Skip to playerSkip to main content
  • 21 hours ago

Category

📺
TV
Transcript
00:00:00.
00:00:00.
00:00:00.
00:00:00.
00:00:00.
00:00:00.
00:00:00.
00:00:00.
00:00:00.
00:00:00.
00:00:00.
00:00:00.
00:00:00.
00:00:01.
00:00:01.
00:00:01.
00:00:01.
00:00:01.
00:00:01.
00:00:01.
00:00:01.
00:00:01.
00:00:01.
00:00:02.
00:00:02.
00:00:02.
00:00:02.
00:00:02.
00:00:02.
00:00:02.
00:00:02.
00:00:02.
00:00:02.
00:00:02.
00:00:02.
00:00:03.
00:00:03.
00:00:03.
00:00:03.
00:00:03.
00:00:03.
00:00:03.
00:00:04.
00:00:04.
00:00:04.
00:00:04.
00:00:04.
00:00:04.
00:00:04.
00:00:04.
00:00:05.
00:00:05.
00:00:05.
00:00:05.
00:00:05.
00:00:05.
00:00:05.
00:00:05.
00:00:05.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:06.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:07.
00:00:08.
00:00:08.
00:00:08.
00:00:08.
00:00:08.
00:00:08.
00:00:08.
00:00:08.
00:00:08.
00:00:08.
00:00:09.
00:00:09.
00:00:09.
00:00:10.
00:00:10.
00:00:11.
00:00:11.
00:00:12.
00:00:24Am 1.
00:00:25November 1882 wurde der Name Theodor Hirneis als Hofküchenelewe in die Personalakte des
00:00:36bayerischen Obersthofmarschallstabes eingetragen.
00:00:42Vier Jahre lang gehörte ich der Hofhaltung eines ungewöhnlichen Königs an.
00:00:49Die Küchenjungen am Bayerischen Hof waren sehr gut behandelt, gut gehalten und
00:00:56wurden sorgfältig ausgebildet, denn wir sollten ja später mal die pensionierten
00:01:01Mundköche ersetzen. Tiefe Pflegung war reichlich, jeder von uns erhielt täglich
00:01:08ein Stück Fleisch und natürlich alles was dazugehörte und durfte sich das an einem
00:01:14eigenen Platz an dem großen Kochherd selber kochen.
00:01:19Gar nicht so schlecht für die damalige Zeit war die
00:01:22Baentschädigung in Lokow, das heißt am festen Ort wie München,
00:01:27erhielten wir im Tag 1,40 m und auf den Partien, und der König war ja monatelang
00:01:34unterwegs wie Jagdhütten oder hier im Linderhof, da waren es dann schon 2,16 m.
00:01:41Das war doch nicht schlecht.
00:01:44Man bedenkt, ein Ei hat einen Pfennig gekostet.
00:01:50Die Unterkunft war auch frei und sehr viel Gelegenheit für Geldausgaben haben wir ja hier im
00:01:56Schloss sowieso nicht gehabt, so dass ich am Ende eines Jahres immer eine ganz schöne
00:02:00Summe gespart hatte. Ich habe vom ersten Tag an gespart. Man will es ja später zu
00:02:06was bringen. Ich habe auch bald meinen freiwilligen
00:02:10einjährigen Examen gemacht und auch bestanden.
00:02:23den Schiff ausleutern.
00:02:24die Schiff ausgerufen sind, ja.
00:02:26die Schiff ausgericht.
00:02:30die Schiff ausgericht.
00:02:40die Schiff ausgericht.
00:02:53Yes, not quite as with the education and the relief of the accommodation.
00:03:00In the Münchner Residence were our rooms over the jetzigen Herculee-Saal under the
00:03:08of the old winter garden. This winter garden was a very special
00:03:13of the king's creation, a unique amount of huge amounts.
00:03:18He needed large, heavy wood construction,
00:03:22strong water-passions,
00:03:26and living trees and palm trees, especially palm trees.
00:03:30The king loved palm trees.
00:03:32And the to-do-do-do-do-do-do-do-do-do-do-do-do-do.
00:03:35She had a huge weight.
00:03:37She had to be removed after the death of the king's
00:03:40after the death of the king,
00:03:43because the walls were not built for it.
00:03:48As we had our house,
00:03:50the winter garden was still in full.
00:03:54Our beds were under the sea,
00:03:59which the king used for his gondelfarge.
00:04:03And somehow,
00:04:04the sea had to have a hole in the sea.
00:04:06Because it went down to us.
00:04:09So that we were only with the on-spanches
00:04:12into the back.
00:04:14Of course, if we had the Oberst Hofmeister
00:04:18the Schaden gemelded,
00:04:20then would have been there.
00:04:23Then would have been there.
00:04:25Maybe.
00:04:26Maybe.
00:04:27But our kitchen-junge,
00:04:30Murth,
00:04:31the reigned at that time not out.
00:04:35So it was the church.
00:04:45And that is the Schlossküche.
00:04:48The base of the Bayerian Hofküche
00:04:51was,
00:04:51compared to the Berliner Hof,
00:04:53the English-Deutsche cost more than the French-Gastronomie.
00:05:03And I believe,
00:05:05that the church of the Münchner Residence
00:05:08of the famous Vorbilders of the Kirche Napoleon,
00:05:12Bernard and Du Bois,
00:05:15and of the works,
00:05:16Brian Savarin,
00:05:17didn't need to stand up.
00:05:25He is still out of the Lilla-Kabinette.
00:05:30The richness of the spices,
00:05:32their delicious ingredients,
00:05:37were a joyous
00:05:40of the kitchen of his majesty.
00:05:42Because the big Hof-Tafels
00:05:44were not spared
00:05:46on Gänse-Leber-Pasteten,
00:05:48Austern,
00:05:49as weis-Deutsche,
00:05:50which it's been a long time,
00:05:51Cholenter-Rent-Dürrücken,
00:05:54Polyneser-Mastenten,
00:06:01Schildkröten-Fleisch,
00:06:03Langusten.
00:06:07This is a Gréchault from damals.
00:06:13Bald,
00:06:15nach der Einweisung,
00:06:18kam dann die Warnkunde.
00:06:20Ich lernte die Schränke und Behältnisse kennen,
00:06:24ihre Inhalte,
00:06:27den Unterschied zwischen Korinthen, Sultaninnen, Weinbäuerung.
00:06:31Die mussten immer sehr sorgfältig gewaschen werden
00:06:35und auf kleine Steinchen untersucht werden,
00:06:38genauso wie die Bohnen und die Erbsen.
00:06:41Hast du das verstanden?
00:06:43wurde ich gefragt.
00:06:44Ich hab gesagt, ja.
00:06:46So.
00:06:47Dann zeige ich, was du kannst.
00:06:50Dann haben sie noch ein Pfund Salz gegeben.
00:06:52Das hab ich dann natürlich auch ins Laubame.
00:06:54Wasser geschüttet,
00:06:57aber nicht nur, dass ich keine Steinchen gefunden hab,
00:07:00es war aber kein Salz mehr da.
00:07:04Naja.
00:07:05Über solche Niederlagen
00:07:07hat mich dann die Aussicht hinweg getröstet,
00:07:11dass ich mit meinen Nachfolgern auch so verfahren werde.
00:07:15Und ich blieb bei der Devise
00:07:19als Lehrling verlacht,
00:07:22als Meister geacht.
00:07:29Linderhof.
00:07:31Es ist draußen stockdunkle Nacht,
00:07:35aber das Schloss ist hell erleuchtet,
00:07:38der König kommt.
00:07:40Aus allen Fenstern strahlen die Kerzen in die Nacht hinaus.
00:07:44Und da sieht man ja schon den Spitzenreiter mit der Laterne.
00:07:48Dann kommen die Schwolischees in die Paradeuniformen
00:07:51und gezogen von einem Viererzug
00:07:53die Rokoko-Karossen mit dem König drin.
00:07:56Der König fährt vor,
00:07:57Schlag auf, Treppel runter,
00:07:59der König steigt aus.
00:08:01Ich war da herinnen im Westebühl
00:08:03und hab nimmer verschwinden können
00:08:05und bin da her.
00:08:08Der König betritt sein Schloss.
00:08:10Groß, stattlich, schön, blass.
00:08:18Eine geisterhafte Erscheinung
00:08:21mit großen, dunklen, aber unheimlich leuchtenden Augen.
00:08:27Ein rätselhafter König.
00:08:30So hab ich ihn zum ersten Mal gesehen.
00:08:36Er hat sich das Vestibül angeschaut
00:08:39und dann den Ludwig XIV. gegrüßt.
00:08:44Der war sein Vorbild.
00:08:46Dann hat er diese Säule umarmt.
00:08:51Er hat gedacht, er wär allein.
00:08:55Ja, da wär ja keine Stunde länger.
00:08:57Er hätte da herinbleiben dürfen,
00:08:59wenn der mich entdeckt hätte.
00:09:03Aber ich war schon sehr beeindruckt
00:09:06von dem königlichen Gefühl.
00:09:09Und ich war der einzige Zeuge.
00:09:20Gegen viele seiner Hakelungen und Entschlüsse
00:09:23wurde immer Sturm gelaufen.
00:09:25Aber wenn die Rede auf seine Persönlichkeit kam,
00:09:28da waren sie sich alle einig.
00:09:31Ein Monarch, wie er vollendeter nicht zu träumen war.
00:09:36Das Märchenbild von einem König.
00:09:39Ich wüsste keinen Vergleich in unseren Tagen,
00:09:43um das Glücksgefühl zu schildern,
00:09:47das ich empfand, als ich gehört habe,
00:09:50dass ich für diese hohe Persönlichkeit arbeiten dürfte.
