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00:05the club number eight. We have made it in this week a bunt,
00:10and delicious comedy menu. We have the Ullknudel-Auflauf
00:16with Sven Phantom and Gotti. We are now with a fang-frische Josefa Walter.
00:24Our golden dry-ager Matze Knob,
00:29hervorragend abgehangen, als Nachgang Fuchs mit einer Brise, Kirsten Fuchs vom Rind,
00:38und natürlich als Kompott, Zalb. Ja, das alles werfen wir jetzt in diesen Hexenkessel.
00:49Boing, und schon geht's los, ich freu mich so, Urlaubsclub, Nummer 8.
01:00Hurra, hurra, Urlaubsclub, Nummer 8. Die finale Show der 47. Staffel.
01:09Und man merkt's mir an, ich bin so froh, weil wir haben ja schon sieben hervorragende Shows
01:14hier abgedreht, und ich will mir die achte, kriegen wir auch irgendwie rum.
01:17Es waren tolle Tage, eine tolle Aufzeichnung, und heute zum Schluss, da lassen wir's noch mal
01:21richtig krachen, wir hauen noch mal voll auf die Zwölfe, wir gehen noch mal voll drauf,
01:26und auch weil ich mich so freue, das merkt man daran, dass ich auch immer so hochrede,
01:30die ganze Zeit, und so, Staccato, da denkt man automatisch, das wäre wichtig, was ich sage.
01:35Dabei ist es völlig egal, ich könnte auch meinen Einkaufstettel vorlesen, aber wenn man so,
01:40da, ne, nicht genug. Ähm, ja, wir haben wirklich schon tolle Tage hier gehabt,
01:46es ging auch alles glatt, wir hatten nur einen Unfall, mit der Steadicam, aber ein Unfall an sieben Tagen,
01:51das finde ich okay, man muss ja bedenken, permanent 3,5 im Turm, ja, auch in der Regie alles gut,
01:58ja,
01:58die sind vom selbst gebrannten Schnaps wirklich nur teilweise erblindet, äh, wir sind obendrein auch
02:04eine ökonomische Kapazität hier in Leipzig, ja, wenn wir hier sind, dann geht alles durch die Decke,
02:08die Übernachtungszahlen, die Wirtschaft, die Geburtenrate, ja, und, apropos, Geburtenrate, also,
02:19trotz aller Euphorie, finde ich wirklich wichtig darauf hinzuweisen, dass gewisse Verhaltensnormative
02:26einzuhalten sind, ja, das gilt vor allem für den männlichen Teil der Gäste, denn es ist ja oft zu hören,
02:32dass Männer sich dann daneben benehmen, dass sie übergriffig agieren, ja, nicht nur hier in der Freizeit,
02:38auch auf Arbeit, selbst leitende Angestellte in hohen Funktionen, da gibt es immer wieder zu hören,
02:45dass sie, pfui, ja, also, jeder kennt diese Geschichten, da, also, ja, ist alles vorgekommen,
02:53da hat der Direktor, dass sich der Direktor vor seiner Sekretärin stumpf ein vom Rettich ömmelt,
03:02ja, also, die Rede ist von sogenannter Präsenz-Onani, das ist der juristische Fachbegriff, den ich mir selbst
03:12ausgedacht habe, und es ist jetzt überhaupt nicht mein Ansinnen, das moralisch zu bewerten, ja, ich denke,
03:18wenn man solche Neigungen hat, dann ist das durchaus legitim, die darf man auch ausleben,
03:22aber man muss natürlich vorher fragen, gerade wenn man es heimlich machen will, ja, und ich finde,
03:30wir wissen alle, der Ton macht die Musik, ja, wenn jetzt der Chef zu seiner Sekretärin sagen würde,
03:37guten Morgen, Frau Hempel, wir kennen uns schon geraume Zeit und schon vor vielen Monaten, ja,
03:45wollte ich Ihnen offenbaren, Sie haben wunderschönes Geäug, leidenschaftlich gern würde ich vor Ihnen
03:53masturbieren, okay, das würde mir sehr viel bedeuten, da würde keine Frau Nein sagen, oder?
04:02Kann ich mir nicht vorstellen, ja, vielleicht ist der Chef ja auch großzügig und sagt,
04:06der Mensch, Sie können sich das gerne als Weiterbildung anrechnen, ja, dann wäre es ja Win-Win,
04:12aber genug von mir, wir sind ja hier, um unsere Gäste zu präsentieren und weil wir es heute krachen lassen,
04:20da fahren wir jetzt wirklich ganz groß auf, der erste Act sind gleich zwei Acts zum Preis von drei,
04:27es sind nämlich Sven Phantomen und Gotti, sie treten auf als Duo, Tiere streicheln Menschen,
04:33ich persönlich wurde noch nie vom Tier gestreichelt, also ich wurde höchstens mal vom Pferd getreten,
04:38vom Hamster gebohnert, vom Elch geknutscht und das alles, während mein Schwein pfiff,
04:43jetzt aber zwei Kapazitäten, auf die ich mich besonders freue, Sven Phantomen und Gotti!
04:54Hey!
05:00Moin, unser Programm zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass einer was macht und der andere hat in der
05:06Zeit nichts zu tun, deshalb setze ich mich einfach mal hin.
05:08Ja, das ist gut, Sven hat hier gerade aus dem Publikum über mich gesagt bekommen,
05:12dass er heute so ungewohnt gepflegt aussieht, das war die Person nicht gewöhnt,
05:16deswegen wollen wir ihn noch ein bisschen schonen.
05:18So, gut, ich lege los, ich lese und werde alle Buchstaben benutzen, die es im Alphabet gibt.
05:24Jetzt, wo mir langsam die Haare aussehen, weil ich nach erfolgreicher Balz mein üppiges
05:29Prachtkleid abwerfe, um es mir mit meiner prächtigen Partnerin und dem unerwartet fidelen Nachwuchs
05:34in einem günstig gemieteten 65 Quadratmeter Gewoback-Nest gemütlich zu machen, passiert es mir immer
05:40öfter, dass mir Freunde und Bekannte in den unerhörtesten Momenten ohne Ankündigung von hinten mit
05:45spitzen Mittelfinger in meine stetig lichter werdende Stelle am Hinterkopf püßen.
05:50Meistens sagen sie nicht mal was dazu, sondern kreisen nur wortlos, vorwurfsvoll mit der
05:54Fingerkuppe über mein expandierendes Stück unfruchtbaren Boden.
05:58Es ist, als ob ich fahrlässig meinen Hosenstall aufgelassen, eine Ladung Pult-Pork zwischen den
06:02Zähnen oder einen getrockneten Schmierpopel an der Backe zu kleben hätte.
06:06Was mich bei der ernsten Sache am meisten erschüttert, die häufigsten von hinten in die
06:10Stelle-Pixar kommen von Leuten, deren in den Augen beißende körperliche Abartigkeiten ich
06:16seit Jahren still ertrage, um ihre Gefühle nicht zu verletzen.
06:20Dass zum Beispiel Sebastian die Zangengeburt, dessen bei der Entbindung lieblos zusammengedrückte
06:26Oma auch nach mehrmaligen kosmetischen Ausbeulungsversuchen immer noch so schmal ist, dass er damit mühelos
06:32durch jeden Briefschlitz passt, um nach der Post zu gucken, ohne aufschließen zu müssen.
06:37Wenn Sebastian ungünstig vor ihm steht, sieht man ihn ja nicht.
06:42Oder mein Freund Ralf, der wie ein besenkter Gewichte stemmt und rohe Eier trinkt und dann
06:46auf der Straße rumläuft, als hätte sich Dwayne The Rock Johnson auf der Flucht beim
06:50Zechprellen im Regenbogen-Camp einen Niki aus dem Wäschekörbchen von der Puppenstube geklaut.
06:56Sonst, ob jemand eine komplette Dose Bauschaum in ein Kondom gesprüht und dann mit einer
07:01Nadel fünf Löcher reingestochen hätte.
07:03Ist das Bild angekommen?
07:08Oder der bleiche Gregor mit seinen dünnen, hellblauen Händen und dem schweren Bernsteinring am Daumen,
07:13der ihn angeblich vor Schmetterlingen schützt.
07:16Gregor, der mal dermaß nach Patchouli stinkt, dass man denkt, man hätte gerade einen postmortalen
07:20Tagtraum im Komposthaufen.
