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00:00.
00:00Tara named Double الله
00:02.
00:09Three, two, one, go.
00:14A long, healthy and healthy life.
00:19This is the goal of the Optim compinger.
00:22and optimierern.
00:25The Uhr, Tacho by Radfahren,
00:28Brustgurt, Wattmesser,
00:30a blood sugar messgerät.
00:33Um ihre Leistung zu steigern,
00:35tracken sie ihren Körper rund um die Uhr.
00:37It's actually bad,
00:41how a Uhr has control over your life.
00:46But what is behind the Wunsch,
00:48the Körper to the smallest detail?
00:50The way to vermessen.
00:51Wenn es dann rein effizienzgetrieben ist,
00:54egal, was es für psychoemotionale Konsequenzen für mich hat,
00:58dann wird's halt schwierig.
01:05Auch ich tracke verschiedene Parameter,
01:08um herauszufinden, wie fit ich eigentlich bin.
01:19Vor allem nach dem Laufen
01:20checke ich immer sofort meine smarte Uhr,
01:23um mir anzeigen zu lassen,
01:25wie schnell ich gelaufen bin,
01:26meine Durchschnittsgeschwindigkeit pro Kilometer
01:29und meine Herzrate.
01:30Ich find's einfach total spannend zu sehen,
01:33welche Daten ich da alle sammeln kann.
01:37Aber helfen mir diese Daten wirklich,
01:39gesund zu bleiben und länger zu leben?
01:41Wo verläuft die Grenze zwischen gesunder
01:43und nicht mehr gesunder Optimierung
01:45des eigenen Körpers?
02:05Meine Spurensuche beginnt in Österreich.
02:07Hier treffe ich einen Hobbysportler,
02:09der zwar älter ist als ich,
02:11aber der mir in Sachen sportlichem Lifestyle
02:13einiges voraus hat.
02:15Hi. Hi. Ich bin Frank.
02:17Ich bin Markus. Hallo.
02:18Wir sind fertig zu meinem kleinen Radator.
02:20Ja, sehr schön.
02:22Markus ist 51 Jahre alt,
02:24Familienvater
02:25und selbstständiger Unternehmensberater.
02:29Gut.
02:34Außerdem ist Markus begeisterter Hobbysportler.
02:38Regelmäßig nimmt er an Triathlons teil.
02:41Und dafür ist jede Menge Training angesagt,
02:45in das er viel Zeit investiert.
02:52Auf unserer gemeinsamen Tour merke ich direkt,
02:55wie fit Markus ist.
03:03Kannst du beziffern,
03:05wie viele Stunden du in der Woche für Sport investierst?
03:08Auch je nachdem, wie verfügbar ich bin.
03:10Aber es sind in der Woche
03:12zwischen 7, 8, 12, 14, 16 Stunden.
03:16Also je nach Trainingsphase auch mal ein bisschen mehr?
03:18Ja.
03:18Okay.
03:19Jetzt sind wir aktuell so bei 12 Stunden ungefähr.
03:22Das sind ja fast jeden Tag zwei Stunden, ne?
03:24Das ist so ...
03:25Ja.
03:26Das kommt hin.
03:27Das ist schon eine Priorität,
03:29die du dem Ganzen auch einräumst.
03:31Absolut.
03:32Wie vereinbarst du das denn,
03:33deinen Beruf und dann noch so viel Sport zu machen?
03:35Ja, das ist oft nicht einfach.
03:39Braucht auch ein gesamtes Setting, das irgendwie funktioniert.
03:43Also mit Familie, Freunden, Beruf und eigene Flexibilität.
03:48Also wenn wir Freunde treffen oder zur Familie fahren,
03:52dann fahr ich mit dem Fahrrad dahin.
03:53Mhm.
03:53Oder fahr einfach, wenn wir Urlaub fahren,
03:55mal zwei Stunden eher los und meine Frau sammelt mich dann ein.
03:58Dann muss man einfach versuchen, das zu arrangieren.
04:01Woran nimmst du die Motivation, so viel Sport zu machen?
04:05Wenn ich Sport mache, geht's mir einfach körperlich und mental besser.
04:10Mhm.
04:10Und der Sinn ist, vielleicht auch einfach im Alter fit zu bleiben.
04:13Ich hab da mit meinem Schwiegervater auch ein tolles Vorbild, muss ich sagen.
04:16Der wird jetzt 80, fährt noch Rennen mit, ist topfit.
04:21Und ich glaub, auch das ist eine Motivation,
04:24durch Sport einfach auch im Alter fit zu bleiben.
04:27Der Wunsch nach einem langen und vor allem fitten Leben
04:30heißt für Markus, seine Leistung ständig zu optimieren.
04:37Wenn man das einmal erlebt hat, dieses Gefühl,
04:39durchs Ziel zu kommen und einen Tag, zwei Tage nach dem Rennen
04:43überlegt man, Mensch, auch hier könnte man noch ein bisschen was rausnehmen.
04:46Und da könnte man eigentlich auch.
04:46Und so schlimm war es gar nicht.
04:47Und Mensch, wo ist denn das nächste Rennen?
04:49Das ist dann so ein Kreislauf.
04:52Und dann optimiere ich einfach ein bisschen
04:54und versuche vielleicht über Training
04:58beim nächsten Mal vielleicht ein bisschen besser zu werden.
05:00Mit seinem Ziel von ständiger Leistungssteigerung liegt Markus voll im Trend.
05:06In den letzten Jahren sind die Anzahl der Fitnessstudio-Mitgliedschaften,
05:10Tracking-Apps und der Umsatz durch Sportartikel massiv in die Höhe geklettert.
05:17An der Universität des Saarlandes untersucht die Soziologin Anja Röcke,
05:21woher dieser Trend zum Selbstoptimieren eigentlich kommt.
05:27Anja, liegt es in der Natur des Menschen, sich selbst optimieren zu wollen?
05:32Also es ist ein moderner Ausdruck einer sehr langen Tradition der Selbstverbesserung.