00:09:56Wenn ich mir vorstelle,
00:09:59Küchenangestellter bei einem Staatspräsidenten
00:10:04der Zonger-Kurde-Stellung.
00:10:05Aber ein magerer Vergleich
00:10:09zu dem Glanz und Schimmer dieser Krone,
00:10:13in ihrem Umkreis sich bewegen zu dürfen,
00:10:17das ist Glück.
00:10:30Dieses Glücksgefühl hat mich natürlich nicht gehindert,
00:10:34mit Neugierde meine neue Umgebung zu studieren.
00:10:37Und das Hauptobjekt dieser Neugierde war natürlich der König.
00:10:42Damals habe ich auch noch geglaubt, man würde ihm so jeden Tag begegnen.
00:10:47Das Erste, was man mir beigebracht hat,
00:10:50war mein Verhalten der Majestät gegenüber bei einer eventuellen Begegnung.
00:10:55Der Maier hat mir das beigebracht.
00:10:58Erstes Gebot war, nähert sich seine Majestät,
00:11:01so hat man eine gebückte Haltung einzunehmen.
00:11:04So.
00:11:06Die Arme dann nach unten, Kopf nach unten.
00:11:10So.
00:11:11Und in dieser Stellung muss man warten,
00:11:14bis man angesprochen oder gewürdigt wurde.
00:11:18Gewürdigt war man, wenn der König überhaupt bemerkt hat,
00:11:22dass man da ist.
00:11:24Mich hat er, glaube ich, fünf- oder sechsmal gewürdigt.
00:11:28Natürlich war es ganz unmöglich,
00:11:30den König von sich aus anzusprechen oder auch anzublicken.
00:11:37Ja, das hätte man uns ja sowieso nicht getraut.
00:11:40Später, als sich die Menschenscheu des Königs noch steigerte,
00:11:43hat er dann das chinesische Hofzeremonial eingeführt.
00:11:46Das schreibt vor, dass man sich seiner Majestät
00:11:50nur kriechend auf allen Vieren nähern darf.
00:11:54Genauso kriechend,
00:11:55hat man sich natürlich auch wieder zurückbewegen müssen.
00:11:58Also wie ein Krebs.
00:12:01Ich habe es damals vermieden,
00:12:04seiner Majestät zu begegnen
00:12:06und bin halt von Türen und Fenstern ferngeblieben,
00:12:10auch vom Vorplatz.
00:12:18Über das Essen hat sich der König sehr selten geäußert.
00:12:22Und es war deshalb nicht leicht,
00:12:24den Geschmack seiner Majestät zu treffen.
00:12:26Auch hat sich der Geschmack und der Appetit
00:12:30natürlich sehr nach der jeweiligen Laune gerichtet.
00:12:33Man hat auch immer Rücksicht nehmen müssen
00:12:35auf die schlechten Zähne der Majestät.
00:12:39Und deshalb hat man alles sehr weich und sehr flockig zubereitet.
00:12:44Nur in Suppen, da war die Auswahl ziemlich unbeschränkt.
00:12:49Braune Konsume mit Einlagen aller Art,
00:12:52Reis, Fadennudel, Schinkenröllchen, Leberspätzl.
00:12:55Dann die sogenannte gebundene Suppe, Wildpüree-Suppe,
00:12:59die Creme à la Rhin, Chicorée-Suppe, Ochsenschweif-Suppe,
00:13:03aber auch eine schöne Brotsuppe.
00:13:06Aber nicht so, wie es bei den Bauern gemacht werden.
00:13:08Nein, nein, die haben wir schon passiert,
00:13:11mit Eigelb oder mit Rahm legiert
00:13:13oder mit einem verlorenen Ei serviert.
00:13:17Sehr oft hat der König einen Fisch bekommen,
00:13:20Forellensitzungenfilets in Weinsauce
00:13:21oder gebacken mit Kräuterbutter
00:13:23oder Sauce Remoulade.
00:13:26Und dann hat man meistens
00:13:27ein schönes Stück Rindfleisch folgen lassen.
00:13:31Meistens war es ein Rostbüff,
00:13:33das man so einige Stunden gekocht hat,
00:13:37schön zusammengebunden
00:13:38und dann in vier fingerdicken Scheiben serviert hat.
00:13:43Sehr gern hat er eine Klopse gegessen,
00:13:46fein haschierte Kolbskotelette
00:13:47mit Champignons und Kartoffelbrei
00:13:49oder feine Omelette gefüllt mit Spargelspitzen
00:13:54oder geräucherte Ochsenzunge.
00:13:57Und im Frühjahr, da hat seine Majestät
00:13:59ganz besonders Kiebitz- oder Möweneier geliebt.
00:14:03Die Kiebitzeier, die kocht man so fünf Minuten
00:14:07und serviert sie dann durchgeschnitten in der Schale
00:14:11mit frischer, feiner Butter.
00:14:14Der König hat ihnen dann nur das Gelbe, den Dotter ausgestochen
00:14:19und das Weiße, das hat er liegen lassen.
00:14:22Trinker war der König, kein großer.
00:14:25Hohe Herrschaften lieben mehr die Qualität
00:14:29als die Quantität der Weine.
00:14:32Aber wie gesagt, das Zahnleiden des Königs
00:14:35war uns von der Küche ja wohl am besten bekannt.
00:14:38Schon mit 25 Jahren konnte seine Majestät
00:14:41nichts mehr abbeißen.
00:14:43Und irgendwie war es beruhigend für mich,
00:14:47dass auch er Schmerzen erleiden musste,
00:14:50wie jeder von uns.
00:14:51Später, zu meiner Zeit, war der König dann fast ganz zahnlos.
00:14:56Er hat sich ja auch immer ein parfümiertes Spitzen-Taschentuch
00:14:59vor den Mund gehalten und die Leute von sich entfernt.
00:15:03Ich lasse Ihnen das größte Zimmer im Schloss,
00:15:05das Schlafzimmer des Königs.
00:15:07Das ist wieder eine Kopie nach dem Schlafzimmer
00:15:11von Ludwig XIV. von Frankreich,
00:15:14den Sie hier verewigt ziehen,
00:15:16über der Türe hier auf diesem Bett.
00:15:18Beim Abendempfang, Couché,
00:15:21und gegenüber dann beim sogenannten Levi, dem Morgenempfang.
00:15:25Ludwig XIV. hatte immer die Angewohnheit,
00:15:28dass er seinen gesamten Hofstaat um sein Bett versammelte.
00:15:32Am Morgen und am Abend.
00:15:34Sie können es ja hier sehr schön erkennen
00:15:36auf diesen beiden Bissern.
00:15:37Und links und rechts zu beiden Seiten vom Bett
00:15:40sehr wertvolle Gold-Applikationsarbeit.
00:15:43Alles erhaben gestickt, also plastisch gearbeitet.
00:15:46Mit 22 rätigen Goldfarben.
00:15:49In jahrelanger Arbeit von der Münchner Firma Joros geschaffen.
00:15:54Wurden zuerst Holzmodelle gemacht
00:15:56und dann über das Holz gestickt.
00:15:59Und dieser Lüster hier, das war einer der Höhepunkte
00:16:01im gesamten Schloss aus böhmischem Kristallglas gefertigt.
00:16:06Glas aus Gablons.
00:16:08Und in Wien dann verarbeitet von der Firma Lobmeyer.
00:16:11Der hat ein Gewicht von einer halben Tonne,
00:16:14also 10 Zentner, und 108 Kerzen.
00:16:19Wurde in einmaliger Ausgabe angefertigt.
00:16:22Das Modell wurde anschließend vernichtet,
00:16:24um eine Nachahmung auszuschließen,
00:16:27damit es auch einmalig bleibt.
00:16:28Der König arbeitete nachts und schlief am Tag.
00:16:32Er hielt seine Ruhezeit genau ein.
00:16:35Sie betrug 9 Stunden und 40 Minuten.
00:16:38Der erste Diener musste den König einschließen
00:16:42und die Schlüssel mitnehmen.
00:16:47Am nächsten Tag musste er ins Zimmer kommen,
00:16:51die Vorhänge öffnen, Licht machen und eine Tasse Tee bringen.
00:16:57Dann erfolgte eine tiefe Verbeugung als Morgengruß.
00:17:01Der König steigt aus dem Bett, trinkt einen Tee und geht ins Bad.
00:17:08Er hielt sehr viel auf Reinlichkeit.
00:17:16Während der Zeit hat eine Aufwärterin das Bett neu bezogen.
00:17:23Die Frau durfte, wenn der König nach einer halben Stunde aus dem Bad zurückkam,
00:17:28nicht mehr im Raum sein.
00:17:30Der König liebte keine weibliche Bedienung.
00:17:33Der Diener Rutz hat ihn mit zwei Frottiertüchern empfangen.
00:17:37Das Ankleiden war wie überall, nur musste man beim König sehr darauf achten,
00:17:42dass die beiden Enden der schwarzen Krawatte immer gleich lang waren.
00:17:49Dann bekam die Majestät ein weißes, parfümiertes Spitzentuch
00:17:54und wenn alles in Ordnung war, nickte sie.
00:17:58Dann kam zuletzt der Hoffrisseur Hoppe, ein sehr wichtiger Mann.
00:18:05Der musste seine Arbeit schweigend verrichten.
00:18:08Er hat nicht reden dürfen.
00:18:10Das ist für einen Frisseur natürlich eine sehr, sehr schwere Sache.
00:18:14Dann ein stilles Morgengebet.
00:18:17Da wollte der König allein sein.
00:18:20Das Bad war zu seiner Zeit natürlich viel prächtiger.
00:18:25Es war genauso wie hier.
00:18:27Alles mit blauem Samt ausgeschlagen.
