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  • vor 3 Monaten
Farthest Frontier ist seit 2022 im Early Access, jetzt steht am 23. Oktober der 1.0 Release an und wir haben die finale Version bereits gespielt. Im Test-Video erklären wir die Besonderheiten, die Farthest Frontier bereits in der Early-Access-Phase zu einem der besten Spiele im Aufbau-Genre gemacht haben und welche Verbesserungen seitdem und mit Version 1.0 dazugekommen sind.

Wir gehen aber auch auf einige Schwächen ein, die sich das Spiel immer noch leistet und die durchaus noch den einen oder anderen Patch gebrauchen könnten.
Transkript
00:00Strategie-Fans haben es schwer in diesem Herbst. Denn immerhin stehen allein Anfang November mit
00:09Anno 117 und Europa Universalis V gleich zwei richtig dicke Brocken an, für die man sich schon
00:15fast Urlaub nehmen muss. Und im Dezember kommt dann auch noch die 1.0-Version von Pioneers of
00:21Pagonia mitsamt Kampagne raus. Als wäre das schon nicht genug, verlässt mit Farthest Frontier am
00:2723. Oktober, nach etwas mehr als drei Jahren, auch noch eines der besten Survival-Aufbauspiele,
00:33den Early Access, und spielt dazu ein großes Update auf. Das konnten wir jetzt im Vorwelt schon
00:39weltexklusiv testen und verraten euch im Video, wie viel besser das Spiel von Crate Entertainment
00:45geworden ist, welche Inhalte seit dem Early Access Release dazugekommen sind und wo das
00:50wunderschöne Mittelalter-Aufbauspiel noch ein paar Probleme hat.
00:57Farthest Frontier ist eine Koloniesimulation, die mit realistischer und detaillierter Grafik
01:04punktet und ein paar ungewöhnliche Gameplay-Mechaniken mitbringt. Vor allem die Systeme rund um die Nahrung
01:10sind ungewöhnlich ausgefeilt. Zum Beispiel gibt es einen richtigen Jahreszeitenwechsel,
01:16auf den ihr euch mit Lagerhaltung vorbereiten müsst. Nahrung kann da nämlich verderben oder von
01:21Ungeziefer zusammengefressen werden. Und während der wärmeren Monate müsst ihr euch mit der Fruchtfolge
01:27auf den Feldern beschäftigen, was es auf diese Weise höchstens mal im Landwirtschaftssimulator
01:32gibt. Neben der Nahrungsbeschaffung dreht sich das Gameplay vor allem um die Produktion von
01:36Konsumgütern, mit deren Hilfe ihr die Bedürfnisse der Einwohner erfüllt und ihre Behausungen in fünf
01:42Stufen aufsteigen lasst, was wiederum neue Gebäudetypen und weitere Warenketten freischaltet.
01:48Allerdings lassen sich die Häuser nur aufwerten, wenn zugleich die Attraktivität in der Umgebung stimmt.
01:53So senken nahe Industriegebäude die Anziehungskraft erheblich, während alle Servicegebäude und viele
01:59der Dekorationsobjekte wie Büsche, Statuen und Parkanlagen sich positiv auswirken.
02:05Anders als beispielsweise in der Anno-Serie steigen die Einwohner aber nicht im sozialen
02:10Rang auf. Der Ausbau der Wohnhäuser führt stattdessen zu mehr Platz und höheren Steuerabgaben.