05:37Und da würde ich schon sagen, dass es zumindest in der Natur des Menschen angelegt ist,
05:43dass er nach Verbesserung strebt.
05:44Sonst wären wir wahrscheinlich auch nicht da, wo wir heute stehen,
05:46im Vergleich zu vor ein paar Tausend Jahren.
05:49Schon während der antiken Olympischen Spiele investieren Athleten Geld und Zeit,
05:54um sich und ihre Leistung zu verbessern.
05:57Von Gesundheitstrainern bekommen sie Fleischdiäten und strenge Trainingspläne verordnet.
06:02Aber eine Vorstellung von immer mehr Leistung gab es damals noch nicht.
06:09Das ändert sich mit der Neuzeit.
06:11Das Schicksal ist nicht mehr Gott gegeben, die Menschen können selbst über ihr Leben bestimmen.
06:17Jetzt entsteht die Idee von grenzenlosem Fortschritt und wird auch auf den eigenen Körper angewandt.
06:24Der Begriff des Optimierens taucht in den 1950er Jahren in Fabriken und Unternehmen auf,
06:31wenn es um das Verbessern von Arbeitsschritten geht.
06:34Vom Optimieren des Körpers sprechen wir erst seit der Jahrtausendwende.
06:42Ganz neu auf dem Markt sind sogenannte Longevity-Center.
06:46Private Praxen, die sich mit Langlebigkeit beschäftigen.
06:49Nicht selten an Orten mit hohem Durchschnittseinkommen, wie hier in Zürich.
07:00Hallo Frank, schön dich zu sehen.
07:01Hallo.
07:02Gut angekommen?
07:03Ja, super.
07:04Bitte sehr.
07:05Anna Erath ist Ärztin für Innere Medizin, Sportmedizin und leitet das Longevity-Center.
07:16Anna, du beschäftigst dich hier mit Longevity. Was ist das denn eigentlich?
07:19Wenn wir von Longevity sprechen, sprechen wir eigentlich von der Optimierung der Gesundheit
07:24und das Erreichen von der bestmöglichsten Gesundheit, was eine Person, ein Individuum erreichen kann.
07:31Wenn wir von Autos sprechen oder von einem PC sprechen, dann macht man ja immer ein Update und man schaut
07:38immer, dass alles gut läuft.
07:39Und warum sollten wir das nicht, wenn es um unsere Gesundheit geht, warum sollten wir nicht ein bisschen auch dort
07:47ein bisschen investieren?
07:48Auch Roman möchte in seine Gesundheit investieren. Er ist 38 Jahre alt und Führungskraft in einem internationalen Baukonzern.
08:01Was bedeutet Langlebigkeit für dich, also so lange gesund zu leben? Wie wichtig ist das?
08:07Das ist eine gute Frage. Also will man ewig leben, steht ja irgendwie dahinter als Frage. Ja, ich würde gerne
08:16bis zum Schluss sozusagen möglichst gut leben.
08:21Dafür nimmt Roman in der Schweiz auch seine kassenärztliche Vorsorge wahr. Doch die Untersuchungen hier gehen darüber hinaus.
08:28So erwartet ihn neben einer Blutprobe auch eine Speichelprobe zur Untersuchung seiner DNA.
08:35Ein Ganzkörperscan, der den Fettanteil seines Körpers bestimmen soll.
08:42Und ein Test seiner Griffkraft.
08:48Den will ich auch ausprobieren.
08:54Deutlich unter dir. Mehr sage ich nicht.
08:59Die Langlebigkeitsmedizin setzt auf Prävention.
09:02Während die meisten von uns erst zum Arzt gehen, wenn Beschwerden auftauchen, sollen die umfangreichen Untersuchungen der Longevity unbekannte Risiken
09:09oder Krankheiten aufdecken, bevor sie zum Problem werden.
09:13Zum Beispiel Allergien oder Autoimmunerkrankungen.
09:17Dann kann man gezielt dagegen vorgehen, damit man erst gar nicht krank wird.
09:23Was passiert denn hier anderes als in anderen Praxen?
09:25Die Hausärzte haben eine extrem wichtige Arbeit und eine extrem wichtige Aufgabe.
09:33Die haben einfach viele Patienten, 50 pro Tag.
09:39Da haben sie nicht Zeit, unbedingt auch die Vorsorge anzugehen.
09:44Teilweise schon.
09:45Aber mit 50 Personen pro Tag kann man das gar nicht so richtig detailliert angehen.
09:51Und da, das ist unsere Aufgabe.
09:54Ein Check-up im Center fängt bei 1.800 Euro an.
09:58Jetzt ändert sich die Kraft ganz schnell. Pass auf!
10:01Schneller! Schneller!
10:04Volle, Pulle!
10:11So, anstrengend aus auf jeden Fall.
10:13Ja, jetzt ist hier ein bisschen anstrengend.
10:16Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht, weil die Studienlage zur Frage, ob Longevity-Medizin das Leben tatsächlich verlängert, bislang noch sehr
10:24dünn ist.
10:24Aus deiner Sicht, wie viel bist du bereit dafür, für deine Gesundheit auch auszugeben, zu zahlen?
10:31Ich möchte es gern so ein bisschen Schritt für Schritt angehen.
10:34Und deshalb mal schauen, was jetzt rauskommt und wie pragmatisch dann die Maßnahmen sind.
10:42Und ja, danach wird sich das so ein bisschen richten.
10:44Ich glaube schon, dass es sehr viel Sinn ergibt, zu versuchen, gesund zu bleiben und nicht erst wieder gesund zu
10:51werden, wenn man dann nicht mehr gesund ist.
10:55Wer vorsorgt, lebt länger.
10:57Jedes Jahr sterben in Deutschland über 120.000 Menschen an Ursachen, die durch Prävention vermeidbar gewesen wären.
11:06Ist Langlebigkeitsmedizin also der Schlüssel, um gesund alt zu werden?
11:11Darüber möchte ich mit der Psychologin Christina Röcke sprechen.
11:16Sie forscht an der Uni Zürich zu Faktoren, die ein gesundes Altern möglich machen.