00:18:31Nachdem die Toilette beendet war, kam das Frühstück.
00:18:35Es bestand aus Tee, Kaffee, Butter, Marmelade, Eier, Gebäck und Semmel.
00:18:42Das Frühstück dauerte meistens eine gute Stunde.
00:18:44Dann hat der König eine halbe Stunde Ausfahrt gemacht,
00:18:48dann eine halbe Stunde Spaziergang
00:18:49und dann hat er seine Zeitungsausschnitte gelesen.
00:18:53Diese kamen immer aus München.
00:18:55Eine ganze Zeitung haben wir eigentlich nie gehabt.
00:19:02Manchmal kamen Regierungsangelegenheiten heraus.
00:19:06Zweimal die Woche.
00:19:08Die waren aber nicht sehr wesentlich.
00:19:16Die Zeit bis zur Mittagstafel, abends, 7.30 Uhr,
00:19:22verbrachte der König mit Lesen seiner Literatur,
00:19:25die zur Hälfte aus französischen Werken bestanden.
00:19:31Während der Tafel wurde das Tischlein decklich nicht eingesetzt.
00:19:35Es kam hinauf, bevor der König Platz genommen hat
00:19:38und kam wieder herunter, nachdem seine Majestät gespeist hatte.
00:19:43Zwischen die Gänge hat man es nicht gemacht,
00:19:45weil da hätte er oben immer aufstehen müssen.
00:19:48Das Soupé war einfacher.
00:19:51Acht bis neun Gänge.
00:19:53Und es wurde auch vorgekocht, sodass ich als Küchenjunge
00:19:57es nur mehr auf den Rechots da aufwärmen musste.
00:20:03Nach der Hauptmahlzeit hielt sich der König meistens in seinen Räumen auf.
00:20:08Selten im Freien.
00:20:10Er zeichnete, skizzierte oder diktierte Schlossbauangelegenheiten.
00:20:18Das Menü hat der König meistens aus der Speisenkarte erfahren.
00:20:23Die hab ich oft geschrieben in Französisch.
00:20:26Viele davon sind heute Museen.
00:20:28Die Links neben der Suppenangabe war der Name des Diensthabens Mundkochs.
00:20:33Das war der Platz seiner Majestät.
00:20:39Einmal war ich gerade dabei, hier das Tischlein Deckdich
00:20:42für vier Herrschaften zu legen.
00:20:45Der Blumenstrauß, der war damals nicht da.
00:20:47Der war hinten auf dem Kamin beim Essen.
00:20:50Als ich aus dem Koblenzimmer, durch den blauen Salon,
00:20:54plötzlich die königlichen Schritte hörte.
00:20:57Der König ist auf dem Tisch zu, hat die Speiskarte genommen,
00:21:00hat gelesen und hat gefragt,
00:21:02Filets à la Almond, was ist das?
00:21:06Ich hab gesagt, Majestät, das ist das zarteste Stückchen vom Kalb
00:21:10direkt unter dem Rücken.
00:21:13So.
00:21:13Dann wollte er weiter wissen.
00:21:15Da hab ich das erste Mal seine Stimme gehört.
00:21:17Da war ich noch nicht lang bei Hof.
00:21:18Der hat so ein bisschen gepresst, hat er gesprochen.
00:21:25Aber ein sehr angenehmes Organ und reinstes Hochdeutsch.
00:21:30Dann wollte er wissen, warum heißen die Almond diese Filets?
00:21:34Dann hab ich gesagt, Majestät, weil sie in den deutschen Landesfarben
00:21:39mit schwarzer Trüffel, weißem Speck und roter Zunge gespickt sind.
00:21:44Dann hat er genickt.
00:21:45Und dann plötzlich wollte er wissen, gibt es diese Filets auch à la Bavière?
00:21:51Aber das musste ich verneinen, weil da hätten wir ja bayerisch-blau dazu gebracht
00:21:56und blau gibt es in Espa nicht.
00:21:59Dann hat sich der König wieder seinen Gästen zugewandt.
00:22:03Also diese Gäste waren ja nicht immer da nur zu ganz besonderen Anlässen.
00:22:08Meistens waren es drei Damen vom französischen Hof.
00:22:12Die Pompadour, dann die, die Du Barry.
00:22:16Ja, der König, der hat die schönsten Damen gehabt.
00:22:20Die andere hat Mentenon oder so ähnlich geheißen, aber die war nicht so oft da.
00:22:24Der König hat charmant mit den Damen geplaudert,
00:22:28hat ihn zugetrunken, zugelächelt.
00:22:31Es wurden ihnen auch Speisen aufgelegt,
00:22:33aber gegessen haben die Damen nichts, denn sie waren eingebildet.
00:22:36Also der König hat sie sich halt eingebildet.
00:22:40Na, sie waren Produkte seiner Fantasie.
00:22:43Doch sehr praktisch. Damen einladen, die nichts reden können,
00:22:47weil sie nicht da sind. Sehr praktisch.
00:22:54Nachher zog man sich dann gelegentlich hier in den Spiegelsaal zurück.
00:22:59Zu diesen kleinen, intimen Einladungen wurde auch oft das berühmte goldene Service benutzt mit den goldenen Tellern.
00:23:08In Herrn Kimse auch, aber da war ich weniger dabei.
00:23:11Als nach dem Tod Ludwigs diese goldenen Teller in Fürstnerried beim Otto aufgetaucht sind und er sie gesehen hat,
00:23:20da hat er sofort gesagt, nun müsst ihr aber Majestät zu mir sagen.
00:23:31Der Otto hat sich in Fürstnerried überhaupt niemand zum Essen eingeladen.
00:23:37Er war so ein Blonder mit so einem verwilderten Ziegelbart.
00:23:43Der König hat er eigentlich nicht ausgeschaut.
00:23:48Manchmal hat er noch Ansprachen und Reden gehalten an seinem Volk.
00:23:54Im Park.
00:23:57Aber wir waren ja jetzt noch hier, in Linderhof.
00:24:04Und wir haben zu tun gehabt mit unserer Majestät.
00:24:08Die war gar nicht so einfach.
00:24:15Wenn der König da oben speisen wollte, da gab es immer Aufregung.
00:24:19Nicht nur, dass die Speisen im richtigen Moment vom Herd weg,
00:24:25teils fertig, teils halbfertig, gut eingepackt werden mussten.
00:24:31Und dann in große, flache Körbe verpackt werden mussten.
00:24:37Und dann ...
00:24:40... hatten sie ihn aufgeschafft.
00:24:44Neun bis zwölf Gänge.
00:24:47Das hätte ja keine Schwierigkeiten gehabt,
00:24:50wenn der Wunsch seiner Majestät
00:24:53nicht immer erst im letzten Moment bekannt gegeben worden wäre.
00:24:58Natürlich hatte sich auch das Diner
00:25:01und die Zusammenstellung nach der jeweiligen Örtlichkeit zu richten.
00:25:13Das Anrichten der Speisen auf den Kristallschalen und Goldschüsseln,
00:25:20das Dekorieren der Tafelaufsätze war natürlich hier oben besonders diffusil.
00:25:24Und in dieser Küche kein Licht reicht.
00:25:29Ein Personalentgangesziel.
00:25:31Da macht sich niemand Gedanken.
00:25:38Aber eine Unmöglichkeit hat es für den König nicht gegeben.
00:25:42Hallo? Hallo?
00:25:47Ja, warum machst du denn nicht auf, Frau Müller?
00:25:49Ja, hätten sie halt leid.
00:25:53Die Befehle des Königs mussten ohne Widerspruch durchgeführt werden.
00:25:59Er hatte kein Verständnis für unsere Schwierigkeiten.
00:26:04Der dauernde Platzwechsel für die Dineres.
00:26:09Die Primitivität der Jagdhütten mit den kleinen Öfen.
00:26:14Die dauernde Änderung der Essenszeiten.
00:26:17Die ständige Nachtarbeit, der Kerzenlicht.
00:26:22Für den König war die Küche eine unangenehme,
00:26:26aber notwendige Unterbrechung seiner geistigen Beschäftigung.
00:26:45Er lobte sie nicht und er tadelte sie nicht.
00:26:49An besonders hohen Feiertagen, an Weihnachten,
00:26:53an seinem Geburtstag oder Namenstag,
00:26:56da war der Kreis der Beschenkten immer ganz besonders groß.
00:27:01Alle, alle haben was gekriegt.
00:27:05Alle. Nur mehr nicht.
00:27:09Nichts.
00:27:11Nichts.
00:27:12Und der König verteilte seine Gaben mit großer Huld.
00:27:23Aber mir von der Küche nix.
00:27:28Keine Bargratifikation oder Anerkennung.
00:27:34Oder Andenken.
00:27:39Trotzdem,
00:27:41wir liebten unseren König vom ersten Hofkoch
00:27:45bis zur letzten Putzfrau.
00:27:52Gern hätten wir ihm manchmal Sonderwünsche erfüllt.
00:27:56So Klüstel, die nicht auf der Speisenkarte standen.
00:28:00Feine Hummermayonnaise.
00:28:03Kalbskopf an Tochtue.
00:28:05Mit Trüffel, Scheiben, Champignons.
00:28:09Gebackenem Fleurons.
00:28:11Das sind diese kleinen Halbmunderl oder das Blätterteig.
00:28:14Oder Schnäpfenpastete.
00:28:17Omelette Surprise.
00:28:19Soufflé.
00:28:21Mei, mit einem Omelette.
00:28:21Da ist einmal was passiert.
00:28:23Und wer diese Difficilität dieser Speise kennt,
00:28:27die ist nicht ganz pünktlich auf den Tisch
00:28:31seiner Majestät gekommen.