02:16Die Qualität der Häuser fließt außerdem in die Zufriedenheit der Bewohner ein, was sich zusammen mit
02:21sowas wie Kleidung, Unterhaltung und Glauben schließlich auf Produktivität, Moral, Krankheitswiderstand
02:27und Geburtenrate auswirkt. Weil nun besonders die Arbeitskraft in Vaters Frontier die meiste Zeit
02:33knapp ist, seid ihr also ständig um die richtige Balance aus Baumaterialherstellung, Nahrungsvorrat,
02:39Bedürfniserfüllung und Einnahmen bemüht. Und als ob das alles nicht schon anspruchsvoll genug
02:45wäre, dürft ihr euch auch noch um die Verteidigung eurer Siedlung kümmern. Ansonsten plündern euch von
02:51Zeit zu Zeit aufkreuzende Banditen aus. Wollt ihr mit irgendwelchen Kämpfern nichts zu tun haben,
02:56könnt ihr die Bedrohung vor Partiestart aber auch einfach ausschalten. Das Militärsystem mit Mauern,
03:02Türmen und Truppen wurde im Verlauf des Early Access übrigens mehrfach erweitert und überarbeitet,
03:08ist aber nach wie vor recht oberflächlich. Die Räuber marschieren stumpf in eure Siedlung,
03:13ihr vertreibt sie und das war's. Es geht eigentlich nur darum, euch ein wenig zu fordern und dass ihr
03:19die Ausrüstung und den Unterhalt für die Soldaten zusammenkratzt. Ein richtiges Ziel bietet das Spiel
03:25ansonsten über das reine Überleben hinaus nicht an. Ihr schließt also keine Kampagne ab oder besiegt
03:31alle eure Feinde. Stattdessen könnt ihr die Siedlung immer weiter ausbauen, neue Ressourcen erschließen,
03:36eure Stadt mit Dekorationsobjekten verschönern und jetzt im 1.0 Update ganz neu einen
03:43riesigen Technologiebaum abarbeiten, der euch unter anderem zu ein paar besonders teuren Monumenten
03:48führt, die euch mächtige Vorteile gewähren. Bis ihr da hinkommt, können aber locker über 20 Stunden
03:55vergehen und die meisten davon in höherer Spielgeschwindigkeit. Mit dem Fortschritt
04:00ist nämlich auch viel Warterei verbunden, was besonders für etwas ungeduldigere Spieler eintönig
04:05werden kann. Wettmachen kann Fathers Frontier diese Durchhänger einige Zeit lang mit seiner hübschen
04:11Grafik, die vor allem beim Wetter, den Jahreszeiten und den vielen liebevollen Animationen und bis
04:17ins kleinste Detail ausstaffierten Gebäudemodellen glänzt. Zum Early-Access-Start und darüber hinaus
04:23ging diese Grafikpracht allerdings mit erheblichen Performance-Problemen einher. Im Vergleich zur
04:28früher schafft es das Spiel jetzt aber weitgehend konstant auf 60 FPS. Nur ein paar Ruckler gibt
04:34es noch, gerade wenn mal mehr auf dem Bildschirm los ist. Perfekt ist die Umsetzung also nicht,
04:40die Optimierungen sind aber deutlich spürbar. Und auch die grundlegende Simulation hat sich
04:45positiv entwickelt. Die einzelnen simulierten Einwohner sind jetzt klüger geworden und brechen
04:50viel seltener ihre Arbeiten ab. Das war zu Beginn der Early-Access-Phase hin und wieder noch ein Problem,
04:56weil in Fathers Frontier tatsächlich nur etwas produziert wird, wenn ein Ziedler den Weg zu seiner
05:01Arbeitsstätte findet und seine Schicht schiebt. Das bedeutet, dass die Arbeitswege in diesem Spiel
05:07maßgeblich für die Effizienz eurer Siedlung sind. In der Nähe weit entfernter Betriebe oder Minen
05:12sollte daher immer eine temporäre Unterkunft stehen, wo die Arbeiter übernachten können.
05:18Indem die Einwohner also klüger geworden sind, bleibt auch die Siedlung stabiler, selbst wenn ihr mal
05:24eine Weile was anderes macht oder einfach die Spielwelt bewundert. Generell ist Fathers Frontier zwar
05:29komplex, aber nie gemein. Ihr könnt hier nicht so leicht in Todesspiralen abgleiten, wie das vielleicht
05:35in anderen Survival-Aufbauspielen der Fall ist, zum Beispiel Frostbund 2 oder so. Selbst die Überfälle
05:41sind zwar nervig, bringen euch aber nicht gleich um. Was allerdings nicht heißt, dass ihr sie
05:47ignorieren solltet. Ein paar kaputte Gebäude und eine leere Staatskasse werfen euch dann doch zurück.
05:52Wenn ihr aber nicht gerade mal einen Angriff abwehrt, werdet ihr wahrscheinlich, wie ihr im Video seht,
06:00häufig auf Spielgeschwindigkeit 3 oder sogar auf Stufe 5 verbringen. Über die Jahreswechsel hinweg
06:07passiert oft einfach gar nicht so viel und gleichzeitig sind Geld, Baumaterial und Arbeitszeit
06:12notorisch knapp, sodass ihr oft sogar das Dekorieren auf später verschieben müsst. Denn
06:17selbst Statuen und Parks sind nicht gerade billig. Und so ist das Pacing auch nach dem 1.0 Update
06:23weiterhin die größte Schwäche des Spiels. Ein wenig Gemütlichkeit beim Fortschritt ist nicht
06:29verkehrt und oft sogar besser für eine organische Entwicklung einer Siedlung, doch Fathers Frontier
06:34übertreibt es da schon ein wenig. Denn selbst beim Vorspulen gibt es noch zu viele Durchhänger.