07:22Wenn er den Mund aufmacht, riecht es im ganzen Raum wie am Tag der offenen Gärung bei der
07:26Firma Essigschulze.
07:30Die Einzigen, die gerne in Gregors Nähe sind, sind Maler, weil seine Zähne wirklich jeden
07:35Braunton abdecken.
07:37Ja, und ich sag nichts, ich halte die Fresse.
07:39Aber kaum geht auf meinem Hinterkopf die hautfarbene Sonne auf, da rasten die Affen aus.
07:44Was soll ich tun?
07:45Flucht nach vorne.
07:47Ich könnte mir, hier gibt's nichts zu sehen, auf die freigewordene Fläche tätowieren.
07:51Oder ich trage auch so eine Hipster-Kindermütze, wo man immer aussieht wie Eifungszitterwacke
07:55bei der Friedensfahrt.
07:57Oder ich unterziehe mich in der Türkei günstig einer Haartransplantation.
08:01Aber was soll ich am Ende mit verlockend vollem Haar in einer Gefängniszelle, nur weil
08:05ich aus Spaß zur Verabschiedung in der Schönheitsklinik anstatt Güle-Güle-Gülen-Gülen
08:09gesagt habe.
08:10Ja, vielleicht setze ich auch einfach alles auf eine Karte.
08:13Humor.
08:14In einer Zeitschrift habe ich mal gelesen, eine Frau, nee, ein Mann, das habe ich gelesen.
08:20Ein Mann, der eine Frau zum Lachen bringt, hat sie schon halb im Bett.
08:24Ja, aber wie ist es, wenn der Mann auch Männer zum Lachen bringt?
08:27Egal.
08:28Ich lasse die Natur ihre Arbeit tun und sehe es positiv.
08:31Wenn ich schon aufgrund meiner festen Beziehungen und meines anhänglichen Kindes abends nicht
08:36mehr bis in die Puppen um die Häuser ziehen kann, dann dürfen doch wohl wenigstens noch
08:39meine Haare aussehen.
08:40So viel Freiheit muss schon sein.
08:42Anharschi.
08:43Anharschi.
08:45Anharschi.
08:46Danke.
08:55Euch ist wahrscheinlich nicht entgangen, dass das hier eine Tanzveranstaltung ist.
08:59Ich lade euch ein, herzlich mitzutanzen bei folgendem Lied.
09:01Ich habe euch was mitgebracht zum Thema Medikamentenmissbrauch.
09:05Woop!
09:43In der Apotheke haben sie es empfohlen.
09:46Ich dachte, die haben Ahnung, werden mich nicht verkohlen.
09:49Keine Nebenwirkungen, das musste ich mir holen.
09:52Pharmaindustrie, bitte bleibt mir gestohlen.
09:54Grippala-Infekt, mitten in der Saison.
09:57Ahnungslos habe ich die ersten Dinger genommen.
10:00Schmecken auch nicht schlimmer als ein Ingwerbonbon.
10:03Keiner riecht mir, bitte lass die Finger davon.
10:05Jetzt bin ich abhängig von Globuli.
10:08Jetzt bin ich abhängig von Globuli.
10:11Jetzt bin ich abhängig von Globuli.
10:13Sie machen mich kaputt, doch ich kann nicht mehr ohne sie.
10:16Oh!
10:27Der Schnupfen war weg, etwa nach sieben Tagen.
10:30Der Husten blieb drei Wochen, aber nicht verzagen.
10:33Ich futterte die Kugeln, schien sie super zu vertragen.
10:36Wann die Sache kippte, kann ich gar nicht wirklich sagen.
10:38Globuli im Kaffee, Globuli im Tee.
10:41Ich kann nicht aufhören, Globuli im Erbsen-Püree.
10:44Globuli mit Käse gerne auch im Rosé.
10:47Globuli in der Pai, ja ole ole.
10:50Jetzt komm ich nicht mehr runter, ich hab's gestern probiert.
10:52Nach einer Stunde wie beim Dauerlauf transpiriert.
10:55Am ganzen Leib gezittert, Depression, Atemnot schnell.
10:58Globuli bestellt, so ne Angebot.
11:01Jetzt bin ich abhängig von Globuli.
11:03Jetzt bin ich abhängig von Globuli.
11:06Jetzt bin ich abhängig von Globuli.
11:09Sie machen mich kaputt, doch ich kann nicht mehr ohne sie.
11:12Und ich bin abhängig von Globuli.
11:14Und ich bin abhängig von Globuli.
11:18Fett, Leber, Diabetes, Dauphinie.
11:20Pro hundert Gramm, vierhundert Kalorien.
11:37Wahnsinn!
11:39Das war ja Wahnsinn!
11:46Gotti und Sven Phantom.
11:48Vielen Dank für dich, hervorragende Darbüttung.
11:51Freude, danke schön.
11:53Aus Berlin.
11:54Ja, toller Song.
11:57Starker Song.
11:58Wobei das erste Thema hat mich natürlich auch betroffen gemacht.
12:03Bitte?
12:07Nur über meine Leiche.
12:08Ich fand das eigentlich total...
12:11Dann nimm's doch mit.
12:16Dieses erste Thema.
12:18Ja, Haarausfall.
12:19Ich stelle mir das immer vor, wie das für die Betroffenen ist.
12:22Ja.
12:25Das ist bestimmt nicht leicht.
12:28Ja, wenn dann...
12:29Wie sagt man das schön?
12:30Wenn das Knie sich durch den Kopf wulstet.
12:33Ja, wenn die Haut sich faltend über den Schädel drüber...
12:38Aber ich sag dann immer, Carola, ich liebe dich so, wie du bist.
12:40Und das finde ich ja wichtig, dass man die Menschen akzeptiert.
12:45Ähm, ja, ich bin eigentlich fast durch mit meiner Anmoderation.
12:50Wie lange brauchst du noch?
12:54Ähm, ja, jetzt kommt eine Künstlerin auf die Bühne, ähm, die mich ein bisschen an mich erinnert.
13:01Ähm, Walter, Jose...
13:04Nee, nicht Walter, also Josefa Walter, so rum.
13:07Josef Waltera.
13:09Hm.
13:09Ähm, denn sie steht seit...
13:11Seit zwei Jahren auf der Bühne.
13:14Man muss dazu...
13:15Ja, bravo!
13:22Ihr merkt schon, wenn ihr euch bemüht, geht's.
13:26Ja.
13:29Ähm, worum ging's?
13:30Genau, um die nächste Künstlerin.
13:31Sie steht seit zwei Jahren auf der Bühne.
13:33Genau, also jetzt, man muss natürlich sagen, nicht permanent.
13:36Ja, also sie geht zwischendurch nach Hause oder so.
13:38Zwei Jahre auf der Bühne sind sehr lang.
13:40Ich hab schon selber auch mal eine Woche auf der Bühne gestanden,
13:43bis man mir dann gesagt hat, du kannst gehen, es fällt aus.
13:46Ähm, selbst fünf Minuten sind lang.
13:49Wir hoffen aber, dass es jetzt die besten fünf Minuten ihres Lebens werden.
13:53Zum ersten Mal hier bei uns, ja, ich sag mal so,
13:56rastet standesgemäß aus für Josefa Walter.
14:03Yeah!
14:09Yes!
14:11Cool, vielen, vielen Dank.
14:12Freu mich sehr, äh, dass ich bei euch sein darf.
14:14Olaf hat's grad schon gesagt, ich mach, äh, Stand-up-Comedy erst seit zwei Jahren.
14:18Äh, ich hab vorher zwei Jahre am Theater gearbeitet.
14:21Falls da mit jemand jetzt nicht so viel anfangen kann, ist überhaupt nicht schlimm.
14:23Das ist so ähnlich wie das hier, nur ohne Mikrofon und mit, äh, Würde.
14:28Ähm, bei Comedy geht's darum, Leute zum Lachen zu bringen.
14:31Beim Theater geht's darum, irgendwie fertig zu werden mit allem, bevor jemand stirbt.
14:35Das ist so im Wesentlichen der Unterschied zwischen den zwei Sachen und, äh, ich mach's jetzt seit zwei Jahren.
14:40Hab auch viele Auftritte so in verschiedenen Städten, bin viel unterwegs, macht auch echt Spaß.
