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Karl May (1992) Episode 2 │ Jugendjahre | Biography Drama Series | Full HD

Mit 14 Jahren, nach seinem Schulabschluss, schicken die Eltern Karl May auf ein Seminar nach Waldenburg. Lehrer soll der einzige Sohn werden, „etwas Besseres“ als die armen Weber. Auf dem streng geführten Seminar ist Karl als Armeleutekind sofort der große Außenseiter. Er wird von Mitschülern und Lehrern schikaniert und zieht sich in die Welt seiner Phantasie zurück, schreibt erste Geschichten. Eine erste Anstellung als Hilfslehrer an der Mädchenschule in Glauchau dauert kaum 14 Tage, dann ertappt ihn sein Vermieter mit dessen junger Frau. Die Folge: Rausschmiss – auch an der Schule. Die nächste Anstellung an einer Fabrikschule in Altchemnitz findet bereits unter Vorbehalt statt. Schon bald gerät er unter sehr mysteriösen Umständen mit dem Gesetz in Konflikt. Sein Weg in die Kriminalität beginnt.

https://www.imdb.com/title/tt0221318/
tt0221318
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tt5615952
Transcript
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00:30PIANO PLAYS
00:46In seiner Villa Chatterhand in Dresden-Radebeul erzählt Karl May im März 1912 einem Wiener Journalisten aus seinem Leben.
00:56Am 25. Februar 1842 im kleinen erzgebirgischen Weberstädtchen Ernstthal geboren, ist er bis in sein fünftes Lebensjahr hinein blind.
01:08Erst ein Eingriff in Dresden gibt ihm sein Augenlicht zurück.
01:13Der Vater ist Weber, die Mutter Hebamme.
01:17Aber auch Schwester Auguste, Karl und die Großmutter, zu der Karl eine besonders innige Beziehung hat, müssen zum Unterhalt der
01:25Familie beitragen.
01:26Die Not ist groß. Von den 14 Kindern der Familie sterben neun im Kleinkindalter.
01:34Lernen verlangt der Vater vom einzigen Sohn. Und er ist ein strenger Lehrer.
01:41Privatunterricht muss sich Karl als Kegeljunge selbst verdienen.
01:45Karl ist ein Kind mit blühender Fantasie.
01:48Die Erzählungen seines Gevaters von den Indianern in Amerika sind seine Welt.
01:53Oft verwechselt er sie auch mit der Wirklichkeit.
01:55Geld für seine Ausbildung als Augenarzt will er von der Romanfigur dem edlen Räuber Rinaldo Rinaldini in Spanien holen.
02:03Doch in Zwickau holt ihn sein Vater ein. Er soll Lehrer werden.
02:07Das bedeutet Abschied nehmen von seiner ersten Liebe.
02:11Sieh mal Anna, ich will doch ein Lehrer werden. Und dazu muss ich nach Waldenburg.
02:19Und wie lange bleibst du fort?
02:21Vier oder fünf Jahre.
02:22Dann bin ich ja ganz allein hier.
02:25Ich werde dir schreiben, Anna. Und ich werde auch immer an dich denken.
02:31Und ich werde dich auch besuchen, Anna.
02:33Das musst du tun.
02:36Willst du auch immer an mich denken?
02:38Ja.
02:39Immer nur an mich und an keinen anderen?
02:41Ja, Karl.
02:44Schwör es.
02:47Ich schwöre es.
02:49Weim lieben Gott.
02:53Und wenn ich zurück bin, dann bleibe ich immer bei dir.
02:56Dann werde ich vielleicht Oberlehrer in Zwickau oder in Dresden.
03:02Und dann musst du mit mir kommen.
03:04Willst du das?
03:04Ja.
03:06Wollen wir zurück zum Wehr?
03:08Forellen fangen?
03:09Ja, Karl.
03:16Werden wir nicht irre in einer Zeit, da die Rattenfänger einer neuen Erziehungslehre durch das Land ziehen.
03:26Die Gedanken eines Pestalozzi und Desterweg gehören nicht in dieses Institut.
03:34König und Kirche wünschen, dass aus den Zöglingen unseres Seminars christliche Volksschullehrer werden.
