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  • vor 2 Tagen
Bei Vernehmungen durch die Kriminalpolizei leugnet der Täter. Er wird verdächtigt, eine Serie von Einbrüchen begangen und eine Frau niedergeschlagen zu haben. Seit zwei Jahren lebt er normal, will sich ein neues Leben aufbauen, hat eine Frau, die ein Kind erwartet. Die Spannung des Filmes entsteht durch den geistigen Zweikampf zwischen den Kriminalisten und dem Straftäter. (Text: SFB)

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Transkript
00:00:02ARD Text im Auftrag von Funk
00:00:03Tschüss.
00:00:04Ja.
00:00:15Hallo.
00:00:16Hallo.
00:00:19Sei schönartig, bis Papa wieder da ist.
00:00:24Tschüss.
00:00:25Vorsichtig sein.
00:00:26Soll ich dir nicht doch den Trabi da lassen?
00:00:34Trabantfahrerin entbindet auf der Straßenkreuzung.
00:00:44Ach, jetzt schließt das Museum wieder.
00:00:47Ist nicht für jeden.
00:00:48Du stellst es ja selbst noch hin.
00:00:49Was man immer sieht, guckt man sich leicht über.
00:00:51Mhm, du lebst die Abwechslung.
00:00:54Sollte es losgehen, gehst du zu Frau Gosling und rufst mich sofort an.
00:00:57Mhm.
00:00:58Mhm.
00:00:59Mhm.
00:01:10Na endlich.
00:01:11Mhm.
00:01:13Fährt bestimmt zur Arbeit.
00:01:14Mhm.
00:01:22Mhm.
00:01:28Mhm.
00:01:29Mhm.
00:01:37Mhm.
00:01:40Mhm.
00:01:46Mhm.
00:01:54Mhm.
00:01:55Mhm.
00:01:56Mhm.
00:02:07Mhm.
00:02:10Mhm.
00:02:13Mhm.
00:02:14Mhm.
00:02:16Mhm.
00:02:20Mhm.
00:02:31Mhm.
00:02:32Mhm.
00:02:32Mhm.
00:02:32Mhm.
00:02:43Mhm.
00:02:48Mhm.
00:03:02Mhm.
00:03:04Mhm.
00:03:05Mhm.
00:03:07Mhm.
00:03:19Mhm.
00:03:20Mhm.
00:03:23Mhm.
00:03:25Mhm.
00:03:31Montags, Mittwochs und Freitags hat man so einen Boxtrail.
00:03:33Du hast einen Sohn? Weiß man's?
00:03:38Na los, meine Herren, und ab!
00:03:43Gut, achte auf deinen Stand. Weiter!
00:03:48Hey, Daniel, was ist mit deinem Anlauf? Überprüf den Absprung!
00:03:52Den Ablauf musst du im Schlaf beherrschen. Übermorgen geht's los.
00:03:55Willst du im Flugzeug trainieren?
00:03:58Hör zu, wenn du in Ungarn was verpatzt, schmeißen wir dich raus. Ist das klar?
00:04:03Ja.
00:04:05Also, stopp! Ihr habt's gemerkt, das Wichtigste ist die Konzentration.
00:04:08Nicht verkrampft sein. Locker, locker, locker.
00:04:11Das heißt für uns vorm Wettkampf, ha? Ablenken.
00:04:15Ich hab mich... Komm mal ran!
00:04:17Ich hab mich dann immer daran erinnert, wie meine Mutter mit mir in den Tierpark ging, als ich klein war.
00:04:21Sie musste mit mir immer eine bestimmte Route ablaufen.
00:04:24Ich wollte immer zu den Löwen, den Pantern, zu den starken und schnellen Tieren.
00:04:27Naja, manchmal haben wir sie auch gefüttert. Ist ja verboten, aber...
00:04:31Epsen mit seinen Geschichten wieder.
00:04:33So, sind Sie so nett und beiden das Baby dann schon weiter?
00:04:36Und ich erkläre hier neben anderen schon das Wickeln.
00:04:39Familie Seppert, sind Sie so nett und kommen nach vorne?
00:04:42Ja.
00:04:42Ich auch.
00:04:43Und hier fahrt ihr auch mit, natürlich.
00:04:45Das müssen Sie auch lernen.
00:04:47So, achten Sie darauf, dass das Kind breit gewickelt wird.
00:04:51So, ja.
00:04:53Und so, die Kniegelenken ein bisschen frei bleiben.
00:04:56So, sehr schön machen Sie das.
00:05:00Und das Kind ist schon fertig gewickelt.
00:05:03So.
00:05:06Mach du mal!
00:05:07Oh, ich hab heute schon den Mülleimer runtergetragen.
00:05:09Also.
00:05:20Einmal darfst du raten.
00:05:23Fehlanzeige.
00:05:26Das Auswertungsprotokoll.
00:05:28Vom Trabi und von den Wohnungen.
00:05:32Ach, der ist es.
00:05:34Der ist ja toll.
00:05:35Wir haben gedacht, den kriegen wir nie.
00:05:37Fast zwei Jahre, aber das haben wir nicht alles gemacht.
00:05:39Ja.
00:05:40Allein die Personenüberprüfung.
00:05:42Und ich hatte wetten können, dass das ein ganz Ausgebuffter ist.
00:05:44Das ist ein ganz unbeschriebenes Blatt.
00:05:46Nimmt sich ein Foto mit und stellt sich das in die Schrank.
00:05:49So was ist mir doch nicht untergekommen.
00:05:51Es gibt mir nichts, was es nicht gibt.
00:05:53Das Foto bei ihm, das müssen wir finden.
00:05:57Also, zweimal hat er seine Fingerabdrücke an den Tatorten hinterlassen.
00:06:03Bei dem einen Fingerabdruck gibt es außerdem die Schuhabdrücke.
00:06:06Die gleichen kamen dann nochmal einen Monat später auf der Türschwelle der toten Frau vor.
00:06:09Die 14 anderen Einbrüche, das ist alles eindeutig seine Handschrift.
00:06:14Dringender Verbrechensverdacht gegen ihn ist begründet.
00:06:16Ist einmal in Ordnung, kannst du die Wormi gewöhnen?
00:06:19Naja, dann fangen wir mal an.
00:06:24Also beantrage ich gleich Haftbefehl und auch Wohnungsdurchsuchung.
00:06:30Übrigens, übermorgen klicke nach Ungarn zum Wettkampf mit seiner Sportgruppe.
00:06:42Fluchtverdacht, das ist begründet.
00:06:43Also müssen wir zugreifen.
00:06:45Hey, na wenn das so ist.
00:06:47Wann beginnt er sein Training mal?
00:06:4913 Uhr.
00:06:50Na dann holen wir ihn früh zu Hause.
00:06:52Los.
00:06:56Ketzenpuckel.
00:06:59Pferderücken.
00:07:02Ketzenpuckel.
00:07:11Sagenhaft.
00:07:36Frau Sebnitz.
00:07:37Guten Tag.
00:07:38Guten Tag.
00:07:39Oberleutnant Zimmermann, Kriminalpolizei.
00:07:42Das ist Oberleutnant Dillinger.
00:07:43Wir hätten gern mal Ihren Mann gesprochen.
00:07:45Mein Mann?
00:07:47Mein Mann ist nicht zu Hause.
00:07:48Der ist zum Training.
00:07:50Worum handelt es sich denn?
00:07:52Ich meine, was ist denn los?
00:07:54Zum Training?
00:07:55Jetzt schon?
00:07:55Ja, er hat heute schon früh angefangen.
00:07:57Er fliegt mal nach Ungarn zu einem Freundschaftstreffen.
00:08:00Bitte verstehen Sie das richtig,
00:08:01aber wir möchten uns trotzdem überzeugen.
00:08:03Gestatten Sie?
00:08:05Bitte.
00:08:06So.
00:08:07So.
00:08:09Das war's.
00:08:46Ja, Frau Seidnitz, gegen Ihren Mann ist ein Ermittlungsverfahren anhängig.
00:08:50In des dringenden Verdachts strafbare Handlungen.
00:08:53Was ist?
00:08:54Näheres dazu später. Erstmal brauchen wir Ihren Mann.
00:08:57Zwei Genossen von uns müssen hier auf ihn warten.
00:09:05Mist! Ausgerechnet heute fängt er früher an.
00:09:07Das hättest du wissen müssen.
00:09:08Wir werden das erst gestern Abend festgelegt haben.
00:09:25Und dann die Frau. Das kann doch jeden Augenblick losgehen.
00:09:29Was?
00:09:29Die Entbindung.
00:09:31Du, mit deinen drei Töchtern musst du's ja wissen.
00:09:35Das Foto in der Schrankwand, das könnte es sein.
00:09:54Komm, komm, komm, komm! Und Feuer!
00:09:55Ja, na bitte! Und weiter geht's!
00:09:58Was?
00:10:00Na ja!
00:10:08Da ist er. Ich sag Bescheid.
00:10:09Danke.
00:10:14Äbse, die zwei da, die wollen was von dir.
00:10:17Wieso?
00:10:18Weiß ich nicht. Frag sie doch.
00:10:19這種, die weiß, wie du's ja tun hast.
00:10:34Was?
00:10:35Na ja!
00:10:35Und zwar egal.
00:10:37Oh, wir haben es lustig, weil du siehst du hast.
00:10:41Und zwar was von dir so.
00:10:42Ich sag mir, wie du nie, bist du nicht.
00:10:45Was?
00:10:45Ich sag mir, wie du bist du nicht.
00:10:46Und ich sag mir, wie du bist.
00:10:47Und ich sag mir, wie du bist.
00:10:57Das war's für heute.
00:11:18Den Schwerverbrecher.
00:11:20Nein.
00:11:21Kann nur ein Irrtum sein.
00:11:22Sie ziehen sich bitte fertig an.
00:11:24Das ist ein Irrtum.
00:11:26Können wir doch hier klären.
00:11:32Batsch.
00:11:36So, das tue sie da alles in die Tasche.
00:11:41Die Sportschuhe auch.
00:11:44Moment.
00:11:46Zu den Schuh, oder?
00:11:52Ach, äh, hallo.
00:11:57Erst mal abschließen.
00:12:06Halt!
00:12:08Ich wollte doch nicht abhauen.
00:12:09Ich brauch bei der Überspannung ein bisschen Bewegung.
00:12:11Ich wollte nicht abhauen.
00:12:14Das ist doch ein Irrtum.
00:12:16Das ist doch alles Quatsch.
00:12:16Halschum!
00:12:56Gesicht zur Wand, Hände nach oben, Beine auseinander.
00:13:17Drehen Sie sich um. Ziehen Sie Ihre Jacke aus. Gehen Sie her.
00:13:33Ich muss Ihnen mitteilen, dass gegen Sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, wegen mehrfachem Einbruchdiebstahls und dass Sie dringend verdächtig sind,
00:13:39den Tod eines Menschen verursacht zu haben. Äußern Sie sich dazu.
