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00:05Now, Johanna, come, stay clean, write a story, write a story, take your heart in both hands and run as
00:15fast as you can.
00:17There are certain forces that you have never known before.
00:21I actually thought about quite a lot about it.
00:24I thought about it.
00:28It was really like a film with many pictures from me.
00:33It was just crazy.
00:35I was so excited.
00:37Johanna Recktenwald took her first place!
00:42Wahnsinn!
00:44Weltmeisterin Johanna Recktenwald.
00:47I just don't see those friendly faces.
00:53The native land is where I am, say.
00:58It's where the northern lights, they guide me home.
01:11I'm Johanna Recktenwald.
01:13I'm 24 years old.
01:14I'm from Marping, from Saarland.
01:16I live in Freiburg, where I am Stützpunkt Paraski Nordisch.
01:23Paralympic Biathlon and Skilanglauf.
01:40Hello!
01:42I have a Zappen-Stäbchen-Dystrophie.
01:44That's a Netzhauterkrankung.
01:46And I see now about 2%.
01:50And I see all of them so,
01:53so,
01:53so,
01:54so,
01:56so,
01:56so,
01:56so,
01:56so,
01:56so,
01:56da acho ja überhaupt nicht so,
01:57so ein Milchglas vielleicht hauen würde.
02:00Genau.
02:11Das ist die Emily Weiß,
02:13meine Begleitarierin
02:14oder auch Guide,
02:15und wir sind seit 2025 ein Team
02:18und zusammen Weltmeisterinnen
02:20und wir bringen immer ganz tolle Zahlen zusammen.
02:22budgets zusammen im Training
02:26We often respond synchronously often.
02:3430 seconds, you can go forward.
02:38I think that Johanna has done well with what she needs.
02:431, 2, 1, left!
02:47Then she said to me, she needs her.
02:52Then I tried to set it up.
02:55I think that I learned about the time and routine.
03:00I learned Johanna better.
03:02I know in which situations or conditions she needs more security and more information.
03:08I can also read her body language.
03:12We can be heroes.
03:18Forever and ever.
03:25We have now our Heimwetcup here at Notschrei.
03:28Our Heimstrecke, where we train.
03:31I see this a bit as a general probe for the Paralympics.
03:35There are a lot of fans and fans on the street.
03:39They are a bit excited.
03:43It's now a bit, okay, where we are, how do we deal with the fights, when there is a lot
03:50of trouble.
03:50And that's why we are not trying to get it.
03:57That's why we are going to be a little bit,
03:59when there is a lot of people.
04:00It's a great job for Johanna Reckenwald and Emily Weiss,
04:04who is leading to the 12,5 km.
04:06The first competition is getting up.
04:09Reckenwald, a world champion in this discipline,
04:11with 2 mistakes, the goal is a good 3. Rang, best German.
04:18It was a good race, but it wasn't a perfect race.
04:23We were both very nervous, because it was the first race,
04:27then the World Cup, the whole family was there.
04:41Emily, come.
04:45We are now in Truppe, 8-10 people,
04:49from Marping and even an Ex-Weiler.
04:55Paten, Tante, Tante, Schwiegermutter ins B, Schwiegervater ins B.
05:01Gotti.
05:02Gotti.
05:07Ich höre schon ganz gut raus, wer an welcher Stelle der Strecke steht.
05:12Tatsächlich glaube ich mehr als Emily.
05:14Ich hab dann immer zu Emily, da stand der und da stand der.
05:16Ich krieg das dann schon mit.
05:22Sie war von klein auf ganz extrem selbstständig
05:27in allem, was sie angegangen hat und was sie getan hat.
05:33Ja, gut, man ist auch selbstständig erzogen, muss man halt auch sagen.
05:38Nicht so dieses Betüdeln.
05:42Ja, ich denke, das bringt auch viel, dass er so geworden ist, wie sie ist.
