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00:00Good morning.
00:01Elias.
00:01Hi.
00:02It was so, that I had a big idea, that I couldn't get it anymore.
00:09The fear was so big.
00:11And I gave it to myself.
00:15Every 5th child in Germany feels over-schnittlich psychically exhausted.
00:20I have a small therapy for the smallest therapy,
00:24since almost half a year.
00:27I am Julia Knörnschild, 36 Jahre alt und Mutter von 2 Kindern.
00:33And right now I have to worry about it.
00:36Do I have to worry about it?
00:39Do I look more at it?
00:42Or is it really worse?
00:44How important is mental health, I have experienced myself.
00:52I have to worry about it.
00:52That I need professional help,
00:54I noticed that as I was born with my first child,
00:57I had stress, stress, stress, stress.
01:01I was looking for someone and I was in therapy.
01:05After the birth of my second child,
01:07everything was too much.
01:08And I was with Burnout in a daily clinic.
01:11Now I have 2 clinic events
01:13and 6 years of therapy behind me.
01:15I speak about it on social media.
01:17And also I have the impression,
01:19that many parents are like me.
01:20They are worried about their children.
01:23Are we over-schnitts?
01:25Are we over-schnitts?
01:26Are we over-schnitts?
01:26Are we over-schnitts?
01:26Are we over-schnitts?
01:27Are we over-schnitts?
01:28Are we over-schnitts?
01:39I'm in the idea of your depression,
01:41as many of you gotta do.
01:46So, you're in the zurück.
01:47So what happened?
01:51Are we available?
01:52I'm here onto the Pen,
01:53I'm a way over-schnitts?
01:53Does that happen at this time,
01:54what we have been able to diamy?
01:56Let's go to you later.
02:01It's my experience to use me waiting.
02:02I'm a sensitive person, it's probably crazy, but it's exciting to hear your story.
02:18Mareike lives with her children near Mainz.
02:22You want Croissants?
02:24Yes.
02:24I have Croissants.
02:25Perfect.
02:26Cool.
02:27Then come on to the table.
02:28Yes.
02:28Genau.
02:30Mareikes Tochter Ida ist mittlerweile zwölf.
02:32Und Emmy ist jetzt zehn Jahre alt.
02:34Wer hat die Kunst gemacht?
02:36Da hinten?
02:37Die sind alle von der Emmy.
02:43Ich bin jetzt seit 2019 alleinerziehend.
02:47Da haben wir uns getrennt.
02:49Also deswegen bin ich eigentlich seit dem 24-7 auch alleine für die Kinder verantwortlich.
02:58Der erste Mal für Schwung.
03:02Emi würde ich eher als ruhigeres Kind in sich gekehrt beschreiben.
03:07Auch total empathisch und sozial, sensibel, interessiert und wissbegierig.
03:13Wer möchte was haben?
03:15Ida ist ein ganz soziales Kind.
03:19Empathisch, guckt gerne nach anderen, hat Freunde gehabt.
03:23Sie ist total gerne in die Schule gegangen, lernt gerne.
03:26Also es war nie ein Thema.
03:29Auf Mareikes Wunsch zeigen wir die Gesichter der beiden nicht.
03:32Und momentan ist es so, dass die Ida seit anderthalb Jahren nicht mal die Schule besuchen kann.
03:39Sie macht momentan ambulant eine Therapie, die aber wahrscheinlich nicht ganz ausreichend wird.
03:46Erst hatte Ida Bauchweh vor der Schule, dann wurde es immer schlimmer.
03:50Im letzten Jahr war sie wegen ihrer großen Ängste in einer Tagesklinik.
03:54Ich hatte auch immer Angst, wie wird der Schultag und die Trennung von der Mama.
04:00Das fiel mir auch immer richtig schwer.
04:03Und ich habe mich dann auch übergeben.
04:06Die Angst war so groß und dann war auch für mich so, dieses Aufsteigen aus dem Auto war irgendwie auch
04:12voll schwer.
04:13Da hatte ich dann auch irgendwie Angst und auch ein bisschen Traurigkeit, war irgendwie alles zusammen.
04:20Und da hat es dann immer gehakt.
04:23Und quasi bist du seitdem jetzt zu Hause?
04:27Ja.
04:28Und was sagt dir dein Bauchgefühl?
04:30Ich habe halt sehr viel verpasst.
04:32Ich weiß nicht mehr, was so jetzt im Moment so für Stoff ist und alles.
04:37Und dann habe ich auch so leichten Druck, weil ich nichts weiß.
04:41Und deswegen fällt es mir auch noch mal schwerer, in die Schule zu gehen.
04:44Und vermisst du es, zur Schule zu gehen?
04:45Ja, weil es ist langweilig zu Hause, doof.
04:51Triffst du zurzeit Freundinnen oder Freunde?
04:53Nee, auch nicht.
04:54Also ich finde es auch so ein bisschen komisch.
04:58Zum Beispiel auch, ich habe auch eine Freundin, die ist in der jetzigen Klasse.
05:05Ich finde es irgendwie ein bisschen komisch, wenn ich es schaffe, mich mit ihr zu treffen, aber es nicht schaffe,
05:12in die Schule zu gehen.
05:14Wie hat sich das angefühlt für dich?
05:16Es hat sich so irgendwie schon ein bisschen traurig angefühlt, dass ich mich mit niemanden mehr treffen kann.
05:26Ja.
05:28Oh Mann, das tut mir ganz doll leid.
05:30Ja.
05:39Wie äußern sich denn die Ängste bei deinen Kindern?
05:41Genau, also bei der Ida fing das dann so an, dass sie nicht mehr außerhalb übernachten wollte.
05:46Oder auch generell das Haus ohne mich zu verlassen und irgendwo hinzugehen, zu Freundinnen, wurde dann irgendwann immer schwieriger.
05:54Sie bleibt auch alleine, aber nur, wenn sie daheim ist.
05:57Und woran habt ihr gemerkt, das sind Symptome von etwas Psychischem?
06:02Ich finde es schwierig, das zu merken oder rechtzeitig zu merken.
06:05Es ist ja eine unheimliche Gratwanderung.
06:07Ab wann wird es wirklich psychisch und ab wann sind es einfach nur die Gefühle.
06:12Bei Ida wurde es mir dann bewusst, nachdem sie wirklich den Schritt nicht mehr in die Schule geschafft hat.
06:17Und sie hat dann ganz viel sich übergeben müssen und über Bauchweh geklagt und ja.
06:23Ich kann Mareike verstehen.