00:28:32Und wie es dann endlich da war,
00:28:35da ist er aufgestanden und hat gesagt,
00:28:37ich mag nicht mehr.
00:28:44Nach dem Abservieren konnte ich manchmal
00:28:48ihn beobachten, wie er da unten am See
00:28:54sich in seiner goldenen Muschel
00:28:57hat herumrudern lassen.
00:28:59Das sah gespenstisch aus.
00:29:04Auf die Idee, dass er krank war,
00:29:08bin ich eigentlich damals nicht gekommen,
00:29:11aber es tauchten doch Befürchtungen auf,
00:29:16ob sich seine Fantasie noch an der Grenze des Normalen bewegte.
00:29:23Später bin ich oft gefragt worden,
00:29:26ob der König ein besonderer Feinschmecker war.
00:29:30Wichtiger als die eigentliche Speisenzubereitung
00:29:33war ihm die Inszenierung, der äußere Rahmen.
00:29:37Und so saß er dann ganz allein vor den Terra-Alba-Sockeln,
00:29:42auf denen Langusten und Hummer dressiert waren.
00:29:46Und um allegorische Figuren aus Tragant
00:29:48gruppierten sich bekannte Aspiks mit Gänseleber-Parfait
00:29:52und einem marmorierten Füllhörter.
00:29:54Nach dem Dinné haben wir dann alles wieder hinuntergebracht.
00:30:03Und meistens lag dann schon das Graswangtal im Morgennäbel.
00:30:14Wir haben ja noch andere Ausflugsorte gehabt,
00:30:17zum Beispiel den maurischen Pavillon,
00:30:20in denen der König seine nächtlichen Tage verbracht hat.
00:30:27Jedes Ausflugsziel hat natürlich seine kleinen Besonderheiten gehabt,
00:30:32was Speisenfolge und Kedeck betraf.
00:30:35Dazu wurden umfangreiche Notizbücher geführt,
00:30:39die immer sehr sorgfältig studiert werden mussten.
00:30:42Hier im marokkanischen Pavillon gab es Pyramidenbohle und Feilchenbohle.
00:30:49Die Pyramidenbohle hatte Ananasgeschmack.
00:30:53Dazu gab es Datteltörtchen.
00:30:56Die Feilchenbohle bestand aus eingeweichten Feilchenwurzeln, Insekt.
00:31:03Dazu wurden kleine Petifours gereicht,
00:31:06die zierlich mit kantierten Feilchenblüten belegt waren.
00:31:17In der Mitte Jagdrasil, die alles überragende riesige Weltesche.
00:31:24Aus natürlicher, gewachsener Buche.
00:31:27Der Stamm, so dick, dass sie drei Germanen mit Mühe umfassen können.
00:31:32In der Hofoper, extra angefertigt, aus Papier, Holz und Papertickel.
00:31:38Im Stamm der Schwert Hundings, daher der Name Hundinghütte.
00:31:44Um die Weltesche, Bärenfelle, das nett und gemütlich für den König wird.
00:31:49An dieser Wand Bänke und schwere Eichentafeln für den König.
00:31:56Hier die Keller für den Meht- und für Beernschinken, Rentierschinken.
00:32:03Auch für Heizung und sonstige Vorräte.
00:32:08Hier die offene Feuerstelle mit dem Mähkessel, dahinter meine Küche.
00:32:13Die war ganz klein, weil große Tinnés hat man ja hier nicht gegeben.
00:32:17Ah, das war die Esche, die eine Linde war.
00:32:22Zwei kleine Kabinette an dieser Wand.
00:32:26Eines für seine Majestät, zum Ausruhen.
00:32:29Im anderen hat der Hoppe die Schwolischés so als Germanen umgezogen und eingekleidet.
00:32:36Das Ganze überdacht von einem massiven Eichendach mit Moos drauf und Steinen.
00:32:41Ein schweres Eichentor mit Aussicht auf den idyllischen See mit Schwan und Einbaum.
00:32:51Der See ganz ausgeschlagen mit Kupfer.
00:32:57Hier in der Hundinghütte waren im Jahr zwei große Feste.
00:33:00Ein Dienerfest und dann ein großes Germanenfest mit dem König, so in der Sonnenwende.
00:33:08Wochenlang wurde das vorbereitet.
00:33:11Der Stallmeister Hornig, der hat unter die Schwolischés solche Germanen rausgesurft.
00:33:16Die sind dann vom Hoppe und in der Oper von einem Tanzmeister ausgebildert worden.
00:33:22So in Germanen-Tänze und auch Gesänge haben sie gelernt.
00:33:25Lebende Bilder, so aus der germanischen Sagenwelt.
00:33:30Und nach den Bildern da in der Schwanzstein oben im Sängersaal der Hundinghütte.
00:33:34Ja, ich hab die vergessen, die Leute.
00:33:37Ich hab in der Zeit hauptsächlich den Met gebraut.
00:33:41Der Met.
00:33:43Zum Met nehmen Sie sechs Teile Wasser,
00:33:47ein Teil feinsten bayerischen Malttonik.
00:33:49Das Ganze kochen Sie auf mit Zimt, Muskatnuss, Muskatblüte und eine halbe Pomeranzenschale.
00:33:58Nach Erkalten füllen in eine Gärflasche und dann lagern im Gärkeller da unten.
00:34:05So ungefähr trinkfertig nach fünf Wochen.
00:34:07Für den König haben wir den Met natürlich verfeinert mit rumänischen Rosenblättern.
00:34:12Aber die Germanen, die haben schon auch gemeldet.
00:34:15Also die Wirkung vom Met ist unheimlich, nach zwei Stunden.
00:34:20Die sind raus und hinter die Bank sind hinter.
00:34:24Ich war nie ein Germaner.
00:34:27Schon wie ich zum König bin,
00:34:30da haben sie daheim gesagt,
00:34:31Buh, nicht auffallen.
00:34:41Das waren doch keine Orgien, wie die Kolpateure dann nachher geschrieben haben.
00:34:47Manchmal ist der König auch dann allein zu stillen Stunden heraus.
00:34:54Einmal hat er den Huber und den Ostauer mitgenommen, das waren also besonders schöne Schwalischees.
00:35:00Die haben diese weißen Rehlederhosen angehabt, die man überhaupt noch feucht hat anziehen können.
00:35:06Die sind da trocken, ganz eng war.
00:35:08Da hab ich Mokka serviert und Hollerkirche, weil Holler ist ja auch was, Holunder ist ja auch was Germanisches.
00:35:19Und den Schlagraum hab ich in ein silbernes Gefäß, das war wie ein kleiner Hirsch getan,
00:35:25und ein Puderzug in eine kleine Eule, die hat oben ein Kopflöcher gehabt.
00:35:30Und dann ist der König hinaus, hat sich an der Hand genommen, die zwei,
00:35:37und ist mit ihnen in den See gegangen.
00:35:40Das hab ich gesehen, ich war da hinten.
00:35:42Und das war doch keine Orgel.
00:35:49Dann, wenn der Nebel gekommen ist, in der Früh,
00:35:54ist er hinter in die Klause des Gornemanns gegangen, in die Einsamkeit.
00:36:03Da hat er dann Buse getan.
00:36:09Wenn der König hier weilte, dann haben natürlich überall Blumen blühen müssen.
00:36:15Und wo nix blüht hat, da hat der Hofgärtner Rasenstücke mit blühenden Blumen eingepflanzt.
00:36:22Im Frühjahr wollte der König auch eine Karfreitagswiese,
00:36:27und da ist der Schnee dann weggekommen und es wurden aus dem Treibhaus einfach Frühlingsblumen eingepflanzt.
00:36:35Da haben die Hirsche schon gewartet drum.
00:36:38Aber die durften nichts fressen, da haben wir schon aufgepasst.
00:36:43Erst, wenn der König hinten war, in seiner Buse, da war es erlaubt,
00:36:50denn da herrschte der absolute Karfreitagsfriede.
00:36:58Herrschaft, nein, das Wetter war damals auch ganz anders.
00:37:01Ich kann mich nicht erinnern, dass es einmal nur geringt hat, wenn wir da waren.
00:37:16Ja, wenn ein König auf den Berg steigt, da ist schon was los.
00:37:21Da braucht man 20 bis 30 kräftige Männer.
00:37:24Das waren die Leibträger, die anderen waren Eingeborene aus der Gegend.
00:37:28Für die war es eine große Ehre, wenn sie viele König haben tragen dürfen.
00:37:32Die Leibträger haben die feine Wäsche für den König getragen,
00:37:38dann die Bergkostüme, Toilettartikel, die Pläne für Schlösser, die noch gar nicht gebaut waren,
00:37:45und viel Literatur.
00:37:46Und die anderen, Tafelsilber, Geschirr, das befohlen war für besondere Gedenktage,
00:37:53und der türkische Gewänder für den Schachen oben, das hat man immer gebraucht.
00:37:59Da unten, die Alm, das ist die Wettersteinalm, die war die Talstation.
00:38:06Da sind die Träger beladen worden, und der König ist da umgestiegen in sein zweiräderiges Bergwagerl.
00:38:13In einem eigens konstruierten Bergwagen sind die schwereren Sachen transportiert worden,
00:38:19das Bier, Küchengeschirr oder die Badewanne für den König.
00:38:25Das ist schon ein neuer Weg darauf.
00:38:28Wir sind den, das ist der alte Weg.
00:38:31Der Zanders, der hat diese ganze Expedition geleitet, der hat unheimliche Angst gehabt.
00:38:37Die Küche folgte dann.
00:38:41Der diensthabende Mundkoch und meine Wenigkeit getragen haben ja nichts.
00:38:45Das haben die Träger besorgt.
00:38:47Der König ist ja erst später gekommen in einem Ponywagerl.