05:51Dass sie nicht so gut gesehen hat, hat man schon an manchen Sachen erkannt.
05:57Da ich selbst Brillenträgerin war, bin ich auch mit ihr schon mit anderthalb zum Augenarzt.
06:04Aber die konnte nie was feststellen und dann war es, glaube ich, wie sie eingeschult worden ist.
06:11Die Ärztin, wo ich im Kindergarten war, hat gesagt, da stimmt was nicht.
06:15In der ersten Klasse hieß es, ich soll so eher vorne sitzen und habe das erste Mal meine Brille bekommen.
06:23Aber zum einen hatte ich meine Brille irgendwie nie getragen, weil es mir nichts gebracht hat.
06:28Und das fand immer schon jeder ganz komisch so.
06:30Und es hieß immer ja, Johanna, zieh mal deine Brille an.
06:32Und dann sind wir halt immer weitergegangen, bis wir es rausgefunden haben.
06:38Als wir dann in Hamburg waren bei der Prof. Dr. Käßmann, die es dann diagnostiziert hat.
06:44Und dann sind zurückblickend einige Sachen einem bewusst geworden.
06:53Johanna hat ja schon immer viel Sport gemacht.
06:57Und bei Hanfa war dann irgendwann der Punkt gekommen, die war gut, ne, anfänglich.
07:02Und irgendwann hat er den Ball nicht mehr gefangen.
07:04Ich hab gesagt, boah, was ist denn jetzt, ne, die fängt den Ball nicht mehr.
07:08Und wenn man das dann rückblickend vor Augen geführt hat, ah, jetzt weiß man, woran hat es gelegen, ne.
07:15Von denen?
07:17Ja, das sind halt so längere Dinge.
07:19Die sind zehn Zentimeter lang.
07:22Können ja auch zwei, drei schmale.
07:23Zwei schmale, bitte.
07:26Weil sie es immer verbergen wollte, hat sie sich ja ganz viel angeeignet, um es zu verbergen.
07:33Und Techniken entwickelten, in ihrem Leben klar zu kommen mit der Behinderung oder der Beeinträchtigung.
07:38Wir waren auch zwischendurch mal in Marburg auf der Blindenschule.
07:43Um sie dann dort besser fördern zu können, kam ein ganz klares Nein, mach ich nicht.
07:50Nee.
07:51Sie war bis dato die erste Schülerin mit C-Beeinrichtigung, die auf einer Regelschule ein Abitur machen wollte.
08:00Sie wollte Abi machen und hat das durchgezogen.
08:07Ich wurde da betreut von einer Lehrerin von der Louis-Preis-Schule, also das ist die Blindenschule im Saarland.
08:13Und so eben Integrationslehrerin war das damals, die mich so ein bisschen dann in der Schule betreut hat und auch
08:21so ein bisschen als Hilfestellung für die Lehrkräfte da war.
08:23Die wusste, dass ich mit meinen Eltern auch immer schon im Skiurlaub war und seit ich klein bin schon Wintersport
08:28gemacht habe.
08:29Und die hat mir dann erzählt, dass es jetzt eine Skilanglauf-AG an der Schule gibt, also an der Blindenschule,
08:36und suchen da aber noch Leute für ihr Team, ob ich da nicht Lust drauf hätte.
08:47Und ich glaube tatsächlich, das erste, was ich noch dachte, ist so, das Langlauf nicht voll anstrengend.
08:53Denk dran, was die Gabi gesagt hat. Ja.
08:57Alter, was die Gabi gesagt hat. Fisse draufstellen. Und mit dem Schwung nach vorne.
09:03Du Ende abstürzt zu mir. Oh, scheiße.
09:08Aber ich war auch immer schon ein sehr offener Mensch und neugierig und wollte schon auch irgendwie immer so bei
09:14allem alles mal ausprobieren und dabei sein.
09:18In der AG war dann auch Peter.
