Skip to playerSkip to main content
  • 7 hours ago

Category

📺
TV
Transcript
00:00Also heute haben wir wirklich so ein Glück mit unseren Gästen wieder und so viele interessante
00:06Geschichten und genau so geht es jetzt weiter. Auch wenn sie gerade kurz überlegt hat, ob sie heute
00:10überhaupt noch dran kommt. Aber jetzt ist es soweit. Mit 18 bekommt sie ein Stipendium, ich wusste gar
00:17nicht, dass man das bekommen kann, für motivierte Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte. Mit 21
00:21hat sie angefangen Politikwissenschaften zu studieren, weil sie Politikerin werden wollte.
00:26Sie wollte sich für die Rechte der alleinerziehenden Mütter einsetzen. Dann hat sie beim Radio
00:30gearbeitet, einen Radiopreis gewonnen, Karriere gestartet und jetzt ist sie Entertainerin. Und
00:36inzwischen erreicht sie fast zwei Millionen Menschen über die sozialen Netzwerke und im
00:40Fernsehen natürlich sowieso. Herzlich willkommen heute bei uns Pashat Esmaeli.
00:49Also wir gucken ja auch gleich mal rein, was du schon alles gemacht hast. Du bist die Einzige
00:56hier in der Runde, wo dann die Fotos noch nicht so grob gepixelt sind wie bei uns, weil
01:00alles noch gar nicht so lange her ist. Aber wenn man dir mit 16 einem vielleicht, sage ich
01:05mal, nicht durchgehend glücklich stabilen 16-Jährigen gesagt hätte, du wirst irgendwann
01:12Entertainerin sein und so viele Menschen werden dich kennen, werden dir folgen und werden über
01:16dich lachen auch. Hättest du es geglaubt? Nein. Was hast du denn geglaubt, wo es hingeht?
01:20Ich dachte, allen Ernstes, dass ich wirklich in die Politik gehe und all das ermögliche,
01:25was meine Mutter als Alleinerziehende verpasst hat und ihr einfach die Türen öffne, weil
01:29ich habe gecheckt schon sehr früh in jungem Alter, dass Alleinerziehende nicht gesehen
01:33und nicht gehört werden. Aber jetzt hast du es auf beiden Schienen sozusagen parallel
01:37versucht. Du bist Entertainerin geworden und hast ein Buch über diese alleinerziehende
01:41Mutter und auch über dieses alleinerzogene Kind gemacht. Dazu kommen wir gleich.
01:45Jetzt gucken wir erst mal an, was du schon alles in deinem Leben gemacht hast. Das ist nämlich auch eine
01:48ganze Menge.
01:52Diese Frau kann Haltung und Unterhaltung. Schon als Kind zeigt sie, dass echtes Entertainment in ihr steckt.
01:59Von Offenbach aus erobert sie die ganze Welt der Medien. Durchbruch beim Radio, gekrönt mit dem Sieg des Deutschen Radiopreises.
02:07Hamburg, was geht ab hier? Vielen Dank, Dankeschön. Das war erster Anfang Hamburg.
02:14Und das stimmt. Weiter geht es für Sie mit einem unglaublichen Erfolg in den sozialen Medien. Auf ein Reel folgen
02:21Millionen Likes.
02:22Ich frage mich ehrlich, maximal, wenn ich eines Tages heiraten werde. Wer wird sich denken, wie kaputte ich? Ich will
02:28sie.
02:28Wie viel Aura kann ein geiles Outfit verlieren?
02:35Was ist denn das für ein Axel Mandala?
02:37Ich bin die Papalose mit den weirden Crushes. Guck mal, er. So. Er kommt von der Arbeit erschöpft und gleichzeitig
02:45auch so geladen nach Hause. Und du weißt, er braucht jetzt so ...
02:52Zwischen Kommunikation, Comedy und Content. Pashat Ismaili.
03:04Möchtest du jetzt gleich schon, willst du Sachen schon richtig stellen?
03:07Das mit der Schaufensterpuppe.
03:10Das ist halt einfach ... Das kam aus Amerika, der Trend. Und dieses Reel haben zwei Millionen Leute geliked. Und
03:16dann habe ich halt einfach mir so gedacht, ey, ich bin nicht die Einzige, die halt so in der Sportabteilung
03:19sich so denkt, ja, das ist ein muskulöses Geschoss.
