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00:02Hello and welcome to the Press Club on this Sunday.
00:05Schön, that you are here.
00:07The Iran-Krieg is now longer than three weeks
00:10and a de-escalation is not in Sicht.
00:13In the same way, we have heard it.
00:15President Donald Trump spoke a Ultimatum.
00:18If in 48 hours the Straße of Hormuz would not be passed,
00:23would he destroy all the Iranian energy units.
00:26The Iran-Krieg has reacted to this pressure.
00:29He reacted to this pressure.
00:30He said that if his energy units were attacked,
00:32would he be attacked by US-Bezug,
00:36for example in the Gulf, would he be attacked?
00:40This Schlag-and-Gegenschlag-Szenario
00:43has already experienced this week.
00:45It's called the Gas-Feld South Path,
00:49which is the Persian Gulf,
00:51and its use of Iran and Qatar.
00:53Let's look at these.
00:56We see here,
00:57in the south of Iran,
00:59on the most gas field of the world,
01:01they were from Israel.
01:06As reaction to the Israeli attack,
01:08the greatest gas tank on the Iran
01:11was the biggest gas tanking on the Iran,
01:13it was the case they show.
01:19The autofahrer will have already been trying to experience
01:22the impact on the Zapfs' side with higher prices.
01:26But the Lebensmittelpreise could now increase and other parts of the German economy could
01:32continue to suffer from this war.
01:35Our topic today is the Press Club of the Krieg in the East.
01:40This is a topic that I want to discuss with these guests.
01:44Welcome to Anja Kohl.
01:47She works in the ARD-Finance-Redaktion,
01:51Ralf Geisler is the Director of the Middle-Deutschen Rundfunk.
01:55Daniel Wetzel ist Redakteur für Klimapolitik und Energie für die Welt
02:00und Business Insider.
02:01Mary Abdel-Daziz Dizzo ist Chefredakteurin für Wirtschaft und News
02:06bei Finanzfluss und Host des Podcasts im Loop.
02:09Wir sind wie immer auch zu hören auf WDR 5 und NDR Info,
02:12im Stream zu sehen bei dem YouTube-Kanal der Tagesschau.
02:16Und wenn Sie direkt eine Frage oder Anregung schreiben wollen,
02:19schreiben Sie uns an presseclub.wdr.de.
02:23Wir versuchen das während der Sendung aufzunehmen
02:25und auch in die Diskussion einzubauen.
02:28Das war eine lange Hinleitung zu einem sehr, sehr wichtigen Thema,
02:32was uns alle hier beschäftigt.
02:33Herr Wetzel, heute Morgen liegt der Durchschnittspreis
02:36für einen Liter super, habe ich gerade noch mal geguckt,
02:38bei 2,12 Euro und beim Diesel noch mehr 2,30 Euro.
02:42Wie würden Sie denn jetzt ganz akut die Bürger entlasten,
02:46wenn Sie es entscheiden könnten?
02:47Also, ich glaube, eine ganz schlechte Idee wären jetzt
02:50steuerfinanzierte Tankrabatte zu geben.
02:53Dafür hat die Bundesregierung, glaube ich, gar nicht mehr das Pulver.
02:55Das Pulver ist verschossen durch das Sondervermögen und so weiter.
02:58Das ist alles verfrühstückt.
02:59Man kann das, glaube ich, nicht ewig finanzieren, solche Tankrabatte.
03:02Das sollte man lassen.
03:03Man sollte seine Pfeile, die man noch hat, im Köcher lassen.
03:07Man muss jetzt erst mal auf Sparappelle setzen,
03:09so traurig das ist.
03:10Mehr Homeoffice zulassen, bei Urlaubsflügen noch mal überlegen.
03:15Also, keine Tankrabatte, sondern eher an der Nachfrage ansetzen,
03:19also sparen.
03:20Frau Abdel, Sie ist nicht so.
03:22Was wären Ihre Vorschläge für die Bürgerinnen und Bürger?
03:25Also, ich stimme zu, dass es schlecht wäre,
03:27mit der Gießkanne jetzt zu schauen,
03:29wie kann man das ganze Problem in den Griff bekommen.
03:31Gleichzeitig brauchen wir gezielte Maßnahmen,
03:33weil wir jetzt schon sehen, dass an bestimmten Schlüsselstellen
03:36in der deutschen Industrie die Hütte brennt.
03:39Um es mal so zu formulieren.
03:41Insbesondere die Speditionen laufen heiß,
03:43können sich die Fahrten nicht mehr leisten.
03:45Und am Ende haben wir leere Supermarktregale.
03:48Und das kann nur eine von vielen Folgen sein.
03:49Also, wir brauchen gezielte Maßnahmen.
03:51Also, nicht unbedingt für die Verbraucher.
03:53Darauf hat jetzt ja Herr Wetzel abgestellt.
03:54Aber Sie sagen, es gibt halt kommerzielle Kunden,
03:58die Sprit brauchen, so wie Spediteure.
04:00Ich mache einfach mal die erste schnelle Runde.
04:02Herr Geisler, im Osten gibt es ja schon den Tanktourismus
04:05in Teilen der Region, weil man nach Polen fahren kann,
04:08wo der Sprit deutlich günstiger ist.
04:10Wie erklären Sie sich das?
04:11Und was würden Sie für die Bürgerinnen und Bürger tun,
04:13die nicht so nah an der polnischen Grenze wohnen?
04:16Also, tatsächlich ist der Osten Deutschlands
04:18von dieser Energiekrise ja stärker betroffen,
04:20weil die Leute weniger Einkommen haben.
04:22Und wenn der Sprit teurer wird,
04:24sind natürlich weniger Rücklagen da, um diese Teuerung zu bezahlen.
04:27Ich bin nichtsdestotrotz auch gegen einen generellen Spritpreisrabatt.
04:31Ich halte das für wenig sinnvoll, auch weil der Staat ja nicht dafür da ist,
04:35alle Unnehmlichkeiten von allen Leuten fernzuhalten.
04:38Es gibt ja auch im Osten Leute,
04:40die sich diese höheren Benzinpreise leisten können.
04:42Gleichwohl gibt es ja Mehreinnahmen für den Staat.
04:45Ich meine, ein großer Anteil an diesen Benzinkosten sind ja die Steuern.
04:49Und ich finde schon, man könnte überlegen,
04:50ob man gezielt sozial Schwachen was zurückgibt aus diesen Mehreinnahmen.
04:54Es gab mal diese Idee mit dem Klimageld.
04:57Vielleicht erinnern sich einige noch, das gibt es immer noch nicht.
04:59Vielleicht sollte man das jetzt wieder in Angriff nehmen.
05:01Also, wir haben die Runde fast fertig.
05:03Aber Frau Kohl ist jetzt dran.
05:04Bislang eher Zurückhaltung mit Blick auf den Tankrabatt,
05:07was die Verbraucher angeht.
05:08Wie sehen Sie das?
05:09Also, die Bundesregierung braucht einen Krisenplan.
05:11Wir sind in einer handfesten Energiekrise.
05:13Es wird uns beschäftigen die höheren Preise bis 2027 und darüber hinaus.
05:18Die Bundesregierung sollte die Stromsteuer senken,
05:20vor allem für niedrige und mittlere Einkommen.
05:23Wir waren jetzt gerade beim Tank. Sorry.
05:24Also, was ist mit dem Tankrabatt jetzt aktuell?
05:27Tankrabatt würde ich keinen machen.
05:29Aber ich würde die beim Strom ansetzen,
05:31weil das Zeitverzöger darüber kommen wird.
05:33Und würde mir das dann von den Konzernen wiederholen
05:36über eine Übergewinnsteuer.
05:37Das Kartellrecht, das jetzige, gibt das her.
05:40Das heißt, man kann dann festlegen,
05:41wenn die Preise 20% über dem Durchschnittsniveau der letzten Jahre ist,
05:45dann hole ich mir das von den Konzernen wieder.
05:48Ich würde versuchen, auf EU-Ebene das teuerste Kraftwerk rauszunehmen,
05:53dass das die Preise vorgibt.
05:54Das sind die Gaskraftwerke.
05:56Und würde dadurch versuchen, die allgemeinen Energiepreise zu senken.
06:00Das heißt, Sie haben jetzt schon einen großen Bogen geschlagen.
06:02Ich halte kurz mal fest, beim Tankrabatt sagen wir,
06:04also hier für Verbraucher eigentlich in der Runde sagen,
06:06alle ist jetzt im Moment nicht das richtige Instrument.
06:10Es sei denn bei den sozial Schwachen oder eben bei den Branchen der Spediteure,
06:13die dann auch für andere Wirtschaftszweige sehr.
06:15Habe ich das richtig zu sagen?
06:16Das ist übrigens auch sehr wichtig, glaube ich,
06:18weil ein Großteil des Dieselkraftstoffs,
06:20den Deutschland verbraucht, der wird importiert.
06:22Und wenn wir einen Preisdeckel in Deutschland machen,
06:25dann würde das dazu führen, dass die deutschen Raffinerien
06:29ihren Dieselkraftstoff auch eher exportieren ins Ausland,
06:32weil sie da die höheren Preise realisieren können.
06:36Jetzt beklagen sich die Leute an der Tankstelle über hohe Dieselpreise.
06:39Es sollte nicht dazu kommen, dass sie vor der Tankstelle stehen,
06:42sonst gibt es überhaupt keinen Diesel mehr.
06:43Und den Nahverkehr stärken.
06:45Also ich würde die Preise im Nahverkehr senken.
06:48Ich habe jetzt Park & Ride selber gemacht, um einen Zug zu kriegen.
06:53Die beiden Parkdecks waren es voll.
06:55Die Leute sind jetzt bereit, auf die Bahn umzusteigen.
06:57Man könnte das Deutschland-Ticket wieder absenken.
07:00Dafür brauchen wir nur die 16 Bundesländer, die zustimmen.
07:02Und dann hätte man den Effekt, dass die Leute quasi umsteigen.
07:05Und ich bin bei Herrn Wetzel.
07:07Homeoffice ist wieder ein Thema, um die Leute daheim zu halten.
07:09Nur die 16 Bundesländer ist natürlich ...
07:11Genau.
07:11Ich weiß gar nicht, wie wir nach fünf Minuten
07:13schon beim Deutschland-Ticket angekommen sind.
07:15Lassen Sie mich kurz noch mal die Moderation hier übernehmen.
07:18Also, wir halten erst mal fest,
07:20der Tankrabatt für Verbraucher flächendeckend,
07:23so wie es im Rahmen des Ukraine-Kriegs
07:25ja auch drei Monate lang geschehen ist.