14:45Oft, äh, es gibt so Abende, ne, also wir sind ja unter uns, euch kann ich's ja sagen, äh, ich
14:51war letzte Woche in München.
14:55Naja.
14:57Ich war so, ich war so in München, war so auf der Bühne, hab da so auch so meine Sachen
15:00so erzählt und plötzlich hör ich so, wie so ein Typ einfach ganz laut reinruft, so, hä, check ich nicht.
15:06Also, und ich stand so auf der Bühne, war so mega verunsichert, irgendwie dachte so, hä, versteht mich, oder was,
15:12hä, keine Ahnung.
15:13Und ich hab mir aber auch gedacht, ey, ich bin noch neu, ich mach das noch nicht so lange, man
15:16muss sich auch mal Feedback holen von den Leuten, damit man weiß, wie man sich verbessern kann, okay.
15:20Und ich hab mir gedacht, ich sprech ihn mal an, ich frag ihn mal.
15:22Ja, dann hab ich ihn angesprochen und meinte so zu ihm, hey, ähm, Entschuldigung, sag mal, äh, bist du dumm?
15:33Und dann ist Markus Söder einfach aufgestanden.
15:39Ja, ich bin, äh, bin viel unterwegs, das heißt, ich muss viel mit der Bahn fahren, das ist super.
15:52Für meine psychische Verfassung, äh, nein, es ist wirklich, es hat, es hat wirklich auch schöne Seiten, ich finde wirklich,
15:58dass Bahnfahren auch schöne Seiten hat, äh, es ist wahrscheinlich ein bisschen eine unpopuläre Meinung, aber ich liebe es, wenn
16:03Leute in der Bahn laut telefonieren, weil ich will alles wissen, okay.
16:06Ich bin am Start.
16:08Ich bin letztens gefahren und vor mir war so ein Business-Typ und er hat sich so voll aufgeregt am
16:12Telefon und meinte so, boah, die Marketing-Abteilung hat's schon wieder so verkackt und ich saß so dahinter und war
16:15so, wer genau.
16:18So, und wir sind so weitergefahren und er hat sich voll reingesteigert am Telefon und ich auch.
16:22So, er war irgendwann so, ey, und Sabine hat auch schon wieder die Deadline nicht eingehalten und ich war so
16:26dahinter, so, Sabine ist ein Problem.
16:27Okay, wir haben das jetzt schon zum dritten Mal mit Sabine. Am Ende der Zugfahrt habe ich Sabine gefeuert. Ich
16:33sag's euch, wie das ist. Wir mussten handeln, okay.
16:38Ah, schön. Ich erzähle euch noch ein bisschen was, ähm, so von mir, damit wir uns ein bisschen kennenlernen.
16:44Wenn ihr mögt, ähm, wenn nicht, dann auch. Weil, was wollt ihr jetzt machen? Ähm, es gibt keine Alternative. Ähm,
16:51ich bin jetzt mit meinem Freund schon, äh, seit fast fünf Jahren zusammen.
16:56Und das heißt, wir haben jetzt so eine Phase erreicht in unserer Beziehung, wir sind jetzt ehrlich zueinander, okay.
17:02Wir sind jetzt ehrlich und ich hatte vor kurzem ein neues Parfüm und er hat so gerochen und meinte, nee,
17:09riecht nicht gut, riecht irgendwie nach Keller.
17:14Riecht nicht gut, riecht nach Keller. Und ich meinte, ja, gut, dann lass mich doch mal raus.
17:26Österreicher.
17:27Ähm, kleiner Spaß. Nein, das ist, ähm, mein Freund und mir, das läuft, es läuft wirklich gut.
17:41Es läuft manchmal so gut, dass ich denke, ah, es könnte mal wieder was los sein. Macht aber nix.
17:44Ich hab ein neues Hobby für mich entdeckt. Ich guck jetzt einfach anderen Pärchen beim Streiten zu.
17:49Und ich liebe es, es ist so schön. Ich war letztens in der Bar und da war so ein Pärchen
17:53und der Typ hatte eine Wasserflasche in der Hand und die Wasserflasche war nass.
17:57Und das fand er nicht so gut. Und dann hat er das seiner Freundin so vorgeworfen und meinte so, ey,
18:01die Flasche ist nass, du hast die offen gelassen.
18:02Und sie meinte, nein, ich hab die nicht offen gelassen. Und dann hat er so die Flasche vor ihr Gesicht
18:06gehalten.
18:07Und meinte so, aha. Und warum kann ich dann jetzt hier den Deckel noch zweimal drehen?
18:19Und ich hab's so gesehen und hab mir so gedacht, Alter, das ist so ein Typ, der nervt seit Tag
18:23eins.
18:25Das ist so ein Typ, der hatte früher ein Geodreieck mit Griff.
18:34Aber sie hat das Beste rausgeholt, was man aus der Situation rausholen konnte.
18:38Er steht so vor ihr mit dieser Flasche und ist so, ah, warum kann ich jetzt hier noch zweimal drehen?
18:41Und so. Sie guckt ihn an und sagt, weil du so stark bist.
18:52Und dann war er so, ja, okay. Das hatte ich so ein.
18:58Und es ist cool, dass die Sachen mit meinen Freunden und meiner Beziehung und so, dass das funktioniert,
19:02weil das so eine Erwachsenensache ist, die funktioniert.
19:04Es ist gut, dass es Erwachsenensachen gibt, die funktionieren, weil andere Erwachsenensachen passieren mir nicht so gut.
19:09So Bürokratiesachen zum Beispiel, ich kann das irgendwie nicht so gut.
19:11Ich bin vor kurzem umgezogen und ich wollte es so melden bei meiner Krankenkasse, also meine Adresse da ändern.
19:17Und dann hab ich da angerufen und meinte so, hallo, ich würde gerne meine Adresse ändern.
19:20Und dann meinte der Typ, es geht nur online.
19:23Und dann hab ich gesagt, ja, aber ich hab da das Passwort nicht mehr und so, tut mir voll leid.
19:25Und dann hat er gemeint, da brauchen Sie wohl ein neues Passwort.
19:27Und dann hab ich gesagt, ja.
19:30Und dann hat er gesagt, das kommt dann per Post.
19:43Und dann hab ich gesagt, ja, aber da, also, da wohne ich ja nicht mehr.
19:49Ja, deswegen wollte ich ja meine Adresse ändern.
19:53Und dann hat er gesagt, das geht nur online.
19:58Und dann hab ich geweint.
20:02Und dann bin ich irgendwann so ein bisschen sauer geworden am Telefon.
20:05Meinte so zu ihm, was das soll mit seinem scheiß Passwort per Post und so.
20:08Er meinte, beruhigen Sie sich mal.
20:10Sie hätten halt irgendwann mal, bevor Sie umgezogen sind, ein neues Passwort beantragen müssen.
20:14Und dann hab ich gesagt, ja, aber bevor ich umgezogen bin, wollte ich ja nicht meine Adresse ändern.
20:25Und dann haben wir beide geweint.
20:31Seitdem sind wir zusammen.
20:32Es ist schön.
20:33Ey, vielen Dank.
20:33War sehr, sehr schön bei euch.
20:35Dankeschön.
20:43Josefa Walter.
20:45Das waren doch mal wirklich erhellende Ausführungen.
20:48Josefa, vermutlich die weibliche Form von Adam.
20:54Nee, von Josef.
20:55Ja.
20:55Josefa.
20:56Genau.
20:57Die fangfrische.
20:58Die fangfrische Josefa.
21:00Matze Knob.
21:02Ja.
21:02Dich hier an meiner Seite zu wissen, ist erbaulich.
21:06Natürlich ist das ja relativ normal.
21:07Du bist ja ein Comedy-Urgestein.
21:10Jedoch bist du nun auch als seriöser Journalist tätig.
21:14Du bist in die Fänge des MDR geraten.
21:17Du moderierst ja Riverboat, quartalsmäßig.
21:20Wie oft?
21:20So, ich würde mal sagen, so im Jahr so zehnmal, vielleicht elfmal sowas in die Richtung.
21:24Okay.
21:25Ja.
21:26Und ich finde das ja spannend.
21:27Ich bin ja hier mal auch als Interviewer tätig.
21:30Wie würdest du das angehen?
21:31Wenn, wenn...
21:34Ha, ha, ha.
