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00:00Υπότιτλοι AUTHORWAVE
00:30Neu ist Heimat einer lebendigen Bergbauernkultur, in der die Menschen aus den Idealen der Überlieferung leben.
00:37Auf alpiner Seehöhe schätzen sie das Überschaubare.
00:42Wir sind wirklich eine kleine, feine Gemeinschaft. Nicht nur für den Tourismus, sondern wirklich für uns selbst.
00:49Schon die Vorfahren waren vorausblickend.
00:52Die Mutter hat schon in den 30er Jahre angefangen mit ein paar Zimmern zu vermitteln.
00:58Das Erbe verpflichtet.
01:02Weil was erbt man heute? Erbt man Arbeit und Heimat.
01:07Das sind Werte, die unverrückbar sind.
01:10Ich hab gesagt, ich bleibe Bauer, so wie ich bin. Das hab ich als Führer der katholischen Jugend so gelernt.
01:20Weil der Bergbauer niemals Leben hat oben, da ist er im Grunde der Landschaftspfleger.
01:26Da müssen wir ja fahren sein, nicht?
01:27Kreml. Im äußersten Winkel des Oberpinsgau.
01:46Auf über tausend Metern Seehöhe ein wahres Mecker für Touristen.
01:52Es gibt sie aber auch noch.
01:54Jene alteingesessenen Bauernfamilien, die stark verwurzelt sind in ihrer Heimat.
02:01Stefan und Burge Lerch genießen heute ihren wohlverdienten Ruhestand auf einem der ältesten Höfe des Dorfes.
02:09Das Haus, genau wissen wir es nicht, die letzte Beschreibung ist 1792.
02:16Aber das Haus wird älter sein, denn mein Urgroßvater hat gekauft und da ist keine Beschreibung mehr da.
02:24Jetzt wissen wir nur, was die Tafeln da sind.
02:31Die alten Bauersfleut sehen die Entwicklung im Tourismus der vergangenen Jahrzehnte durchaus kritisch.
02:39Das hat sich sehr verändert.
02:43Ich bin 1961 nach Kreml gekommen.
02:46Ich bin gebürtig von Mittersill.
02:49Und da habe ich im Schuhhaus Lachmeier drunter, die haben eine Pension gehabt.
02:52Da waren noch in jedem Zimmer einen Ofen mit Holz zum Heizen.
02:58Und da war überhaupt noch fast kein Fremdenverkehr im Winter, im Sommer schon.
03:04Kreml ist ja lange schon eine Sommerfremdenverkehrsart.
03:07Aber dann haben sie oben die Lifte gebaut und dann ging es mit dem Winterfremdenverkehr los.
03:14Und manchmal habe ich ein bisschen das Gefühl, die Leute haben sich zu sehr nur auf den Fremdenverkehr eingestellt.
03:21Das Gefühl habe ich manchmal.
03:22Und ich war anders eingestellt.
03:25Ich habe keinen Lift auf der Alm bauen lassen.
03:28Ich habe gesagt, ich bleibe Bauer, so wie ich bin.
03:32Das habe ich als Führer der katholischen Jugend so gelernt.
03:36Und ich war immer glücklich.
03:37Nachdem es ihre Kinder allesamt ins Ausland gezogen hatte, war die Nachfolge am Hof lange Zeit ungeklärt.
03:4794 wurde ich krank.
03:5296 waren es alle weg.
03:55Der Arzt hat zu mir gesagt, ich kann nie mehr arbeiten.
04:00Das war Ende August.
04:01Ende September haben wir auf der Alm schon wieder gearbeitet.
04:05Und sechs Jahre mussten wir bei Schönwärter im Sommer halb vier Uhr auf und bis halb Uhr acht Nacht bei Schönwärter arbeiten.
04:15Wir haben nichts verwachtet.
04:17Das war die schwerste Zeit.
04:19Aber da hat einer angeschafft.
04:22Ich schaffte das.
04:23Ich weiß nicht.
04:24Irgendwie im Unterbewusstsein habe ich aber das Gefühl gehabt, es wird schon gut werden.
04:30Es war aber richtig eine schwierige Zeit.
04:32Ich bin zehnmal im Ganzen operiert worden.
04:36Aber das Schlimmste ist die Lunge.
04:38Das wird immer schlechter.
04:40Aber mit dem werde ich fertig.
04:42Ich muss halt heute lernen, arbeiten, zuschauen.
04:47Und nimmer ausmachen.
04:52Heute ist die Nachfolge geklärt.
04:55Tochter Antonia ist mit ihrem Mann, dem Niederländer Joost, in ihre ursprüngliche Heimat zurückgekehrt.
05:01Dazu gehört auch die Hinterplattenalm, die bereits seit mehreren Generationen von der Familie bewirtschaftet wird.
05:09Ich habe mehr Heimweh nach Holland gehabt wie mein Mann.
05:14Also mir ist der Entschluss schwerer gefallen, wieder zurückzugehen.
05:18Das bin ich just.
05:18Ja, die Kinder waren klein und es war ein Schritt, ja, alles verkaufen nach Österreich.
05:25Aber haben wir gesagt, geben wir es drei Jahre.
05:28Wenn es nach drei Jahren nicht funktioniert, dann sind die Kinder noch klein, wir sind noch jung, dann können wir immer noch zurück, sozusagen.
05:35Aber die Geschichte ist jetzt erledigt, wir sind jetzt huckend immer noch da.
