigentlich auf unserer seite verorteten der plötzlich die
47:31seite gewechselt hatte und auf der seite der anderen stand und auf der seite in dem fall
47:36der spiegel vor allem stand und mit dem spiegel ja schwule denunzierte wir sind diejenigen die
47:46einfach drauf losvögeln und keine rücksicht nehmen und nicht aufpassen und deswegen kann sich das virus so
47:53schnell verbreiten und das haben wir ihm nicht haben wir ihm übergenommen und wirklich ihm nicht verziehen
48:04ich wollte wirklich leben retten und da war mir auch angst mache und panik mache war mir recht das fand
48:11ich richtig ganz nach amerikanischen vorbild rosa outet im deutschen privatfernsehen prominente als schwul
48:19dafür gibt es ärger und lob wie immer
48:25blut hier auf die tischplatte damit die leute ein bisschen aufwachen
48:28das glas die scheibe weil ich rege mich einfach auf über den papst zum beispiel war das mutig oder
48:37war das feige was du mit den leuten macht das wann müssen wir zu mitteln greifen und auch solidarität
48:43erzwingen sozusagen einem fall wo wir verzweifelt sind bevor wir sterben und alle zugrunde gehen mit
48:48müssen wir einfach noch mal ja ich meine wir müssen für unsere rechte kämpfen also ich will all diesen
48:54kampf haben wir verloren sozusagen und es ist so gekommen wie wir es befürchtet haben es gab dann
49:00die schwule ehe und die schwulen sind haben sich konservativ den heterosexuellen angepasst aber wir
49:08haben es nicht geschafft sozusagen uns vielleicht eine neue moral zu geben sozusagen neuen standard zu
49:14geben wie können wir zusammenleben auf eine menschliche weise ich meine das ist ja heute schrecklich dass du
49:27dann im internet wenn du irgendeinen satz sagst der nicht irgendwie in irgendein korrektes konzept passt
49:34dann sofort beschimpft wirst und deine ganze karriere sozusagen im arsch ist jetzt kommen wir in eine zeit die
49:42vielleicht wieder sehr prüde wird also wo sozusagen diese wokeness oder so vieles nicht mehr möglich macht
49:48und du musst dann studenten wenn du in film zeigst der irgendwie explizite szenen hat musst du vorher
49:54trigger warnungen machen und so weiter also und dann kann sich jeder aufregen er ist schockiert über den
50:01film und so weiter also das sind alles sachen die ich nicht kannte und so glaube ich wäre ich immer
50:08schnell
50:08in gefahr etwas dummes zu sagen und mich dann selber auszuschießen
50:19ich habe ein kondom geschenkt bekommen historisch ist es ja verankert würde ich sagen wäre schade wenn
50:29jemand eine geschichte ohne ihn schreibt das passiert schulen natürlich immer wieder wir werden ja
50:35traditionsmäßig rausgeschrieben aus der geschichte
50:42bald muss ich sterben steht hier
50:47und es wurde gesagt es sind die letzten dinge und ich werde ihn immer wieder fragen was er damit meint
51:01selbst ich der ich immer angst habe vor allen konflikten oder so habe von rosa gelernt ok du bist filmemacher
51:08du bist schwul also stell dich hin und sag es für alle die die aus deiner geschichte mut ziehen ist
51:17das
51:17von elementarer bedeutung
51:22selbst in der krise auch wenn ich mit vielen nicht einverstanden war aber du immer mit deinem namen und
51:29deinem gesicht immer bereit stand ist für debatten zu sorgen in die öffentlichkeit zu gehen und dich nie
51:37hast einschüchtern lassen also das ist etwas was ich wie gesagt auch wenn ich in vielen nicht einverstanden
51:42bin aber immer noch hoch anrechner und das überwiegt dann zu den anderen dingen wo ich sagen muss mein gott
52:00weißt du es gab zeiten in denen ich dachte er sei ein totaler idiot aber ich meine er ist gut
52:07zu mir
52:07gewesen es gibt leute von denen ich wünschte ich hätte sie nie getroffen das würde ich nie über rosa sagen
52:34die starre lang angehaltene letzte einstellung dieses films lässt noch einmal an unsere frage denken wie bringt man einen film
52:42plausibel zu ende für rosa von braunheim ist ein logisches ende schwer denkbar ihr schluss
52:50demonstriert nur die verlegenheit fast das bedauern aufhören zu müssen wo die anarchie doch so schön ist
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