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00:00:05Die Welt versinkt im Plastik.
00:00:15Die Hersteller geben vor, dass Recycling die Lösung sei.
00:00:27Wir haben ein Jahr lang recherchiert, was wirklich mit Verpackungsmüll passiert.
00:00:34Es sind internationale kriminelle Netzwerke, die Plastikmüll schmuggeln.
00:00:40Wenn es ein Problem mit dem Material gibt, wird einem die Lizenz entzogen. Sehr riskant.
00:00:47Wenn man in dieser Branche arbeiten will, muss man Leute bestechen.
00:00:52An Plastikmüll wird gut verdient.
00:00:57Wir konfrontieren die Konzerne, die mit teuren PR-Kampagnen vertuschen wollen.
00:01:04Können Sie bitte die Kamera ausmachen?
00:01:07Dieser Film enthüllt, warum das, was uns über das Recycling von Kunststoffen erzählt wird, eine Lüge ist.
00:01:20Untertitelung des ZDF oder ZDF in Kjanaf ajudant.
00:01:22Der Film ver diligent, ihnen sehr zweifelt werden.
00:01:26Fertig ist leer.
00:01:54If this tree could speak, he would be sure to wear it.
00:02:01By the flood, there is no water in these trees.
00:02:09The tree needs these trees to breathe.
00:02:15That can't he now, because they are from plastic milk.
00:02:29Nina is 15, an activist and part of a growing movement.
00:02:37Ob Kunstinstallation, TED-Talk, Twitter, Facebook oder Fernsehen, ihre Botschaft ist klar.
00:02:43Die Konzerne müssen weniger Plastik produzieren.
00:02:48Guten Morgen. Hallo, du bist so süß.
00:02:53Nina will die Konzerne zur Rechenschaft ziehen.
00:02:56Sie fordert, dass die Industrie ihre Heimat nicht länger mit Müll überschwemmt.
00:03:05Die Plastikkrise zerstört meine Zukunft.
00:03:12Wissen Sie, was mit Ihrem Müll passiert, nachdem Sie ihn in die Recyclingtonne werfen?
00:03:17Sie wissen es nicht?
00:03:22Für Nina ist klar, wer die Täter sind.
00:03:25Denn sie hinterlassen ihre Spuren am Tatort.
00:03:29Hier, ich habe eine Verpackung von Nestle gefunden.
00:03:32Denko.
00:03:35Nestle ist eine der Marken, die ich am meisten finde.
00:03:39Hier, Moito. Moito ist von Unilever.
00:03:43Moito ist das meistverkaufte Flüssigwaschmittel.
00:03:48Hier ist noch was.
00:03:54Im Moment machen wir eine Markenanalyse.
00:03:57Wir sortieren den Müll und klassifizieren nach Marken.
00:04:01Es handelt sich um internationale Hersteller, wie Unilever, Nestle und Procter & Gamble.
00:04:14Für die Hersteller dieser Produkte sind solche Kampagnen gefährlich fürs Geschäft.
00:04:20Daher halten sie dagegen.
00:04:28Plastikmüll, der in der Umwelt bleibt, stellt uns vor eine globale Herausforderung.
00:04:35Plastik an sich ist nicht das Problem, sondern wie wir damit umgehen.
00:04:39Die großen Konzerne investieren in aufwändige Kampagnen, in denen sie zwar zugeben, dass es ein Plastikmüllproblem gibt,
00:04:46allerdings haben sie auch gleich eine Lösung parat.
00:04:49Recycling.
00:04:50Nestle hat sich offiziell verpflichtet, bis 2025 100% aller Verpackungen wiederverwertbar zu machen.
00:04:57Und weil uns das nicht genug ist, wollen wir noch weitergehen.
00:05:00Wir sind auf dem Weg in eine bessere Zukunft, mit besseren Verpackungen und besseren Recyclingmöglichkeiten.
00:05:06Und das tun wir für dich und alle zukünftigen Generationen.
00:05:11Wir bei Unilever überdenken, wie wir Plastik in unseren Verpackungen verwenden.
00:05:15Bitte helft uns, den Kreis zu schließen und lasst uns unseren blauen Planeten wieder blau machen.
00:05:25Das Zauberwort heißt Kreislaufwirtschaft.
00:05:30Plastik soll immer wieder neu verwendet werden.
00:05:37Doch was ist von diesen grünen Sprüchen zu halten?
00:05:53Jandell ist eine Industrie-Insiderin.
00:05:56Bis vor kurzem berät sie Firmen wie den Sportartikelkonzern Nike, den amerikanischen Öl-Multi Chevron und den Spielzeughersteller Mattel in
00:06:06Sachen Nachhaltigkeit.
00:06:08Schließlich gab sie ihren gut bezahlten Job auf, um eine NGO zu gründen und gegen das Märchen vom guten Recycling
00:06:15zu kämpfen.
00:06:20Ich regte mich über all diese Plastikverschmutzung auf.
00:06:23Also fing ich an, mit den Konzernen zu sprechen.
00:06:26Hey, schaut mal, da steht euer Name drauf. Wir müssen etwas dagegen tun.
00:06:31Und sie sagten, oh, wir recyceln das.
00:06:34Ich sagte, nein, so viel Recycling gibt's nicht.
00:06:38Oh, keine Sorge, wir versprechen, dass wir es in Zukunft recyceln werden.
00:06:42Und darum entschied ich mich, mehr darüber rauszufinden.
00:06:48Man verspricht uns eine Kreislaufwirtschaft.
00:06:51Was dachten Sie, als Sie das zum ersten Mal hörten?
00:06:55Als ich das zum ersten Mal hörte, konnte ich nur den Kopf schütteln.
00:07:00Die Kreislaufwirtschaft von Plastik ist eine große Farce, die von der Plastikindustrie und den Verpackungsherstellern vorangetrieben wird,
00:07:08damit Sie immer mehr Einwegverpackungen in die Welt bringen können.
00:07:12Warum?
00:07:14Weil Sie damit Milliarden über Milliarden Dollar Umsatz machen.
00:07:19Es wird nicht funktionieren.
00:07:21Plastik ist nicht recycelbar wie Papier oder Metall.
00:07:25Kurz gesagt, in einem Labor kann man alles recyceln.
00:07:29Aber draußen in der echten Welt sind die Kosten dafür absolut astronomisch.
00:07:34All diese Plastikverpackungen rauszuziehen, zu trennen, Prozesse zu entwickeln, um es dann in hochqualitatives neues Material zu verwandeln.
00:07:44Die Kosten dafür sind absolut astronomisch und werden niemals gering sein.
00:07:59Praktisch, billig, leicht. Plastik ist das ideale Verpackungsmaterial.
00:08:05Aber einmal benutzt, wird Plastik zu einem teuren Entsorgungsproblem.
00:08:16Allein in Deutschland fallen fast sechs Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr an.
00:08:23Um das Sammeln, Sortieren und wieder aufbereiten dieser riesigen Müllmenge bezahlen zu können,
00:08:30hat man sich in Deutschland vor 30 Jahren ein raffiniertes System ausgedacht.
00:08:42Bis Anfang der 90er Jahre landeten fast alle Plastikverpackungen auf der Müllkippe.
00:08:48Das war billig, aber die Deponien füllten sich schnell.
00:08:52Also beschloss die deutsche Regierung, dass Plastik recycelt werden sollte.
00:08:57Und die Unternehmen, die es produzierten, sollten dafür bezahlen.
00:09:02Eine revolutionäre Idee.
00:09:09Eine neue Farbe hat Einzug gehalten in den grauen Supermarkt-Alltag. Der grüne Punkt.
00:09:15Verschiedenste Produkte sind mit einem geheimnisvollen Zeichen versehen.
00:09:18Ich könnte mir vorstellen, dass das was mit der Umwelt zu tun hat.
00:09:21Die Umwelt muss man ja was tun, ne?
00:09:23Der grüne Punkt verspricht Recycling.
00:09:26Zauberwort Recycling.
00:09:27Denn ob Faltschachtel, Konservendose oder Kunststoffflasche,
00:09:31viele Verpackungen werden bald mit einem ähnlichen Punkt versehen sein.
00:09:37Der grüne Punkt bedeutet bis heute, dass jede Firma, die ein Produkt auf den Markt bringen will,
00:09:43fürs Recycling bezahlen muss. Mit einer Gebühr für jede Verpackung.