05:44Sowohl Antonia als auch Joost arbeiten hauptberuflich als Pädagogen.
05:49Bauer zu sein, ist vor allem eine Leidenschaft.
05:52Du kommst mit so geringer Eigenfläche, was wir haben, kommst in eine Situation, dass du viele Flächen dazu brachten,
06:01dass du überhaupt ein Quanten zusammenbringst an Milchliefern.
06:05liefern und das ist eine Wahl.
06:08Und wir haben gesagt, das tun wir nicht.
06:11Wir bleiben klein, wir dann eher noch zurückschraufen mit der Intensität.
06:16Und dann bleibt auch Zeit über, dass du nebenbei arbeiten kannst.
06:21Und wir halten den Bauernhof in Stand und haben noch etwas daneben zum Leben.
06:26Es ist einfach eine Wahl, die wir gemacht haben.
06:29Für mich war es auch wichtig, dass wir vier Kindern, dass ich sage, ich will die Kinder einfach eine Ausbildung bieten.
06:35Ich will ihnen auch, sage ich mal, die freie Wahl bieten, dass ich sage, es könnt einfach alles werden, was willst.
06:41Und nicht, dass der Weg schon vorgespurt ist, dass wir sagen, dann spur ich euren Weg.
06:48Und das ist, wenn ich sage, wenn ich einen Haufen Schulden am Betrieb habe und so,
06:52ist das ein Weg, den man dann halbfreiwillig oder unfreiwillig gehen muss und das will man nicht.
07:05Das menschliche Maßhalten.
07:09Es ist das, was der große Salzburger Philosoph Leopold Krohr, der hier im Oberpinsgau besonders verehrt wird,
07:17Zahl seines Lebens auch von der Landwirtschaft eingefordert hat.
07:21In den Bergdörfern des Pinsgau versuchen die Menschen danach zu leben.
07:26Weniger ist mehr.
07:36Ein tosendes Naturschauspiel.
07:39Die Krimler Wasserfälle, mit einer Fallhöhe von 385 Metern die fünft höchsten der Welt,
07:47haben das Bergdorf Krimmel berühmt gemacht.
07:50Ihr Ursprung liegt im Krimler Aachental, einer unvergleichlich archaischen Landschaft.
08:04Der Nationalpark Ranger Hannes Moor kennt das Wesen, kennt den Rhythmus der Wasserfälle.
08:10Das ist Schmelzwasser, das kommt aus dem Krimler Aachental.
08:19Das ist ein riesengroßes Einzugsgebiet und das kommt, momentan schätze ich mal, an die 15.000 Sekunden Liter.
08:26Das schwankt aber, das baut sich tagsüber ab und in der Nacht wieder auf.
08:33Das hat mit der Schmelztätigkeit zu tun, um 1 Uhr steht die Sonne am höchsten und da ist natürlich die stärkste Schmelze.
08:42Es dauert dann noch einmal 10 Stunden, bis das ganze Wasser aus dem Einzugsgebiet vorn ist.
08:47Das heißt, die höchste Wassermenge, die größte Wassermenge haben wir zwischen 10 und 12 in der Nacht.
08:53Die Wasserfälle sind eine der touristischen Attraktionen im Salzburger Land.
09:04Der Besucherandrang ist enorm.
09:07Es hat sich mittlerweile eingebindelt, da in gute Tage, sagen wir, 4.000 bis 5.000 Tagesbesucher.
09:14Es hat aber Zeiten gegeben, 50er, 60er Jahre, wo der Tourismus ganz stark gekommen ist.
09:19Da waren da unter Umständen mehr Leute unterwegs.
09:21Heute haben wir mehr den Individualverkehr.
09:24Das ist natürlich eine zweischneidige Sache.
09:26Das ist ein bisschen lästig für die Anwohner von Krimel, weil den ganzen Tag fahren Autos und Motorräder.
09:33Wobei das aber am Abend dann vorbei ist.
09:36Und früher haben sie es halt mit dem Bus hergebracht.
09:38Das war dieser klassische Bustourismus.
09:40Die Leute sind drei Wochen da gewesen und haben mehr oder weniger nicht rauskennen.
09:46Ein Spektakel sind die Wasserfälle ohne jeden Zweifel.
09:49Aber sie sind auch ein Ort der Heilung.
09:52Die Heilwirkungen haben sie eigentlich schon vor sehr, sehr langer Zeit entdeckt.
10:01Also es sind früher um 1900 oder sind da Adelige von bis aus Russland gekommen zur Sommerfrische,
10:09die da mehrere Wochen dann da geblieben sind.
10:12Dann hat sich das Ganze ein bisschen in Vergessenheit geraten.
10:17Und die BMU Salzburg, das ist die Parathesis-Medizinische Universität in Salzburg,
10:23die haben das nachgewiesen, dass diese feinen Ionen sehr wohltuend sind für Asthma, Kranke und Allergie.
10:30Hannes Moor hat die Heilkräfte des Sprühnebels am eigenen Leib erfahren.
10:41Als kleines Kind habe ich stark Keuchhusten gehabt.
10:43Und die letzte Option, die unser Hausarzt, also vor der Lungenhainer Anstalt meiner Mutter noch angeboten hat,
10:51ist, schirpen eine Woche oder zehn Tage mit dem Wagerl zum Wasserfälle rein.
10:56Vielleicht wird es besser.
10:57Und das hat tatsächlich geklappt.
10:59Im Salzachtal liegt das über tausend Jahre alte Stuhlfelden.
