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  • vor 9 Monaten
Das Zitat "Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst" von Hiram Johnson unterstreicht die zentrale Thematik des Stücks: die Auswirkungen von Krieg auf die psychische Gesundheit, insbesondere die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). PTBS entsteht durch traumatische Erlebnisse wie Kämpfe oder Flucht und äußert sich in Symptomen wie Albträumen, Flashbacks und Angstzuständen.
Das Stück von Sebastian Merkl bringt diese Thematik eindrucksvoll auf die Bühne. Es folgt den Figuren Theo, einem Geschichtenerzähler, Moritz, einem ehemaligen Soldaten, und Lily, einer Schauspielerin mit dunkler Vergangenheit. Sie fliehen vor der Realität in eine Fantasiewelt, das "Café zum Roten Hering", wo noch alles in Ordnung scheint und der pflichtbewusste Kellner Josef stets im Dienst ist.
Verwirrung der Realität Das Stück thematisiert, wie das Schicksal beschließt, menschlich zu sein, was die Welt aus den Fugen geraten lässt. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen absurder Wirklichkeit und schrecklichen Träumen.
Das Ensemble schafft es, die ernste Thematik mit einem humorvollen Ansatz zu präsentieren, ohne ins Lächerliche abzudriften. Die Aufführung wird als eindrucksvoll beschrieben, mit bemerkenswerten Darstellungen und einem einzigartigen Team im Lessingtheater.
Beteiligte Personen Darsteller: Hannah Ankenbrand, Patrik Meidlinger, Valentin Beran, Sebastian Merkl Regie und Buch: Sebastian Merkl Regieassistenz und Kostüme: Ildiko Gröll Technik: Simon Malleczek, Johannes Krickl Öffentlichkeitsarbeit: Simon Malleczek, Sebastian Merkl, Hannah Ankenbrand
Das Stück behandelt die ernsthafte Thematik von PTBS auf eine kreative und zugängliche Weise. Es zeigt die Flucht in Fantasiewelten als Bewältigungsmechanismus und hebt die Schwierigkeiten hervor, mit denen Menschen nach traumatischen Erlebnissen konfrontiert sind.

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Transkript
00:00Wie der amerikanische Politiker Hiram Johnson treffend bemerkte, im Krieg stirbt die Wahrheit
00:10zuerst. Krieg kann zu psychischen Erkrankungen führen, besonders zur posttraumatischen
00:15Belastungsstörung, PTBS. Diese entsteht durch traumatische Erlebnisse wie Kämpfe,
00:20Verwundungen oder Flucht. PTBS äußert sich in verschiedenen Symptomen wie Albträumen,
00:26Flashbacks, Angstzuständen, Konzentrationsschwierigkeiten und Erschöpfung. Genau diese Thematik wird
00:32im Stück von Sebastian Merkel eindrucksvoll dargestellt.
00:56Wie lange geht das wohl noch dauern wird?
01:15Mein Name ist Esther Hammer-Schmidt und nun der Frühvogel wurmt die Schlafmützen.
01:19Piep, piep, alle raus aus den Federn. Sehr gut. Beginnen wir, wo wir gestern aufgehört haben.
01:26Der dreifache Rittmeister. Und eins. Und zwei. Ausatmen. Und drei.
01:36Wenn das Kalb am Boden steht und ihr zum letzten Mal der Hahn erkrägt. Ein Jammer wär es nun verschmäht.
01:54I sicher net. Also das geht besser.
01:59Mario, Mario, Mario, rufen die Kälber ziehend zur Schlachtbank hin.
02:09Feuere jo, Feuere jo, rufen die Wellen, dass sich biegen und biegen den Wind.
02:19Meilzeit.
02:20Im örtlichen Kaffeehaus zum Roten Hering kam gestern Nacht ein Gast unglücklich zu Fall.
02:33Als er über eine Schwelle stolperte, an der auf Knöchelhöhe ein Absperrband mit der Aufschrift
02:40Vorsicht, Stufe angebracht war.
02:44Er befindet sich nun unter ärztlicher Beobachtung. Nun weiter zum Sport.
02:49Ach, langweilig.