00:09:48Letztendlich werden die Kosten dann auf die Verbraucher abgewälzt.
00:09:52Und sie sind auch dafür verantwortlich, den Müll zu trennen.
00:09:57Das wichtigste Glied in der Recycling-Kette sind und bleiben also immer noch dicht.
00:10:02Also sammeln die Deutschen wie die Weltmeister.
00:10:05Denn nur so können leere Verpackungen wieder in ihren Rohstoffkreislauf gelangen.
00:10:10Dafür wird uns auch etwas versprochen.
00:10:12Der grüne Punkt. Mit diesem Label soll nun alles besser werden.
00:10:17Aus unseren alten Verpackungen sollen wieder neue werden.
00:10:22Damals wurde die Idee einer Kreislaufwirtschaft für Plastikverpackungen geboren.
00:10:3030 Jahre später ist aus der Idee eine ganze Industrie geworden.
00:10:34Die Recyclingbranche in Deutschland macht Milliarden Umsätze pro Jahr.
00:10:39Und wir Deutschen sind dank jahrelangem Training heute Meister im Mülltrennen.
00:10:56Dies ist eine der größten Sortieranlagen Deutschlands.
00:11:00Ein millionenschweres Wunderwerk deutscher Ingenieurskunst, das all die verschiedenen Kunststoffsorten trennt und sortiert.
00:11:20Die Recyclingbranche
00:11:22Der Recyclingbranche
00:11:22Der Recyclingbranche
00:11:39Der Recyclingbranche
00:11:48This is our first Siebtrommel, we have four pieces of it.
00:11:53You can see the different large blocks.
00:11:56Through the Dreh movement, they are in different sizes.
00:12:01The material, that's here over here, goes back to the next Siebtrommel.
00:12:09The Müll through 20 stations,
00:12:12in which hundreds of computers, sensors and dusts do not do that,
00:12:17what the customers do not do.
00:12:19They transfer the equipment to the extent of Größe, Form and chemically.
00:12:26The Reckner gives the Druckluftstoss to the product,
00:12:33that we have, positively on the other side.
00:12:35The rest falls down and goes to the next Sortierstation.
00:13:00Here is the next Sortiering.
00:13:03The colleagues then sort out things out,
00:13:07which were put into the production,
00:13:08to the production,
00:13:10to the parts of the production.
00:13:12We have 11 people in this period.
00:13:17They change the position,
00:13:20so it's not too much and so.
00:13:22But the one section has been sorted with,
00:13:26he knows exactly what he did.
00:13:29This is not a chocolate factory.
00:14:06At the end we have 14 fractions of different materials, but also Tetra-Paks or Weißblech.
00:14:16Then the fraction of Polyethylen. It smells wonderful, because it consists of large parts of
00:14:22Spülmittel- und Creme-Verpackung. Es lässt sich recyceln. Die Nachfrage ist groß.
00:14:29Wir bekommen anständiges Geld dafür. Schöne Sache. Schön bunt.
00:14:42Auf den ersten Blick sieht das nach einem funktionierenden System aus.
00:14:47Doch die Shampooflaschen sind mit die einzigen auf dem Hof, die eine Chance haben,
00:14:52als neue Verpackung wiedergeboren zu werden.
00:14:58Denn laut einer industrieeigenen Studie werden nur rund 5% des Plastikmülls
00:15:04aus dem gelben Sack wieder zu neuem Material.
00:15:08Lebensmittelhersteller können aufgrund geltender Bestimmungen
00:15:10ihre Ware nicht in recyceltes Plastik stecken.
00:15:14Dieses sogenannte Rezyklat ist dann doch zu schmutzig, zu minderwertig.
00:15:20Daher werden Chips, Tüten, Joghurtbecher und Gemüseschalen
00:15:23fast ausschließlich aus sauberem Neuplastik, Virginematerial hergestellt.
00:15:30Ein riesiger Markt, sagt der Reuters-Journalist Joe Brock.
00:15:38Kunststoff wird aus Öl und Gas hergestellt.
00:15:41Billiges Öl heißt billiges Plastik.
00:15:44Wenn Sie ein Recycler sind, können Sie damit nicht konkurrieren,
00:15:48denn Sie haben ein minderwertiges Produkt, das teuer ist.
00:15:51Wem wollen Sie das verkaufen?
00:15:53Nehmen wir an, Sie sind Nestle, Unilever, Coca-Cola oder Pepsi.
00:15:58Entscheiden Sie sich für ein schlechteres Produkt, das mehr kostet?
00:16:01Oder entscheiden Sie sich für billiges Neumaterial,
00:16:04das direkt aus der Produktion kommt?
00:16:13Die Kunststoffproduktion ist ein wichtiges Geschäftsfeld für die Öl- und Chemieindustrie.
00:16:19Fabriken wie diese werfen jährlich 400 Millionen Tonnen an Neuplastik auf den Markt.
00:16:25Tendenz steigend.
00:16:36Es gibt Schätzungen von 400 Milliarden Dollar,
00:16:39die in neue Kapazitäten für Kunststofffabriken auf der ganzen Welt fließen.
00:16:44In den nächsten zehn Jahren wird Kunststoff das wichtigste Produkt für die Ölindustrie sein.
00:16:49Bis 2050 werden 20 Prozent des gesamten Öls für die Herstellung von Kunststoff verwendet werden.
00:16:57Wenn wir nicht ernsthaft gegensteuern, wird sich die Plastikverschmutzung in diesem Zeitraum vervierfachen.
00:17:08Auf dem Weltmarkt haben verdreckte Plastikverpackungen keine Chance gegen sauberes, billiges Neuplastik.
00:17:15Man fragt sich, was mit all dem Müll aus den Sortieranlagen wirklich passiert.
00:17:22Denn häufig sind Plastikverpackungen weniger wert als nichts.
00:17:26Sie bestehen aus mehreren hauchdünnen Schichten, die sich nicht trennen und recyceln lassen.
00:17:33Müllverwerter werden sogar dafür bezahlt, dass sie das Material überhaupt annehmen und weiterverarbeiten.
00:17:43Einer davon ist Sascha Schuh. Er ist schon seit Beginn des grünen Punkts in der Branche tätig.
00:17:50Aber 30 Jahre Erfahrung im Müllgeschäft und eine Insolvenz haben ihn desillusioniert.
00:17:56In meiner Studienzeit war ich manchmal noch Bademeister und dieses Freibad war häufig unglaublich kalt.
00:18:04Und dann kam dann ein Gast zu mir und sagte, Entschuldigung, Sie haben geschrieben, dass Sie ein beheizbares Freibad haben.
00:18:12Ja, Sie haben völlig recht. Das Freibad ist beheizbar. Wir haben uns aber dagegen entschieden, das zu beheizen.
00:18:18Und das ist genau das Gleiche wie mit Recyclebar. Es ist die Möglichkeit da, dass es recycelt werden kann.
00:18:25Aber es bedeutet nicht, dass es tatsächlich recycelt wird.
00:18:32Was Sascha Schuhs Recyclingbetrieb macht, ist eigentlich Downcycling. Seine Idee?
00:18:39Wenn man aus alten Verpackungen keine neuen machen kann, dann macht man eben etwas anderes.
00:18:46Minderwertigeres daraus. In diesem Fall Eisenbahnschwellen.
00:18:53Eine Schwelle wiegt 75 Kilo. Das sind im Endeffekt die alle gemischten Käseverpackungen mit Joghurtbechern zusammen und vielleicht im Trinkpäckchen,
00:19:01was aus Polyethylen ist.
00:19:03Und das ist jetzt hier in dieser Schwelle drin.
00:19:06Es sind halt nicht die Mengen, um das gesamte Mischkunststoffproblem in Deutschland um dem Herr zu werden.
00:19:12Warum kann man jetzt nicht aus den ganzen Verpackungen dann eine neue Verpackung machen?
00:19:16Sie meinen aus den Mischkunststoffverpackungen, weil es Mischkunststoffe sind und sie können halt nicht mal ganz brutal sagen, aus Scheiße
00:19:22Gold machen.
00:19:23Es funktioniert einfach nicht. Es ist der letzte Dreck, der irgendwo zusammengesortiert wurde.
00:19:28Die unterschiedlichsten Arten von Kunststoffen. Außerdem stinkt das Zeug.
00:19:35So clever die Idee der Plastikschwellen auch sein mag, profitabel ist sie nicht.