00:13:45Tod? Was denn für ein Tod? Welches Menschen? Wieso denn Tod? Wer denn? Ich habe nichts damit zu tun. Ich
00:13:55weiß überhaupt nicht, wovon Sie sprechen.
00:13:57Ich weiß gar nicht, was Sie von mir wollen.
00:14:00Gut. Dann nehmen wir erst mal Ihre Personalmien auf.
00:14:07Sie heißen?
00:14:08Eberhard Sebnitz.
00:14:10Deswegen der Spitzname Ebsen.
00:14:16Den Trainingsanzug vergleichen mit den damals bei der Totenfrau aufgefundenen Faserspuren. Hier ist das Aktenzeichen.
00:14:25Die Turnschuhe vergleichen mit den damals gesicherten Schuhspuren. Krieg raus, ob Eberhard Sebnitz der Verursacher ist.
00:14:32Was denn? Das unaufgeklärte Tötungsverbrechen? Das liegt doch schon lange zurück.
00:14:36Ja, fast zwei Jahre.
00:14:37Habt ihr ihn?
00:14:37Das hoffen wir.
00:14:38Wie denn?
00:14:39Ein Foto.
00:14:41Was denn? Hat ihn einer gesehen und fotografiert?
00:14:43Na ja, einmal hat er ein Foto mitgenommen und sie sich in die Schrankwand gestellt.
00:14:47Und zufällig hat es der Enkel der Geschädigten dort entdeckt.
00:14:51Das ist ein Sportschüler von ihm als Trainer.
00:14:53Was denn? Ein Foto mitgenommen?
00:14:55Na ja, so seltsame Wege geht das Leben. Du bekommst übrigens noch mehr zu tun.
00:14:59Ich gehe jetzt zur Wohnungsdurchsuchung und inzwischen macht Genossen Zimmermann die Vernehmung.
00:15:04Mein Vater. Über meinen Vater weiß ich nichts. Kann ich nichts sagen.
00:15:10Ihre Mutter ist sehr früh gestorben, aber Sie wissen nicht wann.
00:15:14Ich bin von klein auf im Kinderheim gewesen. Bis ich dann zur Sportschule kam.
00:15:18Ich war besonders gut am Sport. Geräteturn.
00:15:21Da kam ich dann ins Internat.
00:15:24Sie waren vorgesehen für den Leistungssport im Turm.
00:15:28Daraus wurde dann nichts. Warum?
00:15:30Andere waren besser.
00:15:31Bitte?
00:15:32Andere waren besser.
00:15:34Und jetzt arbeiten Sie als Trainer für Nachwuchs im Sportclub.
00:15:39Nachwuchs. Nicht Leistungssport.
00:15:43Nachwuchs für den Leistungssport.
00:15:45Aber die Leistungssportler trainieren Sie nicht.
00:15:51Zwischenzeitlich ist nichts verändert worden. Es ist niemand da gewesen.
00:15:54Frau Sebnitz, wir müssen bei Ihnen eine Wohnungsdurchsuchung durchführen.
00:15:58Hier ist die Anordnung des Staatsanwaltes.
00:16:02Die beiden Damen kennen Sie ja. Die müssen anwesend sein. Das Gesetz verlangt es so.
00:16:10Vermögen?
00:16:11Vermögen?
00:16:13Na, Konto zum Beispiel. Sparbuch.
00:16:16Und Ihre Frau?
00:16:17Meine Frau hat ein Sparbuch. Hat sie mit in die Ehe gebracht.
00:16:20Wie viel?
00:16:22Na, wie viel war damals drauf? Wie viel jetzt?
00:16:25Weiß ich nicht mehr. Müsste Mama nachsehen. Vielleicht vier, fünf Tausend.
00:16:29Sie zahlt jeden Monat von ihrem Gehalt was ein.
00:16:32Na, und jetzt? Wie viel ist jetzt drauf?
00:16:34Wir haben Anschaffungen gemacht, auch schon fürs Kind.
00:16:37Ungefähr dreitausend fünfhundert.
00:16:40Schmuck? Wertsachen? Antiquitäten? Grundstück, Haus, Datsche?
00:16:45Nein, nein, nichts.
00:16:47Nun zu Ihrer Frau. Wie haben Sie sie denn kennengelernt?
00:16:52Eine Frau? Ja.
00:16:55Bei der Untersuchung.
00:16:56Untersuchung?
00:16:58Ja, wir werden auch regelmäßig untersucht, ärztlich und so.
00:17:01Da hat meine Elbe.
00:17:02Also meine jetzige Frau, die hat mir Blut abgenommen.
00:17:04Die ist doch so Laborschwester.
00:17:06Und wann war das?
00:17:07Wie? Das Blut abnehmen?
00:17:18Als Sie sie kennenlernten.
00:17:22Wann war das?
00:17:23Ja, gesehen habe ich sie ja schon oft.
00:17:25Und dann hat sie mich angesprochen.
00:17:27Und ich dann natürlich auch.
00:17:29Wir sind seit zwei Jahren zusammen, verheiratet anderthalb.
00:17:32Und jetzt bekommt sie ein Kind?
00:17:33Ja, in etwa vier Wochen.
00:17:36Waren Sie schon mal verheiratet?
00:17:38Waren Sie immer allein?
00:17:40Bis Elke kam.
00:17:46Sie lieben Ihre Frau sehr.
00:18:09Turnschuhe.
00:18:10Größe.
00:18:1243.
00:18:14Blau-Weiß.
00:18:15Stark abgetragen.
00:18:17Und Hobbys?
00:18:19Ob Sie irgendwelche Hobbys haben?
00:18:22Briefmarken sammeln, basteln, Tauben züchten, was weiß ich.
00:18:24Nein, nein, der Sport ist mein Hobby. Gerätetouren.
00:18:27Da ist man ganz auf sich gestellt.
00:18:29Es kommt nur auf einen selbst an.
00:18:30Der Gegner ist die eigene Schwäche.
00:18:32Das ist gut.
00:18:34Das gefällt mir.
00:18:36Auf die Überwindung der eigenen Schwäche kommt es hier auch an.
00:18:39Also, dann wollen wir mal.
00:18:46Ihre Straftaten.
00:18:48Die Ihnen zur Last gelegt werden.
00:18:51Wohnungseinbrüche und Diebstähle.
00:18:53Eine ganze Serie.
00:18:55Wie stellen Sie sich dazu?
00:18:57Das stimmt alles nicht. Ich war das nicht.
00:19:00Ich habe Nervens eingebrochen.
00:19:03Wir haben aber Beweise.
00:19:05Was denn für Beweise? Das geht gar nicht.
00:19:08Das ist ein Irrtum.
00:19:09Ich habe nichts damit zu tun.
00:19:11Sie glauben mir doch.
00:19:14Es ist selten jemand hier, der mit den Beschuldigungen etwas zu tun hätte.
00:19:17Das handelt sich immer um Irrtümer.
00:19:20Anfangs.
00:19:22Erzählen Sie mal.
00:19:24Besiegen Sie die eigene Schwäche?
00:19:28Oder brauchen Sie erst einen Kopfstand zur Entspannung?
00:19:30Bitte.
00:19:32Was wollen Sie denn für Beweise gegen mich haben? Das geht gar nicht.
00:19:35Wie sind Sie auf den Gedanken gekommen, in die Wohnung einzubrechen?
00:19:41Ich habe dazu nichts mehr zu sagen.
00:20:00Na?
00:20:07Ganz wie Sie meinen.
00:20:10Sie werden übers Wochenende die Gelegenheit haben, nachzudenken.
00:20:15Hier.
00:20:16Da schreiben Sie.
00:20:19Hier.
00:20:21Es ist auch in Ihrem Interesse an der Wahrheitsfindung mitzuarbeiten.
00:20:25Sie werden auch heute dem Haftrichter vorgeführt.
00:20:43Ich bin unentschuldig.
00:20:45Lass mich hier raus.
00:20:46Aber Eberhard doch nicht.
00:20:47Das ist unmöglich.
00:20:48Doch nicht Eberhard.
00:20:49Liebe Frau Sebnitz.
00:20:51So, ich fange jetzt im Bad an.
00:20:53Ich habe es Ihnen schon mal gesagt.
00:20:56Ihr Mann steht leider im Verdacht, vor einigen Jahren eine Reihe von Einbrüchen begangen zu haben.
00:21:02Als Ehefrau haben Sie natürlich das Recht, die Aussage zu verweigern.
00:21:07Ich will Gewissheit.
00:21:10Ja, die wollen wir auch.
00:21:12Und wegen Verdunklungsgefahr wurde gemäß § 122 Strafprozessordnung gegen Sie Haftbefehl erlassen.
00:21:18Sie haben das Recht, dagegen Beschwerde einzulegen und sich einen Rechtsanwalt als Verteidiger zu wählen.
00:21:25Bitte schön, Sie können dazu Stellung nehmen.
00:21:29Sie haben die Möglichkeit, sich dazu zu äußern, auch zu den erhobenen Beschuldigungen gegen Sie.
00:21:34Das ist alles nicht wahr.
00:21:39Was wird Ihnen das Beweismaterial vorlegen? Sie können Zeugen benennen.
00:21:43Haben Sie sonst noch etwas vorzutragen?
00:21:46Wer soll benachrichtigt werden?
00:21:50Wer soll von Ihrer Verhaftung benachrichtigt werden?
00:21:54Meine Frau.
00:22:02Bitte unterschreiben Sie hier unter Datum und Uhrzeit.
00:22:08So, kommen Sie.
00:22:15Danke, Lipp. Alles klar?
00:22:17Nee.
00:22:18Du, ich hab was für dich.
00:22:20Guten Tag.
00:22:22Ein Moment.
00:22:29Du, der ahnt noch nicht, wie wir ihm auf die Spur gekommen sind.
00:22:33Leugnend.
00:22:34Zum Schluss rettet er sich ins Schweigen.
00:22:37Ich hab mal eine Idee.
00:22:39Hat er nicht ein Geschädigter angegeben, ihm fehlten Briefe seit dem Einbruch?
00:22:42Briefe, die ihm früher mal seine Mutter geschrieben hatte.
00:22:44Briefe, stimmt.
00:22:45Wir haben damals angenommen, dass sie die Briefe irgendwo versiebt haben.
00:22:48Aha.
00:22:49Der hat nur Geld gesucht, haben wir gedacht.
00:22:52Hier ein Foto, da die Briefe.
00:22:54Aha.
00:22:55Übrigens, Konto hat er nicht, sagt er.
00:22:59Na, seine Frau, ein voreheliches Sparguthaben.
00:23:02Gut, das müssen wir überprüfen.
00:23:04Grundstück hat er auch nicht.
00:23:05Tappi, Wohnungsanrichtung, kosten ja auch eine Menge.