11:26Ich war in einem Zentrum, in dem viele Tests gemacht werden, auch präventive Tests.
11:32Und erstmal finde ich, das ist doch erstmal ein guter Ansatz zu sagen, wie können wir ein gutes und langes,
11:40gesundes Leben haben, oder?
11:42Das ist grundsätzlich ein guter Ansatz, würde ich auch sagen.
11:45Ich glaube, was man aber auch gucken muss, ist, wer von uns will schon den ganzen Tag damit zubringen, möglichst
11:49nicht krank zu werden.
11:50Ich glaube, da geht es viel mehr darum, auch das positiv zu formulieren.
11:54Wie kann ich eigentlich, was ist mir wichtig, wie kann ich das möglichst lange tun?
11:59Studien zeigen, dass die Lebensqualität im Alter nicht nur von körperlicher Fitness abhängt,
12:04sondern auch von Selbstständigkeit, Teilhabe an der Gesellschaft und sozialen Beziehungen.
12:10Wenn wir von Langlebigkeit sprechen, wie sie im Moment gerade passiert und auch vor allem diese Longevity-Bewegung,
12:17dann hat man, so meinem Eindruck nach, auch oft so fast eher das Privileg, dann sich damit beschäftigen zu können
12:26und das Geld dafür ausgeben zu können.
12:29Ja, und ich denke, das ist auch ein ganz großes Problem, ich nenne das jetzt mal Problem, das finde ich
12:34schon nicht nur eine Herausforderung,
12:36dass diese viele von den Longevity-Ansätzen, die es da draußen so gibt, für viel Geld angeboten werden.
12:42Und wir wissen, dass Gesundheit schon sozioökonomische große Unterschiede aufweist in dem Zugang zur Versorgung, auch in dem Wissen und
12:51auch in der Möglichkeit sozusagen eben,
12:53sei es in Diagnostik, sei es in Behandlung, sei es in Wissen und Prävention und dass durch diese Ansätze eigentlich
12:59diese Schere noch viel mehr auseinander geht.
13:04Wer sich selbst optimieren möchte, muss sich das also leisten können. Fast anderthalb Milliarden Euro stecken im Markt der Selbstvermessung.
13:14Auch Markus hat sich eine Menge Technik gekauft, um seine Leistung genau im Blick zu haben.
13:21Wie ist denn das, welche Rolle spielt bei dir die Technik in dem Ganzen? Also, bist du jemand, der sich
13:26da auch gern so ein bisschen rein nerdet?
13:29Rein nerdet? Ja, ich glaube, das gehört irgendwann einfach dazu. Also, die Uhr, Tacho beim Radfahren, Brustgurt habe ich immer
13:38da.
13:38Für Herzfrequenz und so? Genau, Herzfrequenz, Wattmesser, dann aktuell ein Blutzuckermessgerät.
13:45Ja, kannst du dir mal kurz zeigen? Ach, das ist so ein Pflaster. Genau, kennt man von.
13:49Kenn ich sonst nur so von Insulinverzehrungen? Genau, ja. Das ist quasi dieselbe Technik, nur für den Sport angewandt,
13:55um zu sehen, wie der Körper auf unterschiedliche Nahrungsmittel reagiert, auf Belastung reagiert.
14:00Solche Fitness-Tracker und Sport-Apps nutzen etwa ein Viertel der Deutschen.
14:05Ja, war eine schöne Tour. War anstrengend, aber war auch richtig schön.
14:09Ja, das kann ich mir häufiger vorstellen. War da so das letzte Stück?
14:12Hast du Blut geleckt? Fahrrad-Blut geleckt.
14:15Ja, vielleicht doch irgendwann der Triathlon, wer weiß.
14:20Nach dem Sport wartet zu Hause schon ein Programm zur Datenanalyse auf Markus.
14:27Das, was wir heute gemacht haben, das war ja keine, für dich jedenfalls keine Einheit, wo du jetzt sagen würdest,
14:32da bist du an dein Limit gegangen.
14:34Würdest du dir trotzdem da rein speisen, um zu zeigen, was du gemacht hast die Woche?
14:37Ja, was haben wir denn heute? Hier sind wir heute. Ist gelb.
14:41Ja.
14:42Ist schon ein Indikator dafür, dass wir nicht alles erfüllt haben, was geplant war.
14:48Okay.
14:49Der TSS hier ist bei 48.
14:51Was heißt das?
14:52Das ist der Training Stress-Score und der setzt sich zusammen aus der Trainingsintensität und der Dauer.
14:58Okay. Und erreicht haben wir aber 48 von 124.
15:01Genau.
15:02Okay.
15:03Waren wir nicht intensiv genug unterwegs?
15:04Ja, nicht lang genug und nicht ganz intensiv genug.
15:07Und gibt es irgendwie so eine Gesamtüberschau, dass du so siehst, bist du auf dem richtigen Weg?
15:12Ja, das gibt es.
15:13Das Wichtigste ist hier dieses Performance-Management.
15:16So ein Gruß angucken.
15:18Okay.
15:20Viele Zahlen und Punkte.
15:22Wenn man das mal so sieht, hier gibt es so einen Peak.
15:25Das war der Ironman in langen Distanz in Italien.
15:29Ja.
15:30Und dann gab es eine Pause und Erholung.
15:33Und jetzt geht die Fitness kontinuierlich nach oben.
15:36Wie ist das für dich so zu sehen?
15:38Diese Kurve, die so nach oben wieder geht?
15:40Ja, sehr gut.
15:41Markus hat seine persönliche Performance immer im Blick.
15:45Die Kurve ist sein Gradmesser für seine körperliche Leistung.
15:49Ich frage mich, ab wann ist eigentlich das Ziel erreicht?
15:58Was würdest du sagen, ab wann ist man denn optimiert?
16:01Das Optimum ist ja das Bestmögliche.
16:03Aber die Optimierung verzeitlicht oder verstetigt eben diese Suche nach dem Optimum.
16:08Also man kommt nie an sein Ziel.