06:25Es ist manchmal gar nicht so einfach zu erkennen, wann ein Kind Hilfe braucht.
06:29An der Universität Leipzig treffe ich gleich den Kinder- und Jugendpsychotherapeuten Professor Julian Schmitz.
06:36Aber vorher besuche ich eine Vorlesung von ihm.
06:41Ja, schönen guten Morgen. Ich begrüße Sie heute zur Vorlesung im Aufbaumodul 2.
06:45Wir sprechen heute über das wichtige Thema Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen.
06:49Und ich möchte auch eine Gasthörerin begrüßen, Frau Julia Knörnschild, die heute die Vorlesung begleiten wird.
06:55Beginnen möchte ich, wie Sie das kennen, mit einem Fallbeispiel.
06:58Es ist der 8-jährige Jonas und seit einigen Monaten wird berichtet, dass er unter ausgeprägten Ängsten leidet.
07:05Besonders sind für ihn soziale Situationen wie Schulbesuche, Kindergeburtstage oder Ausflüge mit Angst besetzt.
07:12Und er verweigert die oft. Er klagt aber auch oft über so indirekte Symptome von Ängsten wie Bauchschmerzen.
07:18Er weint morgens und möchte also nicht in die Schule gehen.
07:22Das erinnert mich ganz stark daran, was Ida mir erzählt hat.
07:27Und dass wir Sie hier sehr deutlich sehen, dass Angststörungen sowohl im jüngeren Kindesalter als auch im Jugendalter neben anderen
07:34auch psychischen Erkrankungen wie Depressionen der Hauptgrund sind für den Verlust von gesunder Lebenszeit.
07:41Die schätzen also, dass in westlichen Gesellschaften etwa 10 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter Angststörungen leiden.
07:49Aber wie erkenne ich, ob mein Kind zu diesen 10 Prozent gehört?
07:53Professor Julian Schmitz forscht an der Uni Leipzig zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.
07:59Er möchte mir zeigen, wie herausfordernd es sein kann, zu erkennen, wann ein Kind Hilfe braucht.
08:04Ich soll seinen Aussagen Farben zuordnen.
08:07Grün, unbedenklich, gelb beobachten, rot Hilfe holen.
08:13Mein Kind hat auf einmal Angst davor, dass etwas Schlimmes passiert und macht sich dauernd Sorgen. Was würden Sie sagen?
08:19Also, mein Kind hat auf einmal Angst davor, dass etwas Schlimmes passiert und macht sich dauernd Sorgen.
08:25Ich würde jetzt in die gelbe Richtung gehen und das Ganze erstmal beobachten. Was sagen Sie dazu?
08:31Ja, finde ich eine gute Einordnung. Also, dass Kinder sich Sorgen machen und Angst haben, das ist ganz normal.
08:37Denn Angst ist ein wichtiger angeborener Begleiter.
08:39Neugeborene reagieren zum Beispiel ängstlich auf plötzliche, laute Geräusche.
08:48Später entstehen dann Trennungsängste. Das Baby kann Vertraute von fremden Personen unterscheiden.
08:54Das bedeutet, dass es eine enge Beziehung zu Menschen aufgebaut hat, die das Überleben sichern.
09:02Im Vorschulalter wird's fantasievoller. Kinder fürchten sich vor Dunkelheit oder Monstern.
09:07Das ist Ausdruck wachsender Vorstellungskraft.
09:10Im Schulalter können Realität und Fiktion besser unterschieden werden.
09:14Jetzt dominieren reale Ängste, wie die vor Naturkatastrophen.
09:21Dazu kommt Angst vor schlechten Noten und ausgeschlossen zu werden, da Ablehnung durch andere als negativ empfunden wird.
09:29Ängste markieren Übergänge. Sie strukturieren Entwicklung, fordern zur Anpassung auf und helfen, mit Neuem umzugehen.
09:38Wann man sich vielleicht auch Gedanken machen sollte als Eltern, ist, wenn diese Ängste sehr stark sind und wenn es
09:44auch lange andauert.
09:45Also wenn es über mehrere Wochen, meine Meinung hat, das Kind hat starke Ängste und macht vielleicht auch bestimmte Dinge,
09:51die es sonst gerne gemacht hat, wegen diesen Ängsten nicht mehr.
09:53Mein Kind hat seit Wochen Schwierigkeiten einzuschlafen. Was würden Sie sagen?
09:58Das klingt für mich nach was ganz Normalem. Wir gehen aber in den gelben Bereich, sicher ist sicher.
10:04Also man weiß das so, dass 20 bis 30 Prozent der Kinder immer mal Phasen haben, wo sie schlechter schlafen.
10:10Also das heißt, das ist nicht gleich ein Hinweis darauf, dass zum Beispiel eine Schlafstörung besteht.
10:15Und auf der anderen Seite können auch Schwierigkeiten mit dem Einschlafen Hinweise darauf geben, dass es eine psychische Belastung gibt.
10:23Ich habe auch seit Wochen Schwierigkeiten einzuschlafen.
10:27Mein Kind hat häufig Wutausbrüche, selbst bei Kleinigkeiten.
10:30Bei meinen Kindern würde ich jetzt in die grüne Seite gehen, die sind drei und fünf.
10:37Aber wir gehen ja im Grundschulalter, würde ich sagen, auch hier beobachten wir gelb.
10:40Ja, wenn diese Wutausbrüche auch anhalten und es dazu führt, dass man merkt, auch das Familienklima verändert sich oder das
10:47Kind kommt auch in Schwierigkeiten mit anderen Kindern,
10:49dass vielleicht auch Freundschaften leiden, sollte man sich schon auch Hilfe holen, zumindest sich mal beraten lassen.
10:54Die letzte Karte, mein Kind zieht sich immer öfter zurück.
10:56Wie geht es mal davon aus, dass es schon seit drei Monaten ist und ich mache es auf Rot?
11:01Ja, also in dem Fall, wenn Sie sagen, es zieht sich zurück und es wäre jetzt auch begleitet, dass Sie
11:05den Eindruck haben, dass es Ihrem Kind auch damit nicht gut geht.
11:08Das Wichtige ist, dass es eben nicht anhält und dass es die Kinder nicht hemmt in ihrer Entwicklung.
11:13Und was sind dann noch typische Anzeichen? Rückzug, Sachen, die das Kind mag nicht machen und auch Bauchschmerzen?
11:18Ja, das kann auch ein Grund sein. Gerade bei Kindern ist es so, dass sich psychische Probleme auch mit Kopfschmerzen,
11:24Bauchschmerzen ausdrücken, auch manchmal vom Schulbesuch.