00:19:41Schussfirma könnte nicht ohne die Zuschüsse aus den Verpackungsgebühren auskommen.
00:19:48Ich habe pro Tonne ungefähr 110 Euro gekriegt. Das heißt, ich bekomme Geld vom System oder von der Sortieranlage, dass
00:19:59ich deren Kunststoffe nehme.
00:20:01Wir verarbeiten die Kunststoffe zu Bahnschwellen und verkaufen die Bahnschwellen dann an die Bahngesellschaft. Die Bahngesellschaft zahlt uns.
00:20:09Dann haben sie ja zweimal Geld bekommen.
00:20:11Genau. Wir haben zweimal Geld bekommen.
00:20:14Allerdings ist der Produktionsprozess insgesamt so teuer, dass wir nicht nur mit dem Geld von der Bahngesellschaft das Ganze dann
00:20:21auch finanzieren könnten.
00:20:27Hoch subventionierte Eisenbahnschwellen aus Verpackungsmüll. Eine Kreislaufwirtschaft ist das nicht.
00:20:35Downcycling als Recycling. Das kommt der Politik entgegen. Auf diese Weise sehen die Statistiken viel besser aus.
00:20:445 Prozent echtes Recycling werden so zu rund 45 Prozent sogenannter stofflicher Verwertung hochgejubelt.
00:20:54Auch die aktuelle Bundesregierung setzt in ihrer Müllstrategie weiterhin auf Recycling.
00:21:02Das Problembewusstsein wächst, aber gleichzeitig wachsen noch immer die Plastikberge.
00:21:09Und deshalb geht es in Deutschland darum, einerseits Plastikmüll zu reduzieren und andererseits den Rest in hoher Qualität zu recyceln.
00:21:17Erst dann entsteht ein Kreislauf.
00:21:23Im Europaparlament fragt man sich, wie ein Kreislauf entstehen soll, wenn der größte Teil dieses Recyclings eigentlich Downcycling ist.
00:21:38Es wird noch sehr, sehr lange dauern, bis wir eine tatsächliche Kreislaufwirtschaft haben.
00:21:45Hier in Brüssel treffen wir uns mit einem Politik-Insider.
00:21:49Helmut Maurer arbeitet seit 15 Jahren für die Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission.
00:21:56Privat hält er Downcycling für Augenwischerei.
00:22:01Das, was die Bürger immer glauben, was Recycling denn eigentlich sei,
00:22:05nämlich der Ersatz Virginer Rohstoffe in der Produktion, der findet nur marginal statt.
00:22:14Und das muss uns doch erstaunen.
00:22:16Recycling ist nicht das, was wir glauben.
00:22:18Es ist nicht eine Methode, um Virginer Rohstoffe einzusparen.
00:22:23Und wir sprechen im Jahr 2021.
00:22:25Den gelben Sack gibt es seit den 90er Jahren.
00:22:27Und wir haben es nicht geschafft, mehr als 7% Virginer Materialien in hoher Qualität zu ersetzen durch Recyclator.
00:22:35Das ist für mich ein Zeichen, dass die Ziele, die wir verfolgt haben, nicht erreicht wurden und auch nicht erreicht
00:22:41werden können.
00:22:42Aber wir alle sind hier aufgewachsen in dem Glauben, dass Recycling die Lösung ist, um der Verpackungsflut Herr zu werden.
00:22:50Ja, dieses Narrativ ist uns eingetrichtert worden.
00:22:54Und ich versuche mich seit Jahren dem zu widersetzen und darauf hinzuweisen, dass Recycling unsere Probleme eben nicht löst.
00:23:02Aber ich sehe keine entscheidenden Lösungsansätze.
00:23:06Das ist besorgniserregend.
00:23:14Das meiste Plastik, das im gelben Sack landet, ist noch nicht einmal gut genug für Downcycling.
00:23:20Aber es brennt gut. Die Abfallwirtschaft nennt das energetische Verwertung.
00:23:32In Deuner in Thüringen steht eine von 54 Zementfabriken in Deutschland.
00:23:38Die Zementherstellung braucht viel Energie.
00:23:41Und die Zementwerke haben Kunststoffabfälle als Brennstoff entdeckt.
00:23:48Neben der Zementfabrik steht eine Aufbereitungsanlage.
00:23:53Hier wird der Plastikmüll in einen sogenannten Ersatzbrennstoff verwandelt.
00:24:02Das sind jetzt die geöffneten Wallen, die wir draußen gesehen haben.
00:24:06Also sie haben dann einfach hier so einen Verschmutzungsgrad, dass ein stoffliches Recycling nicht mehr möglich ist.
00:24:19Das ist eine recycelte Flasche, die schon einmal recycelt wurde und jetzt ihr Ende des Daseins dann tatsächlich in der
00:24:27Thermik finden wird.
00:24:39Hier werden Joghurtbecher und Chipstüten zu exakt definierten Flocken zerhackt, die in den Zementofen nebenan geblasen werden.
00:24:52Und so sieht nachher das fertige Produkt aus, der fertige Brennstoff.
00:24:59Egal wie gut der Ersatzbrennstoff auch sein mag, wert ist er immer noch nichts.
00:25:05Im Gegenteil, der Müllaufbereiter Hoffmann muss das Zementwerk bezahlen, die zerhäckselten Verpackungen zu verheizen.
00:25:16Absurderweise wird für die Zementwerke durch das Plastikmüllproblem ein Traum wahr.
00:25:22Früher mussten sie für ihren Brennstoff bezahlen.
00:25:25Heute bekommen sie für die thermische Verwertung von Kunststoffabfällen Geld aus den Verpackungsgebühren.
00:25:32Müll macht inzwischen rund 70 Prozent des Brennstoffs der deutschen Zementproduktion aus.
00:25:38So, und das ist im Grunde genommen die Nabelschnur zwischen der Brennstoffaufbereitung und 450 Meter weiter dann dem Drehrohrofen.
00:25:49Hier drüber wird dann der Brennstoff Richtung Zementwerk gefördert.
00:25:55Klar, einzeln betrachtet ist natürlich so, dass der Abfallerzeuger, also wir Bürger, ein Stück weit dem Zementwerk hier ein Obolus
00:26:05geben, damit er hier seinen Zementklinker verbrennt.
00:26:10Weltweit stößt die Zementindustrie dreimal mehr Treibhausgase aus als der Flugverkehr.
00:26:17Wir wollten die Betreiber des Zementwerks befragen, ob es nicht umweltfreundlichere Alternativen als die Verbrennung von erdölbasiertem Plastikmüll gibt.
00:26:26Aber unsere Nachfragen wurden abgelehnt.
00:26:40Doch es ist nicht nur die Zementindustrie, die auf die klimafeindliche, aber lukrative Müllverbrennung setzt.
00:26:53In Kopenhagen gibt es seit 2017 einen Berg. Auf dem Dach baute der Star-Architekt Bjarke Ingels eine trendige Sportanlage.
00:27:03Hier trifft man sich auf eine Runde Skifahren, auf Plastikrasen und ein Glas Champagner.
00:27:11Verborgen im Inneren des künstlichen Bergs liegt die teuerste und modernste Müllverbrennungsanlage der Welt.
00:27:19Mehr als eine halbe Milliarde Euro kostete der Bau.
00:27:23Die Anlage versorgt 100.000 Haushalte mit Strom und Wärme.
00:27:29Aufwendige Filtertechnik stellt dabei sicher, dass keine giftigen Gase freigesetzt werden.
00:28:02Musik
00:28:23This is one of the two Oeufs.
00:28:28It burns 35 t per hour and in the inner is 1000 Grad hot.
00:28:341000 Grad.
00:28:441000 Grad.
00:28:48Wir erzeugen Energie aus Resten und können so die Energieerzeugung aus Öl, Kohle und Gas
00:28:53vermeiden.
00:28:54Deshalb ist dies eine grüne Energiequelle.
00:28:59Aber Plastik wird aus Öl hergestellt.
00:29:01Wenn wir Plastik verbrennen, verbrennen wir Öl.
00:29:05Also was macht das hier so grün?
00:29:09Wir müssen das Müllproblem unserer Gesellschaft lösen.
00:29:14Solange die Stadt Müll produziert, wird man diese Anlagen brauchen.
00:29:17Ich wünschte, wir bräuchten keine Müllverbrennungsanlagen, weil wir kein Plastikproblem hätten.