11:15Der langjährige Gemeindearbeiter Gottfried Wechselberger erinnert sich an jene Zeit, als er in das Dorf gekommen ist.
11:23Ja, ich war damals 1951 nach Stuhlfelden gekommen.
11:29Und da bin ich bei einem Bauern, der ist ein Gasthaus und ein Sägewerk dabei, da bin ich in Kierburg gewesen.
11:39Dann bin ich etliche Jahre in Olm gegangen und wie ich dann das alte Koppel habe, habe ich einen Führerschein gemacht und bin dann Kraftfahrer geworden.
11:46Sein Arbeitgeber in der Anfangszeit war der Flatscher-Wirt, eines der ältesten Wirtshäuser in Pinzgau.
11:57Hier kommen Gleitsaum in Stuhlfelden.
12:01Ja, wir sind da am Sonntag nach Kirchen.
12:05Also eine recht nette Partie.
12:07Da kommen wir zusammen, da beim Flatscher, auf einem Viererwärter.
12:10Das ist ein Kartenspiel und unser Preis ist ja nicht so hoch, da sind wir um 50 Cent.
12:16Aber es geht recht ernst her, auch jeder will ein Gewinger nicht.
12:21Da haben wir auch wieder die Hosen voll.
12:23Das ist fürchtig, ja?
12:24Ja, das ist der größte Arbeitgeber eigentlich gewesen.
12:31Da haben wir 15 oder 20 Leute oft gewesen, Knecht und Dirner.
12:37Und beim Sägewerk sowieso hat mehr als Leute beschäftigt gewesen.
12:41Und er hat auch Holzknochte beschäftigt, wo sie geholzt gegangen sind, wo sie für ihn gearbeitet haben.
12:49Aber ich muss sagen, die Chefleute, die sind recht bescheiden geblieben.
12:55Der alte Chef, ich glaub nie, dass es einen Tag gegeben hat, wo der nicht um 6 Jahre früher,
13:04also um 6 Jahre früher anfangen müssen, dass der nicht da gewesen ist.
13:08Das hat es nicht gegeben.
13:09Und beim Essen, durch den ich Kraftfahrer gewesen bin, nachher, haben wir ja oft, er ist oft mit mir gefahren,
13:16haben wir viel miteinander gegessen, aber er hat auch nichts Besseres gekriegt wie ich.
13:20Gemeinsam aktiv sein etwa beim Bogenschießen.
13:29Das bestimmt das Leben im Dorf.
13:31Es gibt keinen Stuhlfeuer, der was nicht bei einem Verein dabei ist.
13:34Wir haben Feuerweh, Kameradschaft, Dresdner, Brauchtumsverein, die Frauenschaft, die Bogenschützen.
13:45In der gewachsenen Gemeinschaft von Stuhlfelden hat man bewusst nicht alles dem Fremdenverkehr untergeordnet.
13:54Summa summarum, wir haben ein Bauerndorf, mehr oder weniger, und wir haben auch keinen Fremdenverkehrstempel da, nicht?
14:11Es ist noch eigentlich im Grunde, es ist noch ein recht nettes Dorf leben geblieben.
14:15Versteckt im Dorf befindet sich das über 500 Jahre alte Schweigerlehen, ein rustikaler Genusstempel, der Gourmets aus aller Welt anzieht.
14:29In der Rauchkuchel lässt sich der Juniorchef bei seiner Kunst über die Schultern blicken.
14:35Gekocht hat heute ein ganz klassisches Gericht, also wir kochen in unserem Restaurant, hauptsächlich regional und saisonal.
14:45Und was früher in Winzgaard, Winzgaard Klassiker, war in den Jahreszeit, ist, also speziell auf der Almohm, vom frühen Mospinull.
14:52Also Mospinull deswegen ist früher für den Alm gekocht worden, weil in dem Teig, also man sieht es da, ist eigentlich nur drin Heidelbeeren.
15:00Die hat jetzt neben mir den Alm direkt gegeben in den Wiesen, ein bisschen Mehl, war in der Vorratskammer und ein Schluck Milch.
15:07Also mehr braucht man eigentlich gar nicht.
15:09Dazu haben sie früher auf der Alm ganz traditionell ein Glas Milch getrunken, weil sie es eigentlich eh nicht viel gehabt haben.
15:16Und leider mag das, heute sehen wir so viele Leute, aber wir haben uns trotzdem dabei was gedacht und haben aus der Rohmilch dazu eine Bier gemacht in der Nachspeise.
15:30Rund um Stuhlfelden, eine Welt der Bergbauern.
15:41Seit jeher, hoch über dem Dorf in einer Steillage, befindet sich der Hof der Familie Feuthofer.
15:49Hier geben schon lange die Frauen den Ton an.
15:53Wie ich das übernommen habe von meinem Großvater, da war die Marianne sechs Jahre alt.
16:07Und der Großvater hat einmal gesagt, nein, mach ich dir nicht, mach ich dir nicht.
16:11Für ihn war das eigentlich immer schon fast so klar, dass du das einmal sein Nachfrager wirst.
16:14Und ich habe mich einfach gefreut, dass die Marianne das gerne tun hat und hat mich allweil unterstützt, schon als Kind.
16:24Sie hat keine Lehre mehr gemacht, weil sie am Sommer allweil mich unterstützt hat.
16:28Und das war einfach schön.