00:23:08Tausend Mark und Gefähr sind hier.
00:23:10Willst du Sport machen?
00:23:13Dann die Jacke und die Tornenschutzuntersuchung.
00:23:16Also?
00:23:20Tag, Frau Sebnitz.
00:23:21Wir kennen uns ja schon von heute Morgen.
00:23:22Wo bewahrt denn Ihr Mann seine Papiere und die Briefe auf?
00:23:28Kommen Sie denn bitte wieder mit, ja?
00:23:29Ja, ja, bitte.
00:23:30Danke.
00:23:36Die Frau auf dem Bild, Frau Sebnitz, wer ist das?
00:23:40Das ist die Mutter meines Mannes in jüngeren Jahren.
00:23:43Die Schwiegermütter.
00:23:44Ich hab sie nicht mehr kennengelernt.
00:23:45Sie ist gestorben vor ungefähr drei Jahren.
00:23:47Da kannte ich Ihr Partner nicht.
00:23:49Wann starb Sie?
00:23:50Die Mutter von Ihnen?
00:23:52Nach dem Datum müssen Sie schon meinen Mann fragen.
00:23:55Drei Jahre ist das ungefähr her.
00:24:07Sind Sie in ärztlicher Behandlung?
00:24:13Nehmen Sie zurzeit irgendwelche Medikamente?
00:24:19Diabetiker.
00:24:22Sie müssen es verstehen.
00:24:24Es geht darum, Ihre Haftfähigkeit festzustellen.
00:24:26Es liegt also in Ihrem Interesse, steht Sie auf, wenn Sie mir eventuelle Beschwerden oder Krankheiten mitteilen.
00:24:41hat er mal geangelt?
00:24:43Mein Mann angelt immer noch.
00:24:44Aber doch nicht mit der.
00:24:46Und warum nicht mit der?
00:24:49Bist du im Anglerverband?
00:24:51Nein, nur so.
00:24:53Haben Sie eine Datsche?
00:24:54Ja, das wäre schön.
00:24:56Wo angelt Ihr Mann denn so?
00:24:57Ach, na, mal da, mal da, denke ich, er fährt dann mit dem Auto raus.
00:25:01Ab und zu ist man eben gern mal alleine.
00:25:04Aber in den letzten Monaten hat er mich nie allein gelassen.
00:25:06Das sei denn, die Arbeit hat es erforderlich gemacht.
00:25:14Und dann geht's ran an die Kohlen.
00:25:17Was denn an die Kohlen?
00:25:44Geradeaus gucken.
00:25:49In die Kamera gucken.
00:25:59Wo ist sie denn begraben, Ihre Schwiegermutter?
00:26:03Suchen Sie das Grab der Frau, dann fragen Sie doch meinen Mann.
00:26:05Mit mir ist er nie dahin gegangen.
00:26:08Ja, stimmt.
00:26:09Eigentlich wollten wir noch mal hingehen.
00:26:11Und dazu ist es nie gekommen.
00:26:14Aber zu meinen Eltern.
00:26:15Da ist er mal auf Besuch hingerannt.
00:26:18Sogar ohne mich.
00:26:20Ich kann das nicht leiden, diesen ewigen Sonntagnachmittags Kaffeeplausch.
00:26:24Aber er...
00:26:25Gut, gut, das war doch nur eine Frage.
00:26:35Bitte, setzen Sie sich...
00:26:35Ich muss ihn noch mal fragen.
00:26:37Hat er irgendetwas von seiner Mutter?
00:26:39Vielleicht Briefe?
00:26:43Warum fragen Sie ihn nicht?
00:26:45Ich...
00:26:45Verstehen Sie, ich kenne ihn einfach noch nicht so lange.
00:26:47Also bitte, hat er denn nur Briefe gehabt?
00:26:49Ja oder nein?
00:26:52Vorgelesen hat er mir mal.
00:26:54Also ins Ferienlager hat sie ihm geschrieben, aber da war er elf.
00:26:57Oder 13 oder 14 muss er gewesen sein.
00:26:59Und wo könnten diese Briefe geblieben sein?
00:27:01Wir haben nämlich keine gefunden.
00:27:03Tja, also denken Sie, mir bedeuten diese Briefe irgendwas oder ich hab die genommen oder weggepackt oder...
00:27:09Also ich verstehe das nicht, ich...
00:27:13Ich bin der Meinung, am besten gehen wir hin und klären das gemeinsam.
00:27:16Ich will das jetzt auch wissen.
00:27:17Lassen Sie mal, also wenn wir was wollen, dann melden wir uns schon.
00:27:20Auf Wiedersehen.
00:27:20Wiedersehen.
00:27:21Auf Wiedersehen.
00:27:26Und, äh...
00:27:27Nicht über Ansteigen.
00:27:33Ja, ja.
00:27:37Guten Tag, Frau Meinke.
00:27:38Darf ich mich mal ganz kurz stören.
00:27:40Ach, Sie sind's.
00:27:42Ja, ja natürlich.
00:27:43Frau Zinn, musst du mal bitte weiter?
00:27:45Kommen Sie.
00:27:47Kleinen Moment bitte, ja?
00:27:49Da noch etwas bitte?
00:27:52Ist es das?
00:27:53Ja, klar.
00:27:54Ich in meiner Jugend blüht in meinen Zeit.
00:27:57Äh, bloß der Rahmen, der gehört mir nicht.
00:28:00Also, dass mein Enkel, das in der Wohnung von diesem Äbze entdeckt hat.
00:28:04Der Pengel hat einen Blick, wa?
00:28:07Ja, und dass er sich nicht verraten hat.
00:28:09Äh, sagen Sie mal, äh, werde ich denn nun mein Geld wiederkriegen?
00:28:14Ach so, das Foto, das brauchen Sie noch, ja?
00:28:16Als Beweisstück oder sowas ähnliches.
00:28:18Ja, das ist es sogar ein sehr wichtiges.
00:28:20Nee.
00:28:21Ich als Kronzeuge?
00:28:23Ja, herzlichen Dank.
00:28:24Äh, ja, nur Moment mal, Moment.
00:28:25Äh, was wird denn nun mit meinem Geld?
00:28:27Haben Sie das auch gefunden?
00:28:28Da werden Sie noch eine Weile warten müssen, bis das alles abgewickelt ist.
00:28:36Das wäre auch zu schön gewesen.
00:28:38Aber wer versteckt schon Briefe im Trabi?
00:28:42Wir haben Faserspuren unter den Fingernägeln der Toten gefunden.
00:28:46Seit wann gibt es eine Chance, dass wir dann hier auch was finden?
00:28:48Nach zwei Jahren ein Vergleich mit den gesicherten Faserspuren?
00:28:52Das ist die berühmte Stecknadel im Heuhaufen.
00:28:54Du hast doch die Kleidung, die wir mitgebracht haben, und den Wagen.
00:28:57Also fang an, hm?
00:28:58Gib dir Mühe, du findest bestimmt was.
00:29:00Wisst ihr noch, wann wir eigentlich Dienstschluss haben?
00:29:02Ja, wir haben auch noch nicht Feierabend, ja?
00:29:03Schon gut, schon gut.
00:29:05Ah.
00:29:07Eine Jacke oder Schuhe oder sonst was hat er natürlich weggeworfen.
00:29:12Dann, nach dem Zusammenstoß mit dem Opfer, hat er Schluss gemacht.
00:29:16Dann hat er seine Frau kennengelernt, hat das geklaute Geld nach und nach ausgegeben.
00:29:20Und dann hat er sich eine intakte Herkunft zusammengeträumt.
00:29:24Tja, ja.
00:29:25Dazu passen das Foto und die Briefe.
00:29:27Ja, die wir noch nicht haben.
00:29:36Tja, ja.
00:30:03Guten Morgen.
00:30:05Das tut mir leid.
00:30:15Ich muss rein.
00:30:17Ich auch.
00:30:17Na dann geht's.
00:30:20Also ich bin jetzt bald fünf Jahre hier.
00:30:21Es gibt Kollegen, die sind länger da, aber 15 Jahre oder mehr?
00:30:25Nein, das glaub ich nicht.
00:30:27Zwei gingen in ein neues Heim.
00:30:29Naja, außerdem das ist keine Arbeit bis ins Rentenalter, das geht nicht.
00:30:32Ist doch auch hier.
00:30:32Tja, so am Vormittag.
00:30:34Die Großen sind in der Schule und von den Kleinen sind einige das Wochenende bei den Pflegeeltern oder Verwandten.
00:30:38Oh, Moment mal.
00:30:39Also was ist denn hier schon wieder los, Bastian, Robert?
00:30:42Los, gebt jetzt mal die Klarinette her.
00:30:43Wenn ihr euch denn nicht streitet, dann nehm ich sie euch weg.
00:30:46Und nun spielt in Ruhe weiter.
00:30:50Also, niemand mehr.
00:30:52Tja, ich weiß ja nicht, was sie wissen wollen, aber unser ehemaliger Hausmeister.
00:30:56Jetzt ist er Rentner, der hilft manchmal aus, kleine Reparaturen und so.
00:31:00Kichler heißt er.
00:31:01Die Adresse hab ich.
00:31:01Naja, viele Wochenenddienste, was?
00:31:04Tja.
00:31:05Und was sagt die Familie dazu?
00:31:07Ach, bin allein stehen.
00:31:09Deshalb trifft's mich fast immer.
00:31:11Wird's wohl auch bleiben, denn wie soll ich jemanden finden?
00:31:13Ich werd mal rumhorchen.
00:31:16Bei der Kripo?
00:31:17Dann machen wir beide Wochenenddienst.
00:31:19Abwechseln.
00:31:21Die meisten, die kommen ja wegen Schlüsseln oder wegen Schlössern.
00:31:25Neulich sogar Steuerberater.
00:31:27Ein Steuerberater.
00:31:28Der war da, fangen Sie mal.
00:31:30Das ist hier frisch gestrichen.
00:31:33Sollte ich dem den Panzerschrank öffnen?
00:31:35Das war ein schönes, ein schönes, altes Modell.
00:31:39Ich bin die letzte Rettung, hat er gesagt.
00:31:41Aber Dinger gibt's nicht.
00:31:43Also Dinger gibt's, die gibt's überhaupt nicht.
00:31:46Da war ihm der Schlüssel ins Wasser gefallen beim Kahn fahren.
00:31:52Double war auch nicht zu finden.
00:31:56Erst wollte ich ja gar nicht ran.
00:31:57Aber es war ein schönes, altes Modell.
00:32:02War materialintensiv.
00:32:03Da hat's mich ja doch gepackt.
00:32:04Also 14 Tage hab ich gebraucht.
00:32:07Ich hab also kaum geschlafen und gegessen.
00:32:09Ich hab richtig brav Pfund.
00:32:11Der schlabbert, schlabbert die Hose nicht wahr.