00:38:53Hinten nach sein Liebling, der Ralf, den hat er aus dem Wagerl raus mit Zucker gefüttert.
00:38:59Ja, dem Ralf, den haben wir ja oben am Schachen,
00:39:02haben wir dem ein großes Diner vor dem Schachen decken müssen.
00:39:06Aber der war ja unheimlich wild, der hat ja den ganzen Tisch umgeworfen.
00:39:18Ja, wenn Sie Ihnen vorstellen, so als Empfangsmenü,
00:39:22Diner für den König, nach der Suppe eine kleine Vorspeise,
00:39:27Pastetchen oder Muscheln gratiniert,
00:39:30dann gesottenes Ochsenfleisch, das hat seine Majestät ja sehr, sehr gern gegessen,
00:39:34das haben wir zu jedem Diner gekocht mit Gemüsen,
00:39:38dann eine kleine Zwischenmahlzeit,
00:39:42Lammkotelettchen mit Kastanienpüree oder Hühnerfrikassee,
00:39:45dann was Herzhafteres, gebraten Wild oder Geflügel, je nach Jahreszeit.
00:39:54Dann was Kleines Bekanntes, Dukaten-Nudeln mit Krebsbutter und als Nachtisch dann Apfelraumstrudel.
00:40:05Natürlich auch ein bisserl Eis und eine Mokka und ein kleines Dessert, was halt so dazugehört.
00:40:12Als Getränk, Waldmeisterbohle, römischer Eisbunsch, Sorbe.
00:40:16Weil Bier trinkt auch der König keins, das haben wir ja nur für die Träger mitgenommen.
00:40:24Wir haben natürlich nicht nur für den König die Dines zubereitet,
00:40:29sondern haben auch für das Personal und für die Träger gekocht.
00:40:32Die Leute haben dasselbe gekriegt, was sie daheim halt auch gegessen haben.
00:40:36Die Träger wurden sofort nach der Ankunft losgeschickt auf die Almen,
00:40:40Mulchhohen, Rahm, Butter, die anderen das Wasser bringen für den König.
00:40:46Denn der König hat sich nach einem so beschwerlichen Aufstieg
00:40:49natürlich sofort heiß baden lassen.
00:40:54Einen Tag nach uns ist dann seine Majestät gekommen, in der Früh.
00:41:00Denn er hat ja bekanntlich nachts gearbeitet und gelebt.
00:41:05Folglich hat er auch nachts seine Reisen gemacht.
00:41:08Ich glaub ja, an dem ganzen Schachen hat er am meisten die Fahrt aufkriegt.
00:41:13Das war eine wilde, romantische Sache.
00:41:15Da sind Vorausvorreiter, die haben Leute vertrieben, wenn wirklich welche in der Nacht auf dem Weg waren.
00:41:22Man hat ja angeblich den König nicht sehen dürfen.
00:41:25Und dann ist wieder ein Vorreiter gekommen mit Fackeln.
00:41:27Und dann dampfende Ponys, die haben ein König gezogen.
00:41:31Hinten drauf der Maier, der hat sich auch angebunden, so Angst hat der gehabt.
00:41:35Und das war einfach aufregend, das hat ihm halt gefallen.
00:41:41Aber manchmal, wenn er huldvoll oder Laune war, dann hat er schon erlaubt, dass jemand an seinen Wagen kommt.
00:41:46Ein Kind oder ein Bauer holt's auch weiter.
00:41:50Er hat dann gesprochen mit den Leuten, hat nach dem Namen gefragt.
00:41:54Oder wie viel Uhr es ist, hat einmal einen Holzfäller gefragt, der hat natürlich keine Uhr gehabt.
00:41:58Aber am nächsten Tag hat er von seiner Majestät eine silberne Uhr bekommen.
00:42:03Ah, so war er.
00:42:05Ja, darum ist der Mann auch heute noch so populär.
00:42:08Wir haben ihm dann droben am Schachen, haben wir ihm als Überraschung ein Feuerwerk und eine Festillumination gemacht.
00:42:17Na ja, das Schloss noch ein bisschen was ausschaut.
00:42:20Aber er ist so spät gekommen in der Früh, dass die Sonne schon aufgegangen war und dann hat er nicht
00:42:25mehr viel gesehen von der Illumination.
00:42:27Na ja, gekehrt hat er die Raketen noch, das ist ja auch schön.
00:42:36Abwechslung hat's im Hochgebirge natürlich nicht so viel gegeben.
00:42:40Ein Dichter war einmal da, der Felix Dahn.
00:42:43Kampf um Rom hat er geschrieben, damals sehr berühmt.
00:42:45Ja, heute steht's auch noch in vielen Bibliotheken.
00:42:49Und so ein junger Schauspieler, Kainz Josef, den hat der König damals in seinem Hoftherter entdeckt.
00:42:57Das Organ hat ihm sogar gefällt.
00:42:59Er hat also eine sehr schöne, laute Stimme gehabt.
00:43:02Und dann hat er ihn da rauf auf den Schachen eingeladen.
00:43:06Und dann war er sehr enttäuscht von dieser Stimme, weil er hat gedacht, dass der außerhalb der Bühne auch so
00:43:13unnatürlich redet.
00:43:14Und dann hat er da rauf und hat sich unterhalten mit ihm und hat ihm gesagt, ich höre nicht, ich
00:43:20höre nicht.
00:43:22Und es war aber weiter weggegangen.
00:43:24Dann hat Kainz noch ein bisserl lauter gesprochen und aber jetzt noch mehr weiter weggegangen.
00:43:28Und er hat gesagt, ich höre nicht, ich höre nicht.
00:43:29Und dann hat er am Schluss den Spritzbrunner aufgedrehen lassen.
00:43:35Da ist der kleine Mann gekommen, der Abu.
00:43:38Den haben wir seinerzeit vom Schauer von Persien geschenkt gekriegt.
00:43:41Und jedenfalls ist dann da der König gestanden und da der Kainz.
00:43:44Und der Kainz hat geschrien.
00:43:46Und wir haben uns gedacht, wunder was los ist.
00:43:49Aber die haben sich nur über Mode unterhalten.
00:43:52Ja, der Kainz ist mit diesem Organ dann schon sehr berühmt worden als Schauspieler.
00:43:58Da hat es ja gepasst, nicht, im Hoftheater.
00:44:00Und hat auch Memoiren veröffentlicht.
00:44:02Also sehr intim war das nach dem Tod vom König.
00:44:09Ja, Schlosspark kann man hier kennen, aber den braucht man ja nicht bei der schönen Aussicht.
00:44:16Hier die Partnach.
00:44:19Partnach Klamm.
00:44:21Schneeferner Plateau, Alpspitze.
00:44:23Wachsenstörner.
00:44:24Die drei da dahinter.
00:44:27Dann hier Aussicht auf Partenkirchen.
00:44:31Linderhof sieht man nicht von da aus.
00:44:33Auf der Wiese waren viele Regierungsgeschäfte.
00:44:38Da hat der König seine Boten empfangen.
00:44:41Der Kabinettssekretär.
00:44:43Der hat ihm die Akten vorgelegt.
00:44:46Außenrum sind die Diener und die Träger gesessen und zugeschaut.
00:44:50Der König in der Mitte auf dem Stuhl.
00:44:52Dahinter zwei lag Kain.
00:44:54Seine Lieblingsrappe, der Ralf.
00:44:57Der König hatte so einen schottischen Reiseanzug mit so einem Mützerl auf.
00:45:02Und die Boten sind dann immer gleich wieder da runtergeschickt worden, weg.
00:45:06Die haben ja gar nichts zu essen gekriegt.
00:45:07Manchmal ein bissel was zu trinken.
00:45:09Hier die Schachenplatten.
00:45:11Mit dem berühmten Echo.
00:45:14Hallo!
00:45:17Nein, heute geht's nicht.
00:45:21Ja, manchmal ist er schon auf auf den Berg.
00:45:23Als Bergsteiger da hat er dann ganz zünftig ausgeschaut.
00:45:29Er hat ja immer echt ausgeschaut.
00:45:31Ganz gleich, was er angehabt hat.
00:45:33Aber nicht zum Jagen, weil Jagen war verboten.
00:45:37Das wollte er nicht.
00:45:41Und hier waren halt auch so Reisen, Träume.
00:45:48Da ist er meistens im Orient gereist.
00:45:52Da ist er dann gesessen im Kreis seiner Getreuen und seiner Männer.
00:45:58Das waren wir, weil andere waren ja nicht da.
00:46:00Und es hat die Räucherpfannen geraucht und Räucherstäbchen.
00:46:09Wir sind als Türken da gesessen.
00:46:14Ja, wir haben auch geraucht.
00:46:18Nagilew, das haben wir damals schon gekannt.
00:46:22Der König, der hat nicht geraucht.
00:46:24Der hat gelesen, Pläne studiert.
00:46:28Er war ja schon wieder auf einer neuen Reise.
00:46:31Er wollte einen chinesischen Winterpalast am Plansee bauen.
00:46:37Aber da ist er nicht mehr dazukommen.
00:46:41Am liebsten wär's ihm halt gewesen,
00:46:43wenn er die schönsten Sachen von überall her,
00:46:47Gebäude und Pflanzen,
00:46:49Vegel, Reh, Pfauen, Paradies-Vegel und das alles,
00:46:54wenn er das alles an einen Ort gebracht hätte.
00:46:57Vielleicht auch Leute.
00:47:00Mein Paradies wollte er halt.
00:47:03Das hätte man schon Bayern sein können.
00:47:06Das war das alte Schloss von Schwangau.
00:47:09Da hat er seine Jugend verbracht.
00:47:11Das war kein Paradies.
00:47:12Das kann ich völlig falsch sagen.