07:27Im Jahr 2022 halten Sie jetzt in der jetzigen Situation
07:30für nicht geeignet.
07:33Frau Kohl, Sie haben gerade gesagt, die Übergewinnsteuer
07:36das ist ein anderes Instrument,
07:38was in diesem Zusammenhang angesprochen wird.
07:40Sie haben gesagt, das Kartellrecht ist damals schon
07:43während des Ukraine-Kriegs auch angepasst und verändert worden.
07:46Aber jetzt haben doch immer noch viele Menschen den Eindruck,
07:50Mensch, die Mineralöl-Konzerne, die stecken sich das alles in die Tasche.
07:53Der Staat sowieso mit den ganzen Steuern.
07:55Aber vor allem die Konzerne.
07:56Ich bin jetzt bei der Preisbildung.
07:58Warum wird da nicht stärker kartellrechtlich dagegen vorgegangen,
08:02dass bei uns in Deutschland die Preise ja schneller gestiegen sind
08:05und deutlicher gestiegen sind als in anderen europäischen Ländern?
08:08Ja, das ist politisch.
08:09Das müsste das Wirtschaftsministerium machen, Frau Reiche.
08:12Ich halte nichts davon, ein Kartellrecht, das schon sehr scharf ist,
08:15jetzt in der theoretischen Diskussion noch weiter verschärfen zu wollen.
08:17Man soll es erst mal anwenden, was man jetzt schon hat.
08:20Man kann eine Sektoruntersuchung einleiten.
08:22Wir wissen so gut wie alles über die Verbrauchsseite von Energie,
08:25wann wir tanken, zu welchen Zeiten wieder die Preise sind, etc.
08:29Wir wissen nichts über die Angebotsseite von Energie.
08:31Das Kartellrecht könnte man anwenden, zu sagen,
08:33wir machen eine Untersuchung, sagt euch,
08:35wie diese Preise auch in der ersten Woche zustande gekommen sind.
08:38Weil die waren ja von Anfang an hoch,
08:39obwohl die noch von billigerem eingekauften Rohöl profitiert haben.
08:43Und dann könnte man das abschöpfen.
08:44Was Frau Reiche jetzt will, ist eine Beweislastumkehr.
08:47Aber das, bis das greift,
08:49ich würde erst mal anwenden, was wir haben.
08:50Es ist ein scharfes Schwert und da habe ich verschärft worden.
08:52Die Beweislastumkehr, nur um es kurz zu erklären,
08:55bedeutet, dass nicht mehr wie jetzt der Staat nachweisen muss,
08:58dass es unerlaubte Absprachen gab,
09:01sondern dass die Konzerne beweisen müssen,
09:03dass sie sich nicht abgesprochen haben.
09:04Herr Wetzel, wie blicken Sie auf diese kartellrechtliche Komponente?
09:09Das Kartellamt ist jetzt die richtige Adresse.
09:11Und deswegen ist auch eine Sektoruntersuchung richtig.
09:14Allerdings würde ich nicht auf schnelle Erfolge hoffen.
09:17Sowas zieht sich oft lange hin, manchmal Jahre hin.
09:19Man hat das auch im Strombereich schon gehabt.
09:20Eine Sektoruntersuchung hat übrigens dazu kein Ergebnis geführt,
09:23als man den Energiekonzern vorgeworfen hat.
09:25Sie würden abzocken.
09:26Es gab da keine belegbaren Geschichten am Ende.
09:30Und so könnte es dann auch nach zwei Jahren
09:32vielleicht im Mineralsektor herauskommen.
09:34Das bringt jetzt kurzfristig nichts.
09:36Sollte man trotzdem machen,
09:37allein schon als Druckkulisse sozusagen,
09:39dass der Staat aufpasst.
09:40Wir haben jetzt den Anreiz,
09:41die Behörden ein bisschen zu mehr Schnelligkeit anzufordnen.
09:44Ja, genau.
09:44Ja, das ist auf jeden Fall richtig.
09:46Vielleicht noch mal zu den Mineralkonzernen
09:48und dieser doch ja verbreiteten Wut.
09:50Die ist vielleicht gar nicht faktenbasiert,
09:51aber man hat es ja sehr schnell gesehen,
09:53wie in Deutschland die Preise an der Zappsäule hochgegangen sind.
09:55Hätte das Kartellrecht oder wer hätte da schneller was dagegen tun können?
10:00Na, ob man schneller was hätte dagegen tun können, weiß ich nicht.
10:02Aber es ist wichtig, dass man jetzt was tut.
10:04Ich meine, wir haben eine sehr lange Grenze zu Osteuropa.
10:06Da gibt es viele Menschen, die da auch leben in dieser Grenzregion.
10:09Wir haben eine Raffinerie, PCK Schwedt,
10:11die machen Kraftstoffe für den weiten Teilen Ostdeutschlands,
10:15aber eben auch für Teile von Polen.
10:17Und wenn dann die Pendler an der Grenze nach Polen fahren
10:21und sehen, dass der Kraftstoff aus derselben Raffinerie
10:23dort deutlich günstiger ist als in Ostdeutschland,
10:25dann wundert die das schon ein bisschen, ja.
10:27Und man kann das in Teilen natürlich auch ein bisschen erklären,
10:30durch unterschiedliche Steuersätze und so weiter,
10:32aber man kann es nicht nur dadurch erklären.
10:34Also es scheint offensichtlich zu sein,
10:36dass man eben hier in Deutschland doch ein bisschen stärker zugelangt hat
10:39von Seiten der Konzerne.
10:40Und da sehe ich es auch wie Frau Kohl,
10:41man sollte zumindest mit dem Schwert der Übergewinnsteuer drohen,
10:45vielleicht reicht das ja auch schon,
10:46dass man dann, sagen wir mal, zur Raison kommt.
10:49Man sollte vor allem Transparenz schaffen.
10:52Ich glaube, das ist das, worum es jetzt geht.
10:54Weil irgendwo zwischen Weltmarkt und Tanksäule
10:57macht irgendjemand in dieser Kette große Gewinne.
10:59Jetzt gibt es Diskussionen darüber,
11:00sind das die Tankstellen, sind es die Raffinerien?
11:03Wir wissen auch, die Mineralölkonzerne,
11:05das hängt ja auch alles miteinander zusammen.
11:07Aber da gilt es, Transparenz zu schaffen,
11:09und zwar von politischer Seite.
11:10Und deshalb das ganze Kartell ...
11:12Wir wissen sehr genau, dass die Margen der Tankstellen
11:14relativ gering sind.
11:1560 Prozent dessen, was die Tankstellen verdienen,
11:19geht über die Shops.
11:20Das heißt, das, was Menschen einkaufen, rund ums Tanken.
11:23Das heißt, in der Kette wissen wir sehr genau,
11:25dass die Mineralölkonzerne diejenigen sind,
11:27die mit am meisten profitieren.
11:29Hat auch Herr Trump gesagt, und die Prognose wird eintreten,
11:33seine Ölkonzerne werden wahrscheinlich Rekordgewinne schreiben
11:36über diese Situation.
11:37Wenn ich da differenzieren darf, die Raffinerien,
11:40wem gehören die eigentlich?
11:41Gehören die den Mineralölkonzernen?
11:43BP hat diese Woche, am Dienstag,
11:47die drittgrößte deutsche Raffinerie verkauft
11:49an ein Unternehmen namens Clash Group.
11:51Shell will aus den deutschen Raffinerien aussteigen.
11:53Die wollen aber bei PCK aussteigen.
11:55Die wollen bei Miro in Karlsruhe aussteigen.
11:58Exxon Mobil, die investieren keinen Cent mehr in Europa,
12:01überhaupt gar nicht mehr wegen Klimaauflagen,
12:03wegen Bürokratie usw.
12:06Die neuen Besitzer der deutschen Raffinerien,
12:08die heißen Clash Group,
12:09die heißen möglicherweise Alkmene, Prax, Harbour Energy.
12:13Das sind kleine, unabhängige Ölhändler.
12:15Die übernehmen dieses Geschäft,
12:17wo sich die großen Mineralölkonzerne gerade rausziehen.
12:20Wenn die Raffinerie so eine große Gelddruckmaschine wäre,
12:23dann würde ich sagen ...
12:24Die Ölkonzerne, das sage ich schon.
12:25Das ist interessant, was Sie sagen.
12:28Nein, die lassen Raffinerien gerade fallen wie ein heißes Eisen.
12:31Die wollen raus, raus, raus.
12:32Ich würde sagen, an dieser Stelle halten wir erst mal fest,
12:35also kartellrechtlich müssen wir gucken,
12:37ob da jetzt vielleicht genauer draufgeschaut werden kann
12:39mit dem neuen Gesetz.
12:41Ob es dann noch eine Verschärfung braucht,
12:43durchaus etwas kontrovers hier diskutiert.
12:47Gehen wir mal von den reinen Spritpreisen
12:49jetzt weg zu weiteren Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft.
12:53Und wir gucken uns an der Stelle mal
12:54eine Grafik an von dieser Straße von Hormuz,
12:57die wahrscheinlich vor drei Wochen
12:59viele Leute gar nicht so genau kannten.
13:01Hier stecken seit Beginn des Krieges hunderte Tanker fest.
13:04Es warten auch Schiffe vor der Passage, wie man hier sieht.
13:07Das sind die roten Punkte am rechten unteren Bildrand.
13:10Die wollen in den Golf einfahren.
13:12Die Durchfahrt wird vom Iran oben in dunkelgrün kontrolliert.
13:16Und die Tanker haben unter anderem Rohöl, Flüssiggas,
13:19Chemieprodukte, Benzin, Diesel, Kerosin an Bord.
13:22Also wir haben verstanden, alles Grundstoffe,
13:25die essentiell für die Wirtschaft sind
13:27und damit natürlich auch für die deutsche Wirtschaft.
13:30Wir haben jetzt etwas länger hier schon über die Spritpreise gesprochen.
13:33Lassen Sie uns auf Lebensmittelpreise gucken.
13:36Das haben Sie ja auch gerade schon angesprochen.
13:39Die Gefahr besteht natürlich,
13:40dass es wieder zu überhöhten Preisen kommen kann,
13:42wie das auch beim Ukraine-Krieg schon der Fall war.
13:45Neben der Sprit-Taskforce
13:47gibt es jetzt auch eine Taskforce für steigende Lebensmittelpreise.
13:52Warum und was kommt da möglicherweise auf uns zu?
13:56Wer möchte beginnen? Herr Geisler.
13:58Es lässt sich ja relativ einfach erklären.
14:00Also wir düngen ja unsere Felder mit künstlichen Düngestoffen.