00:29:23Aber wir haben ein Plastikproblem.
00:29:37Um die Investitionskosten zu erwirtschaften, muss solch eine Anlage jahrzehntelang laufen.
00:29:43So lange wird sie Treibhausgase produzieren.
00:29:49Europäische Müllöfen stoßen bereits jetzt 52 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aus.
00:29:58Mehr als die gesamten Emissionen des Landes Portugal mit seinen 10 Millionen Einwohnern.
00:30:05Und es werden immer mehr davon gebaut.
00:30:24Auch nach 30 Jahren grüner Punkt ist Plastikmüll kein wertvoller Rohstoff, sondern ein teures Entsorgungsproblem.
00:30:34Je billiger ein Entsorger dieses Problem lösen kann, desto mehr Gewinn macht er.
00:30:40In der Branche gibt es eine goldene Regel. Müll sucht sich immer das billigste Loch.
00:30:46Und es gibt eine Lösung, die offenbar noch billiger ist als Downcycling oder Verbrennung.
00:30:52Den Müll in einen Container zu packen und ins Ausland zu schicken.
00:30:56Denn auch exportierter Müll gilt nach deutschem Recht als recycelt.
00:31:05Jahrzehntelang löste China leise und preiswert das Entsorgungsproblem der Industriestaaten.
00:31:11Europa und Nordamerika bezahlten das Land für die Verwertung von Millionen von Tonnen jährlich.
00:31:19Aber schließlich hatte die chinesische Regierung genug.
00:31:222018 schloss das Land seine Pforten und von jetzt auf gleich gab es keine Müllimporte mehr.
00:31:43Der Westen musste handeln.
00:31:46Rasch schlossen Entsorger Verträge mit oft dubiosen Abnehmern in anderen asiatischen Ländern.
00:31:52In Malaysia, den Philippinen, Thailand, Kambodscha, Indonesien.
00:32:05Aber nach und nach beschränkten deren Regierungen den Importer hin.
00:32:31Im Jahr 2020 wurde die Türkei zum Hauptimporteur für Europas Müll.
00:32:39Täglich kamen 241 Lkw-Ladungen an. 136.000 Tonnen allein aus Deutschland.
00:32:49In einem System, in dem jeder versucht, seinen Müll so billig wie möglich loszuwerden, gibt es immer wieder schwarze Schafe.
00:32:57Diese Videos wurden uns zugespielt. Sie stammen aus einem türkischen Hafen.
00:33:03Der Zoll hat hier 400 solcher Schiffscontainermüll aus Deutschland beschlagnahmt, vermutlich illegal importiert.
00:33:17Leider ist dies kein Einzelfall. Und je mehr der legale Export beschränkt wird, desto mehr Müll wird anscheinend geschmuggelt.
00:33:38Der Biologe und Aktivist Sedat Gündodou untersucht die Auswirkungen der Abfallimporte auf sein Land.
00:33:46Die Mafia mischt mit im illegalen Müllgeschäft. Seine Aktivitäten haben ihm schon Todesdrohungen eingebracht.
00:33:56Hier ist eine der größten Müllkippen. Hier kann man auch Gleitschirm fliegen. Hier gibt es viel Naturtourismus.
00:34:04Und direkt dahinter ist eine riesige illegale Mülldeponie.
00:34:09Hier ist ein anderer interessanter Ort. Mitten im Stadtzentrum wurde Müll zwischen große Apartmentblocks gekippt.
00:34:20Gündodou markiert nicht nur illegale Müllhalden auf der Webseite seiner Organisation,
00:34:26sondern veröffentlicht auch Hinweise auf Brände auf den Deponien.
00:34:32Ein anderes Gebiet liegt an der Straße nach Jehan, direkt hinter einer Zementfabrik. Dort brannte es vier Monate lang ununterbrochen.
00:34:50Sedat Gündodou hat einen neuen Hinweis bekommen.
00:34:59Jetzt fahren wir in ein Dorf namens Koyumchila. Ein Online-Kontakt, der hier wohnt, hat mir von dieser Stelle erzählt.
00:35:05Er sagte, dass hier immer wieder illegal Abfälle abgeladen werden und dass es immer wieder Brände gibt.
00:35:11Wegen des Rauchs kann er seine Fenster nicht öffnen.
00:35:25Wollen wir irgendwo parken, wo es weniger staubig ist?
00:35:38Der Hinweis war korrekt. Halbverbrannter, giftiger Müll, soweit das Auge reicht.
00:35:47Das könnte aus England oder Irland sein.
00:35:52Es ist von Lidl.
00:35:56Das ist von Aldi.
00:35:58Bitte recyceln. Sehr bizarr.
00:36:02Schaut mal.
00:36:08Deutsch.
00:36:11Gouda-Käse.
00:36:1348 Prozent Fett.
00:36:16Das kommt aus Essen.
00:36:17Plastik.
00:36:20Es gibt tausende von diesen Verpackungen hier und auf allen steht Recycling.
00:36:24Das muss Deutschland peinlich sein. Für uns ist es frustrierend.
00:36:32Unter der schwarzen Asche verbirgt sich Plastikmüll aus ganz Europa. Bis zu drei Meter tief.
00:36:39Da ist noch viel mehr.
00:36:44Hier ist alles voller Müll.
00:36:56Das hier ist ein Müllparadies oder besser eine Hölle.
00:37:09Die Deutschen zahlen Geld dafür, dass ihre Abfälle sortiert, gesammelt und irgendwie recycelt oder verwertet werden.
00:37:16Das wird behauptet. Aber das ist ganz klar nicht der Fall.
00:37:34Das Paradoxe, je mehr in Recycling investiert wird, desto mehr Kriminelle werden in den Sektor gelockt.
00:37:45In Brüssel sitzt das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung.
00:37:51In Ernesto Bianchis Aufgabenbereich fällt der kriminelle Müllhandel, mit dem riesige Summen verdient werden.
00:38:02Illegaler Plastikmüll ist ein sehr lukratives Geschäft und zieht das organisierte Verbrechen an.
00:38:08Es gibt Schätzungen von rund 11 bis 12 Milliarden Dollar weltweit.
00:38:13Und das sind Zahlen, die den illegalen Einnahmen durch Menschenhandel ähnlich sind.
00:38:18Das sind unsere Beobachtungen.
00:38:24Es ist unmöglich, jeden Container jeden Tag an jedem Ort zu checken.
00:38:29Man muss bedenken, dass nicht überall die gleichen Gesetze gelten.
00:38:33Wir reden über die Welt. Es ist also sehr komplex.
00:38:37Wir haben unterschiedliche Methoden bei der Überprüfung, verschiedene Befugnisse, Behörden, die nicht miteinander sprechen.
00:38:43Verschiedene Sprachen, verschiedene Verwaltungssysteme. Und das macht die Ermittlungen extrem schwierig.
00:38:57Um besser zu verstehen, wie die millionenschweren illegalen Deals funktionieren, recherchieren wir ab sofort verdeckt.
00:39:06Wir rekrutieren einen Insider aus der Kunststoffindustrie.
00:39:10Für diesen Film spielt der Mann einen Müllmakler namens Kumar und schleust sich in die Netzwerke ein, die internationale Müllgeschäfte
00:39:20abwickeln.
00:39:21Wir gründen eine Scheinfirma und besorgen uns ein Prepaid-Handy.
00:39:26Dann kontaktiert Kumar Müllmakler in der ganzen Welt, um ihnen schmutzigen deutschen Plastikmüll zu verkaufen.
00:39:37Schon bald hat er einen Kontakt. Einen Händler aus der Türkei.
00:39:56Hallo?
00:39:57Hallo. Ist das Hasan?
00:39:59Ich bin sein Assistent. Ich heiße Burak. Hasan sitzt neben mir.
00:40:04Ich heiße Kumar und suche Plastikrecycler.
00:40:07Okay.
00:40:08Ich habe früher Plastikmüll aus Europa nach Asien exportiert.
00:40:12Zurzeit habe ich aber Probleme, ihn nach Malaysia und Indonesien zu schicken.
00:40:16Ja, davon haben wir gehört.
00:40:18Ja, also mein Kunde sucht jetzt nach einem neuen Abnehmer für seinen Plastikmüll.
00:40:23Und ich wollte wissen, ob sie mir helfen können. Ich habe nämlich noch nie in die Türkei geliefert.