03:45Und dieser Wunsch bleibt uns Befehl, wenn Sie wissen, was ich damit meine.
03:52Tja, dann also, bitte.
03:58Zur Verteilung der Schlafplätze angetreten.
04:00Los, los, los.
04:05Äh, Mai, kommen Sie mal her.
04:09Du wirst es nicht leicht haben.
04:12Mai, aus den untersten Schichten unseres Volkes ist kaum jemand Zögling dieses Institutes gewesen.
04:21Aber du hast ja wichtige Fürsprecher gehabt.
04:24Rechtfertige, also die gute Meinung, die man von dir hat.
04:29Der Rektor von Ernstthal meint, ich bräuchte mich hier bestimmt nicht zu verstecken.
04:33Ich hoffe für dich, dass er recht behält.
04:36Du kannst gehen.
04:42Wir werden ein strenges Auge auf ihn haben müssen.
04:46Kunkel?
04:47Ja.
04:48Dottin.
04:49Lehmann?
04:50Ja.
04:52Mai?
04:54Mai!
04:55Ja.
04:56Herr Rüber.
04:58Schütze?
04:59Ja?
04:59Neben Mai.
05:00Neben den?
05:02Niemals, dann ich nehme einen Bettelwebersohn.
05:06Sag das nochmal, du...
05:08Seid ihr verrückt geworden?
05:09Wollt ihr gleich am ersten Tag in den Katzer?
05:14Elling?
05:15Hier.
05:15Neben Mai.
05:17Weichert?
05:17Hier.
05:18Dorthin.
05:20Da scheinen sich ja welche gefunden zu haben.
05:22Das kann man wohl sagen.
05:24Elling.
05:24Mach dir nichts draus, Webersöhnchen.
05:26Sei bloß ruhig.
05:28Mai.
05:29Mein Großvater ist auch Weber.
05:30Und gut geht's uns bestimmt nicht.
05:32Was glaubst du, warum ich sonst hier eine Freistelle habe?
05:40Ich heiße Karl.
05:41Und du?
05:41Erwin.
05:44Zum Gold ist es angetreten.
05:46Soll ich das Bein machen?
05:59Ich bin ein Tier.
06:00Ich bin ein Tier.
06:01Ich bin ein Tier.
06:05Ich bin ein Tier.
06:13Und du bist ein Tier.
06:15Das ist ein Tier.
06:17모르zt.
06:32I was always sure that there is a God, who watches me and watches.
06:42In the seminar there was daily morning and evening.
06:46There was a lot of knowledge in religion, Bible and poetry.
06:58But there was not one thing, namely that,
07:08what in religious things is the main thing.
07:15There was no love, no mildness,
07:19no love, no personality.
07:26The teaching was hard and hard.
07:34How poor and God forbid I felt there.
07:42I turned myself into myself,
07:45what my life on this seminar did not help.
07:54Na, May?
07:56Und dann ist Kolumbus nach...
07:59Na.
08:01Und dann ist Kolumbus nach...
08:03Schauen Sie sich das an.
08:05Ein Webersohn, der den Faden verliert.
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10:50What have you done?
10:52Don't go to us!
10:54Don't go to us!
11:11Don't worry, Carl, it's only me.
11:16If you need paper.
11:17Thank you, Erwin.
11:18Aber eigentlich sind die Blätter schon gar nicht mehr nötig.
11:21Warum?
11:21Meine Geschichte ist fertig.
11:24Die Rothaut, eine Erzählung aus Nordamerika von Carl May.
11:28Weißt du, Carl, du bist der erste Dichter, den ich mit eigenen Augen sehe.
11:32Warten wir erstmal, bis sie in der Gartenlaube steht.
11:35Morgen kommt Auguste, die bringt sie zur Post.
11:38Und dann, Erwin, dann beginne ich eine Geschichte über die Liebe.
11:43Oh mein Gott.
11:45Eben.
11:50Na, Carl?
11:52Wirst du's denn schaffen?
11:55Dir, Auguste, kann ich's ja sagen.
11:58Die meisten von hier wissen viel weniger als ich.
12:02Und sie wollen auch gar nichts wissen.
12:04Aber was ich weiß, ist qualisch und ohne Gerippe, hat der Direktor gesagt.