11:27Dann wäre es auch gut, sich beraten zu lassen oder das weiter abzuklären.
11:31Ich bin zurück bei Mareike und ihren Töchtern.
11:37Hi, na? Zeigst du mir dein Zimmer? Ja.
11:42Seit sechs Monaten sucht Mareike auch einen Therapieplatz für ihre jüngste Tochter Emmy.
11:47Denn auch sie schafft es an manchen Tagen nicht zur Schule.
11:50Okay. Wollen wir es noch zusammen umdrehen? So.
11:53Wie geht es dir damit, dass deine Schwester so lange nicht zur Schule gegangen ist?
11:58Mhm.
12:03Also, es geht so, weil eigentlich mache ich nach der Schule was mit ihr.
12:07Mhm.
12:10Und ich weiß eigentlich nicht so ganz auch, was sie dann macht, wenn ich in der Schule bin.
12:16Was machst du an den Tagen, wo du nicht zur Schule gehst? Puzzelst du da hier auch?
12:20Der Ida spielen am meisten.
12:22Mhm. Ja.
12:25Versteht ihr euch gut? Ja.
12:27Das war schön.
12:27Bei Emmy beobachte ich ganz viel Parallelen zu Ida.
12:30Und da ist halt dann irgendwie auch die Frage, wie viel schaut sie sich ab?
12:34Ist sie eifersüchtig auf ihre Schwester? Was macht das mit ihr?
12:39Ja, und ich habe trotzdem das Gefühl, dass sie auch psychisch sehr belastet ist.
12:43Man muss auch dazu sagen, dass sie, sie ist jetzt in der vierten Klasse.
12:46Als sie in der dritten Klasse war, fing das dann mit der Ida an, mit der Schulabstinenz und mit der
12:52Tagesklinik und mit den Therapiefahrten.
12:55Wir kommen voran. Wir sind gleich fertig hier. Haha.
12:59Komm, wir machen jetzt schnell, schnell, schnell.
13:02Ja, cool. Haben wir voll schnell geschafft.
13:04Nice.
13:06Und ich glaube schon auch, dass mittlerweile nach so einem langen Jahr Emmys Ressourcen irgendwann einfach auch aufgebraucht waren.
13:14Und dass sie gespürt hat, dass meine Kapazitäten zu Ende gingen und dass es mir nicht mehr so gut geht.
13:21Und sie krass lang einfach funktioniert hat auch. Und ja, wenig Raum für sie einfach da war in dem Jahr.
13:29Und ich so das Gefühl habe, dass jetzt auch ganz viel aus ihr rausbricht tatsächlich.
13:39Ich habe das Gefühl, so geht es nicht nur Emmi.
13:43Mein Eindruck, vielen Kindern und Jugendlichen geht es psychisch schlecht.
13:46Aber befinden wir uns wirklich in einer Mental-Health-Krise?
13:49Wie geht es Kindern und Jugendlichen?
13:57Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht.
14:00Denn in Deutschland fehlt es an verlässlichen Langzeitdaten zur psychischen Gesundheit von Kindern.
14:07Was es aber gibt?
14:09Aktuelle Befragungen wie das Schulbarometer der Robert-Bosch-Stiftung von 2024.
14:15Aus dieser repräsentativen bundesweiten Befragung wissen wir,
14:19etwa 21 Prozent der 8- bis 17-Jährigen fühlen sich überdurchschnittlich psychisch belastet.
14:25Also jedes fünfte Kind.
14:30Vergleicht man das mit anderen Studien und Zahlen von vor der Corona-Pandemie, zeigt sich,
14:35heute berichten mehr Kinder von psychischer Belastung.
14:38Vor allem Angstsymptome haben zugenommen.
14:46Ganz ehrlich, da klingeln direkt meine Alarmglocken und die Schuldgefühle kicken.
14:51Denn wenn es Kindern nicht gut geht, sind, na klar, wir, die Eltern schuld, oder?
15:03Ich treffe jetzt den Rüdiger Maas. Er schreibt nämlich darüber, was Eltern in der Erziehung alles falsch machen können.
15:09Und bei viel, was er schreibt, fühle ich mich total ertappt.
15:12Und bei anderen Sachen bin ich vielleicht auch ein bisschen anderer Meinung.
15:15Deswegen bin ich ganz, ganz gespannt, was er sagt.
15:18Rüdiger Maas ist Psychologe und schreibt in seinen Büchern viel über die Rolle der Eltern.
15:23Danke, dass du schon da bist.
15:26Und eckt damit oft ziemlich an.
15:29Ach man, wie ärgerlich. Das wird doch keiner gemerkt haben, oder?
15:32Sind die Eltern schuld, würdest du sagen?
15:34Nee. Also, nee.
15:36Das war ein schnelles und lautes, nee.
15:38Indirekt. Wir haben eine andere Gesellschaft, wir haben einen anderen Druck,
15:41wir haben eine andere Elternschaft und die können uns ja maximal gut machen,
15:43nehmen uns aber gar nicht bewusst, dass da ein Peak überschritten ist, der eigentlich genau zum Gegenteil führt.
15:48Aber was genau meinst du damit? Was ist das Schlimme?
15:51Das Schlimme ist, dass die Eltern die Lebenswirklichkeit der Kinder gar nicht mehr richtig ernst nehmen,
15:55sondern tatsächlich Eltern immer mehr sich mit anderen Eltern vergleichen,
15:58immer mehr einen sozialen Druck haben, immer mehr überbehüten und immer mehr quasi den Kindern auch den Lebensraum erdrücken.
16:05Ich nenne es immer, die Eltern kolonialisieren die Kinder- und Jugendräume, die sind immer stärker da drin.
16:10Aber was meinst du damit?
16:11Das heißt, Kinder dürfen allein gar nichts mehr irgendwie erleben oder auch Spaß haben.
16:15Und das war früher ein Stück anders.
16:17Du sprichst ja auch von Curling-Parents. Was genau ist das?
16:20Diese Eltern wischen im Endeffekt alles weg.
16:22Man könnte auch Rasenmäher-Eltern sagen, so heißen sie ja auch in der Schweiz.
16:26Also ich mähe alles weg, sodass mein Kind gar nicht mehr stolpert.
16:28Also ich versuche schon im Vorfeld alles aus dem Weg zu räumen.
16:31Aber was macht das mit den Kindern auf lange Zeit, wenn die Eltern dann genau das Schlimme?
16:34Also es macht auf jeden Fall, dass das Auffangbecken-Eltern immer da ist, das Auffangnetz.
16:37Dadurch wird auch vieles so ein Stück entwertet.
