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00:13Dezember 2025.
00:16Mit anfangs friedlichen Protesten in Teheran erhob sich ein Teil des iranischen Volkes gegen seine Machthaber.
00:23Der Auslöser? Eine anhaltende Währungskrise, immens hohe Inflation und zunehmende Unzufriedenheit.
00:32Nicht zuletzt die neuen UN-Sanktionen wegen des Atomprogramms und der Zwölftagekrieg mit Israel hatten die Lage verschärft.
00:40Die Forderung der Demonstranten? Ein Ende der Korruption und Misswirtschaft der herrschenden Mullahs sowie staatliche Unterstützung für die Ärmsten der
00:48Armen.
00:49Der Protest, soweit bisher bekannt, begann als Streik der iranischen Händler in den Bazaren Teherans.
00:56Er sollte sich zu den größten Protest- und Unruhewellen im Iran seit Jahrzehnten entwickeln.
01:03Erst drei Jahre zuvor, im September 2022, hatte der Tod der jungen kurdischstämmigen Gina Maza Amini landesweite Demonstrationen gegen die
01:14Regierung im Iran ausgelöst.
01:20Gina Maza Amini hatte auf ihrem Weg nach Hause einen Zwischenstopp in Teheran gemacht.
01:26Dort wurde sie von der Sittenpolizei festgenommen.
01:29Der Vorwurf? Sie habe ihr Kopftuch nicht korrekt getragen.
01:34Die junge Iranerin starb unter ungeklärten Umständen in der Haft.
01:39Zeugen berichteten, sie sei brutal misshandelt worden, daran gestorben.
01:43Die Behörden dagegen behaupteten, Vorerkrankungen der jungen Frau hätten zum Tod geführt.
01:54Am Tag ihrer Beerdigung begleiteten Tausende den Trauerzug.
01:58Das Entsetzen über die Polizeigewalt verbreitete sich im ganzen Land.
02:03Nach und nach wuchs bei den Demonstranten auch die Wut gegen die Unfreiheit im eigenen Land.
02:08Überall gingen Menschen auf die Straße.
02:11Vor allem Frauen und die Jugend trugen diese Proteste.
02:15Und sie blieben nicht auf den Iran beschränkt.
02:17Es gab eine breite internationale Solidarität.
02:21Auf Videos ist zu sehen, wie sich Frauen die Haare abschneiden,
02:25ob in Madrid eine junge Iranerin oder im Europaparlament die schwedische Europaabgeordnete Abir al-Salani
02:32während der Debatte über die Lage im Iran.
02:42Die iranische Fußballmannschaft blieb in Doha während der Fußball-WM stumm,
02:47als die Nationalhymne vom Band abgespielt wurde.
02:50Manch einer der Experten vermutete bereits das Ende des Mullah-Regimes,
02:55doch die Proteste wurden brutal niedergeschlagen.
02:58Menschenrechtler berichteten im Nachhinein von hunderten getöteten Demonstranten.
03:09Die Bilder ähneln sich.
03:11Während der Westen den Jahreswechsel erwartete,
03:14gingen in vielen Städten des Iran Menschen auf die Straße.
03:18Und schnell wurde der wirtschaftliche Protest ein politischer.
03:21Auf Social Media werden Videos in Windeseile geteilt, wie hier in Asna,
03:27wo Demonstranten versuchten, in ein Polizeiquartier einzudringen.
03:30Es gab Rufe nach Freiheit, nach dem Ende des Regimes.
03:35Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden innerhalb einer Woche
03:39Proteste an mehr als 222 Orten und mindestens 88 Städten registriert.
03:45Die Regierung in Teheran ordnete an, sämtliche Behörden, Schulen und weitere Teile des öffentlichen Lebens zu schließen.
03:58Erst am 3. Januar erfolgte eine erste öffentliche Stellungnahme des religiösen Führers in Teheran.
04:07Wir reden mit den Demonstranten. Sie sollten reden.
04:11Die Behörden sollten mit den Demonstranten reden.
04:14Aber es hat keinen Sinn, mit Randalierern zu reden.
04:17Die Randalierer sollten in ihre Schranken gewiesen werden.
04:24Doch die Wahrheit wurde eine andere.
04:27Zeitgleich zu diesen Worten hatten die iranischen Sicherheitskräfte offenbar bereits den Befehl erhalten,
04:32den Protest mit Gewalt zu ersticken.