14:03Und das ist in der Regel Dünger, der wird aus Erdgas gewonnen.
14:06Einer der größten Erdgas-Käufer Deutschlands
14:09sitzt in Dütterstadt-Wittenberg, in Sachsen-Anhalt.
14:11Das ist die SKW Pisteritz.
14:13Die machen aus diesem Erdgas Ammoniak, Stickstoffdünger und so weiter.
14:18Und na klar, die beziehen ihr Gas auch auf den Weltmärkten.
14:21Das wird jetzt teurer und dadurch wird natürlich auch der Dünger teurer.
14:24Und der Landwirt steht jetzt vor zwei Optionen.
14:26Also er kann jetzt sagen, ich kaufe den teuren Dünger,
14:29dann muss ich aber am Ende die Produkte teurer verkaufen.
14:31Oder er sagt, ich dünge nicht so viel.
14:33Dann hat er aber weniger Produkte.
14:35Das Ergebnis ist in beiden Fällen das Gleiche.
14:37Die Preise für die Endprodukte der Landwirtschaft
14:40werden perspektivisch dadurch steigen.
14:43Es sei denn, es kommt schnell Frieden.
14:45Dann gehen natürlich auch die Düngemittelpreise wieder zurück.
14:47Aber man darf ja noch hoffen.
14:50Ich glaube, Sie haben gerade sehr gut erklärt,
14:52was die Düngemittel dann am Ende mit den Lebensmitteln zu tun haben.
14:55Es ist ja jetzt ein Part.
14:56Sie haben es eben schon angesprochen, Frau Abdelaziz-Dizzo.
14:59Was könnte denn diese Energie-Lebensmitteltaskforce
15:03sich jetzt ausdenken an der Stelle,
15:04wenn wir das Problem gerade so beschrieben haben?
15:06Ich würde vielleicht einen Kreis noch mal ergänzen.
15:08Das eine ist natürlich, was passiert hier in Deutschland.
15:11Stichwort Inflation.
15:12Die Preise ziehen an.
15:14Das andere ist natürlich mit Blick auf Düngemittel.
15:16Wenn wir in die Welt schauen,
15:18da sind natürlich Versorgungslagen teilweise gefährdet.
15:21Also nicht jeder ist in einer Luxussituation wie wir,
15:24wo wir nur in Anführungszeichen über steigende Preise sprechen.
15:27Sondern da geht es um Ernteausfälle in ganz großer Höhe.
15:30Und darüber, das muss man im Gesamten erblicken und verstehen,
15:34um überhaupt mal zu verstehen,
15:35welches Ausmaß dieser Iran-Krieg global hat.
15:38Das ist völlig richtig an der Stelle darauf hinzuweisen,
15:41dass es viele Länder viel, viel härter trifft als Deutschland.
15:44Bin ich ganz bei Ihnen.
15:45Trotzdem versucht sich jetzt ja Frau Reiche
15:47an unseren Lebensmittelpreisen abzuarbeiten.
15:50Also was könnte man da erwarten, Herr Wetzel?
15:53Ja, ich erwarte da nicht viel von.
15:54Also das einzige Schwert, das man hatte, so war das Wort,
15:57ist das Kartellrecht.
15:58Also verboten sind Preisabsprachen, Kartellbildung,
16:01da kann man höchstens ran.
16:03An der freien Preisbildung kann man sonst als Staat nicht viel machen.
16:06Also bitte, man kann die Mehrwertsteuer senken,
16:09vielleicht auf sieben Prozent für Gemüse.
16:11Wenn man die Bürger entlasten will.
16:13Aber...
16:13Ja, wir haben in Deutschland bei den Lebensmitteln
16:16ein relatives Oligopol, was die Supermarktketten angeht.
16:19Das heißt, wenige Player bestimmen, was in den Supermärkten liegt.
16:23Ich würde das mal positiv sehen,
16:24jetzt nicht mehr nur mit dem Kartellamt gleich drohen.
16:26Die sind sehr erfahren durch Corona
16:28und durch Russlands Angriff auf die Ukraine, Ukraine-Krieg,
16:32was die Lieferketten angeht.
16:34Das heißt, es muss gehen, regional produzieren,
16:36regionale Lieferketten umstellen, was irgendwie geht.
16:39Ich bin bei Herrn Geisler, Herrn Wetzel auch klar.
16:4130 Prozent der Düngemittel kommen aus dem Nahen Osten.
16:44Bei den Bestandteilen Ammoniak, Schwefel etc.
16:46ist es noch mehr.
16:46Es wird in der gesamten Lebensmittelkette weltweit wirken.
16:49Die Hälfte der Agrarproduktion hängt an diesen Düngemitteln,
16:52um hier auch noch mal das zu bestätigen.
16:57Und insofern positiv angehen, dass die Lebensmittelkonzernen,
17:02dass wir ein Auge darauf haben, wie die die Preise setzen
17:04und gleichzeitig darauf vertrauen, dass sie die Lieferketten anpassen können
17:07und umstellen, soweit es geht.
17:08Wir werden ein Problem kriegen über die Erträge.
17:11Die Erträge werden niedriger ausfallen
17:13und das wird ein Stück weit die Preise nach oben heben.
17:16Das Problem ist nicht nur die Straße von Hormuz,
17:18das betrifft den Transport.
17:20Wir haben jetzt ein massives Angebotsproblem.
17:22Mehr als ein Dutzend Ölfelder, Raffinerien, Anlagen
17:27sind jetzt schon zerstört im Nahen Osten.
17:29Das heißt, Angebotsengpässe über längere Zeit
17:31werden die Preise strukturell oben halten, höher für länger.
17:35Und wir sind schon auf einem strukturell höheren Preisniveau,
17:38weil wir eben Ukraine-Krieg hatten.
17:40Nie ging das mehr so runter, wie es war.
17:42Und jetzt kommen die Lebensmittel dazu, die Kunststoffe daher.
17:44Das heißt, wir haben ein Krisenszenario.
17:48Die Bundesregierung braucht einen Krisenplan
17:50für eine weitere Verschärfung, weil, letzter Punkt,
17:53dieses 48-Stunden-Ultimatum von Herrn Trump zeigt,
17:56wie verzweifelt er ist.
17:57Er braucht einen Exit und er kommt nicht raus.
18:01Und das ist höher für länger.
18:03Danke für den großen Zusammenhang.
18:05Und ich greife noch mal gerade auf, dann haben Sie gesagt,
18:07vielleicht, wenn die Lebensmittelpreise jetzt tatsächlich so steigen,
18:10wie Sie es ja gerade sehr gut beschrieben haben,
18:12ob man dann die Mehrwertsteuer senken kann.
18:13Und das trifft sich sehr gut mit der Mail eines Zuschauers,
18:17der uns geschrieben hat.
18:18Warum werden denn die Steuern in einer solchen Situation
18:21nicht reduziert?
18:21Weil Sie nehmen ja immer prozentual 19 Prozent,
18:24also sowohl an der Zapfsäule als auch bei den Lebensmittelpreisen,
18:27von schon sehr hohen Preisen.
18:29Durch die Preisanstiege profitiert doch auch der Fiskus
18:33mit dieser prozentualen Steuer.
18:34Diese Frage gebe ich Ihnen gleich mal mit.
18:36Und jetzt dürfen Sie gerne reagieren auf das, was gesagt wurde.
18:39Genau.
18:39Ich glaube, auch an der Stelle muss man den Blick ein bisschen weiten.
18:41Das ist ganz interessant.
18:42Im Moment konzentriert sich alles mit Blick auf den Iran-Krieg
18:45aus ökonomischer Sicht auf die Straße von Hormuz.
18:48Es gibt auch die Meeresstraße Bab el-Mandab,
18:50über die gerade fast keiner spricht.
18:52Obwohl die Houthis, die sehr eng mit dem Iran verbunden sind,
18:55erst gestern wieder oder vor wenigen Stunden gedroht haben,
18:58in dieser Meeresstraße für Chaos zu sorgen, sie vielleicht zu sperren.
19:01Und jetzt dürfen wir nicht vergessen,
19:02es ist der südliche Zugang zum Roten Meer.
19:05Das bedeutet, 12 bis 15 Prozent aller Waren global
19:09laufen über den Suez-Kanal.
19:11Um da hinzukommen, muss man durch diese Meeresstraße.
19:13Also das bedeutet, die Dimension ist noch gar nicht so richtig erfasst.
19:17Und gerade deshalb brauchen wir eine Art Notfallplan,
19:20brauchen wir einen Plan, der auch politische Unterstützung beinhaltet.
19:24Ich glaube, wir sind uns ja einig,
19:26dass das Beste wäre, dass der Krieg möglichst schnell endet
19:29und wir möglichst schnell wieder
19:31in eine einigermaßen friedliche Situation kommen.
19:34Im Moment sieht es danach gar nicht aus.
19:36Und vor zwei Wochen haben wir hier genau das diskutiert,
19:38wie geht es weiter mit dem Iran-Krieg
19:40und wie kann es geopolitisch da weitergehen.
19:43Heute sind wir aber bei den Auswirkungen auf Deutschland.
19:45Sorry, dass ich zum Thema zurückkomme.
19:47Herr Wetzel, was machen wir mit den Steuern?
19:49Weil im Moment kassiert der Staat ja an der Zapfsäule
19:52oder jetzt schon bei höheren Lebensmittelpreisen mit ab,
19:55muss man da mal die Steuer runtersetzen.
19:57Bevor es soziale Notlagen gibt, muss man daran denken, glaube ich.
20:00Aber man muss auch aus demselben Grund vorsichtig sein
20:02wie bei den Tankrabatten.
20:04Wenn man den Verbrauchern suggeriert, es gäbe keine Knappheit,
20:07dann erhöht man den Verbrauch eines knappen Gutes.
20:10Das ist eine gefährliche Sache.
20:12Also die Preise soll man wirken lassen.
20:14Die müssen wirken, damit die sparsames Verhalten anreizen.
20:17Das ist so.
20:18Man kann nicht so tun, als gäbe es keine Knappheit
20:20oder dem Bürger das Vorspielen durch Steuersenkungen im Zweifel.
20:23Da muss man sehr aufpassen.
20:24Ich wollte nur noch anmerken, es gibt ja Grund zur Hoffnung.
20:28Also es gibt vorsichtigen Grund für Optimismus.
20:31In drei Beziehungen.
20:32Also erst mal, ich höre, dass der Iran speziell Schiffe nach China durchlässt.
20:39Und nach Indien offensichtlich auch.
20:41Und nach Indien, so.
20:42Das entlastet ein bisschen.
