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00:10:19Hello.
00:17:35Thank you,
00:26:11Bye.
00:26:12Bye.
00:26:13Bye.
00:26:13Bye.
00:26:14Bye.
00:26:14Bye.
00:26:14Bye.
00:26:16Bye.
00:26:17In Flüchtlingsunterkünften, in Pflegeheimen oder Krankenhäusern gibt es entweder schlecht oder halbwegs okay, aber richtig teuer.
00:26:28Da wird teilweise noch nach Megabytes Volumen abgerechnet.
00:26:31Das ist doch aus der Steinzeit.
00:26:33Und Internetzugang ist eine Frage der Teilhabe.
00:26:36Und Teilhabe brauchen alle, auch in Flüchtlingsunterkünften und auch in Pflegeheimen.
00:27:14Ich komme, bin gar nicht gestresst, weil ich sage mal, ich mache so viel.
00:27:17Ich mache viele Termine im Land. Ich freue mich viel unterwegs zu sein, dass es auch wieder möglich ist.
00:27:23Warum haben wir uns für Rostock entschieden?
00:27:26Wir sind der Überzeugung, dass wir gerade für die Kreuzfahrtschiffe und auch für andere Schiffe, nicht nur für Kreuzfahrtschiffe,
00:27:32darüber intensiv nachdenken, wie können wir diese Schiffe eben abgasfrei machen, ohne CO2.
00:27:38Wir haben gerade mit Ihnen, mit der Neptunwerft, eine Werft, wo wir gemeinsam daran arbeiten,
00:27:46wie der Schiffbau im Grunde in den nächsten Jahren noch umweltfreundlicher wird.
00:28:16Es ist einfach wichtig, jetzt gerade beim ganzen Thema Klima- und Umweltschutz mit diesen guten Antrieben vorne dabei zu
00:28:23sein.
00:28:24Und da haben Sie ein großes Potenzial und dass Sie da vorne jetzt so auch investieren, das ist sehr sinnvoll.
00:28:30Wir haben schon besprochen, dass man auch als Land unterstützen muss und das hat ja auch unser Minister gesagt, das
00:28:36werden wir auch tun.
00:28:43Meine Politik und die Politik der Landesregierung vieler, vieler Jahrzehnte war immer geprägt davon,
00:28:50wie kann es uns gelingen, dass die Bürger finanziell klarkommen, dass sie wirtschaftlich klarkommen und wie kann die Wirtschaft sich
00:28:55weiterentwickeln.
00:28:57Und in Deutschland gibt es seit den 70er Jahren Gaslieferungen von Russland nach Deutschland.
00:29:04Es gab es schon, bevor ich überhaupt geboren war, bevor es überhaupt mein Bundesland gab.
00:29:08Und deswegen ist es auch nicht richtig, dass jetzt so getan wird, dass es irgendwie eine Idee der letzten Jahre
00:29:12ist.
00:29:13Und dieses russische Gas kam eben bisher sicher und vor allem sehr preiswert an.
00:29:19Es war vielfach preiswerter als andere Energieformen.
00:29:22Und das ist eben der Grund, warum wir uns für Nord Stream eingesetzt haben.
00:29:27Es war eben eine Leitung, die ja seit vielen Jahren am Netz ist und eine weitere, die ans Netz gehen
00:29:32sollte,
00:29:32für preiswerte Energieversorgung. Das haben wir nicht für Putin gemacht, das haben wir in Wahrheit auch nicht für Russland gemacht,
00:29:38sondern für unsere Bürger, für unsere Wirtschaft.
00:29:42Und die Abhängigkeit, die entstanden ist, ist ja nicht allein dadurch entstanden,
00:29:46sie ist ja entstanden, weil Deutschland gar keine anderen Alternativen hat.
00:29:49Das bedroht unsere Wirtschaft, bedroht die Existenz von Menschen.
00:29:53Die Leute sind auf der Straße, stehen gestandene Unternehmer vor mir und weinen,
00:29:58weil sie nicht mehr wissen, wie sie klarkommen sollen.
00:30:01Und das erinnert mich alles total an diese harten Wendejahre.
00:30:05Und da haben die Leute Angst und ich spüre diese Angst und ich trage die auch in mir,
00:30:10auch wenn ich jetzt nicht weinen kann und verzagen kann, sondern eine Lösung suchen muss.
00:30:14Aber diese Angst, die habe ich auch in mir.
00:30:17Wir haben das alles schon mal erlebt, wenn alles zusammenbricht und das wollen wir nicht nochmal erleben.
00:30:48Seit 20 Jahren wird geredet.
00:30:49Mit der Rente haben wir schon viel gemacht innerhalb der letzten 20 Jahre.
00:30:57Ich will AfD und Guttausschuss.
00:30:59Das wissen wir ja schon, dass Sie AfD wählen.
00:31:02Die jungen Leute wollen alle in die Großstadt.
00:31:04Ganz genau.
00:31:06Oder wollen dann nach dem Westen.
00:31:09Die zehn Jahre der Arbeit oft nach.
00:31:11Und die jungen Leute, wir sehen das ja in Grünbach, die vielen Leute, die zum Studium gehen, wo nichts sind,
00:31:17woher wieder zurückkommen.
00:31:18Ja, das ist das.
00:31:19Gerade zum Studium, weil wir keine Hochschule hier haben.
00:31:23Ja, CDU.
00:31:25Ja, CDU.
00:31:26Und nicht jetzt im Glauben, im christlichen Glauben in der CDU.
00:31:29Ich bin katholisch, das kann ich Ihnen sagen.
00:31:31Mein Kind geht in den evangelischen Kindergarten.
00:31:33Also das ist für mich schon wichtig.
00:31:35Es gibt für mich Halt.
00:31:36Und das wäre gut, wenn alle so denken würden in der CDU.
00:31:44Und man sollte doch mehr auf die Bibel blicken.
00:32:01Da gebe ich Ihnen recht.
00:32:02Aber es ist ja nicht so, dass die Sparkasse jetzt gänzlich dort alles zumacht.
00:32:06Sondern sie nehmen nur den Überweisungsautomaten weg.
00:32:10Also die Öffnungszeiten bleiben.
00:32:14Wir können ja nochmal Folgendes machen.
00:32:15Ich würde nochmal mit der Sparkasse reden.
00:32:18Ich würde sagen, hier ist es die Spezialfälle eben auch nochmal sagen.
00:32:22Und dass vielleicht auch an der Stelle der Überweisungsautomaten erhalten bleibt.
00:32:26Das können wir ja nochmal so gucken.
00:32:40Das wünsche ich Ihnen auch.
00:32:41Bis bald.
00:32:42Hat mich sehr gefreut.
00:32:43Alles Gute für Sie.
00:32:44Und eine gute Zeit.
00:32:46Tschüss.
00:32:47Tschüss.
00:32:49Tschüss.
00:32:49So, Mama.
00:32:51Folgendes.
00:32:53Ich höre.
00:32:54Ich muss nach Berlin heute Abend.
00:32:56Ja, okay.
00:32:57Jakob.
00:32:58Marco kommt heute Abend.
00:33:00Okay.
00:33:01Und von daher geben wir uns nur die Klinke in der Hand.
00:33:05Welche Zeit fährst du da heute?
00:33:06Eigentlich bin ich um sechs Uhr fahren.
00:33:08Aber ich muss wahrscheinlich noch mal kurz vorbeikommen.
00:33:10Also der sieht dich dann nochmal so sicher, oder?