21:37Sonst wirst du dir selber hier hin.
21:38Mach das mal besser.
21:43Ich will mich ja weiterbilden.
21:45Was muss man denn...
21:46Wie würdest du jetzt hier seriös, wenn wir jetzt Riverboat wären, wie würdest du jetzt
21:50dieses Interview beginnen?
21:51Also ich würde erst mal beginnen und sagen so, hallo, herzlich willkommen, schön, dass
21:55Sie wieder eingeschaltet haben hier zu Riverboat.
21:57Und heute haben wir ihn hier, den Vorstandsvorsitzenden vom Swingerclub Görlitz, Olaf Schubert, ist
22:02da.
22:03Olaf.
22:04So, und dann würde ich die erste Frage an dich stellen, sozusagen.
22:07Also, so...
22:08Vorbereitet natürlich mit Dossier von einer 48-köpfigen Redaktion vorbereitet.
22:12Also, da wird nichts im Zufall überlassen, also nicht so wie bei dir.
22:17Wir haben auch eine Redaktion, angeblich.
22:20Aber die ist wie da, oder?
22:21Ich hab die noch nie gesehen, aber irgendwo, hier ist sie nicht.
22:26Aber es ist sozusagen wichtig, dass man schon irgendwie so ein bisschen Smiley in der Stimme
22:30hat, also so, herzlich willkommen, schön, das ist bei uns eher cooler.
22:34Ihr merkt, wir sind hier viel cooler, ne?
22:36Hi.
22:37Das würde...
22:38Bei euch ist ja so Digger, Bro, Alter und so.
22:41Bei uns ist zum Teil auch noch mit Sie.
22:42Sie, also wenn dann irgendwie so Peter Maffay, Freunde, ich freue mich sehr, dass ich auch
22:46hier bin, dann sagt man schon mal Sie, Herr Maffay, guckt zwar ein bisschen runter, aber
22:49grundsätzlich ist man schon beim Sie.
22:52Ja, stimmt.
22:53Und, aber Peter Maffay ist ja dann schon ein Gast aus dem oberen Regal, oder?
22:57Meistens sind das irgendwie solche Ost-Trullas, oder?
23:03Na ja, wie sprichst du denn über, wie sprichst du denn über Winnie Glatzeder?
23:07Ich schätze den sehr.
23:08Den kann ich auch sehr gut sagen.
23:09Der ist ein Winnie, ein Megatyp, aber es ist schon so, dass man sich wirklich vorbereiten
23:12muss.
23:12Also ich lese dann teilweise auch über diese Menschen nochmal so drei Bücher, obwohl sie
23:15nur zwei geschrieben haben.
23:16Du musst dich wirklich auch reinknieten, oder wenn Karat kommt, dann hörst du vorher alle
23:20Lieder von den Pudis, um einfach auch den Vergleich zu haben.
23:23Finde ich wichtig.
23:24Finde ich ja wirklich wichtig.
23:25Du musst ja dann wirklich so tun, als würdest du dich für die interessieren.
23:28Nein, ich interessiere mich auch für die.
23:30Also nein, ich finde das jetzt mal passiert.
23:31Ohne Scheiß.
23:32Also ich, Olaf, pass auf.
23:33Okay, okay.
23:33Es ist ja jetzt so, ich bin ja jetzt nicht hier aufgewachsen.
23:36Und für mich ist das wirklich, dass ich jetzt quasi zeitversetzt, also medial 40 Jahre
23:41später, hinterm eisernen Vorhang arbeite, ist für mich toll.
23:45Ich finde das jetzt wirklich.
23:46Das ist sozusagen Geschichtsaufarbeitung auch.
23:48Nein, nein, ich erlerne ja wirklich Sachen aus unserem Land neu kennen und ich muss sagen,
23:53ich finde das richtig spannend und ich bin dann auch immer begeistert, was es alles
23:56gibt, was ich nicht kannte.
23:57Also ich finde, ich bin da wirklich.
23:58Oder was ich Gott sei Dank schon wieder vergessen habe.
24:00So.
24:01Aber, ja.
24:03Also ich weiß das sehr zu schätzen und bin auch sehr, sehr gerne hier bei euch, muss
24:06ich sagen.
24:06Und ihr seid ein sehr nettes Völkchen.
24:10Finde ich wirklich.
24:12Nein, das finde ich wirklich.
24:13Ja, wirklich.
24:13Das klingt jetzt so ein bisschen schleimisch, aber das meine ich genau so, wie ich es gesagt habe.
24:16Ich bin auch gerne hier in Karl-Marx-Stadt, das ist für uns immer wieder toll.
24:20Und, aber das ist natürlich, ja, ich verstehe das auch, für mich war es auch, ich habe
24:24zum Beispiel bei Riverboat, da habe ich letztens, Teffeschur habe ich getroffen.
24:29Der war Radfahrer, sensationell.
24:32Der ist zum Beispiel einer, den ich nicht kannte.
24:34Also da habe ich gesagt, okay, und sag, wie, den kennst du nicht und so.
24:37Ich glaube, der ist ja mittlerweile über 90 und so, der hat ja diese Friedensfahrt
24:40gemacht und das war für mich wirklich.
24:42Du hast es sogar was gemerkt.
24:43Ich habe mir was gemerkt, natürlich.
24:45Ja, ich bin neulich extra in die Sächsische Schweiz auch gefahren, dass ich mal da war.
24:49Also wenn ich darüber rede, verstehst du, wenn ich zum Beispiel auch Stefanie Hertel habe,
24:52dann musst du auch über das Vogtland sprechen.
24:54Herrlich, die Hertel.
24:55Ich habe auch teilweise noch...
24:58Wir sind ja, ich komme auch aus dem Vogtland.
25:00Ich weiß.
25:00Ich habe auch teilweise noch sächsische Erotikfilme angeschaut, um mich da rein.
25:04Du geiles Rotkäppchen, du bist so mittelscharf, ich baut es nach Senf.
25:10Ich hau dir gleich mal eine Spreewaldgurkum, deine Knusperflocken.
25:12Weißt du, das ist dann einfach schön.
25:15Du, ich, ja, also das muss man auch verinnerlichen.
25:17Ja, ja, ja, sehr gut, sehr gut, sehr gut.
25:18Das hat sozusagen auch für dich einen Mehrwert.
25:21Unser Rifferboot ist ja das Flaggschiff des MDR.
25:24Das hat ja, glaube ich, die höchsten Quoten überhaupt.
25:27Das stimmt.
25:27Also wir waren jetzt auch, muss man sagen, auch im Vergleich zu Let's Dance haben wir sehr gut performt.
25:32Und von daher muss man sagen, diese komische Sendung, diese kleine da bei diesem anderen Sender.
25:36Würde die Ausländer mal so zappeln.
25:39Und von daher bin ich da und mit Kim Fischer moderiere ich ja immer zusammen.
25:44Wir sind ja immer im Duett quasi.
25:46Aber ab und zu ist natürlich auch der Lippi da, Wolfgang Lippert, Klaus Brinkräumer und der Lambi.
25:52Ach der?
25:53Ja.
25:53Das ist ja der von Let's Dance.
25:54Das ist der Dieter Bohlen quasi von Let's Dance, der quasi die Leute zusammen scheißt,
25:58der eine gute Note gibt, obwohl sie so ein Pullover tragen wie du, so ein Pullunder irgendwie.
26:04Und der moderiert jetzt auch bei uns.
26:05Aha.
26:06Und seit er bei uns moderiert, läuft es bei ihm dann schlechter.
26:10Also bei Let's Dance.
26:12Ja genau, das ist ja, ja genau.
26:13Wer sich, da sagt doch immer, wer an dem Ast sägt, auf dem andere sitzen,
26:18ähm, soll denn Sprichwort werden, hat nicht geklappt.
26:21Nun gut.
26:23Sehr erhellend.
26:24Ja.
26:25Deshalb würde ich sagen, jetzt hier bei uns auf unserer Olaf's Club Showbühne.
26:30Bin ich jetzt schon dran?
26:30Ja, ich mach die Anmod, die ich gerade gelernt hab.
26:33Verstehe.
26:33Von dir.
26:34Mit Tamre in der Stimme.
26:35Mit Tamre, ja.
26:36Freuen wir uns jetzt auf einen gelungenen Auftritt, einen von einem Diaboliten, Unterhaltungskünstler
26:42aus Westdeutschland, Matze Knob.