20:43Und zweitens gibt es eine innerarabische Pipeline
20:46nach dem Hafen von Juna, heißt er, glaube ich, im Roten Meer.
20:49Da würde man sogar die andere Meerenge auch noch umgehen
20:52und könnte direkt quasi Erdöl nach Indien.
20:54Die fängt allerdings nur ein Bruchteil auf.
20:55Das ist richtig.
20:56Ja klar, soll ausgebaut werden und so weiter.
20:58Aber man würde nicht auf Null runterfahren.
21:01Und die dritte Hoffnung ist, wenn wir auf das Ultimatum gucken,
21:04das am Dienstag ausläuft von Trump, das heißt Taco.
21:08Trump always chickens out.
21:10Der hat bisher immer noch einen Rückzieher gemacht,
21:12bevor es richtig ernst geworden ist.
21:14Und da müssen wir mal beten, dass sich das bewahrt hat.
21:16Jetzt haben Sie mir aber alle immer noch nicht die Frage der Steuern beantwortet.
21:19Also was machen wir?
21:20Herr Geiser, jetzt bitte.
21:22Also die Lebensmittel haben ja schon niedrige Mehrwertsteuer.
21:26Es ist ja schon niedriger als bei Konsumgütern.
21:29Ich bin mir da nicht so sicher, ob das jetzt so viel bringt.
21:32Ich hatte das ja bei dem Tankrabatt schon gesagt.
21:33Ich halte nichts von Maßnahmen, die allen zugutekommen.
21:36Ja, weil der Staat eben nicht dazu da ist, den Menschen Krisen der Welt vom Leib zu halten.
21:41Sondern er muss gucken, dass er denen, die in Not sind, auch hilft.
21:44Und wenn wir jetzt Mehreinnahmen haben aus diesen Steuern, beim Tanken oder von woanders,
21:49dann sollte man gucken, wie kann man gezielt jene unterstützen, die darauf angewiesen sind.
21:52Ich habe es schon mal angesprochen.
21:54Dieses Klimageld ist nie gekommen, war mal versprochen worden.
21:57Da sollte man schauen, wie kann man Leute unterstützen, die sozial bedürftig sind.
22:01Ich würde jetzt nicht breit das Geld verteilen, weil die Wahrheit ist, es ist eigentlich nicht da.
22:06Und um das zu ergänzen, vielleicht ganz kurz.
22:09An der Stelle ist natürlich auch so, dass wir das große, in Anführungszeichen, Sondervermögen haben.
22:15Also quasi Schulden, ein Mini-Wachstum der deutschen Wirtschaft, was darauf gestützt ist.
22:19Also kein gesundes Wachstum, wenn wir so wollen.
22:21Und wenn jetzt noch reale Gewinne, die der Staat sozusagen durch diese höhere,
22:27oder die Anpassung der Mehrwertsteuer an den Spritpreis einnimmt,
22:29das sind ja reale Gewinne, die erstmal nicht da sind.
22:32Das bedeutet, der Haushalt wird weiter belastet.
22:34Das bedeutet in der Konsequenz, dass der Schuldenberg ansteigt.
22:38Und das heißt, die zukünftigen Generationen sind noch mehr in der Verantwortung dafür zu sorgen,
22:43dass diese Schulden abgebaut werden.
22:44Also dieser Kreislauf, der dreht sich immer weiter.
22:46Frau Kohl.
22:47Ich würde mich in dieser Szenarienplanung auf den Worst Case einstellen.
22:51Insofern darf die Bundesregierung nicht gleich all ihr Pulver verschießen.
22:55Das heißt, in the long run, und den werden wir kriegen,
22:58auch eine Mehrwertsteuersenkung noch mal zu eruieren,
23:00auf vielleicht null Prozent bei Lebensmitteln, aber jetzt noch nicht.
23:03Eine CO2-Steuer temporär auszusetzen, vielleicht brauchen wir das.
23:07Auch wenn das Klima schädlich ist und nicht so gut, vielleicht brauchen wir das.
23:11Und ich würde immer über den Energieanteil an der Lebensmittelproduktion gehen.
23:15Die Lebensmittelproduktion hat einen hohen Energieanteil.
23:19Um das mal positiv anzusetzen wie Herr Wetzel.
23:21Wir sind von der Versorgungssicherheit akut nicht gefährdet,
23:25weil wir unser Gas hauptsächlich, das ist eine Lehre aus dem Ukraine-Krieg,
23:29jetzt aus europäischen Ländern beziehen, vor allem Norwegen, Belgien, Niederlande,
23:33Teil auch LNG aus USA bei nur acht Prozent ungefähr am Gesamtenergieversorgung.
23:38Das heißt, die Europäer, Europe first, europäische Preise, europäische Einkäufe.
23:43Wie handeln wir das als Europäer gemeinsam?
23:46Weil versorgungsknapp sind wir noch nicht.
23:48Aber der Weltmarktpreis wird uns ereilen.
23:50Aber wie kriegen wir gemeinsam das runter?
23:51Und dann wie gesagt, was die Gaspreise angeht, dass man sagt,
23:57hier das teuerste Kraftwerk nehmen wir raus, dass es uns den Preis setzt für Strom etc.
24:01Und da endlich diese Order weg damit und so weiter.
24:05Aber bei der gemeinsamen Energieversorgung, um die Preise handelbar zu halten.
24:11Und das dann rückkoppeln auf Lebensmittel und die Konzerne in die Pflicht nehmen,
24:15hört zu, ihr zockt uns nicht ab, ihr seid vier Konzerne und wir bleiben im Gespräch, wie wir das machen.
24:21Sie haben gerade gesagt, man muss vom schlimmsten Szenario ausgehen und sich darauf vorbereiten.
24:27Bloomberg hat ja auch fünf Szenarien für Deutschland schon gearbeitet.
24:30Das ist auch, Frau Ehen, ein Langfrist-Szenario.
24:32Absolut.
24:33Aber je nachdem, wie lange dieser Krieg dauert und wie hoch der Preis noch steigt, desto schlimmer wird es.
24:39Das ist das Motto, ein Pessimist ist ein Optimist mit Erfahrung.
24:41Genau.
24:42Ich wollte aber jetzt vor allem auf das Thema Gas, weil es ist ja sehr vielschichtig.
24:46Wir haben ja verstanden, was gerade im Moment alles in Sachen Weltwirtschaft blockiert ist.
24:51Sie haben gerade das Prozedere beim Gas beschrieben.
24:53Ja, wir haben seit dem Ukraine-Krieg schon diversifiziert.
24:56Aber in der Vorbereitung auf diese Sendung ist mir aufgefallen, so deutlich wie noch nie,
25:01dass im Moment die Gasspeicher ja relativ leer sind in Deutschland.
25:04Sie sind zu 22 Prozent gefüllt aktuell.
25:08Das war nach anderen Wintern auch schon mal mehr.
25:11Diesen Winter sind es nur 22 Prozent.
25:13Und wenn Frau Reiche als Wirtschaftsministerin jetzt sagt, wir müssen, genauso wie strategische Erdölreserven,
25:19jetzt auch strategische Gasreserven anlegen, wir müssen diese Speicher schnell füllen,
25:24kommen wir ja jetzt in das Problem, dass im Moment Gas auch verteuert wird durch die Angriffe auf die Anlagen,
25:30die wir zu Beginn der Sendung gesehen hatten.
25:31Was machen wir denn da?
25:33Sie haben gerade angedeutet, wir müssen nicht mehr vom teuersten Kraftwerk aus rechnen.
25:38Das Prinzip, was sich dahinter verbirgt, nennt sich Merit Order.
25:41Können Sie das einmal fürs Publikum kurz erklären, wie das funktioniert?
25:45Ja, es ist das teuerste Kraftwerk in der EU, das den Strompreis vorgibt.
25:49Und das ist in der Regel ein Gaskraftwerk.
25:51Wir sehen es in Spanien, das ist ganz interessant, da gibt es einen iberischen Gasdeckel.
25:55Das heißt, man hat die Gaspreise das teuerste Kraftwerk rausgenommen, um die Südstaaten da irgendwie zu unterstützen.
26:00Aber was Spanien uns auch zeigt, Spanien hat seit 2019 extrem umgerüstet auf erneuerbare Energien.
26:08Das heißt, der Anteil an der Versorgung ist 60 Prozent, wenn die Sonne viel scheint, der Wind kräftig weht, sogar
26:13noch deutlich höher.
26:16Und dadurch hat man den Einfluss des Ölpreises auf die Energiepreise um 75 Prozent gemindert.
26:21Man hat im europäischen Vergleich dadurch mit die niedrigsten Energiepreise, erkauft aber wieder über Steuern, weil man die Netze umrüsten
26:29muss und dann wird der Preis wieder höher.
26:30Was ich sagen will, in der Langfristperspektive sieht man, dass Spanien autarker ist und bessere Preise kriegt über den Ausbau
26:37der Erneuerbaren.
26:38Das nimmt uns nicht raus aus dem, was jetzt läuft.
26:42Aber dass Frau Reiche jetzt ausgerechnet die Förderung der Photovoltaik zurückfahren will für Privathaushalte, halte ich für einen Kardinalsfehler in
26:51der Langfristperspektive.
26:53Was die Kurzperspektive angeht, 20 Prozent Gasspeicherfüllstand stimmt, aber schnell müssen wir nicht sein.
27:01Wir haben ein paar Monate, bis der Winter kommt.
27:03Und bis dahin brauchen wir einen Plan mit unseren europäischen Nachbarn, Freunden in der Union, wie wir das gemeinsam handeln.
27:11Nicht einfach nur mal schnell kaufen auf Verdacht, sondern einen Plan machen, wie wir die Speicher gefüllt bekommen, gemeinsam zu
27:17den niedrigsten Preisen, die derzeit möglich sind.
27:19Ich würde gerne eine Sache ergänzen und zwar mit Blick auf Diversifizierung.
27:24Sie haben eben gesagt, wir haben uns schon ausreichend jetzt die letzten Jahre diversifiziert.
27:28Das stimmt natürlich mit Blick auf die russische Abhängigkeit von Erdgas, Pipeline-Gas, die ist passé soweit.
27:35Aber wenn wir auf das LNG schauen, das LNG und auf deutscher Ebene runterbrechen, LNG macht ungefähr 13 Prozent unserer
27:41gesamten Gasimporte aus.
27:43Und davon sind über 90 Prozent kommen aus den USA.
27:47Das heißt, wir sind mehr oder weniger von die eine in die andere Abhängigkeit gerutscht.
27:51Wir brauchen LNG, jetzt kann man sagen, es sind nur 13 Prozent.
