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#medicaldetectives #truecrime #doku

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Transkript
00:00Pennsylvania. Zwei Freunde verbringen einen verhängnisvollen Nachmittag mit Tontaubenschießen.
00:13Nur einer kehrt zurück. Der andere stirbt. Ein Unfall?
00:22Was an diesem Tag geschieht, schockiert eine ganze Stadt und birgt ein Geheimnis, für dessen Enthüllung fast 20 Jahre ins Land gehen.
00:30Montrose ist eine ruhige ländliche Gegend im Nordosten von Pennsylvania.
00:54Jeder kennt jeden in der Gemeinde. Es gibt imposante Wohnhäuser und nur eine Verkehrsampel.
01:00Das Gerichtsgebäude dominiert die Stadtmitte.
01:051976. Der 30-jährige Martin Dillon lebt mit Ehefrau Pat und seinen beiden Kindern in Montrose.
01:12Dillon hat sich einen Namen als junger, aufsteigender Rechtsanwalt gemacht, spezialisiert auf Eigentumsrecht.
01:21Sein Ziel ist es, Bezirksanwalt zu werden.
01:23Am 2. Juni verlässt Martin Dillon sein Büro früher als sonst.
01:30Er fährt zum Tontaubenschießen zur Jagdhütte seiner Familie, einem abgelegenen Platz namens Gansburg.
01:37Dr. Steven Scheer begleitet ihn. Scheer ist Arzt in der kleinen Stadt und ein guter Freund der Familie Dillon.
01:42Martin fragt an diesem Tag auch andere Freunde, ihn zu begleiten, doch alle haben schon was vor.
01:50Ich sagte, Martin, ich schaffe es einfach nicht, ich habe noch so viel zu tun.
01:57Und ich bin einfach nicht mitgegangen.
02:04Einige Stunden später ist Martin Dillon tot.
02:11Martin Dillon lag mit ausgestreckten Armen auf dem Rücken.
02:15Unter einem Arm lag eine Wurftaube.
02:17Die Wunde war genau in der Mitte seiner Brust, an seinem Herzen.
02:21Kein Zweifel, der Schuss ging direkt ins Herz.
02:25Dillans Sonnenbrille und seine Ohrenschützer liegen auf dem Boden, in der Nähe seines Körpers.
02:31Der Schnürsenkel seines rechten Stiefels ist offen.
02:35Dr. Scheer erzählt der Polizei, dass Dillon und er auf dem Weg zur Hütte waren.
02:39Plötzlich habe Dillon ein Stachelschwein ausgemacht, nach Scheers geladener Schrotflinte gegriffen und das Tier verfolgt.
02:47Scheer sagte aus, Dillon sei über seinen Schnürsenkel gestolpert und in die Waffe gefallen.
02:52Ein versehentlich gelöster Schuss trifft ihn direkt in die Brust.
02:58Sofort versucht Scheer erste Hilfe zu leisten, läuft dann zu einem Nachbarhaus und holt Hilfe.
03:04In einem Wutanfall zerschmettert er die Waffe an einem Baum und erklärt, dass sie nun niemanden mehr töten würde.
03:11Der Polizist Frank Zennin schoss die Fotos am Tatort.
03:19Ich fragte, wo rannte er hin? Er antwortete, den Weg runter hinter dem Stachelschwein her.
03:26Das ergibt keinen Sinn, weil sein Schnürsenkel offen ist.
03:29Darauf er, ja deshalb ist er auch darüber gestolpert.
03:33Der Stiefel ist aber normalerweise hoch bis zum Bein verschnürt.
03:36Wenn er gerannt wäre, hätte der Stiefel weit geöffnet sein müssen.
03:39Und Zennin beschäftigt noch ein anderer Teil der Geschichte.
03:48Nun, er sagte, dass er ihn umgedreht hat, um erste Hilfe zu leisten.
03:52Ich fragte, erste Hilfe?
03:55Ein Arzt macht bei einem Mann mit einem Loch im Herzen erste Hilfe.
03:59Der war tot.
04:03Martin Dillans Körper wird ins Leichenschauhaus nach Montrose gebracht.
04:09Er wurde hierher in die Leichenhalle gebracht und auf die Bahre gelegt.
04:14Er war noch vollständig bekleidet.
04:16Im Gesicht, an den Händen und auf seiner Kleidung war überall Blut.
04:24Als ich am nächsten Tag kam, um zu sehen, wann die Autopsie ist, durfte ich nicht hinein.
04:29Jemand anders mache das.
04:31Was meinen Sie damit?
04:32Das ist mein Fall.
04:33Sie antworteten, nein, du gehst da nicht rein.
04:36Ein Allgemeinmediziner vollzieht die Autopsie und protokolliert, dass die Wunde ovalförmig ist, knapp vier Zentimeter lang und 2,5 Zentimeter breit.
04:48Todesursache, ein Schuss mitten in die Brust.
04:50Der Untersuchungsrichter, kein besonderer Freund von Dillen, erklärt den Todesfall zum Unfall.
05:01Die Beerdigung findet in der Kirche statt, in der Martin Dillen geheiratet hat.
05:07Dr. Schier ist einer seiner Sargträger.
05:11Bei Martin Dillens Vater Larry wird die Trauer von Zweifeln und Misstrauen überschattet.
05:16Er glaubt nicht, dass sein einziger Sohn durch einen Unfall gestorben ist.
05:20Ein paar Monate nach dem Tod von Martin Dillen lässt sich Dr. Stephen Schier von seiner Frau Anne scheiden.
05:29Stress, ausgelöst durch den Tod des besten Freundes, sagen die einen, andere behaupten, das Paar habe schon seit längerer Zeit Probleme gehabt.
05:39Stephen Schier verlässt die kleine Stadt Montrose und lässt sich schließlich in North Carolina nieder.
05:45Eineinhalb Jahre später heiratet Stephen Schier zum zweiten Mal.