26:44Gute Unterhaltung.
26:45Danke.
26:57Guten Abend.
27:00Einen wunderschönen guten Abend oder guten Tag.
27:02Freue mich sehr, dass ihr da seid.
27:03Liebe, es stand in der Beschreibung, ich soll GästInnen sagen.
27:06Da habe ich gesagt, das ist ja nicht korrekt.
27:08Es heißt ja gar nicht GästInnen, sondern wenn, musst du sagen, lieber Gast, liebe Gastritis.
27:12Ich meine, jetzt mal ganz ehrlich, die Welt verändert sich.
27:15Es ist nichts mehr wie früher.
27:16Bist du, ich weiß nicht, ob du Mutter bist, aber es ist mittlerweile schwer.
27:19In den Großstädten gibt es jetzt für Eltern, gibt es sogenannte Frühstückstupperdosen
27:25Inhaltsvorschlagsgruppen bei WhatsApp.
27:26Ja, da muss die Mutter dann ein Foto schicken, was der Junge zu essen mit in der Schule bekommt.
27:31Weißt du, schickt dann so ein Foto von einer halben Honigmelone und kriegt dann so vom
27:34Lehrer nach zehn Minuten so ein Sabbat-Smiley zurück, weil er denkt, es wäre ein Foto von
27:38den Hupen von der Mutter.
27:39Das ist doch alles nicht mehr nur...
27:40Ja, überhaupt WhatsApp-Gruppen haben wir doch alle.
27:43Hab ich auch.
27:44Ich bin mit Kumpels drin.
27:45Neulich schrieb einer, ich feiere am Samstag Geburtstag.
27:4919 Uhr geht's los.
27:50Bitte nur schreiben, wer nicht kommt.
27:51Ne, nach fünf Minuten der ersten, so, ich komme, ne, ja, Alter, liest doch mal.
27:59Was mich ja aufregt ist, wenn du eine WhatsApp geschrieben hast und du siehst, es hat der
28:04jeweilige auch gelesen und dann antwortet der Drecksack nicht.
28:08Kennt ihr das?
28:09Da rasten manche komplett, hat es doch gelesen, schickt mir doch eine Antwort.
28:13Ruhig bleiben, locker.
28:14Leute, es muss ja gar nichts Schlimmes passiert sein.
28:16Vielleicht hat er einfach nur in der Brotmaschine beide Hände verloren und das Tippen fällt
28:20schwer.
28:22Ja, das ist...
28:24Aber wer ist denn am Ende schuld, dass die Welt sich so verändert?
28:28Nehmen wir mal Fleisch.
28:29Fleischkonsum soll ja auch abgeschafft werden.
28:31Ich weiß nicht, ob du heute einen Schnitzel gegessen hast.
28:33Genieß es.
28:34Bald kein Fleisch mehr, nur noch Käfer und Würmer.
28:37Da musst du genau zuhören, ob der Nachbar dich zum Grillen einlädt oder zu Grillen.
28:49Und verantwortlich ist doch zu einem großen Teil auch die Politik.
28:54Ne, jetzt haben wir ja gerade hier den Olaf, also den Scholz, den sind wir jetzt ja gerade,
28:59der ist ja, ich meine, der hatte so die Körpergröße von so einem Türstopper.
29:01Also jetzt haben wir den Fritze an der Backe, ne?
29:04Der Fritze Merz mit einem Gesichtsausdruck wie so ein Flaschenpfandautomat.
29:08Jetzt mal ehrlich, der ist doch jetzt im Sauerland schon beliebter als der Borkenkäfer.
29:12Das ist...
29:12Manche wünschen sich ja Angela Merkel zurück, ne?
29:16Und die wird wahrscheinlich sagen, oh ja, also ich würde es dann, also vielleicht als Vertretungslehrerin,
29:21würde ich es noch mal machen.
29:23Viele fragen mich, Frau Merkel, was machen Sie heute so?
29:26Ich sage, heute mache ich Würsing mit Fleischeinlage.
29:30Ist ein bisschen viel geworden, aber wir schaffen das.
29:33Also es ist...
29:34Nein, also nicht, dass Sie mich falsch verstehen, aber Frauen in der Politik,
29:37nimm mal Annalena Baerbock, die war doch gar nicht so schlecht.
29:39Die hat doch so den Durchschnittsdeutschen repräsentiert, ne?
29:42Fährt gerne in Urlaub, spricht schlechtes Englisch, kein Deutsch.
29:46Das war doch gar nicht so schlecht.
29:47Ja, jetzt sagen andere...
29:49Und mehr mal gerade.
29:50Früher, die waren geil.
29:51Die alten Recken.
29:52Helmut Schmidt, Willy Brandt oder Harald Juncke.
29:56Das war noch...
29:58Da wurde Politik noch im Ratskeller gemacht.
30:00Ja!
30:01Wer sich am längsten an der Theke festhalten konnte, der hatte gewonnen.
30:04So war das früher.
30:06Und ich kann euch sagen, die Welt ist im Wandel.
30:08Es verändert sich vieles.
30:10Und es wird einiges nicht mehr so sein, wie wir es kennen.
30:13Vielleicht ist es auch gut an mancher Stelle.
30:15Aber nehmen wir mal die Fernsehsendungen.
30:16Wer kennt noch Karlsson vom Dach?
30:18Wer kennt es noch?
30:19Ja, wird jetzt geändert.
30:20Es heißt jetzt Karlsson vom Solardach.
30:23Ja, das ist ja Ariel, die Mehrwegfrau.
30:27Nicht?
30:28Bio-Nocchio.
30:30Sinbad, der E-Rollerfahrer.
30:33Robinson Crusoe und Fridays for Future.
30:36Also vieles wird sich ändern.
30:38Oder James Bond.
30:39Wer hat den letzten James Bond?
30:40Wer hat ihn gesehen?
30:41Mit Daniel Craig.
30:42Wer hat ihn gesehen?
30:42Hast du ihn gesehen?
30:43Boah, boah, boah, boah, boah.
30:44Der war doch geil, oder?
30:45Das wird es so nicht mehr geben.
30:46Nein, der neue James Bond wird weiblicher werden.
30:50Er wird nicht mehr gespielt werden von Daniel Craig,
30:53sondern wahrscheinlich von, keine Ahnung, Ross Anthony.
30:58Ja, piff, paff, puff.
31:03Und der fährt auch nicht mehr mit dem Aston Martin.
31:06Der fährt dann mit einem 9-Euro-Ticket von der Deutschen Bahn.
31:10Dankeschön.
31:21Matze Knob.
31:23Matze Knob.
31:24Vielen Dank.
31:28Das war er.
31:30Von Matze Knob mit seinem Ausblick auf die Zukunft,
31:33die Nahe und die Fernen.
31:35Und jetzt geht es weiter mit einer Künstlerin namens Kirsten Fuchs.
31:39Da merkt man schon am Namen.
31:40Das ist eine von uns.
31:42Sie ist, nimmt mir doch nie alles weg.
31:45Ich fand das, dass man sich so festhalten kann.
31:48Das ist für mich die achte Sendung.
31:50Egal.
31:51Sie wurde geboren in Karl-Marx-Stadt,
31:54also im heutigen Chemnitz,
31:55im zukünftigen New Earth Mountains.
31:59Und sie spricht nicht nur auf der Bühne,
32:02sondern sie schreibt auch,
32:03hat da viele Preise.
32:05Und da meine ich jetzt nicht 7,99 Euro.
32:11Sondern also richtige Preise gewonnen.
32:15Ihr aktuelles Buch heißt
32:18Muttermund tut Wahrheit kund.
32:24Muttermund tut Wahrheit kund oder wie wir Mediziner sagen
32:27in Vulva Veritas.
32:31Es ist ein sehr anspruchsvolles Buch.
32:33Um das zu verstehen, braucht man, glaube ich, Uterus Clausus.
32:37Deshalb bin ich sehr gespannt,
32:39was sie uns heute zu berichten weiß.
32:41Die famose Kirsten Fuchs.
32:53Ja, ich weiß manchmal nicht bei Applaus,
32:55was ich machen soll.
32:56Deshalb wollte ich mir das angewöhnen.
32:58So, jetzt geht es aber los.
