00:00US-Präsident Donald Trump spricht vom größten Deal aller Zeiten.
00:05Im schottischen Turnberry einigt er sich mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
00:10nach monatelangen Verhandlungen auf ein Abkommen im Zollstreit.
00:15Laut von der Leyen handelt es sich um ein Rahmenabkommen, dessen Details noch genauer bestimmt werden sollen,
00:22was bislang bekannt ist.
00:23Der Aufschlag soll für die meisten Waren gelten, die aus der EU in die USA exportiert werden,
00:36einschließlich Halbleitern und pharmazeutischen Erzeugnissen.
00:39Damit werden europäische Güter in den USA teurer und ihr Absatz dürfte sinken.
00:45Doch tatsächlich hatte Trump etwa für Autos die Zölle schon auf 25 Prozent angehoben,
00:51so dass der neue Satz von 15 Prozent zwar eine bittere Pille ist,
00:56die die europäischen Autobauer aber verkraften können.
01:05Schlüsselprodukte wie Flugzeuge, bestimmte Chemikalien und landwirtschaftliche Produkte
01:10sowie kritische Rohstoffe sollen von den Zöllen ausgenommen werden.
01:14Beim Stahl könnte es aber offenbar ab einer bestimmten Absatzmenge bei den 50 Prozent Aufschlägen bleiben.
01:21Für Alkohol wird noch nach einer Lösung gesucht,
01:25insbesondere Frankreichs Weinproduzenten hängen stark vom Geschäft mit den USA ab.
01:35Europa kauft im Abkommen zufolge Gas, Öl und nukleare Brennstoffe für 750 Milliarden Dollar von den USA
01:44und verpflichtet sich, zusätzliche 600 Milliarden Dollar in den Vereinigten Staaten zu investieren.
01:51Trump geht davon aus, dass EU-Länder für hunderte Milliarden Dollar Rüstungsgüter kaufen.
02:02Während Frankreich von einem schwarzen Tag für Europa und von Unterwerfung spricht,
02:07begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz das Abkommen.
02:11Es sei gut, dass eine unnötige Eskalation vermieden worden sei, erklärte er.
02:16Die Deutsche Industrie- und Handelskammer wertet die Einigung
02:19als dringend benötigte Artenpause für viele Unternehmen und fordert weitere Verhandlungen.
02:26Von Seiten der deutschen Automobilindustrie wird die Einigung zwar ebenfalls grundsätzlich begrüßt,
02:32sie werde die Unternehmen aber mit Milliardenkosten belasten, heißt es weiter.
02:42Unter Fachleuten stößt die Einigung auf Kritik.
02:45Sie gefährde den regelbasierten Welthandel, heißt es etwa vom Kiel-Institut für Weltwirtschaft.
02:52Die EU versuche kurzfristig, einen Handelskrieg abzuwenden,
02:56zahle dafür aber langfristig einen hohen Preis.
02:58Laut der in den USA lehrenden Wirtschaftsweisen Ulrike Malmondier
03:03seien Zölle von 15% im 21. Jahrhundert schwer zu verstehen.
03:09Sie warnt vor einer ungeheuren Belastung für die Wirtschaft,
03:13nicht nur in Europa, sondern auch in den USA.
03:16Untertitelung für funk, 2017
03:16υτ
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