03:24Und das hat so ein Muscle-Shirt an. Und ja, das ist halt ... Das kann man erklären. Also ich
03:28bin nicht ...
03:28Man kann alles erklären, absolut. Also wir haben es einfach so genommen, dass kommt.
03:33Wie ist es jetzt passiert, dass du nicht die Politikkarriere gemacht hast, sondern dass du gesagt hast, ich will doch
03:37entertainen? Weil du hast einmal gesagt, Entertainment rettet mich, ich schwöre es euch.
03:43Ja. Ich schwöre es auch wirklich mit ganzem Herzen. Weil es gibt einen Satz, den ich mir sehr gerne tätowieren
03:48lassen möchte. Und zwar, wir hatten ja heute auch das Thema Tragödie ganz viel.
03:51Und es ist kein Wunder, dass die Tragödie auf Komödie reimt. Und für die Politik bin ich einfach ein bisschen
03:57vielleicht zu emotional, sag ich dir ehrlich.
03:59Also ich kann jetzt nicht ... Ich saß da in der Uni-Seminar internationale Beziehungen und war ein bisschen geschockt
04:06darüber, wie alle das so nüchtern runterbrechen können, was alles auf der Welt passiert.
04:10Und da habe ich halt gesagt, Mutter, ich kann das nicht. Das geht nicht.
04:14Aber man kann ja beides miteinander verbinden. Ja, und das finde ich ja ... Also das versuche ich ja so
04:18zu machen.
04:19Natürlich immer zu wissen auch, hey, ich bin eigentlich Entertainer. Aber, weil das kam eben hier drin vor, Haltung und
04:25Unterhaltung gehören zusammen, glaube ich.
04:27Ich finde es aber ganz gut, jetzt erst mal eigentlich sich bekannt zu machen und dann vielleicht als bekanntes Gesicht
04:33dann noch mehr gehört zu werden.
04:34Mein Traum ist es, um ehrlich zu sein, also ich habe mir fest vorgenommen, wenn ich die Möglichkeit habe, eine
04:39Stiftung zu gründen für alleinerziehende Eltern, Väter, Mütter, irgendwie Partner an Land zu holen.
04:44Und weil ich weiß ja, ich habe ja viel recherchiert die letzten Jahre, auch als Kind habe ich mich ja
04:47damit beschäftigen müssen.
04:49Ich war damals auch total random sauer auf Angela Merkel, da war ich elf.
04:51Da habe ich einen Brief geschrieben an die SPD und an die CDU, warum meine Mutter so viel arbeiten muss
04:56und dachte, allen Ernstes, es erreicht jemanden.
04:58Und da habe ich mir damals geschworen, dass ich eines Tages wirklich auch so eine Stiftung gründen werde, die mich
05:03damals unterstützt hat für alle Alleinerziehenden.
05:06Weil ich weiß, es gibt die Hilfen, aber es ist immer noch Fakt, wenn ich jetzt richtig bin, de facto
05:10immer noch aktueller Stand, dass fast 40 Prozent der Alleinerziehenden armutsgefährdet sind.
05:16Das ist ein Riesenskandal, das darf nicht sein.
05:18Weil es noch immer so ist, dass die Kinder meist dann doch bei der Mutter leben und die Mutter natürlich
05:21meist immer noch nicht so ausgestanden ist.
05:23Und viele einfach damit wegkommen, dass Unterhalt nicht bezahlt wird. Das war ja bei meinem Vater auch so.
05:28Das Thema hatten wir jetzt gar nicht, aber ich probiere, promoviere tatsächlich gerade nebenbei.
05:33Und das Ziel ist tatsächlich, dass innerhalb von fünf Jahren wir einen großen Kapitalstock aufgebaut haben, sodass wir von den
05:40Kapitalerträgen dann auch leben können.
05:43Und wie gut, dass wir heute Abend in der Saison sitzen.
05:47Sehr gut, da wird sich viel ergeben.
05:48Also wir kommen zu deinem Buch, Papa weg, Mama müde, ich laut.
05:52Ein Bomben-Titel, wie ich finde.
05:54Dankeschön.
05:56Du warst ein einsames Kind. Du warst nicht alleine, aber du hast gesagt, deine Kindheit war nicht so, wie du
06:02sie dir vorgestellt hast.