16:10Man muss immer, oder man will, man muss, ist oft nicht so klar, immer weitermachen.
16:14Also von der Idee her, von der Logik her, ist eben Optimierung, Selbstoptimierung, Prozess ohne Ende.
16:22Dieser endlose Prozess birgt die Gefahr, in ihm verloren zu gehen.
16:28Genau das musste Carina erleben.
16:31Auch sie hat lange versucht, ein möglichst gesundes und fittes Leben zu führen.
16:40So ein in ihrer damaligen Wahrnehmung ungesundes Croissant hätte sie sich vor ein paar Jahren nicht erlaubt.
16:48Wie kam das dazu, dass du diesen Healthy Lifestyle irgendwie haben wolltest?
16:55Gab es da einen Auslöser?
16:57Also wenn man ganz, ganz weit zurückgeht, war es, denke ich, der Herzinfarkt von meinem Papa.
17:04Das war wirklich schon sehr, sehr lange her.
17:06Wir haben in der Familie angefangen, mit gesunden Lebensmitteln auseinanderzusetzen.
17:11Also haben irgendwie Vollkornnudeln genommen, statt normalen Nudeln und so weiter.
17:14Aber ich würde sagen, es war alles noch so im normalen, gesunden Rahmen.
17:18Carinas Vater überlebt den Herzinfarkt.
17:20Auch durch diese einschneidende Erfahrung fängt sie an, viel Wert auf ihre eigene Gesundheit zu legen.
17:26Sie geht regelmäßig joggen und meldet sich in einem Sportverein an.
17:31Und wie oft warst du hier?
17:33Ja, war so mein zweites Wohnzimmer, habe ich immer gesagt. Also fast jeden Tag.
17:39Würdest du sagen, in der Zeit wolltest du deinen Körper optimieren? Ging es da um Selbstoptimierung?
17:47Rückblickend ja, weil eigentlich, ich habe einen super Job, in dem ich zufrieden war. Ich war nie übergewichtig, ich habe
17:56mich nie super schlecht ernährt.
17:57Eigentlich war alles okay. Und trotzdem hatte man irgendwie das Gefühl, dass es irgendwie mehr geben muss.
18:03Und dass man irgendwie doch irgendwie noch fitter sein kann und noch besser aussehen kann, noch glücklicher sein kann.
18:11Es reicht einem halt irgendwie nicht.
18:14Es klingt anstrengend.
18:15Ja, es war super anstrengend. Also jetzt heute denke ich mir auch so, mein Gott, du warst ja irgendwie, du
18:20warst ja immer unter Strom.
18:22Also mein ganzes Leben hat sich eigentlich, neben meinem Job natürlich, hat sich halt um Sport und Essen gedreht.
18:27Und würdest du sagen, du warst damals glücklich? So mit dem Lifestyle?
18:32Nee.
18:34Während des Corona-Lockdowns hat Carina kaum noch soziale Kontakte. Ihre freie Zeit füllt sie mit der intensiven Vermessung ihres
18:42Körpers.
18:45Welche Rolle hat Tracking gespielt dabei? Also ich habe selbst auch so eine Fitnessuhr.
18:50Ja, habe ich schon gesehen.
18:50Und die zeichnet ja alles genau auf. Hattest du sowas auch?
18:54Ja, hatte ich auch. Und diese Uhr war halt mein ständiger Begleiter. Also ich hatte die halt immer an, die
19:00war immer geladen.
19:02Und das hat mich auch nervös gemacht, wenn irgendwie der Akku mal leer war und ich irgendwie dann laufen gehen
19:06wollte.
19:07Also das ging eigentlich gar nicht.
19:09Weil das so eine Strecke ist, die man eigentlich ja tracken muss.
19:11Ja, ja, ja, genau.
19:12Sonst ist man ja quasi nicht gelaufen, wenn sie nicht dokumentiert.
19:15Ja, genau. Und ich konnte ja gar nicht mehr Intuitiv-Sport machen.
19:18Ich konnte auch gar nicht mehr sagen, hast du jetzt Lust raus zu gehen? Hast du jetzt Lust nochmal eine
19:24Runde, auch sei es nur spazieren zu gehen?
19:26Oder machst du das nur, weil deine Uhr sagt, dass dir halt noch 1000 Schritte fehlen?
19:30Ja, total.
19:31Auch ihre Ernährung plant Carina mit Hilfe ihrer Uhr.
19:38Ich wollte wirklich immer genau wissen, wie viele Kalorien ich verbrauche, um einzuschätzen, wie viel ich halt mir an Essen
19:45so leisten kann, in Anführungsstrichen.
19:48Also wenn es irgendwie am Wochenende Kuchen gab bei meinen Eltern, musste ich dieses Stück Kuchen mindestens mal verbraucht haben,
19:55weil dieser Kuchen kommt ja noch on top zu den anderen Mahlzeiten, die man so hat.
19:58Und das konnte ich halt immer sehr gut kontrollieren.
20:01Eigentlich schlimm, wie dann so eine Uhr irgendwie die Kontrolle über dein Leben bekommt.
20:07Carina nimmt in dieser Zeit 10 Kilo ab. Von ihrem Umfeld bekommt sie viele Komplimente für ihre sportliche Disziplin.
20:15Wann hast du denn gemerkt, dass all der Sport, den du da gemacht hast, irgendwie sich auch bei deinem Körper
20:20bemerkbar macht, vielleicht auch negativ bemerkbar macht?
20:22Ja, also so habe ich erstmal nichts gemerkt. Allerdings war es so, dass ich im März, also auch kurz vor
20:32Corona, die Pille abgesetzt hatte, weil ich einfach keine Hormone mehr nehmen wollte.
20:37Und ja, und dann meine Periode nicht kam. Ja, und da habe ich dann irgendwie langsam erst registriert, okay, ist
20:45es vielleicht doch nicht so gesund, mein gesunder Lebensstil.
20:49Durch das Übertraining und den Mangel an Kalorien steckt Carinas Körper ständig im Stresszustand.