05:51Seine neue Frau ist Pat Dillen, die Witwe seines besten Freundes Martin Dillen.
05:59Als Larry Dillen erfährt, dass seine Schwiegertochter und seine Enkelkinder zum einzigen Zeugen im Todesfall seines Sohnes ziehen, erhärten sich seine Bedenken.
06:08Er zweifelt am Ergebnis der Autopsie, da sie von einem Familienarzt durchgeführt wurde, der nicht gerichtsmedizinisch ausgebildet ist.
06:22Larry Dillen wendet sich an den ehemaligen Polizisten Stu Bennett, einen Freund seines Sohnes.
06:28Der betreibt mittlerweile eine kleine Firma in Montrose, die sich auf die Rekonstruktion von Unfällen spezialisiert hat.
06:35Er glaubte, dass sein Sohn ermordet wurde. Er konnte mir nicht genau sagen, warum.
06:44Er fühlte es irgendwie, dass es so, wie es berichtet wurde, nicht gewesen sein kann.
06:53Bennett studiert die Autopsie-Fotos und liest den ärztlichen Bericht.
06:57Das erste, was er bemerkt, ist die viermal 2,5 Zentimeter große Wunde.
07:05Der innere Durchmesser einer 16er Schrotflinte beträgt 1,6 Zentimeter.
07:10Eine aufgesetzte Schusswunde, so wie bei Dillens vermutetem Unfalltod, hätte exakt die gleiche Größe, 1,6 Zentimeter.
07:17Dr. Christian Schümer ist Rechtsmediziner und Experte für Schussverletzungen.
07:27Er kennt die Besonderheiten der Munition einer Schrotflinte.
07:31Schrote haben nun mal die Eigenschaft zu streuen.
07:34Wenn die Schussentfernung also zunimmt, werden sich die Schrote über eine zunehmend große Körperoberfläche verteilen.
07:39Und zwischendrin hat man Distanzen, in denen die Schrote praktisch anfangen, das Paket zu verlassen, aber noch praktisch im Paket ankommen.
07:50Und dann kommt es zu einer Art Zähnelung und Ausfransung der Wundränder.
07:57Stu Bennett führt ein Experiment durch.
08:00Er zieht ein Stück Leder über eine Puppe und benutzt eine 16er Schrotflinte mit der gleichen Munition wie beim Unfall.
08:06Um ein Einschussloch wie beim Opfer zu erhalten, muss er die Waffe zwischen 90 Zentimeter und 1,50 Meter entfernt halten.
08:15Bei meiner Berechnung gehe ich vom Ende des Laufs aus, da wo die Ladung rauskommt.
08:23Dann kommt noch der Abstand bis zum Abzug dazu, knapp ein Meter.
08:29Das Opfer ist also jetzt zwischen 1,50 Meter und 2 Meter vom Abzugsgehäuse entfernt.
08:36Es kann die Waffe nicht selbst abgefeuert haben.
08:39Es sei denn, es hätte einen Stock oder eine Art Schnur dazu benutzt, um die Waffe selbst abfeuern zu können.
08:51Und auf Dillans Hemd befinden sich keine Rückstände von Schießpulver,
08:56das sich nach einem aufgesetzten Schuss dort hätte befinden müssen.
08:59Im Lauf der Schrotflinte wird auch kein Blut gefunden.
09:05Stu Bennet vermutet nun Mord und teilt dies Larry Dillon mit.
09:10Er war nicht überrascht, aber die Familie brach zusammen und weinte.
09:15Den Dillans und anderen Bewohnern der kleinen Stadt Montrose kommen immer mehr Gerüchte zu Ohren.
09:24Dr. Scheer und Pat Dillon sollen schon vor Martin Dillans Tod eine Affäre gehabt haben.
09:31Pat Dillon ist Krankenschwester in General Hospital.
09:34Dasselbe Krankenhaus, in dem auch Dr. Scheer praktiziert.
09:37Es schien sie nicht zu interessieren, ob es jemand wusste, ob sie jemand sah.
09:43Wenn sie ertappt wurden, gingen sie einfach an die Arbeit zurück und taten, als sei nichts geschehen.
09:49Die Bitte Larry Dillans an die Behörden, eine erneute Untersuchung durchzuführen, wird zurückgewiesen.
09:57Gary Gray berichtet für den Susquehanna County Transcript über den Fall.
10:02Das Büro des Untersuchungsrichters ist das mächtigste im Bezirk.
10:08Wenn der Untersuchungsrichter einmal eine Entscheidung gefällt hat,
10:11dann kann eine andere Untersuchungsbehörde nicht ohne Erlaubnis diese Entscheidung widerrufen.
10:18Monate vergehen, sogar Jahre.
10:22Die Zeit verrinnt und die Behörden wenden sich anderen Fällen zu.
10:25Aber Fragen bleiben.
10:27Was ist wirklich an diesem Juni-Tag im Jahr 1976 in Gunsmoke passiert?
10:32Fragen, die fast 20 Jahre unbeantwortet bleiben.
10:37Der Blutspur-Experte Dr. Marc Benecke weiß,
10:40dass Blutspritzer, Beweismittel und Tatortbilder auch nach Jahren noch neue Erkenntnisse liefern können.
10:46Besonders wichtig ist es zu schauen, wie haben sich die Blutspuren in der Umgebung verteilt.
10:50Dazu ist es im Normalfall auch immer wichtig, und das macht die Polizei auch immer,
10:54die Kleidung des möglichen Täters oder von möglicherweise beteiligten oder umherstehenden Personen einzusammeln.
11:00Genauso wichtig ist es aber, die Blutspuren an zum Beispiel einer Steinwand,
11:05die man jetzt nicht einfach mitnehmen kann, oder an einem Baum sich zu betrachten.