09:23Als ich Johanna zum ersten Mal kennengelernt habe, war ich überrascht, wie schnell sie einen Parcours memoriert und den dann
09:30ganz sicher abläuft.
09:34Hi. Hi, Jörg. Schön, dich mal wieder zu sehen.
09:37Schön, dich mal wieder zu sehen.
09:45Als ich dann Ute gefragt habe, kannst du mir mal die Nummer von Peter geben, hätte ich das nicht gemacht.
09:52Und dann wäre ich jetzt nicht Parasportlerin des Jahres. Also da hat es halt echt angefangen.
09:57Ich weiß noch, als ich das erste Mal hier war und da habe ich schon sehr viele Runden hier gedreht.
10:05Tja, das war der Anfang.
10:1015 Jahre ist sie jung.
10:13Johanna Reckenwald.
10:15Seit einem Jahr steht sie erst auf Langlaufski. Seit Sommer ist sie Biathletin.
10:19Die Trainingsrunde in Lebach kennt sie, kann sie bei Tageslicht daher alleine fahren.
10:25Ansonsten und gerade im Wettkampf fährt aber einer vor. Diesmal Trainer Peter Steffes.
10:31Anstieg.
10:33Führarm.
10:34Links.
10:36War ein bisschen schneller.
10:39Schneller.
10:41Linkskurve voraus.
10:43Noch 10.
10:445 U jetzt.
10:46Links.
10:47Links.
10:48Und raus.
10:49Ja, da haben wir angefangen zu laufen.
10:51Johanna war in den ersten Monaten der Lage, 500 Meter am Stück zu laufen.
10:55Dann mussten sie stehen bleiben.
10:58Da hatten wir diesen Feldweg, der hoch Richtung Tola geht.
11:02Da hatten wir Markierungen gemacht und sie hat sich dort 100 Meterweise nach vorne.
11:05Und irgendwann waren es drei Kilometer am Stück und im gleichen Jahr ist sie dann auch noch zehn Kilometer gelaufen.
11:11Und dann habe ich gedacht, oh Mann, die ist ja ehrgeizig. Unglaublich. Und sie hat ein Ziel gehabt. Und das
11:18ist etwas, was ich im Nachhinein sagen muss.
11:21Wenn Johanna sich vorgenommen hat, etwas zu erreichen, dann macht sie es.
11:25Soweit das Laufen, jetzt das Schießen. Akustisch funktioniert es.
11:33Umso näher man ins Ziel kommt, umso höher wird der Ton. Und wenn man im Ziel ist, dann ist der
11:37Ton ganz hoch. Und dann weiß man, man ist im Ziel und dann drückt man ab.
11:41Und dann?
11:43Dann macht es dödödödöd und dann hat man getroffen oder es macht dödöd und dann hat man nicht getroffen.
11:48Wirst du eher dödödöd oder eher dödöd häufiger?
11:52Dödödöd lieber.
11:55Da kann ich mich sehr gut erinnern. Die Sehbehinderten schießen ja mit diesen Akustiklasern. Und ich bin eben als Biathlon
12:02-Trainer gewohnt zu sagen, dein Schussbild ist verlagert nach rechts oben oder nach links tief.
12:09Und habe ihr dann natürlich auch immer erklärt, ja, du liegst leicht rechts oder du liegst recht tief. Und Johanna
12:15hatte auch gar nicht darauf reagiert.
12:17Und dann kam sie nachher mal zu mir, hat mich so in der Jacke gezogen und sagt, das ist ja
12:22schön, wenn du mir diese Hinweise gibst, aber ich kann damit ja nichts anfangen. Ich sehe es ja nicht.
12:27Das war, dachte ich, oh Mann, wie kannst du so eine dämliche Anweisung geben?
12:42Jeder denkt, wir haben es schwer, ist das alles so beschwerlich? Die sehen nichts, denen fehlt sehr viel Lebensfreude. Und
12:48ich habe gedacht, Mann, Mann, wenn jeder, der es sehen kann, so zufrieden wäre und so glücklich auch leben könnte.