00:33:14Hast du heute früh schon gesagt, dass du fährst?
00:33:17Ja.
00:33:17Ich habe gesagt, dass ich...
00:33:18Okay, hast du vorbereitet.
00:33:19Ja, hast du vorbereitet.
00:33:20Und ich komme morgen Abend wieder um sechs.
00:33:24Okay.
00:33:25Ihre Heimat sieht wirklich ganz schön aus.
00:33:29Aber manchmal finde ich auch, dass es so ein bisschen aussieht, als ob so eine Wurzel weg wäre, als ob
00:33:34so ein Kern weg wäre.
00:33:36Weil es nicht gewachsen ist.
00:33:39Ich sage mal, in alten Bundesländern sind die Städte ja mehr gewachsen.
00:33:43Immer wieder, immer wieder aus der Wurzel heraus, sage ich mal.
00:33:47Und die haben wir ja nicht mehr.
00:33:49Die ist ja irgendwann weggebrochen.
00:33:51Also ist was ganz Neues entstanden.
00:33:52Und das muss jetzt erst wieder wachsen.
00:33:55Das finde ich.
00:33:56Sind ja auch viele weggegangen.
00:33:57Genau.
00:33:58Das muss man auch dazu sagen.
00:33:59Sind auch viele weggegangen.
00:34:00Vor allem junge, ausgebildete Frauen.
00:34:03Genau.
00:34:03Die das dann aufbauen können.
00:34:05Und die Alten, die an der Vergangenheit hängen, die sind da.
00:34:10Und damit ist es halt schwierig, Neues aufzubauen.
00:34:14Das ist halt wie mit einem alten Stamm.
00:34:17Du musst jetzt weiter und du musst die Kufel abholen.
00:34:19Ja, ich muss jetzt die Kufel abholen.
00:34:21Meine große Notizität.
00:34:27Tschüss und Mammel. Bis später.
00:34:29Ich komme nochmal kurz vorbei.
00:34:30Ja, okay.
00:35:02Ich komme nochmal kurz vorbei.
00:35:06Das ist immer noch lange.
00:35:09So ist es?
00:35:10Ah, ganz schlecht.
00:35:11Oh, die wäre jetzt auch dran.
00:35:26Denken Sie manchmal noch an das alte Grundstück Ihrer Eltern?
00:35:29Da denke ich manchmal dran.
00:35:31Aber ich war seit ganz langer Zeit nicht mehr da.
00:35:35Meine Mutter kann da nicht mehr hinfahren.
00:35:37Der tut das zu weh.
00:35:38Aber ich muss meinen Kindern gern zeigen.
00:35:41Ihre Mama ist aus Feuerswerda.
00:35:43Und Ihr Vater?
00:35:43Mein Vater ist Schlesier und mit seiner Familie vertrieben worden zu Kriegsende und hat dann in Großsärchen mit seiner Mutter
00:35:51Zufluss gefunden, wenn mein Großvater irgendwo an der polnisch-russischen Front gefallen ist.
00:35:57Mein Vater ist, glaube ich, da nie so richtig angekommen.
00:36:01Und das hat es ihm vermutlich einfacher gemacht, da nochmal den Schritt zu gehen.
00:36:05Anfang 89.
00:36:07Meine Mutter wollte nie wirklich weg, auch nicht aus dem Osten.
00:36:11Hat auch eine andere Verwurzelung gehabt.
00:36:14Für sie war es am schwersten.
00:36:15Und das ist auch ein Thema, das sie bis zum Lebensende, glaube ich, nicht überwindet.
00:36:20Aber ich bin damit aufgewachsen, mit dem Gedanken, dass wir die DDR irgendwann verlassen würden.
00:36:26Und ich habe auch lange gebraucht, um heimisch zu werden.
00:36:35Die müssen wir wieder einsammeln.
00:36:39Ja, was haben Sie mir gedacht?
00:36:48Ich habe was gefunden. Ich lese es mal vor.
00:36:54Wer fleißig lernt und auch studiert, der wird doch meistens ignoriert.
00:36:58Man lässt der Talente achtlos stehen.
00:37:01Ein Ruck sollte durch Deutschland gehen.
00:37:04Unser gewähltes Parlament streitet äußerst vehement über relevante Sachen, die uns alle Freude machen.
00:37:11Die Homo-Ehe, ohne die das Land sofort geht in die Knie oder über grüne Karten, die wir so sehnsüchtig
00:37:19erwarten.
00:37:22Dabei, vom Osten her gesehen, könnte ein Ruck durch Deutschland gehen.
00:37:27Ein anderer Fakt sei noch genannt.
00:37:29Stolz, Nation, Heimat, Vaterland.
00:37:33Das sind verbotene Vokabeln.
00:37:36Sie kennzeichnen den miserablen und unverbesserlichen Rechten.
00:37:41Wer Deutschland liebt, den muss man ächten.
00:37:45Das schreibt Ihre Mutter 2004.
00:37:50Erzählen Sie mir, was ist in Ihrer Familie besprochen worden?
00:37:56Meine Mutter arbeitete in Paderborn zu dem damaligen Zeitpunkt.
00:38:00Ich weiß nicht, über welchen Zeitraum ihre Gedichte entstanden sind.
00:38:04Das Buch hat sie damals im Eigenverlag herausgegeben, weil es niemand veröffentlichen wollte.
00:38:10Ich denke, aus den Worten spricht eine ganze Menge Unzufriedenheit meiner Mutter.
00:38:19Und da kann ich, glaube ich, meinen Vater, obwohl er damals nicht mehr lebte, durchaus mit reinnehmen, dass sie glauben,
00:38:26dass es in Deutschland besser laufen könnte.
00:38:28Und da ist unsere DDR-Geschichte, die Erfahrungen, oder die Erfahrungen, dass Erfahrungen aus dem Osten gerade in der Generation
00:38:37meiner Eltern im Westen nicht ernst genommen wurden, glaube ich, ein ganz großer Teil.
00:38:42Da ist der Frust über die Wiedervereinigung und dem Wunsch, in Deutschland anzukommen, wenn im Westen unseres Landes der Wunsch,
00:38:55in Europa aufzugehen, aber bei vielen Bürgern sehr viel größer ist.
00:39:00Also das Gefühl, Weltbürger zu sein, Tourist zu sein, entscheidender ist als die eigene Herkunft.
00:39:24Wollten Sie Kinder haben?
00:39:26Ja.
00:39:28Ja, klar.
00:39:29Was für eine Frage.
00:39:31Ja.
00:39:33Und arbeiten?
00:39:35Ja, das kam für mich gedanklich gar nicht anders in Frage, als beides zu haben, Beruf und Familie.
00:39:42Ich habe immer gesagt, ich will ein Kind haben und arbeiten will ich auch.
00:39:48Und das kriegen wir schon alles irgendwie hin.
00:39:51Ich habe mir da keine Gedanken gemacht.
00:40:17Ich habe es ja, ich habe immer gesagt, ich habe es auch schon sehr gut gemacht.
00:40:22Ich habe es auch schon sehr gut in있는 kin, aber ich habe es auch schon sehr gut gemacht.
00:40:39These comics I find nice, they tell how it was in the D.D.R. and how it was in
00:40:48the
00:40:48different Zeitspannen unseres Landes geteilt oder nicht geteilt.
00:40:56Meine Mutter ist in Ostberlin groß geworden. Sie sagt immer, dass sie dank ihrer Ausbildung selbstbewusster
00:41:00aufwuchs als viele Frauen in der B.A.D. Das ist zum Beispiel hier auch eine Ostperspektive.