11:08Das heißt, diese Spuren kann man normalerweise nur finden,
11:10wenn sie sehr, sehr gut fotografiert wurden mit einem Maßstab und einer sehr hochauflösenden Kamera,
11:15oder wenn man einfach selber nochmal zum Fundort geht.
11:18Die Dillens haben Glück.
11:20Die Polizei hat das gesamte Beweismaterial, einschließlich der Stiefel von Martin Dillen und Dr. Scheer, aufbewahrt.
11:27Sie haben sogar den Baumstumpf direkt neben Dillens Körper verwahrt.
11:33Frank Zinnin, der Polizist, der den Tatort fotografiert, ist mit den Dillens einer Meinung.
11:37Er glaubt nicht an die Geschichte eines Unfalls.
11:40Es ist sehr frustrierend, wenn einfach keiner auf dich hört.
11:49Ich respektiere die Polizei, denn immerhin habe ich 28 Jahre für sie gearbeitet.
11:53Aber damals gab es die Philosophie, dass die Dienstälteren mehr Gehör fanden als die Jungen.
12:01Man hatte nichts zu sagen. Die älteren Kollegen bestimmten.
12:041991, also 15 Jahre später, senden Frank Zinnin und andere Kollegen die Beweismittel doch noch an das FBI-Labor nach Washington.
12:22Dort gehen sie in die Abteilung des Blutspurexperten Herbert MacDonald.
12:26Zuerst werden die Stiefel untersucht, die Dr. Scheer am Tage des Unfalls getragen hat.
12:36Scheer hat behauptet, dass er ca. 45 Meter von Dillen entfernt war, als dieser hinfiel und der Schuss sich löste.
12:45Doch auf den Stiefeln entdecken die FBI-Beamten kleine Blutspritzer.
12:49Blut, das mit hoher Geschwindigkeit auf die Stiefel aufgeprallt sein muss, also wahrscheinlich aus einer Schusswunde austrat.
12:56Das Wichtigste ist, dass eine relativ hohe, starke Gewalt durch einen Schuss ausgeübt wird, was dazu führen kann, dass es viele kleine, feine Tröpfchen gibt,
13:05die sich dann beispielsweise auf einer Wand, die hinter der beispielsweise beschossenen Person stehen, die sich in alle Richtungen abbilden.
13:15Die Wucht des Schusses zerstäubt das Blut in sehr kleine Tröpfchen, die sich dann mit hoher Geschwindigkeit verteilen.
13:22Die Stiefel müssen also in der Nähe einer Wunde gewesen sein, aus der mit hohem Druck Blut austritt.
13:31Bei einem Schuss ins Herz ist das zum Beispiel der Fall.
13:35Das Blutmuster auf den Stiefeln von Dr. Scheer beweist, dass er nur knapp zwei Meter von Martin Dillen entfernt steht, als der Schuss abgefeuert wird.
13:43Und Blutspritzer finden sich auch auf dem Baumstumpf neben Dillens Körper und seinem linken Schuh.
13:50Dillen könnte also in der Nähe des Baumstumpfes gehockt haben, als der Schuss ihn trifft und nicht hinter einem Stachelschwein hergelaufen sein.
13:58Indizien, die neue Fragen aufwerfen im Todesfall Martin Dillen.
14:02Der Gerichtsmediziner Dr. Isidore Mahalakis wird gebeten, sich die Befunde im Fall Martin Dillen anzusehen.
14:15Er bemerkt eine weitere Unstimmigkeit auf den Tatortfotos.
14:18Die Hosenbeine von Martin Dillen sind hochgerutscht, sodass man die Strümpfe sieht.
14:26Also saß er oder hockte er, denn warum sonst sollte sein Hosenaufschlag hochgerutscht sein?
14:32Dr. Mahalakis entdeckt auch, dass die Schusswunde leicht ausgerissen ist.
14:38Ein Anzeichen, dass die Schrotkörner sich gerade aus ihrem Paket lösen, als sie auf den Körper treffen.
14:45Aber eine auch nur leicht an den Rändern ausgerissene Wunde findet man nicht nach einem aufgesetzten Schuss.
14:54Als die Dillens von diesen Neuigkeiten erfahren, beantragen sie die Exhumierung des Körpers ihres Sohnes für eine zweite Obduktion.
15:02Diesmal vollzieht Dr. Mahalakis die Autopsie.
15:09Er entdeckt, dass die Wunde durch einen im 45 Grad Winkel abwärts gerichteten Schuss erzeugt wurde.
15:16Der Schuss kam von rechts und ging durch Dillens Herz und durch seinen linken Lungenflügel.
15:21Der Schusskanal stimmt nicht mit der Aussage überein, dass er über die Waffe gefallen ist.
15:32Der Schusskanal hätte dann gerade oder aufwärts sein müssen.
15:35Er zeigt aber von rechts nach links unten.
15:38Wenn man eine Waffe abfeuert, werden nicht verbrannte und teilweise verbrannte Schießpulverteilchen aus dem Lauf in Richtung des Zieles geschleudert.
15:52Wäre die Mündung gegen Dillens Brust gedrückt worden, hätten sich Schmauchspuren auf seiner Kleidung, seiner Haut und auf der Wundfläche abgesetzt.
15:59Das war aber nicht der Fall.
16:02Beim relativen Nahschuss hat man die Schmauchbestandteile auf der Oberfläche.
16:07Und je weiter ich weggehe, desto weiter sind diese Schmauchbestandteile auseinandergebreitet,
16:12bis sie nachher nicht mehr messbar, nachweisbar sind und wir einen Fernschuss haben.
16:18Jetzt können auch die Behörden die Befunde nicht länger ignorieren.
16:22Martin Dillens Tod wird am 26. Juni 1995 offiziell zum Mord erklärt.
16:28Am nächsten Tag kehren Dr. Stephen Scheer und seine Frau Pat nach Pennsylvania zurück, um eine Pressekonferenz zu geben.
16:37Scheer beteuert weiter seine Unschuld.