06:04Ich habe mir immer gewünscht, ich hätte gerne eine Familie gehabt, die um 18 Uhr, so wie bei meinen Freundinnen,
06:09um 18 Uhr einfach,
06:10Mama ist zu Hause, Papa kommt gerade nach Hause, mein Bruder sitzt da und lernt irgendwie für eine Mathe-Klausur.
06:15Und wir sitzen einfach da und machen uns so ein Urkornbrot mit Butter und Bienenflüssigkeit.
06:21Weißt du, sowas habe ich mir einfach gewünscht gehabt.
06:23Aber es gab es halt damals nicht.
06:24Leider bin ich bei meiner Tante groß geworden.
06:27Meine Tante hatte ultra viele Schicksalsschläge und aufgewachsen in einer Familie, die viel mit Sehnsucht zu tun hat.
06:32Also Sehnsucht nach einer Heimat, dem Iran.
06:34Und ich habe als sechsjähriges Kind sehr schnell verstehen müssen, was erstens Scheidung bedeutet,
06:41zweitens das Wort Diaspora kannte ich auch schon mit sechs, mit fünf und sechs Jahren.
06:48Therapie, Generationstraumata, das sind alles Wörter, die haben in einem Wortschatz von einer sechsjährigen nichts zu suchen.
06:53Aber das war es.
06:54Aber ich bin auch froh darüber, weil ich sage dir ehrlich, Barbara, hätte ich das alles nicht erlebt,
06:58dann glaube ich, hätte ich niemals die Liebe zur Komödie entdeckt.
07:01Weil wir haben in der Familie uns schon immer gegenseitig entertaint, sonst hätten wir das alles nicht überlebt.
07:05Ich sage ja bis heute zu meiner Mutter, Mama, wie hast du das gemacht?
07:08Du bist hierher gekommen, du hast diese ultra krassen Koffer und hast nicht einmal nach deiner eigenen Mutter gerufen.
07:15Wie hast du das gemacht?
07:17Aber deine Mutter ist an deiner Seite und sozusagen geht den ganzen Weg jetzt mit dir.
07:23Oh ja, und sie mag es manchmal gar nicht.
07:25Und ist Protagonistin in dem Buch natürlich auch.
07:27Hattest du sie die ganze Zeit an deiner Seite oder hast du mit ihr dann, irgendwann hast du es ihr
07:32hingelegt und gesagt,
07:33hier, Mama, es geht auch ein bisschen um dich.
07:35Soll ich mal eine Sache ehrlich sagen, Leute?
07:37Sie hat mich vor der Sendung angerufen und hat gefragt, was willst du über mich erzählen?
07:42Das würde meine Mutter, glaube ich, auch fragen.
07:44Und da hast du gesagt, ach, du kommst mir am Rande vor.
07:46Ja, das Ding ist halt, meine Mama ist so das Gegenteil von mir.
07:49Sie ist so eine richtig introvertierte Maus, eine Lady.
07:52Sie niest und entschuldigt sich.
07:53Die würde sich jetzt bei euch allen entschuldigen, dass sie jetzt niesen musste.
07:56Also für sie ist es so ein, oder auch so, wenn ich mit Jogginghose rausgehe, ist es für sie so
07:59ein,
08:01wie kannst du mit Jogginghose rausgehen?
08:02Da hat sie aber eigentlich recht.
08:04Hey, was gibt auch so schöne Jogginghosen?
08:07Gibt aber auch wirklich hübsche und gepflegte Jogginghosen.
08:10Oder sie kann das Wort Sex nicht sagen.
08:12Sie sagt, hä, still, mächtig.
08:13Weißt du, das ist ganz anders.
08:14Und dann habe ich ihr gesagt, Mom, ich würde sehr gerne etwas über unsere Geschichte erzählen.
08:19Und zwar halt, also das Buchprojekt wäre auch fast nicht zustande gekommen.
08:22Also ich musste ein paar Mal mit ihr sprechen, weil sie kommt halt aus einer Kultur.
08:26Und gerade auch, weil sie eine Frau ist, sie hat das Gefühl, sie muss sich entschuldigen dafür,
08:30dass ich eine Alleinerzogene geworden bin.
08:32Aber sie konnte doch nichts dafür.
08:34Das ist einfach das Schicksal gewesen.
08:35Und für mich ist sie die heftigste Frau.