16:30Und für mich war das allweil schon der Fall, dass die Marianne den Hof einmal kriegt.
16:35Ich habe zwei Mädels, aber die Marianne war für mich die Hofherbin.
16:38Und ich habe auch noch ein bisschen das Glück gehabt, dass auch mein Partner gesagt hat, ja, er kommt zwar nicht von einem Bauern, aber irgendwie gefällt einem das auch.
16:46Und das passt auch und ich bin nicht sehr froh geworden, weil es auch nicht so selbstverständlich ist, dass du einen Partner findest, der sagt, ja, du, ich sehe, dir taugt das, aber für mich ist das nicht so.
16:56Und ich würde das nicht aber da auch.
16:58Weil ich habe gesagt, nein, ich will nicht weg, ich will das machen und es ist unser Daheim und mein Daheim und ich kann das übernehmen und ich habe die Möglichkeit, dass ich ein schönes Daheim habe.
17:07Und dann ist das Frühjahr neu sehen.
17:13Drei Generationen sind es, die hier auf 1100 Metern Seehöhe leben und arbeiten.
17:22Ja, wir halten eigentlich zusammen und jeder darf bestimmen, was er will.
17:26Und ich bin halt jetzt so, ich bin jetzt die Alte und ich mache Haushalt oder Wäsche oder was halt umfällt und sie machen das heraußen.
17:35Und sie sind nachher, hoffe ich, auch froh, wenn sie ins Haus kommen und mögen sie zum gerechten Tisch rücken und das passt auch so.
17:43Oft haben Bauern drei, vier Söhne und keiner will das übernehmen, weil was erbt man halt.
17:50Erbt man Arbeit und eine Heimat, weil Verdienst ist das keiner.
17:57Und so muss auch der Schwiegersohn arbeiten gehen, damit sie das überhaupt weiterführen können.
18:01Mein Mann ist beim Golfplatz, mittels in der Störfern.
18:11Er ist in der Werkstatt und mein Greenkripper ist er eigentlich.
18:15Und es ist eine Sommersaison-Arbeitsstelle und im Winter ist er daheim.
18:20Das ist ganz praktisch, weil wir haben im Winter die ganzen Kühe daheim.
18:23Im Sommer ist es alles auf der Alm, da haben wir im Sommer mal ein bisschen eine nette Zeit da.
18:27Und so ist es praktisch, weil im Winter mögen wir dann miteinander einen Stall machen und alles.
18:30Das ist voll nett eigentlich.
18:31Bescheidenheit ist eine bäuerliche Zier, auch im Leben von Marianne Feuthofer.
18:41Wenn wir dann nicht Milch liefern, wir können die Kühe machen und geben mir die Käuwer die Milch.
18:51Wir haben Maskelbau und wir haben eine kleine Einmutterkühe.
18:55Wir sind eigentlich ein kleiner Biobauernhof und das wäre schwierig.
19:00Wir würden das alles ein bisschen anders machen, aber für uns passt es.
19:03Wir haben es ein bisschen klein.
19:04Bei aller Kleinheit, Rast und Ruhe sind Fremdwörter für die untriebige Bäuerin.
19:18Ich bin es schon ein bisschen so, dass, ich sage schon ab und zu, Nettler, was du fährst mit den Maschinen, warum tut das nicht der Mann?
19:24Dann sage ich, ja, bei uns ist es so, er hat das nicht gern tun, aber mit den Maschinen fahren, er tut das, sie sind andere arbeiten gern.
19:30Und so gleicht sich das bei uns eigentlich aus.
19:34Do it yourself ist schon lange das Motto der Familie.
19:40Wir haben das Stromkraftwerk ein ganz kleines, das hat nur 3,4 kW.
19:46Und den hat der Großvater 1936 selber aus seinem Kopf heraus konstruiert, selber gebaut und hat sich alles das gekriegt.
19:55Und wir haben halt für Lichtstrom und für die Wasserbeule und Kühlschränke und die Gefriertruhen recht viel bringen es nicht, aber ein bisschen was ist es auch.
20:06Die Zukunft des Hofes steht noch in den Sternen.
20:13Die Bäuerin will ihren Töchtern ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen.
20:18Sie sind Kinder und du musst es Kinder sein lassen und sie sollten auch sehen, dass es was anderes gibt.
20:25Und mir war halt irgendwie nett, wenn sie es irgendwie behalten, dass sie nicht sagen, du, wir schäbern das alles, weil es ist ja unser Heimatding.
20:32Familien-Traditionen sind den Voithofer-Damen wichtig.
20:39Gemeinsam pflegen sie die denkmalgeschützte Sau-Eck-Kapelle am Dürnberg, so wie wir schon ihre Vorfahren gemacht haben.
20:55Ohne Zweifel einer der mächtigsten Gipfel der Alpen ist der Hochkönig.
21:02Der über 2.900 Meter hohe Berg ist das Wahrzeichen von Dernten.
21:07Das Bergdorf liegt ihm sprichwörtlich zu Füßen, verdankt ihm die Entwicklung hin zu einem touristisch erfolgreichen Ort, der stets ein Geheimtipp geblieben ist.
21:24Viele Bauernhöfe rund um Dernten konnten durch den Fremdenverkehr ihr Überleben sichern.
21:30So auch der Schneckhof, der seit über 100 Jahren im Besitz der Familie Burgschweiger ist.
21:37Ich bin da aufgewachsen mit sieben Geschwistern.
21:43Wir waren acht Kinder hier am Hof.