00:32:15Aber ist ja gesund nicht mehr.
00:32:16Ich sag, den müssen Sie mir aber hierher bringen.
00:32:18Da hab ich ja meine Werkstatt nicht.
00:32:19Wollte erst nicht ran, sagt er.
00:32:21Da hatte wichtige Papiere sind da drin.
00:32:24Ich sag, nehmen Sie sie doch raus, sag ich.
00:32:27Ja, da wollten Sie schon ran, mit dem Schneidbrenner.
00:32:29Sag ich Ihnen, mit dem Schneidbrenner, wie die Knastbrüder.
00:32:33Wie die Knastbrüder, sag ich Ihnen.
00:32:35Meine Frau ist ja schon lang tot, nicht wahr?
00:32:38Und da hab ich mir das hier...
00:32:39Ups, die Kartoffeln.
00:32:43Die Kartoffeln.
00:32:47Mein Gott.
00:32:49Ja gut, ja gut.
00:32:50Ja gut, ja gut.
00:32:52Na ja, und da hab ich Ihnen das hier eingerichtet, nicht wahr?
00:32:54Herr Kichler, erinnern Sie sich noch an den Eberhard Sebnitz aus dem Kinderheim?
00:32:58Das muss so...
00:32:59An Eber?
00:32:59Ebser?
00:33:00Ja.
00:33:01Wie soll ich mich nicht an Ebser erinnern?
00:33:04Der ist also Stunden um Stunden hier bei mir in der Werkstatt.
00:33:10Ein Talent, der Junge.
00:33:11Ein ausgesprochenes Schlüssel und Schloss-Talent, der Junge.
00:33:16Aber eigensinnig, nicht wahr?
00:33:20Wollte unbedingt Sportler werden.
00:33:22Ja.
00:33:24Spitzensportler.
00:33:26Na ja, ist ja wohl nichts aus dem geworden.
00:33:30Ich lese jeden Tag.
00:33:31Die Junge Welt.
00:33:32Habe aber nichts über ihn gefunden.
00:33:34Die Junge Welt?
00:33:36Ja, also lesen kann ich noch ohne Brille.
00:33:39Nur mit Hören.
00:33:40Hören ist schlecht.
00:33:42Aber wozu braucht man Hören, nicht?
00:33:45Tja, Herr Kichler.
00:33:48Und der Ebser.
00:33:49Was ist denn nun mit dem?
00:33:51Der Ebser.
00:33:51Ich sage doch, das war hier sein Reich.
00:33:55Das stand ja damals noch im Kinderheim, nicht wahr?
00:33:59Da der Bengel.
00:34:00Immer Schlüssel basteln und Schlüssel feilen und so.
00:34:06Immer basteln und feilen.
00:34:08Ein Ries Talent, der Junge.
00:34:10Er hat doch dabei geblieben.
00:34:11Hätte was aus dem Werden können.
00:34:13Aber Spottler.
00:34:15Spottler wollte er werden.
00:34:17Nun sagen Sie mal.
00:34:19Ist es denn geworden?
00:34:21Oder nicht?
00:34:43So, bitte.
00:35:10Zigarette.
00:35:12Stimmt ja.
00:35:13Sportler sind nicht traurig.
00:35:15Ich auch.
00:35:18Ist denn nun alles klar, dass ich unschuldig bin?
00:35:21Komm ich raus?
00:35:23Ich habe doch nichts gemacht.
00:35:25Schön wär's.
00:35:27Wir wollen heute erst noch Ihren Lebenslauf vervollständigen.
00:35:31Die Junggesellenzeit.
00:35:34Als Sie das Internat der Sportschule verlassen haben, wo haben Sie denn da gewohnt?
00:35:39Da bekam ich eine Altbauwohnung.
00:35:40Zimmer und Küche.
00:35:42Ach, das war in der Langenbeckstraße 14.
00:35:45Ja, das stimmt.
00:35:47Und wie lange haben Sie da gewohnt?
00:35:50Bis ich Elke kennenlernte, da bin ich zur Clubleitung.
00:35:53Also Elke, die war geschieden.
00:35:54Die wollte schnell raus, weg von ihrem ehemaligen.
00:35:56Die Leitung hat mich unterstützt.
00:35:58Ich bekam eine Zweiraumwohnung.
00:35:59Herr Javier, waren ja auch schon verheiratet.
00:36:01So.
00:36:03Wie haben Sie denn da Ihre Freizeit verbracht?
00:36:06All die Jahre in der Altbauwohnung.
00:36:08Freizeit?
00:36:09Ich habe gearbeitet.
00:36:10Ausbildung.
00:36:12Trainer wird man nicht von allein.
00:36:18Und die Vormittage?
00:36:21Training war ja meistens nachmittags und abends.
00:36:24Ich habe gelernt, gelesen.
00:36:27Herr und gelaufen.
00:36:27Ich bin in der Zeit viel gelaufen, wegen der Kondition.
00:36:29Und auch geturnt.
00:36:31Und sonst?
00:36:34Nichts.
00:36:36Hatten Sie Freunde oder eine Freundin?
00:36:39Ich war am liebsten allein.
00:36:42Da hat man doch viel freie Zeit.
00:36:45Ja, ich war ja oft angeln.
00:36:46Angeln?
00:36:47Ich denke, Sie haben kein Hobby.
00:36:49Hobby, Hobby.
00:36:51Unter Hobby verstehe ich was anderes.
00:36:53Das Angeln war mehr meine Freizeitbeschäftigung.
00:36:57Aha.
00:36:59Und wo haben Sie gar nicht?
00:37:01Mal hier, mal da.
00:37:02Anfangs mit dem Rad unterwegs, später mit dem Trabi.
00:37:07Hier ist der Auswertungsbericht.
00:37:09Das ist die Spur vom ersten Tatort.
00:37:11Das ist die Spur vom zweiten Tatort.
00:37:13Sie stimmen beide überein, aber das wussten wir ja schon.
00:37:15Hier ist der Experimentalabdruck des Vergleichsschuhs.
00:37:18Er stimmt in Größe und Länge überein, aber der Schuh ist zu sehr abgelaufen.
00:37:21Es könnten die Schuhe von ein und derselben Person sein, aber...
00:37:28Faseruntersuchung, da muss ich euch leider auch enttäuschen.
00:37:31Fehlanzeige.
00:37:32Sag mal, kann ich das trotzdem mitnehmen?
00:37:34Aber wiederbringen.
00:37:36So, Herr Sednitz, zu Ihren Straftaten.
00:37:38Aber ich habe keine Straftaten begangen.
00:37:42Ich sag jetzt gar nichts mehr.
00:37:43Kennen Sie die Max-Liebermann-Straße?
00:37:48Sie werden mir doch die einfache Frage beantworten, ob Sie die Max-Liebermann-Straße kennen.
00:37:56Das ist aber ein albernes Spiel.
00:38:00Das zu nichts führt.
00:38:03Als die Verdachtsmomente zu verstärken
00:38:07und das Verfahren zu verlängern.
00:38:13Wir überführen Sie.
00:38:16Langsamer und mühseliger zwar, aber...
00:38:23Statt zur Wahrheitsfindung beizutragen, betreiben Sie eine Art Verdunklungstaktik.
00:38:38Das, ähm...
00:38:39Hast du bekommen, ja?
00:38:40Mhm.
00:38:41Das ist ja interessant.
00:38:50Ich danke dir.
00:38:58Ich habe hier gerade neuerliches Beweismaterial bekommen.
00:39:02Spuren, die eindeutig auf Sie hinweisen.
00:39:05Zum Beispiel auf Sie in der Max-Liebermann-Straße 19.
00:39:10Das liegt nun fast drei Jahre zurück.
00:39:13Und wir beginnen mit dem ersten Einbruch.
00:39:17Also...
00:39:19Was haben Sie damals am 23. Juli in der Max-Liebermann-Straße gemacht?
00:39:34Gut. Schluss, Herr Harte.
00:39:39Stehen Sie auf!
00:39:53Der Herr schweigt, du damit meint, herauszukommen.
00:39:56Du, wenn das sein muss, dann bin ich bei dir, ja?
00:39:59Er denkt, groß ist über die Sache gewachsen.
00:40:02Er hat diese Elke kennengelernt.
00:40:05Alles verdrängt.
00:40:06Und vergessen.
00:40:08Neues Leben.
00:40:09Ich trinke übrigens ne Tasse mit, aber schwarz.
00:40:12Tja, die Mutter früh gestorben,
00:40:15aufgewachsen im Kinderheim
00:40:16und dort hockt er dann stundenlang in der Keller-Hackstadt
00:40:18und bastelt an Schlössern.
00:40:20Das ist übrigens sehr interessant,
00:40:21was du bei diesem Schlösser-Onkel rausgekriegt hast,
00:40:23bei diesem Kichler.
00:40:24Mhm.
00:40:25Dann kommt er zur Sportschule,
00:40:26hat aber dort letztlich nicht den erwarteten Erfolg.
00:40:29Du, vielleicht entsprang der Einstieg in diese Einbruchsserie
00:40:33der Sehnsucht nach einem Erfolgserlebnis.
00:40:35Mhm.
00:40:36Schlösser zu öffnen, ohne sie zu beschädigen,
00:40:38in Wohnungen einzudringen
00:40:39und sich außerdem Geld zu verschaffen.
00:40:41Ja, dazu nutzte er dann fleißig die von Mittagsstimmen.
00:40:44Na, Wertgegenstände hat er ja nie entwendet.
00:40:48Dann wurde er schwach,
00:40:50ist er das Foto bei dieser Main gefangt
00:40:53und dann die Briefe,
00:40:54die ne Mutter ihrem Sohn getrieben hatte ins Ferienlager.
00:40:58Und seiner Mutter hat er ja nie Briefe bekommen.
00:41:01Aber er schlägt ne alte Frauen wieder.
00:41:03Na ja, von ihrem Tod hat er erst durch uns erfahren.
00:41:05Bist du auch einen Kaffee?
00:41:06Ja, bitte.
00:41:07Vielleicht ist es aber auch ein ganz eiskalter Egoist
00:41:10und das spielt uns nur was vor.
00:41:12Oh.
00:41:14Na, du nimm doch mal ab.
00:41:15Ja, ist zwar dein Telefon.
00:41:21Oberleutnant Dillinger?
00:41:25Seine Frau wartet unten.
00:41:27Die hat sogar noch gefehlt.
00:41:28Die hat noch gefehlt.
00:41:30Ja, vielleicht hast du recht.
00:41:33Du hast recht.
00:41:35Soll hochkommen.
00:41:37Ja, ich hol sie ab.
00:41:42Das ist vielleicht nicht üblich,
00:41:44aber der Weg zu ihm führt vielleicht über seine Frau.
00:41:48Weißt du, dass sie ihn beeinflusst?
00:41:50Ich hol sie mal hoch.
00:41:52Ich hol sie hoch.