16:40Es zeigt aber auch, dass meine Eltern mir permanent auch suggerieren, die Welt ist so gefährlich.
16:44Du musst darauf aufpassen.
16:45Also so eine Awareness schaffen, die in manchen Punkten gut ist, die will ich gar nicht in Abteilung stellen, aber
16:50in manchen Dingen halt einfach auch so eine permanente Angst machen.
16:54Und wir haben immer mehr Erwachsenen, die den Kindern auch so ein Stück so eine Zuversicht nehmen.
17:00Ich fremde noch sehr mit dem Gedanken, für die Ängste meiner Kinder verantwortlich zu sein und dass meine Fürsorge womöglich
17:07meinen Kindern schadet.
17:08Ich will besser verstehen, wie psychische Erkrankungen, wie Angststörungen entstehen.
17:14An der Uni Leipzig hat Julian Schmitz etwas vorbereitet, um das zu visualisieren.
17:21Die Gläser sind unterschiedlich groß, haben unterschiedliche Formen, so wie wir Menschen auch und haben auch unterschiedliches Fassungsvermögen.
17:29Da schnappe ich mir jetzt auch mal eins. Bei Rosa fühle ich mich angesprochen.
17:32Ja, gerne. Und die Flaschen sind mögliche Ursachen von Angststörungen.
17:37Wir wissen aus der Forschung, dass psychische Probleme nie aus nur einem Grund kommen.
17:43Okay.
17:43Ein Faktor, der auch praktisch bei allen psychischen Störungen eine Rolle spielt, auch bei Angststörungen, sind genetische Einflüsse.
17:50Und die sind bei unterschiedlichen Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt.
17:57Es gibt manche Menschen, bei denen gibt es viele kinetische Dispositionen für Angststörungen, bei anderen eher weniger.
18:05Was wir aber auch häufig sehen als ein Risikofaktor, ist das sogenannte Temperament.
18:09Und mit Temperament meinen wir also so die angeborene Art, auf die Umwelt zu reagieren.
18:15Dass es zum Beispiel Kinder gibt, die sind eher sehr zurückhaltend, die sind schneller auch in neuen Situationen, in unbekannten
18:21Situationen überreizt.
18:23Das ist also dann auch ein Risikofaktor hier, bei dem Beispiel vielleicht etwas weniger.
18:28Und das, was dann noch an anderen Faktoren dazukommt, das ist auch Emotionsregulationsfähigkeit.
18:35Wie Menschen mit Gefühlen umgehen, wie sie auch Gefühle beeinflussen können, wie sie unangenehme Gefühle runterregulieren können.
18:43Die spielt auch wiederum eine wichtige Rolle.
18:48Bei mir ist gar kein Platz mehr, aber ich brauche einiges davon.
18:50Das sieht so aus.
18:54Und da möchte ich gerne noch zu einem Faktor zu besprechen kommen.
18:57Das sind bei den sozialen Einflüssen, das ist nicht nur das Elternhaus, aber über das Elternhaus wird ganz, ganz viel
19:02gesprochen.
19:02Das sind Mütter möglicherweise zu überängstlich und führt das dann auch dazu, dass die Kinder ängstlich sind, weil sie zu
19:08sehr beschützt werden.
19:10Und das ist ganz interessant, weil das ein Stück weit auch im Gegensatz zu dem steht, was wir aus Studien
19:14wissen,
19:14nämlich dass elterliches Erziehungsverhalten nur einen relativ kleinen Einfluss auf Ängste hat bei Kindern.
19:23Das heißt, das ist nur ein kleiner Schluck.
19:27Und dann gibt es vielleicht noch andere Faktoren, wie zum Beispiel bestimmte Lernerfahrungen, die es gibt, aber auch Umgebungseinflüsse.
19:33Und das heißt, wir haben unterschiedliche Level an Verletzlichkeit, dass eine Angststörung entstehen kann, die jetzt zwei Kinder mitbringen.
19:42Und das, was jetzt passiert, dass wenn es Stress gibt, also wenn zum Beispiel sich die Eltern trennen,
19:49wenn es eine schulische Überforderung gibt oder auch einen Lebensübergang von Kita in Schule, der nicht gut gelingt,
19:55dann kommen diese Risikofaktoren in Schwingung.
19:57Hier ist viel, viel mehr Platz als hier und dieses Glas würde dann vielleicht eher überschwappen und die Angststörung tritt
20:04zu Tage.
20:04Also die psychische Störung bricht aus, kann man so sagen.
20:07Alles klar.
20:15Auch für Mareike ist das ein großes Thema.
20:18Woher kommen die Ängste von Ida und Emi?
20:24Hier, guck mal, lange Oog.
20:25Da waren wir auf unserer Lieblingsinsel.
20:27Ah, ist das die ohne Autos?
20:29Genau, richtig. Da haben wir ganz viele Urlaube verbracht als Familie.
20:32Da war noch alles in Ordnung.
20:35Und wer ist das hier?
20:36Das ist der Papa der Kids, der jetzt vor drei Jahren verstorben ist.
20:42Ich mache mir total viele Gedanken, warum meine Kinder so mit Ängsten zu kämpfen haben.
20:48Ich glaube, die Ängste der Kinder rühren aus der Geschichte ihres Papas her, genau, der psychisch auch krank geworden ist
20:57und, ja, vier Jahre später dann plötzlich verstorben ist.
21:02Ähm, genau. Und dann, ja, das sind ganz viele kleine Puzzleteile, die da zusammenkommen.
21:12Und deswegen haben wir ihn in unsere Mitte gehängt.
21:15Und ich merke, dass das den Kindern ganz arg wichtig ist.
21:20Ida zu Therapie fahren, Gespräche mit der Schule und seit sechs Monaten sucht Mareike auch noch einen Therapieplatz für Emi.
21:27Das hört sich für mich an, als würdest du die ganze Zeit funktionieren.
21:30Ich glaube, es ist weniger dieses 24-7 funktionieren im Alltag, mit Haushalt arbeiten, für die Kinder da sein.
21:36Ich glaube, ja, klar ist das auch schon als Alleinerziehende viel und würde reichen.
21:41Aber das meiste, was einem die Kraft zieht, ist tatsächlich die mentale Belastung, die man einfach hat.
21:46Und dass man so oft auch einfach hilflos daneben steht und denkt, oh, ich würde dir so gern helfen, Kind.
21:51Sagen wir, was ich tun kann, damit es dir leichter fällt.
21:54Und letztendlich wissen ja beide, was passiert, wenn man nicht in die Schule geht.