00:41:06Ich habe viele weibliche Abgeordnete aus den alten Bundesländern und Kolleginnen, die einfach dann sagen,
00:41:13wenn wir unsere Kinder in die Kinderbetreuung gegeben haben, dann wurden wir irgendwie als Rabenmütter bezeichnet.
00:41:20Kennen Sie nicht?
00:41:21Nein, genau. Meine Mutter wurde nicht als Rabenmütter bezeichnet, wenn sie mich in den
00:41:26Kindergarten gegeben hat und dann arbeiten gegangen ist.
00:41:29Hier gibt es ein Bild, das ziemlich düster ist. Die düsteren Bilder finde ich nicht so schön.
00:41:36Mich sprechen freundliche, klare Bilder an, mit Farben verbunden. Bei so traurigen und tristen Bildern
00:41:47frage ich mich immer, warum die Künstlerin oder der Künstler das so traurig gemalt hat
00:41:52und ob man nicht hätte auch was Positives sehen können. Aber es liegt vielleicht auch daran,
00:41:55weil ich grundsätzlich so eine optimistische und auch immer pragmatische Herangehensweise habe.
00:42:00Vielleicht ist es auch deshalb so, dass ich so ein Verständnis dann von Kunst da habe,
00:42:07dass ich eher die klaren, deutlichen, freundlichen Bilder sehe. Bei allem Realität, wo es auch Probleme gibt,
00:42:14die ich auch sehe, aber wo ich dann eben sage, da müssen wir eben besser werden,
00:42:18da müssen wir rangehen, da muss man was tun.
00:42:21Gibt es trotzdem eine Erinnerung an eine Situation, wo Sie es als schwer empfunden haben?
00:42:29Wo es so knirsch war?
00:42:38Naja, das ist schon, also wo mein Sohn beispielsweise, das war jetzt auch erst kürzlich,
00:42:43einfach krank war und das über eine lange Zeit und ich eben auch 14 Tage nicht hier sein konnte
00:42:50und wir aber auch 14 Tage Sitzungswoche hatten und wir uns alle gegenseitig angesteckt haben
00:42:59und alle krank waren und dann trotzdem ich auch viel digital teilnehmen wollte.
00:43:05Mittendrin ist mein Kind weggetreten, also der ist vom Stuhl runtergefallen und war weggeblieben.
00:43:17Ich hatte eine Leitung, eine Kommissionssitzung und meine Mutter kam mit einem bewusstlosen Kind.
00:43:26Und dann habe ich erst gesagt, ich muss hier aufhören, ich muss aufhören und mein Kind wieder beleben.
00:43:31Und das ist schon, also das war so ein Punkt, was schwierig war und was mir immer wieder noch in
00:43:39den Kopf kommt.
00:43:44Aber wir haben es geschafft, also er war bloß so weggetreten, aber wir mussten natürlich dann irgendwie ihn, er war
00:43:51weg
00:43:52und wir hatten Angst, dass er stirbt und ich musste gucken, dass er wiederkommt und hochgehalten und er kam nicht
00:43:59wieder
00:43:59und versucht dann Notarzt zu rufen, aber dann kam er wieder und aber es war für meine Mutter und ich
00:44:09war gerade in einer Konferenz und musste die leiten
00:44:11und dann habe ich gesagt, ich muss kurz raus, mein Kind ist bewusstlos und das war alles, also es war
00:44:17schlimm.
00:44:18Und das war so ein Punkt, der mir jetzt auch immer wieder so in den Kopf kommt.
00:44:28Und wenn ich dann nicht da bin eine Woche, dann mache ich mir da schon Gedanken.
00:44:35Okay.
00:44:37Okay.
00:44:45Okay.
00:44:46So, jetzt müssen wir ja gleich vereinbaren, ob wir jetzt abholen.
00:44:56Franzi ist auch da.
00:44:57Nein.
00:44:59Wieso?
00:44:59Ich kann ja nicht sagen.
00:45:00Ja.
00:45:02Einfach Platz nehmen.
00:45:04Einfach Platz nehmen.
00:45:06Einfach Platz nehmen.
00:45:06Ich habe mal ein Bild mitgebracht.
00:45:08Das ist ein Kunstwerk von Sabine Hornig und das Kunstwerk heißt, es genügt nicht.
00:45:16Und es zeigt den Deutschen Bundestag bei einer Abstimmung.
00:45:21Und positiv erscheinen im Bild nur die weiblichen Abgeordneten.
00:45:27Und da sehen wir auch ein Stück weit das Problem.
00:45:32Also wir haben aktuell einen Frauenanteil von 34,7 Prozent.
00:45:37Das sind vier Prozentpunkte mehr als 2017.
00:45:39Wir haben als Bundestagsfraktion als CDU noch 46 Frauen in dieser Legislaturperiode und 151 Männer.
00:45:52Und von den direkt gewählten Abgeordneten sind wir 25 Frauen, die direkt gewählt sind und 143 direkt gewählte Männer.
00:46:05Genau.
00:46:07So ist die Lage.
00:46:10Und da müssen wir was machen.
00:46:15Ich bin für die Quote, aber bei mir im Ort gibt es keine Frauen, die es machen wollen.
00:46:20Die kriegen Sie nicht.
00:46:21Und vor allem keine jungen Frauen.
00:46:23Ich meine, gerade Kommunalkolitik lebt von jungen Frauen, weil die wissen, was in der Schule verkehrt wird.
00:46:28Die wissen was in der Kinderbetreuung.
00:46:29Genau.
00:46:29Da werden die Gelder ausgegeben.
00:46:31Das ist so wichtig.
00:46:32Es gibt sie nicht oder kaum, sag ich mal, und schon gar nicht in der CDU.
00:46:37Ich habe einen dreijährigen Sohn und habe in so einer Sitzungswoche, eigentlich bin ich von Montag bis Freitag hier.
00:46:45Und mein Sohn hat damit aber ein Problem, wenn ich die ganze Woche nicht da bin, sage ich ihm so
00:46:49offen und ehrlich.
00:46:50So, der findet es nicht gut. Er ist die ganze Woche bei der Oma, fragt jeden Tag, wann kommst du
00:46:55wieder.
00:46:55Mama, Mama, Mama, wir telefonieren abends gar nicht, weil er dann weint, wenn ich nicht da bin.
00:47:00Montag, Dienstag zum Beispiel habe ich fast nur Fraktionsgremien.
00:47:05In der Pandemiezeit war das überhaupt kein Problem, dass es digital ist.
00:47:09Und jetzt merke ich, dass es Bestrebungen gibt, alles wieder nur in Präsenz zu machen.
00:47:14Aber warum soll ich gerade jungen Familienvätern und Familienmüttern nicht die Möglichkeit geben, hybrid dabei zu sein?
00:47:20Es ist aber nur eine Woche, wo das ist, ne?
00:47:2222 Sitzungswochen im Jahr.
00:47:23Aber weiß man nicht.
00:47:24Ich habe auch Wochenendtermine.
00:47:26Wenn man einen Job hat.
00:47:27Ja, klar weiß man das, was man einen Job hat.
00:47:29Natürlich, aber dann sagen eben in Zukunft viele Frauen, dann mache ich es nicht.
00:47:32Genau, das ist das Problem.
00:47:35Das Problem ist, dann macht euer Ding alleine oder dann machen es in Zukunft wahrscheinlich wieder nur Männer.
00:47:47Das ist doch ein Postsender nach Senderauftrag.