04:35Sie setzten Tränengas ein.
04:37Im Dunkel der Nacht schossen sie wahllos in die Menge,
04:40die sich wie hier am zentralen Hafttierplatz in Teheran versammelt hatte.
04:49Festnahmen folgten mit der Begründung Kriegsführung gegen Gott.
04:53Im Iran wird dieses Vergehen mit dem Tode bestraft.
04:56In den folgenden Tagen stiegen die Opferzahlen bei Zusammenstößen im ganzen Land immer weiter an.
05:04Am 13. Januar wagten die ersten Menschenrechtsorganisationen eine Bilanz der Todesopfer bei den Protesten.
05:10Wir haben jetzt geprüft und bestätigt über 1.850 getötete Demonstranten.
05:20Es gibt 779 weitere Fälle, die noch geprüft werden.
05:26Das ist an sich schon eine extrem hohe Zahl.
05:32Jeder einzelne Tod ist einer zu viel, aber wir haben hier wirklich eine sehr hohe Zahl.
05:40Nur eine Woche später mussten diese Zahlen nach oben korrigiert werden.
05:44Inzwischen spricht die Human Rights Activists News Agency von etwa 5.000 Toten.
05:50Selbst die iranische Regierung veröffentlichte am 22. Januar ihre offizielle Zahl der Getöteten mit 3.117.
06:00Ein von den Mullahs veröffentlichtes Video hatte der Weltöffentlichkeit gezeigt, wie sehr die Iraner um die verstorbenen Einsatzkräfte trauerten.
06:10Für die, Zitat, Märtyrer, die im Widerstand gegen die USA und das zionistische Israel getötet wurden, verhängten die Mullahs drei
06:18Tage Staatstrauer.
06:23Für unabhängige Medien war und ist es nahezu unmöglich, sich einen Überblick über das Ausmaß der Gewalt zu verschaffen.
06:31Das Mullah-Regime hatte am 8. Januar eine vollständige Internetsperre verhängt.
06:36Doch immer wieder gelang es, Handy-Videos über die Tage des Protestes und der Gewalt von Sicherheitskräften außer Landes zu
06:43schmuggeln.
06:43Die Informationen, die wir erhalten, sind sehr begrenzt wegen des Internet-Shutdowns.
06:55Vor zwei Tagen gab es Posts, die sagen, dass das Terror-Regime in Teheran in die Häuser eindringt, auf denen
07:03Satellitenschüsseln auf dem Dach sind.
07:05Diese Satellitenschüsseln sind die einzige Verbindung zur Außenwelt, denn das Internet ist abgeschnitten.
07:16Einige Leute haben etwas installiert, womit sie umgehen können, aber nicht viele.
07:20Wir erhalten auch Posts, die melden, dass selbst Festnetztelefonleitungen blockiert sind.
07:26Und das einzige Mal, dass ich so etwas Ähnliches erlebt habe, war 2009 bei den Protesten nach den Wahlen.
07:36Damals wurden die Telefonleitungen gekappt.
07:39Das Internet spielte damals noch keine so große Rolle.
07:42Es gab nicht diese vielen Social Media.
07:45Aber es ist ähnlich zu dem, was heute passiert.
07:50Es ist verrückt, was da passiert.
07:52Knapp 90 Millionen Menschen sind abgeschnitten von Internetverbindungen.
07:58Also stellen Sie sich mal vor, 90 Millionen Menschen im ganzen Iran können nicht mit der Außenwelt kommunizieren.
08:06Eine Lösung, die helfen könnte, wären Satellitenservices, Satellitendienste.
08:14Und das hängt nun davon ab, wie Präsident Trump reagiert, ob er bereit ist dazu, ob man ihn nun mag
08:20oder nicht.
08:21Wir brauchen etwas von ihm und er ist sehr beliebt im Iran.
08:25Wenn er, wenn es gelingt, wenn Präsident Trump nun einen Notfall erkennt und ausruft und mit der FCC spricht und
08:33mit Elon Musk spricht,
08:35der in der Vergangenheit schon mal dem iranischen Volk geholfen hat, jetzt im Moment allerdings nicht,
08:40wenn er also diesen Service für den Iran aktiviert, dann werde das Regime schneller gestürzt, als irgendjemand erwartet.