12:08Ich versuche immer, zu Ordnung in meinem Kopf zu schaffen.
12:12Deine Fantasie, Carl, wird dir alles durcheinander bringen, wie immer.
12:16Fantasie?
12:17Fantasie ist hier nicht gefragt, Auguste.
12:20Weißt du, der ganze Unterricht ist so trocken, so ohne Seele.
12:26Aber bitte, sag zu Hause nichts.
12:34Weißt du, Auguste, ich halte es eigentlich alles nur aus, weil ich der Anna versprochen
12:40habe, was zu werden im Leben.
12:44Sollst du mich nicht grüßen?
12:45Weißt du, ich habe sie in letzter Zeit nicht oft gesehen.
12:50Sie wird zu tun haben.
12:52Man sagt, sie geht viel tanzen.
12:56Wie meinst du das?
12:58Sie soll Männerbekanntschaften haben, Carl.
13:03Männerbekanntschaften?
13:05Meine Anna?
13:06Oh, das lügst du, Auguste.
13:08Ich sage nur, was man sich so erzählt.
13:11Was man sich erzählt?
13:13Das glaube ich nicht.
13:14Doch nicht meine Anna.
13:15Es gibt doch noch andere Mädchen.
13:17Und wenn du erst Lehrer bist, dann...
13:19Ich glaube, die Anna hat sowieso nicht zu dir gepasst.
13:22Ich meine, sie war doch viel älter als du.
13:26Jetzt will ich die Wahrheit wissen.
13:27Und zwar von ihr.
13:29Ich komme mit nach Ernstthal.
13:31Ich habe am Nachmittag noch frei.
13:33Und zum Abendgottesdienst bin ich garantiert wieder hier.
13:38Komm.
13:42Soll also wirklich alles aus sein?
13:46Sie haben es doch gehört, junger Mann.
13:50Und die ewige Treue, die du mir geschworen hast?
13:54Du...
13:54Du warst immer so weit weg, Carl.
13:57Eben.
13:58Was soll denn Anna mit so einem Jungen anfangen?
14:03Und außerdem...
14:04...bekommt sie ein Kind von mir.
14:08Ist das wahr, Anna?
14:11Er will mich ja auch heiraten.
14:17Dann habe ich hier wirklich nichts mehr zu suchen.
14:28Adieu.
14:34Carl.
14:37Er wird sich was antun.
14:39Ach, was?
14:40Er ist doch so empfindsam.
14:43Er tut sich wegen einer Frau schon was an.
14:49Schönen Tag, Herr Alpher.
14:50Ich kann es nicht.
14:54Ich kann es nicht klingen.
15:46Come on.
15:54Gut gemacht.
15:56Er hat Widerstand geleistet, Herr Direktor.
15:59Jawoll!
16:00Erheblichen Widerstand!
16:02Sie können gehen.
16:06Herr Direktor!
16:07Herr Direktor!
16:10Sie verlassen also die Anstalt ohne um Urlaub einzuschreiben.
16:14Sie sind eingekommen zu sein.
16:15Vielen ohne Erlaubnis beim Gottesdienst.
16:18Haben Sie dazu irgendeine Mitteilung zu machen?
16:22Hm?
16:23Nicht.
16:28Außerdem sind dem Seminaristen Schäffler
16:30zwei Thaler aus der Lade entwendet worden.
16:33Und dem Seminaristen Haupt 15 Groschen
16:36mitsamt dem Portemonnaie aus der Weingleittasche
16:40Sie dazu irgendeine Mitteilung zu machen.
16:45Auch nicht.
16:48Dann erteile ich Ihnen hiermit einen strengen Verweis
16:50und mache Sie darauf aufmerksam,
16:52dass die geringste weitere Verfehlung
16:54ernste Folgen für Sie haben wird.
16:56Wenn Sie wissen, was ich damit meine.
17:00Sie können gehen, nein.
17:02Sie können gehen, habe ich gesagt.
17:04Jawoll, Herr Direktor.
17:14Ich konnte dich nicht warnen, Karl.
17:16Tut mir leid.
17:20Na, Mai?
17:22Wo hast du das geklaute Geld?
17:24Los, komm rücks raus.