00:47:52Wie musst du das einschreiben?
00:47:53Es geht bis ein Jahr danach nach Ausschreiben.
00:47:56Wie lange du das gerne machst?
00:48:00Ja, wenn sie es über ein Jahr machen, sollen sie es machen.
00:48:04Also das ist ja, ob da noch ganz viel kommt, ist die Frage.
00:48:08Aber wenn nichts mehr kommt, ist ja dann auch nicht schlimm.
00:48:11Nein.
00:48:12Ich mache noch eine Kiste für den Kindergarten, dass man der Große hat bei allen Kindern die farbigen Zettel abziehen.
00:48:18Ja.
00:48:19Und im Büro verteilen.
00:48:28Waren sie denn mit Kindern hier willkommen in der Politik im Bundestag?
00:48:33Ach, ich glaube, dass Kinder inzwischen hier im Bundestag, genauso wie in Landtagen, ihren Platz haben.
00:48:38Also ich habe selbst nicht erlebt, dass man mich der Kinder wegen in irgendeiner Weise merkwürdig behandelt hätte.
00:48:47Ganz im Gegenteil.
00:48:48Ich glaube, dass der Parlamentsalltag generell nicht gerade familienfreundlich ist.
00:48:52Also, aber das sind viele Arbeitsmodelle nicht.
00:48:58Ich glaube, dass man deswegen nicht jedes Arbeitsmodell umgestalten kann.
00:49:03Und am Ende muss es nach meinem Dafürhalten die Entscheidung eines jeden Einzelnen bleiben, ob man für sich selbst dieses
00:49:10Lebensmodell, dieses Arbeitsmodell wählt oder nicht.
00:49:14Also Politik wird nicht deswegen besser, weil sie von Frauen gemacht wird.
00:49:18Also diesem Mythos hänge ich nicht an und deswegen bin ich auch ein inzwischen sehr viel strikterer Gegner von Quoten,
00:49:26als das vielleicht vor zehn Jahren gewesen wäre.
00:49:28Also funktioniert eine Gesellschaft dann besser, wenn 50 Prozent der Frauen in Führungspositionen sitzen?
00:49:33Ich sage, nein, halte ich für eine völlige Fehlannahme.
00:49:36Und zwar aus einem einfachen Grund, weil die allermeisten Frauen das nicht wollen.
00:49:41Wir sind biologisch nicht gleich.
00:49:44Ich kenne viele Frauen, die aus freien Stücken sagen, nein, wir möchten gar nicht den Job schieben, den der Ehemann
00:49:51schiebt.
00:49:52Ich sage auch nicht, dass das patriarchalische Modell, in dem wir ja eigentlich für alle Lebensbereiche leben, das allselig machende
00:50:00ist.
00:50:01Aber ich will gar nicht, dass der Staat einfängt, es zu regeln.
00:50:04Und ich glaube auch nicht, dass diese Regelungswut zu mehr Leistungsfähigkeit und mehr Wohlstand führt.
00:50:11Also wenn es nach mir geht, kann der Staat sich aus all diesen Dingen komplett raushalten.
00:50:17Sie meinen nicht, dass das für mehr Wohlstand bei Frauen führt?
00:50:21Nein, definitiv nicht.
00:50:22Wenn sie berufstätig sind?
00:50:24Nein, also zu mehr Wohlstand führt es bei Frauen am Ende nicht.
00:50:28Also jedenfalls, es führt nicht zu mehr Wohlstand auf die Gesamtgesellschaft gesehen.
00:50:33Denn die Frauen bezahlen diese Wohltaten am Ende auch über Steuern und Abgaben mit.
00:50:38Dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind, vor dem Gesetz, darüber diskutieren wir nicht.
00:50:44Also würde ich nie diskutieren.
00:50:46Bei der Gleichstellung habe ich große Probleme.
00:50:48Die Gleichstellung halte ich für einen riesigen politischen Fehler.
00:50:54Aber Sie haben das gemacht.
00:50:56Also Sie sind ja voll berufstätig.
00:50:58Ja, aber ich habe nie jemanden gefragt.
00:51:01Ich habe nie eine Quote dazu bemüht.
00:51:04Ich habe es privat mit meinem Ehemann geklärt, wie unser Leben aussieht.
00:51:10Und ich glaube auch, dass es nur dort geklärt werden kann.
00:51:15Und nirgendwo sonst.
00:51:17Ich habe als Frauenministerin selber das erste bundesdeutsche Gesetz gemacht,
00:51:22zu einer Quote für Frauen und Aufsichtsräte.
00:51:25Das ist ein wichtiges Instrument und mir tut es immer leid,
00:51:29wenn gerade Frauen sagen, ich will aber keine Quotenfrau sein.
00:51:32Alleine der Begriff Quotenfrau ist ein schönes Beispiel dafür,
00:51:35dass den Frauen ja wieder eingeredet werden soll,
00:51:38eigentlich könnt ihr nichts und ihr seid nur wegen der Quote da.
00:51:41Dabei geht es bei der Quote darum, die Voraussetzung ist schon eine fachliche Eignung
00:51:46und es geht auch nicht darum, dass mehr Frauen als Männer sein sollen,
00:51:49sondern um halbe halbe und das nur gerecht.
00:51:52Wenn ich ein Brot aufteile und beide Hunger haben,
00:51:56dann würde man es auch nicht als gerecht empfinden,
00:51:58wenn der eine nur einen Krümel kriegt und der andere das ganze Brot.
00:52:01Und warum sollen wir nicht auch Einfluss, Macht und es geht auch oft um Geld,
00:52:06wie wird Geld verteilt, auch hälftig aufteilen?
00:52:11Viele sehen das ja gar nicht, obwohl sie mittendrin leben,
00:52:14vielleicht gerade weil sie mittendrin leben, weil es so ein normales Umfeld ist,
00:52:17denkt man, dass es gar nicht da ist als Problem.
00:52:22Gerade junge Frauen.
00:52:23Ich habe also viele Workshops auch für junge Frauen gegeben
00:52:27und habe also ganz oft am Anfang immer gehört, dass das Problem ist halt so ein historisches,
00:52:33aus den 60ern und 70ern, aber wir können doch jetzt alles machen.
00:52:38Und das hat damit zu tun, dass in der Ausbildung Frauen in der Regel das auch überhaupt nicht so erfahren,
00:52:43sondern ganz oft im Durchschnitt bessere Noten haben als die Jungs.
00:52:47Studienplätze kriegen sie entsprechend auch, wenn auch sie segregiert oft auch schon die Studienrichtungen wählen,
00:52:54aber so die ersten Arbeitsplätze kriegen sie auch noch.
00:52:59So ist es mir ja auch gegangen bei der Unternehmensberatung.
00:53:01Selbst meine ersten Beförderungen gingen super.
00:53:03Und das heißt, so bis 25, 28 kriegen die meisten Frauen diese Diskriminierungsmuster gar nicht so mit.
00:53:10Dann kriegen sie ihre ersten Kinder und dann stellt sich auf einmal heraus,
00:53:14der Partner, vor dem man dachte, der ist egalitär drauf, der ist das gar nicht.
00:53:19So war das bei mir auch.
00:53:21Große Überraschung, muss man vor der Schwangerschaft klären idealerweise,
00:53:24was man damit eigentlich meint, wie das im realen Leben aussehen kann.
00:53:29Und ja, dann stellt man fest, hups, hier gibt es gar keine Kita.