00:42:04Wie steht's denn mit ihm?
00:42:10Geht's noch?
00:42:12Ja.
00:42:12Also, dass sie sich auf den Weg hierher gemacht haben, das ist...
00:42:15Na ja.
00:42:21Wenn sie ihm wirklich helfen wollen,
00:42:22dann bestärken sie ihn darin, dass er die Wahrheit sagt.
00:42:27Der denkt nämlich, wenn man schweigt, ist man auch unschuldig.
00:42:29Nein.
00:43:11Musik
00:43:40Sie haben zehn Minuten Zeit zum Sprechen.
00:43:47Ich bin unschuldig, glaub mir. Ich hab keine Schuld. Ich komm hier wieder raus. Ich darf Sie nicht aufregen.
00:43:50Das Kind, was macht unser Kind? Wie geht's dir?
00:43:54Wenn du wirklich unschuldig bist, wenn du unschuldig bist, warum schweigst du?
00:43:58Warum erklärst du nicht und sagst nicht alles?
00:44:02Ach, die haben dich geholt, was? Die wollen mich weichkriegen.
00:44:05Nein, ich will es wissen. Ich will Gewissheit.
00:44:11Ge-gewissheit.
00:44:14Bitte setzen Sie sich.
00:44:27Die lauern doch nur auf jedes Wort von mir, um es gegen mich zu verwenden.
00:44:31Aber wenn du wirklich unschuldig bist, dann kann doch jedes Wort nur für dich verwendet werden.
00:44:42Eberhard, wenn du mich belogen hast, wenn du mir was vorgemacht hast, zwei Jahre lang.
00:44:50Ich schwör dir's, dieses Kind wird nur mein Kind sein.
00:45:05Ich möchte gehen.
00:45:06Bitte.
00:45:08Kommen Sie.
00:45:13Frische Wäsche ist davon.
00:45:23Wollen Sie eine Tasse Kaffee?
00:45:35Wie soll denn das Kind mal heißen? Habt ihr schon Namen?
00:45:37Was geht's Ihnen das an?
00:45:42Nichts.
00:45:47Bitte.
00:45:49Sie soll sich auf diesen Stuhl setzen.
00:45:59Also.
00:46:02Wie war das nun mit der Max-Liebermann-Straße 19 am 23. Juli?
00:46:07Wie soll das gewesen sein?
00:46:10Natürlich kenn ich die Straße.
00:46:12Wenn ich da nichts durcheinander bringe, dann hab ich in dem Haus mal einen Elternbesuch gemacht.
00:46:17Der Junge war bei mir im Club.
00:46:18Sein Vorname, Holger, ist nicht mehr dabei.
00:46:21Na, sehen Sie.
00:46:22Und der Zunahme?
00:46:23Das ist doch jahrelang her.
00:46:26Sie wohnten in der sechsten oder siebten Etage.
00:46:28Und der Name Heidenau im elften Stockwerk, sagt Ihnen der was?
00:46:31Nein.
00:46:33Wir haben nach einem Einbruch dort Fingerabdrücke gefunden.
00:46:37Ihre Fingerabdrücke, wie sich inzwischen herausgestellt hat.
00:46:40Meine Fingerabdrücke?
00:46:43Das kann ich mir überhaupt nicht erklären.
00:46:45Ach, die Erklärung ist ganz einfach.
00:46:46Sie sind dort eingebrochen und haben 720 Mark gestohlen.
00:46:50Eingebrochen?
00:46:51Ich?
00:46:51Niemals.
00:46:53Warten Sie.
00:46:55Meine Fingerabdrücke, sagen Sie?
00:46:57Na klar.
00:46:58Jetzt erinnere ich mich.
00:47:00Also ich war im Fahrstuhl, drücke die Etage.
00:47:03Sechste oder siebte, weiß ich nicht mehr.
00:47:05Der Fahrstuhl fährt, aber höher.
00:47:06Ich habe das gar nicht bemerkt.
00:47:09Oben steigt eine Frau ein.
00:47:10Sicher hat die den Fahrstuhl gerufen.
00:47:12Ich klingle.
00:47:14Und da muss ich wohl irgendwo hingefasst haben.
00:47:16Ja, da habe ich erst gemerkt, dass ich falsch war.
00:47:18Und bin wieder runter.
00:47:19Das ist alles.
00:47:56Guten Tag.
00:47:57Tag.
00:47:59Auch in die Sechste?
00:48:00Kennen Sie ja nicht.
00:48:02Ich Sie auch nicht, aber vielleicht ahne ich, wer Sie sind.
00:48:04Wo ein unbekannter Onkel von mir, wa?
00:48:06Olga?
00:48:07Das ist doch ein Onkel.
00:48:08Wie heißt denn?
00:48:11Oberleutnant Zimmermann.
00:48:13Kriminalpolizei.
00:48:13Ja, ja, Hauptmann Fuchs 110.
00:48:16Ach, hey.
00:48:17Kennen Sie Epse?
00:48:18Klar.
00:48:19War ja mal mein Trainer.
00:48:21Aber schon ein paar Jahre her.
00:48:22Er ist dann noch zu meinen Eltern gekommen, dass ich aufhören soll und so.
00:48:25Naja, vorbei.
00:48:26Hab mich so aufs Trainingslager gefreut.
00:48:27Im Sommer sollte Trainingslager sein.
00:48:29Naja, bin ich mit meinen Eltern nach Bulgarien gefahren.
00:48:31Zelturlaub.
00:48:32War auch nicht schlecht.
00:48:33Was denn mit Epse?
00:48:34Habt ihr hört, der sitzt?
00:48:36Wann war er denn bei Ihnen?
00:48:37Na, Sie machen mal vielleicht einen Spaß.
00:48:38Da war ich noch so ein kleiner Knirps.
00:48:40Aber warten Sie mal.
00:48:42Muss so in der Maifehrein gewesen sein.
00:48:43Wir wollten gerade in den Garten fahren.
00:48:45Ja, ja.
00:48:49Zeigen Sie mir doch mal Ihren Ausweis.
00:48:52Ja, bitte.
00:48:53Danke.
00:48:53Was ist denn?
00:48:55Nichts.
00:48:55Nur, falls ich Sie noch mal brauche.
00:48:57Und was wollen Sie nur wissen?
00:48:59Dankeschön.
00:48:59Ich weiß schon alles.
00:49:04Fit halten.
00:49:08Übrigens, Epse, wenn er mich auch rausgeschmissen hat, der war's nicht.
00:49:11Was denn?
00:49:12Weiß ich nicht, ist mir auch egal.
00:49:13Aber er war ein prima Kerl.
00:49:15Ist nett von Ihnen.
00:49:18Sie waren also in der Liebermannstraße 19 bei Holgers Eltern?
00:49:21Ja, ganz recht.
00:49:22Und worum ging es bei dem Besuch?
00:49:24Ich musste den Eltern klar machen, dass es mit Holger keinen Zweck hat.
00:49:28Kein besonderes Turntalent.
00:49:29Und außerdem zu wenig Ausdauer.
00:49:31Und wann waren Sie da?
00:49:33Weiß ich nicht mehr.
00:49:34Zu lange her.
00:49:35Der Monat.
00:49:37Die Jahreszeit werden Sie doch wissen.
00:49:40Spätes Frühjahr, Sommer.
00:49:43Waren Sie mehrmals bei der Familie?
00:49:44Nein.
00:49:45Es war ja alles erledigt.
00:49:47Kann es sein, dass es im Mai war, als Sie bei dem Balz waren?
00:49:49So heißen die Leute.
00:49:50Ja, kann sein.
00:49:51Aber im Juli, am 23. Juli sind Sie in demselben Haus bei der Familie Heidenau eingebrochen,
00:49:56im elften Stock.
00:49:57Ich war da nur an der Wohnungstür.
00:49:59Hab ich schon gesagt.
00:50:00Aus Versehen.
00:50:01Ihre Fingerabdrücke stammen vom 23. Juli.
00:50:05Dann war ich eben noch ein zweites Mal bei Balz gewesen.
00:50:08Und bin dabei in der elften Etage gelandet.
00:50:11Ja, das stimmt übrigens.
00:50:12Ich wollte den Jungen überreden, es doch nochmal zu versuchen.
00:50:15Was hat er daraufhin gesagt?
00:50:17Er hat, glaube ich, abgelehnt.
00:50:19Die ganze Familie war aber im Juli auf Urlaub in Bulgarien.
00:50:24Da war es eine andere.
00:50:25Er hatte viele Jungen.
00:50:27Ich musste was verwechseln.
00:50:30Das hat doch gar keinen Sinn.
00:50:33Sie trennen ja das Wort im Munde um.
00:50:36Alles, was hier, was ich sage, das, legen Sie als Schuld aus.
00:50:42Ihnen sage ich überhaupt nichts mehr.
00:50:43Schluss aus.
00:50:44Nichts mehr.
00:50:46Sie selber machen doch widersprüchliche Aussagen.
00:50:49Geben Sie zu, dass Sie ein zweites Mal in der Liebermannstraße 19 waren.
00:50:52Und zwar am 23. Juli.
00:50:55Sie haben dort im elften Stock bei der Familie Heidenau eingebrochen
00:50:58und haben 720 Mark gestohlen.
00:50:59Geben Sie das zu.
00:51:01Ihr Schweigen nutzt Ihnen doch nichts.
00:51:02Wir haben die Beweise.
00:51:05Na gut.
00:51:07Gehen wir weiter.
00:51:09Ich sage Ihnen der Name Türschmidt, was?
00:51:14Sie erinnern sich nicht gern daran, was?
00:51:17An die Seestraße 6, das alte Haus zweistöckig unterm Dach.
00:51:21Ganze 23 Mark war die Ausbeutel.
00:51:24Die Altstoffkasse der beiden Renten hatten.
00:51:28Die waren wieder mal Altstoffe wegbringen.
00:51:30Kommt zurück, Kasse ist leer.
00:51:31Das konnten die sich gar nicht erklären.
00:51:33Von einem Einbruch war ja auch nichts zu sehen.
00:51:37Wir haben dann Ihre Fingerabdrücke festgestellt.
00:51:40Ein kleiner Fisch.
00:51:42Können Sie ruhig zugeben.
00:51:48Herr Gott, noch mal machen Sie endlich den Mund auf.
00:51:54Ihre Schuld liegt doch klar auf der Hand.
00:52:16Herr Gott, noch mal machen Sie den Mund auf.
00:52:32Ich gehe noch ein paar Schritte.
00:52:38Ja, danke schön.
00:52:39Nennst du einen mit?
00:52:40Wozu?
00:52:41Ein Blumenstrauß für deine Frau.
00:52:43Machst du dir mal eine Freude?
00:52:44Ja, sie denkt, ich habe ein schlechtes Gewissen.
00:52:46Aber bitte, meine Herrschaften, kommen Sie doch zu meinen Blumen.