08:50Doch dies war auch dem Mullah-Regime klar.
08:52Ja, bisher dauert der längste Internet-Shutdown des Landes an, kurzfristige Ausnahmen nicht eingerechnet.
09:01Eine dieser Ausnahmen geschah am 18. Januar.
09:05Unabhängige Daten hatten gezeigt, dass an diesem Tag die Islamische Republik die totale Internetsperre zurückgefahren hatte.
09:13Nach Angaben des regimekritischen Nachrichtensenders Iran International mit Sitz in London
09:18war es Hackern gelungen, das Staatsfernsehen für kurze Zeit auszuschalten und regimekritische Informationen über die Bildschirme flackern zu lassen.
09:28Auf verschiedenen Texttafeln konnten die Iraner lesen, dass die Mullahs alles tun, um sie von unabhängigen Informationen abzuschneiden und sie
09:37im Dunkeln zu lassen.
09:38Hilfe von außen sei auf dem Weg, hieß es.
09:43Gezeigt wurde auch der Sohn des ehemaligen Schahs Reza Pahlevi, wie er das Militär aufforderte, das Leben der iranischen Bevölkerung
09:51zu schützen.
09:52Welche Wirkung dieses Hacker-Video in der iranischen Bevölkerung auslöste, ist nicht bekannt, denn danach wurde die totale Internetsperre wieder
10:02installiert.
10:05Ein junger Iraner, 26 Jahre alt, gab dieser neuen Protestwelle derweil ein Gesicht.
10:12Erfan Soltani, ein Händler aus Fardis, nahm am 10. Januar an den Demonstrationen in Karaj, nahe seinem Wohnsitz, teil.
10:20Er wurde offenbar wahllos festgenommen. Ohne Prozess, ohne Verteidigung, ohne Anklage wurde er zum Tode verurteilt.
10:28Es sollte die erste Hinrichtung werden, am 14. Januar, und sie sollte öffentlich stattfinden, als Zeichen der Abschreckung.
10:42Es waren die USA unter Donald Trump, die Druck auf den Iran ausübten und die Hinrichtungen erstmal verschieben konnten.
10:50Schon Anfang Januar hatte der US-Präsident gewarnt,
10:53Wenn sie anfangen, Menschen zu töten, so wie sie es in der Vergangenheit taten, denke ich, dass sie von den
10:59USA sehr hart getroffen werden.
11:02Eine unverholene Drohung des Weißen Hauses.
11:05Zudem postete Trump wenige Tage später auf seiner Plattform Truth Social,
11:10dass jedes Land, das mit dem Iran Geschäfte mache, von den USA mit 25 Prozent Zöllen belegt würde.
11:17Den Bundeskanzler ereilten diese Neuigkeiten während eines Besuches in Indien.
11:24Herr Bundeskanzler, eine Frage zum Iran.
11:26US-Präsident Trump hat Strafzölle von 25 Prozent für alle Länder angekündigt, die mit dem Iran Geschäfte machen.
11:34Davon könnte ja auch Deutschland betroffen sein.
11:37Was halten Sie von dieser Maßnahme und welche direkten Sanktionen gegen den Iran können Sie sich vorstellen?
11:43Und gehen Sie davon aus oder halten Sie es für realistisch, dass es auch einen Militärschlag der USA gegen den
11:50Iran gibt?
11:51Und würde sie das eher besorgen oder würden Sie das möglicherweise sogar unterstützen?
11:57Mich besorgen im Augenblick die Nachrichten über eine immer höhere Gewaltbereitschaft der Polizei,
12:04der sogenannten Revolutionsgarden in Iran gegen die eigene Bevölkerung.
12:09Ich will die Gelegenheit nutzen, noch einmal das Mullah-Regime aufzufordern, diese Gewalt sofort einzustellen.
12:15Wenn sich ein Regime nur noch mit Gewalt an der Macht halten kann, dann ist es faktisch am Ende.
12:20Ich gehe davon aus, dass wir jetzt hier auch gerade die letzten Tage und Wochen dieses Regimes sehen.
12:25Es hat ohnehin keine Legitimation durch Wahlen in der Bevölkerung.
12:29Die Bevölkerung steht jetzt auf gegen dieses Regime.