08:38Und ich habe ihr heute vorhin eben am Telefon wieder erklärt.
08:41Mama, wenn ich jetzt mit Barbara über dich spreche.
08:43Ja, nur Gutes.
08:44Ja, nur Liebe.
08:45Mama, wo ist die Kamera?
08:46Barbara, du bist, du bist krass, Mama.
08:48So, du bist heftig.
08:50Zwei Kinder haben alle, drei, drei, drei Minuten.
08:54Keine Unterschriftung.
08:56Kein Unterhalt, kein gar nichts.
08:58Und sie hat Überstunden gemacht und sie ist irgendwann mit der Zeit,
09:00es hat mich ja selbst erschrocken als Kind, wie auf einmal, wie sie alt geworden ist.
09:04Ich habe sie ja verpasst.
09:05Und jetzt leben wir seit drei Jahren wieder zusammen.
09:07Nein, wirklich?
09:08Ja.
09:08Holt ihr alles nach?
09:09Wir lernen uns gerade kennen, meine Mutter und Tisch.
09:11Also, ich könnte jetzt zum Beispiel nicht sagen, was ihre Lieblingsschauspielerin ist.
09:15Und das ist ein bisschen traurig.
09:16Oder wir hatten vor zwei Monaten die Erkenntnis, oder sie hatte die Erkenntnis,
09:20dass ich keine Tomaten mag.
09:22Das wusste sie gar nicht.
09:23Was heißt, sie wusste das nicht.
09:25Es ist halt alles an ihr vorbeigegangen.
09:26Ja, natürlich.
09:27Weil das, was halt auf dem Tisch lag während meiner Kindheit,
09:30waren halt Rechnungen, Briefe.
09:33Ich habe sofort verstanden, was abgeht, wenn ich zu Hause angekommen bin.
09:36Und das hat sie alles bemeistert.
09:37Aber wir haben jetzt keine Kastanienmännchen gebastelt.
09:39Also, sowas gab es halt dabei.
09:41Aber das holen wir alles nach jetzt.
09:42Und der Vater, der ist sozusagen davongekommen und musste nicht zahlen, wollte nicht zahlen.
09:49Es gab ja einige Vorfälle, die passiert sind oder einige Sachen,
09:52die es Ganze besser erklären könnten.
09:54Aber dieses Buch zu schreiben, dieser Entstehungsprozess, war ja auch schon crazy.
09:58Weil ich musste erst mal herausfinden, lebt der überhaupt?
10:00Also, ich musste da mit der Stadt telefonieren, herausfinden, gibt es eine Sterbeurkunde.
10:04Weil das, was wir immer noch juristisch bewahren müssen, in Anführungszeichen,
10:07ist sein Persönlichkeitsrecht.
10:09Das heißt, zum Beispiel in einem Kapitel, der Joker, da rede ich über den Joker, der mich als Kind besuchen
10:15kommt,
10:16während mein Vater in einem anderen Raum ist.
10:19Da checkt man, dass das, weißt du, also das hat halt, ne?
10:22Man checkt, als jetzt zum Beispiel der Joker das Bild meiner Mutter zerrissen hat.
10:27Das war natürlich nicht der Joker.
10:29Aber aus juristischen Gründen durfte ich auch nicht näher drauf eingehen.
10:32Okay, ich verstehe.
10:33Hast du noch Momente heute, obwohl du ja total bewusst das alles aufarbeitest und ja natürlich auch ganz viel heute
10:40verstehst und auch vergibst,
10:43die dich noch so triggern, wo du einfach noch immer sofort wieder zurückgeworfen bist?
10:48Meinst du, wo ich schon wieder so Papa, Kind ohne Papa werde?
10:50Ja, oder auch Kind ohne Familie und Abendbrottisch.
10:54Ich glaube, es gibt so einen Moment in meinem Leben, vor dem ich mich ein bisschen fürchte.
11:00Und eigentlich soll ja der Hochzeitstag der schönste Tag sein.
11:03Aber ich habe ja keinen Papa, der mich jetzt zum Alter begleiten wird.
11:06Das ist so ein bisschen, das ist das, was mich ein bisschen verletzt.
11:10Dann lässt du dich von deiner Mama finden.
11:11Ja, ich glaube auch.
11:12Besser kein Papa als einen falschen Papa.
11:14Das stimmt, da hast du recht.
11:15Finde ich.