12:56Und das hat mich nachhaltig beeindruckt.
13:03Ich habe auch von Peter da echt eine gute Grundausbildung zum Schießen bekommen. Und irgendwann war das dann halt immer
13:10mehr so, ja, Lehrgänge, Nationalmannschaft. Und dann durfte ich ja auch schon 2019 mit zur ersten WM.
13:20Für die 17-jährige Saarländerin Johanna Rechtenwald geht es bei ihrer ersten WM-Teilnahme gemeinsam mit Simon Schmidt um Bronze.
13:27Klar war sie aufgeregt, hat kurzfristig erfahren, dass sie hier starten darf. Ralf Rombach, der Bundestrainer, wollte ihr aber die
13:32Chance geben, für die Zukunft weiter Erfahrungen zu sammeln.
13:35Und auch wenn sie noch viel lernen, viel trainieren muss, null Fehler im ersten und im zweiten, machen Hoffnung.
13:44Das Finale, Showdown, Crunch-Typen, links außen, Johanna Rechtenwald, bislang noch ohne Fehler.
13:51Wieder null, das ist Bronze für die junge Saarländerin.
13:55Ich kann es doch gar nicht so fassen. Ich bin voll froh, dass federfreies Schießen, das hat es auch, glaube
14:02ich, heute wirklich ausgemacht.
14:03Und dass es geklappt hat, bin ich wirklich happy.
14:07Die erste Medaille bei der ersten WM, da gibt es auch mal den symbolischen und einmaligen Kniefall vom Bundestrainer.
14:15Also die Johanna, die ist ja kein Kind des Schnees, muss man so sagen.
14:22Die ist ja relativ spät zu uns gekommen.
14:25Der Peter hat sie damals entdeckt und dann auch gefördert und dann irgendwann zu uns zum Stützpunkt auch weitergekommen.
14:33Die Grundlagen des Skilanglaufens waren jetzt, wie ja, nicht mit der Muttermilch gegeben, sondern wir mussten das erarbeiten, schon in
14:40einem Alter, wo vielleicht so motorische Dinge auch nicht mehr so ohne weiter zu erlernen sind.
14:45Daher haben wir dann verstärkt mit ihr auf dem Band die Technik erarbeitet.
15:12Dann war schon die Entscheidung auch klar oder ich glaube spätestens auch nach der WM da 2019, wo ich gesagt
15:19habe, okay, nach meinem Abi gehe ich dann nach Freiburg.
15:21There's a golden sky
15:27Der hatte wirklich eine Reise hinter sich und am Anfang die Belastungsverträglichkeit aus allen Richtungen, die Kritikfähigkeit so, also wenn
15:35man dann miteinander arbeitet und auch mal auf den Tisch haut.
15:41Da musste man sehr, sehr vorsichtig sein, war sie gleich mal sehr an der Defensive oder hat dann auch die
15:48Chance genutzt und versucht,
15:50die Schuld irgendwo anders zu finden und weniger an sich zu arbeiten, sondern an ihrem Umfeld mehr zu arbeiten.
15:58Das hat sich schon gewandelt. Also mittlerweile kann man sehr, sehr gut mit der Johanna arbeiten.
16:07Wie fühlt sich das an, die Gewöhnung am Band?
16:11Ja, ich glaube es okay.
16:14Dann würde ich sagen, probieren wir das Ganze mal ohne Stange.
16:18Ohne Stange, ich halte dich fest und lasse dich zurück.
16:25Ist jetzt aber fies hier.
16:29Soll ich so oder wirklich?
16:32Nein, nein, mach ruhig bitte Hand auf den Rücken.
16:34Genau.
16:44Man kann halt auf dem Laufrand eine gewisse Geschwindigkeit erreichen, die man sich vielleicht draußen nicht so traut, im ersten
16:52Moment auch zu laufen.
