00:00Er ist Biobauer aus der Nähe von Rostock im Norden Deutschlands
00:03und präsentiert auf der Grünen Woche seine Lieblingskühe.
00:06Dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosurländern
00:10Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay
00:13steht Christian Rolfink mit gemischten Gefühlen gegenüber.
00:16Der Deal sieht u.a. vor, dass die Mercosurländer
00:18künftig fast jährlich 100.000 t Rindfleisch
00:21zusätzlich in die EU exportieren dürfen.
00:24Grundsätzlich bin ich Unternehmer und bin froh,
00:27wenn ich mit vielen Partnern Handel betreiben kann.
00:30Und genauso ist es sicherlich auch in den verrückten politischen Zeiten,
00:33wenn man ein Abkommen schafft, was Freihandel möglich macht.
00:38Aber, und jetzt kommt das große Aber, ich bin Landwirt
00:40und wir produzieren hochwertigste Lebensmittel zu Hause
00:45in ihrer Kulturlandschaft und unter höchsten Umwelt- und Sozialstandards.
00:51Der Mindestlohn steigt bei uns auf 15 Euro.
00:54Wir haben Auflagen, was Wasserschutz betrifft.
00:57Wir haben Auflagen, was Pflanzenschutz betrifft.
01:00Wir haben Auflagen, was das Tierwohl betrifft.
01:02Das ist der Hintergrund, dass durch diese höheren Standards
01:05hier in Deutschland man die Sorge hat,
01:08dass man nicht mehr wettbewerbsfähig produzieren kann.
01:10Die EU-Kommission allerdings erwartet,
01:12dass die Preise beim Fleisch in europäischen Supermärkten
01:15nach der Unterzeichnung des Abkommens höchstens um 2% zurückgehen.
01:19Die Folgen für die europäischen Bauern also minimal sind.
01:22Und auch die Vertreter der Mercosur-Länder verteidigen sich.
01:26Das Abkommen beinhaltet Sicherheitsvorkehrungen
01:32und sieht auch einen Schutz für europäische Produzenten vor.
01:37Die europäischen und die südamerikanischen Mercosur-Kontrollinstanzen
01:42sind gemeinsam dafür verantwortlich,
01:44dass beide Seiten Vorteile haben.
01:50Es ist auch eine Gelegenheit für die europäischen Hersteller,
01:53z.B. von Wein und Käse und so vielen europäischen Produkten,
01:58die wir Brasilianer lieben, essen und genießen.
02:01Und die können wir dann bei uns ja auch einfacher bekommen.
02:11Die Europäische Union hat eine Art Schutzschirm ins Leben gerufen.
02:15Alle Einfuhren müssen auch weiterhin den strengen EU-Regeln entsprechen.
02:19Sollten die Importmengen höher ausfallen als vereinbart,
02:22können die EU-Länder einen Importstopp verhängen.
02:25Und es gibt 45 Mrd. Euro zusätzliche finanzielle Hilfen.
02:29Dennoch wünschen sich viele Landwirte mehr.
02:33Dass wir eben auch Beweise bekommen,
02:36dass der Landwirt, der Berufskollege in Südamerika,
02:39genauso kontrolliert wird,
02:40genauso unter diesen hohen Sozial- und Umweltstandards produziert,
02:44wie wir es machen.
02:45Die Stimmung unter den Landwirten auf der Grünen Woche ist noch gut.
02:49Aber noch ist ja auch das Abkommen nicht in Kraft.
02:51Es muss noch vom Europäischen Parlament
02:53sowie von den Parlamenten der Mercosur-Staaten gebilligt werden.
02:59Er Basen
03:03Untertitelung des ZDF, 2020
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