00:53:32Oder man stellt fest, dass auf einmal der Arbeitgeber diskriminiert,
00:53:36nur weil man Kinder bekommen hat,
00:53:37wäre man vorher gar nicht drauf gekommen, hat man aber gar nicht drauf geachtet.
00:53:42Deswegen muss man immer noch auch viel aufklären
00:53:46und Menschen diese Brille aufsetzen, mit der sie in der Lage sind, das zu sehen,
00:53:50wie das meine Mama bei mir gemacht hat, schon als ich noch ein Kind war.
00:53:54Quote finde ich auch ganz toll, aber die kann, wenn ich nur 20 Prozent Frauen habe, kann ich nicht 50
00:54:00Prozent Quote erfüllen.
00:54:01Darum müssen Sie auch Anreize schaffen, Sie müssen Anreize schaffen, damit die Frauen auch grundsätzlich in die Partei kommen.
00:54:08Das schaffen Sie natürlich auch, wenn Sie ein breiteres Themenspektrum anbieten.
00:54:11Darf ich davon machen? Sie müssen auch vielleicht mal an dem Frauenbild arbeiten.
00:54:16Es darf nicht immer automatisch heißen, Frau, Kind, Frau pflegt die Eltern.
00:54:21Aber ich habe immer von jungen Vätern und Müttern gesprochen.
00:54:24Ja, aber weil Sie auch Ihre Situation so dargestellt haben, als dass Sie das müssen, wenn das Kind krank ist.
00:54:29Also ich sage Ihnen nur mal, mein Mann hat unsere Kinder erzogen und mein Mann pflegt jetzt seine Mutter.
00:54:34Ja, mein Mann hat selber drei Kinder, wir wohnen in einer Patchwork-Familie.
00:54:38Ja, dann ist das auch schwierig.
00:54:39Aber nur, wenn sich das ändert, dann kriegen wir es vielleicht auch oben in den Oben.
00:54:44Ja, aber ich kann Ihnen nur sagen, ich habe noch drei Stiefen immer mal noch zu betreuen. Also, tschüss.
00:54:53Hat Frau Merkel aber schon auch ein Feld, das noch zu beackern ist, hinterlassen?
00:55:03Ich glaube schon, dass sie es betrieben hat.
00:55:08Sie hat ja gerade auch in den letzten ein, zwei Jahren sehr deutlich gesagt, dass es eine Parität braucht.
00:55:16Sie hat natürlich auch gemerkt, wie die Verhältnisse in der Partei sind. Das muss man ja auch ganz ehrlich sagen.
00:55:25Also es ist ja nicht so, dass die Partei heppie hoheo schreit bei einer Frauenquote.
00:55:29Sondern, dass es kontrovers diskutiert wird.
00:55:31Das mit der Parität, das hat sie erst nachdem sie erklärt hat, dass sie nicht mehr Kandidaten wird gesagt.
00:55:38Genau, ich weiß.
00:55:42Ja, so ist die Lage.
00:55:45Könnte besser sein.
00:55:46Aber wir gehen voran.
00:55:48So, ich muss jetzt gleich präsidieren.
00:56:20Applaus
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00:57:38It's a sexistic statement, which is a評論 of the speaker, and that's why it's done.
00:57:46They want more companies against digital violence,
00:57:50which is especially for political women in a particular way.
00:57:53They want more companies against the issue of sexism and sexual harassment in the Bundestag,
00:58:00which also concerns all the employees.
00:58:06There are a few thousand employees who work there,
00:58:09and there are no longer structures there,
00:58:14where you can switch to certain cases.
00:58:16So all of this is now a more important topic.
00:58:19You can see, there is something change.
00:58:22There was also the MeToo-Debatte.
00:58:31Then there was also a lot of experiences there were things –
00:58:37and they had to be more conscious of many experiences that I had at the time –
00:58:40a little more difficult experience that I would give up.
00:58:45I was like, I've seen less economic experiences in my life with the other people.
00:58:50I had to do that without being elected.
00:58:53I was like, the other ones I was supposed to do,
00:58:53and I had to leave my political career without such things.
00:58:54I was a worker and there was asked me to help me to help me, to help me, to help
00:59:06me, to help me
00:59:06a career, if I'm for a certain person but to speak for a certain person.
00:59:21and then I was first shocked at the time and then when I was with the
00:59:31theme of the Frauen I had to be more intense, it was a bit of a
00:59:41It was about 3-4 years ago that I didn't become active.
01:00:24ORCHESTRA PLAYS
01:00:48Stress.
01:00:50Definitiv gibt es ein Problem mit Überforderung und auch mit Überarbeitung in der Politik.
01:00:56Die Erwartungshaltungen sind immens, die sind astronomisch.
01:01:00Man darf ja auch gar keine Fehler machen, also Fehler werden einem nicht verziehen.
01:01:04Da werden alle Scheinwerfer draufgehalten und deine politischen Feinde warten darauf, dass du irgendwas falsch machst.
01:01:10Und das sind schwierige Situationen und meine Erfahrung ist, dass Männer das zum Beispiel besser ausblenden können.
01:01:16Also bei Frauen verzeiht man Fehler seltener, Frauen verzeihen sich selber Fehler aber auch seltener.
01:01:22Und als ich zum Beispiel überlegt habe, ob ich noch eine zweite Legislatur mache, war das ein ganz wichtiges Argument.
01:01:27Ich habe wirklich Wochen und Monate lang auch mit meiner Familie zusammen überlegt, schaffe ich das überhaupt nochmal vier Jahre,
01:01:36rein gesundheitlich?
01:01:38Und will ich mich so ausquetschen lassen wie eine Zitrone?
01:01:41Weil das bedeutet es faktisch. Also man muss auf extrem viel im Leben verzichten.
01:01:46An Familie, an Erholungswert, an Freizeit.
01:01:49Man braucht nur einen Spiegel gucken. Also es gibt auch so ein Sprichwort, ein Jahr im Bundestag sind sieben normale
01:01:54Lebensjahre.
01:01:56Also wenn ich meine grauen Haare zähle, dann scheint es zu stimmen.
01:02:02Ohne mein Spinnrad würde ich verrückt werden und hätte es gar nicht geschafft.
01:02:05Also man kann ja auch mental gar nicht runterfahren. Mit Spinnrad kann ich das.
01:02:25Was ist das Schwerste am Politikerinnen sein?
01:02:32Dass es einen auffrisst, dass es einen müde macht, dass man im Hamsterrädchen läuft, dass man auch, egal wie schnell
01:02:42man in diesem Hamsterrad läuft, ja zwangsläufig nie ankommt, dass die To-Do-Listen immer länger werden und dass man
01:02:49selbst in der Opposition einer sehr kleinen Partei im Bundestag sehr, sehr viele Möglichkeiten hat, Dinge zu beeinflussen.
01:02:57Aber die Zeit nur für einen Bruchteil reicht.
01:03:01Ich versuche langsam meinen Frieden damit zu machen, weil es unmöglich ist, die Ansprüche, die man am liebsten erfüllen wollen
01:03:11würde, in der Zeit, die man hat im Bundestag, das Maximalste daraus zu holen, dass ich diese Latte für mich
01:03:18ein bisschen absinke.
01:03:19Weil man es sonst echt nicht schafft. Also in der ersten Legislatur hatte ich ja schon so ein Burnout und
01:03:25war fix und fertig.
01:03:26Und dann konnte ich mehrere Wochen gar nichts machen.
01:03:29Also man muss, man muss, ich sage das Mantramäßig mir gerade auch wieder mal selber begreifen, dass man im Marathon
01:03:38nicht so laufen kann, als wäre es ein 100 Meter Lauf.