20:55Er stellt den Hormonhaushalt auf Notversorgung. Ihre Periode bleibt deshalb aus.
21:01Was würdest du sagen, wie bist du denn mit deinem Körper umgegangen in all der Zeit?
21:06Boah, total lieblos, streng, unachtsam. Und es tut mir heute rückblickend wirklich richtig leid.
21:18Dass ich meinen Körper so geprügelt habe regelrecht und so gezwungen habe zu Dingen, die er auch überhaupt nicht wollte.
21:27Ich möchte verstehen, warum der Wunsch nach einem gesunden Lifestyle so unterschiedlich auf Menschen wirkt.
21:34Er kann motivieren, aber auch dazu führen, seine eigene Grenze zu überschreiten.
21:42Und dann zieht der gesunde Lifestyle plötzlich ungesunde Folgen nach sich.
21:49An der Internationalen Psychoanalytischen Universität Berlin hat Professorin Beninja Gerisch im Rahmen ihrer Forschung jede Menge Gespräche mit Selbstoptimiererinnen und
22:00Optimierern geführt.
22:04Was passiert in mir, wenn ich diese Werte sehe und dass sie eben nicht der Norm entsprechen oder ich vielleicht
22:10sogar im Vergleich auch zu mir selbst immer schlechter abschneide?
22:12Das kann entweder dazu führen, dass ich mich eben ganz zurückziehe, frustriert, depressiv, enttäuscht oder aber, das gibt es eben
22:25auch an Effekt, ich versuche pausenlos und unentwegt meine Leistung zu steigern.
22:31Und gleichzeitig kann mich meine Uhr auch immer wieder motivieren, mich motivieren, mich mehr zu bewegen. Es steckt ja auch
22:40viel positiver Input da drin.
22:42Ja, natürlich steckt da auch positiver Input oder sagen wir mal so, es kann positiver Input da drin stecken, wenn
22:50es mir gelingt, eine gesunde Distanz zu diesen Werten zu entwickeln.
22:57Natürlich auch je nach psychischer Disposition und Befindlichkeit führt es eben mitunter auch dazu, dass ich mich schlecht fühle.
23:08Es kommt also auf die psychische Disposition an. Die ist bestimmt durch Persönlichkeit, Selbstwertgefühl und die Umwelt.
23:16Professorin Gerisch hat auf dieser Grundlage drei Kategorien der Selbstoptimierenden definiert.
23:24Da gibt es die High Flyer. Das sind Meister des Multitaskings, die geradezu berauscht sind von den Möglichkeiten der Selbstoptimierung.
23:32Ihr Ziel? Die eigene Leistung steigern durch Sport, Tracking und Nahrungsergänzungsmittel.
23:38Sie findet man oft in wohlhabenden Schichten.
23:41Die Managerinnen und Manager, die im Berufsleben nach Effizienz streben und solche Maßstäbe auch an ihren eigenen Körper anlegen.
23:49Dann gibt es die Leugner, die das Selbstoptimieren zwar als einen psychischen Druck empfinden, das wollen sie aber nicht wahrhaben.
23:56Sogar körperliche Beschwerden verleugnen sie und versuchen weiter, sich zu steigern.
24:02Der dritte Typus sind die Getriebenen. Sie erhoffen sich von der Selbstvermessung Erkenntnisse über sich selbst.
24:08Sie suchen nach Selbstwert. Aber sie können dem Druck nach ständiger Verbesserung nicht standhalten.
24:14Dieser Typus droht, von dem Optimierungswunsch überfordert zu werden, was zu Depressionen oder Burnout führen kann.
24:21Die Übergänge zwischen diesen Kategorien sind fließend.
24:24Viele Selbstoptimierende vereint aber der Wunsch, sich zu vermessen, um sich selbst besser zu verstehen.
24:31Wir haben in den Interviews gesehen und heraushören können, dass oft es um den Wunsch geht, etwas Inneres, Unverfügbares, nennen
24:41wir es mal Psychisches, zu kontrollieren.
24:44Aber in den körperbezogenen Parametern bildet sich Psychisches nicht ab.
24:48Und auch es sagt nichts darüber aus, warum ich mich unter Umständen gegenwärtig so schlecht fühle.
24:54Das heißt also, es wird dann heute nicht mehr der Weg in die Psychotherapie gewählt oder in die Beratung,
24:59sondern es wird versucht, selbst über diese Techniken zu regulieren.
25:06Carina geht den Weg in die Therapie.
25:09Ihre Smartwatch verkauft sie.
25:10Und sie findet einen anderen Zugang zum Sport.
25:13Statt jeden Tag möglichst viele Kilometer zu tracken, macht sie heute lieber Yoga.
25:18Dann einmal die Arme von der Seite nach oben, genau.
25:42Ja, gut.
25:45Carina, wie lange hat es eigentlich gedauert, bis du wieder so zu einem Alltag gefunden hast, der nicht bestimmt war
25:50durch Sport?
25:50Ja, also tatsächlich hat mir Yoga geholfen, zumindest was so das Sportliche angeht,
25:56weil ich mich halt immer noch bewege dadurch, weil ich ja immer noch meinen Körper irgendwie spüre.
26:01Aber es ist irgendwie so eine ganz andere Art der Bewegung ist.
26:04Hast du das ganz alleine geschafft oder hast du dir da Unterstützung gesucht?
26:08Also ich bin in Therapie seit einiger Zeit.
26:11Da ist das auch ein Thema natürlich.
26:14Am meisten hat mir mein Mann eigentlich dabei geholfen.
26:17Wenn ich dann irgendwie joggen gehen wollte, hat er auch gefragt, hast du wirklich Lust drauf?
26:22Und dann saß ich da und dachte halt manchmal so, nee, eigentlich nicht.
26:26Eigentlich gar nicht.
26:27Und das war halt ganz gut, weil er mich damit so ein bisschen überführt hat.
26:30Was würdest du sagen, hast du denn jetzt so gewonnen durch diesen Lebensstilwandel?
26:35Naja, in allererster Linie, also der größte Gewinn ist natürlich, als ich meine Periode zurück habe seit letztem Jahr.
