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  • vor 6 Monaten
Schutzgeld-Terror in Berlin: Clans fordern bis zu 300.000 Euro

Schutzgeld, Drohungen, Angst: Im Euronews-Interview erzählt ein Gastronom, wie ein Clan seine Bar belagerte und seine Existenzen zerstörte. Monatelang lebte er in Angst.

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Transkript
00:02Drei Clan-Kriminelle terrorisieren monatelang den Gastronomen Jan-Philipp Bubinger.
00:08Immer wieder stören sie den Betrieb seiner mittlerweile geschlossenen Bar in Berlin-Schöneberg.
00:13Als sich Nachbarn wegen Lärms beschwerten, ergreifen die Clan-Mitglieder ihre Chance und fordern Schutzgeld.
00:20Dann sind die einfach eigenmächtig aus meinem Laden raus, sind zu den Nachbarn gegangen und haben den Nachbarn quasi irgendwie
00:26eine Ansage gemacht.
00:26Haben den einen auch wirklich im Hausflug bedroht und sind dann wieder zu mir gekommen und meinten, du brauchst dir
00:31keine Sorgen mehr machen, die Nachbarn rufen nicht mehr die Polizei.
00:33Ich glaube, er wollte 500 Euro im Monat oder so.
00:35Ich sage mal, diese Sache hat natürlich am Ende dem Laden auch den Todesstoß gegeben, wo ich dann gesagt habe,
00:39okay, ich schließe die Tür von außen ab und das war's.
00:44Bubinger, der heute das Restaurant ständige Vertretung betreibt, weigert sich, seine Erpresser zu bezahlen.
00:51Stattdessen wendet er sich an die Polizei, entscheidet sich aus Angst vor Rache dann jedoch gegen eine Anzeige.
00:57Monatelang folgen Drohanrufe, bis Bubinger einen Kindheitsfreund kontaktiert, der selbst kurdischer Libanese ist.
01:03Er hat ihn angerufen, hat mich später, zehn Minuten später zurückgerufen und hat gesagt, Jan, die Sache ist geklärt.
01:11Ich meinte, was hast du denn jetzt gesagt? Ist egal, ich hab's geklärt, die kommen nie wieder. Die kamen auch
01:15nie wieder ab diesem Zeitpunkt.
01:17Tägliches Geschäft für den einstigen sicherheitspolitischen Sprecher der Berliner Linken, Hakan Tasch.
01:23Wie kaum ein anderer kennt er die Schutzgeldszene der Hauptstadt, ist gut in der türkischen Community vernetzt.
01:29Viele solcher und noch schlimmere Geschichten hat er von Betroffenen schon gehört.
01:33In der Regel werden ja Personen erstmal eingeschleust in die Betriebe.
01:38Das sind ja halt irgendwie so Studenten, die einen Nebenjob suchen, die sich erstmal über den Ablauf genau informieren,
01:45gucken, wie viele Personen dort tatsächlich irgendwie so täglich vorbeikommen.
01:49Und auf der Grundlage der Informationen wird dann die Summe bestimmt.
01:54Also in der Regel bei den so mittleren Unternehmen, Mittelstandsunternehmen, sind das dann zwischen 200.000 bis 300.000 Euro.
02:03Die Opfer fühlen sich oft machtlos, erzählt Tasch.
02:06Sie trauen sich nicht, die Behörden einzuschalten, denn die würden sie zu wenig schützen.
02:11Genau das müsse mehr geschehen, fordert der Berliner Politiker.
02:14Die Polizei hat inzwischen die Sondereinheit Ferrum gegründet und will härter gegen Schutzgelderpresser vorgehen.
02:21Wie die Polizei mitteilt, werden mittlerweile sogar Kriminelle aus dem Ausland eingeflogen, um hier in Berlin auf Geschäfte zu schießen.
02:28Das Problem der Schutzgelderpressung wird immer schlimmer.
02:31Laura Fleischmann aus Berlin für Euronews.
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