01:03:41Dann breche ich nämlich zusammen und komme gar nicht ans Ziel.
01:03:45Und deswegen muss man ertragen können, dass man viele Möglichkeiten, die man hat, was positiv zu verändern, einfach nicht wahrnehmen
01:03:51kann.
01:03:53Das ist, das tut richtig weh.
01:03:57Ihr Vorgänger, Herr Sellering, ist wegen einer Krebserkrankung abgetreten. Sie haben das anders entschieden.
01:04:04Ja. Ja, also die Krebsdiagnose war natürlich ein totaler Schock für mich und meine Familie, weil sie für mich aus,
01:04:13ja, heiterem Himmel kam.
01:04:14Ich bin eine junge Frau zu diesem Zeitpunkt gewesen und war gesund und habe eben nicht mit so einer Diagnose
01:04:22gerechnet.
01:04:23Und das verändert natürlich erst mal alles. Es ist irgendwie gefühlt, als ob für einen selber die Welt stehen bleibt.
01:04:29Aber alles um einen herum geht erst mal ganz normal weiter.
01:04:33Und natürlich stand die Frage im Raum, kann ich wieder gesund werden und kann ich die Therapie und mein Amt
01:04:41verbinden?
01:04:42Und das habe ich besprochen, vor allem natürlich mit meiner Familie, mit meinem Mann und natürlich auch mit den behandelnden
01:04:50Ärzten.
01:04:51Und die haben mir Mut gemacht, die haben mir berichtet von einer Lehrerin, aber auch von einer Unternehmerin, die eben
01:04:57ihre Termine reduziert haben.
01:05:00Aber die eben an Tagen, wo es gut ging, bearbeitet haben und an Tagen der Therapie und um die Therapie
01:05:06herum, wo es einem auch schlecht geht, eben sich zurückgenommen haben.
01:05:09Und das hatte ich mir vorgenommen. Und das ging auch zwei Dritte lang der Therapie gut. Es war hart, aber
01:05:17es ging gut.
01:05:18Und dann kam zum Schluss die Corona-Pandemie, während ich noch Therapiesitzungen hatte.
01:05:25Und das war echt richtig brutal. Das muss ich echt sagen. Aus heutiger Sicht staune ich selber, was ich da
01:05:30gemacht habe.
01:05:31Aber die Pandemie war ja so eine, gerade am Anfang, so eine absolute Angstsituation für die Menschen.
01:05:39Wir kannten die Bilder aus Italien und niemand wollte, dass das bei uns passiert.
01:05:44Und da habe ich mir gesagt, also in so einer Krisensituation muss die Kapitänin an Bord bleiben.
01:05:50Alle anderen bleiben ja auch, die Verantwortung haben.
01:05:53Und habe das dann durchgezogen. Und das war schon wirklich, ja, es waren so zwei Welten.
01:06:01Ich bin zu diesem Zeitpunkt jeden Morgen ins Klinikum Schwerin gefahren zur Bestrahlung.
01:06:07Und bin immer morgens ganz tapfer mit meinem Fahrrad da hochgeradelt, weil ich irgendwie mich auch bewegen musste und an
01:06:13der frischen Luft sein musste.
01:06:15Und man glaubt es nicht. Aber die zehn Minuten, wo ich dann im Strahlenraum lag, das ist ja so ein
01:06:21abgeschlossener Raum,
01:06:22da schließt sich dann irgendwann, man liegt auf einer Liege und irgendwann schließt sich die große Stahltür,
01:06:29weil die Mitarbeiter natürlich geschützt werden und nicht dann während der Bestrahlung im Raum sind.
01:06:34Und man liegt da so auf der Liege und oben war so ein Bild, auf das man schauen konnte.
01:06:40Und es war der Leuchtturm in Warnemünde. Und das hat mich echt getragen.
01:06:45Da dachte ich immer so, da willst du irgendwann wieder hin, da willst du irgendwann wieder stehen und da muss
01:06:50wieder alles gut sein.
01:06:52Und dann habe ich wirklich für zehn Minuten während der Therapie, die merkt man ja nicht,
01:06:56man merkt ja erst später die Folgen der Bestrahlung, auch meine Augen geschlossen.
01:07:00Und es war der einzige Moment in dieser krassen Corona-Zeit, wo ich für mich war und für mich Ruhe
01:07:09hatte,
01:07:10ausgerechnet in diesem Strahlenraum.
01:07:27Das war's.
01:07:29Das war's.
01:07:30Oh, das war's.
01:07:30Ja.
01:07:30Let's go.
01:08:16Ferdinand, was ist denn schon wieder los?
01:08:20Tobias hat mich direkt in die Haare gespuckt.
01:08:23Ach, und du hast nicht gespuckt, stimmt's?
01:08:28Wie sitze ich gerade?
01:08:32Vermutlich, es fühlt sich nicht so an.
01:08:34Aber vermutlich fühle ich das gerade.
01:08:38Weil ich mich problemfrei den ganzen Tag mit allen häuslichen Dingen beschäftigen kann.
01:08:44Nicht nur, weil wir jetzt viel selbst machen im Garten und im Haus und Brot backen oder was weiß ich
01:08:49nicht, sondern weil es irrsinnig viel zu tun gibt.
01:08:52Und ich stückweise versuche die Checklisten abzuarbeiten und die sich schneller föhnen, als ich sie lehren kann.
01:08:58Ja.
01:08:59War sie schon raus, Frau?
01:09:01Nein.
01:09:02Kann mich jedenfalls nicht daran erinnern.
01:09:04Also ich habe nach Geburt meiner ältesten Tochter fast sofort wieder angefangen zu arbeiten, weil ich damals mitten in der
01:09:12Promotion war.
01:09:14Also stand da gar nicht zur Debatte länger zu pausieren, denn ich musste ja fertig werden.
01:09:20Und das ging eigentlich nahtlos so weiter.
01:09:23Als Franziska und Tobias zur Welt kamen, damals wohnten wir schon in Leipzig, hatte ich die eigene Firma.
01:09:30Da gab es keinen Mutterschaftsurlaub.
01:09:32Also ja, ich bin zwei, drei Wochen zu Hause geblieben, aber danach habe ich die Arbeit im Büro wieder aufgenommen,
01:09:38samt Baby.
01:09:39Und Oma war dann so lieb und hat sie durch die Gegend gefahren, damit ich in den Stillpausen mal zum
01:09:44Arbeiten kam.
01:09:47Wollen wir jetzt schwimmen gehen?
01:09:49Ja.
01:09:50Ja.
01:09:51Habt ihr alles eingepackt?
01:09:53Ja.
01:09:56Mama, komm mit.
01:09:58Ich komm mit.
01:10:01Warum haben Sie denn als junge Frau Einwanderung braucht Regeln als Wahlsprache?
01:10:07Ich wusste, dass Sie das jetzt fragen.
01:10:12Die Geschichte ist ganz einfach zu erzählen.
01:10:15Wir hatten bereits 2013 in der Jungen Alternative für Deutschland neben den wirtschaftlichen Themen das Thema Einwanderung.
01:10:23Auf der Agenda.
01:10:24Und es stand die Frage, ob wir zur Bundestagswahl ein Plakat dazu machen sollen.
01:10:30Und keiner der Männer hatte den Mut, sich auf dieses Plakat zu stellen, als Person mit seinem Gesicht.
01:10:35Ich war die Einzige, die das bereit war, das zu tun.