21:45Ich war der Älteste und es war damals so üblich, dass der Älteste den Hof übernimmt.
21:53Auf dem Bild sage ich mir die, meine Mutter mit mir am Arm.
21:57Die Mutter war eine recht aufgeschlossene Frau und die hat schon früher in den 30er Jahre angefangen mit ein paar Zimmern zu vermieten.
22:08Das war eher außergewöhnlich.
22:09Hat es in der ganzen Nachbarschaft eigentlich nicht gegeben.
22:12Da haben wir ein Foto, wo 1936 mehr Kinder und mit Gästen, die auf dem Hof gewohnt haben, bei der Heuarbeit waren.
22:27Das Haus sieht man da, ist eingespannt.
22:29Die Leute mit der Recher sind da dabei.
22:33Der Altbauer blickt heute auf ein arbeitsreiches Leben zurück.
22:39Und da haben wir wieder ein Foto, wo wir als Buben, acht, neun Jahre alt, mit zwei Rohs umackern, die Geschwister und so, die Familie hat gut zusammenhalten.
23:06Man hat fest zusammengeholfen.
23:07Und wir haben überall bei der Arbeit da mithelfen müssen.
23:14Nebenbei auch noch in die Schule gehen.
23:18Es war einfach selbstverständlich, dass man da bei der Arbeit da fest mithilfen.
23:26Heute führt sein Sohn Peter den Hof.
23:29Er hat ihn zu einem vielseitigen Betrieb ausgebaut.
23:37Es ist schon notwendig, glaube ich, dass man zur Landwirtschaft dazu weitere Standbeine hat.
23:45Einfach weil man sich in die Investitionen im Wirtschaften, im Bewirtschaften dann da leichter tut,
23:53als wenn man die Landwirtschaft ganz alleine hätte.
23:56Das war, weil halt da die landwirtschaftlichen Produkte, Milch und Fleisch, nicht so ergiebig sind, als wenn man andere Bereiche hat,
24:06wo man halt auch zum Teil dann quer einmal subventionieren kann im Betrieb.
24:10Urlaub am Bauernhof, das ist nur eine der wirtschaftlichen Stützen am Schneckhof.
24:17Die Gäste, ja, das ist mein Teil.
24:29Ich denke, der Gast ist sicher viel anspruchsvoller geworden.
24:34Ja, wir haben was ja ein bisschen der heutigen Zeit angepasst.
24:37Wir haben die Ferienwohnungen umgebaut.
24:38Und ja, man muss natürlich immer daran arbeiten, dass man auch nicht stehen bleibt.
24:43Die Gäste möchten da auch einen gewissen Komfort.
24:46Man ist halt nicht mehr zufrieden, wenn es nur ein Waschbecken drin ist oder irgendwas.
24:50Die wollen schon ein schönes Boot.
24:52Die Oma und Opa haben das früher schon sehr gut gemacht.
24:54Und wir haben es jetzt eigentlich in seinem Kundenstock auch aufgebaut.
24:58Es geht eigentlich gut.
25:02Zudem bewirtschaftet die Familie Burgschweiger im Winter eine Skihütte auf der Liebenau-Alm.
25:08Und man betreibt ein Biomasse-Heizwerk.
25:24Ja, ein wichtiger Teil von unserem Betrieb ist auch das Biomasse-Heizwerk, das wir da haben.
25:29Ein Hackschnitzel-Heizwerk.
25:31Man sieht das Rohmaterial, das sind die Stämme und das Brennholz.
25:35Das kommt zum Teil aus dem eigenen Wald und zum Teil halt aus der Region von anderen Bauern zur Kraft.
25:41Dann kommt der Hacker und das wird zerkleinert.
25:44Und das Brennmaterial, die Hackschnitzel, schaut dann so aus.
25:47Und das wird dann unter uns im Keller, im Hackschnitzel-Ofen verbrennt und Wärmeenergie erzeugt.
25:55Die moderne Anlage wird digital überwacht vom Sprössling Lukas, der schon wahrlich darauf brennt, einmal selbst die elterliche Landwirtschaft zu übernehmen und in die Zukunft zu führen.
26:18Ja, ich glaube, so wie die Generationen vor mir vor der Handarbeit auf Maschinen umgestiegen sind, zum Beispiel auf einen Traktor,
26:30steigt man halt jetzt vor den Maschinen dann schon auf Melkroboter um oder auf weiterentwickelte Maschinen.
26:37Und das ist, glaube ich, sicher nochmal ein gleich großer Schritt als wir vorher.
26:40Ich finde, man muss das in seiner Laufbau bestmöglich verwalten und dann wieder in die nächste Hand weitergehen.
26:52Auch der zweite Sohn Markus übernimmt Verantwortung bei den notwendigen Mäharbeiten.
26:59Es bleibt alles in der Familie, am Südhang des Hochkönigs.
27:03Also die Familie ist für mich eigentlich das Wichtigste in meinem Leben.
27:12Ich bin einfach schon bedacht, dass ich einer was Gutes koche, dass ich gut schaue auf sie, dass sie sich gut entwickeln.
27:21Und in der heutigen Zeit ist das nicht so leicht.
27:24Sie haben ja einfach so viele Möglichkeiten und einfach so viele digitale Sachen, die vielleicht auch oft nicht alle gut sind.
27:33Und trotzdem müssen sie aber auch in dieser Welt bestehen, glaube ich.