12:33Ich hoffe, dass es eine Möglichkeit gibt, diesen Konflikt friedlich zu beenden.
12:38Das muss das Mullah-Regime jetzt auch einsehen.
12:40Und wir stehen in engem Austausch mit der amerikanischen Regierung, mit den europäischen Regierungen.
12:46Wir haben uns im E3-Format Großbritannien, Frankreich und Deutschland bereits letzte Woche in diese Richtung geäußert.
12:51Und die Außenpolitiker, auch die Außenminister, stehen in engstem Kontakt zueinander,
12:56um jetzt dafür zu sorgen, dass es in Iran einen friedlichen Übergang hingeben kann zu einer demokratisch legitimierten Regierung.
13:03Teheran indes bemühte sich offensichtlich um Deeskalation.
13:07Der iranische Außenminister versicherte Mitte Januar im Sender Fox News auf die Frage,
13:13ob es Hinrichtungen der Demonstranten wie die des Erfan Zoltani geben werde.
13:19Nein. Nein, davon habe ich nichts gehört.
13:21Und es gibt auch gar keine Hinrichtungen heute oder morgen oder sonst wann.
13:27Und Freitag? Ich kann Ihnen versichern, ich bin mir da ganz sicher, es gibt überhaupt keine Pläne für eine Hinrichtung.
13:34Man hat uns mitgeteilt, dass das Töten im Iran aufgehört hat und dass es keinen Plan für Hinrichtungen gibt.
13:46Und das hat man mir gesagt. Und wir werden herausfinden, was passiert.
13:53Wenn es dazu kommt, werde ich sehr empört sein.
13:56Auch Sie werden sehr empört sein.
13:58Das ist die Information, die ich gerade erhalten habe, dass das Töten aufgehört hat.
14:03Die Hinrichtungen haben aufgehört und es wird keine Hinrichtung geben.
14:07Auch der Sicherheitsrat der UN bezog Stellung, nachdem die USA eine Sondersitzung beantragt hatte.
14:15Wir fordern die Behörden auf, ordentliche Gerichtsverfahren für alle Inhaftierten zu gewährleisten.
14:25Alle müssen human behandelt werden und ihre Angehörigen müssen sie auch besuchen dürfen.
14:32Insbesondere fordern wir den Iran auf, Hinrichtungen von Demonstranten zu stoppen.
14:42Alle Todesfälle sollten sofort unabhängig und transparent untersucht werden.
14:49Wer verantwortlich ist für Rechtsbruch, muss zur Rechenschaft gezogen werden auf der Grundlage von internationalen Normen.
14:59Herr Präsident, die Lage in Iran ist zutiefst beunruhigend.
15:05Die Protesten halten an, obwohl in geringerem Umfang als in der letzten Woche.
15:12Und wir stellen mit Bestürzung fest, dass mehrfach geäußert wurde, es könnte zu Militärschlagen gegen den Iran kommen.
15:25Das Ganze macht die schon heikle Situation noch gefährlicher.
15:32Man muss alles tun, um eine Verschlechterung der Lage zu verhindern.
15:37Der Generalsekretär bekräftigt noch einmal die Grundsätze der Charta,
15:42auch die Pflicht der Mitgliedstaaten, Streitigkeiten friedlich beizulegen.
15:48Und er erinnert an das Verbot der Anwältigung von Gewalt in internationalen Beziehungen.
15:56Diese Prinzipien sind keine abstrakten Ideale, sondern sie die Grundlagen für internationalen Frieden und Sicherheit.
16:03Ich bin heute hier, um Sie zu warnen, im Namen von Millionen von Iranern.
16:12Was wir jetzt brauchen, um diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die Massaker im Iran angeordnet haben,
16:22ist es, gegen das Regime vorzugehen.
16:24Es versteht die Sprache der Diplomatie nicht.
16:29Die UNO ist gescheitert.
16:30Sie hat nicht so dringlich reagiert wie erforderlich.
16:34Der Generalsekretär hat sich nicht öffentlich gewandt gegen die Massaker im Iran.
16:42Es gab nur eine schriftliche Erklärung.
16:45Das bedeutet Schweigen und das sendet ein Signal an die Mörder von jungen Demonstranten und ihren Angehörigen.
16:55Iran ist in völliger Dunkelheit und ich rede hier in deren Namen.