11:19Also das kann die Mama übernehmen.
11:22Vor 35 Jahren ist deine Mama natürlich aus dem Iran gekommen.
11:27Hast du noch Familie im Iran?
11:29Ich frage aus aktuellem Anlass.
11:30Ja, alle machen uns große Sorgen.
11:32Ja.
11:32Also ich glaube, man sieht mir ein bisschen die Augenringe an.
11:35Es ist gerade viel los.
11:36Und vor allem auch, was ein bisschen, das Buch habe ich ja meinem Onkel gewidmet.
11:40Er ist ja ein sehr, sehr großer Freiheitskämpfer geworden, der leider in meinem Alter exekutiert
11:44worden ist.
11:44Und dann am 2.3. ist das Buch erschienen.
11:47Und dann auf einmal die Ereignisse, die parallel passiert sind, ist es wie, als hätten wir uns
11:51letzte Woche erst von ihm verabschieden müssen, von meinem Onkel.
11:53Also es ist alles ein bisschen, es ist gruselig, einen Haken auf WhatsApp die ganze Zeit
11:58zu sehen.
11:59Ja, es macht keinen Spaß.
12:02Also trotzdem bist du heute bei uns, was wir toll finden.
12:06Und Parshat ist unglaublich komisch, brutal ehrlich und hat keinerlei Probleme damit, sich
12:10verletzlich zu zeigen.
12:11Künstler Parshat und Parshat sind eine Person.
12:14Hat die Süddeutsche Zeitung über dich geschrieben.
12:18Wann hat die Süddeutsche Zeitung schon mal über jemand so was Wunderbares geschrieben?
12:22Stimmt das?
12:23Fühlst du dich da erkannt?
12:25Ja, ja, 100 Prozent.
12:26Also ich finde irgendwie...
12:26Ist das auch ein Geheimnis deines Erfolges, dass du echt bist und dass die Leute da in
12:32dein Herz gucken können?
12:33Also Eigenlupf stinkt jetzt.
12:34Ja, aber jetzt aber angebracht.
12:36Wann, wenn ich jetzt das kurz vor 12 machen?
12:38Also wir machen die ganze Zeit nichts anderes.
12:42Hau raus, hau raus.
12:44Ja.
12:46Ja.
12:48Deswegen lieben dich die Leute.
12:50Das ist das Tolle.
12:52Ich glaube einfach, ich habe auch keinen Bock, so, weißt du, jetzt irgendwie so ein bisschen
12:55anders zu...
12:55Also was soll ich denn machen?
12:56Weißt du, also wenn ich jetzt irgendwie die Pimpelpatches da auf dem Gesicht kleben
13:00habe, da sind sie halt drauf, weißt du?
13:01Oh mein Gott, ja, ich spreche schon wieder hessisch.
13:03Aber es ist halt dieses...
13:04Das kriegt man auch nicht raus, das hessische Babbeler, oder?
13:07Nee, bin ich auch gar nicht.
13:08Aber ich finde es toll, dass die Leute das so akzeptiert haben, weil eigentlich, ne, man wächst
13:13so ein bisschen auf in so Südhessen und dann auch ein bisschen mit
13:16einer etwas konservativeren Mutter, die dann sagt, was ist denn das für eine Jogginghose?
13:19Und dann auf einmal soll ich der Kleid...
13:21Hat sie das Kleid schon gesehen?
13:22Ja.
13:23Und sie meinte, bisschen nackt.
13:25Ich war so, warum?
13:26Ja, die Beine.
13:27Ich war so, nee, ist ja kein Problem.
13:28Ist ja ein Kleid.
13:29Ich bin sehr froh darüber, dass die Leute das so cool finden, dass ich einfach so sein
13:32kann, wie ich bin, so frei schnauze.
13:33Aber ist jetzt auch nicht etwas, was ich jetzt faken muss, was ja auch geil ist.
13:37Das kommt einfach raus.
13:38Aber weißt du, jetzt sind sie eben, finden sie es alle ganz geil.
13:41Aber als du damals gesagt hast, ich glaube, ich gehe jetzt doch auf die Bühne und ich weiß
13:44gar nicht, wie man das überhaupt hinkriegt.
13:46Rückblickend ist es einfach so schleierhaft, wie man es geschafft hat, den Sprung auf die
13:49Bühne letztendlich zu machen, oder?