17:26Oder sollen wir dich erst überführen?
17:29Schau ab, Schützer.
17:31Lass ihn in Frieden.
17:33Ach.
17:56Man möchte mich noch ausgleichen
18:00hin und dass die ganze Kinder
18:01Das ist spice.
18:02Trud.
18:03Doch Berlin.
18:04they are
19:06Hey, Karl, träumst du?
19:10Ach, Erwin, ich denke an Weihnachten.
19:14Ich hatte mir alles so schön vorgestellt.
19:17Ich komme Weihnachten nach Hause, lege die Gartenlaube auf den Tisch,
19:23schlage die Rothaut auf und alle lesen.
19:27Von Karl May.
19:32Hier, lies mal.
19:36Und nun stehe ich wieder mit leeren Händen da.
19:39Wieso mit leeren Händen?
19:41Du sollst dich wieder melden, steht hier, mit neuen Geschichten.
19:45Als Kinder haben wir uns schon oft einen richtigen Weihnachtsbaum mit Kerzen gewünscht.
19:49Aber dazu hat das Geld einfach nicht gereicht.
19:53Bei uns war es nicht anders, Karl.
19:56Wenn ich schon ohne Geschenk nach Hause komme, soll wenigstens unser Baum ein paar Kerzen haben.
20:00Das schwöre ich dir.
20:01Sag bloß, du hast was gespart.
20:04Sag mal, Erwin, hältst du mich auch vor jemanden, der seine Kameraden bestiehlt?
20:10Wie kommst du denn auf sowas?
20:12Ähm, ich gehe eine rauchen.
20:14Kommst du mit?
20:15Ich komme gleich.
20:41Ich komme gleich.
20:48Ich komme gleich.
21:30Ich komme gleich.
21:44Dann ist also Mai der Diefen.
21:45Er hat zwei gestohlene Kerzen in seinem Koffer gefunden.
21:48Zwei pflichtbewusste Seminaristen, da haben wir es gemeldet.
21:50Und das gestohlene Geld?
21:51Ja, da haben wir ihn im Verdacht.
21:52Hat man denn an Beweis?
21:54Bei so einem Individuum ist die nach Verdacht so gut wie eine Beweis.
22:02Mai!
22:03Herr Direktor?
22:06Sie sind also dieser niederträchtige Diefen Mai.
22:10Da hilft auch alles Säugende nicht.
22:11Ich weiß nicht, was Sie meinen, Herr Direktor.
22:14Durchsuchen.
22:15Aufstehen!
22:22Und?
22:24Und?
22:26Nichts, Herr Direktor.
22:27Nichts, Herr Direktor.
22:28Ausziehen.
22:29Ausziehen!
22:38Kein Geld?
22:39Kein Pfennig, Herr Direktor.
22:44Und was ist mit den Kerzen, die man in Ihrem Koffer gefunden hat?
22:48Wollen Sie diesen Diefsteil auch leugnen?
22:53Hiermit beruf ich die Lehrerkonferenz auf den 21. Dezember 6 Uhr abend sein.
22:57Ich komme, Herr.
23:06Sie leugnen also weiter, Mai.
23:10Ich habe die Lichter nicht stehlen wollen.
23:12Ich habe die Rückgabe der Lichter nur vergessen.
23:15Aber warum haben Sie sie dann überhaupt erst in den Koffer getan?
23:18Und wenn Sie die Lichter dort abgelegt haben, Mai, so zeugt das nur gegen Sie.
23:22Was nun das den Mitschülern entwendete Geld betrifft, Mai.
23:26Ich habe keinen meiner Mitschüler bestohlen, Herr Direktor.
23:29Sie bleiben dessen aber verdächtig.
23:31Die Ströcklinge der ersten und zweiten Stufe haben zum Beispiel bekannt,
23:36dass sie nicht nur in Betracht des vorliegenden Falles,
23:38sondern auch sonst noch im Verdacht der Unehrlichkeit bei Ihnen stehen,
23:43auch wenn Sie sie im Einzelnen nicht zu überführen vermöchten.
23:48Man war hier im Seminar schon immer gegen mich.
23:51Was haben Sie dazu gemerkt?
23:54Gegen das Eigentum nicht achtende Zöglinge.