33:00Ich habe rausgefunden,
33:02was Gott am achten Tag gemacht hat.
33:05Aber das erzähle ich erst am Ende von meinem Auftritt.
33:07Vorher muss ich was anderes erzählen.
33:09Das hat aber damit zu tun.
33:10Mir ist nämlich was super krasses passiert.
33:13Ich war ein paar Stunden ohne mein Handy.
33:16Ich weiß, es ist krass.
33:18Ich hatte es im Auto meines Kollegen Sebastian Lehmann liegen lassen.
33:21Der hatte mich nach dem Auftritt mitgenommen
33:24und dann in der Stadt, in der Großstadt,
33:26Muttersehen allein, in der Nacht abgesetzt.
33:29Also ausgesetzt, könnte man eigentlich auch sagen.
33:32Und dann stand ich auf dem Gehweg so
33:35und das Auto stand noch an der Ampel.
33:37Und ich hatte aber sofort so ein super komisches Gefühl.
33:41Irgendwas war seltsam.
33:42Seltsam, ich stand auch schief.
33:44Ich muss dazu sagen,
33:45ich habe ein ziemlich großes Handy.
33:47Also so groß,
33:48dass die Verniedlichung des Wortes
33:50nicht angebracht ist.
33:51Es ist kein Handy.
33:53Es ist ein Hand
33:54oder ein Hendo,
33:55ein Handix.
33:56Und das gehört in meine rechte Jackentasche,
33:59denn in der linken Jackentasche
34:00ist mein Kaffeepott.
34:01Rechte Hosentasche, Schlüssel.
34:03Linke Hosentasche, Portemonnaie.
34:04Dann bin ich im Balance.
34:06Sonst kommt alles durcheinander.
34:08Und als das Auto losfuhr,
34:09war ich so aus dem Gleichgewicht.
34:11Ich wollte eigentlich hinterher rennen,
34:12aber ich konnte überhaupt nicht laufen.
34:14Und mein Gehirn war offensichtlich
34:15auch mit dem Auto weggefahren.
34:17Denn mein erster Gedanke war,
34:19ich muss Sebastian anrufen
34:21und ihm sagen,
34:22dass mein Handy in seinem Auto ist.
34:24Dann dachte ich noch mal
34:25ein bisschen länger drüber nach.
34:27Bisschen bessere Idee hatte ich dann.
34:28Ich muss meinen Mann anrufen,
34:30weil ich habe ja kein Handy.
34:31Und der muss Sebastian anrufen
34:33und ihm sagen,
34:33dass mein Handy in seinem Auto ist.
34:36Und dann tat ich was,
34:38was jeder vernünftige Mensch
34:39in meiner Situation getan hätte.
34:41Ich begann zu fluchen.
34:43Shit!
34:43Und fuck!
34:44Damit reite ich mich
34:46in die Vielzahl der Menschen ein,
34:47die in Berliner
34:48nachts auf der Straße herumstehen
34:50und schimpfen und fluchen.
34:52Vielleicht hatten die alle ihre Handys
34:53in Sebastians Auto liegen lassen.
34:55Und waren dann nie wieder klargekommen.
34:56Konnten niemanden anrufen,
34:58hatten den Heimweg nicht gefunden.
34:59So schnell konnte es gehen.
35:01Ja, okay.
35:01Konzentrier dich, sagte ich zu mir.
35:03Du hast deinen Schlüssel,
35:05du hast dein Portemonnaie,
35:06du weißt, wo du bist,
35:07du weißt deine Hausnummer,
35:09du weißt deinen Nachnamen,
35:10ein Tier, ein rotes Tier,
35:13Eichhörnchen.
35:14Aber ich müsste meinen Nachnamen
35:15auch gar nicht wissen,
35:16weil ich hatte ja einen Schlüssel,
35:17ich musste ja gar nicht klingeln.
35:18Ich hätte viel lieber den Schlüssel
35:19im Auto von Sebastian liegen lassen.
35:22Mit dem Schlüssel kann man
35:23gar nicht so viel machen,
35:24wie mit dem Handy,
35:25nur auf- und zuschließen.
35:26Ein völlig überschätzter Gegenstand, oder?
35:29Okay, konzentrier dich,
35:30Kirsten Eichhörnchen,
35:31sagte ich zu mir.
35:32Geh zur Bushaltestelle,
35:34wo der Nachtbus fährt,
35:35du weißt, wo das ist,
35:36auch ohne Handy.
35:37Und dann ging ich los,
35:38aber weil ich so schief war,
35:39lief ich erst mal im Kreis.
35:41Und dann kramte ich in meinem Rucksack
35:42und dann fand ich eine Banane
35:43und die steckte ich
35:44in meine rechte Jackentasche.
35:46Und dann konnte ich gerade laufen.
35:48Und unterwegs zur Bushaltestelle
35:49schaute ich immer wieder
35:50auf die Banane,
35:51nur so aus Angewohnheit.
35:53Und dann begann ich wieder zu fluchen,
35:54weil die Banane
35:55gar keinen Empfang hatte.
35:57Und Menschen
35:58gingen mir aus dem Weg.
36:00Und dann war ich
36:01an der Bushaltestelle
36:02und da musste ich
36:02wie ein Urmensch
36:04warten,
36:04wann der Bus kommt,
36:05ohne auf der App
36:06nachsehen zu können.
36:08Und so Busfahrpläne
36:09sind ja auch nur
36:10eine Vision
36:10einer besseren Welt.
36:12Und dann wurde mir
36:13übelst langweilig
36:14und dann schaltete ich
36:17auf meiner Banane
36:17einen Podcast ein.
36:19Also ich wusste schon,
36:20dass das nicht geht.
36:21Und weil das ja gar nicht geht,
36:22musste ich den Podcast
36:23selber sprechen.
36:24Ich entschied mich
36:25für Hotel Matze
36:26und zufällig war in der Folge
36:28Kirsten Eichhörnchen zu Gast.
36:30Und ich musste nur
36:31eine der Stimmen nachmachen
36:33und die andere war sowieso meine.
36:35Das war so praktisch.
36:37Ja, Matze befragte mich
36:38sehr sensibel
36:39zu meiner Extremerfahrung
36:41oder Erleuchtung,
36:42könnte man auch sagen,
36:43als ich mal ein paar Stunden
36:43ohne Handy gewesen war.
36:45Ja, das war schon krass,
36:46sagte ich.
36:46Das hat schon was mit mir gemacht.
36:48Ich war danach nie wieder dieselbe.
36:49Ich habe dann auch
36:50ein Buch darüber geschrieben,
36:51wie man nachts
36:52ohne Handy nach Hause kommt.
36:53So ein Survival-Ratgeber.
36:55Und ich hätte jetzt auch
36:56einen Podcast,
36:57wo ich Menschen einlade,
36:58die auch mal ein paar Stunden
36:58ohne Handy waren.
37:00Der hieß
37:00Handy los durch die Nacht.
37:02Genau.
37:03Und Matze sagte,
37:04oh, das ist so inspirierend.
37:06Ich kriege richtig
37:06eine Gänsehaut.
37:07Du, ich auch, sagte ich.
37:08Und dann musste ich
37:08den Podcast stoppen,
37:09weil mir das echt zu nahe ging.
37:11Wieso hatten die
37:12keine Triggerwarnung
37:13am Anfang gesagt, ja?
37:14Wenn du auch mal
37:15ohne Handy gewesen bist,
37:17dann solltest du
37:17beim Hören dieser Folge
37:18darauf achten,
37:18wie es dir geht.
37:20Dann kam jedenfalls
37:21der Nachtbus
37:22und alle im Nachtbus
37:23hatten ein Handy.
37:24War so gemein.
37:26Ich setzte mich
37:26hinter einen Mann
37:27und schaute über seine Schulter
37:29auf den tröstlich
37:30erhellten Bildschirm.
37:31Darf ich mal anfassen?
37:32Sagte ich.
37:33Setzte der Mann
37:34sich sofort weg.
37:35Männer sind so
37:36empfindlich manchmal.
37:37Man darf nicht mehr
37:38ihre Geräte antatschen.
37:40Ich hätte gern,
37:41dass das eine Tradition ist, ja?
37:42Frauen betatschen
37:44die Geräte von Männern.
37:45Einfach, weil es schon immer so war.
37:46Aus Spaß
37:47und als Kompliment
37:48sollen sie sich nicht so haben.