00:40:28Okay, ich verstehe, Kumar. Von welcher Art von Plastik sprechen Sie?
00:40:33Denn wir nehmen HDPE, LDPE, LDPE, 98.2, 95, 90.10, 80.20 PET. Welche Sorte haben Sie also?
00:40:42Ich habe gemischte Kunststoffabfälle, Verpackungsmüll aus Haushalten.
00:40:46Oh, Mischplastik.
00:40:49Können Sie schmutziges Material ankaufen? Ich bin bereit, einen guten Preis zu zahlen.
00:40:54Also Mischplastik zu importieren, ist in der Türkei nicht erlaubt. Aber sauberes LDPE wäre völlig in Ordnung.
00:41:02Kumar gelingt es, das Vertrauen des Maklers zu gewinnen, der immer offener redet.
00:41:07Um die Zollkontrollen zu umgehen, rät er, illegales Material im hinteren Teil des Containers zu verstecken.
00:41:15Hinter einer Schicht aus hochwertigem Plastik.
00:41:21Wir können folgendes machen. In der Nähe der Türen der Container müssen Sie sauberes LDPE-Material laden.
00:41:27Bei den Türen?
00:41:28Ja. Und wenn die Behörden eine Kontrolle im Hafen machen, sieht man kein Mischplastik. Man sieht LDPE.
00:41:35Ich verstehe. Hinten im Container ist das Mischplastik und bei den Türen das LDPE? Habe ich recht?
00:41:41Ja, genau. So funktioniert das.
00:41:43Okay, okay.
00:41:44So machen wir das.
00:41:56Kumar reist in die Türkei, um sich mit der Müll-Mafia zu treffen.
00:42:00Im Vorfeld hat er bereits einen Preis ausgehandelt.
00:42:0435 Euro pro Tonne sollen die Makler bekommen, damit sie den schmutzigen Plastikmüll annehmen.
00:42:11Das klingt nicht viel, aber bei den tausenden Tonnen, die täglich in der Türkei ankommen, lohnt sich das Geschäft.
00:42:25Doch nur wenige Tage vor seiner Ankunft gerät der Deal ins Wanken.
00:42:29Die türkische Regierung ist dem Beispiel anderer Länder gefolgt und hat ein Verbot für die meisten Plastikimporte verhängt.
00:42:50Sorgfältig bereitet Kumar seine Knopflochkamera für das Treffen vor. Es darf nichts schiefgehen.
00:42:56Die Makler stehen im Verdacht, mit organisierten Verbrechern zusammenzuarbeiten.
00:43:19Hallo, ich bin Kumar.
00:43:21Ich heiße Hassan.
00:43:22Kumar.
00:43:23Burak, hallo.
00:43:24Freut mich, Sie kennenzulernen.
00:43:25Mich auch.
00:43:27Setzen Sie sich.
00:43:28Wie geht es Ihnen?
00:43:29Gut.
00:43:30Danke, danke.
00:43:30Und Ihnen?
00:43:31Auch gut.
00:43:32Danke.
00:43:32Es gibt in dieser Stadt mehr als 200 Firmen, die in der Recyclingindustrie arbeiten.
00:43:37Und wir arbeiten für viele von Ihnen.
00:43:40Wir kaufen zwischen 3000 und 4000 Tonnen Material pro Monat.
00:43:46Jeden Monat?
00:43:47Ja, jeden Monat.
00:43:49Sie haben also gute Kontakte zu 200 Abnehmern hier?
00:43:52Natürlich nicht zu allen. 200. Eine Sekunde bitte.
00:43:56Aha.
00:43:59Naja.
00:44:01Machen wir so.
00:44:07Also, wir arbeiten für einige von Ihnen, auch für große Kunden.
00:44:10Okay.
00:44:11Alles Endabnehmer.
00:44:12Okay, das meiste Material, das ich habe, sieht so aus. So.
00:44:18So.
00:44:19Ist das okay?
00:44:22Also, früher konnten wir das ankaufen, aber jetzt ist das sehr, sehr riskant, das Material.
00:44:27Sehr riskant. Sehr riskant.
00:44:30Wenn der Zoll dieses Zeug findet, wird einem die Einfuhrlizenz entzogen.
00:44:35Aber Sie haben mir gesagt, dass wir es im Container verstecken können, oder?
00:44:40Ja, früher konnten wir das so machen, wie Sie es hier aufgemalt haben.
00:44:44Also, so, dass das saubere Material vorne deponiert wird?
00:44:48Ja, ja. Wir haben das immer so gemacht.
00:44:52Aber das Problem ist, dass wir vor ein paar Wochen 20 Container bekamen.
00:44:56Normalerweise kontrolliert der Zoll nicht das gesamte Material.
00:44:59Aber jetzt haben Sie bei allen 20 Containern das Material entladen, einzeln kontrolliert und dann wieder eingeladen.
00:45:07Okay, das ist also das Problem.
00:45:10Ja, verstehen Sie? Momentan können wir dieses Material nicht annehmen.
00:45:13Okay, verstanden. Aber wohin wird der Müll gehen, wenn die Türkei nicht mehr ankauft?
00:45:18Vielleicht nach Bulgarien oder so.
00:45:20Okay.
00:45:29Immer mehr Länder versuchen, ihre Grenzen für Plastikmüllimporte dicht zu machen.
00:45:34Und die neue Bundesregierung hat angekündigt, Abfallexporte in Länder außerhalb der EU zu verbieten.
00:45:40Doch die Müll-Mafia passt sich schnell an neue Gegebenheiten an.
00:45:45Und so hat Kumar bald einen neuen Kontakt. Er macht sich auf den Weg nach Bulgarien.
00:45:55Anders als die Türkei ist Bulgarien EU-Mitglied.
00:45:59Auch innerhalb der EU wird Plastikmüll rege gehandelt.
00:46:03Es gibt zwar strenge Auflagen, aber wird das, was auf dem Papier steht, tatsächlich eingehalten?
00:46:20Wir treffen uns mit einem Makler für Plastikmüll.
00:46:24Hallo. Schön, Sie zu treffen.
00:46:26Hallo.
00:46:27Wie geht's? Danke, dass Sie Zeit für uns haben.
00:46:30Oh, kein Problem.
00:46:33Okay, ich erkläre mal kurz, was wir machen.
00:46:35Wir verwerten Plastikmüll.
00:46:39Wir verkaufen ihn weiter.
00:46:41Das nicht recycelbare Plastik schicken wir an ein Zementwerk, mit dem wir einen Vertrag haben.
00:46:47Der Makler sagt, Kumar soll sich keine Sorgen um die Einfuhrkontrollen machen, da er sich um die Behörden kümmern könne.
00:46:57Bulgarien ist ein sehr korruptes Land.
00:46:59Besonders diese Branche ist sehr heikel.
00:47:02Wenn man in diesem Geschäft arbeiten will, muss man jemanden bezahlen.
00:47:06Man muss den Umweltbeauftragten bezahlen. Und das mache ich.
00:47:10Man muss das Umweltministerium bestechen?
00:47:13Ja.
00:47:14Wenn man in Ruhe gelassen werden will, gibt man ihnen etwas.
00:47:18Sie sagen einem dann sogar, wann sie das nächste Mal zur Kontrolle vorbeikommen.
00:47:22Oder wenn es irgendwelche Probleme an der Grenze gibt.
00:47:25Das sind die Leute, die ich bezahle.
00:47:29Vermutlich landet ein Teil der deutschen Verpackungsabgaben auch in den Taschen korrupter bulgarischer Beamter.
00:47:38Der Makler will den neuen potenziellen Kunden seine Recyclinganlage zeigen.
00:47:46Wenn man eine Abfallgenehmigung braucht, ist das immer ein langwieriger Prozess.
00:47:51Hier ist die Bürokratie langsam.
00:47:54Aber mit meinen Verbindungen geht das definitiv schneller.
00:47:57Wie ich schon sagte, wenn man die richtigen Leute kennt, kann man den Prozess beschleunigen.
00:48:10Das ist also die Anlage?
00:48:11Ja.
00:48:12Okay, prima.
00:48:13Woher kommen die ganzen Maschinen?
00:48:15Aus China.
00:48:16Ah, das ist alles chinesisch?
00:48:18Ja.
00:48:19Sie sagten, dass alles, was Sie nach dem Sortieren nicht recyceln können, in eine Zementfabrik geht?
