00:00Vielen Dank.
00:30Vielen Dank.
01:00Aber das ist es für mich nicht nur.
01:02Vielen Dank.
01:32Es gibt hier etliche Alternative Vereine und einer davon sind wir. Wir haben uns gegründet 2017, weil wir das Gefühl hatten, es gibt zu wenig internationale Kunst in Dresden.
01:45Es gibt zu wenig Kunst von jungen Künstlern oder von jungen Menschen, die sich gerade ausprobieren, die gerade was für sich gerade entdeckt haben.
01:57Und ich will nicht immer warten, bis William Kentridge nach Dresden kommt, sondern ich freue mich auch, dass Tobias Eschol hier ist.
02:05Also es ist gar nicht so, dass wir Highlights schaffen in einem Jahr sozusagen, sondern wir haben ein Thema.
02:33Dieses Jahr ist das Thema Polarität zum Beispiel. Im nächsten Jahr ist es das Thema Inklusion.
02:41Das Jahr darauf ist es das Thema Herkunft. Also Themen, die wir uns selber als Verein gesetzt haben.
02:48Und dann suchen wir uns die Kuratoren und die Künstler dazu aus.
02:51Das ist nämlich auch noch ein Trick, dass wir uns eigentlich die Kuratoren aussuchen und die bitten uns, einen Künstler vorzustellen.
02:58So läuft es in der Regel ab bei uns.
03:00Wir sind an sich gar kein politischer Verein. Wir sind ein ganz normaler Kunstverein.
03:05Aber das mit der Politik kommst du ganz nebenbei. So unauffällig. Aber dann ist sie deutlich da. Vielleicht mache ich es fest.
03:13Wir haben im letzten Jahr Werner Zellin gezeigt. Werner Zellin mit seiner Serie Ud Oya.
03:21Das ist die Insel, in der die Jugendlichen umgebracht worden sind.
03:27Und er hat hier eine Landschaft aufgezeigt. Er war der erste Künstler, der diese Landschaft, diese Insel wieder betreten durfte.
03:34Es war sehr eindrucksvoll. Wir haben es um den 13. Februar gesetzt. Also diese Ausstellung ganz bewusst.
03:43Und die Leute, die Menschen haben diese Ausstellung wirklich gestürmt.
03:49Ihr seht, es ist ein ganz kleiner Raum. Aber wenn hier 900 Menschen herkommen, um diese Ausstellung zu sehen,
03:55da muss es einen Grund geben. Und das sind nicht die schönen Fotos, sondern es ist die Geschichte dahinter.
04:01Und wir begleiten das, indem wir ganz viele Gespräche dazu gemacht haben.
04:06Also hier vor Ort, aber auch große Podiumsdiskussionen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen.
04:12Also das sind sowas wie Highlights, wenn man das Highlights nennen kann.
04:15Aber die Ausstellung von Tobias Ischow ist auch ein Highlight für uns.
04:19Weil die Arbeiten, die man hier sieht, sind eben einfach nicht nur schön.
04:25Das stimmt eben so nicht. Also sie sind auch nicht nur handwerklich perfekt gemacht.
04:31Auch das ist es nicht so. Ich finde das schon spannend, wenn eine junge Generation das Thema Häuslichkeit so verhandelt.
04:42Ich finde es spannend, wenn jemand Intimität so verhandelt, weil das, was wir hier sehen, ist sehr intim.
04:48Also die Socke da hinten oder auch diese Aktentasche und diese Geschichten hier.
04:59Schon sehr, sehr persönlich.
05:02Und wie kommt ein junger Mensch dazu, uns solche persönlichen Sachen zu zeigen?
05:06Sowas finde ich spannend.
05:07Die größte Herausforderung ist für uns tatsächlich als Kunstverein die Frage des Geldes.
05:37Also wie kriegen wir die nötigen Summen zusammen, um eine Ausstellung wirklich auch finanzieren zu können?
05:46Wir leben in einer Landeshauptstadt, in der Kultur und Kunst großgeschrieben werden.
05:55Ja, das mag bestimmt für die Museen stimmen.
05:59Da gibt es bestimmt auch den einen oder anderen Dresdner, der das mit großer Begeisterung unterstützt.
06:05Aber wir leben in einer Stadt, in der das Mäzenatentum 1933 beendet wurde, indem man einfach in Deutschland eine Geschichte geschrieben hat, die schrecklich war.