37:49Ist doch ein schönes Handy.
37:50Wird man doch noch mal
37:51sagen dürfen
37:52und ein bisschen antatschen.
37:54Ohne Handy
37:54fuhr ich übrigens nicht
37:55wie sonst
37:56eine Station zu weit,
37:58sondern stieg einfach
37:59an der richtigen Station aus.
38:01Voll krass.
38:01Dann rannte ich nach Hause
38:02und nahm meinem Mann
38:03sein Handy weg.
38:04Und dann quengelte der aber,
38:06wollte sein Handy wieder haben,
38:07wirkte so richtig abhängig
38:08und bedürftig irgendwie.
38:11Ja, dann tippte ich noch
38:12ein bisschen
38:12auf meiner Banane rum
38:13und dann ging ich schlafen.
38:15Was sollte ich auch sonst machen?
38:16Lesen in einem Buch
38:17wie ein Urmensch.
38:20Am nächsten Morgen,
38:21als ich ohne Handy erwachte,
38:23fühlte ich mich ganz ruhig
38:25und frei.
38:26Das Bedürfnis,
38:27irgendwo drüber zu streichen,
38:29hatte ich auf meine Kinder umgelenkt
38:31und strickst du auf ihrem Rücken
38:32hoch und runter
38:33und hin und her.
38:35Und ich tippte sie an
38:36und ich likte sie
38:37und ich kommentierte sie sogar.
38:40Und als die Kinder weg waren,
38:42fühlte ich mich noch freier.
38:43Also ohne Handy,
38:44was alles kann,
38:46konnte ich ja auf einmal
38:48wieder alles.
38:48Das war so krass.
38:50Ich könnte die ganze Wohnung
38:51aufräumen.
38:52Ich könnte die Steuererklärung machen.
38:54Ich könnte wieder Hobbys haben.
38:56Aber bevor ich irgendwas davon konnte
38:58oder musste,
38:59um ehrlich zu sein,
39:00brachte Sebastian
39:02mein Handy vorbei.
39:03Gott sei Dank.
39:04So, was hat Gott
39:05am achten Tag gemacht?
39:06Er hat das Handy gemacht
39:08und danach hat er eigentlich
39:09nie wieder was gemacht.
39:11Dankeschön.
39:13Danke.
39:18Kirsten Fuchs.
39:22Geschichten,
39:23die das Leben schreibt.
39:24So, willkommen zum letzten
39:25Gast des heutigen Abends.
39:27Und auf ihn freue ich mich
39:29wirklich besonders,
39:29wenn er hat einen,
39:30ja,
39:31einen kurzen,
39:32knackigen Namen,
39:33einfach nur
39:33Falk.
39:35Zack,
39:35der Falk.
39:36Das ist jetzt nicht so was,
39:37wo man sich stundenlang
39:38als Moderator vorbereiten muss
39:39und das irgendwie lernen muss.
39:41Theo,
39:42Karl Theodor,
39:43von und zu Guttenberg
39:44oder
39:44Eva Maria,
39:46Leuthäuser,
39:47Schnachenberger.
39:48Das sind ja keine,
39:48das sind ja eher so
39:49Kurzgeschichten.
39:51Und man kann,
39:52ich hätte übrigens auch gerne
39:54selber einen
39:54einsilbigen Namen.
39:56Olaf,
39:56eigentlich zu lang.
39:57Eigentlich nur
39:58Olaf.
40:00Oder Schubert,
40:01einfach nur der Bert.
40:02Nö klar,
40:03wer war's?
40:03Der Bert.
40:04Wann ranrufen,
40:05der Bert?
40:06Bert ist schuld.
40:08Ein kurzer Name
40:09reicht aber natürlich auch aus,
40:10um erfolgreich zu sein.
40:11Er gewann dieses Jahr
40:12den Deutschen Kleinkunstpreis
40:14in der Kategorie
40:15Chansons,
40:16Musik,
40:16Lied und
40:18Quatsch.
40:18Äh,
40:20ja,
40:21tatsächlich,
40:21also so ist der Preis
40:23ausgeschrieben.
40:24Und er macht Lieder
40:25mit Inhalt
40:27und mit Tiefgang.
40:28Ich kann also mit Stolz sagen,
40:30das Niveau
40:31sinkt.
40:33Ich freue mich,
40:34dass er hier ist.
40:35Rastet nochmal aus
40:36für Falk.
40:48Guten Abend.
40:49So, ich muss jetzt mal
40:50noch ein bisschen höher machen.
40:51Das hat sich leicht verstellt.
40:53Sonst muss ich mal so runtergucken.
40:54Ist schade.
40:54So geht's aber, glaube ich.
40:55Ja.
40:55So, ja,
40:56ich freue mich sehr,
40:56hier hier zu sein.
40:57Ich habe tatsächlich auch
40:58zwei Lieder mitgebracht.
40:59Ich mache es noch ein bisschen höher.
41:01Das ist live.
41:02So,
41:03ich mache,
41:04zwei Lieder habe ich mitgebracht
41:04und im ersten Lied
41:05möchte ich tatsächlich
41:07eine Bevölkerungsgruppe besingen,
41:08die es nicht immer leicht hat,
41:09muss man einfach sagen,
41:10nämlich Kinder.
41:12Ist ja so,
41:12gesamt,
41:13gesellschaftlich gesehen
41:14und politisch gesehen
41:15spielen Kinder oft keine Rolle.
41:16Ich weiß gar nicht,
41:17woran es liegt.
41:17Vielleicht,
41:18weil sie nicht wählen dürfen.
41:19Egal.
41:20Aber das andere Problem ist,
41:21ich wohne in Berlin
41:22am Prenzlauer Berg,
41:23ist vielleicht ein Begriff,
41:24und da beobachtet man
41:24eine ganz andere Seite
41:25der Erziehung von Kindern.
41:27Da laufen viele kleine
41:28Kaiser und Könige herum.
41:30Und das ist ja auch in Ordnung.
41:32Besser,
41:32als wenn man sie ständig verprügelt,
41:34würde ich ja sagen.
41:35Das Problem ist nur,
41:36habt ihr vielleicht auch schon mitbekommen,
41:37da gibt es ja inzwischen
41:37viele Artikel drüber,
41:39viele dieser sehr verwöhnten Kinder
41:41zerplatzen später,
41:41wenn sie erwachsen werden,
41:42an der harten Realität.
41:44Und das tut mir sehr leid.
41:46Und da habe ich mich gefragt,
41:47wie man vielleicht helfen kann,
41:50wenn man vielleicht vorher
41:51schon mal ihnen zeigt,
41:52wie die Realität so aussieht.
41:55Ein kleines Kinderlied.
41:57Musik
41:58Musik
42:04Sag mal,
42:05was ist das denn nach,
42:07das hast du selbst gemalt,
42:08na gut,
42:09ich will mal so sagen,
42:11das sieht man,
42:13meine Güte,
42:14wie das ausschaut,
42:15und du hast auch noch geprahlt,
42:17das sei schön,
42:18und dass man's aufhängen kann.
42:23Das ist hässlich,
42:24das ist hässlich,
42:25so dass man sofort erkennt,
42:27dass du bloß ein großes Maul hast,
42:30aber sicher kein Talent.
42:35Ja, das darf man ja wohl
42:36bitteschön noch sagen,
42:39was heißt denn hier,
42:41das sei gemein.
42:44Also auch wenn sie erst sieben ist,
42:47man darf ja wohl noch ehrlich sein.
42:50Musik
42:53Oh, herzlichen Glückwunsch,
42:55du hast sogar eine Zwei
42:57in Schönschrift.
42:59Ich bin begeistert.
43:01Grundschulnoten heißen gar nichts,
43:03also bild dir nix drauf ein.
43:05Jetzt mal ehrlich,
43:07jeder weiß das.
43:11Du bist trotzdem,
43:13du bist trotzdem
43:14nur ein vorlautfrecher Gnom.
43:16Einmal wird es auch dich treffen.
43:18Buchstabier mal Depression.
43:24Wie kann man nur so schrecklich stolz sein
43:28auf all die nicht'gen Kleinigkeiten
43:32und das bei all den augenscheinlich
43:37vielen Unzulänglichkeiten.