00:48:25Ja. Wir liefern das Teuk ans Zementwerk.
00:48:28Verstehe.
00:48:31Die kleine alte Recyclinganlage in der Halle sieht so aus, als wäre sie seit langem nicht benutzt worden.
00:48:38Und der menschenleere Hof wirkt eher wie ein Zwischenlager auf dem Weg in den Zementofen als wie ein laufender Recyclingbetrieb.
00:48:48Zum Schluss zeigt uns der Makler ein paar sauber sortierte Ballen aus Großbritannien. Aber selbst dieses Material soll verbrannt werden.
00:48:58Das Zeug hier geht komplett ins Zementwerk. Diese Verpackungen hier können wir nicht recyceln, weil sie mehrschichtig und bedruckt sind.
00:49:06Alles ist mehrschichtig?
00:49:08Ja. Wir können diesen Kram nicht recyceln. Ich glaube nicht, dass es eine Möglichkeit gibt, Mehrschichtverpackungen zu recyceln.
00:49:17Deswegen werden wir für die Entsorgung bezahlt.
00:49:19Sie werden dafür bezahlt?
00:49:21Ja klar. Das stellen wir alles in Rechnung.
00:49:25Komisch. Das hier sind alles Katzenfutterverpackungen, oder?
00:49:31Irgendwas stimmt nicht mit diesen Ballen, die alle nach Produkten sortiert sind. Katzenfutter, Brotbeutel, Chipstüten.
00:49:40Kein Recycler der Welt würde Müll nach Marken sortieren.
00:49:564 Uhr am nächsten Morgen. Wir fahren heimlich zurück zu dem Gelände.
00:50:06Ich glaube, wir gehen jetzt gleich links.
00:50:15Das hier ist alles.
00:50:56Each of the 30 balls contains only one sort of packages.
00:51:02All material that is difficult to recycle.
00:51:08Then we find an Etiquette.
00:51:10The Ballen stammen von einer Firma namens TerraCycle.
00:51:15Auf einem der Ballen steht der Name einer Frau aus England, Alison Harding.
00:51:32Wir wollen wissen, was hinter TerraCycle steckt.
00:51:43Ideen haben, Ideen verfolgen und andere dafür begeistern.
00:51:46Müll hat ihn sogar zum Millionär gemacht.
00:51:49Aus leeren Kulis macht er Mülltonnen, aus Saftpäckchen Taschen und aus Chipstüten Drachen.
00:51:55Tom Saki ist CEO von TerraCycle. Er hat eine neue Lösung für all unseren Müll.
00:51:59Die Plastikkrise bedroht das Geschäftsmodell großer Konzerne.
00:52:05Das hat das US-amerikanische Start-up TerraCycle erkannt und behauptet eine Lösung für das Problem zu haben.
00:52:15Wir haben entdeckt, dass jede Art von Müll recycelt werden kann.
00:52:19Chipstüten können zu diesem Granulat eingeschmolzen werden und daraus kann man so etwas machen, eine Hundefutterschüssel.
00:52:24Unser Ziel ist, Müll abzuschaffen. Dinge, die noch nie getan wurden.
00:52:29Der Geschäftsführer von TerraCycle, Tom Saki, hat lukrative Verträge mit großen internationalen Unternehmen abgeschlossen.
00:52:38Darunter auch deutsche Firmen wie Henkel oder Schwarzkopf.
00:52:42Die Firmen zahlen dafür, dass die Abfälle ihrer Produkte von TerraCycle verwertet werden.
00:52:47So können sie damit werben, dass ihre Verpackungen recycelbar sind.
00:52:52Wir können dank Garnier jetzt Kosmetik mehr recyceln.
00:52:57Garnier ist Partner von TerraCycle.
00:52:59In mittlerweile 21 Ländern ist TerraCycle aktiv, sogar in Deutschland.
00:53:04Bei dem Gespräch mit einem deutschen Investor geht es um Kugelschreiber-Recycling.
00:53:08Die Stifte von BIG werden von TerraCycle zurückgeholt und dann werden auch eben diese Stifte stofflich verwertet.
00:53:14Anmelden können sich alle Vereine und Einrichtungen wie die Kindertagespflegestelle Kleckerschmecker in Düren-Ost.
00:53:19Es ist für jeden die Möglichkeit, in kleinem oder großem Rahmen mitzumachen.
00:53:23800.000 Stifte sind bisher schon zusammengekommen.
00:53:27Eine Million sollen es noch werden.
00:53:29Willkommen im Zahnpflegesammelprogramm.
00:53:31Pack die gesammelten Zahnpflegeprodukte in einem benutzten Karton,
00:53:34logge dich bei TerraCycle ein und fordere eine kostenfreie Versandmarke an.
00:53:39TerraCycles Ausgaben sind gering.
00:53:41Das System beruht auf Tausenden von freiwilligen Helferinnen und Helfern, die private Sammelstellen einrichten.
00:53:47Sie sortieren und bündeln den Müll, bevor sie ihn zu TerraCycle schicken.
00:53:59Ich bin die Recycling-Lady von Shaftesbury.
00:54:02Oder mein Haus ist der Recyclinghof von Shaftesbury.
00:54:08Alison Hardings Name stand auf einem der Ballen in Bulgarien.
00:54:12Sie ist eine der TerraCycle Freiwilligen.
00:54:15In ihrem Hof sammelt sie die Verpackungsabfälle, die ihre Nachbarn ihr gesäubert und sortiert vorbeibringen.
00:54:23Das sind Chipstüten. Es quillt über.
00:54:28Das hier ist für Körperhygiene.
00:54:30Hier sind Süßwaren, Tiernahrung, Brottüten, Reinigungsmittel.
00:54:51Ich mache das alles freiwillig in meiner Freizeit, weil all das unsere Zukunft sichert.
00:55:01Wenn das an den TerraCycle geht, machen die die ganze Magie.
00:55:06Die nehmen die Tüte, schmelzen sie ein, zerkleinern sie und machen dann ein Produkt daraus.
00:55:11Sei es eine Seifenschale oder eine Gießkanne.
00:55:14Soap-Disch oder ob es in die Wartung kann.
00:55:29Alison, einer der Gründe, warum wir heute mit dir sprechen wollten, ist, dass wir etwas haben, was dir gehört.
00:55:36Wir haben dieses Material gefunden und ich möchte wissen, ob du es wiedererkennst.
00:55:44Mal sehen.
00:55:49Das sind alles Chipstüten.
00:55:53Sowas sammle ich normalerweise für TerraCycle.
00:55:56Das ist tatsächlich Material, das du gesammelt hast.
00:55:59Ich habe all das gesammelt?
00:56:01Da stand dein Name drauf.
00:56:02Echt?
00:56:03Wir haben ein Paket gefunden, das du verschickt hast und ich muss leider sagen, dass wir es in Bulgarien gefunden
00:56:08haben.
00:56:09Nein.
00:56:10Nein, das kann nicht sein.
00:56:15Das alles sollte in Großbritannien recycelt werden.
00:56:18Das kann ich nicht glauben.
00:56:22Ich opfere meine Zeit.
00:56:25Ich bin sicher, alle werden erschüttert sein hier in Shaftesbury.
00:56:29Alle, die sammeln.
00:56:30Weil sie sich fragen werden, warum mache ich das?
00:56:33Ich mache es, um die Zukunft zu sichern.
00:56:39Es ist echt seltsam, das wieder auf meinem Esstisch zu haben.
00:56:47Und da sind mein Name und meine Adresse.
00:56:58Das ist eine meiner Schachteln.
00:57:01Chips.
00:57:02Ja, schau, das ist meine Handschrift.
00:57:04Chips.
00:57:055,25 Kilo in der Box.
00:57:10Ich kann nicht glauben, dass eine Firma sowas tun würde.
00:57:14Ich frage mich, warum.
00:57:16Sie halten nicht ihr Wort.
00:57:19Ich würde gerne wissen, was deren Chef dazu sagt.
00:57:28Mir fehlen die Worte.
00:57:43Wie geht's?
00:57:47Gut.
00:57:49Soll ich das unterschreiben?
00:57:53Okay.
00:57:57Wir arbeiten mit fast jeder großen Konsumgütermarke zusammen.
00:58:01Von Nestle bis P&G, Unilever, Kraft Heinz und hunderte andere.
00:58:05Wir haben 40.000 Kunden.
00:58:07Fast jede große Marke arbeitet mit uns zusammen.