01:10:38Frauke Petry, die also aus einer Familie kommt, in der es zweimal Fluchten gab, nimmt sich ausgerechnet das Thema als
01:10:48Wahlspruch.
01:10:50Und das ist häufig versucht worden in den Jahren danach, dort eine Diskrepanz zu kreieren, die ich tatsächlich nicht sehe.
01:10:59Weil sowohl die Flucht meines Vaters bzw. seiner Familie zu Kriegszeiten als auch unsere Ausreise aus der DDR war eine
01:11:10Flucht innerhalb eines Landes.
01:11:13Wir reden immer noch über Deutschland.
01:11:16Ich habe mir dann so Werbungen von Ihnen angeschaut mit Ihrem Kind, wollen Sie in einem Migrationsstaat von Frau Merkel
01:11:22leben oder in einem freien, verlässlichen Land, wo unsere Kinder aufwachsen?
01:11:28Ja. Stellen Sie sich vor, Ihr Kind geht in Duisburg zur Schule oder in Offenbach und ist dann nahezu das
01:11:35einzige guttersprachliche deutsche Kind in einer Klasse.
01:11:40Ist das erstrebenswert? Kann man fragen. Also ich halte nicht für erstrebenswert. Ich glaube nicht, dass das gut ist.
01:11:47Bedauern Sie so eine Ausdrücke wie, dass Sie von Ethnisierung der Gewalt in Deutschland sprachen oder rechtlose Zustände in Köln
01:11:56erinnern an die Situation nach dem Krieg?
01:12:02Also erstmal in der Tat, um das gut beantworten zu können, müsste ich jetzt wissen, in welchem Kontext ich das
01:12:07gesagt habe.
01:12:07Das ist immer aus dem Kontext gegriffen gemein, sowas zu fragen.
01:12:12Aber es ist dann bestimmt richtig, dass wir, und auch ich, damals an die Grenzen dessen, was man gemeinhin sagt,
01:12:21gegangen sind.
01:12:22Und dass wir bestimmt auch überzogen haben. Das will ich gar nicht ausschließen.
01:12:26Jeder Politiker schafft es mal, sich zu vergaloppieren an irgendeiner Stelle.
01:12:30Dann kann man sagen, es ist an gewissen Punkten im Spektrum gefährlicher als an anderen.
01:12:36Das hängt dann auch davon ab, wo man politisch steht.
01:12:39Also wenn die Linken die Reichen am liebsten in Straflager oder Lager packen würden, da kann man auch sagen, puh.
01:12:47Aber nochmal, ich glaube, dass diese Radikalisierung stattfindet, dass sie auch mir passiert ist, dass ich das auch nicht immer
01:12:54gemerkt habe.
01:12:55Und dass ich erst aussteigen musste, um auch selbst an der Stelle zur Ruhe zu kommen.
01:13:00Um diesem Druck nicht mehr zu unterliegen, immer noch eine Umdrehung mehr zu bringen.
01:13:08Also wenn man mir vorwerfen will, dass ich in meiner Eigenschaft als AfD-Vorsitzende diesen Diskurs befeuert habe, dann nehme
01:13:15ich diese Kritik wahr.
01:13:16Ich teile sie aber nicht.
01:13:17Für das Abgleiten der AfD in den Folgejahren kann ich mich nicht entschuldigen, weil ich es zu einem gewissen Zeitpunkt
01:13:27nicht mehr in der Hand hatte.
01:13:28Ich habe es versucht aufzuhalten und ich habe es nicht geschafft.
01:13:31Also man kann mir vorwerfen, dass ich es nicht geschafft habe und diese Kritik muss ich annehmen.
01:13:34Und das tue ich dann auch.
01:13:35Aber ich habe es zumindest versucht.
01:13:42Und das ist der Punkt, an dem ich erkannt habe, dass ich mich politisch nicht mehr werde durchsetzen können.
01:13:48Und zwar zu einem Zeitpunkt, als ich noch in Funktion war und zumindest satzungstechnisch die Macht innerhalb der Partei inne
01:13:56hatte,
01:13:58habe ich sie freiwillig abgegeben, um bestenfalls sie Nachfolgern zu überlassen, die es besser machen, was sie nicht getan haben.
01:14:08Nicht im Sinne einer positiven Bildung der Partei jedenfalls.
01:14:12Also ich bedauere nicht, für die AfD tätig gewesen zu sein.
01:14:15Ich bedauere, was aus ihr geworden ist und ich bedauere, dass wir es nicht geschafft haben, sie auf Kurs zu
01:14:19halten.
01:14:46CUR3
01:14:46–
01:14:46–
01:15:10I would say that the future of the party is not safe, I would say.
01:15:16We are already on a kind of a way of Scheide.
01:15:20And if we don't exist in the Bundestag,
01:15:22the only opposition is the CDU and the AfD,
01:15:25that's not the ones who need children's children.
01:15:28That's not the ones who will say and say,
01:15:31that even with 12 €, it's great that it's going to increase.
01:15:34But even with more than 40 years of working,
01:15:37I get a rent, with which I have to stock up.
01:15:40Even with full-time work.
01:15:42And that's not good.
01:15:46That's why it's worth it, to fight.
01:15:49Not immediately to throw away and say,
01:15:52that people are there, they just have to do it.
01:15:54You have to do it yourself.
01:15:56And I try to keep myself out of these fights,
01:16:01so far as it goes,
01:16:03and try to make my job best possible.
01:16:10In the work of the Partei Die Linke
01:16:15there was nothing happened in the last few years.
01:16:20Also, Impfgegner, Querdenker und so was
01:16:22spielten ja vorher in der Wahrnehmung keine Rolle
01:16:24und plötzlich waren die da.
01:16:26Und auch bei uns da.
01:16:28Und auch bei Personen, die man sieht und hört,
01:16:31die also eine Relevanz haben in der Öffentlichkeit.
01:16:34Und dann kommt auf einmal so ein Angriffskrieg
01:16:36von Putin und Russland auf die Ukraine,
01:16:38was natürlich bestimmte außenpolitische Positionen,
01:16:42die in der Linken auch sehr verbreitet waren,
01:16:45auch nochmal völlig anders bedeutsam macht.
01:16:49Weil sie auf einmal tagespolitisch relevant sind.
01:16:51Jeden einzelnen Tag.
01:16:53Und wo es halt um Leben und Tod geht.
01:16:56Und wo man nicht sagen kann,
01:16:57na ja, das entscheidet man irgendwann mal.
01:17:00Ja, jetzt ist irgendwann.
01:17:02Und jetzt muss man eine Position haben.
01:17:04Und wir haben halt ...
01:17:06Ich bin auch eine Grundpazifistin.
01:17:08Also, ich stehe eigentlich zu dem Grundsatz,
01:17:11keine Waffenexporte in Krisengebiete.
01:17:13Aber ich kann das jetzt auch nicht mehr öffentlich sagen.
01:17:16Weil ich nicht weiß, ob das richtig ist.
01:17:18Ich kann nicht in meinem Haus Ukrainer beherbergen,
01:17:21die mir von zu Hause erzählen.
01:17:23Und irgendwie öffentlich fordern,
01:17:26dass ihre Angehörigen sich nicht verteidigen können sollen,
01:17:28weil sie keine Waffen kriegen.
01:17:30Das kriege ich nicht hin.
01:17:32Und ich weiß nicht, was richtig ist.
01:17:33Ich weiß es einfach nicht.
01:17:35Und es gibt halt immer noch Personen, auch bei der Linken,
01:17:41die halt sehr ...