27:53Wir brauchen es aber als sozusagen Energieform oder mögliche Transportform des Gases, Flüssigerdgas.
28:03Aber nichtsdestotrotz müssen wir doch an dieser Stelle auch schauen, wie können wir uns weniger abhängig machen.
28:07Wir sind ja erpressbar.
28:09Und das in einer US-Präsierung höchst volatil.
28:12Wobei ein 10 Prozent Anteil handelbar ist.
28:15Man muss auch sagen, LNG ist keine andere Energieform.
28:17LNG ist Erdgas, das verflüssig wird für den Transport.
28:22Das heißt, es gibt schon einige, nur um kurz zu sagen, ich sehe das nämlich nicht ganz so.
28:26Ich würde absolut abraten, sich noch abhängiger von den USA zu machen.
28:31Denn dann sind wir erpressbar für Herrn Trump.
28:34Genau das sage ich.
28:34Das heißt, diese 10 Prozent, weil ich glaube, es sind nicht 13, es sind 10, eher oder 8.
28:38Diese 10 Prozent sind für uns noch handelbar.
28:40Aber das jetzt noch aufzustocken, um sich in Erpressbarkeit zu begeben, das ist ja genau das.
28:45Ich glaube, Sie hatten ja gerade denselben Punkt, zu sagen, wir müssen uns von fossilen Energien unabhängiger machen,
28:51weil wir sind von der russischen Abhängigkeit jetzt in eine LNG-Trump-Abhängigkeit geraten.
28:55Und die müssen wir reduzieren.
28:57Genau.
28:57Über 90 Prozent.
28:58Sie haben ja quasi hier auch schon meinen Moderationsschritt mit übernommen, indem Sie zu den erneuerbaren Energien gekommen sind.
29:05Nein, nein, alles gut.
29:06Aber ich wollte genau da hinkommen jetzt.
29:09Also wie können wir, wir haben das Dilemma jetzt wirklich umfassend beschrieben,
29:12wie können wir denn langfristig dafür sorgen, dass diese Abhängigkeit von Ländern, denen wir nicht ausgeliefert sein wollen,
29:19von fossilen Energieträgern, wie können wir die zum Beispiel durch den Ausbau der Erneuerbaren befördern?
29:26Also ich würde in jedem Falle sagen, wir müssen gucken, dass wir uns mehr selbst versorgen.
29:31Jetzt würde ich Anja Kohl in einem Punkt doch widersprechen.
29:33Ich glaube, dass diese Solardachförderung tatsächlich weg kann.
29:37So ein Solardach in Kombination mit einem Speicher lohnt sich für jemanden, der ein Eigenheim hat und das machen kann.
29:44Ich verstehe nicht, warum der deutsche Staat das finanziell fördern soll.
29:47Ein Produkt, wo man heute sagt, die Preise sind so runtergegangen bei Solaranlagen und Speichern, das lohnt sich auch so.
29:53Also da würde ich sagen, das kann eigentlich weg.
29:55Jetzt sehe ich anders, aber...
29:57Können wir ja dann noch ausdiskutieren.
29:58Also einfach Dissens über die Solarförderung.
30:01Man muss natürlich eigentlich...
30:02Oh, weil die Förderung da war.
30:03Ihr eigene Energien ausbauen und da bin ich natürlich auch bei Solarkraft, aber vor allem bei Wind.
30:08Aber ich finde auch, wir müssen offen und ehrlich nochmal darüber diskutieren, was können wir im Land sonst noch tun.
30:15Wir kaufen uns jetzt dieses LNG-Fracking-Gas aus den USA.
30:19Ich bin kein Experte für deutsche Gasfelder, aber zumindestens offen darüber zu diskutieren, ob das eine Option ist, das fände
30:25ich schon wichtig.
30:25Also Fracking-Gas in Deutschland zu fördern.
30:28Möglicherweise, aber eben auch.
30:29Dauert allerdings lange, ne?
30:30Kann sein.
30:31Ich bin, wie gesagt, ich bin da kein...
30:32Halt dich gesellschaftlich nicht umsetzbar.
30:34Herr Geisler, genau, führt einmal den Gedanken fertig, bitte.
30:37Kann sein.
30:37Ich komme gleich noch zu einem Punkt, wo Sie wahrscheinlich sagen, es ist gesellschaftlich nicht umsetzbar.
30:40Also wir kaufen dieses Gas aus den USA, wo Leute sagen, das ist im Grunde von der Klimaschädlichkeit ähnlich wie
30:46die heimische Braunkohle.
30:47Die Gaskraftwerke, die uns später beim Gelingen der Energiewende mal versorgen sollen, die sind noch gar nicht gebaut.
30:52Das Gesetz ist noch gar nicht da.
30:54Die Kohlekraftwerke stehen schon.
30:56In Nordrhein-Westfalen hat man gesagt, wir wollen schon 2030 aus der Kohle raus, statt 2038.
31:02Ich prognostiziere, wir werden eine Debatte bekommen, ob zumindestens Nordrhein-Westfalen wieder auf 2038 geht,
31:07wenn es tatsächlich so ist, dass diese heimische Braunkohle nicht klimaschädlicher ist als dieses LNG-Fracking-Gas.
31:13Ja, das ist guter Punkt.
31:14Damit sind wir jetzt...
31:15Also das ist...
31:16Wir können uns ja drüber streiten, langfristig oder mittelfristig.
31:20Sie haben jetzt gerade...
31:20Mittelfristig.
31:20Genau, mittelfristig wird langfristig kommen.
31:21Nein, nein, nein, mittelfristig haben Sie gerade gesagt.
31:23Guter Punkt, Herr Wetzel.
31:25Ja.
31:25Also kurzfristig kann man, glaube ich, am Energiemarkt, am Strommarkt, wenn wir jetzt da sind,
31:29ja, kann man in der Tat schnell handeln und überzeugend handeln.
31:33Und zwar haben wir Steinkohlekraftwerke als Reserve in der Landschaft stehen.
31:376,7 Gigawatt, also wie sechs Atomkraftwerke quasi.
31:40Das ist eine erhebliche Kapazität.
31:42Da sitzen die Betriebsmannschaften und spielen Skat.
31:44Die werden finanziert und die machen nichts.
31:46Die dürfen nicht am Markt teilnehmen.
31:48Sind Sie sicher mit dem Skat?
31:49Entschuldigung, die Kollegen in der Kraftwerkswarte.
31:52Aber die könnte man sofort reaktivieren, zurück an den Markt holen.
31:56Das hat Robert Habeck selber gemacht.
31:58Also bevor Leute wieder Schnappatmung kriegen wegen Kohleausstieg und so weiter.
32:02Das hat Habeck auch gemacht bei der Ukraine-Krieg.
32:03Der hat die Kohlekraftwerke zurückgeholt an den Markt für einen begrenzten Zeitraum.
32:07Wir haben jetzt 6,7 Gigawatt Steinkohlekraftwerke.
32:10Die könnten morgen wieder am Netz sein und die würden erheblich.
32:12Wir haben einen Megawattstundenpreis von 200 Euro gesehen gestern.
32:15Das wären 100 Euro, wenn wir diese Kohlekraftwerke einfach mal wieder in den Markt holen würden.
32:19Das steht übrigens sogar im Koalitionsvertrag, dass diese Möglichkeit eruiert werden soll.
32:24Damit müsste man, das hatten Sie ja auch gerade angesprochen, Herr Geißler,
32:27also der Kohleausstieg in NRW eigentlich bislang für 2030 vorgesehen, für ganz Deutschland 2038.
32:33Den müsste man dann möglicherweise verschieben?
32:37Naja, also so weit würde ich nicht gehen.
32:38Ich glaube schon, dass der Kohleausstieg langfristig kommen muss.
32:42Wir wollen ja weg von fossilen.
32:43Aber in der kurzfristigen Frage, da sehe ich das wie Herr Wetzel, kann man überlegen, ob man hier noch Reserven
32:49heben kann,
32:49einfach um die Preise runterzukriegen und um irgendwie über diese Krisenzeit hinwegzukommen.
32:54Ja, das denke ich schon.
32:55Ich glaube aber nicht...
32:56Ist das denn sonst Konsens hier am kregen Argument?
32:59Es ist schon ein teures Auslaufmodell, das muss man fairerweise sagen.
33:04Und gleichzeitig setzt es vielleicht auf falsche Anreize.
33:07Also alles ist ausgerichtet auf, wir möchten uns unabhängig machen, energetisch.
33:12Und das bedeutet, wir müssen auf erneuerbare Energien setzen, nicht nur für das Klima.
33:15Aber unabhängig wäre auch mit der eigenen Kohle.
33:18Ja, richtig.
33:18Aber klimatechnisch ist es natürlich...
33:20Das ist richtig.
33:21Ich will das auch nicht grundsätzlich infrage stellen.
33:23Ich glaube auch nicht, dass wir jetzt anfangen, neue Tagebauer aufzumachen.
33:25Das wird nicht kommen.
33:26Aber nochmal, wenn wir feststellen, dass LNG-Gas aus den USA von der Klimaschädlichkeit
33:32durch den Methanausstoß bei der Förderung durch den Transport über die Schiffe
33:35am Ende eine gleiche oder schlechtere CO2-Bilanz hat als die heimische Braunkohle,
33:40das müsste man nochmal durchrechnen, ne?
33:42Auf jeden Fall Steinkohle.
33:43Genau.
33:43Oder Steinkohle.
33:44Ja.
33:45Dann stellt sich mir die Frage, ja, warum nutzen wir dann denn nicht das, was wir hier vor
33:49der Tür haben?
33:49Ja, das Interessante wird sein, dass jetzt alles, was wir bisher gedacht haben, wieder
33:54Makulatur ist.
33:55Weil dieser Krieg verschiebt die Energiemärkte dermaßen, dass es tatsächlich sein kann,
34:01wie Herr Geisler sagt, dass wir über Dinge neu nachdenken müssen.
34:05Das ist aber erst in der Folge dessen, je nachdem wie lange das dauert und wie hart
34:09und wie brutal das Ganze wird.
34:11Und es wird schon hart und brutal.
34:12Und was Herr Wetzler sagt, sehr richtig, wie Habeck es auch gemacht hat, wir müssen
34:17alles erwägen, um möglicherweise Reserven zu reaktivieren, ins Netz einzuspeisen, um
34:23die Preise zu drücken und auch die Versorgung zu sichern.
34:25Wahrscheinlich ist das so, ja.
34:26Diese Kohlekraftwerke hätten die Gaskraftwerke aus der Meret-Order rausgeschoben, nach hinten.