21:58Dass man vielleicht aus der Familie raus muss, dass man vielleicht in die Psychiatrie muss,
22:02dass es stationar aufgenommen werden muss, was ja bei Trennungs- und Verlustängsten auch ganz schrecklich ist.
22:07Und trotzdem schaffen sie es nicht, in die Schule zu gehen.
22:13Wird Mareike einen Therapieplatz für Emi finden?
22:19Ja, und zu meinem Glas. Ich hatte jetzt am Ende gar keinen Platz mehr, weil ich bei Genetik auch so
22:23viel reingemacht habe.
22:23Und bei, wie haben Sie das nochmal genannt?
22:26Das Temperament.
22:26Temperament, genau. Aber bei Genetik habe ich viel rein.
22:29In meiner Familie sind total viele Ängste.
22:31Und habe natürlich auch Angst, das an meine Kinder weiterzugeben.
22:35In manchen Familien ist dann quasi das Glas bei allen eher ein bisschen voller als Lehrer.
22:40Aber trotzdem bedeutet das eben auch nicht, dass es ein Automatismus ist,
22:44dass alle Familienmitglieder eine psychische Störung bekommen.
22:48Und wir wissen zum Beispiel, dass die Größe des sozialen Netzwerkes,
22:52also wie viele Freundschaften man hat und ob es eine gute Freundschaft ist,
22:55ob man gute Eltern-Kind-Beziehungen hat oder ob man auch auf eine Schule geht, die gut zu einem passt,
23:00dass das alles auch Schutzfaktoren sind, die den Wasserstand quasi ein bisschen absenken können
23:05oder vielleicht sozusagen das Glas wieder ein bisschen höher machen können, damit es nicht so schnell überschwappt.
23:09Von daher ist es kein Automatismus.
23:12Sind die Kinder denn heute mehr belastet als früher?
23:15Das ist auch nicht ganz einfach zu beantworten.
23:18Es gibt aber schon Hinweise darauf, dass Kinder und Jugendliche mehr unter Druck stehen als noch früher.
23:23Das zeigt sich zum Beispiel auch daran, dass wir viel mehr Kinder haben,
23:27die heute aufs Gymnasium gehen als noch vor 20 Jahren.
23:30Diese Raten haben sich also sehr erhöht.
23:32Das bedeutet also auch der schulische Anspruch und damit auch der Leistungsdruck an Kinder hat sich erhöht.
23:38Auch Familien stehen mehr unter Leistungsanspruch, unter Leistungsdruck,
23:43haben weniger Zeit auch für ihre Kinder.
23:46Und was noch dazu kommt, dass sich auch Sorgenthemen mehr ins Leben von Kindern unmittelbar einschleichen,
23:53zum Beispiel über Social Media, wenn Kinder dann die ersten Smartphones haben,
23:58dass sie auch mit belastenden gesellschaftlichen Themen viel mehr unmittelbar konfrontiert sind,
24:03als das noch in der Zeit war, wo es in der Familie vielleicht nur einen Fernseher gab,
24:07wo einmal am Tag für 15 Minuten Nachrichten gelaufen sind.
24:10Ja, absolut.
24:14In München treffe ich Elias.
24:16Er geht in eine Tagesklinik und will mir alles erklären.
24:19Auch um anderen Kindern und Eltern zu helfen.
24:22Megamutig.
24:22Hi, guten Morgen.
24:24Hi, Elias.
24:25Ich bin Julia.
24:26Wollen wir gleich frühstücken gehen?
24:27Ja, sehr, sehr gerne. Wo müssen wir dafür hin?
24:29In diesem Raum hier.
24:30Ah, okay.
24:32Elias ist gerade 14 geworden und geht seit 5 Monaten hier in die Tagesklinik.
24:38Ja, ich war ja selber auch in der Tagesklinik zweimal schon.
24:41Ja.
24:42Und deswegen mache ich das hier gerade für gerne.
24:46Elias ist unter der Woche von halb 8 bis halb 4 in der Klinik.
24:49In seiner Gruppe sind 7 weitere Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 14 Jahren.
24:55Die Kinder haben Gruppen- und Einzeltherapie und gehen hier auch zur Schule.
24:59Und die zeigt mir Elias jetzt.
25:06Das ist der Klassenraum.
25:09Ja.
25:10Und hier habt ihr Unterricht?
25:11Hier haben wir Unterricht.
25:12Interessant.
25:13Ist ja wie im Kino hier.
25:14Ja, das stimmt.
25:16Und hast du dir die Tagesklinik so vorgestellt?
25:18Nee, tatsächlich habe ich mir das ganz anders vorgestellt.
25:21Und ich war positiv sehr überrascht.
25:24Eine Tagesklinik hilft Menschen, die mehr Unterstützung brauchen, als in einer Therapiestunde möglich ist.
25:29Die feste Tagesstruktur und die unterschiedlichen Therapieangebote haben mir damals sehr geholfen.
25:34Elias, wie hat denn alles angefangen?
25:36Es hat schon in der Kinderkrippe und in dem Kindergarten angefangen, dass ich da schon Verlustängste hatte und Trennungsangst.
25:43Weil in diesem Zeitraum meine beiden Opas auch gestorben sind an Krebs.
25:48Und ein paar Jahre danach ist dann die Diagnose von meiner Schwester gekommen, von meiner kleinen Schwester, dass sie auch
25:53einen Tumor hat.
25:55Und dann ist halt erstmal die ganze Welt zusammengebrochen.
25:58Und dann wurde sie das erste Mal operiert, dann wurde es nicht komplett entfernt.
26:02Und dann wurde sie halt nochmal operiert.
26:05Genau, in einer sehr langen Operation.
26:06Und dann konnten sie den Tumor komplett entfernen.
26:10Aber auch mit dem Nebenpunkt, dass sie halt auch dann querschnittsgelähmt war.
26:14Wenn man sie in der Operation verletzt hat, an den Nerven.
26:19Genau.
26:19Und dann ging es bei dir los mit Ängsten, Zwängen, richtig?
26:23Genau, ja.
26:23Wie hat sich das bei dir denn geäußert?
26:25Also, als erstes war es eine sehr starke Angststörung.
26:30Also, das hat sich so geäußert, dass ich halt vor jeder kleinsten Untersuchung von meiner Schwester riesen Angst hatte, dass
26:37sie sterben könnte.
26:38Oder dass es halt auch wieder vom Neuen losgeht.
26:41Ja, das kann ich mir vorstellen.
26:43Das war bestimmt krass.
26:44Und wie haben sich die Zwänge dann bei dir geäußert?