00:52:51Diese.
00:52:51Ja, diese.
00:52:52Zwei, bitte.
00:52:53Bitte schön.
00:52:54Was kostet das?
00:52:5515 Mark.
00:52:5915 Mark.
00:53:00Ja, danke schön.
00:53:01Einen schönen Abend wünsche ich Ihnen.
00:53:04Langbechstraße 14 hat er früher gebohnt.
00:53:06Ein gutes Gedächtnis hast du.
00:53:08Das muss man dir lassen.
00:53:09Ich will übrigens morgen mit den Verwandten der toten Frau sprechen.
00:53:12Die Tochter, oder?
00:53:14Was versprichst du dir davon?
00:53:15Ich weiß nicht.
00:53:16Vielleicht einen Tipp.
00:53:17Einen Hinweis, wie wir ihn kriegen können.
00:53:20Du übrigens.
00:53:22Ich denke, es ist besser, wenn du die Vernehmung weiterführst.
00:53:26Ich?
00:53:27Ja.
00:53:28Ich merke, ich kann nicht ruhig bleiben, wenn ich in dieses schweigende Gesicht sehe.
00:53:31Und der nimmt mich nicht an.
00:53:33Der wird sich mir nie öffnen.
00:53:35Du findest bestimmt schneller Zugang zu ihm.
00:53:57Geben Sie mal eine höher.
00:53:59Sogar Scholzen.
00:54:00Der hat da drüben mal gewohnt.
00:54:02Danke.
00:54:05Also von der Kripo sind Sie.
00:54:08Na, das ist aber fein.
00:54:10Da kommen Sie ja weiter rein, ja.
00:54:12Ach, das ist ja ein Ding.
00:54:14Oh, ach, das ist aber reizend von Ihnen.
00:54:18Mein Mann hat ja schon immer gesagt, ja, der ist ja nur tot.
00:54:22Ja, kommen Sie doch weiter rein.
00:54:25Erst mal frisches Wasser, ja?
00:54:31Alles schön gemacht hier, ja?
00:54:33Gucken Sie mal, ein Gasboiler.
00:54:37Also mein Mann, der hat nämlich immer gesagt, ähm, wissen Sie, der hat nämlich bei euch die Schreibmaschinen repariert, ja.
00:54:44Das war so ein langer, ganz haager.
00:54:47Ja, und der konnte essen, was er wollte.
00:54:50Also ich weiß auch nicht.
00:54:52Ja, dann ist er ja tot.
00:54:55Fünf Jahre schon.
00:54:56Ja, Scheuzehäser.
00:54:59Natürlich, genau wie ich, ja.
00:55:02Haben Sie den vielleicht gekannt?
00:55:04Wissen Sie, der hat nämlich immer gesagt, die von der Kripo, das sind alles nette Kerle.
00:55:09Wissen Sie was, ich mach uns ein Käppchen, ja, gut.
00:55:13Bloß der eine, hat er gesagt, der war immer so kiesetig.
00:55:17Ja, dem ging das immer nicht schnell genug.
00:55:20Der wollte immer gleich einen Verknachen.
00:55:24Dabei war seine Schreibmaschine immer am meisten runtergewirtschaftet.
00:55:27Ja, ja, nun, aber setzen Sie sich doch endlich mal hin, junger Mann.
00:55:30Wissen Sie, wegen dieser ganzen Protokolle.
00:55:33Ja, nun setzen Sie sich doch.
00:55:34Und, und, ach, was weiß ich sonst noch?
00:55:37Ja, richtig, ja, Ebsen.
00:55:39Ach, das war eigentlich ein prima Kerl.
00:55:41Ja, von dem wollen Sie doch was wissen.
00:55:44Komm.
00:55:46Ach, der hat sich bei euch beworben.
00:55:49Ja, Sport, Sport.
00:55:50Sport, Kripo ist doch viel reeller.
00:55:53Also, Freunde, den könnt ihr nehmen, unbesehen.
00:55:56Brummelig war er ja ein bisschen.
00:55:58Ließ keinen an sich rankommen.
00:56:00Naja, Mann ohne Frau.
00:56:03Also, was der bei uns alles heil gemacht hat.
00:56:06Ja.
00:56:07Ähm, ich tu den Kaffee immer gleich in die Tasse.
00:56:12Sonst hätten wir ja in dem Haus gar nicht mehr existieren können.
00:56:15Aber der hatte ja auch alles im Keller, was man so brauchte zum Klempnern.
00:56:21Werkzeug und so.
00:56:23Also, einmal, ähm, trinken Sie auch schwarz?
00:56:26Ja.
00:56:26Ja, ich trinke immer schwarz.
00:56:28Weil wir ja schließlich auch was haben vom Arroga, ne?
00:56:32Also, einmal, da hab ich mich doch selber ausgesperrt.
00:56:35Und was soll ich Ihnen sagen?
00:56:37Null Komma nichts hatte der doch die Tür auf.
00:56:40Ja, ein findiges Köpfchen.
00:56:43Den könnt ihr nehmen, da seid ihr gut bedient.
00:56:46Sehen Sie, Frau Scholze, das wollte ich doch nur wissen.
00:56:49Nee, nee, nee, nee, der Kaffee, das Wasser kocht doch gleich.
00:56:52Sie müssen doch erst noch Ihren Kaffee trinken.
00:56:54Also, so leicht haben Sie es in Ihrem schweren Dienst auch nicht.
00:56:57Nur setzen Sie sich mal.
00:56:58Das ist doch aber völlig.
00:56:59Ach.
00:57:00Nee, die ist...
00:57:01Diese herrlichen Blumen.
00:57:03Waren wohl ganz schön teuer.
00:57:06Ja.
00:57:14Mach mal im Moment ohne, nicht weiter.
00:57:19Wegen Äbze, stimmt's?
00:57:21Stimmt.
00:57:22Also, prima Kerl.
00:57:25Hilfsbreit wie nur einer.
00:57:27Bringt einen, wenn nur der Mann ist.
00:57:29Kein Einsatz ist ihm zu viel.
00:57:31Der kann keine kaputte Klinke sehen.
00:57:33Was der schon repariert hat?
00:57:35Gut, gut.
00:57:35Verhältnis zu seinen Schülern?
00:57:36Na, der war für Sie Vater und Freund an einem.
00:57:39Hatte mal Zeit für Sie.
00:57:41Na, manchmal da...
00:57:42holte sie auch an.
00:57:44Aber seitdem die Elke hat...
00:57:46Alles im einen, würde ich sagen...
00:57:47Sie kennen ihn hier von allen am längsten.
00:57:49Ja.
00:57:50Und?
00:57:52Kein Find.
00:57:53Kritik.
00:57:55Verträgt über Hoffnung.
00:57:56Beispiel.
00:57:57Ja.
00:57:59Äh...
00:57:59Irgendeine persönliche Bemerkung und...
00:58:02...die Schalousien sind drunter.
00:58:04Bevor er zu der Elke gezogen ist.
00:58:07Kennen Sie seine alte Wohnung?
00:58:08Die kennt keiner.
00:58:12Bis zur Haustür, weiter nicht?
00:58:14Man holt vielleicht manchmal ein Bier zusammen trinken.
00:58:17Niemals.
00:58:19Was legt er eigentlich vor gegen ihn?
00:58:21Darf man nicht fragen, ne?
00:58:23Was hat Ebse denn gemacht,
00:58:24wenn er nicht mit dem Sport beschäftigt war,
00:58:26damals vor der Elke?
00:58:28Hey, hey, hey, hey!
00:58:30Ich hab nichts von Ausruhen gesagt!
00:58:32Los, hoch und Tempo!
00:58:35Na komm, du hoch!
00:58:38Angeln.
00:58:39Das muss eine Leidenschaft sein.
00:58:42Aber man kann doch nicht immer angeln gehen.
00:58:43Es gibt zum Beispiel schon Zeiten.
00:58:47Er hatte vielleicht ein Grundstück.
00:58:49Wenigstens eine Hütte.
00:58:50Der hätte bestimmt mal drüber gesprochen.
00:58:53Er vertrug also keine Kritik.
00:58:55War empfindlich.
00:58:56Hm.
00:58:58Ah ja.
00:58:59Ist jetzt vor drei, vier Jahre her.
00:59:01Er hatte eine ziemliche Krise.
00:59:02Krise?
00:59:04Er hatte gedacht, er könnte zum Olympiatrainer aufrücken.
00:59:07Nationalmannschaft, wissen Sie?
00:59:09Und er hat ihm gesagt, er bleibt hier.
00:59:11Trainer für Nachwuchs.
00:59:14Danach hat er sich vielleicht zurückgezogen.
00:59:18Aha.
00:59:20Seit ihr die Elke kennt, ist er eigentlich unnimmiger.
00:59:24Man sollte als Kriminalist viel mehr mit Trainern zusammenkommen.
00:59:28Hm.
00:59:31Verstehen Sie, verblutet.
00:59:32Die war nicht gleich tot.
00:59:33Durchaus nicht.
00:59:34Verblutet ist sie.
00:59:36Hier im Korridor lag das Blut meiner Mutter.
00:59:39Ich kam nachmittags nach Hause und...
00:59:41Frau Alpera, bitte verzeihen Sie Ihren Schmerz.
00:59:43Ich will Ihren Schmerz nicht wieder aufhören.
00:59:45Aber entschuldigen Sie, Sie haben das alles schon gesagt.
00:59:47Das haben wir damals auch zu Protokoll genommen.
00:59:49Heute geht es mir um die Frage nach dem Zimmer.
00:59:52Wo könnte Ihre Mutter sich aufgehalten haben als...
00:59:54Ja, ja.
00:59:56Ach, wir haben ja das Zimmer inzwischen umgeräumt.
00:59:59Heute schläft unser Enkelkind hier, wenn es mal zu Besuch kommt.
01:00:02Also, das war Mutters Zimmer.
01:00:05Aha.
01:00:10Ja, also dann hat da die Schlafcouch gestanden.
01:00:14Ja.
01:00:14Da der Fernseher.
01:00:15Der Fernseher, ja.
01:00:17Und hier an denen sass.
01:00:18Ja, da muss sie gesessen haben, als der Kerl kam.
01:00:21Und den haben Sie jetzt.
01:00:22Wir wollen es hoffen.
01:00:23Ja, Ihre Mutter war kränklich.
01:00:25Ach, was heißt hier kränklich?
01:00:27Die Füße wollten nicht mehr so recht.
01:00:29Mit dem Treppensteigen war es schwer.
01:00:30Und da haben wir sie zu uns gehört.
01:00:31Aber anfangs muss sie den Einbrecher gar nicht bemerkt haben.
01:00:35Vormittags hat sie immer erst die Zeitung gelesen.
01:00:37Wir, also mein Mann und ich, wir waren ja arbeiten.