34:31Weil es dann günstigere Strom durch Kohlekraftwerke...
34:36Genau, ja, ja.
34:36...und dann wäre Gas rausgefallen.
34:40Weil Sie jetzt auch gerade gesagt haben, man muss in dieser Krisensituation über alles
34:44nachdenken.
34:45Es gibt ja auch Politiker, die über Mini-Atomkraftwerke nachdenken, also wieder eine Abkehr vom Ausstieg
34:52aus der Atomenergie, die wir hier vollzogen haben, Herr Metzen.
34:55Ja, ich glaube, da ist es sinnlos, darüber zu reden, also dass, wenn überhaupt, haben
34:59wir die in fünf...
34:59Herr Söner findet das nicht so sinnlos.
35:00Nee, das ist auch nicht sinnlos.
35:02Die machen Sinn.
35:02In 15 Jahren kommen die dann.
35:04So, das hilft uns jetzt gerade nicht.
35:06Aber was eine andere kurzfristige oder mittelfristige Option sind ja Langfristverträge für Erdgas,
35:11ja.
35:11In Deutschland ist das so, wir haben aufgehört, langfristige Gasbezugsverträge abzuschließen,
35:16ja.
35:16In Norwegen gibt es ein Gasfeld und die Norweger sagen, das erschließen wir für euch,
35:20wenn ihr eine 20-jährige Abnahmegarantie unterzeichnet, über 20 Jahre Bezugsvertrag.
35:25Dann geht die Ampelregierung hin, grün-rot, und sagt, nein, wir wollen ja klimaneutral sein,
35:29in 15 Jahren im Zweifel.
35:312038 gibt es schon keine CO2-Zertifikate mehr, so.
35:34Können wir leider nicht machen.
35:35Wir kaufen Gas nur noch mit zehnjährigen Lieferverträgen.
35:38So, und das ist natürlich schnell.
35:40Dann bleibt das Erdgas da am Boden und dann geht an jemand anders.
35:42Also ich glaube, Deutschland braucht langfristige Bezugsverträge für Erdgas.
35:46Das muss wieder möglich werden.
35:47Und dann muss auch der an sich auch unsinnig, systemisch unsinnige Klimaneutralitätsziel 2045
35:55an das europäische 2050er-Ziel angepasst werden, weil sonst laufen wir dagegen eine Wand.
36:00Das heißt, Sie würden länger Gas aus dem Ausland beziehen wollen,
36:03als das aktuell von der Ampelregierung organisiert wurde?
36:05Ja, wobei man jetzt auch sieht, dass diese Langfristverträge nicht mehr gelten,
36:08weil Force Majeure, Kriegssituation,
36:12Qatar Energy hat jetzt gesagt, 17 Prozent der Kapazität LNG ist zerstört,
36:17drei bis fünf Jahre Reparatur dieser Anlage,
36:1920 Milliarden jährlich Dollar an Einnahmenverlusten.
36:23Wir können nicht mehr garantieren, dass wir liefern und alle Preise,
36:26die wir bisher in Langfristverträgen hatten, sind Makulatur.
36:29Das heißt, bei so einer großen Krise gelten auch Langfristverträge nichts mehr.
36:32Was Atom angeht, ich halte es betriebswirtschaftlich nicht für möglich,
36:36weil wir sind ausgestiegen aus der Atomkraft.
36:40100 Milliarden plus Investitionsvolumen.
36:42Die deutschen Konzerne sagen, klar, sie wollen das nicht.
36:45Es ist eine ausgestiegene Technologie.
36:47Und ich bin mir sicher, die Preise, selbst wenn wir es machen würden politisch,
36:51würden sie sich wiederholen beim Endkunden.
36:53Das heißt, diese Legende, dass es eine billige Energie ist, Atomkraft,
36:59kann ich nicht teilen.
37:00Und das Zweite ist gesellschaftlich nicht durchsetzbar.
37:03Sie kriegen nirgendwo in Deutschland so einen Reaktor gebaut,
37:06weil Einfluss auf die Immobilienpreise in meinem Vorgarten doch nicht.
37:09Meine Landschaft ist nicht mehr so schön.
37:11Mein Haus ist nicht mehr so viel wert.
37:13Überhaupt ist es nicht mehr so schön her.
37:15Ich halte es für gesellschaftlich 0,0 umsetzbar in Deutschland.
37:19Europa ist ein anderes Feld, vielleicht irgendwo in Osteuropa,
37:21wo man ein bisschen mehr auf die Jobs guckt und ein bisschen mehr auf die Investition.
37:25Aber in Deutschland sehe ich es gesellschaftlich nicht.
37:26Bei den Kosten erinnern Sie sich.
37:28Also erneuerbare Energien ist eine billige Art, teuren Strom zu produzieren.
37:33Und Atomkraft ist eine teure Art, billigen Strom zu produzieren.
37:35Aber warum wollen es dann, Herr Wetzel, die Energiekonzerne nicht?
37:38Nach der Abschreibung eines Atomkonzerne.
37:39Ja, weil die das regulatorische Risiko in Deutschland wirklich keine Lust mehr drauf haben.
37:42Ja, eben, das ist ja auch Investition und Risiko.
37:45Das regulatorische Risiko, dass die Grünen nach drei Jahren wieder eine Regierung mitmischen.
37:49Und dann werden die wieder enteignet.
37:50Der Merz sagt, er will es nicht, weil die E.ON und alle anderen ihm sagen,
37:54hör zu, das ist aller Kaffee, wir wollen auf keinen Fall mehr Atomkraft.
37:56Wir wollen natürlich nicht.
37:57Es ist klar, wenn er es macht, dann müsste es eine staatliche Gesellschaft machen.
38:00Eine staatliche Gesellschaft behauptet, Klammerkaffee.
38:02Das ist in Deutschland, haben Sie völlig recht, gesellschaftlich durchsetzbar und auch von den Energiekonzerne gar nicht gewünscht.
38:08Das ist wichtig.
38:08Danke für...
38:08Trotzdem ist in Atomkraft eine billige Energie, weil die nach 30 Jahren für ein abgeschriebenes AKW...
38:15So, Papier, das ist das nix.
38:16Moment, wir sind gleich am Ende der Sendung angekommen.
38:19Danke für diesen Dialog.
38:20Ich freue mich, dass ich Sie ermuntert habe, untereinander zu diskutieren.
38:24Danke für diesen Dialog.
38:25Herr Geisler, Sie kriegen gleich noch eine Frage, denn ich möchte zumindest bei den unkonventionellen Vorschlägen auch noch diesen hier
38:31aufzählen.
38:31Vor allem im Osten wird diskutiert, wieder mehr russisches Gas und Öl zu nutzen.
38:37Wir wissen, auch das ist aufgrund des Ukraine-Kriegs ja so eingestellt worden.
38:41Und ganz kurz wollen wir noch mal reinhören in Viktor Orban, den Präsidenten von Ungarn, der das für eine sehr
38:48gute Idee hält.
38:51Tatsache ist, dass sich derzeit weltweit ein Ölmangel abzeichnet.
38:54Das Verhalten und die Strategie, die Europa in dieser Situation zeigt, ist daher aus meiner Sicht völlig unverständlich.
39:02Wir brauchen das russische Öl dringend.
39:05Unter den aktuellen Bedingungen, die sich zunehmend verschärfen, kommen wir ohne russische Energie nicht aus.
39:11Europa kann ohne diese Ressourcen nicht überleben.
39:15Das ist die Meinung von Herrn Orban. Herr Geisler, wie bringen Sie darauf?
39:19Also ich weiß, dass viele Ostdeutsche das auch so sehen. Ich selber sehe es nicht so.
39:23Also ich denke, wir können wieder russisches Öl und Gas kaufen, wenn es zu einem Friedensvertrag kommt, dem die Ukrainer
39:29ausdrücklich zustimmen können.
39:32Dann sehe ich das schon. Aber vorher sehe ich es ehrlich gesagt nicht.
39:35Wir sind fast am Ende der Sendung angekommen. Deshalb möchte ich noch mal Frau Abdelaziz dazu fragen.
39:41Sie haben jetzt diese ganze Debatte über mögliche AKWs, erneuerbare Energien, russisches Gasöl.
39:46Wie blicken Sie auf all das?
39:48Also beim russischen Öl frage ich mich manchmal, ist es nicht eine Farce, wie wir darüber denken?
39:53Weil de facto wurde in der Vergangenheit über Jahre hinweg russisches Öl an Indien verkauft.
39:57Die haben es raffiniert und an uns wiederum verkauft.
39:59Also wir leben in einer globalisierten Welt.
40:02Mein Plädoyer ist, wir brauchen insbesondere für Deutschland, aber auch für die EU, Souveränität wirtschaftlich.
40:08Das heißt kurzfristig schauen, wie können wir selektiv unterstützen, da wo es wichtig ist.
40:12In bestimmten Sektoren oder auch für bestimmte Gruppen in der Gesellschaft, einkommensschwache Gruppen.
40:18Und zweitens aber mit Blick in die Zukunft Diversifizierung.
40:21Wir brauchen verschiedene Handelspartner, müssen uns auch ein bisschen von dieser sogenannten Wertepartnerschaft befreien.
40:26Weil Werte können sich offenbar verändern, siehe die aktuelle US-Regierung.
40:29Und all das in Summe führt mich dazu zu sagen, ein souveränes Deutschland macht uns wirtschaftlich stark.
40:35Und da alles, was wir entscheiden, alles was wir diskutieren, muss darauf ausgerichtet sein.
40:39Danke, auch die Wertepartnerschaft hätte man jetzt hier sehr gut am Tisch noch mal diskutieren können.
40:43Wir sind aber tatsächlich am Ende dieser Sendezeit im Ersten angekommen.
40:47Danke für Ihr Interesse.
40:48Wenn Sie im Ersten bleiben, gibt es das ARD Europa Magazin.
40:51Das blickt heute vor allem darauf, wie die Ukraine auch unter den Folgen des Iran-Kriegs leidet.
40:56Wenn Sie Presseclub nachgefragt hören wollen, können Sie das auf WDR 5 und NDR Info tun.
41:00In jedem Fall wünsche ich Ihnen einen guten Sonntag.
41:03Danke und tschüss, bis zum nächsten Mal.
41:12Und da sind wir schon wieder bei Presseclub nachgefragt auf phoenix, WDR 5 und NDR Info.
41:19Das ist jetzt die Viertelstunde, wo auch das Publikum hier seine Fragen loswerden kann.
41:25Und wir beginnen in Niederkassel mit Hans Göppels. Guten Tag. Was möchten Sie von der Runde wissen, bitte?