26:47Weil ich halt keine Sicherheit mehr hatte und mich sozusagen rückversichern wollte.
26:51Dadurch sind halt auch Zwangshandlungen und Zwangsgedanken gekommen.
26:54Da war es so, dass meine Angst so groß war, dass ich so einen großen Gedankenstrudel hatte, dass ich den
27:01ganz und gar nicht mehr ordnen konnte.
27:04Und dann fast auch nicht mehr schlafen konnte, weil der Strudel einfach nicht aus meinem Kopf rausging.
27:13Und der war einfach da.
27:17Manche Gedanken lassen sich nicht abschütteln.
27:19Sie kommen immer wieder.
27:22Unerwünscht, aufdringlich, quälend.
27:26Zwangsgedanken sind ungewollte, wiederkehrende innere Bilder.
27:29Impulse oder Zweifel.
27:32Sie erzeugen Angst und Stress.
27:35Zwangshandlungen können ein Versuch sein, darauf zu reagieren.
27:38Zählen, waschen, kontrollieren.
27:40Oft nach festen Regeln, um die Angst zu lindern.
27:44Eins, zwei, drei, vier, fünf.
27:48Es müssen immer fünf sein.
27:49Es muss alles sauber sein.
27:55Selbst wenn Zwänge als unsinnig erkannt werden, lassen sie sich kaum unterbrechen.
28:00Schätzungsweise ein bis vier Prozent aller Kinder weltweit sind betroffen.
28:05Also ich habe dann gemerkt, dass ich Hilfe brauche, wo es einfach so stark war, dass meine Zwangshandlungen mich so
28:12stark eingenommen haben und die Gedanken, dass ich nichts mehr anderes im Kopf hatte.
28:16Und dass es nach der langen und schwierigen Zeit nicht mehr so weitergehen kann für mich.
28:25Wenn Zwänge über mehrere Wochen anhalten und fast jeden Tag auftreten, sollte man sich Hilfe holen.
28:32Ich darf heute bei Elias Therapie mit dabei sein.
28:35Eine Fantasiereise zusammen machen, das ist ja ein Teil unserer Therapieeinheiten, dass du Entspannung übst.
28:41Und wie genau kann ich mir so eine Therapiestunde vorstellen zum Thema Zwangsstörung?
28:45Generell geht es erstmal darum, was habe ich eigentlich für eine Erkrankung, was sind die dazugehörigen Symptome, wie kam das
28:52eigentlich, dass ich das habe.
28:53Dann muss man verstehen, was ist eigentlich die darunter liegende Angst, was sind vielleicht Gedanken, die sich daraus entwickeln und
29:00wie bewertest du diese Gedanken und wieso haben die so einen großen Stellenwert eigentlich.
29:05Und was sind dann auch die Handlungen, die sich daraus ergeben.
29:09Und wie ist das für dich?
29:11Wir besprechen halt meine Ängste, meine Zwangshandlungen und wir vereinbaren sozusagen Expositionsschritte, die ich dann auch durchführe und so auch
29:22lerne, das auszuhalten, ohne die Zwangshandlung zu machen.
29:27Also wenn ich zum Beispiel ein Gedankenkarussell habe, da habe ich zum Beispiel die Technik gefunden, also Entspannungsübungen zum Beispiel,
29:35Zeichnen, Malen, progressive Muskelentspannung, Traumreisen.
29:39Das heißt, wenn du auch, wenn du außerhalb von der Klinik bist und zu Hause bist, Gedankenkarussell geht los, dann
29:44weißt du, aha, jetzt ein Traumreisen?
29:46Ja, und da habe ich eine ausgesucht, die heißt Felsen im Meer.
29:50Okay, versuchen wir uns einfach im Sitzen möglichst gemütlich hinzusetzen, entspannt hinzusetzen und auszuatmen, um erstmal im Körper und im
29:59Moment anzukommen.
30:01Und jetzt stellst du dir vor, du liegst in einem Boot, das auf dem Meer treibt. Das Boot schaukelt sanft
30:07auf den Wellen.
30:08Du hörst nur leise das Plätschern des Wassers und das Geschrei der Möwen in der Ferne. Alles, was dich stören
30:15könnte, ist weit weg.
30:17Ich bin beeindruckt. Techniken zur Entspannung habe ich erst als Erwachsene gelernt.
30:25Elias hat Monate auf einen Platz in der Tagesklinik gewartet. Mareikes Tochter Emmi wartet auch immer noch auf einen Therapieplatz.
30:33Dabei ist schnelle Hilfe wichtig.
30:37Wie ist denn die Versorgungslage aktuell?
30:39Wir haben dazu nochmal auch Daten erhoben, die zum Beispiel zeigen, dass die Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz sich verdoppelt hat.
30:45Dass wir mittlerweile bundesweite Wartezeiten über ein halbes Jahr haben.
30:49In Städten ist es besser, in ländlichen Gebieten ist es aber dafür noch umso viel schlimmer.
30:54Teilweise warten da Kinder und Jugendliche über ein Jahr, auch wenn sie schwere psychische Erkrankungen haben.
30:58Und das ist ein katastrophaler Zustand.
31:01Und wir wissen aber, dass wir gar keinen Fachkräftemangel haben.
31:03Das heißt, es sind genug ausgebildete PsychotherapeutInnen vorhanden.
31:06Denen müsste man Kassensitze geben.
31:08Und auf der anderen Seite müssten wir schauen, dass möglichst wenig Kinder und Jugendliche psychische Störungen entwickeln.
31:13Das heißt, wir müssten an der Prävention etwas tun.
31:15Und wir müssen also die Lebensbedingungen und die Unterstützungsangebote niedrigschwellig für Kinder und Jugendliche verbessern,
31:20dass sie also psychisch gesund aufwachsen.
31:23Die Gertrudes-Grundschule in Bochum-Wattenscheid.
31:28Das ist eine Schule, die wir bewusst ausgewählt haben.
31:31Das ist ein Stadtbezirk, wo eine hohe soziale Belastung, hoher Sozialindex ist.
31:38WissenschaftlerInnen der Universität Bochum forschen hier zum Thema Prävention.
31:43Professor Sylvia Schneider ist Kinder- und Jugendpsychologin und leitet das Projekt.
31:49Wenn Kinder von Armut betroffen sind, geringes Einkommen, enge Wohnverhältnisse,
31:54das sind alles Faktoren, die Stress machen und die auch auf die Familie als Gesamtsystem
32:00und damit auch auf die Kinder sehr stark einwirken und damit das Risiko erhöhen, psychische Störungen zu bekommen.