16:54Und mir macht das tatsächlich auch Spaß.
17:08Ja, das ist Florian Baumann, mein Freund und Guide auch bei uns im Team, aber nicht mein Guide.
17:17Ja, wenn man es genauer nehmen will, eigentlich mein Konkurrent.
17:35Ich glaube, es ist schon ganz gut so, dass wir dieses Sportliche und Private einfach trennen, weil man verbringt halt
17:42schon mit seinem Guide schon so, so viel Zeit zusammen.
17:45Und ich glaube, wenn man dann noch einfach das restliche Leben auch noch zusammen teilt, vielleicht ist es gut, dass
17:53da jeder so ein bisschen seinen eigenen Weg geht.
18:06Man muss es ja auch positiv sehen.
18:08Die Chance, ich sag mal, dass unser Haushalt erfolgreich ist, die ist natürlich 50 Prozent höher, weil einfach zwei auf
18:16unterschiedlichem Weg oder in unterschiedlichen Teams erfolgreich sein können.
18:20Ja.
18:31Die größte Stärke ist eigentlich ein bisschen witzig, weil es auch so ein bisschen die größte Macke, also gerade die
18:40Zielstrebigkeit, die ist bei ihr sehr stark ausgeprägt.
18:43Also wenn sie sich was in den Kopf setzt, will sie das unbedingt machen und vor allem das auch noch
18:48ziemlich schnell, am besten direkt.
18:51Hier gerade in meinem Umfeld, in der Trainingsgruppe, waren halt viele dann sehr erfolgreich, gerade Peking und so.
18:59Und bei mir war die Zeit da einfach noch nicht so da.
19:03Und das musste ich, glaube ich, vor allem lernen, dass ich da einfach noch die Jahre brauche.
19:09Ja, also der Punkt war dann wirklich jetzt, sorry.
19:18Sie wusste, dass das kommt.
19:20Gute Bedingungen im Biathlon-Zentrum von Changsha-Ku, 180 Kilometer von Peking entfernt.
19:26Ein nahezu idealer Tag, um Premiere bei den Paralympics zu feiern für Johanna Rechtenwald.
19:32Die 20-jährige Marpingerin hatte in den vergangenen Trainingstagen doch einige Anpassungsschwierigkeiten.
19:38Ich glaube, die härteste Zeit war tatsächlich halt so die Zeit von Peking.
19:44Johanna Rechtenwald kämpft, gibt alles.
19:47Doch so recht schnell vorwärts kommt sie nicht.
19:52Irgendwie war das dann so, da waren halt alle so extrem erfolgreich.
19:59Und ich war halt da immer nur die Vierte.
20:03Da hatte ich ja noch viel dran zu knabbern.
20:05Und das hat mir auch irgendwann nicht mehr so Spaß gemacht.
20:08Silber für die erst 15-jährige Lynn Katzmeier und ihren Guide Florian Baumann nach einem bravourösen Wettkampf.
20:16Es war schon auch die Phase, wo ich sagen muss, dass Flo mich da schon auch echt am meisten unterstützt
20:22hat.
20:22Und man da einfach über vieles reden konnte.
20:39Wir haben da auch immer wieder drüber geredet.
20:42Und also, klar, was kann man vielleicht selber schaffen?
20:48Man spricht über die Dinge, die kommen, in dem Fall die Rennen.
20:52Und ja, da war mir schon immer klar, so grundsätzlich vom Potenzial ist das drin.
20:58Man muss dann oft halt auch an sich glauben.
21:05Ich habe mir auch die Frage gestellt, schaffe ich das überhaupt, irgendwann mal ganz oben auf dem Podium zu stehen?
21:24Ich hatte ja in der Vergangenheit viele Begleitläufer wechselt.
21:28Und ich würde es schon jetzt noch mal als so in Glücksgriff beschreiben, dass Emily und ich dann so den
21:34Weg zusammen gefunden haben.