41:30Guten Tag. Ich habe eine Frage an die Runde. Traut sich jemand eine Prognose zu, wie lange der Iran dieses
41:40Desaster durchhält?
41:44Ja, eine Prognose.
41:45Die Wirtschaft des Iran ist ja auch geschwächt durch diese Sache.
41:48Ja, absolut. Die Wirtschaft des Iran ist auch geschwächt.
41:52Ja, wer traut sich eine Prognose zu?
41:54Ich traue mir eine zu.
41:55Ja, Frau Abdel, sei es dir zu.
41:58Eine pessimistische insofern, als dass ich glaube, der Iran hat noch viele Möglichkeiten nicht ausgeschöpft,
42:05um diesen Krieg eventuell noch monatelang weiterführen zu können.
42:08Wir unterschätzen die Stärke des Iran.
42:10Nicht nur, dass der Iran Verbündete hat wie Russland und teilweise auch China.
42:14Auch die Houthi-Rebellen, die ich eben angesprochen habe, die den Bab al-Mandab-Kanal kontrollieren.
42:19Das sind alles Faktoren und Joker, die der Iran noch hat.
42:22Plus die Attrappen, die im Moment auch viel gesetzt werden im Iran selbst,
42:26die dann von US-Streitkräften und israelischen Streitkräften zerstört werden,
42:30aber de facto gar nicht viel gebracht haben.
42:32Also ich glaube, wir unterschätzen den Iran.
42:34Und dieser Krieg könnte womöglich noch lange andauern.
42:38Ja, danke für diese pessimistische Prognose.
42:43Und wir gehen weiter zu Ewald Schmidt nach Rastatt.
42:46Hallo.
42:49Und zwar folgendes.
42:51Die Dame hat ja gerade gesagt, es könnte noch monatelang weitergehen.
42:55Und wir steuern direkt eigentlich auf ein wirtschaftliches Chaos zu.
43:00Wirtschaftliche Katastrophe.
43:02Und ich frage mich, wieso Europa und Industrieländer nicht militärisch da eingreifen
43:09und die Straße von Hormuz schützen.
43:13Wir haben die Hessen, wir haben zur Drohnenabwehr, den Kanzlerin Sanuka,
43:18den kann man auch auf den Schiff verfrachten.
43:19Wir könnten theoretisch diese Straße vollkommen schützen,
43:23damit die Schifffahrt durchgehen.
43:26Warum wird das nicht getan?
43:28Meine Frage geht an die Dame mit dem lilanen Pullover.
43:31Ja, vielen Dank.
43:32Frau Kohl, genau.
43:33Und Herr Schmidt, schöne Grüße nach Baden-Württemberg.
43:36Und Ihre Frage deckt sich tatsächlich auch mit Fragen,
43:38die wir per Mail bekommen haben.
43:40Eben genau das müssten sich andere Länder
43:43nicht an der Sicherung dieser Straße von Hormuz beteiligen.
43:46Ja, ich wäre da sehr vorsichtig,
43:47sich in ein kriegerisches Unterfangen einzumischen,
43:51dessen Ausgang wir nicht klar sehen.
43:54Herr Trump weiß ja nicht mal selbst, was er macht,
43:56was das eigentliche Ziel ist.
43:58Das heißt, er sagt zum einen, er fährt runter,
44:00winding down this operation.
44:02Und gleichzeitig schickt er Marine in diese Region.
44:05Da liegen 6000 Minen geschätzt im Persischen Golf,
44:11Raketenarsenal des Iran, Drohnenarsenal des Iran,
44:14unterstützt von Russland, hochgradig unterstützt von Russland
44:18und indirekt wahrscheinlich auch von China.
44:20Das heißt, dieser Krieg ist asymmetrisch.
44:22Es geht nicht darum, wie lange können die das,
44:24sondern wie neuralgisch können die das.
44:26Und was jetzt mit diesem Ultimatum geschieht,
44:28ist, wenn der Iran rückschlagen kann,
44:30dann wird er gezielt weitere Raffinerien,
44:32weiteres Öl und weiteres Gasangebot attackieren.
44:36Dann gehen wir in eine hochgradige Weltenergiekrise
44:39und in eine Weltwirtschaftskrise.
44:41Ich bin beim Außenminister, Ex-Außenminister,
44:43Herrn Fischer, der gesagt hat,
44:45I'm not convinced, als es um den Irak ging
44:47und Massenvernichtungswaffen.
44:49I'm not convinced, dass es irgendwas bringen würde.
44:51Im Gegenteil, dann riskieren wir deutsche Tote
44:53im Persischen Golf.
44:55Ich würde mich so was von raushalten.
44:57Ja, danke und schöne Grüße nach Rastatt.
45:01Wir gehen weiter zu Rita, weiter in Großdüngen.
45:06Guten Tag.
45:07Ja, weiterer schönen guten Tag.
45:10Meine Frage ist, wir hatten schon 1970 die Ölkrise.
45:18Die hatten wir 90, hatten wir 2020 wieder Corona-Zeiten.
45:24Warum hat sich nichts geändert?
45:27Was funktioniert da nicht?
45:29Was funktioniert da nicht?
45:32Herr Geisler.
45:33Ich würde sagen,
45:34man hat nicht konsequent genug
45:36auf den Ausbau einer eigenen Unabhängigkeit gesetzt.
45:39Also wirklich aufgewacht sind wir ja eigentlich erst
45:41mit dem Ukraine-Krieg.
45:43Und der ist ja, wie wir wissen,
45:44noch nicht so lange her.
45:46Und der geht auch noch im Moment weiter.
45:49Er ist nicht beendet.
45:51Das wäre die kurze Antwort.
45:53Wenn ich kurz was anfügen darf,
45:54zumindest haben wir gelernt aus dem Ukraine-Krieg,
45:56dass unsere Versorgungssicherheit durch die Umstellung
45:58weg vom russischen Gas akut derzeit nicht gefährdet ist.
46:02Es gibt andere Länder, die sind gefährdeter.
46:03Japan zu 90 Prozent abhängig von Öl und Gas aus dem Nahen Osten.
46:09Südkorea, die Chinesen ein Teil.
46:12Deshalb werden jetzt die iranischen Sanktionen,
46:14das ist ja völlig kontraproduktiv,
46:16gelockert durch Herrn Trump,
46:17damit die Japaner an Energie kommen aus dem Persischen Golf vom Iran.
46:22Also insofern, was ich sagen will,
46:24wir stehen ein bisschen besser da,
46:25als wir es noch im Ukraine-Krieg taten.
46:28Nicht preislich, aber versorgungssicherheitstechnisch.
46:30Frau Weiter, wie Sie sehen,
46:32es gibt keine eindeutige Antwort auf Ihre Frage.
46:35Haben wir nichts gelernt aus den vorherigen Krisen?
46:37Doch ein bisschen was,
46:38immerhin aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
46:41Darf ich ganz kurz was Optimistisches noch sagen?
46:43Sehr gerne.
46:44Zumindest im Strombereich stehen wir ja so schlecht auch gar nicht da.
46:47Also es kommen inzwischen mehr als zwei Drittel
46:48des deutschen Stroms aus Erneuerbaren.
46:50Wenn man sich überlegt, wo wir da vor 20 Jahren standen,
46:53ist es eigentlich ein immenser Zuwachs.
46:55Ich meine, die Energiewende wird ja immer so ein bisschen schlecht geredet.
46:58Wir haben auch sehr, sehr viel geschafft.
47:00Also es ist auch nicht so, dass wir gar nichts gemacht hätten.
47:03Insofern.
47:04Danke, Frau Weiter, für Ihre Frage.
47:07Und wir gehen weiter zu Günter Abels nach Bad Zwischenahn.
47:12Schönen guten Tag.
47:13Was möchten Sie von der Runde wissen?
47:14Ja, schönen guten Tag in die Runde.
47:17Der Herr Geister hatte das schon mal angesprochen.
47:19Das Thema, was ich bis jetzt immer vernachlässigt finde, es geht um Fracking.
47:25Es gibt ein Gutachten aus dem Geologischen Institut in München.
47:30Und da heißt es, wir haben 1000 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Boden hier in Deutschland,
47:38was man fördern könnte.
47:40Unproblematisch.
47:41Was auch keine große Belastung dasteht.
47:44Es gibt angeblich, gibt es dort Angaben, dass die verwendeten Chemikalien nicht gefährlicher
47:52sind, als zum Beispiel die Schwimmbader ausgestattet sind.
47:56Das Thema wurde damals von Russland vergiftet, unterstützt von Schröder, wegen Gazprom.
48:03Und meine Frage ist, das Thema taucht nergiswo auf.
48:08Außer, dass heute der Herr Geisler endlich mal das Thema angesprochen hat.
48:12Und ich finde nicht nur, dass wir Gas hätten, wir könnten auch das CO2-Problem damit lösen.
48:18Und deswegen also so viele Krünfe, die wir in der Hand haben, und wir nutzen sie nicht.
48:24Herr Abels, das Thema ist gut angekommen.
48:26Dafür haben wir den Presseclub, dass Herr Geisler das hier sagen konnte.
48:31Und während Sie gesprochen haben, ich glaube, Herr Wetzel möchte antworten.
48:35Ja, moin Herr Abels, noch ein paar Zwischenan.
48:37Sie haben recht, auch die Bundesanstalt für Geowissenschaften hat ein riesiges Gutachten erstellt
48:41und gesagt, Fracking ist machbar, es ist nicht gefährlich.
48:48Auch diese Fracking-Flüssigkeiten, von denen früher immer viel die Rede war,
48:50sie sind wirklich ungiftig geworden.
48:52Es ist sozusagen so ein Öko-Fracking geradezu möglich.
48:54Das ist die Qualität, dass es ein Prozent Chemikalien kommen da rein,
48:58die sind wie Spülmittel.
49:00Also die Hysterie, die damit betrieben worden ist, ist gigantisch.
49:04Also Fracking ist umweltfreundlich, insbesondere in Deutschland, möglich.
49:08Und das Potenzial ist da.
49:10Und wir sollten dieses Verbot unbedingt lockern.
49:12Darf ich ganz noch kurz...
49:13Das habe ich mir schon gedacht, dass das nicht...
49:16Genau, ja, Herr Geisler.
49:17Also ich habe ja schon gesagt, dass ich dafür bin, das alles offen zu diskutieren.
49:20Was mir aber wirklich auch wichtig ist an dieser Stelle, ob Kohle oder Fracking-Gas,
49:26das können nur am Ende Übergangstechnologien sein.