32:07Und unsere Idee ist, dass wir eben nicht warten wollen, bis diese Kinder manifeste psychische Störungen haben,
32:13sondern wir wollen wirklich Gesundheitsförderung machen,
32:15indem wir maßgeschneidert Interventionen, Programme mit der Schule gemeinsam für die Kinder entwickeln.
32:22Und zwar interessieren sich Erwachsene immer dafür, wie es Kindern so geht.
32:27Deshalb sind wir heute hier und stellen euch allen so ein paar Fragen.
32:31Du kannst gleich einfach ganz frei antworten.
32:33Hallo!
32:34Diese Interviews dienen dazu, als zu wissen, welche psychischen Probleme haben die Kinder.
32:40Aber wir fragen auch nach Ressourcen.
32:43Wenn was mal schiefgelaufen ist, brauche ich lange, um darüber hinwegzukommen?
32:47Manchmal.
32:48Manchmal?
32:49Fast immer.
32:51Nein.
32:53Schon oft? Okay.
32:55Ich erzähle regelmäßig darüber, wie es mir geht.
32:59Machst du das?
33:01Hm, nicht so oft.
33:02Manchmal.
33:03Gar nicht.
33:04Gar nicht?
33:05Ja, schon.
33:06Schon auch.
33:07Ich weiß, was ich selbst tun kann, wenn es mir psychisch nicht gut geht.
33:12Ja, auch manchmal.
33:13Gar nicht.
33:15Ich habe zu Hause so ein Quetschdingens.
33:18Ah.
33:19Und das hilft dir dann?
33:20Dann werfe ich das Zimmer neben die Wand.
33:23Weißt du denn, wo du Hilfe bekommen kannst, wenn es dir psychisch schlecht geht?
33:32Ja, fast immer.
33:34Ja?
33:34Okay, super.
33:35Bei meinen Eltern oder Lehrern.
33:37Bei Frau Friede.
33:38Bei Frau Friede?
33:39Okay.
33:40Ja, bei meiner Mutter.
33:42Oder bei meiner Schwester, wegen der Arbeit bei sowas.
33:45Ah, okay.
33:47Fühlst du dich wohl in deiner Schule?
33:49Früher habe ich mich wohl gefühlt, aber weil jetzt habe ich diese Aufregung, die Weiterführung
33:55der Schule und so.
33:56Und fühlst du dich auch wohl an deiner Schule?
33:58Ja.
34:00Fühlst du dich wohl in deiner Klasse?
34:03Wunderbar.
34:04Weil da wird sehr oft geschrien und gestreitet.
34:08Und darauf aufbauend wollen wir präventive Maßnahmen, also vorbeugende Maßnahmen entwickeln,
34:15die dann in der Schule umgesetzt werden.
34:17Außerdem wird mit Kindern ab der dritten Klasse ein Sozialkompetenztraining durchgeführt.
34:22Heute ein bisschen anders.
34:23Das heißt, die Füße zusammen, die Hände auf die Oberschenkel, ihr schließt die Augen
34:28und konzentriert euch nur auf das, was ihr hört.
34:32Und die Zeit läuft jetzt.
34:39Pädagogin Heidi Frede leitet die Kinder an.
34:44Wenn ihr spielt und da kommt ein Kind und möchte mitspielen und ihr sagt zu dem Kind, nö.
34:50Dann nennt man das Ausschließen.
34:52Ausschließen, genau.
34:54Die Kinder sollen spielerisch erfahren, wie es sich anfühlt, ausgeschlossen zu werden.
34:59Dass sie Methoden von mir in die Hand bekommen und helfen.
35:02Wie gehe ich in Situationen um?
35:04Wie kann ich das jetzt auch besser für mich regulieren?
35:07Ja, wir sind alles Jungs.
35:09Vielleicht nächstes Mal, wenn wir nicht.
35:10Danke.
35:11Im Wechsel wird jedes Kind aus den kleinen Gruppen ausgeschlossen und darf nicht mitspielen.
35:16Ich sag den Kindern auch mal, das ist wie im Theater, was wir hier machen.
35:20Aber das Gefühl, was ihr habt, das ist echt.
35:22Und das spüren die Kinder auch.
35:24Nein, dann kannst du nach dem Mittagern.
35:26Denn du bist jeden Tag mit spielen.
35:28Hallo, ein Beispiel macht Spaß.
35:32Thala, wie ist es dir gegangen?
35:34Es war traurig, aber es ist auch so sehr.
35:37Aber es ist auch kein schönes Gefühl.
35:38Joelle, wie ist es dir gegangen damit?
35:40Sie sind die ganze Zeit nach vorne gegangen.
35:43Ich musste nach hinten gehen.
35:44Ich habe so Angst vor sie.
35:46Okay, das habe ich auch gemerkt, weil die Jungs, stopp, weil die Joelle ist so zurückgegangen.
35:53Und das zeigt immer so, da hat ein Mensch echt Not.
35:55Hast du das auch irgendwo im Körper gespürt, wo du sagst, hm?
36:00Ein bisschen mal im Bauch.
36:02Im Bauch, auch also hier.
36:03Aber da riecht den große Weg.
36:04Die eigene Wahrnehmung auch, das ist schon die Prävention.
36:07Wie fühle ich mich dann?
36:09Und kann ich dem anderen auch sagen, wie es mir da geht?
36:12Ob ich jetzt sauer bin, ob ich Wut habe, ob ich traurig bin, ob ich Zorn habe.
36:17Also, dass Gefühle etwas Normales im Leben sind.
36:30Einige Wochen sind vergangen, seit dem letzten Treffen mit Mareike und ihren beiden Töchtern Ida und Emi.
36:36Ich möchte wissen, wie es den Kindern geht und was sich vielleicht auch verändert hat.
36:40Hi!
36:42Hi, Julia!
36:43Schön, dich wieder zu sehen!
36:45Schön, dass du da bist.
36:46Na?
36:47Danke schön.
36:51In meiner Zeit in der Tagesklinik habe ich das Malen für mich entdeckt.
36:55Und auch Ida malt viel in ihrer Therapie.
36:58Emi hat mittlerweile auch drei Sitzungen bei einer Therapeutin gehabt.
37:01Die hat Mareike aber selbst bezahlt.
37:06Was ist eure Lieblingsfarbe?
37:09Ähm, rot und hellblau.
37:12Oh, das ist eine gute Farbkombi.
37:15Vielleicht mache ich das jetzt auch.
37:19Ida, wie geht es dir denn, seit wir uns das jetzt mal gesehen haben?