21:35So als Mädels-Team, das ist doch noch mal was sehr Besonderes und fühlen uns ja beide sehr wohl zusammen.
21:45Also ich war selbst als Schilangläferin aktiv.
21:492021 habe ich dann noch mal ein Jahr versucht, da in die Kader zu kommen.
21:54Aber es war dann einfach irgendwann schwierig und der Anschluss nicht mehr ganz da.
21:58Und dann gab es irgendwie auch so ein bisschen die Möglichkeit, dann beim Parasport, die Begleitläufer-Position ist so ein
22:05bisschen das,
22:05dass ich diese Wettkämpfe trotzdem weiter bestreiten kann.
22:09Aber irgendwie ich nicht im Hauptfokus stehe.
22:12Das ist so ein bisschen das, was mir jetzt besonders viel Spaß macht, dass ich das einfach mit Johanna zusammen
22:16machen kann.
22:17Also die Emily, die hat einen großen Anteil an der Entwicklung von der Johanna.
22:21Seit sie dabei ist, ist die Johanna noch eine Spur gelöster.
22:25Als hätte ich Schnee in der Bindung.
22:31Es ist auch nicht so leicht, immer jemanden zu finden, der bereit ist, diesen Schritt zu gehen,
22:35sich sozusagen in den Dienst der Athletin oder des Athleten zu stellen.
22:40Da muss schon viel zusammenkommen und die Menschen findet man nicht gerade an jeder Hausecke.
22:52Ich bin da schon wieder so hingegangen mit so negativen Gedanken.
22:58So, ich hoffe, dass ich überhaupt wieder eine Bronzemedaille gewinne und so.
23:02Ich hatte so wenig Selbstvertrauen.
23:05Und dann beginnt die WM einfach mit Silber so und dann nochmal.
23:10Yes, you're doing well. Johanna Richtenwald. Only one target. And yes, that's zero for Johanna Richtenwald.
23:20Ja, dann kam halt noch der Einzel. Und ich meine, Biathlon Einzel war immer schon so ein bisschen mein Rennen,
23:26wo ich am besten war.
23:29Ich habe jetzt im Nachhinein von vielen gehört, dass sie da so ein Gefühl hatten, das könnte mein Tag werden.
23:34Als sie letztes Jahr in Bokeljuka Weltmeisterin wurde, habe ich ja schon am Tag vorher ihr geschrieben,
23:40Johanna, du bist jetzt läuferisch so nah dran wie noch nie. Morgen viermal die Null und dann reicht's.
23:51Ja, dann gehe ich halt auf die Schlussrunde und ich wusste erst noch gar nicht, was haben die anderen geschossen,
23:56wie sind die Rückstände.
23:57Und dann kam ich halt zur ersten Zwischenzeit, da stand Ralf und der sagt mir dann, es geht halt um
24:03Gold.
24:03Also, du kannst heute gewinnen.
24:05Das war sicher ein Schlüsselmoment. Auf jeden Fall. Ich glaube, da hat sie gemerkt, dass es doch mehr geht noch,
24:11als sie denkt.
24:12Da wusste ich genau, jetzt kann Johanna auch mal über 100 Prozent gehen, weil sie jetzt hat sie den WM
24:18-Titel so nah vor der Nase.
24:20Sie gibt ihr nicht mehr her.
24:31Und dann sind wir ins Ziel und ja, es war einfach Wahnsinn. Also, ich habe mich so gefreut.
24:38Und das sind natürlich Dinge, dann sitzt man zu Hause und dann macht's, boah.
24:50Die WM war schon ein Riesenbefreiungsschlag.
24:56Und seitdem hat sich auch ein Sprung getan in ihrer ganzen Herangehensweise.
25:02Sie ist jetzt mutiger und offensiver, als sie das zuvor war.
