00:00Die Bundesregierung hat die bereits im Frühjahr angekündigte Ausweitung der Schwerarbeit auf Pflegeberufe nun fix auf den Weg gebracht.
00:09Die entsprechende Verordnung wurde via Umlaufbeschluss abgesegnet, wie Sozialministerin Corinna Schumann sowie die Sozialsprecher von ÖVP und NEOS informierten.
00:18Die Pflegekräfte kommen in die Schwerarbeit. Das ist ein großer Erfolg und es ist eine langjährige Forderung aus diesem Bereich.
00:24Wir zeigen damit die Anerkennung und die Wertschätzung für die Beschäftigten, die hier wirklich Großartiges leisten.
00:31Was ändert sich? Ab 1.1.26 können die Pflegekräfte in die Schwerarbeit, weil sich die Rahmenbedingungen und die Voraussetzungen ändern.
00:38Die Grundlagen für die Schwerarbeit bleiben gleich, aber es sind nicht mehr 15 Tage notwendig, sondern nur mehr 12 Tage.
00:45Das entspricht dem Schichtarbeitsprogramm der Pflegekräfte und es besteht auch die Möglichkeit für Teilzeitkräfte,
00:51wenn sie einen Stundenausmaß von über 50 Prozent der Arbeitszeit haben, auch in die Schwerarbeit zu kommen.
00:57Aber es ist ein wichtiger Schritt, gerade für Frauen, weil die Pflege ist weiblich.
01:01Das ist eine langjährige Forderung auch der Kolleginnen und Kollegen in den Pflegeheimen, in den Krankenhäusern, auch in den mobilen Diensten.
01:08Immer, wenn man da auf Besuch unterwegs war, war das ein zentrales Anliegen, dass man sich hier benachteiligt fühlt.
01:15Und das haben wir auch verstanden, weil es eine sehr belastende Tätigkeit ist, dass man eben nicht zur Gänze in die Schwerarbeiterregelung aufgenommen war.
01:23Das ändern wir jetzt. Das heißt, das wird ungefähr 1.000 Personen mehr im positiven Sinne umfassen, wo sozusagen die Zugangsbedingungen erleichtert werden,
01:34dass man jetzt in diese Schwerarbeiterregelung kommt.
01:37Was bedeutet das? Dass man 45 Versicherungsjahre braucht. Man muss in den letzten 20 Jahren, 10 Jahre, diese Pflegetätigkeit ausgeübt haben,
01:46entweder als Pflegeassistent, als Pflegefachassistent im diplomierten, gehobenen Bereich,
01:51aber auch zum Beispiel die Fachsozialbetreuungsberufe, wie wir sie in Oberösterreich haben, sind damit umfasst.
01:56Ich glaube, für die Beschäftigten ein großer Vorteil ist, dass es für sie auch unkomplizierter wird, nachzuweisen,
02:01dass sie als Pflegekräfte Schwerarbeit geleistet haben.
02:04Wir hatten in der Vergangenheit Regelungen in der Schwerarbeitsverordnung, die verhindert haben,
02:09dass Menschen einfach auch nachweisen konnten, dass sie Schwerarbeit in den letzten Jahren geleistet haben.
02:14Beispielsweise, wenn es um die Frage geht, wie die Nachtdienste aufgeteilt waren über den Monat,
02:18dass wir hier eine Erleichterung hineinbekommen und hier auch die Pflegekräfte explizit erwähnen,
02:23ist eine Erleichterung, die auch eine Entbürokratisierung schlussendlich bedeutet.
02:27Die zu erwartenden Kosten werden mit etwa 20 Millionen Euro im ersten Jahr beziffert.
02:32Danach dürften diese weiter steigen.
02:35Gegenfinanzieren wolle man das mit Reformen bei der Invaliditätspension
02:39beziehungsweise der Berufsunfähigkeitspension und dem sogenannten Rehabilitationsgeld.
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