37:21Ähm, also ich hatte so eine Zeit lang zum Beispiel gar nicht mehr gemalt oder keine Rätsel gemacht oder so.
37:31Und mittlerweile bin ich wieder mehr an meinem Schreibtisch und mache wieder mehr.
37:34Das klingt doch gut.
37:35Ja.
37:36Und was ich auch jetzt besprochen hatte mit der Therapie, dass ich wieder anfangen werde, Schulaufgaben zu machen.
37:44Mhm.
37:44Wir machen auch in der nächsten Therapieschunde, wenn wir uns sehen, also einen Wochenplan, was ich in der Woche dann
37:50mache.
37:51Cool.
37:51Ihr baut euch eine richtige Struktur.
37:53Ja.
37:53Veränderung ist doch schön.
37:55Ja.
37:55Das freut mich voll für dich.
37:57Und wie ist es bei dir, Emi? Hat sich durch die Therapie was bei dir verändert?
38:00Hm, ja.
38:04Besuchst du eine Gruppe zum Beispiel?
38:07Emi die Trauergruppe.
38:10Machst du eine Trauergruppe jetzt?
38:12Ja.
38:13Und wie ist das für dich?
38:15Ich mache das mit meiner neuen Freundin. Die ist da nämlich auch.
38:19Cool. Und wie fühlt sich das an, wenn andere das Gleiche haben?
38:23Hm, irgendwie schön.
38:26Ja?
38:27Ja.
38:28Auch wenn es nur kleine Schritte sind, spüre ich eine Veränderung. Kommt die auch bei Mareike an?
38:35Wie ist denn jetzt der aktuelle Stand bei euch?
38:37Ida ist nicht mehr ganz so viel in ihrem Zimmer. Also der Rückzug hat sich so ein bisschen verbessert.
38:42Sie nimmt auch wieder so aktiver am Familienleben teil. Und man merkt schon, dass sie wieder mehr Energie bekommt.
38:48Das große Fragezeichen ist einfach nur, wie kriegt man ein Kind nach fast einem Jahr Pause wieder in die Schule.
38:55Und färbt sich aber die Verbesserung von Ida schon ein bisschen auf Emi ab auch?
38:59Mh, bedingt. Also Emi hat jetzt immerhin auch angefangen, in eine Trauergruppe zu gehen.
39:05Das haben wir jetzt zum zweiten Mal probiert. Beim ersten Mal hat sie sich noch schwer getan.
39:09Beim zweiten Mal ist sie tatsächlich jetzt auch mitgegangen und hat den Schritt getan, was sie total gut getan hat.
39:14Und auch da merkt man schon, dass sie versucht, wieder mehr rauszugehen.
39:21Und wie blickst du in die Zukunft?
39:23Ja, einerseits ängstlich und skeptisch. Andererseits denke ich mir, es gibt für alles immer eine Lösung.
39:29Und irgendwann bin ich fest davon überzeugt, glaube ich, dass es auch den richtigen Weg geben wird.
39:34Auch wenn der vielleicht anders aussieht als in, in Anführungszeichen, normalen Familien.
39:37Aber die Kinder werden ihren Weg gehen, da bin ich mir ganz sicher. Egal, wie der aussieht.
39:42Und die anderen Familien sind auch nicht normal.
39:45Abgesehen davon, ja.
39:48Danke, dass du darüber sprichst.
39:50Zurück in der Tagesklinik bei Elias. Er zeigt mir jetzt seine große Leidenschaft.
39:55Und wo geht es jetzt lang? Ah, hier ist der Waschrollkopf.
39:57Natürlich? Ja.
39:59Ah.
40:00Die andere Hand ist drunter. Und dann sprengt man.
40:04Nice. Halt ich die Hand richtig? Ja.
40:07Okay, und die rechte? Dann am Ende ein bisschen knicken, richtig?
40:09Genau, abrollen.
40:10Okay, genau, abrollen.
40:12Und?
40:15Ja.
40:16What?
40:17Yeah.
40:19Nice, danke.
40:20Und was bedeutet Basketball für dich?
40:22Ja, Basketball habe ich in jeder schwierigen Zeit als mein Hobby genommen, das mich einfach immer wieder fröhlich gemacht hat.
40:30Und das ist sozusagen mein Punkt, wo ich einfach sehr emotional bin.
40:36Das klingt wie ein guter Ausgleich.
40:37Genau.
40:38Wie machst du das?
40:39Also, zwei Spiele durch das Bein spielen. Meine Beine Füße stehen am Boden. Und ja.
40:46Das sieht bei dir so einfach aus.
40:53Das ist ein guter Ausgleich.
40:55Und das ist ein guter Haken. Und ja.
41:10Das ist ein guter Haken. Und ja.
41:14Das ist ein guter Haken. Und ja.
41:19Today I'm going to be better at all, because I've learned a lot, and I know better how I'm dealing
41:30with it and how I'm dealing with tools and skills I can use.
41:34My goal is that I can get my problems so well in the grip that I can lead to a
41:40normal life.
41:43I'm surprised by Elias.
41:46One question I have.
41:47When I talk to others about psych illnesses, I hear often, that it didn't exist.
41:53Stimmt that?
41:54Yes, that's what I heard.
41:56And that's certainly something that we know about psych illnesses not so well as other illnesses.
42:04If we look at the data, we see that psych illnesses are the main reason why people are currently früh
42:08berentet.
42:09We see other data that show that these psych illnesses, because people are now früh berentet,
42:17in which their childhood and childhood began.
42:19That's also, we can say that this was a topic that was also a topic,
42:23about which we spoke less about, because we didn't know and because it was more stigmatized.
42:28So to say, before everything was better, that's not.
42:33I did not know.
42:34I have been working in the last months intensive with the psych health of children and children and children.
42:40It was so nice that you spoke so well.
42:41Thank you so much, you spoke so well.
42:44And I saw on my trip, that it was so impressive.
42:46who have fought hard for them,
42:47who go through the lead.
42:51But still there's a lot of times
42:54that I've got to say,
42:55and that I just have a message.
42:59Even if it's just a thousand years ago,
43:00we're going through this process.
43:02We need a bit of help in our future,
43:06and a bit of support for the elderly,
43:09so that there are more signs
43:09I don't mind why we are speaking here.
43:12We know this for me.
43:17Da-da-da-da-da-da-da-da-da-da-da
43:26Bad day, looking for the greatest game
43:34He says, bad day, looking for the greatest game
43:46Bad day, looking for the greatest game
43:47Bad day, looking for the greatest game
43:49KMGfest
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