26:42Ja, das ist ja das größte Erfolgserlebnis, weil mir damit mein Körper ja auch ganz klar signalisiert hat, okay, danke,
26:49danke, ich fühle mich jetzt wieder wohl.
26:51Damit können wir arbeiten.
26:53Das ist wirklich mit Abstand das Schönste.
26:55Wie findest du das, dass Menschen sagen, sie wollen gerne mehr aus sich rausholen und vielleicht gucken, wo ihre Grenzen
27:01sind?
27:02Ja, also ehrlich gesagt, ich kann es mit meiner Geschichte absolut nicht mehr nachvollziehen.
27:07Ich sehe es sehr kritisch.
27:09Also wirklich, wenn man irgendwie keine anderen Probleme mehr hat, dann kann man irgendwie anfangen, sein ganzes Leben zu tracken
27:15und irgendwie alles noch zu optimieren, seinen Körper zu optimieren.
27:18Aber warum eigentlich und was steckt eigentlich dahinter, denke ich mir?
27:22Bist du irgendwie nicht zufrieden mit deinem Leben, so wie es ist und dankbar, dass du gesund bist?
27:26Warum immer größer, schneller, höher, weiter?
27:30Ich verstehe es nicht mehr so richtig mit meiner Geschichte.
27:35Hey, was ist der?
27:36Markus, hi.
27:37Ich bin frei.
27:39Sehr schön, dass es geklappt hat. Schön, dass Sie hier sind.
27:41Sehr schön, ich grüß dich.
27:42Gut hergekommen.
27:43Wunderbar, alles bestens.
27:45In München hat Markus heute einen Termin bei einem privaten sportwissenschaftlichen Institut.
27:51Hier lässt er sich alle paar Monate durchchecken.
27:53Sein Ziel, sich bestmöglich für den nächsten Triathlon vorbereiten.
28:00Auf die Plätze.
28:02Fertig.
28:03Los.
28:03Und komm, fest, fest, fest, fest.
28:04Los.
28:05Weiter, weiter, weiter, weiter.
28:06Komm, komm, komm, komm.
28:06Alles, was du hast.
28:07Komm, komm, komm, komm.
28:08Weiter, weiter, weiter.
28:09Gib Gas.
28:11Weiter, weiter, weiter.
28:12So ist es gut.
28:13Yes.
28:13Noch 5 Sekunden.
28:15Schöner, schneller, schneller, schneller, schneller, schneller.
28:163, 2, 1, danke.
28:24Hosea Frick ist Sportwissenschaftler und coacht Markus seit Jahren.
28:29Vor und nach dem Training auf dem Ergometer nimmt er Markus Blut ab, um seinen Stoffwechsel
28:34zu analysieren.
28:36Jetzt würdest du sagen, wie hat sich durch solche Messungen, auch wenn die immer einfacher werden,
28:40durch zum Beispiel Smartwatches, wie hat sich so dieser Hobbysport-Bereich verändert?
28:47Ja, komplizierte Frage.
28:49Ich würde sagen, der Hobbysport an sich hat sich sicherlich in einer gewissen Form professionalisiert,
28:54weil einfach mehr gemessen wird, weil auch mehr Leistungsdruck und mehr Vergleich zwischen
29:00Sportlern stattfindet.
29:01Und das sorgt schon dafür, dass mehr gemessen wird, mehr optimiert wird und eine gewisse
29:06Art der Professionalisierung einkehrt.
29:09Unter Hobbysportlerinnen und Sportlern steigt die Nachfrage nach so einem professionellen
29:12Coaching an.
29:13Warum glaubst du, kommen denn Leute hierher und wollen sich verbessern?
29:17Warum haben die so dieses Optimum im Kopf?
29:20In einem Sportler, der irgendwie kompetitiv unterwegs ist, steckt ja irgendwo oder bei
29:24vielen das Gehen drin oder die Idee drin, ich will besser werden.
29:28Und dann geht es um Zeitmanagement und die Zeit, die man hat, die optimal zu nutzen und eben
29:34zu wissen, hey, was muss ich denn überhaupt trainieren, um besser zu werden, weil die Zeit
29:38zu verschwenden, dafür ist dann die Trainingszeit am Ende zu schade wahrscheinlich.
29:42Durch das Ausdauertraining verbessert Markus auch die Funktion seiner Organe.
29:46Eine Leistungsdiagnostik zeigt, wie viel Sauerstoff er unter starker Belastung aufnehmen kann.
29:524,50 haben wir gleich, die Wurzel hier, auf geht's, weiter, weiter, weiter, komm,
29:55Trittfrequenz halten, Endspurt fahren, auf geht's.
29:58Noch 5, 3, 2, 1, jawohl, stark, sehr gut Markus.
30:09Ich kann sie ganz locker reinerpedalieren, ein bisschen ausfahren.
30:13Das macht dir Spaß, ja?
30:16Aus den Messwerten erstellt Hosea einen Trainingsplan.
30:20So soll Markus zwar seine Leistung steigern, aber auch Grenzen ziehen, um seinen Körper nicht zu überlasten.
30:30Grundsätzlich bin ich ganz zufrieden, dass wir mit dir, das ist schon mal schön, um hier den ersten Druck zu
30:35nehmen.
30:36Wir haben eine Schwellenleistung absolut von 252 Watt, das sind 12 mehr, als wir zuletzt hatten, das ist gut.
30:42Die Schwelle ist nach oben gerutscht, das heißt, die Einheiten werden härter.
30:46Weiß ich noch nicht, ob wir mich da freuen sollen.
30:48Interessant, weil du bezahlst ihn dafür, dich genau dahin zu bringen.
30:53Und das ist ja was, was du willst, das ist ja deine freie Entscheidung, dass du hier bist und dich
30:58auch durch diesen Trainingsplan.
30:59Ja, das gibt natürlich auch ein bisschen Druck.
