00:00Die EU setzt im Zollstreit mit den USA weiter auf Verhandlungen.
00:06Beim Treffen der Handelsminister am Montag in Luxemburg
00:10plädiert der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck darauf,
00:14dass die EU nun ruhig und umsichtig, aber auch klar und entschieden agieren soll.
00:21Amerika ist in einer Position der Schwäche.
00:24Die Äußerungen von Elon Musk, die man über das Wochenende so gesehen hat,
00:27sprechen genau diese Sprache.
00:29Dass sie sehen, dass sie sich in eine schwache Position begeben haben,
00:35wenn, und das ist die Voraussetzung der politischen Arbeit,
00:38wenn Europa zusammensteht.
00:40Das ist das allererste, dass Europa sich jetzt nicht spalten lässt.
00:43Das bedeutet, dass nicht Länder versuchen, eigene Vorteile rauszuverhandeln.
00:48Denn das geht schief.
00:49Wir haben es ja gesehen, dass die Länder, die in der Vergangenheit versucht haben,
00:53durch Anbieterei vielleicht von Zöllen verschont zu werden,
00:57nicht verschont wurden.
00:59Die Stärke kommt aus der Gemeinsamkeit heraus.
01:03Österreichs Wirtschaftsminister Wolfgang Hartmannsdorfer bekräftigt,
01:07dass ein Handelskrieg niemandem etwas bringe.
01:10Klar ist aber auch, die EU kann selbstbewusst auftreten.
01:13Wir sind der größte Binnenmarkt.
01:15Wir brauchen uns für Donald Trump nicht fürchten.
01:18Deswegen ist es richtig, dass jetzt das erste Zollpaket in Kraft tritt,
01:22wo wir gezielt Prestigeprodukte der USA treffen,
01:26dass sie rasch vorbereiten das zweite Paket,
01:29das sie ebenfalls noch Mitte April auf Reise schicken werden,
01:32wo es darum geht, vor allem aus meiner Sicht republikanische Bundesstaaten zu treffen.
01:37Aber oberstes Ziel ist Verhandlungen.
01:40Und sollten diese Verhandlungen scheitern, ist es glaube ich gut,
01:43wenn wir jetzt schon über ein drittes Paket beraten.
01:46Und meiner Meinung nach sollte ein drittes Paket im Falle vom Scheitern von Verhandlungen
01:51Tech-Konzerne treffen.
01:53Dies sei aber weniger eine Frage von Zöllen,
01:56sondern betreffe mehr den Bereich Steuern und Regulatorien.
02:00So Hartmannsdorfer.
02:02Österreich sei als exportorientiertes Land stark von Zöllen betroffen.
02:08Man müsse sich andere Absatzmärkte jenseits der USA und China suchen.
02:14Es braucht Handelsbeziehungen, nicht nur mit Südamerika.
02:18Es braucht Handelsbeziehungen mit den Golfstaaten, mit Saudi-Arabien.
02:21Auch hier braucht es dringend auch ein Handelsabkommen.
02:24Und auch viele Länder aus Südostasien haben sich bereits bei uns gemeldet,
02:28dass sie auch in Handelsbeziehungen mit uns treten wollen.
02:31Dennoch hofft Hartmannsdorfer auf Vernunft im Umfeld von US-Präsident Trump.
02:37Donald Trump ist vor allem Unternehmer und ich glaube ein wirtschaftlich denkender Mensch.
02:41Und wenn er sich ansieht, wie die Börsekurse verrückt spielen,
02:44wenn er sich ansieht, wie die Inflation nach oben schnellt in den Vereinigten Staaten,
02:48hoffe ich doch, dass es in seinem Umfeld Personen gibt,
02:51die sagen, man muss wieder zu einer soliden Wirtschaftspolitik zurückkehren.
02:55Ab dem 15. April setzt die EU-Zölle auf symbolträchtige US-Produkte wieder in Kraft,
03:02die bereits in Trumps erster Amtszeit eingesetzt worden waren.
03:06Diese betreffen zum Beispiel Jeans, Whisky und Motorräder.
03:11Am 15. Mai sollen weitere Zölle folgen.
03:14Diese könnten etwa Stahl- und Aluminiumprodukte, Textil- und Lederwaren
03:20sowie Rindfleisch und Sojabohnen betreffen.
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