00:47:15Nicht einmal genug zu essen haben sie ihn gegeben.
00:47:17Da muss ja auch ein Kind ins Fantasieren kommen.
00:47:20Einer baut sich eben so Sachen.
00:47:22Wie da diesen Wintergarten auf dem Dach der Residenz drum.
00:47:27Vorne der See war ganz echt.
00:47:30Der war der, der betropft hat auf mein Bett drunter.
00:47:33Und hinten von dem Zeltweg, das war künstlich.
00:47:36Das war gemalt von der Hofoper.
00:47:42Ich glaube, da ist der Himalaya da hinten.
00:47:44Er hätte ja diese Reisen alle in echt machen können.
00:47:48Das war ja vermögender Mann.
00:47:50Bayern war ja reich damals.
00:47:51Aber darum ist es ihm nicht gegangen.
00:47:53Künstlich wollte er es haben.
00:47:55Einfach nur für seine Fantasie.
00:47:57Zweimal war er in Frankreich, in Paris.
00:47:59Aber er wollte ja nicht das Paris vom vorigen Jahrhundert.
00:48:03Nein, Paris vom Ludwig dem Vierzehnten.
00:48:05Das wollte er.
00:48:05Oder Versailles.
00:48:07Solche Gesellschaften und solche Herrschaften da.
00:48:10Dann hat er es mit der Oper probiert.
00:48:14Die Germanen.
00:48:16Der Musik.
00:48:17Da hat ihm dann sehr der Richard Wagner geholfen.
00:48:21Den hat er ja früh kennengelernt.
00:48:23Der hat dann viel solche Germanen erfunden für ihn.
00:48:33Und diese Werke, diese Opern werden ja heute noch aufgeführt.
00:48:36Die Theater sind voll.
00:48:38Es ist auch ein großes Verdienst von unserem König,
00:48:41dass er diese Werke schaffen hat lassen.
00:48:45Und ein Zeichen dafür,
00:48:47dass die viele Leute diese Sehnsüchte heute noch haben,
00:48:52ist ja, dass das so viel in diese Opern hineingehen.
00:48:56Und gerade die jungen Leute, die verstehen einen König.
00:48:59Die haben ja dieselben Sehnsüchte.
00:49:01Hier kämpft Hunding gegen Wotan.
00:49:05Wotan mit einem Speer, geschnitzt aus dieser Weltesche.
00:49:10Nach der Sage soll ja dieser Kampf heute noch fortan.
00:49:16Und das ist eine Operndekoration mit der Hundinghütte.
00:49:21Und nach dieser Hundinghütte ist unsere Hundinghütte gebaut.
00:49:26Der Sigmund sieht das Schwert, Notung aus der Weltesche.
00:49:30Und diese Glinde beschwert ihn wahrscheinlich,
00:49:32dass er's drin lassen soll.
00:49:34Da sind die Germanen immer gesessen.
00:49:36Hier der Platz des Königs mit dem Bärenfell.
00:49:40Da war ich, Medkessel.
00:49:42Das war die Tür zum See raus.
00:49:45Die Bäume, die waren nicht da bei uns.
00:49:52Das ist die Küche.
00:49:53Die ist nicht direkt oben, sondern hier unten bei den Wirtschaftsgebäuden.
00:49:58Die ist noch in Betrieb und war damals ganz genauso.
00:50:02Ich glaub, das ist der einzige Herd in alle Königschlösser,
00:50:06der noch beheizt wird.
00:50:07Da war natürlich ein schöner Kupferner-Rauchabzug
00:50:10und über ein Kupfergeschirr.
00:50:13Da, Buffet.
00:50:16Bestes Geschirr.
00:50:18Das war unsere Tafel.
00:50:21Da ist der Diensthabende gesessen.
00:50:25Da ich.
00:50:26Da die Spielerin.
00:50:30Der Diensthabende, der hat meistens nichts mehr mögen.
00:50:34Der hat vom Probieren schon immer genug gehabt.
00:50:37Und ich?
00:50:38Ich hab meine.
00:50:40Ja.
00:50:42Diese Speisengarte hab ich geschrieben.
00:50:47Schachen, 24. August 1885.
00:50:52Dies war ein Tag vor dem Namenstag und vor dem Geburtstag vom König.
00:50:57Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht.
00:51:01Acht Gänge.
00:51:03Und am Schluss ein Bananeneis.
00:51:05Da haben wir alles draufgetragen.
00:51:08Apfel, Pfannkuchen.
00:51:10Also ich hab am liebsten ein Weidling-Mulch.
00:51:14Das ist so eine Halblüterschüssel.
00:51:17Und ein Brot.
00:51:19Ein Brot gehabt.
00:51:20Und ein bisschen Salz drüber.
00:51:21Das war ich von daheim gewohnt.
00:51:23Das hab ich mit.
00:51:26Dann so nach 20 Jahren, da bin ich, wie ich schon Familie gehabt hab,
00:51:31da bin ich da noch mal drauf und hab denen alles gezeigt.
00:51:35Aber es war's nicht mehr.
00:51:38Ohne ihren König, da war einfach der Zauber weg.
00:52:02Schöner Berg, die Berg waren schön, das Wetter war schön, das Tal war schön, die Landschaft war schön, aber ich
00:52:08war halt nicht mehr da.
00:52:09Der Zauber war halt weg.
00:52:17Hier war er uns ja ganz nah da herum.
00:52:21Da haben wir ihn ja ganz für uns gehabt damals.
00:52:24Aber in München hat man das halt nicht gern gesehen.
00:52:27Man hat Gründe gesucht und auch gefunden.
00:52:31In Neuschwanstein, im oberen Schlosshof, hat sich das tragische Schicksal unseres unglücklichen Königs dann erfüllt.
00:52:44Es hat vorher schon tagelang in Strömen geregnet und wir waren draußen in der Küche und haben gehört, wie Kutschen
00:52:53vorfahren.
00:52:53Dann sind wir rüber, da her in die Spülkirch, ans Fenster hin und haben gesehen, wie der Graf Hollenstein, auch
00:53:01ein treuer Freund unseres Königs,
00:53:05ausgestiegen aus der Kutschen und her ans Fenster und hat reingeschrien, ein Frühstück für die Herren.
00:53:12Da ist aber der Mundkuch Rottenhöfer hin ans Fenster und hat es zugemacht und hat gesagt, leck mich im Arsch,
00:53:23hat er gesagt.
00:53:26Jedenfalls ist an demselben Tag die erste Kommission wieder abgefahren. Jawoll.
00:53:35Der Graf Türkheim, der war ein treuer Freund des Königs.
00:53:41Er wurde wegen seiner Liebe und Treu nachher sogar vor ein Militärgericht gestellt.
00:53:47Er war der Adjutant. Das war sein Arbeitsraum. Da war ich einmal herin.
00:54:08Das war das Arbeitszimmer des Königs. Hier war ich nie.
00:54:24Ja, was ist denn das?
00:54:28Ja, was ist denn das?
00:54:30Geh.
00:54:32Na, also.
00:54:55Gold und Sorgen.
00:55:02Da war er wirklich ganz allein.
00:55:18Und dass der König krank oder verrückt wäre auf die Idee, wären wir doch gar nicht gekommen.
00:55:26Das hätten wir auch nicht gewagt. Wir haben ihn auch viel zu sehr geliebt.
00:55:31Mein Gott, wir haben es erwiesen als eine Art Luxus. Er war ja ein König.
00:55:42Direkte Regierungsakte haben wir hier sehr wenig gehabt. Eigentlich keine.
00:55:48Der Hoflakei Meier war gelegentlich in München. Und der Leihfriseur Hoppe, der war viel im Ausland, in Neapel und so
00:56:00weiter.
00:56:02Der Hoppe, der Leihfriseur, der war ein sehr wichtiger Mann. Der wurde mit delikateren Sonderaufgaben betreut.
00:56:09Meistens ist es um Geldsachen gegangen. Das hatte auch sehr viel Kost hier.
00:56:12Dieser Raum war als einziger für uns erlaubt. Das Vorzimmer zum Speisezimmer.
00:56:21Da waren die Rechos gestanden, um die ersten Gänge und die Suppen warm zu halten.
00:56:26Und hier hat der erste Diener seine Nächte verbracht. Ich auch manchmal.
00:56:36Das hat sich der Meier umbauen lassen. Das war vorher eine Drohe.
00:56:42Und einmal hat der, der Rutz war es ja, der hat Dienst gehabt und hat gewartet, dass das Soupé befohlen
00:56:50wird.
00:56:51Und dann plötzlich aus dem dunklen Speisezimmer ist der König rausgekommen und hat den kleinen Rutz geschüttelt.
00:56:57Der Rutz, der war nachher Bürgermeister in Oberammergau. Der ist alt geworden, ja.
00:57:03Und hat ihn geschüttelt und hat gesagt, hat geschrien, da drin bei mir ist ein Mann.
00:57:08Warum ist nicht abgeschlossen? Und der Rutz ist rein. Und wer war drin? Der riesige Osterholzer.
00:57:15Und ist gegniet und hat den König mit aufgehobenen Händen angefleht. Er soll doch fliehen. Er wäre verraten.
00:57:23Und der König hat natürlich die mittelalterlichsten Befehle gegeben. Der Nickel, der Schlossdiener, der hat alles aufschreiben müssen.
00:57:32Er hat die Augen ausstechen und weiß Gott, was alles. Dann hätte noch ein Jägerbataillon vom Türkeim aus Kempten kommen
00:57:38sollen.
00:57:39Aber es ist ja kein Mensch mehr gekommen. Ja, da ist er knürt.
00:57:45Der König war so aufgeregt, dass er nicht einmal mehr seinen eigenen Leibkutscher erkannte.