16:39Er hält an der Aussage fest, Dillen sei beim Jagen nach einem Stachelschwein gefallen und habe sich selbst in die Brust geschossen.
16:49Als ich Marty Dillen zuletzt lebend sah, entfernte er sich von mir und ging bis zum Ende des Weges.
16:58Ich habe darauf gewartet, dass er zurückkommt oder mir sagt, was ich tun soll.
17:07Ich hörte ein Klicken und den Knall eines Schusses.
17:11Und ich glaube, ich rief noch aus Spaß, du kannst nicht einmal bei Helligkeit eine Scheune treffen.
17:15Aber keine Antwort.
17:19Nichts.
17:21Stephen ist nicht in der Lage, so etwas zu tun.
17:25Ich kenne ihn.
17:26Ich lebe seit 17 Jahren mit ihm zusammen.
17:28Und er ist einfach nicht in der Lage dazu.
17:31Stimmt es, dass Sie beide eine Affäre hatten?
17:35Das stimmt absolut nicht.
17:36Die Staatsanwaltschaft behauptet nun, dass es Mord war.
17:43Sie hatten 19 Jahre, um das zu untersuchen.
17:45Sie hatten ihre Untersuchungsbeamten, die Polizei, ihre Autopsie und all das.
17:50Was kommt als nächstes?
17:51Wir werden sie herausfordern.
17:55Die Herausforderung wird angenommen.
17:57Dr. Stephen Scheer wird verhaftet und des Mordes an Martin Dillen angeklagt.
18:04Wieder fährt Martin Dillen nach fast zwei Jahrzehnten doch noch Gerechtigkeit?
18:0921 Jahre nach seinem Tod wird sein ehemaliger Freund Stephen Scheer wegen Mordes vor Gericht zur Rechenschaft gezogen.
18:18Laut Staatsanwaltschaft wusste Martin Dillen, dass Scheer eine Affäre mit seiner Frau hatte.
18:24Am Tag des Tontaubenschießens teilte er Scheer mit,
18:26dass Pat und er über die Affäre gesprochen hätten.
18:29Sie habe ihm zugesagt, die Affäre sofort zu beenden.
18:34Scheer hätte das niemals akzeptiert.
18:39Er war besessen.
18:40Und er sagte sich, so wird es auf keinen Fall laufen.
18:43Ich bekomme, was ich will, so oder so.
18:46Und du musst sterben.
18:56Nice shot, man.
18:58Nice shot, man.
18:59Nice shot, man.
19:00Yeah, it's still good.
19:01It's still good.
19:02It's still good.
19:03It's still good.
19:05Während Martin Dillen das Wurfgerät mit Tontauben bestückt,
19:09lädt Stephen Scheer seine Waffe mit Munition und nähert sich seinem Freund auf eineinhalb Meter.
19:14Er feuert nur einen einzigen Schuss ab, mitten in Dillens Brust.
19:29Der Schuss dringt in einem 45 Grad Winkel abwärts gerichtet, direkt in Dillens Herz.
19:35Die Gewalt des Treffers verursacht Blutspritzer, die mit hoher Geschwindigkeit auf Scheers Stiefel und den Baumstumpf in der Nähe von Dillens Körper auftreffen.
19:48Scheer nimmt Dillen, Ohrschützer und Sonnenbrille ab und löst dessen Schnürsenkel, um vorzutäuschen, das Opfer sei gestolpert und hingefallen.
19:56Die Geschichte mit der Jagd nach dem Stachelschwein hat Scheer erfunden.
20:05Als Scheer mit dem Nachbarn zum Tatort zurückkehrt, nimmt er die Waffe und zerschmettert sie an einem Baum.
20:14Seine Wut ist nur vorgespielt.
20:19Als Scheer vor Gericht mit den Beweisen gegen ihn konfrontiert wird, ändert er seine 21 Jahre alte Geschichte.
20:25Er gibt zu, zur Zeit des Unfalls eine Affäre mit Dillens Frau gehabt und die Geschichte mit dem Stachelschwein frei erfunden zu haben.
20:39Dennoch bleibt er bei der Behauptung, Martin Dillens Tod sei ein Unfall gewesen.
20:46Scheer sagt nun aus, er und Martin hätten sich wegen der Affäre gestritten.
20:50Bei einer Rauferei habe sich aus Versehen der tödliche Schuss gelöst.
20:55Scheer sagt, niemand hätte ihm dies geglaubt. Deshalb habe er die Geschichte mit dem Stachelschwein erfunden.
21:03Doch auch diese neue Geschichte glaubt die Staatsanwaltschaft nicht.
21:07Denn nach der Untersuchung der Schusswunde war klar, dass die Waffe zu weit weg von Martin Dillen war.
21:12Mit einem Kampf hätte sie nichts zu tun gehabt.
21:15Die Entfernung zwischen Mündung und Brust betrug eineinhalb Meter.
21:21Dillen konnte nicht an die Waffe gelangen, geschweige denn sie festhalten und mit ihr kämpfen.
21:26Es sei denn, er hatte Arme wie ein Orang-Utan.
21:29Dillens Kopf ist voller Blut, seine Ohren aber nicht.
21:38Dafür aber die Ohrenschützer, die weiter weg vom Körper liegen.
21:41Was beweist, Dillen hat sie getragen, als er erschossen wurde.
21:47Und die Ermittler sehen auch keinen Sinn darin, schalldichte Ohrenschützer zu tragen, während man mit jemandem streitet.
21:53Der Winkel und die Richtung des Schusskanals, die hochgezogene Hose und die Größe und Verteilung der Blutspritzer, all das führt nur zu einer Schlussfolgerung.
22:11Dr. Stephen Scheer hat Martin Dillen ermordet, als dieser eineinhalb Meter entfernt in der Nähe des Baumstumpfes kniet.
22:18Das Motiv? Stephen Scheer wollte Pat Dillen für sich allein.