01:17:42Also, ich finde, absolut unerträgliche Positionen repräsentieren.
01:17:47Man kann nicht immer nur so weich Dinge sagen.
01:17:50Ja, weil spätestens dann, wenn es einen Anwendungsfall gibt wie jetzt,
01:17:54haben wir keine passenden Antworten.
01:18:05Hier sind mehr Kartoffeln.
01:18:08Ja, ein bisschen.
01:18:33Oh!
01:18:35Very nice.
01:18:44Was ist mit sozialer Gerechtigkeit bei der CDU?
01:18:47Oh, das ist ein ganz großes Wort.
01:18:49Sozialer Gerechtigkeit bei der CDU.
01:18:53Der eine interpretiert so, der andere interpretiert so.
01:18:57Aber man muss natürlich auch, ehrlicherweise sagen,
01:18:59das Thema 12 Euro Mindestlohn.
01:19:01Noch mal die gesetzliche Festlegung.
01:19:07Auch wenn unsere Fraktion da ein Stück weit sich da auch enthalten hat.
01:19:12Aber grundsätzlich ist es eigentlich der richtige Ansatz,
01:19:17da noch mal eine politische Regelung zu machen.
01:19:23Ich habe auch Menschen, die zu mir kommen, die für ein Geld arbeiten, wo ich sage,
01:19:34sie müssen mit ihrem Chef reden. Das geht so nicht.
01:19:36Auch schon diese Ungerechtigkeit, das ist schon auch zwischen Ost und West noch.
01:19:42Und da muss der Staat schon reagieren.
01:19:45Ich habe die Enthaltungskarte mit großen Bauchschmerzen eingesteckt in die Urne, in die Abstimmurne.
01:20:18Hier habe ich eigentlich schon meine Kindheit mit verbracht.
01:20:22Meine Mutter hat mich mit dem Kinderwagen hier um die Talsperre gefahren
01:20:26und es ist immer auch mein Lieblingsort geblieben.
01:20:32Also ich komme oft her mit der Familie alleine, zum Joggen, zum Entenfüttern mit dem Jakob.
01:20:40Da hinten ist noch ein Spielplatz.
01:20:42Sommer wie Winter, ist auch im Winter ganz toll.
01:20:46Da kann man gut entspannen.
01:20:48Meine Mutter hat immer mal gesagt, es sieht aus wie ein Kanada.
01:20:51Der See, also die Talsperre und die Bäume so links und rechts,
01:20:55das ist sozusagen die Vorstellung von Kanada, das kleine Kanada im Vogel.
01:21:02Ja, also und von daher, es ist ein schöner Ort.
01:21:24Ich bin derzeit auf Arbeitssuche und habe angefangen mich zu bewerben, aber daraus gibt es noch kein Ergebnis.
01:21:34Auch wenig Feedback, aber das ist ja meistens so.
01:21:39Das heißt, ich werde die nächsten Monate damit verbringen, einfach weiter auszuloten, ob es am Markt einen Platz für mich
01:21:44gibt.
01:21:50Seit über 25 Jahren komme ich jetzt schon auf diese Insel und wir haben als Familie das Spiel, wenn wir
01:21:56auf der Fähre sind,
01:21:57wer als erstes den Leuchtturm sieht und der Leuchtturm ist so ein tolles Symbol, egal wie es stürmt, egal wie
01:22:03dunkel es ist.
01:22:04Er gibt mit seinem Licht immer Orientierung und diese Situation hat man auch im Leben.
01:22:10Es gibt Momente im Leben, die sind dunkel, da stürmt es und da braucht man dieses Licht.
01:22:16Und das gilt für mich selber in solchen Momenten, aber es gilt auch für mich als Ministerpräsidentin für mein Land,
01:22:25dass dann, wenn es schwierig ist, wenn es stürmt, wenn es unruhig ist, dass ich möglichst den Menschen Orientierung gebe.
01:22:31Und Leuchttürme sind gleichzeitig aber sehr wichtig gewesen für die Schiffe, die kamen und wenn die ausfielen, dann sind Schiffe
01:22:39auch untergegangen.
01:22:40Also, was ist, wenn Fehler passieren?
01:22:43Also, wenn sie mit sich um will, persönlich will.
01:22:49Ich, ich glaube, also auch ich, auch ich bin nur ein Mensch und deswegen bin ich natürlich nicht fehlerfrei.
01:22:57Und auch ich mache viele und für mich ist eigentlich wichtig, immer, wenn was nicht gut läuft,
01:23:03und das weiß man ja oft in der Rückschau besser als vorher, sonst hätte man es nicht so gemacht,
01:23:08dann bespreche ich das mit meinem Team offen und sage, was können wir aus dieser Situation lernen
01:23:13oder was würde man beim nächsten Mal anders machen.
01:23:16Denken Sie darüber nach, was danach kommen könnte?
01:23:20Nein, das ist für mich so im Aktuellen kein Thema.
01:23:24Ich bin sehr jung in die Politik gekommen und deswegen war es für mich nie Thema,
01:23:30dass ich das jetzt irgendwie unbedingt mein Leben lang mache.
01:23:34Aber ich habe eben gerade in den letzten Jahren gelernt, es kommt vieles anders, als man denkt
01:23:39und deswegen ist es für mich jetzt nicht, dass ich das irgendwie plane.
01:23:43Ich habe mich gefragt, ob Kausch, wie es sich dann wieder in die Steuerverhandlungen gehen würde?
01:23:48Bestimmt nicht.
01:23:58Kann man vom Osten heute was lernen?
01:24:09Ja, mit Strukturbrüchen fertig zu werden, also die sich neu erfinden zu müssen, das kann man lernen.
01:24:24Ich glaube, dass diejenigen, die wirklich Freiheit wollten im Osten, auch wenn das keine Mehrheit war,
01:24:31denjenigen, die sie geschenkt bekommen haben qua Geburt, viel erzählen können.
01:24:37Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass wir keinen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung hätten,
01:24:42wenn es nicht zur deutschen Einheit gekommen wäre.
01:24:44Also dieses Selbstverständnis für Kinderbetreuung, für Vereinbarkeit, das hat der Osten
01:24:49und das haben vor allem die ostdeutschen Frauen in ganz Deutschland eingebracht.
01:24:53Also das war ein so unfassbarer Wandel, dass der für mich eigentlich unvorstellbar war.
01:24:59Das heißt, wir haben gemeinsam ein Ziel erreicht, das ich eigentlich als unerreichbar verinnerlicht hatte.
01:25:05Und daraus habe ich auch die Lektion gelernt, dass ich es eigentlich gar nicht beurteilen kann.
01:25:10Also mir selber ist bei der Beurteilung nicht zu trauen, ob etwas erreichbar ist oder nicht.
01:25:16Was für mich zu Optimismus führt, weil auch wenn es mir unwahrscheinlich und unmachbar vorkommt, könnte es ja trotzdem sein.
01:25:23Und dann lohnt zumindest der Versuch.
01:25:26Dann klappt es vielleicht nicht, aber vielleicht klappt es ja doch.
01:25:29Und das ist für mich auch so ein Antriebsmotor, weil er mir immer genug Hoffnung und immer genug Energie gibt,
01:25:35dass auch wirklich schwere, große Herausforderungen, wenn wir alle mitmachen, auch wenn wenig Zeit ist, ja, Klimakrise zum Beispiel, dass
01:25:45man das noch schaffen kann.
01:26:10GERESLIEB
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