27:38Und es ist, ja, oft ist es nicht einfach, aber man möchte es einfach auf einen guten Weg bringen.
27:52Der familiäre Zusammenhalt zeigt sich nirgendwo stimmiger als beim gemeinsamen Musizieren.
28:03Nur wenige Kilometer von Dernten entfernt liegt das malerische Embach auf knapp über tausend Metern Seehöhe.
28:26Es ist stets ein Bauerndorf geblieben, weiß die Bäuerin Erika Schwab-Gröck.
28:33Einfach ist eigentlich, also wir sind wirklich eine kleine, feine Gemeinschaft, sage ich jetzt an.
28:42Ja, wir haben ein gutes Vereinswesen, wir haben ein Schnalzimmer in der Mamosi, wir haben einen, auch wenn kirchliche Feste sind, da wird eigentlich, also jeder tatkräftig dabei.
28:50Und auch mit, nicht nur, eben nicht nur für den Tourismus, sondern wirklich für uns selbst.
28:56Und auch wir Bauern untereinander, also wir, ich glaube, das ist wichtiger denn je, dass man einfach ein bisschen zusammensteht.
29:05Und dass man, ich glaube nämlich, dass der Bezug zur Landwirtschaft von den Leuten oft ein bisschen verloren geht.
29:12Die wissen eigentlich gar nicht einmal, was da dahinter steckt, hinter den Lebensmitteln, was da an Arbeit dahinter steckt.
29:18Was da, ja, bis das wirklich im Supermarkt ist.
29:22Am sogenannten Horderbauerhof ihrer Familie gilt die Leidenschaft der Bäuerin ganz ihrem Kräutergarten.
29:42Kreuter sind immer schon irgendwo so mein Steckenpferd gewesen.
29:46Also eigentlich bin ich in der Natur aufgewachsen, ich bin auch selbst auf dem Bauernhof aufgewachsen.
29:52Und so hat sich das nachher irgendwo, einfach das Gasteln, das ist so, das tue ich so gern.
29:57Da komme ich ein bisschen Ora einfach vom Alltag raus.
30:00Da haben wir jetzt lauter verschiedene Minzen herinnen.
30:09Es gibt ja extrem viele verschiedene Minzen.
30:12Und jede Minze riecht anders.
30:14Die Apfelminze ist ein bisschen dezenter.
30:17Sehr gut in die Teemischungen rein.
30:19Ich weiß oft nicht so hervor, dort in die Teemischungen.
30:22Was total gut ist und was die Kinder auch voll gern mögen, das ist eben die Schokominze.
30:27Die Schokominze riecht ja total gut und intensiv.
30:31Nach was riecht es? Riech einmal.
30:32Nach Schoko.
30:33Nach Schoko, gell.
30:34Und die ist auch total gut, wenn man sie einfach so ein bisschen ins kalte Wasser gibt und einfach ein bisschen zur Erfrischung einfach rein.
30:40In den Schokominze, ja.
30:42Ich habe den DEH-Praktiker gemacht.
30:44DEH steht für traditionelle europäische Heilkunde.
30:47Und da gibt es eben bei uns hier in Pinzgau den DEH-Verein.
30:54Und dieser Verein hat sich eben zur Aufgabe gemacht, das alte Heilwissen wieder zu verbreiten.
30:58Und genau das ist eigentlich auch mein Thema, wo ich mir einfach denke, warum sollte man in die Ferne schweifen, wo das Gute liegt.
31:04Und ich glaube einfach, wo man sich da ein bisschen auskennt.
31:07Und nachher merkt man eigentlich erst, dass da wirklich gegen jedes Rädchen ein Grat gewachsen ist.
31:13Ja, da haben wir eigentlich jetzt die Pflanzen drinnen, wo wir halt die Salbe machen.
31:19Kennst du das?
31:20Die Dachwurz auch?
31:21Dachwurz, sagst du, wir sagen Hauswurz.
31:23Ah ja.
31:24Hauswurz, sagen wir.
31:26Hauswurz, sagt man ja so, ist die Aliovera der Alpen.
31:29Das alte Heilwissen aus dem Pinzgau, das die Kräuterbäuerin ihren Gästen vermittelt, ist immaterielles Kulturerbe der UNESCO und erlebt heute eine Renaissance.
31:45Ich glaube einfach, die schnelllebige Zeit und so viel Arbeit und so viel Stress.
31:52Jeder hat und denkt sich, man hat viel, nichts mehr dabei.
31:54Und dann macht man sich oft wieder Gedanken mehr, was ist eigentlich wichtig im Leben, was ist mir wichtig, was ist der Familie wichtig.
32:02Und da kommt man oft gern wieder zurück zum Einfachen.
32:06Es muss nicht immer kompliziert und als Technik sein, im Prinzip ist das gratis, wo man in die Natur rausgeht, die Pflanzen beobachtet und mit denen noch was anfangen.
32:24In einem tief eingeschnittenen Graben unter Embach, direkt an der Salzach, liegt Lent, das gemeinsam mit Embach eine Gemeinde bildet.
32:39Anders als in dem Bergdorf war hier einst die Industrie zu Hause und ist es zum Teil heute noch.
32:46Paul Schwab kennt die Arbeit hier, obwohl er eigentlich Bergbauer ist.
33:00Wenn man nicht jemanden hat, im Hintergrund, die Frau, die was daheim alles macht, gegangen das alles nicht.
33:09Aber wenn man die Frau daheim den Hof und die Kinder und die ganze wirklich alles macht, hat man den Rückruf frei für das.