22:28Martin Dillens Kinder, die Dr. Scheer aufgezogen hat, stehen während der Verhandlung fest zu ihrem Stiefvater und steuern sogar Geld aus der Lebensversicherung ihres toten Vaters zur Verteidigung bei.
22:42Aber die gerichtsmedizinischen Beweise sind schwerwiegend.
22:45Die Geschworenen verurteilen Dr. Stephen Scheer wegen Mordes zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe ohne Bewährung.
22:55Ich war erleichtert, dass dieser Fall endlich abgeschlossen war und die Dillens wieder ihren Frieden hatten.
23:01Genau das habe ich ihnen auch gewünscht.
23:03Ich war froh, dass ihnen diese Last, die sie all die Jahre mit sich rumgeschleppt hatten, genommen wurde.
23:08Der Urteilsspruch war ein lang erkämpfter Sieg für Martin Dillens Eltern.
23:19Larry, was haben Sie gedacht, als der Urteilsspruch gesprochen wurde? Haben Sie an Marty gedacht?
23:25Ja.
23:27Welche Gedanken hatten Sie?
23:29Nun, ich habe es nur für ihn getan.
23:33Haben Sie je geglaubt, dass dieser Tag kommen würde?
23:38Ich habe dafür gebetet.
23:41Doch nachdem Dr. Stephen Scheer 20 Monate seiner Haft abgesessen hat, widerruft das Bundesgericht in Pennsylvania das Urteil.
23:49Das Gericht begründete dies damit, dass eine Verurteilung nach 20 Jahren nicht zulässig sei und dass dieser Fall auf Voreingenommenheit basierte.
23:59Scheer sei kein fairer Prozess gemacht worden.
24:02Die Richter ordnen an, Scheer sofort aus der Haft zu entlassen, ohne einen neuen Prozess.
24:07Das Urteil ist bis heute gültig.
24:151995, Vancouver, Washington.
24:17Carolyn Killeby hat eine hitzige Auseinandersetzung mit ihrem Ehemann.
24:23Nach dem Streit geht sie allein in eine Bar.
24:29Seither hat man nichts mehr von ihr gehört.
24:34Aber etwas Speichel auf einem Briefumschlag und ein kleiner Blutfleck auf einer Armbanduhr helfen, das Geheimnis ihres Verschwindens zu lösen.
24:42Im Jahr 1990 heiraten Carolyn und Dan beide zum zweiten Mal.
24:50Dan leitet ein Möbelgeschäft und Carolyn arbeitet als medizinisch-technische Assistentin beim Militär.
24:57Beide bringen jeweils eine Tochter aus erster Ehe mit in die neue Familie.
25:01Sie ziehen in dieses Haus in Vancouver.
25:03In der Nacht des 11. November 1995 haben Carolyn und Dan eine Auseinandersetzung.
25:15Sie hatte Streit mit ihrem Mann, weil er an diesem Abend nicht, wie versprochen, mit ihr ausgehen wollte,
25:22sondern mit seinem Bruder.
25:25Sie protestierte vehement dagegen.
25:27Ich weiß nicht, was dann noch passierte, jedenfalls kam sie irgendwann bei Omas an und hat dort richtig viel getrunken.
25:41Eine Kellnerin sagt später aus, dass Carolyn allein war und getanzt hat.
25:46Sie war offensichtlich betrunken.
25:48Eine andere Aussage lautet, dass sie allein an einem Tisch saß und ihr Kopf auf den Tisch gesunken war.
25:57Sie sprach mit niemandem und war im Grunde ohnmächtig.
26:00Jedem in dieser Bar war klar, dass sie sehr betrunken war.
26:09Zeugen sagen aus, dass Carolyn die Bar in dieser Nacht gegen 11 Uhr verlassen hat.
26:14Danach ist sie spurlos verschwunden.
26:18Am nächsten Morgen ruft Dan Killeby die Polizei an, um Carolyn vermisst zu melden.
26:26Familienmitglieder, Freunde und Freiwillige suchen die Umgebung ab. Ohne Erfolg.
26:34Ich wusste, dass sie nicht so ohne weiteres weggehen würde. Sie hätte uns nie verlassen.
26:39Carolyns Auto wird auf dem Parkplatz der Bar gefunden.
26:51Die Familie mietet Suchhunde. Sie folgen Carolyns Spur von der Bar bis nach Hause.
26:57Die Polizei schließt daraus, dass Carolyn nach Hause ging, bevor sie endgültig verschwunden ist.
27:02Aber in dieser Nacht ist niemand zu Hause. Dan und die beiden Mädchen verbringen Samstagnacht woanders.
27:16Die Polizei war aber nicht ganz sicher, ob Dan wirklich mit seinem Bruder unterwegs war.
27:24Ich denke, dass die beiden lange aus waren und auch richtig was getrunken haben.
27:29Doch die Polizei war sich nicht zu 100% sicher, ob es tatsächlich so gewesen ist.
27:34Zudem hat Carolyn eine Lebensversicherung über 230.000 Dollar abgeschlossen, die im Todesfalle ihren Mann begünstigt.
27:48Ich hielt die ganze Zeit zu Dan. Es stand außer Frage, dass er, ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass er so etwas getan hätte.
27:59Dan Killeby streitet ab, etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben.
28:03Doch die Polizei findet heraus, dass es Eheprobleme gab.
28:08Sie führten keine perfekte Ehe. Es war klar, dass sie Schwierigkeiten hatten und es Spannungen gab.
28:20Zwei Stunden nachdem Carolyn die Bar verlassen hat, erhielt die Polizei zwei Anrufe.
28:26Man habe Hilfeschreie einer Frau gehört, etwa anderthalb Kilometer von Omas Bar entfernt.
28:31Die Polizei sucht die Gegend mit Nachtsichtgeräten ab, findet aber nichts.