23:58Muss gerade in dieser Zeit, in der von pöbelhaften Elementen
24:01die Autorität von König und Kirche angezweifelt wird,
24:05mit aller Härte vorgegangen werden.
24:07Nicht wahr, meine Herren?
24:07Sie haben es nicht erwärmt.
24:11Also, ich weiß nicht, es dauert nun schon so lange,
24:14wenn ich nur wüsste, wer ihn verpestet hat.
24:17Mach was.
24:19Karl wird bestimmt glimpflich davonkommen.
24:22Ich hoffe es.
24:23Der Paragraf 51 der Disziplinar- und Strafordnung der Ordnung der evangelischen Schullehrerseminare
24:32im Königreich Sachsen weist daher die Lehrerkonferenz an,
24:38im Interesse der öffentlichen Wohlfahrt und des Volksschulwesens eine Bestrafung ohne weichmütige Rücksichtnahme zu erwegen.
24:47Bei der Beurteilung des Falles kommt aber auch ihre seitherige Aufführung in Betracht.
24:55Und das sind arge Lügenhaftigkeit, ein rüdes Wesen,
24:59Mangel an religiösen Sinn und der Verdacht der Unehrlichkeit.
25:06Für den Zögling Karl May wird daher wegen sittlicher Unwürdigkeit für seinen Beruf
25:11nach Paragraf 49-5 die sofortige Entfernung aus dem Seminare angeordnet.
25:23Nur das nicht, Herr Direktor, nur das nicht.
25:27Wenn Sie schon nicht gegen mich gnädig sein können,
25:29dann wenigstens gegen meine arme Familie.
25:31Eine kleine Freude wollte ich Ihnen machen mit den Lichtern.
25:35Der Herrgott im Himmel weiß, dass ich ein Dieb bin.
25:40Ich möchte doch so gerne Lehrer werden, Herr Direktor.
25:43Ich möchte so gerne Lehrer werden.
25:45Sie auch?
25:46Ich möchte so gerne Lehrer werden.
25:47Den Herrgott aus dem Spiel!
25:49Seien Sie ein Mann und stehen Sie zu Ihrer Tat.
25:54Ja, ja, also, das war's.
25:59Ich wünsche Ihnen ein schönes Weihnachtsfest.
26:01Danke, Herr Direktor.
26:02Gleichfalls.
26:05Oh, Tannenbaum, oh, Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter.
26:13Du grünst' nicht nur zur Sommerzeit, nein, auch im Winter bänd es schneit.
26:22Oh, Tannenbaum, oh, Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter.
26:31Fröhliche Weihnachten.
26:32Fröhliche Weihnachten.
26:33Fröhliche Weihnachten.
26:34Fröhliche Weihnachten.
26:34Fröhliche Weihnachten.
26:35Na, Karl, da staunst du, was?
26:38Ein schöner Baum im Lichterglanz, den hast du dir doch so sehr gewünscht.
26:42Und die Mutter hat auch lange für die Kerzen gespart.
26:47Ist dir was, mein Junge?
26:50Es ist schön.
26:51Ja, und dann haben wir noch was für dich.
26:53Auguste.
26:5620 Groschen von uns allen.
26:58Jeder hat etwas dazugegeben.
26:59Zwei Pfanne sind von mir.
27:01Von mir auch.
27:03Das kann ich nicht annehmen.
27:08Wirklich nicht.
27:09Das kommt doch von Herzen.
27:10Na, damit du in Waldenburg als Bebersohn hinter den anderen nicht zurückstehen musst.
27:15Ich kann nicht.
27:17Ich kann nicht.
27:20Mutter, Vater, einmal muss es ja heraus.
27:30Ich bin nicht mehr in Waldenburg.
27:33Was?
27:35Nein, ich bin kein Seminarist mehr.
27:43Ich habe mir zu Weihnachten so sehr Kerzen an den Baum gewünscht.
27:50Und ich wollte nicht mit leeren Händen zu euch kommen.
27:53Im Seminar haben sie hunderte von Kerzen.
27:58Tausende.
28:00Sechs davon habe ich mir genommen.
28:03Aber man hat mich verraten.
28:06Armer Karl.