17:03Ein brutales Abschlachten ist im Iran zugange.
17:09Und das Ganze wird noch schlimmer, wenn die Welt nicht ernsthaft handelt.
17:14Am 8. Januar 2026 hat die Islamische Republik das Internet gesperrt.
17:22Einen technischen Blackout.
17:24Nicht um die Proteste zu stoppen, denn die Leute gehen ohnehin auf die Straße,
17:30sondern um ihre Verbrechen zu verstecken, ihre Brutalität.
17:35Das war kein technisches Versagen, das war bewusst.
17:38Wenn ein Regime das Internet abschaltet, während massenweise Menschen umgebracht wird
17:46und während die Führer des Regimes dann die restliche Welt in die Irre führen,
17:52dann geht es nicht um die Wiederherstellung der Ordnung,
17:56sondern es geht um die Vernichtung von Beweismitteln.
17:59Wenn es nicht freiwillig im Iran gegeben hätte, wären wir gar nicht in der Lage gewesen,
18:05an diese Informationen zu kommen.
18:08Das Ausmaß der Gewalt und der Repression durch das iranische Regime gegenüber dem eigenen Volk
18:19hat Auswirkungen auf den internationalen Frieden und die Sicherheit.
18:24Sie werden heute hören, dem sei nicht so, es sei eine innere Angelegenheit.
18:28So ist es nicht. Das ist falsch.
18:32Und der Sicherheitsrat muss sich darum kümmern.
18:35Das Volk des Irans fordert seine Freiheit ein, wie nie zuvor in der langen Geschichte der Islamischen Republik.
18:46Unbewaffnete, friedliebende Menschen gehen auf die Straße und geben ihrer legitimen Hoffnung auf einen besseren Zukunftsausdruck.
18:59Unsere Botschaft ist, Präsident Donald J. Trump und die USA stehen an der Seite des mutigen Volkes des Iran,
19:09unabhängig von den Entschuldigungen, die das iranische Regime und seine Freunde anbringen,
19:18muss man sagen, das iranische Regime allein ist verantwortlich für die Unterdrückung der Freiheit
19:24und sie werden zur Rechenschaft gezogen.
19:27Das Regime ist schwächer denn je und deshalb propagiert es diese Lüge angesichts der Macht des iranischen Volkes.
19:38Auf den Straßen. Sie haben Angst vor ihrem eigenen Volk.
19:42Der Iran sagt, er sei zum Dialog bereit.
19:45Aber sein Handeln sagt etwas anders.
19:48Dieses Regime herrscht durch Unterdrückung, Gewalt, Einschüchterung
19:53und hat den Nahen Osten seit Jahrzehnten destabilisiert.
19:58Aber genug ist genug.
20:01Wir alle tragen die Verantwortung, das iranische Volk zu unterstützen
20:05und der Unterdrückung des Regimes ein Ende zu setzen.
20:12Der UN-Sicherheitsrat wird über die ein oder andere Erklärung und Verurteilung nicht hinauskommen.
20:19Das Ganze ist eine Geschichte, in der die einen, viele innerhalb, aber noch mehr außerhalb Irans,
20:28iranischer Wurzeln davon ausgehen, dass es diesmal auch wieder nicht zu einem Umsturz,
20:33zu einem Sturz des Regimes in Teheran kommen kann, wenn nicht Hilfe von außen kommt.
20:39Und diese Forderung nach Hilfe von außen, die wird immer lauter.
20:43Das war in der Vergangenheit bei den vergangenen entsprechenden Revolten nicht so 2017, 2019, 2022.
20:51Da war die Hilfe von außen nicht so herbeigerufen worden und auch nicht von entsprechenden Akteuren
20:58immer wieder ins Spiel gebracht worden, wie das diesmal der Fall ist.
21:02Aber es ist ja trotz aller roten oder dunkelgelben Ampeln, die vorher geleuchtet haben,
21:09in der vergangenen Nacht insbesondere nicht dazu gekommen, dass ein auswärtiges Eingreifen stattgefunden hätte.
21:17Insofern sind die Aufständigen im Moment auch entmutigt, denn vielfach wurden sie aufgerufen.
21:23Macht weiter.
21:24Jetzt steht das islamische Wochenende vor vor und hat begonnen.
21:28Macht weiter. Normalerweise eskalierte entsprechende Bewegungen dann in Richtung Wochenende immer weiter.