28:39Ohne jeden Anhaltspunkt setzt die Familie eine Belohnung in Höhe von 10.000 Dollar aus, um etwas über Carolins Verschwinden zu erfahren.
28:47Dann taucht unvermittelt ein neuer Zeuge auf.
28:55Ein Angestellter von Omas Bar erzählt, dass er Carolyn in der fraglichen Nacht mit Dan Killeby auf dem Parkplatz gesehen habe.
29:02Staatsanwalt David Sealy kennt die alte Weisheit, den Täter zunächst im Verwandtenkreis zu suchen.
29:16In einem vermissten Fall wie diesem richtet man seine Aufmerksamkeit erst einmal auf den Ehemann.
29:23Denn Verbrechen werden sehr häufig von Familienmitgliedern verübt.
29:29Im Haus der Killebys gibt es keinen Hinweis auf ein Gewaltverbrechen.
29:33Doch in Carolins Schlafzimmer finden die Ermittler Vicodin, ein starkes Schmerzmittel.
29:39Meine Schwester war abhängig von Medikamenten.
29:43Ich habe sie damit konfrontiert und mit ihr gesprochen.
29:46Sie hat sich zu ihrem Problem bekannt und daran gearbeitet.
29:49Die ganze Familie hat sie dabei unterstützt.
29:56Meines Wissens gerät man in einen komaähnlichen Zustand, wenn man Vicodin mit Alkohol mixt.
30:01Und genau das ist Carolyn passiert.
30:08Zeugen sagen aus, dass Carolyn an ihrem Tisch ohnmächtig wurde und einer der Stammgäste, Dennis Smith, ihr zum Auto half.
30:19Doch die Aussage von Smith verwirrt die Polizei.
30:32Smith behauptet, Carolyn und er haben die Bar verlassen und in seinem Wagen Geschlechtsverkehr miteinander gehabt.
30:39Als er sie später zu ihrem Wagen brachte, sei ein Mann gekommen und habe auf ihn eingeschlagen.
30:45Der Mann beschimpfte Carolyn als Schlampe und zwang sie, mit ihm zu gehen.
30:49Als man Smith eine Reihe von Fotos zeigt, identifiziert er Carolins Ehemann als den Angreifer.
31:13Wütend streitet Dan Killeby alles ab. Er bietet der Polizei an, einen Lügendetektortest zu machen, den er auch besteht.
31:22Dan Killeby behauptet weiterhin, in dieser Nacht mit seinem Bruder in einer Bar gewesen zu sein.
31:28Einer der Barkeeper bestätigt dies.
31:30Die Ermittler beginnen sich etwas genauer mit der Vergangenheit von Dennis Smith zu beschäftigen.
31:36Sie finden heraus, dass Smith bereits 1982 wegen Mordes an seiner Schwester Patricia Ann Johnson verurteilt wurde.
31:45Er saß zehn Jahre im Gefängnis und ist erst kürzlich auf Bewährung entlassen worden.
31:51Eine weitere Zeugin sagt aus, sie habe in der Nacht des Verschwindens von Carolyn Killeby Dreck am Wagen von Smith gesehen.
31:58Er kam an eine Shell-Tankstelle in Clark County mit seinem dreckigen Wagen.
32:04Er fragte die Kassiererin, eine Bekannte von ihm, ob er zu ihren Eltern fahren könnte, um dort sein Auto zu waschen.
32:14Die Kassiererin glaubt auch, verschmierte Blutflecken auf Smith's Hemd gesehen zu haben.
32:20Die Polizei beschlagnahmt Smith's Pickup Truck. Es fällt auf, dass er von innen gereinigt worden ist.
32:25Es gibt weder Fingerabdrücke noch Haare oder Fasern, obwohl Smith behauptet, mit Carolyn im Wagen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben.
32:36Dennoch finden die Beamten etwas Interessantes. Einen winzigen Blutfleck am Lenkrad des Wagens und Brandspuren.
32:43Smith behauptet, er habe das Sitzpolster versehentlich mit einem Zigarettenstummel entzündet.
32:47Ein Beamter beschlagnahmt zusätzlich noch Smith's Armbanduhr und hat Glück.
32:52Denn im Labor finden Wissenschaftler einen winzigen Blutfleck.
32:56Wenn man unerwartet noch kleine Blutspuren findet, dann kann man die natürlich auch zu einer kombinierten Untersuchung benutzen.
33:04Man schaut sich nicht nur die Form der Blutspur an und versucht eine räumliche Zuordnung zu treffen.
33:08Man kann sich auch fragen, von wem stammt das Blut.
33:10Einer der allerersten Fälle, die überhaupt jemals mit genetischen Fingerabdrücken in der Kriminalistik bearbeitet wurden, war so ein Fall.
33:17Da wurde ein winzig kleiner Blutstropfen auf der Uhr eines Nachbarn der getöteten Familie gefunden.
33:22Und Tests ergeben, auch in diesem Fall handelt es sich um menschliches Blut.
33:29Nur, wessen Blut ist es?
33:39Carolyn Killeby ist spurlos verschwunden.
33:41Die Polizei findet lediglich einen winzigen Blutfleck auf der Armbanduhr des Mannes, der sie zuletzt gesehen hat.
33:48Nicht viel, aber heutzutage dennoch ausreichend.
33:53Dr. Carsten Hohoff ist Experte für DNA-Analysen im Rechtsmedizinischen Institut der Uni Münster.
34:00Chemisch gesehen besteht DNA aus drei unterschiedlichen Bausteinen, einem Phosphorsäureabkömmling, einem Zucker und unterschiedlichen Nukleobasen.
34:09Andererseits kann man DNA als langen Molekülfaden auffassen, doppelsträngig und für den Menschen etwa zwei Meter lang.
34:19Kinder erhalten die Hälfte ihrer DNA von der Mutter, die andere Hälfte vom Vater.