28:10Ein Sohn, ein Dieb.
28:13Euer Bruder, ein Dieb.
28:17Vater, ich wollte euch doch eine Freude machen.
28:23Mein Sohn vom Seminar gewesen.
28:28Der Herrgott allein weiß, wozu es gut ist.
28:40Ich schämte mich durchaus nicht meiner Tat.
28:43Ich schämte mich vor meinen Eltern.
28:47Wie hatte ich vor ihnen dastehen wollen?
28:50Und wie stand ich nun da?
28:54Die Folgen meines Vergehens in Waldenburg erkannte ich spät.
29:00Ich war wie gelähmt und überließ mich der Verzweiflung über ein ungerechtes Schicksal,
29:06das gerade mich traf.
29:11Mein Vater mithilfe des Pfarrers verfasste Eingaben und Gnadengesuche.
29:22Und sie hatten schließlich Erfolg.
29:25Ich durfte meine Ausbildung in Plauen fortsetzen und brachte sie mit guten Ergebnissen zum Abschluss.
29:35Ja, ja, das war 1861.
29:37Ja, im September 1861, meine Schwester Auguste, hatte sich verheiratet.
29:52Ich war 20 Jahre alt und wurde Hilfslehrer in der Armenschule in Glauchau.
30:19Sie wissen, Mai, dass trotz ihres Vergehens in Waldenburg gnädig mit ihm verfahren wurde.
30:27Erweisen Sie sich dieser Gnade würdig.
30:33Ein unanstößiger Lebenswandel und regelmäßige Teilnahme am Gottesdienst sind dafür Voraussetzung.
30:40Sechs Stunden Unterricht sind vereinbart.
30:43Dafür erhalten Sie das hier übliche Vikariatsgehalt von 175 Talern jährlich zuzüglich Logis-Geld.
30:51Eine Logis haben wir für Sie vereinbart beim Kaufmann Meinhold, Große Färbergasse 7.
31:00Tja, seien Sie willkommen.
31:04Gute Zusammenarbeit.
31:17Entschuldigen Sie, mein Fräulein, ich hätte gern Ihren Vater gesprochen.
31:21Mein Name ist Karl May, der neue Logiergast.
31:25Wer ist denn da, Henriette?
31:28Mein Mann.
31:30Ach so, die Dame des Hauses.
31:34Dann verzeihen Sie meine Ungeschicklichkeit.
31:38Schon vergeben.
31:39Treten Sie doch näher.
31:50Ernst Theodor, das ist Herr May.
31:52Herr Karl May.
31:54Na, da sind Sie ja, sind uns schon angekündigt worden.
31:56Meinhold, herzlich willkommen.
31:59Mein, meine Frau wird für Sie sorgen.
32:00Ich hoffe, Sie werden mit ihr zufrieden sein, so wie alle Ihre Vorgänger.
32:04Ja, ich, davon bin ich überzeugt.
32:07Ja, da wollen wir erst mal einen kleinen Begrüßungstronk zu uns nehmen.
32:10Ja, Henriette, würdest du dich mal kümmern?
32:13Nehmen Sie doch Platz, Herr May.
32:15Ja.
32:19Ja.
32:27Der hat ja gar nicht gehauen.
32:29Ja, da ist ja man schon.
32:34Ja.
32:34Ja.
32:34Ja.
32:35Ja.
32:36Ja.
32:36Ja.
32:37Ja.
32:37Ja.
32:37Ja.
32:38Ja.
32:39Ja.
32:39and with small experience, they have no good luck.
32:43However, it is a hard and unverdictable material for these children.
32:50And their parents are mentally stupid and maybe even foul,
32:54because their children must help them to eat bread.
32:57That's what it's going to happen.
33:00However, how do you like it?
33:03I can't believe it.
33:04Everything else would be surprised.
33:10Tell me, Carl.
33:13Are you at school so strict to your students like to me?
33:19You have to learn in your life, if you want to go forward.
33:25See me.
33:27What would I be without my studies?
33:30Weber-Sohn.
33:34For me, it would be the same.
33:36You wouldn't have liked it less.
33:39You are just something special.
33:42Carl.
33:43You are just a good friend.
33:56You are just a good friend.
33:56I thought he was good.
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