43:41Ach, und ich einmal fünf Jahren
43:43konntest du noch gar nicht sprechen,
43:45hast gesabbert und gebrüllt
43:47und dich ständig vollgeschissen.
43:49Und jetzt willst du hier die Größte sein
43:52und bist grad mal'n Meter klein,
43:54bildest dir weiß Gott was ein
43:56und krallst mit deinem Wissen.
43:59Hast du vielleicht,
44:01hast du vielleicht schon ne Kernkompetenz
44:04und jetzt komm hier nicht mit Basteln,
44:07du kaputte Existenz.
44:12Oh, du hättest gern' ein Pony.
44:17Das kannst du gleich wieder vergessen.
44:22Aber hey, na gut, weil du es bist,
44:25wird heut' Pferdewurst gegessen.
44:42Ist natürlich gemein, ne, ist gemein,
44:43aber Ehrlichkeit tut eben manchmal weh.
44:46Das war übrigens jahrelang
44:47das Lieblingslied meiner beiden
44:48nicht tatsächlich wahr, ne,
44:49weil beide dachten,
44:50ich hätt's über die andere geschrieben, ne.
44:52Das war auch das Schöne.
44:53Hab ich nie klargestellt,
44:54bin ja nicht lebensmüde, ne.
44:55Aber so, wo ich mich jetzt aber schon
44:56so sympathisch vorgestellt hab',
44:57dachte ich, im zweiten Lied
44:59möchte ich jetzt mal
44:59was von meinen Hobbys erzählen.
45:00Ich hab' ein etwas ausgefallenes
45:02Hobby für mich entwickelt.
45:03Ich sammle bestimmte Begriffe
45:04aus dem allgemeinen Sprachgebrauch,
45:06die wir alle benutzen,
45:07von denen aber oft die Herkunft
45:08gar nicht unbedingt bekannt ist.
45:09Ich will mal Beispiele nennen,
45:10so Wörter wie Larifari,
45:13Kokolores,
45:15Fisimatenten, Remidemi.
45:16Diese ganzen Wörter, die wir benutzen,
45:17oft weiß man gar nicht,
45:18woher die eigentlich kommen.
45:19Manche haben jüdischen Ursprung,
45:20zum Beispiel, das weiß man.
45:21Manchmal kommen sie aus dem Ausland.
45:23Zu Fisimatenten gibt's eine schöne Geschichte,
45:24das kommt angeblich aus der Zeit,
45:26als Napoleon noch das Rheinland besetzt hatte.
45:29Die guten Zeiten.
45:32Da haben die französischen Soldaten,
45:33wollten auch mal was erleben
45:34und haben dann die deutschen Mädels
45:36quasi Anzug angesprochen,
45:38um sie rumzukriegen,
45:38haben dann gesagt,
45:40hier, visite Dematante,
45:41besuch mich im Zelt.
45:43Knickknack.
45:43Knickknack ist übrigens auch
45:44so ein Wort lautmalerisch.
45:45Egal, so.
45:46Und die deutschen Eltern
45:48konnten ja kein Französisch.
45:49Da haben die abends
45:49zu den Mädels gesagt,
45:50ja, kannst weggehen,
45:51aber mach keine hier Fisimatente.
45:53So was liebe ich.
45:53So was liebe ich.
45:54Daher könnte es kommen.
45:55Könnte auch totaler Schwachsinn sein.
45:57Aber es könnte auch stimmen.
45:58Und dann habe ich die alle gesammelt
45:59und dann hatte ich mit der Zeit
46:00über 40 Stück zusammen
46:01und habe gesagt,
46:02so, jetzt schreibe ich einen Weltheat.
46:05Das hat nicht funktioniert,
46:06aber ein Lied habe ich dennoch daraus gemacht.
46:08Ein Lied aus meinem Alltag.
46:12Nee, also komm,
46:13echt mal als wenn.
46:14Coco Lores,
46:15völlig plem plem.
46:16Was für ein Quatsch,
46:17ich lach mich schlapp.
46:17Was du wieder redest.
46:19Pappalapapp.
46:19Dies Techtelmechtel
46:20sollte so nie.
46:21Ich bin kein Hallodriecht.
46:23Irgendwie lief das verkehrt.
46:24Ich wollte das nicht.
46:25Doch die Frau macht mich ganz tüdelig.
46:27Weil schön so nach zwölf Likörchen
46:29passierte uns dann.
46:30Diesmal Lörchen war auch schön.
46:32Die war auf Zack,
46:33verstehste?
46:34Knick, knack,
46:35ein Halligalli
46:36mit allem drumrum.
46:36Das ganze Sammelsurium.
46:38Nö,
46:39das war schon echt ne Nette.
46:40Heiliger Bimbam,
46:41die ganze Palette.
46:42Rambazamba,
46:43die volle Möhre.
46:44Und wie ich uns stöhnen höre,
46:46geht die Tür auf,
46:47ihr Mann steht da.
46:48Was das für ein Schlamassel war.
46:50Der fängt gleich an aufzubrausen.
46:52Oh,
46:52da kriege ich Muffensausen.
46:53Mimt sofort den Konsequenten.
46:55Was sind das hier für Fiesimatenten?
46:57Sie in Panik rutscht von mir ein.
46:59Kuddelmuddel,
47:00ich sag es dir.
47:01Ich ruf,
47:01ist nur ne Yogasause.
47:03Der Humorlos,
47:04so ein Banause.
47:04Scheint doch etwas böse zu sein.
47:06Vor hohne Piepeln könne er sich allein.
47:08Ein Riesenkrach,
47:09ein Toverboda.
47:10Kriegst du doch die Tür nicht zu.
47:12Hat mich erst mal angekackt,
47:14mich dann grob am Schlawittchen gepackt
47:16und holter die Polter,
47:17glatteradatt.
47:17Schon lag ich vor der Tür im Matsch.
47:19Das ist ein Rabauke,
47:21Typerlumke,
47:21dunkle Keller,
47:22war Spelumke.
47:23Es flogen die Fäuste mit allem Schnick,
47:25schnack.
47:25Erst mal zappen,
47:25du's da mal voll auf den Sack.
47:27Potzblitz,
47:27was mach ich nur?
47:28Der ist ja mal wirklich Sturruf.
47:31Bleib mal locker,
47:31tut mir ja leid,
47:32aber war doch nur ne Kleinigkeit.
47:35Schabernack,
47:35Klamauken,
47:36Klacks,
47:36ist doch alles Pipifaxen,
47:39Kinkerlitzchen,
47:39Pille,
47:39Palle,
47:40dass ich deine Frau hier,
47:42Wischiwaschi,
47:43vergiss die Sache,
47:44sag ich,
47:44während ich klar mache,
47:46dann ist ne La Paglie,
47:47Cella,
47:47wie,
47:48schlägt er mich wieder,
47:49verdient irgendwie.
47:50Pack mich dann auch nicht in Watte,
47:51greift sich zapp,
47:52zapp,
47:53ne Latte,
47:53was ich so nicht erwartet hatte,
47:55daher der Riss in der Schädeplatte.
47:57Naja gut,
47:57jetzt liege ich hier schon was länger
47:59auf der Intensivstation,
48:00da zog ich wohl die Niete.
48:02Geschieht mir recht,
48:03mir flitze diebe,
48:04diesen ganzen Firlefanz,
48:06dass du das nicht lassen kannst,
48:08Humbug,
48:08Mumpitz,
48:09Einerlei,
48:10jetzt ist ja vorbei.
48:12Dankeschön.
48:17Vielen Dank.
48:23Sehr gut.
48:24Vielen Dank.
48:25Das war Olaf's Club Nummer 8.
48:27Das war's für dieses Jahr.
48:27Wir bedanken uns bei allen Abführern.
48:29Wir bedanken uns natürlich bei Gotti.
48:31Und Sven Phantom,
48:33alle heraus.
48:36Josefa,
48:37Walter,
48:38Matze Knob,
48:39Kirsten Fuchs.
48:41Das sollten alle sein.
48:44Hey!
48:45Alles von uns natürlich wieder in der,
48:48in der ARD.
48:50Mit der Krieg.
48:51Bis nächstes Jahr.
48:51Vielen Dank.
48:52Das war eine schöne Zeit.
48:54Wir verbeugen uns nochmal.
48:55Danke.
48:55Resources.
48:56Oh, ho ho.
48:58Of course!
49:00Hej.at
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