31:02Also wenn Hosea mir den Plan einstellt und wir telefonieren nächste Woche und ich habe nichts davon abgearbeitet,
31:09dann wäre das nicht nur für ihn, sondern auch für mich frustrierend und dann würde der Pauschalik irgendwann sagen,
31:14gut, das lass mal sein. Also habe ich natürlich auch einen gewissen Druck, diese Einheiten dann auch umzusetzen.
31:19Brauchst du den?
31:20Ja, brauche ich schon, ja, also durchaus.
31:28Hast du durch deine Forschung das Gefühl, es gibt ein gesundes Selbstoptimieren, ein gutes Selbstoptimieren?
31:37Ja und nein. Also ich denke schon, also quasi das, was in der Optimierung an Gesundheitsorientierung und an Bezug auf
31:45Bewegung und so weiter
31:46und auch dieser Drang, Sachen besser zu machen, das ist ja per se nicht schlecht.
31:51Das ist ja, aber quasi, wenn es dann rein so effizienzgetrieben ist, so das Bestmögliche zu bekommen, egal auch, was
32:01es vielleicht für psychoemotionale, soziale Konsequenzen für mich hat,
32:06so dann wird es halt schwierig.
32:08Also eher gucken, so was tut mir gut und wie kann ich es schaffen, dass es mir gut geht, aber
32:13nicht so, wie kann ich das Optimum aus mir rausholen.
32:15Genau, wobei auch gerade, also wenn man sich in diesen Milieus wie Biohackers eben, also wenn man sich da die
32:21Sachen anguckt, mit den Leuten reden,
32:22merkt man ja auch, also da geht es ja auch nicht nur um irgendwie so einen rein strategischen Selbstbezug, alles
32:28aus mich herausholen,
32:29sondern da spielt ja der Gesundheitsgedanke auch eine enorm große Rolle.
32:32Mit Biohacking meint Anja Röcke eine Bewegung aus den USA, die auch in Deutschland Fuß gefasst hat.
32:38Die Idee dahinter, die eigene Biologie verstehen und dann optimieren.
32:43Ich bin in Bad Dürrheim im Schwarzwald, hier findet gerade ein Biohacking-Kongress statt und den schaue ich mir mal
32:49an.
32:52Auch hier mangelt es nicht an Gadgets und technischen Optimierungshilfen.
32:58Sieht doch cool aus.
33:00Zum Beispiel diese Brillen, die blaues Licht filtern und dadurch den Schlaf verbessern wollen.
33:07Oder eine aufblasbare Sauerstoffkammer.
33:10Die soll wiederum die Blutzirkulation optimieren und den Stoffwechsel anregen.
33:23Aber ich entdecke hier auch Angebote, die vollkommen auf technische Hilfsmittel verzichten.
33:29Spürt die Kraft und...
33:34Eisbaden gehört zu den Standardmethoden des Biohackings.
33:40Das soll mir helfen, meine Atmung zu kontrollieren und dadurch Stress abzubauen.
33:44Was muss ich beachten beim ersten Mal?
33:46Das heißt, wenn wir jetzt reingehen, atmen wir uns nicht rauf, sondern runter.
33:51Das heißt, du atmest ein, aber lange aus.
33:54Und eben nicht dieses...
33:56Sondern...
34:00Und wenn die Kraft in die Mitte...
34:02Arschbacken zusammenkleinen...
34:06Und alles macht Wärme und...
34:31Tatsächlich zeigen erste Studien, dass sich Eisbaden positiv auf den Blutkreislauf
34:36und das ganze Immunsystem auslotten kann.
34:44Ähm...
34:44Ich spüre, dass es überall kribbelt, auf jeden Fall.
34:47Und am Schluss hat es richtig, richtig wehgetan.
34:51Jetzt merke ich, dass...
34:53Das Kribbeln ganz langsam zurück, also ganz langsam nachlässt.
35:03Wow!
35:03Wow!
35:05Wow!
35:07Wuhu!
35:09Warum tut ihr euch das an? Warum bist du hier?
35:12Man spürt es einfach danach.
35:14Man ist fitter, man ist irgendwie energetischer.
35:17Es bringt einen eine gute Laune.
35:19Ich merk's noch nicht ganz, aber ich glaub, es kommt gleich.
35:21Kommt danach, der Effekt.
35:22This feeling that we have now in the ice, you can just take it with.
35:27And every time you notice, you are like, you do it, you take it down.
35:37And then you are immediately chilled.
35:43Also, at Biohacking, there is a wish for a healthy and long life.
35:49There is also a fitness program from Bewegungs-Coach Tim Butner.
35:55If I think about Biohacking, it's in erster Linie technique.
36:00I think about things that I do with my body or I do with my body,
36:07to optimize myself in a way.
36:10Many people lose their optimization in Biohacking,
36:12in this Optimierung, that I use Tools for tools, which there is no sense.
36:18Sometimes I say, feel me in you, how do you feel it?
36:21And for example, my father, in this generation, feel me in you, I feel nothing.
36:27I hear your inner voice, I hear nothing.
36:30Yeah, okay.
36:31And so it can be a very valuable hack or a good way to say,
36:35okay, I'm going to take a sleep tracker and he tells me first,
36:37how do I feel at the moment?
36:38Or I mess my pulse when I run.
36:39And so I can create a feeling for myself.
36:42But after a few months, I feel like I'm going to feel like I'm going to do it
36:47and I don't need this sleep tracker.
36:49That should be the goal.
36:53After the ice baths, I try myself to do it in the woods.
37:00This method sets on the healing power of the trees and on G-Meditation.
37:06An japanischen Universitäten ist Waldbaden ein anerkanntes Forschungsgebiet.
37:13Seit mehreren Jahrzehnten untersuchen dort Forschende die Auswirkungen,
37:16die ein Aufenthalt im Wald auf unsere Psyche und den Körper haben kann.
37:22Bereits ein kurzes Waldbad soll Atmung, Puls und Blutdruck verbessern.
37:29Kann ich also lange und gesund leben, ohne meinen Körper zu vermessen?
37:36Das will ich von einer echten Größe der Biohacking-Szene wissen.