01:00:39Aber wir haben ja immer erst noch die Zeitung raufgeholt.
01:00:41Und dann hat sie meist hier in dem Sessel...
01:00:43Ach nein, das ist er nicht.
01:00:45Der steht im Wohnzimmer.
01:00:46Das ist ein Anreiz.
01:00:46Warten Sie, ich zeige ihn Ihnen mal.
01:00:47Sehr gut.
01:00:49Hier, hier, das ist er.
01:00:51Das war der Sessel.
01:00:52In dem hat sie dann meist ihr Nickerchen gemacht.
01:00:54Das war doch ihr Lieblingsplatz.
01:00:55Also drüben natürlich.
01:00:57Der wird Sie hinter der hohen Lehne gar nicht gesehen haben.
01:01:00Also der war im Wohnzimmer hier.
01:01:03Und Ihr Gehör, wissen Sie, war an der letzten Zeit nicht mehr so...
01:01:06Können Sie so freundlich sein und sich mal in den Sessel setzen?
01:01:10Sehr schön.
01:01:11So.
01:01:12Ich denke mir, das war so, der wollte...
01:01:14Sind Sie noch da?
01:01:15Ja, ich bin noch da.
01:01:16Ey.
01:01:18Ich denke mir, das war so, der wollte schon gehen.
01:01:21Da hat sie irgendwas gemerkt.
01:01:23Es hinter dem Sessel fuhr, auf ihn los.
01:01:25Und da hat er sie niedergeschlagen.
01:01:26Sind Sie sicher, dass sie in dem Sessel gesessen hat?
01:01:28Na ja, natürlich.
01:01:29Das war doch Ihr Lieblingsplatz.
01:01:31Zum Fernsehen.
01:01:33Und dann zum Zeitungslesen und Ihr Nickerchen.
01:01:35Ihr Nickerchen, ja, Ihr Nickerchen.
01:01:37Danke, danke, das genügt.
01:01:39Ich weiß jetzt ganz genau.
01:01:40Ja.
01:01:40Bescheid, ich weiß, wie ich mir das vorstellen.
01:01:52So.
01:01:55Aber jetzt haben Sie es mit mir zu tun.
01:01:58Aber wir kennen es ja schon.
01:02:00Wir werden schon klarkommen.
01:02:06Wir werden schon klarkommen.
01:02:06Äh, Epse.
01:02:08Wollen Sie heute überhaupt reden?
01:02:10Na ja, ich meine.
01:02:12Sonst geben wir uns die Mühe und ich habe noch so viele andere Dinge zu tun.
01:02:15Der Beweisberg wächst.
01:02:20Ach so, Sie wollen nicht.
01:02:21Na, da kommen Sie.
01:02:27Was macht denn meine Frau?
01:02:31Tja, sehen Sie, Epse.
01:02:34Sie wollen wissen, was Ihre Frau macht.
01:02:37Ich habe auch eine Menge Fragen.
01:02:41Also, wenn Sie sich entschließen könnten, auf meine Fragen zu antworten,
01:02:45warum soll ich Ihnen nicht eine Antwort geben?
01:02:50Na ja.
01:02:51Komm, Sie.
01:02:58Guten Tag.
01:02:59Gibt es etwas Neues über meinen Mann?
01:03:02Was wollen Sie dann von mir?
01:03:04Für mich ist er gestorben.
01:03:05Ich wollte mich ein bisschen unterhalten,
01:03:06damit ich mir ein genaueres Bild machen kann von Ihrem Mann.
01:03:09Bei Ihnen riecht es aber gut.
01:03:10Meine Mutter hat morgen Geburtstag, da habe ich Kuchen gebacken.
01:03:13Aber zum Kaffeetrinken sind Sie ja wohl nicht gekommen.
01:03:15Quarko, was?
01:03:17Wird eine schöne Feier werden morgen.
01:03:19Tja.
01:03:21Eine Mutter, Geburtstag.
01:03:22Seien Sie froh, dass Sie noch eine Mutter haben.
01:03:27Au!
01:03:30Was ist das?
01:03:31Geht's schon los?
01:03:32Das ist mein erstes...
01:03:34Bei mir ist es das Dritte.
01:03:35Ich meine, bei uns eigentlich.
01:03:36Ich meine, bei meiner Frau und mir.
01:03:38Bitte, bitte.
01:03:39Kommen Sie, legen Sie sich doch hin.
01:03:42Vorsichtig.
01:03:44Nee, besser ist so, hat einer gesagt.
01:03:46Und dann tief durch hatten.
01:03:48Achten Sie auf die Abstände, das ist wichtig für die Hebamme.
01:03:50Ja, das weiß ich doch auch.
01:03:51Na gut.
01:03:52Au!
01:03:52Tja.
01:03:54Wenn's so ist, dann machen wir uns vielleicht lieber auf den Weg.
01:03:57Sagen Sie, haben Sie alles gepackt?
01:03:58Ja, die Tasche, die ist im Flur, da um der Ecke.
01:04:00Und der Bademann ist...
01:04:01Ja, gut.
01:04:01Ich werde einen Krankenwagen anrufen, also unten, über Funk, ja?
01:04:05Wenn es wirklich schon losgeht, bitte bleiben Sie bei mir.
01:04:08Sie können mir doch helfen, wenn Sie jetzt schon hier sind.
01:04:10Sie dürfen mich doch nicht allein lassen.
01:04:11Nein, nein, ich nehme doch die Sache, ist doch klar.
01:04:14Ich werde Sie hinbringen.
01:04:15Kommt.
01:04:18Aber ich muss mich erst noch fertig machen.
01:04:20Ich muss mich erst duschen und umziehen und sowas.
01:04:21Ach, dort müssen Sie doch sowieso zuerst duschen.
01:04:23Wo ist denn Ihr Mantel?
01:04:24Und der?
01:04:25Die Papiere.
01:04:26Haben Sie die alle?
01:04:27Ja, die in der Tasche hier.
01:04:29Gut, kommen Sie.
01:04:31Warten Sie, jetzt wird es besser.
01:04:33Danke.
01:04:34So, die Tasche.
01:04:36Ach, ist was Verderbliches in der Küche?
01:04:39Nein, nein, das ist alles im Kühlschrank.
01:04:41Den Kuchen.
01:04:42Ah, jetzt!
01:04:42Den Kuchen, den könnte ich doch vielleicht...
01:04:44Ihr Mann, meinen Sie nicht?
01:04:45Machen Sie doch mit dem Scheißkuchen, was Sie wollen.
01:04:48Oh.
01:04:50Ach, das ist ja ganz heiß.
01:04:51Wir müssen den Topflappen nehmen und das Handtuch.
01:04:53So, komm mal mit.
01:04:55Ah!
01:04:55So.
01:04:56Ich komm da.
01:04:57Augenblick.
01:04:58Kommen Sie.
01:04:59Kommen Sie.
01:05:01So.
01:05:03Ja.
01:05:04Fahrt im Dienstwagen unerlässlich.
01:05:07Eintreffen in circa 10 Minuten im Krankenhaus.
01:05:11Ende.
01:05:13Geht's?
01:05:15Ich denke, wir schaffen's.
01:05:19Jetzt ist Pause.
01:05:26Was ist denn nun mit ihm?
01:05:28Tja, der Mann.
01:05:31Bisher scheut er sich an Geständnis zu machen.
01:05:34Aber es gibt ja Beweise.
01:05:36Die Einbrüche, denke ich.
01:05:38Bestätigung eines angeknackten Selbstbewusstseins.
01:05:40Verpatzte Kindheit.
01:05:42Bislang eine Sportlerkarriere.
01:05:44Fantasierte sich eine Mutter und eine Nestwärme zurecht ihr Niederland?
01:05:47Ich weiß nicht, was er nie erlebt hatte.
01:05:48Als er sie dann kennenlernte, wollte er sich ein neues Leben aufbauen.
01:05:52Ein sauberes.
01:05:54Er braucht sie jetzt mehr denn je.
01:05:58Und ein Kind ohne Vater, das ist doch auch wieder nur was Halbes.
01:06:04Ich hatte schon mal eine große Enttäuschung.
01:06:08Aber eigentlich war die harmlos.
01:06:15Grüßen Sie ihn.
01:06:17Uhr liegt Gott.
01:06:36Musik
01:07:08Elke?
01:07:19Das ist Elkes Kuchen.
01:07:23Bitte.
01:07:25Ja.
01:07:37Na, hätte mir das Rezept geben lassen sollen.
01:07:42Ah ja, soll sie übrigens grüßen von ihr.
01:07:45Was ist es bei dir? Wie geht es ihr?
01:07:47Ich musste sie ins Krankenhaus bringen, das ist bald so weit.
01:07:49Sie? Wieso sie?
01:07:50Oh, Zufall war zufällig da. Trinken sie doch.
01:07:53Sehr gut, sehr gut.
01:07:56Da bin ich schon, da bin ich vielleicht schon Vater.
01:08:00Na, das ist möglich. Das ist möglich. Oder bald.
01:08:05Die Sache mit dem Foto, das ist ja gar nicht ihre Mutter, nicht?
01:08:10Natürlich, das ist meine Mutter. Meine Mutter.
01:08:13Schöne Frau. Wann ist ihre Mutter denn gestorben?
01:08:18Schon lange her, das weiß ich nicht mehr.
01:08:19Ihre Frau sagte vor ungefähr drei Jahren.
01:08:23Da verwechselt sie was. Da bringt sie was durcheinander.
01:08:28Und Briefe hat Ihnen ihre Mutter doch geschrieben. Briefe ins Kinderferienlager.
01:08:33Das habe ich mir ausgedacht. Die habe ich selber geschrieben.
01:08:37Elke hat immer von ihrer Mutter erzählt und ihre Mutter von Elke, als sie ein Kind war.
01:08:41Da wollte ich wenigstens Briefe zeigen können. Von meiner Mutter.
01:08:45Wo sind denn diese Briefe jetzt?
01:08:47Die habe ich weggeschmissen. Verbrannt.
01:08:49Naja, sie waren ungefähr zwei Jahre, als ihre Mutter starb. Da kann man sich ja kaum noch an die Mutter
01:08:53erinnern.
01:08:54Sagen Sie, wie schreibt man denn solche Briefe?
01:08:56Ich habe durchaus Erinnerungen an meine Mutter. Ich könnte sie jederzeit beschreiben.
01:09:01Sie war eine sehr gute Frau.
01:09:04Wie sind Sie denn nun tatsächlich zu diesem Foto gekommen?
01:09:09Das muss ein Kindheim gewesen sein. Ich war ja noch ein kleines Kind.
01:09:13Wie kommt es denn dann, dass das Foto einer Frau gehört, der es beim Einbruch entwendet wurde, allerdings ohne diesen
01:09:18Rahmen?
01:09:19Das ist meine Mutter.
01:09:22Das muss meine Mutter sein.