25:09Johanna macht nicht nur den Sport perfekt, sondern ich glaube, dass sie auch im Marketing nicht schlecht ist.
25:16Sie hat auch schon Sponsorenverträge fürs Nationalteam deutlich akquiriert, weil sie einfach ein Auftreten hat medial,
25:25mit dem man tatsächlich Werbeeffekte erreichen kann.
25:31Und so hat sich Johanna sportlich leise in die Weltspitze reingeschlichen und etabliert.
25:38Aber das Gesicht des Parabiatels, das ist ja schon seit ein paar Jahren.
25:49Ich freue mich natürlich schon, dass ich da so ein bisschen den Sport einfach nach außen hin vertreten darf.
25:56Und das eben auch einfach für den Parasport extrem wichtig ist,
26:00dass dann mal über die Grenzen der Paralympics-Fans vielleicht dann auch mal mehr Menschen da wirklich Berührungspunkte zu bekommen.
26:09Und dann denke ich, okay, das schaue ich mir mal an.
26:11Und das ist einfach wichtig, dass man viel Social Media und Medienarbeit betreibt.
26:16Und das lief jetzt dieses Jahr ganz gut und das freut mich einfach.
26:20Das freut mich einfach für den ganzen Parasport.
26:41Bei unserem Warmmach-Programm kann ich auch immer so ein bisschen herausfinden,
26:45okay, wie ist Johanna heute auch läuferisch oder was geht da vorwärts oder auch nicht.
26:51Und da habe ich schon festgestellt, das wird heute schnell.
27:01Ich habe jetzt irgendwie gemerkt, okay, bei Emily wird es heute ein bisschen enger.
27:05Und ich fand das gerade so cool heute, weil das war dann so eine richtige Teamleistung.
27:10Also ich habe gemerkt, okay, ich fordere sie jetzt doch ganz schön.
27:13Das macht dir auch immer Spaß.
27:15Ja, ich merke, da geht bei Johanna dann noch mehr, weil sie weiß, jetzt kann sie.
27:43Ich habe jetzt auch mit dem Sprint-Weltcup-Sieg einfach auch nochmal gezeigt,
27:49dass es auch im Sprint möglich ist und nicht nur auch in einem Einzel.
27:54Ich glaube, einfach das Selbstvertrauen, was man jetzt hier mit rausnehmen soll.
27:58Und da kann man sehr stark sein.
28:19Dann jetzt irgendwie sowas hier vor der Kulisse zu gewinnen, so knapp vor den Paralympics,
28:24das gibt einfach ganz, ganz viel Selbstvertrauen.
28:27Und ja, ich hoffe, dass das jetzt noch nicht der Peak so im Winter war,
28:30sondern dass wir da jetzt auch einfach die Form noch so mitnehmen können,
28:34vielleicht noch ein bisschen was spezifisch draufsetzen können.
28:37Und dann können wir, glaube ich, schon mit viel Vorfreude und Zuversicht auch Richtung Paralympics blicken.
28:43Johanna, langsam wirst du mir unheimlich.
28:47Ich habe ja schon immer gesagt, dass es vorwärts geht, aber jetzt geht es ja gerade richtig vorwärts.
28:57Meine Erkrankung, das hat mich ja alles irgendwo geprägt.
29:01Und ich sehe das auch als nichts Negatives mehr oder als irgendeinen Schicksalsschlag,
29:04wie das oft auch betitelt wird, sondern es ist halt einfach so, das gehört zu mir,
29:08das bin ich, das hat mich geprägt und ohne das alles wäre ich nicht die Person, die ich heute bin.
29:15Und ich würde es auch, glaube ich, nicht mehr unbedingt eintauschen wollen,
29:18weil ich jetzt rückblickend doch sehr happy bin mit dem, was bisher alles so passiert ist.
29:24The Native Land is where I am, say
29:28It's where the Northern Lights, they guide me home
29:34Oh
29:35Oh
29:35Oh
29:37Oh
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