37:40Simone Koch.
37:41Sie ist Ernährungsmedizinerin und teilt in Büchern, Podcasts und auf Social Media ihre Erfahrungen.
37:52Biohacking war ja erst super technisch. Also man hat halt angefangen so, dass man alles gemessen hat mit sich Geräten,
37:59den Herzschlag, die Herzratenvariabilität, den Blutzucker, dann wurde das in Excel-Tabellen und ausgewertet und alles hochgradig technisch.
38:07Und dann hat man irgendwann gemerkt, das macht auch wieder massiven Stress, also zumindest manchen Menschen.
38:12Und insgesamt ist das der Trend, aktuell im Biohacking wieder ein bisschen wegzukommen von der ganzen Technik
38:17und wieder mehr dahin zu kommen, dass man sich auch selber spürt und guckt, was passiert eigentlich in meinem Körper
38:22und was kann ich nutzen, um das besser zu spüren und um hier eben auch Veränderungen zu erzielen.
38:28Wie nehmst du das in der Szene wahr? Gibt es da andere Motivationen auch, vielleicht für immer jung zu bleiben
38:33oder so?
38:34Ja klar, die gibt es auf jeden Fall. Aber auch was steht dahinter?
38:37Also es ist dieses, wenn wir uns jetzt halt hier uns so angucken und wir spulen vor, wenn wir alle
38:4480 sind.
38:44Und der allergrößte Anteil ist entweder bereits tot oder nimmt halt eine ganze Reihe von Medikamente, ist chronisch erkrankt und
38:53kann sein Leben nicht mehr so leben, wie er eigentlich möchte.
38:55Und das ist halt die Idee bei diesem Longevity-Konzept, dass wir halt bis kurz vor Schluss bei einer Leistungsfähigkeit
39:03von vielleicht 80 Prozent bleiben oder so
39:05und wirklich das machen können, worauf wir Lust haben.
39:08Tatsächlich sind fast alle über 80-Jährigen mit mindestens einer Erkrankung in Behandlung, oft sogar mit mehreren.
39:16Fortschritte in der Vorsorge und Prävention von Krankheiten zählen zu den wichtigsten Gründen, warum wir heute überhaupt erst so alt
39:23werden können.
39:27Denn die heutige Lebenserwartung von 78 bis 83 ist ein Höchstwert.
39:34Vor 30 Jahren waren das noch sechs Jahre weniger und Anfang des letzten Jahrhunderts wurden die Menschen im Durchschnitt sogar
39:41nur 45.
39:44Das lag zum einen an den harten Arbeitsbedingungen. Schwere körperliche Arbeit, sechs Tage Woche und fehlender Arbeitsschutz.
39:53Zum anderen haben sich aber auch das Gesundheitssystem und eben die medizinische Versorgung ständig verbessert.
40:01Forschende vermuten allerdings, dass es beim Altern eine biologische Obergrenze gibt. Irgendwo zwischen 120 und 130 Jahren.
40:10Dann schafft es unser Körper nicht mehr, die Muskulatur und das Gehirn mit Sauerstoff zu versorgen.
40:16Wer ewig leben will, müsste also gleich in die Genetik des Menschen eingreifen. Und das ist bislang Science Fiction.
40:27Die gute Nachricht ist, heute sind drei von vier Menschen im hohen Alter zufrieden, obwohl die meisten von ihnen gesundheitlich
40:34beeinträchtigt sind.
40:40Wir sind mehr als unsere körperliche Gesundheit. Es geht darum, dass Menschen in die Lage versetzt werden, Entscheidungen zu treffen
40:48und für sie individuell ein sinnerfülltes Leben zu führen.
40:53Jetzt führe ich ein sinnerfülltes Leben eben nicht nur, wenn ich körperlich komplett gesund bin und wenn ich alle Risiken
40:59kenne, sondern auch, wenn ich in die Lage versetzt werde, ein, egal wie alt ich bin, möglichst gleichberechtigtes Mitglied dieser
41:07Gesellschaft zu sein.
41:08Wenn ich tatsächlich entscheiden kann, was ist mir denn persönlich wichtig, womit verbringe ich gerne meine Zeit?
41:15Spiele ich gerne mit den Enkeln? Lese ich gerne Bücher? All das ist mehr als das, was sozusagen wir körperlich
41:23sind.
41:23Sodass wenn Prävention ist gut, aber Prävention allein auf körperlicher Ebene macht noch kein gelingendes, langes Leben.
41:36Auf meiner Spurensuche habe ich Menschen getroffen, die ihren Körper auf unterschiedlichste Weise vermessen und optimieren.
41:43Mit dem Ziel, möglichst lange fit und gesund zu bleiben.
41:50Und ich habe von Soziologinnen, Psychologinnen und Ärztinnen erfahren, warum der Drang nach Selbstoptimierung sowohl motivieren als auch Druck ausüben
42:00kann.
42:08Ich habe auf dieser Reise auch viele Antworten für mich selbst gefunden.
42:12Ich bin super neugierig und lerne deswegen gerne mehr über meinen Körper.
42:15Und ich tue auch gern was für meinen Körper, weil mir meine Gesundheit wichtig ist.
42:19Aber all die Daten, die ich da so erhebe, die machen mir auch Druck.
42:22Vor allem dann, wenn ich mal nicht so performe, wie ich mir das wünschen würde.
42:26Und daran möchte ich gerne arbeiten in Zukunft.
42:28Meine Uhr will ich deshalb häufiger auch mal zu Hause lassen.
42:31Ich kann nichts messen, nichts tracken, sondern einfach nur auf mein Gefühl hören.
42:36Die Sehnsucht nach einem langen und gesunden Leben ist in uns Menschen angelegt.
42:41Aber auf dem Weg dahin ist es wichtig, dass wir uns klare Grenzen setzen.
42:46Denn gesund alt werden bedeutet nicht nur körperlich fit sein, sondern vor allem ein sinnerfülltes Leben zu führen.
42:53Egal wie optimiert wir sind.
42:55Bis zum nächsten Mal.
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