34:24Die Wissenschaftler untersuchen die DNA von Carolins Eltern und wollen so herausfinden, ob das Blut im Truck von der Vermissten stammt.
34:31Doch Carolins Mutter liefert eine überraschende Neuigkeit.
34:35Der Mann, der Carolyn großzog und den sie als ihren Vater kennt, ist nicht ihr biologischer Vater.
34:41Eine Tatsache, die Carolyn selbst erst erfährt, als sie schon erwachsen ist.
34:49Carolins biologischer Vater ist vor einigen Jahren gestorben.
34:53Das erschwert die Analyse des Blutfleckes zusätzlich.
34:56Wir hatten keine zuverlässige DNA, keine Haut- oder Blutprobe von ihr oder ihrem Körper, die wir mit dem Blutfleck vergleichen konnten.
35:06Wir hingen also in der Luft.
35:10Ohne Körper müssen die Wissenschaftler den Fall nun anders angehen.
35:16Als Dennis Smith erfährt, dass er wegen Carolins Verschwinden verdächtigt wird, flüchtet er.
35:21Es wird eine landesweite Großfahndung nach ihm eingeleitet.
35:24Wir wussten nicht, mit wem sie weggegangen war.
35:28Womöglich war sie wütend und in einem Hotel.
35:31Dann erfuhren wir, dass sie mit diesem Dennis gesehen wurde.
35:33Was hatte das zu bedeuten?
35:35Und wir haben erfahren, dass er ein Mörder ist, der auf Bewährung entlassen wurde.
35:39Das nahm uns etwas von unserer Hoffnung.
35:44Während das FBI Smith sucht, analysieren die Wissenschaftler seinen Wagen.
35:49Brandexperten finden Kohlenwasserstoffe auf den Polstern des Trucks.
35:55Kohlenwasserstoffe findet man, wenn zum Entzünden eines Feuers brennbare Flüssigkeiten benutzt werden.
36:01Das Feuer wurde also absichtlich gelegt.
36:03Und der Schaden ist einfach zu groß, sodass Smiths Geschichte nicht zu den Ergebnissen der Ermittler passt.
36:16Wir nahmen einen ähnlichen Autositz und versuchten, das Feuer auf drei oder vier verschiedene Weisen nachzustellen.
36:22Bei keinem Versuch hatten wir annähernd den Schaden wie in seinem Wagen.
36:25Durch ein chemisches Testverfahren entdecken die Ermittler einen winzigen Blutfleck in einem Riss im Lenkrad.
36:37Und auf Dennis Smiths Armbanduhr finden sie sogar einen weiteren Blutfleck.
36:42Aber ohne Carolins Körper fehlt den Wissenschaftlern eine DNA-Probe zum Vergleich.
36:48Also suchen die Ermittler nach einer DNA-Probe von Carolin und finden sie schließlich in Alaska.
37:00Zehn Jahre zuvor hatte Carolin einer Freundin in Alaska einen Brief geschickt.
37:05Sie hat ihn bis heute aufbewahrt.
37:07Auf dem Umschlag und auf den Briefmarken befindet sich Carolins Speichel, der auch nach zehn Jahren immer noch eine wertvolle DNA-Quelle ist.
37:18Allerdings sind die Proben für einen gewöhnlichen DNA-Test aus dem Zellkern unbrauchbar.
37:24Daher wenden die Wissenschaftler den sogenannten Mitochondrien-DNA-Test an.
37:29Mitochondrien sind länger haltbar und beherbergen DNA, die aber anders vererbt wird.
37:34Ein neugeborener Mensch ererbt von seiner Mutter einen halben Chromosomensatz und von seinem Vater die andere Hälfte des Chromosomensatzes,
37:47während er die mitochondriale DNA komplett von seiner Mutter ererbt.
37:53Normalerweise wird bei DNA-Tests der Zellkern untersucht.
37:57Außerhalb dieses Kerns gibt es noch die Mitochondrien, die ebenfalls DNA enthalten.
38:03Deren Informationen sind aber weniger reichhaltig.
38:06Mithilfe der mitochondrialen DNA ist auch eine Rekonstruktion einer DNA möglich.
38:12Wir können beispielsweise die mitochondriale DNA der Tochter einer vermissten Person untersuchen
38:19und die DNA der Mutter dieser vermissten Person und können so rückschließen auf die mitochondriale DNA der vermissten Frau.
38:26Die DNA des Speichels auf Brief- und Briefmarken stimmt mit der DNA des Blutes, das in Smith's Truck gefunden wird, überein.
38:38Mithilfe von DNA-Proben von Carolyn Killebys Mutter und Tochter kommen die Ermittler zu dem Schluss,
38:44dass die mitochondriale DNA aus Dennis Smith's Truck von Carolyn Killeby stammt.
38:51Ein DNA-Profil mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 200.000.
38:56Da ihr Körper nicht gefunden wurde, war es sehr wichtig, sie und Smith irgendwie in Verbindung zu bringen.
39:09Und da war der Blutfleck auf der Armbanduhr natürlich ein sehr wirkungsvolles Beweisstück.
39:14Genau ein Jahr nach Carolyn's Verschwinden versammeln sich Freunde und Verwandte zu einer Mahnwache vor Omas Bar.
39:25Der Ort, an dem sie zuletzt gesehen wurde.
39:27Ich freue mich, dass sie gekommen sind, um ihre Anteilnahme zu zeigen.
39:37Dennis Smith ist seit über einem Jahr auf der Flucht.
39:40Die Fernsehshow Unsolved Mysteries, ungelöste Geheimnisse, berichtet über den Fall mit der Bitte an die Zuschauer, Hinweise auf Smith zu geben.
39:53Vier Tage später erhält die Polizei einen anonymen Hinweis auf seinen Aufenthaltsort.
39:57Er lebt in Florida, wo die Polizei nun nach ihm fahndet.
40:01Während der Suche nach einem gestohlenen Wagen hält die Polizei einen Truck an.