33:18Und es hat bis dato super funktioniert.
33:22Ab 1898 hat sich Lent zu einem bedeutenden Industriestandort entwickelt, der am Ende dem internationalen Preisdruck nicht mehr standhalten konnte und somit drastisch schrumpfen musste.
33:39Lent und Embach. Eine Welt der Gegensätze, die einander bedingen.
33:51Die Arbeit da hält die Bauern dort am Leben.
33:55Also ich bin irgendwie davon überzeugt, dass Lent ohne Embach nicht überleben kann und Embach auch ohne Lent nicht überleben kann.
34:04Ich glaube, wir müssen einfach zusammenhalten und dann wird das auch funktionieren in Zukunft.
34:09Wenn Paul von der Arbeit nach Hause auf den Horderbauerhof kommt, ist sie spürbar.
34:17Jene Zufriedenheit, die die Menschen hier im stets bescheiden gebliebenen Embach auszeichnet.
34:24Das Rauriser Tal. Ein wahres Juwel im Nationalpark Hohe Tauern, 30 Kilometer lang.
34:42Knapp 1000 Meter hoch liegt das Bergdorf Rauris, die flächenmäßig größte Salzburger Gemeinde.
34:49Die mächtige Goldberggruppe im Talschluss, Kolm-Sagurn, war einst Schauplatz des Goldbergbaus,
35:06der dem Ort Rauris Reichtum und Ruhm gebracht hat.
35:10Die prächtigen alten Häuser zeugen heute noch vom Wohlstand dieser Zeit.
35:25Dem Goldrausch verfallen kam man am Goldwaschplatz Bodenhaus, dem Spielplatz von Theo Huber,
35:34der die güldere Geschichte des Ortes verinnerlicht hat.
35:37Der richtige Boom des Goldbergsabbau hat vor 2000 Jahren schon existiert.
35:42Da haben die Römer schon Gold abgebaut, die haben sogar eigene Goldtukaten gemacht.
35:47Und dann war eigentlich die große Blüte seit 14. bis 17. Jahrhundert.
35:52Da hat Rauris 10 Prozent des Weltbedarf von Gold gedeckt.
35:55Das Gold ist abgebaut worden auf einer Höhe von 2000 Meter.
35:59Da wurden die Stollen reingetrieben, also unter Tage.
36:01Und da wurde dann händisch das Erz rausgehauen, erhitzt auf 1200 Grad.
36:06Und da ist das dann Gold weggeflossen.
36:09So, wie kann ich jetzt ein Gold finden? Ganz einfach.
36:12Entweder an der Innenseite der Kurve oder da herin, wo ein großer Stein ist.
36:16Warum? Weil ein großer Stein, der dreht sich jetzt der Sand mit dem Gold rein.
36:21Und da kann ich auch was finden.
36:22Jetzt schauen wir mal, tun wir mal ein bisschen was raus.
36:24Da bin ich Stein dabei, hierherhalten, hierherhalten, so, und da tun wir da was rein.
36:27So, das Erste, was ich mache, die Schüssel und der Wasser da.
36:32Ich muss sie an schütteln.
36:34Das mache ich, damit das Gold am Boden runtergeht, weil das das Schwerste ist.
36:38Ganz wichtig, schütteln.
36:40Und dann gehe ich im Wasser bleiben, im Wasser bleiben.
36:44Und jetzt so rauswaschen, so wegwaschen, so raus, wegwaschen, so.
36:49Damit ich nur mehr ganz wenig Erde habe.
36:51Und dann kann ich suchen.
36:52Dann tue ich Wasser rein und tue das so raus.
36:55Und das tue ich jetzt zu mir und jetzt mache ich ganz sachte so einen Schwenk und Stopp.
37:00Was passiert jetzt?
37:01Das Wasser nimmt die Erde noch mit.
37:03Und wenn ein Gold drin ist, bleibt es oben zurück, weil es 20 Mal schwerer ist.
37:07Dann mache ich die andere Seiten, einmal links, einmal rechts.
37:10Ganz sachte, da brauche ich ein schönes Gefühl.
37:12Ich darf ja nicht mit der ganzen Hand sein, ganz sachte dran.
37:15Und dann seht ihr, schau mal, das Gold bleibt wieder oben liegen, bleibt oben liegen, weil es so schwer ist.
37:19Das wäre jetzt das Gold, was da oben liegt.
37:22Das könnt ihr selber probieren.
37:23Im Winter bin ich Skilehrer, da fahre ich auf dem weißen Gold, auf dem Schnee.
37:30Und im Sommer mache ich das Goldwaschen für die Gäste.
37:32Also das macht mir immer sehr viel Freude, weil die Gäste, wenn sie was finden, sind immer ganz happy.
37:37Und das, was sie finden, ist reinstes Gold.
37:39Denn das Rausen Gold hat jetzt 22 Karate.
37:42Also sehr hoher Goldanteil, darum ist es auch ein sehr helles Gold.
37:46Weil 24 ist reinstes, das ist 999, also dann ist es nur ein Prozent, was kein Gold ist, das ist, was in der Kupfer ist oder Spurenelemente.
37:55Und das Rausen ist, hat 22 Karate. Also sehr, sehr hoher Goldanteil.
38:01Untrennbar mit dem Goldabbau verbunden ist Ignaz Rojacher, der bis heute wie ein Heiliger in Rausen verehrt wird.