21:34Aber dadurch, dass jetzt nichts von außen zu erwarten war, außer Worten, Drohungen und Versprechungen,
21:41scheint jetzt der Schwung aus dem Aufstand raus zu sein.
21:47Die ZDF-Journalistin Vöbe Gahr war eine der wenigen ausländischen Korrespondenten,
21:52die während der Unruhen im Land war.
21:54Der Hilfe von außen, also einem Militärschlag oder ähnlichem,
22:00sehen die Iraner ihrer Meinung nach mit Sorge entgegen.
22:03Ich bin ja hier in Teheran unterwegs und hier ist die Sorge für einen möglichen Militärschlag schon sehr groß.
22:10Ich habe zum Beispiel gesehen, dass sich lange Schlangen an Tankstellen gebildet haben.
22:14Das heißt, die Menschen scheinen sich wieder mit Benzin einzudecken.
22:17Das ist etwas, was ich auch beobachtet habe, als es vor eineinhalb Jahren zu diesem Schlagabtausch oder den wechselseitigen Angriffen
22:26zwischen Iran und Israel kam.
22:28Etwas, was auch beim Zwölftagekrieg zu beobachten war, letztes vergangenen Sommer.
22:33Also die Sorge ist sehr groß und auch wenn man mit den Leuten redet, dann geht das Gespräch eigentlich sehr
22:38schnell in diese Richtung,
22:39dass darüber spekuliert wird, ob da jetzt was kommt und wenn ja, dann was.
22:42Noch mal zurück auf diese Verurteilungen und Hinrichtungspläne des Regimes, die zurückgewiesen werden.
22:48Wie glaubhaft oder glaubwürdig ist das?
22:51Ja, das ist ganz interessant, weil der Außenminister Araqji hat ja Fox News, also einem US-Sender, ein Interview gegeben,
22:58in dem er gesagt hat, es werde vorerst keine Hinrichtungen geben.
23:03Dieses Zitat, das ist hier in den iranischen Staatsmedien aber nicht aufgegriffen worden.
23:09Zumindest habe ich das nicht finden können.
23:10Das heißt, es scheint hier eine Nachricht zu sein, die eben dann hier im Land nicht verbreitet wird.
23:16Und was darauf hindeutet, dass man vielleicht eher sozusagen die Aussagen der Offiziellen hier sozusagen stehen lassen möchte,
23:25wenn zum Beispiel der oberste Chef der Justizbehörde sagt, dass die Protestierenden, die mit Waffen an den Demos teilgenommen haben,
23:35dass sie im Schnellverfahren verurteilt werden und als Gegner Gottes angeklagt werden, worauf eben die Hinrichtung steht.
23:41Sie sind eine der wenigen Journalisten, Journalistinnen, die im Land vor Ort wirklich aktuell sind.
23:46Wie darf ich mir Ihre Arbeit konkret vorstellen?
23:48Wie holen Sie sich Ihre Informationen und wie offen wird wirklich mit Ihnen gesprochen?
23:52Wie frei können Sie sich bewegen?
23:55Also es ist jetzt natürlich mit Hinblick auf diese Internetsperre schon ein ganz anderes Arbeiten,
24:00als ich das sonst normalerweise gewohnt bin.
24:03Ich würde sagen, es ist fast ein bisschen oldschool.
24:06Also ich telefoniere sehr viel hier im Land rum.
24:08Iranische Telefonnummern von iranischen Telefonen aus anzurufen, das funktioniert.
24:13Ich versuche viel mit Menschen zu sprechen, mit Hilfe meines Teams auch.
24:18Das heißt, es ist sehr viel mehr der direkte Kontakt irgendwie, der zählt.
24:21Bei Telefonaten und so weiter muss man natürlich auch immer ein bisschen bedenken,
24:25dass sie abgehört werden können und wir ja die Menschen, mit denen wir sprechen, nicht in Gefahr bringen wollen.
24:31Und dann, vor allem diejenigen, die sich kritisch dem Regime gegenüber äußern, für die könnte das sonst womöglich Konsequenzen haben.
24:39Der Eindruck, dass die Proteste weniger geworden sind, die Angst im Land, haben Sie geschildert, spürbar.
24:45Gerät das Regime aus Ihrer Sicht überhaupt ins Wanken?