06:40Besonders Holzbretter und Ziegel sind einfach immer knapp und meistens ist gleichzeitig die Arbeitskraft
06:45schon so ausgereizt, dass ihr nicht einfach beliebig viele Produzenten hinstellen könnt.
06:50Immerhin schafft das kommende große Update ein wenig Abhilfe bei der Warterei, indem es den
06:55Fortschritt der Siedlung an die neu integrierte Forschung koppelt, mit der ihr eure Siedlung in
07:00Sachen Wirtschaft, Militär und Kultur verbessern könnt. Allerdings generieren sich auch die
07:05Forschungspunkte quälend langsam. Da viele der insgesamt 142 Technologien tatsächlich sehr
07:12nützlich sind, ist jeder neue Wissenspunkt ein kleines Highlight. Außerdem werdet ihr dazu
07:17motiviert, die Karte zu erkunden. Das war in Fathers Frontier bislang eigentlich nur nötig,
07:22um mal eine neue Stelle für Lehm, Sand oder Erz zu finden. Mittlerweile könnt ihr aber in Ruinen,
07:28verlassenen Lagern und bei Banditen religiöse Relikte und Loot bergen. Dabei bekommt ihr manchmal
07:33ein Wissensbuch, das sofort eine weitere Technologiefreischaltung gewährt. Zum Star des Spiels
07:40mutiert die Weltkarte aber dennoch nicht. Nach wie vor stört vor allem das Höhenprofil. Die
07:46Umgebung mit ihren hübsch anzusehenden Abhängen, Hügeln und Bergen verhindert immer wieder das
07:51Platzieren von Gebäuden. Das Einebenenwerkzeug hilft dabei nur mäßig, da es viel Arbeitszeitfrist
07:57und unnatürliche Kanten im Gelände schafft. Wir empfehlen daher, auf flachen Karten zu spielen,
08:02das spart Nerven und engt euch in der Gestaltung nicht zu sehr ein. Schade ist außerdem, dass auch die
08:08Release-Version weiterhin keine Flüsse, sondern nur Seen unterstützt. Über die dürft ihr jetzt
08:13sogar Brücken schlagen, das sieht allerdings ein wenig albern aus. Einen Trumpf hält Farthest
08:18Frontier dafür schon seit dem Early Access Start mit seinen Straßen in der Hand, die nicht komplett
08:23rechtwinklig verlaufen müssen, sondern Biegungen zulassen. Und das sorgt direkt für organischere
08:29Strukturen als in den allermeisten Aufbauspielen. Geht euch das freiere Bauen von Farthest Frontier
08:35allerdings noch nicht weit genug, empfehlen wir Foundation oder das erst im September erschienene
08:40Town to City, das in Sachen Dekorationsflexibilität seinesgleichen sucht.
08:45Insgesamt erwarten euch also im Vergleich zum Early Access Start wenige weltbewegende Neuerungen,
08:51aber doch sehr viele lohnende Verbesserungen bei der Performance, beim Bedienkomfort und den
08:56Inhalten. Dazu gehören eine Menge neuer Gebäude, Einheiten und Tiere. So zum Beispiel eine neue
09:02Einwohnerstufe, aber auch Hühner, Ziegen und Pferde, Reitereinheiten und zusätzliche
09:08Dekorationsobjekte. Es gibt jetzt eine Papierproduktion, Bibliotheken, Tempel,
09:12Monumente, Achievements und noch einiges mehr. Auch wenn sich das nicht nach Meilensteinen anhört,
09:18ergeben all die Detailanpassungen zusammen ein deutlich runderes Bild als noch vor drei Jahren.
09:24Sollte euch aber das grundlegende Gameplay schon damals nicht gefallen haben, wird sich das auch mit
09:29dem kommenden Release wohl kaum noch ändern. Letztendlich funktioniert Farthest Frontier
09:34dann am besten, wenn ihr einerseits ein wenig gefordert werden wollt, aber andererseits auch
09:39etwas Geduld und Muse mitbringt und gerne dabei zuseht, wie euer Dorf langsam aber sicher schöner
09:45und größer wird. Und wenn ihr euch darin eher nicht so wiederfindet, müsst ihr zumindest nicht lange
09:51auf die nächsten Strategie-Highlights warten. Schreibt uns gerne in die Kommentare, worauf ihr euch
09:56im Herbst am meisten freut. Und damit vielen Dank fürs Zusehen und bis zum nächsten Mal.
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