01:09:25Die hatte noch so ein Bild.
01:09:27Meine Mutter lebt.
01:09:29Ich muss die Frau sehen.
01:09:30Wo ist sie?
01:09:31Meine Mutter hat mich ins Kinderheim gegeben und lebt.
01:09:35Meine Mutter.
01:09:39Das sind Sterbeurkunde ihrer Mutter.
01:09:47Ja, ja.
01:09:55Mach mal weiter.
01:09:57Hallo.
01:10:03Ich weiß zwar nicht, ob das für Sie eine Bedeutung haben kann, aber ich dachte, jeder Hinweis.
01:10:08Hier, das habe ich mal von Ihnen bekommen.
01:10:11Das ist eine Rechnung von einer Reifenreparatur.
01:10:13Er hatte für mich mal ein Telefongespräch angenommen und auf die Rückseite hat er die Nummer geschrieben.
01:10:18Er hatte gerade keinen anderen Zettel.
01:10:20Ich weiß nicht, ist vielleicht Quatsch, aber...
01:10:22Ich gehe mal davon aus, dass das kein Quatsch ist.
01:10:24Das ist ja von außerhalb.
01:10:25Drum eben.
01:10:26Danke für den Anruf.
01:10:30Kennen Sie Herrn Kichler?
01:10:35Kichler.
01:10:36Kichler?
01:10:38Kichler.
01:10:39Ist ja ein besonderer Name.
01:10:41Sagt mir aber nichts.
01:10:42Er hält aber ein großes Stück auf Sie.
01:10:44Und Sie verdanken ihm auch alle an.
01:10:47Das Angeln war es nicht, was er Ihnen beigebracht hat.
01:10:50Das Angeln muss einem doch niemand beibringen.
01:10:53Sagen Sie, dazu gehört wohl schon ein großes Talent, dass man einen Blick so...
01:10:57für alle Typen das Schlösser hat.
01:11:02Ach, Kichler.
01:11:03Aus dem Kinderheim.
01:11:05Das liegt ja schon jahrelang zurück.
01:11:08Ja, der hat Ahnung.
01:11:09Nein, ich werde jetzt von Ihnen.
01:11:10Sie haben Ahnung.
01:11:11Nicht der Rede wert.
01:11:25Guten Tag.
01:11:26Tag.
01:11:26Sagen Sie, ich suche den Eberhard Sebnitz.
01:11:29Können Sie mir da nicht weiterrechnen?
01:11:30Ja.
01:11:31Der hat da drüben seine Hütte und seinen Kahn.
01:11:33Der angelt hier immer.
01:11:34Hat man aber lange nicht gesehen.
01:11:36Sagen Sie, und wo ist diese Hütte?
01:11:38Haben Sie eine Werkstatt oder sowas?
01:11:41Werkstatt?
01:11:42Ich?
01:11:42Nein, wozu?
01:11:43Sie hatten früher eine.
01:11:46Sie hatten früher eine.
01:11:47In Ihrer alten Wohnung.
01:11:49Früher wollen Sie denn das wissen, ich hatte nie eine Werkstatt.
01:12:22Was wird es denn sein?
01:12:23Und Elke, ist sie gesund, das Kind?
01:12:25Wir sind jetzt beim Keller.
01:12:29War da auch Werkzeug drin?
01:12:30Ach, Werkzeug.
01:12:31Das bisschen, was ich brauchte, hatte ich oben im Fensterschrank, in der Küche.
01:12:35Die Tür hatte ich hier mit einem umgebogenen Schraubenzieher aufgemacht,
01:12:37wenn Sie darauf hinaus wollen.
01:12:39Was ist denn für eine Tür?
01:12:52Was ist denn für eine Tür?
01:13:25Sie hatten 25.000 Mark, als Sie Elke kennenlernten.
01:13:31Nein, 15.000.
01:13:32Hat Elke gesagt 25.000?
01:13:34Das wäre schön.
01:13:36Ich habe den Trabi gekauft.
01:13:36Ihre Frau hat mir gar nichts erzählt.
01:13:40Wie kommen Sie denn darauf?
01:13:41Ich habe es mir ausgerechnet.
01:13:4317 Einbrüche.
01:13:45Manchmal waren es ganz klein und so, aber manchmal haben sie auch mehr genommen.
01:13:48Sie haben immer Geld genommen.
01:13:50Dazu ihr Erspartes.
01:13:52Sie haben doch gut verdient.
01:13:53Ich bin kein Einbrecher.
01:13:55Das war alles Erspartes.
01:13:58Ich habe ja für mich kaum etwas ausgegeben.
01:14:01Meine Erbe?
01:14:02Aus dem Kinderheim?
01:14:04Das hat mir das Kinderheim ausgezahlt, als ich 18 wollte.
01:14:09Als sie 18 wurden, da waren sie gar nicht im Kinderheim.
01:14:12Im Internat der Sportschule.
01:14:17Außerdem, ein Kinderheim bewahrt doch keine Erbschaft auf.
01:14:22Das tut höchstens die Jugendhilfe.
01:14:24Und zwar auf einem Konto.
01:14:28Ein solches Konto gab es nie.
01:14:32Ihre Mutter hatte nichts zu vererben.
01:14:47Mein lieber Junge.
01:14:50Ich habe mich am letzten Sonntag mal so richtig ausgeschlafen und dadurch auch meine Erkältung überwunden.
01:14:57Ich habe mich über deine Karte sehr gefreut und bin froh, dass es dir gut geht.
01:15:01Hier ist inzwischen wunderschönes, warmes Wetter und ich hoffe, ihr habt dort auch viel Sonne.
01:15:10Mein lieber Junge.
01:15:12Ich habe schon große Sehnsucht nach dir und freue mich, wenn du am Freitag zurückkommst.
01:15:18Ich backe dir auch einen feinen Kuchen.
01:15:21Sei ganz herzlich gegrüßt von deiner Mami, die dich sehr lieb hat.
01:15:27Ich glaube, ich brauche Ihnen nicht zu sagen, wo wir diese Briefe gefunden haben.
01:15:31Sie sehen also.
01:15:35Aber Sie werden mir jetzt erklären, wo Sie sie her hatten.
01:15:42Sehen Sie, Hübsche?
01:15:44Sie denken vielleicht, wir brauchen Ihr Geständnis.
01:15:48Aber wie Sie sehen, beweisen wir Ihnen Ihre Taten Stück für Stück lückenlos.
01:15:55Aber Sie, Sie brauchen ein Geständnis.
01:15:59Wie wollen Sie weiterleben, wenn Sie alles verdrängen?
01:16:02Damit können Sie nichts ungeschehen machen.
01:16:04Ihre Vergangenheit gehört zu Ihnen.
01:16:06Ein für alle Mal.
01:16:08Sie wird es immer wieder einholen, keine Ruhe geben.
01:16:12Wenn Sie sich nicht dazu bekennen.
01:16:15Diese Briefe stammen doch nicht von Ihrer Mutter.
01:16:17Sie haben sich gestohlen, Sie haben sich berauscht an Ihren Einbrüchen.
01:16:22Schlösser öffnen, ohne Spuren zu hinterlassen.
01:16:25Ein Erfolg trieb Sie zum nächsten.
01:16:28Sie haben Geld genommen.
01:16:29Aber einmal stießen Sie auf ein Foto und einmal auf diese Briefe.
01:16:32Und da wollten Sie eine Mutter vorweisen können.
01:16:34Und dabei waren Sie kaltblütig genug, eine andere Mutter umzubringen.
01:16:38Ich?
01:16:39Eine Mutter umgebracht?
01:16:41Ja, Sie haben eine Mutter umgebracht.
01:16:44Sie, der Sie sich immer noch an einer Mutter gesehnt haben.
01:16:47Sie haben einem anderen Menschen die Mutter umgebracht.
01:16:50Kaltblütig zugeschlagen.
01:16:51Das war Mord.
01:16:52Kalkulierter Mord.
01:16:54Aber ich habe doch keine Mutter.
01:16:57Ich kann doch keiner Mutter was zu leidutun.
01:17:00Einer Mutter.
01:17:02Mord.
01:17:04Morgen werde ich Sie zu der Stelle führen.
01:17:06Morgen werde ich Sie konfrontieren.
01:17:09Und glauben Sie ja nicht, dass Sie sich davon schwatzen.
01:17:12Dass Sie sich davon schweigen können.
01:17:42Die Briefe gaben doch den Ausschlag.
01:17:46Unsere Entscheidung, ihm aufzuheizen, war doch richtig.
01:17:48Jetzt kann er nicht mehr leugnen.
01:17:50Doch was du jetzt vorhast, das ist auch riskant, mein Lieber.
01:17:52Riskant, riskant.
01:17:54Er ist kein Mörder.
01:17:56Er ist nicht kaltblütig.
01:17:58Er könnte die Frau hingeworfen haben und es weggelaufen.
01:18:00Möglich.
01:18:03Aber er muss sich zur Wahrheit bekennen.
01:18:05Auch für sich selbst.
01:18:07Und wenn er die Wahrheit noch nicht vertragen kann,
01:18:09dann bringt er die Umkehrung dazu.
01:18:11Dialektiker.
01:18:12So, das hätten wir jetzt.
01:18:13Au.
01:18:14So, nur noch die Perücke.
01:18:19Ja, wir sitzen.
01:18:21Nach dem Foto haben wir es jetzt genau.
01:18:24Mhm, das stimmt.
01:18:32So, ich denke, jetzt haben wir es.
01:18:34Drehen Sie sich bitte mal zur Tür um.
01:18:36Frau Althei, bitte.
01:18:37Ja.
01:18:48So, Sie setzen sich jetzt bitte mal in diesen Sessel, wie verabredet.
01:18:52Mhm.
01:18:53Bitte.
01:18:55Ja.
01:18:57So, alles klar?
01:19:00Oh Gott.
01:19:01Das ist, also, diese Ähnlichkeit...
01:19:03Ja, das ist gut vor Ort.
01:19:04Moment, das mache ich.
01:19:05Sie gehen bitte in Ihr Zimmer, ja?
01:19:13Mhm.
01:19:18Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass das folgende mit einer Kamera aufgezeichnet wird.
01:19:44Sie lebt ja.
01:19:46Sie lebt.
01:19:48Sie ist doch gar nicht tot.
01:20:00Sie hatte sich angekrallt.
01:20:04Sie hatte sich für Flucht noch mal so fest angekrallt.
01:20:06Ich habe sie nur weggestoßen.
01:20:08Ich habe sie nicht umgebracht.
01:20:10Ich habe sie nicht umgebracht!
01:20:11Sie hat die Frau liegen lassen.
01:20:13Sie sind geflohen.
01:20:16Die Frau ist verblutet, an einer Kopfverletzung verblutet.
01:20:24Das war der letzte Ihrer Einbrüche.
01:20:28Der letzte.
01:20:30Der letzte.

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