24:48Können die Proteste scheitern?
24:52Also die Führung der Islamischen Republik, die ist durch verschiedene Faktoren eigentlich geschwächt.
24:58Da ist irgendwie die Schwächung der Hamas, der Hezbollah, der Wegfall von Assad in Syrien,
25:06dieser Zwölftagekrieg, der auch viel an Ressourcen gekostet hat und viele Fragen auch hier im Land aufgeworfen hat,
25:13in die Richtung, wie gut kann diese Führung die Menschen im Land eigentlich schützen.
25:20Das ist ja aber eigentlich das Grundversprechen, das sie machen.
25:23Also insofern steht das Regime schon geschwächt da und dass diese Proteste ernst zu nehmen sind oder ernst zu bewahren,
25:31das ist, denke ich, auch daran abzulesen an der harten Reaktion, die die iranische Führung den Demonstrationen gegenüber gezeigt hat.
25:39Und dass sie jetzt vieles daran setzt, dass diese Demonstrationen nicht weitergehen können.
25:43Dazu gehört die Internetblockade, dazu gehört das erhöhte Sicherheitsaufgebot hier in der Stadt,
25:49dazu gehören Aufklärungsdrohnen, die wir am Himmel über Teheran gesehen haben, all diese Dinge.
25:55Der US-Präsident versicherte kurze Zeit später.
25:59Haben arabische und israelische Amtsträger sie überzeugt, keinen Schlag gegen den Iran durchzuführen?
26:05Niemand hat mich überzeugt, ich habe mich selbst überzeugt.
26:07Gestern waren über 850 Hinrichtungen durch den Strang geplant, sie haben niemanden gehängt.
26:11Das hatte eine große Wirkung.
26:14Doch nur Tage später ließ Trump den US-Flugzeugträger Abraham Lincoln in die Golfregion starten.
26:20Zeitgleich drohte er erneut mit einem Militärschlag, sollten die Mullers Demonstranten hinrichten oder das Atomprogramm des Landes wieder aufnehmen.
26:30Es sei eine riesige Armada auf dem Weg, hieß es.
26:33Derweil versuchte das Regime in Teheran, die öffentliche Meinung nach den Protesten in den alten Bahnen zu halten.
26:42Wir betrachten den Präsidenten der USA als schuldig, sowohl für die Toten und Verletzten, als auch für die Schäden und
26:50die Verleumdung der iranischen Nationen.
26:54Und die Europäische Union?
26:57Sie zeigte Kritikern zufolge zu wenig Haltung nach den Ereignissen im Iran.
27:02Die iranischen Revolutionsgarden, der lange Arm der Mullers, sollten endlich als Terrororganisation eingestuft werden,
27:10forderte zum Beispiel das EU-Parlament mit großer Mehrheit.
27:13Doch die Länder sind uneins. Während Deutschland dafür ist, lehnen Frankreich, Spanien und Italien dies bisher ab.
27:22Einig ist man sich aber in einem.
27:26Heute schlagen wir neue Exportbeschränkungen für Komponenten vor, die der Iran nutzen kann für die Produktion von Drohnen und Raketen.
27:35Das wird weiter Irans Fähigkeit begrenzen, Russlands kontinuierliche Aggression gegen die Ukraine zu unterstützen.
27:42Und zusätzlich arbeiten wir an neuen Sanktionen als Reaktion auf die brutale Unterdrückung der Proteste durch die iranische Regierung
27:51und zur Unterstützung der legitimen Forderung des iranischen Volkes.
27:55Wir überprüfen gerade aktiv, welche weiteren Maßnahmen ergriffen werden können.
27:59Es liegt eine trügerische Ruhe in diesen Tagen im Iran.
28:03Nach dieser historischen Protestwelle, die viele an die Unruhe in 1979 erinnert,
28:09als der Schahrezer Pahlevi gehen musste und die Mullahs die Macht übernahmen.
28:14Protestbewegungen im Iran kommen in Wellen, sagen Experten.
28:18Entscheidend für den Erfolg in diesem Fall sei jedoch, einen Plan B zu haben nach dem Sturz der Mullahs.
28:24Der ist aber derzeit noch nicht in Sicht.
28:26S appelez die Welt Jammer Frankreich!
28:27doctor r Jeśliитber
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