13:51Da waren am Anfang ja nicht alle gleich hinter dir und haben gesagt, super, wir unterstützen
13:54dich.
13:54Nein, nein, nein, nein.
13:55Da gab es ja, also ich weiß nicht, ich habe damals mein erstes Video mit 300 Followern
13:58hochgeladen und auf einmal wurde ich ein Jahr lang nicht mehr zu Geburtstagen eingeladen
14:02von meinen Ängsten damals und das war halt schon sehr auffällig.
14:04Warum?
14:04Was war das denn für ein Video?
14:06Ich habe einen Disrap-Song...
14:07Warte mal, hast du es jetzt parat?
14:08Nein, wir haben es nicht da.
14:10Keine Sorgen.
14:10Oh mein Gott, ich wollte schon sagen, weil das Video habe ich schon sehr lange, schon
14:14vor langer Zeit runtergenommen, aber ich habe damals, wird mir das Herz gebrochen und dann
14:18habe ich halt ein Disrap geschrieben über den Typen, weißt du, aber der Typ ist ja...
14:21Was ist denn, ach, Disrap, okay.
14:23Ja, Disrap, aber so halt auf Comedy-Basis, weißt du, mit so einem Golfschläger, nicht mal
14:27ein Basie oder so, nee, es war ein Golfschläger, macht auch gar keinen Sinn, weißt du?
14:31In Offenbach, da schlägt man mit...
14:33Nicht mal in Offenbach, in meiner Kleinstadt, Großzimmern in Südhessen, da in Darmstadt in der
14:37Richtung, weißt du, Großzimmern, Großzimmern neben Kleinzimmern, Großumstadt und Kleinumstadt,
14:41also ich komme aus dieser Gegend hier, kennst du das?
14:43Ich weiß, wer da wohnt.
14:44Ah, ja, genau.
14:45Das verraten wir aber nicht.
14:47Nee, ich verraten wir aber nicht.
14:47Wer wohnt denn da?
14:49Eine Kollegin.
14:50Eine Kollegin.
14:51Wie heißt sie denn?
14:53Auf jeden Fall haben wir diesen Disrap geschrieben, also meine Freundin und ich und ich habe
14:57das performt, weißt du, und dann hat es halt so angefangen, aber da gab es nicht mehr
15:01so dieses Eingeladenwerden und dann auf einmal so typisch, ihr wisst ja, wie es ist.
15:06Drei Jahre später, ich wusste, aus dir wird immer was.
15:10Und dann waren auf einmal alle dabei und es ist so ein bisschen kotzig, aber es gehört
15:13dazu.
15:13Ja.
15:14Wo geht's hin?
15:16Was ist dein Plan?
15:17Weil ich meine, jetzt hast du, du hast ein Buch, du bist jetzt schon Autorin, am Ende
15:20wirst du noch Spiegel-Bestseller, weißt du, damit muss man ja rechnen jetzt nach dem heutigen
15:25Abend.
15:26Was?
15:28Hast du dir was vorgenommen, hast du Pläne oder bist du jemand, der einfach sagt, ich gehe durch
15:33die nächste offene Tür?
16:02Soll ich jetzt Werbung machen für mich oder das?
16:03Ja, wir haben vier Folgen gedreht, ich mache ja schon seit Jahren YouTube-Formate und dann
16:12auf einmal kam der Anruf, wie wär's wir machen aus dem ganzen Ding, was groß ist und ich
16:16war so wie, also was weiß ich, also wie ne?
16:18Also und dann hat ZDF gebimmelt, ZDF Neo, ja lass daraus eine richtige Gameshow machen.
16:23Und in dieser Show habe ich jetzt zum Beispiel, ich habe fünf Statistinnen und Statisten und
16:27ich muss denen zum Beispiel mit Kurt, musste ich Straftaten zuordnen innerhalb von kurzer
16:32Zeit, binnen von Sekunden oder Minuten.
16:33Und das ist halt einfach genial, dass mir so eine Chance gegeben wird und das ist auch
16:37ein bisschen Selbstheilung für Klein Pasi, die sich damals mit Entertainment gerettet
16:41hat und ich mache das heute als Job.
16:42Entertainment rettet, ich schwör's, sagt sie, Kasia, wir freuen uns, dass du da bist.
16:49Viele Grüße an Mama.
Comments

Recommended