00:58:1140.000?
00:58:12Ja.
00:58:14Ich habe ein paar Bilder für Sie.
00:58:17Ja.
00:58:22Erkennen Sie das Material auf diesen Bildern?
00:58:25Das sieht aus wie Tierfuttertüten.
00:58:30Sieht es aus wie Terra-Cycle-Material?
00:58:33Das könnte sein, aber es könnte auch was anderes sein.
00:58:37Ich habe keine Ahnung.
00:58:38Okay, das ist tatsächlich Terra-Cycle-Material aus Großbritannien.
00:58:41Wir fanden 30 Ballen in Bulgarien, wo sie in einer Zementfabrik verbrannt werden sollten.
00:58:47Okay, aber woher wissen Sie, dass das Terra-Cycle-Material ist?
00:58:50Weil da überall Etiketten drauf waren.
00:58:58Also, ich weiß nicht.
00:59:02Ich müsste nachsehen.
00:59:03Ich habe keine Ahnung, was das für Fotos sind, verstehen Sie?
00:59:07Ja, natürlich.
00:59:09Aber was denken Sie, würden die Freiwilligen sagen, wenn Sie das sehen?
00:59:12Sie überrumpeln mich und zeigen mir irgendwelche Fotos.
00:59:15Sie behaupten, dass alles, was Sie sagen, wahr ist.
00:59:18Was soll das? Was ist die Frage?
00:59:21Sie denken nicht, dass all das irgendwie irreführend ist?
00:59:24Ich weiß nicht, was das für Bilder sind.
00:59:26Und Sie deuten immer wieder etwas an.
00:59:27Können Sie bitte aufhören zu filmen?
00:59:29Sind die Kameras aus?
00:59:36Tom Sacki sagt, er werde der Sache nachgehen und sich wieder bei uns melden.
00:59:41Aber wir sind nicht die einzigen, die Fragen zu Terra-Cycles Geschäftsmodell haben.
00:59:55John Dell hat in den vergangenen Jahren beobachtet, wie Terra-Cycle in den USA zum Poster-Boy für Recyclinglösungen der
01:00:04größten Lebensmittelkonzerne wurde.
01:00:11Ich ging einkaufen und plötzlich tauchte dieses Symbol auf vielen Artikeln auf.
01:00:16Schau dir das an. 265 Wasserballons.
01:00:20Alles Plastikteile.
01:00:22Und das Etikett sagt, dass das zu 100% durch Terra-Cycle recycelt werden kann.
01:00:28Und dann habe ich dies auf immer mehr Produkten gefunden.
01:00:32Das ist Kategorie 7.
01:00:34Daraus kann man gar nichts machen.
01:00:36Aber hier, ich kann es mit Terra-Cycle recyceln.
01:00:40Und ich dachte, was ist das für eine Zauberfirma?
01:00:44Diese Chipstüte.
01:00:46Durch Terra-Cycle recycelbar.
01:00:48Und ich denke, wow, haben die ein neues Material erfunden.
01:00:52Das ist eine wirklich irreführende Werbung.
01:00:55Das lässt sich nicht recyceln, weil es zu viele schlechte Plastiksorten enthält.
01:01:01Wissen Sie, jemand kann das sicherlich verbessern und etwas erfinden, wie man einen Papier-Zellulose-Beutel herstellt, der tatsächlich recycelt
01:01:09werden kann.
01:01:10Aber niemand wird dafür Geld ausgeben, wenn wir nicht sagen, nein, das ist nicht recycelbar.
01:01:23John Dell machte die Probe aufs Exempel.
01:01:26Sie wollte sich als Freiwillige für ein Terra-Cycle-Programm für Chipstüten anmelden.
01:01:32Doch anstatt sammeln zu können, wurde sie nur auf eine Warteliste gesetzt.
01:01:37Und danach passierte nichts mehr.
01:01:38Sie recherchierte weiter und fand heraus, dass es vielen Sammelwilligen so ging.
01:01:44Als ich herausfand, dass die Teilnahme beschränkt ist, machte auf einmal alles Sinn.
01:01:49Sie bezahlen nur für einen kleinen Teil, der zurückgeschickt werden kann.
01:01:54Sie sind nicht wirklich bereit, für alles zu bezahlen.
01:01:57Und auf diese Weise können die Unternehmen sagen, dass alle ihre Verpackungen, selbst die mit dem schlechten Plastik, recycelbar sind.
01:02:05Und sie kommen günstig dabei weg.
01:02:07Wenn sie diese Verpackung tatsächlich neu gestalten müssten, würde das Hunderte von Millionen Dollar kosten.
01:02:14Und ich dachte, warte mal, das kann nicht legal sein.
01:02:21Jundell steigt in den Ring. Sie verklagt Terra-Cycle und acht große Partnerfirmen.
01:02:30Die Klage ist wirklich ein Wendepunkt. Ich hoffe, es ist ein Weckruf für Hersteller.
01:02:41Die Klage endet im November 2021 mit einem Vergleich.
01:02:46Terra-Cycle muss seine Etiketten in den USA ändern und umfassende, unabhängige Kontrollen zulassen.
01:02:53Inzwischen stornieren die ersten von Terra-Cycles Geschäftspartnern ihre Verträge.
01:03:02Bezüglich der Plastikabfälle in Bulgarien teilt Terra-Cycle mit, dass es sich bei den Ballen um einen einmaligen Fehler eines
01:03:10Subunternehmers handelte.
01:03:12Die Firma sagt, dass sie das Material aus Bulgarien inzwischen abgeholt und in Großbritannien recycelt hat.
01:03:31Der Fall Terra-Cycle zeigt, wie wichtig es für Konzerne ist, ein grünes Image zu haben.
01:03:38Alle wollen Teil der Kreislaufwirtschaft sein.
01:03:42Aber die Phrasen der Marketingabteilungen klingen in den ärmsten Ländern der Welt noch hohler als im reichen Westen.
01:03:50Denn hier gibt es kein Terra-Cycle, keinen grünen Punkt und oft noch nicht einmal eine geregelte Müllabfuhr.
01:04:01Aber ungelöste Entsorgungsprobleme scheinen Konzernen wie Nestle, Unilever oder Henkel keine Sorgen zu bereiten.
01:04:10Wie überall auf der Welt stecken sie auch hier ihre Produkte in unrecyclbare Einwegverpackungen.
01:04:18Entwicklungsländer wie Indonesien sind die weltweit größten Wachstumsmärkte und im Kampf um Marktanteile verliert die Umwelt.
01:04:27Und hier werden die Produkte in Bremen verwendet die Umwelt, die in Bremen verwendet haben.
01:04:39Fast alles, was je verkauft wird, ist in Einwegverpackungen verpackt.
01:04:47Hier zum Beispiel Tee, Waschmittel, Gesichtscreme.
01:04:55Many Indonesians are often paid to pay. They can't buy things in large amounts.
01:05:02They buy things in small amounts, in small pieces.
01:05:08These plastic bags are in the best recycling system.
01:05:15Here they are mostly under the sky.
01:05:29These things destroy our world.
01:05:31It doesn't matter if there is a Müll on a Müllkippe, in the water or in the water.
01:05:37Toxine and Schwermetalle are free.
01:05:46And even if the Müll is collected, the biggest part of it is on huge, stinkies.
01:05:52And then they are under the Müllhalden.
01:05:56Auf diese Deponie kommen täglich weitere 150 bis 250 Tonnen Müll.
01:06:04Wie lange wird der Müll noch hier aufgehäuft?
01:06:10Je im Einzelnen von uns ist es verboten, die Umwelt zu verschmutzen.
01:06:15Wir müssen die Natur schützen.
01:06:18Wie kann es dann sein, dass diese globalen Konzerne so verantwortungslos mit ihrem Müll umgehen?
01:06:24Wir können nicht zulassen, dass die hier gut verdienen, ohne sich um ihren Müll zu kümmern.
01:06:29Das regt mich auf.
01:06:40Doch die Verpackungsindustrie will die boomenden Märkte Asiens nicht aufgeben.
01:06:46Daher betonen die Unternehmen immer wieder, dass diese Länder nur ein ordentliches Recycling-System nach westlichem Vorbild bräuchten.
01:06:59Vor kurzem haben sich die größten Kunststoffhersteller der Welt wie Dow Chemical, Exxon und BASF zusammengetan und versprochen, ein solches
01:07:09System zu errichten.
