00:02Drei Clan-Kriminelle terrorisieren monatelang den Gastronomen Jan-Philipp Bubinger.
00:08Immer wieder stören sie den Betrieb seiner mittlerweile geschlossenen Bar in Berlin-Schöneberg.
00:13Als sich Nachbarn wegen Lärms beschwerten, ergreifen die Clan-Mitglieder ihre Chance und fordern Schutzgeld.
00:20Dann sind die einfach eigenmächtig aus meinem Laden raus, sind zu den Nachbarn gegangen und haben den Nachbarn quasi irgendwie
00:26eine Ansage gemacht.
00:26Haben den einen auch wirklich im Hausflug bedroht und sind dann wieder zu mir gekommen und meinten, du brauchst dir
00:31keine Sorgen mehr machen, die Nachbarn rufen nicht mehr die Polizei.
00:33Ich glaube, er wollte 500 Euro im Monat oder so.
00:35Ich sage mal, diese Sache hat natürlich am Ende dem Laden auch den Todesstoß gegeben, wo ich dann gesagt habe,
00:39okay, ich schließe die Tür von außen ab und das war's.
00:44Bubinger, der heute das Restaurant ständige Vertretung betreibt, weigert sich, seine Erpresser zu bezahlen.
00:51Stattdessen wendet er sich an die Polizei, entscheidet sich aus Angst vor Rache dann jedoch gegen eine Anzeige.
00:57Monatelang folgen Drohanrufe, bis Bubinger einen Kindheitsfreund kontaktiert, der selbst kurdischer Libanese ist.
01:03Er hat ihn angerufen, hat mich später, zehn Minuten später zurückgerufen und hat gesagt, Jan, die Sache ist geklärt.
01:11Ich meinte, was hast du denn jetzt gesagt? Ist egal, ich hab's geklärt, die kommen nie wieder. Die kamen auch
01:15nie wieder ab diesem Zeitpunkt.
01:17Tägliches Geschäft für den einstigen sicherheitspolitischen Sprecher der Berliner Linken, Hakan Tasch.
01:23Wie kaum ein anderer kennt er die Schutzgeldszene der Hauptstadt, ist gut in der türkischen Community vernetzt.
01:29Viele solcher und noch schlimmere Geschichten hat er von Betroffenen schon gehört.
01:33In der Regel werden ja Personen erstmal eingeschleust in die Betriebe.
01:38Das sind ja halt irgendwie so Studenten, die einen Nebenjob suchen, die sich erstmal über den Ablauf sich genau informieren,
01:45gucken, wie viele Personen dort tatsächlich irgend so täglich vorbeikommen.
01:49Und auf der Grundlage der Informationen wird dann die Summe bestimmt.
01:54Also in der Regel bei den so mittleren Unternehmen, Mittelstandsunternehmen sind das dann zwischen 200.000 bis 300.000 Euro.
02:03Die Opfer fühlen sich oft machtlos, erzählt Tasch.
02:06Sie trauen sich nicht, die Behörden einzuschalten, denn die würden sie zu wenig schützen.
02:11Genau das müsse mehr geschehen, fordert der Berliner Politiker.
02:14Die Polizei hat inzwischen die Sondereinheit Ferrum gegründet und will härter gegen Schutzgelderpresser vorgehen.
02:21Wie die Polizei mitteilt, werden mittlerweile sogar Kriminelle aus dem Ausland eingeflogen, um hier in Berlin auf Geschäfte zu schießen.
02:29Das Problem der Schutzgelderpressung wird immer schlimmer.
02:31Laura Fleischmann aus Berlin für Euronews.
02:37US-Präsident Donald Trump hat bei der ersten Sitzung seines sogenannten Friedensrates in Washington
02:4310 Milliarden Dollar aus staatlichen Mitteln für den Gaza-Streifen zugesagt.
02:49Gleichzeitig hat er zuletzt immer wieder mit einem Militärschlag gegen Iran gedroht.
02:56Wofür genau das Geld für Gaza verwendet werden soll, sagte Trump nicht.
03:20Trump hatte zusammen mit Katar und Ägypten im Oktober einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas vermittelt.