00:57:56Schlafzimmer. Hier fand der eigentliche Staatsakt statt.
00:58:03Die zweite Kommission mit dem Baron von Gutten kam. Es wurde ein großes Diner im alten Schloss befohlen.
00:58:15Es war ein Gelage dann. Man hat den König hierher gebracht, ins Schlafzimmer.
00:58:23Und der Baron von Gutten hat ihm seine Entmündigung verlesen.
00:58:28Der König hat gesagt, wie können Sie mich für geisteskrank erklären? Sie haben mich doch gar nicht untersucht.
00:58:41Aber der Baron von Gutten hat gesagt, Majestät, wir haben genügend Beweise auch von der Dienerschaft.
00:58:52Von mir nicht. Sie haben mich doch zwölf Jahre nicht gesehen.
00:59:05Wie können Sie mich für geisteskrank erklären? Sie zerstören ein Menschenleben. Schämen Sie sich.
00:59:20Und dann hat der König gesagt, gehen Sie meine Herren. Warum gehen Sie nicht aus dem Zimmer?
00:59:27Ich möchte allein sein. Das ist doch zu unangenehm.
00:59:33Aber gegangen ist nur der Ding von Gutten und der Assistenzarzt, der Müller.
00:59:39Und die Ehrenwärter, die sind geblieben. Und vor jedem Fenster, vor jeder Tür, vor jedem Loch ist einer gestanden und
00:59:45hat ihn angeschaut.
00:59:49War zu unangenehm. Dabei hat es der König doch nicht vertragen, dass ihm jemand in die Augen geschaut hat.
00:59:58Deswegen war ja das. Es war uns streng verboten, den König anzuschauen.
01:00:12Oberstes Gesetz war, der König darf nicht angeblickt werden.
01:00:24Dieses strenge Zeremoniell hat es an keinem anderen Königshof gegeben.
01:00:31Wenn es wirklich einmal passiert ist, dass der König plötzlich gekommen ist und man nicht mehr wegschauen konnte,
01:00:39dann musste man um Verzeihung bitten. Das war ein vorgeschriebener Brief.
01:00:45Der Text hat gelautet, Eure Majestät wagt der alleruntertänigste Diener, da ist dann der Name hineingekommen,
01:00:56die Bitte um allergütigste Verzeihung zu des allerhöchsten Füßen zu legen.
01:01:12Wir haben natürlich diese Zettel auf Vorrat geschrieben, weil wir haben sie sehr oft gebraucht.
01:01:27Und den König angeschaut, also richtig gesehen, habe ich eigentlich erst am See, wie er tot war,
01:01:47da war er ganz nah an.
01:01:57Und da haben wir es geschrieben. Hier waren die Zettel drin. Das war das Büro vom Rottenhöfer.
01:02:08Letzte Speisenkontrolle. Der Stabskontrolle hat Sander.
01:02:22Ist ein Kich, oder? Ist schon was anderes wie in Linderhof. Für einen Menschen. Dem König.
01:02:35Da raus auf die Terrasse bin ich oft in der Nacht, wenn ich hab wach bleiben müssen, weil er nicht
01:02:42schlafen konnte.
01:02:47Da hat man dann um drei, vier in der Früh gesehen, wie die Fix sich die Küchenabfälle holen.
01:02:58Aber lang hat man Anfang Juni nicht bleiben können. Da war es noch ziemlich frisch da herum.
01:03:08Da ist man dann gern wieder rein in die warme Küche. An den Herd. Das war für ein Geflügel.
01:03:20Ja, dann hat man sich die Zeit verbracht mit Lesen, Kochbücher oder Fachliteratur.
01:03:29Aber ich hab auch diese Zeit mein Französisch aufgebessert. Das braucht man für die feine Küche.
01:03:38Und hab mir so meine Gedanken gemacht. Und auch Notizen.
01:03:44Man weiß ja nie, wofür man es braucht.
01:03:49Denn auch uns eins macht sich so seine Gedanken.
01:03:55Und so sind wir heute in der Nacht gesessen. Er allein und ich allein.
01:04:05Dabei hätten wir doch das schönste Leben gehabt.
01:04:07Aber der König ist auch immer unduldsamer und unleidlicher geworden.
01:04:16Es sind auch schon die wildesten Gerüchte gegangen.
01:04:20Also die letzten drei Tage habe ich überhaupt nicht geschlafen.
01:04:23Da waren wir drüben im alten Schloss.
01:04:26Dann hat es geheißen, der König wünschte, dass die nicht hier im neuen Schloss.
01:04:32Dann haben wir drüben das Eibach, dann sind wir rüber.
01:04:33Dann, wenn wir hier rüber angekommen sind, ist der Zander gekommen und hat gesagt,
01:04:37der König wünsche das Diner in Linderhof.
01:04:40Dann haben wir hier wieder alles eingepackt, sind um 10 Uhr nachts bis zum nächsten Tag in der Früh nach
01:04:46Linderhof.
01:04:46Dann sind wir in Linderhof angekommen, da war schon ein Reiter da und hat gesagt,
01:04:50der König kommt überhaupt nicht nach Linderhof.
01:04:53Dann haben wir drüben wieder alles eingepackt und sind wieder her.
01:04:56Dann habe ich gedacht, jetzt kommen wir ins Bett.
01:04:58Dann war aber der Meier da.
01:04:59Meier hat dann gesagt, der König wünsche ein großes Diner, ein großes, oben im Sängersaal.
01:05:09Dann haben wir angefangen.
01:05:17Der Pfau ist ein Gericht für Könige.
01:05:22Schon die alten Römer bevorzugten diesen stolzen Vogel.
01:05:26Die bayerische Hofküche bezog ihre Pfauen aus den Züchtereien in der Nähe von Rom.
01:05:34Und König Ludwig aß gelegentlich von diesem Tier.
01:05:38Ein Pfau wird, nachdem er sorgfältig gerupft wurde, die Federn werden zur späteren Verwendung beiseite gelegt,
01:05:49innen und außen gereinigt, dann mit einer Fülle aus Trüffeln, Gänseleber und feinen Kräutern gefüllt.
01:05:59Kräuter nach Geschmack, man kann als Regel sagen, die Kräuter, die das Tier lebend frisst.
01:06:07Die selbe Regel gilt übrigens auch für Wild.
01:06:10Nachdem nun, wie eben beschrieben der Vogel gefüllt wird, wird er zugenäht und mehrere Tage an einem kühlen Ort aufgehängt.
01:06:21Bis das ganze Fleisch von dem feinen Trüffel-Aroma durchdrungen ist.
01:06:27Jetzt gehen wir rauf.
01:06:34Und hier verlor der König seine Krone.
01:06:37Eigentlich hat er es ja in München schon verloren, weil er da abgesetzt worden ist.
01:06:41Und die direkte Absetzung war ja dann im Schlafzimmer.
01:06:45Jedenfalls hat sich der König den Schlüssel zum Turm beschafft und wollte da herauf und da hinein.
01:06:53Aber dann ist die Kommission von unten gekommen und der König ist rüber.
01:06:59Aber von drüben sind ihm die Werte entgegengekommen.
01:07:02Dann wollte er wieder runter und von unten ist ihm die Kommission entgegengekommen.
01:07:05Und schon haben sie ihn gehabt.
01:07:07Dann hat er nur noch gesagt, ja, was wollen Sie denn?
01:07:10Was soll denn das?
01:07:12Jedenfalls, wie er den Schlüssel zum Turm bekommen hat, das weiß ich nicht.
01:07:16Man sagt der Meier, aber der Meier glaube ich nicht.
01:07:19Und eins weiß ich ganz genau, das Küchenmesser, das große, das er von uns verlangt hat am Vortag, das hat
01:07:26er nicht bekommen.
01:07:28Außerdem weiß ich gar nichts.
01:07:29Wir sind ja auch vereidigt worden, dass wir nichts wissen.
01:07:35Aber wenn wir nichts gewusst hätten, dann wären wir nicht vereidigt worden.
01:07:43Das ist ein Speisenaufzug.
01:07:46Am Tag der Verwendung wird der Pfau wieder entleert.
01:07:50Die Trüffeln werden mit einer feinen Farce vernennt und wieder in den Pfau zurückgegeben.
01:07:57Der wird ungefähr eineinhalb Stunden schön lichtbraun gebraten, mit Speck umwickelt.
01:08:06Die Bratzeit ist wie ungefähr bei einer mittleren Gans.
01:08:11Schmücken tut ein Pfau wie ein Ent, nein, mehr wie ein Huhn.
01:08:20Also ich persönlich, ich hab mir nie was aus Pfauen gemacht.
01:08:25Zum Servieren dann kam der Pfau auf eine große silberne Platte, auf einen Brotsockel,
01:08:32wurde vorher transiert, fein, wieder zusammengesetzt und hinten mit Federn den ganzen Rad besteckt,
01:08:40um den Brotsockel rum, Hals, Kopf und einige schöne Anderpfeder.
01:08:48Der König war diese Zeit sehr schlechter Laune.
01:08:55Wir haben ihn schon gar nicht mehr gewundert.
01:08:58Er hat es ja auch sehr schwer gehabt, die Tage.
01:09:00Und da ist ihm der Pfau natürlich gerade recht gekommen.
01:09:05Dann zum Diner in der Früh haben hier dann zwölf Lakaien das Schaustück präsentiert.
01:09:13Aber die Brust war zu groß geschnitten. Der König hat ja nur die Brust gegessen.
01:09:20Der Meier, der war sehr hilfsbereit wie immer und hat zu mir gesagt,
01:09:26der Buhr, geh runter zum Speisenaufzug. Er hat dem König einen Brief geschrieben,
01:09:31dass der Küchenjunge Hirneis Nasenbluten hat und dass er nicht kommen könne.