49:29Das Ziel bleibt auch aus meiner Sicht langfristig eine klimaneutrale Wirtschaft.
49:34Also wir können das jetzt alles nutzen.
49:35Ich bin da auch sehr offen, darüber nachzudenken und zu gucken, was geht.
49:39Aber nichtsdestotrotz ist es für mich eine Reaktion auf die Krise.
49:44Also es ist für mich keine Lösung für die nächsten 40, 50 Jahre.
49:48Danke.
49:48Sehen Sie, Herr Abels, Sie haben sogar zwei Antworten bekommen von Herrn Wetzel und Herrn Geisler.
49:53Wir wollen aber noch weiter zu Markus Hofmann nach Rosenheim, nach Bayern.
49:59Hallo und Ihre Frage bitte.
50:01Ja, hallo.
50:02Wir sind ja faktisch nach dem Land von Österreich.
50:05Und in Österreich kostet der Liter Super 1,72 Euro.
50:10In Deutschland kostet er 2,12 Euro.
50:14Die Steuern in Österreich sind bei 55 bis 60 Prozent, in Deutschland bei 64 Prozent.
50:22Also das heißt ähnlich.
50:24Warum ist das Benzin in Deutschland 23,3 Prozent teurer?
50:31Möchte ich gerne die Frau Kohl fragen.
50:33Danke.
50:34Herzlichen Dank.
50:35Ja, weil der Staat sich daran gewöhnt hat, derart abzukassieren.
50:40Das ist gut für den Staatsseckel.
50:41Deshalb ist es höher.
50:43Ja, wobei, ich glaube, wenn ich Herrn Hofmann richtig verstanden habe, haben Sie ja gesagt,
50:47dass die Steuern relativ vergleichbar wären zwischen Österreich und Deutschland und ungefähr gleich hoch liegen.
50:53Nee, der Anteil ist höher.
50:55Der Anteil dessen ist bei 60 Prozent, was Deutschland im Prinzip in den Steuersäckel bekommt.
51:00Und in Österreich ist es deutlich niedriger.
51:02Aber was interessant ist, dass jetzt Österreich einen anderen Weg wählt und tatsächlich über die Energiesteuern versucht, den Spritpreis zu
51:09drücken, um 5 Cent zumindest der Liter.
51:11Und die Italiener gehen ja noch weiter voran, Frau Meloni, weil Italien und auch Polen sind die beiden Länder, die
51:16am meisten von Lieferungen aus dem Nahen Osten abhängen.
51:19Also da versucht man jetzt wirklich den Spritpreis zu drücken um 25 Cent, indem man Steuern erlässt, weil man einfach
51:26weiß, wie sehr das hier auf den Nägeln brennt der Bevölkerung.
51:30Und da macht man aber auch nicht irgendwie niedrige und mittlere Einkommen, sondern macht es generell und senkt generell ab.
51:36Aber da ist auch die Haushaltslage so, dass man anscheinend sich denkt, man kann es sich erlauben, während wir die
51:41ganze Zeit natürlich versuchen, irgendwelche Löcher zu stopfen.
51:44Und Herr Klingenbeil gar nicht mehr nachkommt mit Löcherstopfen.
51:47Also ich möchte auf jeden Fall das Thema, die Frage, sind in Deutschland die Steuern so viel höher als in
51:52Österreich?
51:52Zumindest nochmal mit den Angaben des Statistischen Bundesamts für 2026 kontern, was aktuell auf der Homepage davon spricht, dass in
52:00Deutschland beim Literpreis 52 Prozent Steuern und Abgaben sind.
52:05Das ist jetzt Superbenzin. 48 Prozent Kosten inklusive Gewinn und Einkaufspreis.
52:10Also auf jeden Fall mehr als die Hälfte ist Steuern. Darauf können wir uns schon mal einigen und Unterschiede zwischen
52:15den Ländern, Frau Kohl, haben Sie ja auch gerade nochmal deutlich gemacht.
52:20Danke und grüß Gott nach Rosenheim. So, Frau Krebs, Gabriele Krebs aus Bernau. Hallo.
52:29Ja, hallo. Ich bin die Frau Krebs aus Bernau bei Berlin. Meine Frage oder eine Anmerkung wäre, also wenn der
52:36Staat so Sachen erhöhen kann, dann ist er immer schnell bei und dann bleibt das, weil ich sag mal, die
52:43Leute wie die Frau Ministerin Reiche, die in der Regierung sitzen, die Leute, also die Leute, die betrifft es ja
52:49nicht.
52:50Unser einer geht auch arbeiten, aber da ist ein ganz anderes Einkommen. Die sind von diesen Sachen einfach nicht betroffen,
52:57dass wirklich viele an der Existenz sind.
52:59Mein Mann, der fährt für eine Spedition, denen steht allen das Wasser bis zum Hals. Also es steht so an,
53:04dass dort bestimmt auch irgendwann mal Leute entlassen werden.
53:07Und ich finde, man muss nicht irgendwelche Taskforce bilden, sondern einfach mal reagieren. Einfach mal machen.
53:14Also, um zum Beispiel diesen Branchen zu helfen, was Sie jetzt gerade sehr plakativ und anschaulich aus Ihrem privaten Umfeld
53:22geschildert haben.
53:23Ich weiß nicht, Frau Abdelsaziz-Dizzo, Sie hatten das ja schon mal in unserer Runde auch angesprochen, diese Branchen.
53:28Wie könnte denn da jetzt eine pragmatische und unproblematische Hilfe aussehen?
53:33Na, indem man halt schaut, dass man, wie schon beschrieben, gezielte Branchen, Schlüsselstellen in der Lieferkette in der Deutschen unterstützt.
53:41Weil, was wir oft vergessen, und das betrifft auch nicht nur die Spediteure, die auch vor allem, und alle, die
53:46eben Kraftstoff tanken und Waren von A nach B liefern,
53:49aber die Dimension ist auch noch so viel größer. Also zum Beispiel das Gasfeld, das weltweit größte Gasfeld in Katar,
53:55was bombardiert wurde vom Iran.
53:57Ein Drittel der Heliumproduktion findet dort statt. Helium wird für Chips gebraucht, also die Herstellung von Halbleitern.
54:03Chips finden sich in all unseren Produkten, Smartphones, Laptops, in allem.
54:07Ja, das heißt, also auch da sehen wir wieder diese globale Verkettung.
54:11Und wir müssen ganz genau schauen, die Bundesregierung muss ganz genau schauen, welche Bereiche in der speziell deutschen Wirtschaft sind
54:18besonders gefährdet
54:19und wie kann man möglichst schnell, gezielt, ohne Gießkanne, so Abhilfe schaffen, indem man überlegt, wie kann man diese Branchen
54:28unterstützen.
54:30Danke und einen schönen Tag noch an Frau Krebs.
54:33Wir versuchen einen Anrufer noch reinzunehmen, Holger Stein aus Magdeburg. Hallo.
54:38Ja, guten Tag in die Runde. Ist nicht Magdeburg, sondern Möser. Nur als Information gehört zu Magdeburg im Umfeld.
54:46Zwei kurze Sachen eigentlich. Erstmal vielen Dank an Frau Kohl.
54:49Frau Kohl ist immer eine der wenigen, die sich doch ein bisschen tachlis reden.
54:53Ich hoffe, es wird noch eine Weile so passieren. In der heutigen Zeit muss man ja vorsichtig damit äußerungen.
54:58Und die zweite Sache wäre für mich, Herr Geiser, ein Vertreter aus Mitteldeutschland, was man bei Ihnen sehr selten erlebt,
55:05dass der Osten in Ihren Gesprächsrunden vertreten ist.
55:08Nun kurz meine Bemerkung. Ja, was soll man fragen?
55:12Ich möchte nur einen kleinen Hinweis geben. Gerade vorhin am Anfang wurde über Benzin- und Ölpreise gesprochen für die
55:17Verbraucher.
55:18Ich bin 53 geboren. Ich habe den Versuch der DDR kennengelernt.
55:21Ich kenne jetzt das System oder lebe in dem System des Kapitalismus.
55:25In der ersten Ölkrise, die wir hatten in der Welt.
55:28Was ist in West-Westfalen passiert? Vier Wochen in Fahrverbot auf Autobahnen.
55:34In der DDR-Männerzeit habe ich nicht einmal Spritpreiserhöhungen erlebt.
55:39Die Betriebe wurden angehalten, Kraftstoffe zu sparen, ökologisch zu fahren, um dies nicht zu überfordern.
55:48Die Treibstoffverfügbarkeit. Wir erleben jetzt, Kleinvieh macht auch Mist.
55:55Zum Schluss freut sich Herr Kringberg über die Steuereinnahmen.
55:58Herr Stein, Ihre Frage, weil wir sind gleich am Ende der Sendung, bitte.
56:01Herr Stein, haben Sie eine Frage?
56:02Ja, aber was wollen wir ändern?
56:03Was wollen wir ändern?
56:04Ja, Karantellamt wurde mehrmals angesprochen.
56:07Karantellamt von Frau Reichel, irgendjemand hört nichts.
56:09Ja, also.
56:10Du musst immer bloß dir sagen, es geht nicht, wir können nicht.
56:13Aber mal handeln, wie die Dame davor gesprochen hat.
56:15Einfach handeln und reagieren.
56:17Einfach handeln und reagieren.
56:19Was können wir jetzt tun?
56:19Wir haben jetzt noch 30 Sekunden, Frau Kohl, ganz kurz.
56:22Ja, vielen Dank für die Frage.
56:24Energiesparen, das ist das, was Sie genannt haben.
56:26Ich könnte mir vorstellen, wir gehen tatsächlich in eine Situation, wo wir vielleicht sogar
56:29über autofreie Sonntage, über Umrüstung von Fuhrparks, es kam hier mit den Spediteuren
56:34und vielleicht auch direkt Entlastungen für bestimmte Betriebe reden müssen, auch Speditionen etc.
56:41Das ist was, was wir jetzt in die Zukunft tragen müssen, weil das ist wirklich eine Hardcore-Weltkrise, wie es
56:46der Zuschauer vielen Dank beschrieben hat.
56:50Ja, danke Frau Kohl, danke an meine Gäste, danke natürlich auch an alle Anrufer, die in diese Sendung gekommen sind
56:55und an alle anderen.
56:56Es ist nicht das letzte Mal, dass wir über die wirtschaftlichen Auswirkungen dieses Krieges hier gesprochen haben werden.
57:02Ich sehe Sie bald wieder im Presseclub und ansonsten wünsche ich Ihnen noch einen schönen Sonntag, danke für Ihr Interesse,
57:09machen Sie es gut, tschüss.
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