06:16Und das fehlt bis heute. Das Mäzenatentum gibt es in Dresden nicht oder überhaupt in den neuen Bundesländern nicht.
06:22Das betrifft ja nicht nur uns als Dresdner Vereine, sondern das betrifft, denke ich, viele Vereine in Ostdeutschland.
06:29Ich kann also nicht hier irgendwie zu einem Unternehmer hingehen und sagen, hier ist eine super Ausstellung.
06:35Wollt ihr die vielleicht unterstützen und fördern?
06:37Die gucken mich an und denken, was redet die für dummes Zeug?
06:41Und es ist bekannt, dass die staatlichen Förderungen auch sich langsam einfrieren und immer weniger werden.
06:50Die Zeiten sind so, wie sie sind.
06:52Und es ist ganz schön schwierig, kreativ zu sein, wie man trotzdem zu Geld kommt und wie man trotzdem zu Veranstaltungen kommt.
06:58Und für uns ist es ein bisschen bitter, weil unsere Stärke ist wirklich das Begleitprogramm.
07:07Aber wir schaffen es dann gerade noch so die Ausstellungen durchzufinanzieren.
07:14Aber was wir nicht mehr schaffen, sind die Diskussionsforen oder gerade hier die Kreativworkshops, die wir auch noch machen.
07:23Da müssen wir dann Stopp sagen.
07:25Und das ist schon eine Herausforderung, weil wie wollen wir langfristig überleben?
07:30Wie wollen wir hier zu Hause bleiben, wenn die Mittel dazu fehlen?
07:34Und trotzdem, sag ich, sind wir in einer sehr luxuriösen Position.
07:38Die Stadt nimmt uns wahr.
07:40Wir werden zumindest von der Stadt sehr unterstützt, auch der Freistaat.
07:46Also das wissen wir sehr, sehr zu schätzen.
07:49Das muss ich schon so auch sagen.
07:51Das haben wir uns vielleicht erarbeitet, aber wir sind sehr dankbar da.
07:55Wir werden ja verrückt.
08:25Wenn wir nicht auf die Art Cologne schauen würden.
08:29Also die Art Cologne, die älteste Kunstmesse weltweit.
08:33Es ist einfach so.
08:35Und in Deutschland nach wie vor die wichtigste Kunstmesse.
08:38Dass wir als Kunstverein natürlich Jahr für Jahr nach Köln fahren und dort vor Ort uns Kunst anschauen.
08:45Vor Ort aber auch ins Gespräch kommen mit Kuratoren, mit Museumsdirektoren, mit Künstlern.
08:51Das ist doch selbstverständlich.
08:52Also die Art Cologne gibt wesentliche, wichtige Impulse.
08:57Auch für das, was wir hier im Kunstverein verhandeln, natürlich.
09:00Also ja.
09:01Auch für das, was wir hier im Kunstverein verhandeln, mit Künstlern, mit Künstlern, mit Künstlern, mit Künstlern, mit Künstlern, mit Künstlern.
09:07Auch für das, was wir hier im Kunstverein verhandeln, mit Künstlern.
09:37Und der Art Cologne sehr, sehr viel.
09:40Auf der einen Seite fühlen wir uns sehr geehrt.
09:42Auf der anderen Seite aber spüren wir, dass uns damit auch Hausaufgaben mitgegeben werden.
09:50Also macht bitte weiter so, so wie ihr bis jetzt agiert.
09:55Bleibt dran an den jungen Künstlern.
09:57Bleibt dran an den Themen.
09:59Und bleibt dran an der Qualität, in der ihr das umsetzt.
10:02Also es ist schon auch eine Verpflichtung.
10:04Deswegen kann ich jetzt nicht sagen, juhu, wir haben den Preis gewonnen.
10:09Sondern für uns ist es mit aller Ehre auch eine Riesenverpflichtung.
10:14Also das spüren wir schon.
10:17Sie dürfen nicht vergessen, uns gibt es nicht mal zehn Jahre.
10:20Und nach nicht mal zehn Jahren so einen wichtigen Preis zu kriegen.
10:24Vielen Dank.
10:28Und nach nicht mal zehn Jahre.
10:35Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja.
11:05Ja, ja, ja, ja.
11:35Ja, ja, ja.
Comments