01:07:10Und zwar auf eigene Kosten.
01:07:14Die Organisation wurde großspurig Allianz gegen Plastikmüll genannt.
01:07:242019 fand die Gründung statt.
01:07:32Fast 30 Unternehmen bilden derzeit die Allianz und deren Zahl nimmt zu.
01:07:37Sie sind weltweit aktiv in der Kunststoff-Wertschöpfungskette.
01:07:42Die Suche nach Lösungen bringt uns hier zusammen.
01:07:45Neben mir sind einige führende Köpfe.
01:07:48David Taylor, Vorstand und Geschäftsführer von Procter & Gamble.
01:07:53Bob Patel.
01:07:54Bob ist Geschäftsführer von Lyondell Bissell Industries, eines der weltweit größten Plastik produzierenden Unternehmen.
01:08:04Die Versprechen der Allianz klingen vertraut.
01:08:07Mit Geld und gutem Willen ist die Kreislaufwirtschaft machbar.
01:08:13Wir sind bereit, über 1,5 Milliarden Dollar zu investieren, um Projekte zu finanzieren und um Lösungen zu finden.
01:08:20Wir müssen einen Wertstrom schaffen, der Einnahmen generiert, um ein Kreislaufsystem zu etablieren.
01:08:26Diese Allianz will das unbedingt umsetzen.
01:08:33Der Journalist Joe Brock hat sich bei seinen Recherchen über die Öl- und Plastikindustrie auch die Aktivitäten der Allianz
01:08:41genauer angeschaut.
01:08:42Es gab einen schicken, teuren Kampagnenstart und viele teure Versprechen.
01:08:511,5 Milliarden Dollar Investitionen in fünf Jahren.
01:08:57Millionen Tonnen Plastikmüll sollten gesammelt werden an mehr als 100 Orten.
01:09:01Das sind massive Versprechen einer Gruppe riesiger Unternehmen mit wirklich gewaltiger Finanzkraft.
01:09:09Was unsere Untersuchung klar ergab, es gibt eine Kluft zwischen dem, was sie versprochen haben, und dem, was sie taten.
01:09:23Die Projekte, über die sie sprechen, sind kleine lokalen Initiativen.
01:09:28Plastik auf den Philippinen zu Brettern recyceln.
01:09:34Müllsammelprojekte, die 0,001 Prozent des Problems lösen.
01:09:39Das, im Vergleich zu den Versprechen der weltgrößten Unternehmen, diese Krise zu beenden.
01:09:48Sie wollten die am stärksten belasteten Flüsse der Welt von Plastik befreien, angefangen beim Ganges.
01:09:57Das war das Leuchtturmprojekt der Allianz.
01:10:00Aber wir hörten, dass es nicht gut lief.
01:10:04Als wir dort waren, konnten wir nicht glauben, was wir sahen.
01:10:08Wir fanden eine rostige Schubkarre und kaputte Müllrechen vor einer verschlossenen Tür.
01:10:13Von den Projektleitern erfuhren wir, dass sie arbeitslos waren.
01:10:19Sie wurden einfach vergessen und das Projekt wurde aufgegeben.
01:10:29Die Unternehmen, die der Allianz angehören, haben zusammen einen Umsatz von 2 Billionen US-Dollar.
01:10:37Niklas Koulesch ist der Vizepräsident der Allianz.
01:10:41Er erklärt sich zu einem Interview bereit.
01:10:43Für das Gespräch begleitet ihn seine PR-Beraterin.
01:10:48Ist es noch ihr Ziel, Millionen Tonnen an Plastikmüll innerhalb ihrer ersten 5 Jahre zu beseitigen, oder haben Sie das
01:10:55aufgegeben?
01:10:55Nein, mehrere Millionen Tonnen Plastikmüll zu beseitigen über einen längeren Zeitraum ist absolut ein Ziel.
01:11:04Ob das 5 Jahre dauert oder etwas länger, muss man sehen.
01:11:09Und es geht nicht nur um Plastikmüll, der aus der Umwelt entfernt wird, sondern auch darum, eine Kreislaufwirtschaft zu schaffen.
01:11:18Sie haben Ihre Vorzeigeprojekte erwähnt. Eines wurde von Journalisten am Ganges in Indien untersucht.
01:11:25Und sie fanden...
01:11:29Entschuldigung, Tom?
01:11:30Ja?
01:11:32Ich glaube nicht, dass wir darauf eingehen wollen.
01:11:37Sie wollen also nicht über das aufgegebene Projekt sprechen.
01:11:42Wenn wir bald eine Kreislaufwirtschaft haben, warum sagen Öl- und Gasunternehmen, ihre Mitglieder, dass sich die Plastikproduktion in den
01:11:52nächsten Jahrzehnten verdoppeln wird?
01:11:54Das scheint nicht damit vereinbar, dass sich Kunststoffe im Kreislauf bewegen.
01:12:00Sorry, ich grätsche hier rein.
01:12:02Ich glaube, wir waren uns einig, oder zumindest hatte ich den Eindruck, dass das hier kein Pro- und Kontra
01:12:09-Plastikgespräch wird.
01:12:12Es tut mir leid, aber es ist eine zulässige Frage.
01:12:17Sie konzentrieren sich darauf, eine Kreislaufwirtschaft zu erschaffen.
01:12:20Und die meisten ihrer Mitglieder sagen gleichzeitig, dass sie immer mehr Plastik produzieren werden.
01:12:26Das ist völlig unvereinbar. Und ich bin gespannt, wie Sie das hinkriegen wollen.
01:12:32Also, die Produktion von Kunststoff hat im Laufe der Jahrzehnte zugenommen,
01:12:39was das weltweite Wirtschaftswachstum und den zunehmenden Wohlstand der Gesellschaft widerspiegelt.
01:12:46Es gibt eine Verbindung zwischen dem Pro-Kopf-Plastikverbrauch und dem Entwicklungsstatus.
01:12:54Wir streben an, die Qualität von Recycling zu erhöhen, damit Plastik weiterhin zu unserem Leben dazugehört.
01:13:10Seit Jahrzehnten erzählt die Industrie die immer gleiche Lüge.
01:13:14Recycling wird das Plastikmüll-Problem lösen.
01:13:17Man muss nur genügend Geld in das richtige System investieren.
01:13:24Als Menschheit werden wir niemals Plastikverschmutzung, Plastikmüll und Plastikverbrennung beenden,
01:13:32bis wir alle zugeben, dass wir uns aus diesem Problem nicht heraus recyceln können.
01:13:40Die Richtung, die wir verfolgen müssen, ist Abfallvermeidung.
01:13:43Es ist doch klar für jeden, dass es so nicht weitergehen kann.
01:13:48Und wenn es so nicht weitergehen kann, dann braucht es politische Eingriffe, die vielleicht einigen wehtun werden.
01:13:54Aber wir können nicht, um einigen nicht wehzutun, die ganze Menschheit aufs Spiel setzen.
01:14:03Recycling ist eine unglaublich verführerische Idee. Für alle.
01:14:08Für die Industrie ist es die perfekte Lösung, um immer mehr Einwegplastik herzustellen.
01:14:13Und für die Verbraucher. Für uns. Wir fühlen uns dadurch gut.
01:14:19Wir schmeißen das Plastik in einen Eimer und jemand sagt uns, dass Technologie unsere Probleme lösen wird.
01:14:25Mach einfach weiter. Es muss sich nichts ändern.
01:14:29Aber um welchen Preis?
01:14:36Die Geschichte vom recycelbaren Plastik ist ein schönes Märchen, das wir gerne hören.
01:14:43In Wahrheit kommen wir nicht umhin, uns täglich zu fragen, wie viel Plastik wir wirklich brauchen.
01:14:50Nur so ließe sich das Problem wirklich lösen.
01:14:56Wie ist das?
01:15:12In Wahrheit kommen wir nicht.
01:15:13Wir müssen uns nicht nur noch mal auf die Luftk광укmege.
01:15:13Wir brauchen nicht nur noch die Luftkirme.
01:15:15Wir brauchen nicht nur sich, muss man welche.
01:15:16Wir brauchen nur noch keine Luftkirme.
01:15:16Wir brauchen nicht nur noch welche.
01:15:16Wir brauchen Sie irgendwo?
01:15:21Wir brauchen noch keine Luftkirme.
01:15:22Wir brauchen seine Luftkirme.
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