03:27Danach rief der US-Präsident seinen Friedensrat ins Leben.
03:32Er soll aber nicht nur in Gaza aktiv werden und wird international daher als mögliche Konkurrenz zur UNO kritisiert.
03:52Der Friedensrat beriet auch über eine internationale Stabilisierungstruppe für Gaza.
03:58Indonesien, Marokko, Kasachstan, Kosovo und Albanien sind bereit, Soldaten zu entsenden.
04:08Ein südkoreanisches Gericht hat den ehemaligen Präsidenten Yoon Suk-yeol zu lebenslanger Haft verurteilt.
04:14Es befand ihn für schuldig, mit der kurzzeitigen Verhängung des Kriegsrechts Anfang Dezember 2024 einen Aufstand geplant und angeführt zu
04:22haben.
04:23Die Richter sprachen Yoon der Rebellion schuldig.
04:26Er hatte Militär und Polizei angewiesen, die liberal geführte Nationalversammlung zu umzingeln.
04:30Mit dem Kriegsrechtsdekret wollte er eine von der Opposition kontrollierte Legislative aushebeln.
04:36Das Kriegsrecht dauerte nur etwa sechs Stunden.
04:39Dann gelang es einem Quorum von Abgeordneten, eine Militärblockade zu durchbrechen.
04:44Sie stimmten anschließend für die Aufhebung der Maßnahme.
04:47Das Gericht erklärte, Joons Dekret habe darauf abgezielt, unkontrollierte Macht für eine beträchtliche Zeit zu etablieren.
04:54Nur wenige Tage später wurde Yoon suspendiert, nachdem das Parlament ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet hatte.
05:01Im April wurde er dann vom Verfassungsgericht in einem einstimmigen Urteil formell abgesetzt.
05:06Seit Juli vergangenen Jahres befindet sich Yoon in Haft.
05:10Sonderstaatsanwälte hatten die Todesstrafe gefordert.
05:13Sie werfen ihm vor, die Verfassung untergraben und die Demokratie des Landes bedroht zu haben.
05:24Der Winter hat Moskau fest im Griff.
05:26Die russische Hauptstadt ist erneut von starken Schneepällen heimgesucht worden.
05:31Laut den Meteorologen könnten binnen eines Tages fast zwei Drittel der Niederschlagsmenge fallen, die Moskau sonst in einem ganzen Monat
05:38bekommt.
05:41Der Schneesturm hat zu Problemen an den Flughäfen und zu Verkehrsstaus und Schwierigkeiten im öffentlichen Nahverkehr geführt.
05:47Aufgrund der widrigen Wetterbedingungen haben die Moskauer Flughäfen die Dauer der Bodenabfertigung von Flügen verlängert,
05:53um die Start- und Landebahnen von Schnee zu befreien und die Flugzeuge zu enteisen.
05:57Etwa 140 Flüge waren verspätet oder wurden gestrichen.
06:05Der starke Schneefall wurde durch den Zyklon Walli verursacht, der vom Balkan her inzwischen Moskau erreicht hat.
06:11Die Behörden haben den Notstand ausgerufen.
06:14Hunderte von Schneeräumfahrzeugen und Versorgungsunternehmen sind in der Stadt im Einsatz.
06:21Diesen Freitag wird sich der Zyklon Richtung Norden verlagern, sagen die Meteorologen vorher.
06:31Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, wie groß das Problem inzwischen ist.
06:36Die neuesten Daten des italienischen Nationalen Gesundheitsinstituts geben einen Überblick über digitale Süchte bei Jugendlichen.
06:43Demnach sind etwa 100.000 junge Menschen zwischen 15 und 18 Jahren von einer Social-Media-Sucht bedroht.
06:50Laut der Social Warning Association, einer Bewegung für digitale Ethik, geben zudem 77 Prozent der italienischen Jugendlichen an, von digitalen
06:59Geräten abhängig zu sein.
07:00Auch Conny Bambini beschäftigt sich seit längerem mit dem Thema.
07:04Das Sozialunternehmen hat bereits 800 Projekte in ganz Italien finanziert.