38:09Der Ignaz Rojacher war ein sehr begnadeter Mensch und hat den Goldbau da gewaltig noch forciert und hat das dann versucht nochmal aufzupuschen,
38:18ist aber dann auch immer mehr zu mir liegen gekommen.
38:23Ignaz Rojacher hat 1886 die Wetterwarte auf dem Gipfel des hohen Sonnenblicks auf über 3100 Metern Seehöhe errichtet.
38:33Einst die erste und höchstgelegene Wetterwarte weltweit.
38:37Am Fuß des imposanten Bergers hat heute längst der Fremdenverkehr Einzug gehalten.
38:46Der Besuch soll ein naturnahes Erlebnis im gesamten Rauriesertal bieten.
38:53Auf der Hochalm trainiert der Falkner mit seinen Tieren für die nächste Aufführung der Greifvogelwarte.
38:59Im abgelegenen Seidelwinkeltal wandeln die Gäste auf den Spuren der Säumer.
39:27Die einst beim über 500 Jahre alten Tauernhaus auf ihrem Weg Richtung Süden Rast gemacht haben.
39:39Genauso alt wie das Haus selbst ist auch dieser Tisch in der Stube.
39:45Über all die Jahrhunderte hat sich hier so manch Rastsuchender verewigt.
39:49Nach wie vor ist das Rauriesertal von einer klein strukturierten bäuerlichen Kultur geprägt.
40:08Bergbauer Johann Wallner ist hier aufgewachsen.
40:22Meine Kindheit habe ich in den 50er Jahren auf der Treiben-Dursette verbraucht auf dem öterlichen Bauernhof.
40:29Da war natürlich noch alles Handarbeit.
40:31Handarbeit, Kinderarbeit war selbstverständlich.
40:36Das ist auf den anderen Bauernhöfen auch nicht anders gewesen.
40:40Also man hat nichts gedacht dabei.
40:43Die Arbeit, das Leben mit dem Vieh.
40:47Schon von Kindesbeinen an hat der Bauer seine Bestimmung gefunden.
40:51Bei uns daheim am Bauernhof ist am Tisch nur von der Viehzucht geredet worden.
40:59Und du hast von klein auf nichts anderes gehört und gesehen wie das.
41:03Und das ist so in Fleisch und Blur rübergegangen.
41:05Ich war auch als Pächter, auch Rinderzüchter.
41:08Also sozusagen als Passion.
41:11Und weil man ja damals eigentlich nichts anderes gelernt hat.
41:13Einst war Johann Wallner Pächter.
41:19Heute ist er selbst stolzer Besitzer des sogenannten Peterlhofes am Fröstlberg.
41:26Hier hat eine alte, gefährdete Hausziegenrasse wiederbelebt.
41:30Die Tauernschecken.
41:32Tauernschecken sind eigentlich eine urraues Rasse.
41:36In den 20er, 30er, 40er, 50er Jahren hat es große Bestände gegeben drinnen im Grummital.
41:42Aber wie noch die Ziegenzucht überhaupt fast verschwunden ist,
41:46sind dann nur mehr fünf Ziegen und der Bock zur Verfügung gestanden.
41:51Und die haben im Sparzummern August bei glänzenden Fell einfach so schön ausgeschaut,
41:57das ist mir direkt angesprungen.
41:59Ich habe mich in die Rasse sozusagen verliebt und habe geschaut, dass ich die noch erwerben kann.
42:05Und habe sie dann jahrzehntelang mühsam aufgebaut.
42:08Das war die Zeit, wo die meisten Bauern mit den Ziegen, mit den Schafen, mit den Pferden, mit den Schweinen abgefahren sind.
42:17Weil man Platz gebracht hat für die Rinderzucht.
42:21Die Zucht der robusten, eigenwilligen Tiere hat aus Johann Wallner einen richtigen Ziegenpeter gemacht.
42:29Wenn man Freude hat an den Ziegen, dann hat man die Geduld, dass man die Viecher dann auch so abrichtet,
42:42dass es auf den Betreuer zugeht.
42:46Das ist wichtig.
42:47Weil sonst, wenn sie auf der Hochalm sind und stehen auf die Wände oben, du kriegst es nicht.
42:51Wenn sie da nicht zugehen.
42:54Wenn du rufst als Betreuer, dann müssen sie kommen.
42:57Eine Vielfalt an Nutztieren ist unerlässlich für den Erhalt der über die Jahrhunderte gewachsenen Kulturlandschaft.
43:08Landschaftspflege ist sehr wichtig.
43:10Und da braucht man die verschiedenen Tierarten.
43:12Die Gasfrist, Stauden, Sender, alle möglichen Sachen, was die Rinder gar nicht fressen.
43:18Also die Kuh frisst der Gas nichts weg und die Gas frisst der Kuh nichts weg.
43:26Es hat sich vieles geändert im Leben der Bauern im Raurissertal.
43:32Fast jeder Betrieb, einer von den Partnern, geht einem Nebenerwerb noch.
43:39Und da lässt sich der Bergbauernhof auch weiterführen.
43:43Bergbauernzuschuss und so weiter gibt es ja auch.
43:45Und das gesamte Parkett ist ja so, dass wer Bauer bleiben will, kann Bauer bleiben.
43:59Sie sind am Boden geblieben, die Bergbauern im Pinzgau.
44:05Das ist es, was sie zukunftsfähig macht.
44:08Das ist es, was sie zukunftsfähig macht.
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