01:09:41Wahrscheinlich hat ihm dann der Meier selbst die Brust geschnitten.
01:09:46Der Lakaien Meier war der Diener mit der schwarzen Maske.
01:09:54Immer wenn er dem König unter die Augen getreten ist, dann hat er eine schwarze Larve aufsetzen müssen.
01:10:01Denn ganz plötzlich hat der König entschieden, ich mag sein Gesicht nicht mehr sehen.
01:10:07Dabei war der Meier die einzige Verbindung des Königs zur Außenwelt.
01:10:12Der war unentbehrlich. Der hat ja ganz normal ausgeschaut.
01:10:21Hat der ganz normal ausgeschaut. Ein großer, stattlicher, schöner Mann.
01:10:26Ein Bayer, schöne Haare. Er war ja von den Schwulischen.
01:10:30Er war ein treuer Diener seines Herrn.
01:10:34Wenn der König einmal plötzlich am Tag aufgewacht ist, weil er irgendwelche Beschwerden oder Wünsche gehabt hat,
01:10:40wer war da? Der Meier.
01:10:42Immer mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht.
01:10:47Oder wenn der König von einer Partie um 5 Uhr in der Früh heimgekommen ist,
01:10:51wer hat ihn an der Tür empfangen? Der Meier.
01:10:55Mit dem gleichen freundlichen Gesicht unter der Maske.
01:10:59Wie uns dann nach den tragischen Ereignissen der König verlassen hat,
01:11:07da ist der Meier aus dem Hofdienst ausgeschieden.
01:11:11Ja, man hat zu allerhand gemunkelt.
01:11:14Er wäre nach Amerika oder so.
01:11:18Naja, der hätte ja seine Erinnerung nicht.
01:11:21Der Meier.
01:11:23Hier im Thronsaal hat sich der König verabschiedet.
01:11:31Er hat hinaufgeschaut zu den Bildern der heiligen Gesalten Könige.
01:11:40Er hat gegrüßt.
01:11:43Gespeist wurde hier nie.
01:11:45Auch nicht regiert, weil der Thron noch nicht fertig war.
01:11:50Ja, und dann ist der König auf dem Balkon hinaus.
01:11:55Der Diener Alfons Weber hat später diese ergreifende Szene geschildert.
01:12:04Der König hat sein Haupt in die Hände gestützt und zum letzten Mal in seine bayerischen Berge hinausgeschaut.
01:12:17Da durch den Alpsee, da ist er oft geschwommen.
01:12:22Der ist vier Kilometer lang.
01:12:24Der König war ja ein sehr, sehr guter Schwimmer.
01:12:28Merkwürdig, dass er dann ertrunken ist.
01:12:31Merkwürdig.
01:12:33Wir in der Hofküche, wir haben diese Ereignisse natürlich nicht so verfolgen können.
01:12:40Unser Chef Rottenhöfer, der hat gesagt, für uns geht die Arbeit weiter.
01:12:56In der Nacht hat man ihn dann heimlich hier weggebracht mit einer Eskorte.
01:13:03Wir haben alles wieder eingepackt und sind dann auch nach Schloss Berg.
01:13:08Und alles Weitere ist ja bekannt.
01:13:12Die erste große Hoftafel war anlässlich der Besetzungsfeierlichkeiten von Ludwig II.
01:13:20140 Gäste, 12 Gänge, schöne Leiche.
01:13:26Unser neuer Herr war der Prinzregent Luitpold.
01:13:32Der war ein ganz passionierter Jäger.
01:13:35Einen Sommer und im Herbst hat er auf die Jagdhütten verbracht, im Berchtesgadener Land und auf die Berghütten.
01:13:42Wir immer dabei.
01:13:43Und im Winter, Fasanen und München, Fasanerie, Mosach, Forstenried, da war ja der Otto.
01:13:55Der Otto war eigentlich der König, aber er hat es ja gar nicht mehr wahrgenommen.
01:14:01Im Dezember waren wir dann im Spessart auf die Wildsauern, da waren wir auch dabei.
01:14:06Da hatten wir sogar einen eigenen Metzger für die Blutwürste und für die Leberwürste.
01:14:11Weil die Blut- und Leberwürste von der Wildsau, die sind einfach besser, pikanter.
01:14:18Und der Prinzregent, der hat also ganz besonders gern die Wildsau gehabt.
01:14:24Und am allerliebsten einen Kopf, den hat er klassiert gekriegt nach Vernard du Poir.
01:14:35Ja, in Forstenried, dem Otto, da war ich auch kurz, der, ja der Otto, der hat Erdbeeren, der mögen.
01:14:50Walderdbeeren.
01:14:52Natürlich wurde uns eins immer wieder bedrängt und gefragt von Redakteuren und von Journalisten,
01:14:58wie war's denn, sie waren doch dabei, wie war's denn wirklich.
01:15:01Ja, die Gartenlaube hat er in diesem Jahr noch einen großen Fortsetzungsbericht gebracht.
01:15:07Der Verfasser war natürlich Drei-Stern-Gerüchte.
01:15:10Es war ja die Sensation in Europa.
01:15:13Eines Tages ist dann der Baron von Malsen, der war Hofmarschall beim Otto,
01:15:18zu mir gekommen und hat gesagt, Pupp, willst du nicht ein bissel weg nach Berlin?
01:15:24Ich hab gesagt, ja.
01:15:27Dann hat er mir eine sehr gute Empfehlung nach Berlin gegeben.
01:15:30Und ich bin nach Berlin.
01:15:34Als Bayer hatte ich da natürlich zu Anfang schon einige Schwierigkeiten,
01:15:38aber ich hab mich dann schon durchgesetzt.
01:15:40Ich avancierte sehr schnell zum kaiserlichen Hofkoch.
01:15:43In Berlin waren natürlich die Verhältnisse in ihren Dimensionen gewaltiger.
01:15:48Drei Küchen, 60 Mundküche in München, aber sechs.
01:15:52Große Diplomaten und Militärtafeln, das Schwarze Adlerordensfest mit 1500 Gedecken.
01:15:58Die letzten technischen Raffinessen.
01:16:02Dampftöpfe, kurz um alles, was die moderne Hofküche so braucht.
01:16:07Zur Soße hat man da dann natürlich Tunke gesagt.
01:16:13Und Mayonnaise war Öl-Tunke.
01:16:18Zum Kompott-Dunst-Obst.
01:16:20Naja.
01:16:25Ich hab da oben viel an meine bayerische Heimat gedacht.
01:16:30Wo manche meiner Kollegen, die die letzten Jahre in der Nähe unseres unglücklichen Königs erleben mussten,
01:16:39zu Ansehen und auch Vermögen gekommen sind.
01:16:45Der Stallmeister Hornig zum Beispiel, der hat sich in Kempten ein großes Hotel gekauft, Bahnhofshotel.
01:16:52Und der Welker, Hoflakei, hat sich in Stuttgart als recht reicher Mann niedergelassen.
01:17:02Und der Prinzregend persönlich hat dem Hof für ihr Hesselschwert das letzte Geleit gegeben.
01:17:12Und so zog es natürlich auch mich an den Bayerischen Hof zurück.
01:17:25Mit allergnädigster Unterstützung kaufte ich mein erstes Delikatessgeschäft.
01:17:34Ich gründete meine bürgerliche Existenz.
01:17:38Weinhandlung und Feinkosten, der bei Hirneis ehemaliger Hofkopf.
01:17:45Natürlich wurde ich aufgrund meiner besonderen Verbindungen sehr schnell Hoflieferant.
01:17:50Ich belieferte den bayerischen Adel und so auch die bessere bürgerliche Gesellschaft.
01:17:58Ja, und dann wurde aus dem einen Geschäft, wurden vier.
01:18:05Wie's halt so geht, eins kommt zum anderen.
01:18:09Man war jemand.
01:18:11Die Ehrungen blieben nicht aus und als München meinen 60. Geburtstag feierte,
01:18:18da schrieb zum Beispiel die Bayerische Kolonialbahn und Feinkostrundschau am 4. Oktober 1928 auf Seite 1.
01:18:33Unser hochverehrter erster Verbandsvorsitzender, Herr Theodor Hirneis, hat heute die Schwelle der 60er überschritten.
01:18:43In schlichter, ganz seiner Art entsprechender Form wollen auch wir dieses Tages gedenken.
01:18:51Als an den bayerischen Lebensmitteleinzelhandel der Ruf erging, eine machtvolle, einflussreiche Berufsorganisation zu schaffen, war er es, der sich aktiv
01:19:04mit Rat und Tat in den Dienst der Sache stellte.
01:19:07Zur Nutz und Frommen des bayerischen Mittelstandes.
01:19:11Die Stellung, die Herr Hirneis heute im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben bekleidet, verdankt er eigener Kraft und eigenem Können und
01:19:21seiner Gattin,
01:19:23die ihm hilfreich 30 Jahre lang als getreuer Eckehart zur Seite stand.
01:19:30Auch der Lebensmitteleinzelhändler-Reichsverband schließt sich diesen schlichten Glücks- und Segenswünschen an.
01:19:40Möge ihm der Herr als schönsten Lohn für sein arbeitsreiches Leben die Wahrheit des Spruchs zerteil werden lassen.
01:19:50Schaus am Schlusse, du zurück, seh dein Aug, nur Segen und Glück.
01:20:00Hier der Hirneis startet 1953 im 84. Lebensjahr.
01:20:13Jeneis und Gewö件事情
01:20:14Tick
01:20:15Tick
01:20:17Tick
01:20:27BIRDS CHIRP
01:20:48BIRDS CHIRP
Comments

Recommended