07:08Eine aktuelle Studie der Organisation nennt Bildungsarmut und Familienprobleme als zentrale Ursachen.
07:38Auch auf europäischer Ebene nimmt die Debatte Fahrt auf.
07:41Frankreich und Italien erwägen ein Gesetz, das Kindern unter 15 Jahren die Nutzung von Social-Media-Plattformen verbietet.
07:48Eine ähnliche Initiative wird auch in Spanien diskutiert.
07:53Ein Gesetzgebnis ist notwendig, aber nicht genug, weil es kann, sicherlich, mehr als kontrolliert werden,
08:03sondern es kann, aber nicht nur, um die Situation, um die unserer Familie und unsere Kinder zu verändern,
08:11um die Bildung zu verändern, um die Bildung zu verändern.
08:23Am größten ist die Sorge bei Eltern.
08:26Laut einer Umfrage von Conny Bambini sind 83% der italienischen Erwachsenen beunruhigt über die Abhängigkeit von Jugendlichen von Internet,
08:34Smartphones und Tablets.
09:10Der Bahnhof Berlin-Friedrichstraße ist heute ein belebter Verkehrsknotenpunkt.
09:16Dass der Bahnhof einst ein zentraler Grenzort war, gerät im Alltag leicht in Vergessenheit.
09:22Mit ihrem Film Berlin-Friedrichstraße 1990 halten Lili Grote, Konstanze Binder, Ulrike Herdin und Julia Kunert diese Geschichte fest.
09:33Als Zeitzeugnis der Wende.
09:35Wir kannten beidseitig die Ängste, die Schweißausbrüche, dass man, wenn man durch diese Grenze musste, sofort irgendwo sich unbehaglich fühlte,
09:45beobachtet fühlte.
09:47Und dieses Gefühl von beiden Seiten, also von Ost nach West und umgekehrt, war dann der Ausgangspunkt, dass das klar
09:54war, wir drehen auf dem Bahnhof Friedrichstraße.
09:58Gedreht wurde bewusst aus zwei Blickrichtungen.
10:01Lili Grote und Konstanze Binder mit westdeutscher Erfahrung, Ulrike Herdin und Julia Kunert mit ostdeutschem Hintergrund.
10:08Wir wollten einen Film machen, der aus einem Guss besteht.
10:14Das heißt, weil wir aber auch so unterschiedliche Perspektiven hatten von unserer Erfahrung her, war der Bahnhof eigentlich der Ort,
10:23der das auch zusammenhält, diesen Film, diese unterschiedlichen Blickwinkel.
10:31Lange war der Bahnhof ein Ort der Angst und Kontrolle.
10:34Die Dokumentation zeigt den Wandel anhand von Gesprächen mit Grenzbeamten, Reisenden und Verkäuferinnen während der Wende, inklusive der ein oder
10:43anderen humorvollen Szene.
10:46Von Lechtenberg.
10:48Lechtenberg.
10:48Lechtenberg.
10:49Mit dem da drüben mitfahren.
10:51Hier die Treppen runter in den Glaspavillon.
10:53Da bin ich da gerade hergekommen, weil man mich wieder hochgeschickt.
10:56Ansfelde?
10:57Nein, vom Alexanderplatz.
10:58Ach du Scheiße.
10:59Der Film hält fest, wie sich der Bahnhof innerhalb weniger Monate verändert, inmitten des Alltags der Reisenden.
11:06Zwischen ein- und ausfahrenden Zügen werden die Grenzhäuschen nach der Wende Stück für Stück abgebaut.
11:12Am Ende bleibt nur Staub auf dem Bahnsteig zurück.
11:15Es ist erstaunlich, wie schnell das vergessen ist, dass es mal dieser Grenzbahnhof war.
11:21Und das erzählt der Film selber, nämlich als die Grenzhäuschen abgebaut werden, sieht man ja den Staub.
11:28Für Grote wäre der Bahnhof Friedrichstraße auch heute noch eine interessante Kulisse für einen Dokumentarfilm.
11:34Sie interessiere der Ort weiterhin als Durchgangsbahnhof.
11:38Etwa Züge wie der frühere Paris-Moskau-Express.
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