40:06Der Fahrer ist Dennis Smith.
40:09Smith versucht zu fliehen. Es gibt einen Kampf, bei dem Smith angeschossen wird.
40:14Ich wollte, dass er viele Qualen erleidet.
40:17Ich wollte ihn verletzt sehen.
40:18Aber ich wollte nicht, dass er stirbt.
40:21So sehr ich ihn noch hasse und ihm keinen Platz in dieser Welt gönne, sterben durfte er nicht.
40:26Denn sonst hätten wir keine Hoffnung mehr gehabt, meine Mutter zu finden.
40:31Und außerdem sollte er im Gefängnis leiden.
40:36Smith überlebt und wird zurück nach Washington gebracht.
40:40Und obwohl die Polizei den Körper von Carolyn Killeby immer noch nicht gefunden hat,
40:44wird Smith wegen Entführung, Vergewaltigung und Mord vor Gericht gestellt.
40:50Smith bekennt sich nicht schuldig und bleibt bei seiner Aussage,
40:54dass er von Carolyns Mann auf dem Parkplatz der Bar angegriffen wurde
40:58und Carolyn dann mit ihrem Mann wegging.
41:02Die Verteidigung erinnert die Geschworenen daran,
41:05dass Smith Dan Killeby auf dem Foto identifiziert hatte.
41:10Die Staatsanwälte halten dagegen,
41:12dass Smith Dan Killeby wahrscheinlich aus der Fernsehberichterstattung über den Fall kannte.
41:17Und es erstaunt mich, wenn ich im Fernsehen bei Gerichtssendungen real oder nicht real sehe,
41:25wie die Verteidigung versucht, aus Opfern Täter zu machen.
41:29Obwohl sie nichts gemacht haben, bekommen sie eine Strafe, die sie nicht verdienen.
41:33Die Staatsanwälte glauben, dass Carolyn Killeby in Omas Bar sehr betrunken war
41:43und Smith ihr angeboten hat, sie nach Hause zu fahren.
41:53Irgendwo auf dem Weg hat er sie dann im Fahrerhaus seines Trucks vergewaltigt und ermordet.
41:58Ihr Blut spritzt auf das Lenkrad, auf Smiths Uhr und wahrscheinlich auf die Sitzpolster.
42:07Die Staatsanwälte glauben, dass Smith Carolins Körper irgendwo in der Nähe von Large Mountain begraben hat.
42:17Einige Stunden später bemerkt die Kassiererin in der Tankstelle einen Blutfleck auf Smiths Hemd
42:22und den Dreck an seinem Wagen.
42:24Smith versucht, das Blut in seinem Wagen mit Reinigungsmitteln zu entfernen.
42:31Als er das Blut nicht ganz aus den Polstern herausbekommt, zündet er sie an.
42:42Doch er übersieht die winzigen Blutflecken auf seiner Armbanduhr und auf dem Lenkrad,
42:47die beweisen, dass Carolyn Killeby in seinem Truck war.
42:54Zufällig waren einige von seinen bekannten Krankenschwestern.
42:59Er fragte sie über DNA aus und wie man sie beseitigen kann.
43:03Er erzählte, dass er verschiedene Reinigungsmittel in seinem Wagen benutzt hatte
43:07und wollte wissen, ob sich DNA damit beseitigen lässt.
43:11Die Krankenschwestern glaubten nicht, dass das funktioniert.
43:13Die Staatsanwälte finden des Weiteren heraus, dass Smith während seiner ersten Haftstrafe im Gefängnis
43:22seinem Zellennachbarn erzählt hat, wie er beim nächsten Mord davon kommen werde.
43:28Smith erzählte einem Insassen, dass er sein nächstes Opfer in einem Loch vergraben würde.
43:34Danach würde er einen Baum darauf pflanzen.
43:36Da würde niemand vermuten, dass darunter ein Körper liegt.
43:39Und wo immer sie auch ist, es wird dunkel und kalt sein.
43:46Und wir können sie nicht besuchen.
43:51Außerdem erzählte er dem Mithäftling, dass er die restlichen Beweise verbrennen würde.
43:58Der einzige gerichtsmedizinische Beweis in diesem Fall ist die Mitochondrien-DNA aus den zwei Blutflecken.
44:05Dennis Smith wird des Mordes schuldig gesprochen und zu lebenslanger Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt.
44:17Nach seiner Verurteilung bietet Dennis Smith einen Handel an.
44:21Für ein Fastfood-Essen und 10.000 Dollar im Bar würde er die Stelle verraten, an der sich Carolins Körper befindet.
44:28Er weiß natürlich, wo der Körper ist.
44:35Jetzt versucht er etwas dafür zu bekommen, wenn er verrät, wo Carolin ist, damit die Familie ihren Frieden machen kann.
44:41Das ist doch wirklich krank.
44:42Er wird auf keinen Fall Geld bekommen.
44:51Er hat im Gefängnis mehr als wir.
44:53Er hat gebührenfreies Kabelfernsehen, während ich für meinen Anschluss bezahlen muss und mir Filme ausleihen muss.
44:59Und dann will er noch zusätzlich Geld.
45:01Ich würde ihm nicht einen Cent geben.
45:04Nicht einen Penny.
45:05Die Killebees werden den Körper von Carolin wahrscheinlich nie beerdigen können.
45:15Dennoch gibt es eine Grabstelle mit einem Stein.
45:22Es vergeht kein Tag, an dem Carolins Tochter Gina nicht an ihre Mutter denkt.
45:27Sie hat jetzt eine wunderschöne Enkelin, die sie niemals sehen wird, der sie niemals Großmutter sein kann.
45:38Aber ihre Enkelin wird erfahren, wer sie war.
45:42Sie wird immer ein Teil unserer Familie sein.
45:45Und wir werden sie immer lieben.
45:47Und wir vermissen sie wirklich sehr.

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