02:52Der Geschichtenerzähler Theo, Moritz, ein ehemaliger Soldat, und Lilli, eine Schauspielerin mit dunkler Vergangenheit,
02:59entfliehen der häuslichen Enge und der Wirklichkeit, indem sie vom Kaffee zum Roten Hering träumen,
03:05wo die Welt noch in Ordnung ist und der pflichtbewusste Kellner Josef Tag und Nacht seinen Dienst tut.
03:11Das Schicksal hat beschlossen zu streiken und auch einmal das Menschsein auszuprobieren.
03:16Das hat die ganze Welt aus den Fugen gebracht und die Grenzen zwischen absurder Wirklichkeit und schrecklichen Träumen verschwimmen zusehends.
03:23Es ist dem Ensemble hervorragend gelungen, die ernste Thematik humorvoll zu bringen, ohne in den Klamauk zu rutschen.
03:29Eindrucksvolles Stück, tolle Darsteller und ein wirklich einzigartiges Team im Lessing-Theater.
03:34Ein, zwei, ein, zwei, ein, zwei, eins, zwei!
03:44Ja, wenn ich rauche, sitze ich immer draußen.
03:48Aber Sie rauchen nicht, nicht Rauchelokal?
03:52Ja, nicht mehr!
03:53Was lesen Sie denn da Schönes?
03:57Sie illen!
03:59Ich lese nicht, ich höre mir diese Konversation hier an.
04:11Wie lange soll das eigentlich noch so weitergehen?
04:14Was?
04:16Das mit dir und der Lilly.
04:17Was meinst du?
04:18Na ja, ihr müsst es mehr zusammenleiten.
04:23Ihr sinkt euch gegenseitig in die Quere.
04:25Aber diese Kolleratur, mehr kannst du eh nicht erreichen.
04:29Äh, ich bin verwirrt.
04:32Nicht ganz.
04:33Du hast dieses Stück geschrieben.
04:36Im Vorfeld habe ich gehört, es ist nicht eine Arbeit von kurzem, sondern eine längere Phase.
04:41Ja, ich habe es 2014 begonnen mit dem Alles, was in der Wohnung spielt, zwischen Theo und Lilly.
04:51Und die Kaffeehausszenen habe ich im Laufe der Jahre dazwischen geschrieben und war mir nie sicher, wie daraus ein ganzes Stück werden könnte.
04:57Und jetzt musste es in einem Monat passieren, also haben wir es schnell zusammengestöpselt und geschaut, wo wir den roten Faden sehen.
05:06Schnell zusammengestöpselt ist gut.
05:09Es ist ja schon sehr textlastig, also das ist schon enorm.
05:13Nimm mich als Gott gegeben.
05:20Können Sie nicht aufpassen?
05:23Vielleicht, ja, ich pass gerade auf ihn auf.
05:29Wunderbar, danke schön.
05:32Ich mag es trotzdem lieber hier, aber.
05:34Das Schicksal muss ein betrunkener Kutsche sein, wie er, bis sich in der Zahn fährt.
05:43Wer heißt du jetzt eigentlich wirklich?
05:45Das ist eine sehr gute Frage.
05:47Ich glaube, darauf gibt es auch keine richtige Antwort.
05:50Aber ich würde mal Lilly oder Belunda behaupten.
05:53Also ich empfällt dir besser.
05:54Lilly.
05:55Denke ich mal.
05:56Jetzt hast du die Rolle eines, wie wir mal sagen, ja, eines besonderen Menschen.
06:02Wie stellst du dich auf diese Rolle ein?
06:06Das ist ja nicht unbedingt so einfach, oder?
06:08Naja, ich meine, der Text gibt schon mal viel her.
06:10Also man kann schon schauen, wo man im Text solche Stellen findet.
06:13Und ich habe halt dann probiert, dass ich durch Körperhaltung und irgendwie Körpersprache die zweite Person erzeuge.
06:18Jetzt, du hast eine tolle Rolle.
06:23Bist du der Kellner?
06:25Was bist du eigentlich?
06:26Kellner, Moderator, Arzt?
06:30Nein, Pfleger.
06:31Genau, ganz am Anfang in der ersten Szene spiele ich den Pfleger und dann Kellner und Moderator, wie schon richtig erkannt.
06:39Und ich bin sozusagen ein roter Faden, der sich durch die ganze Geschichte durchzieht.
06:45Der Kellner in der noch heilen Welt im Café zum Roten Hering.
06:49Ein fantastischer Safe Space, den sich der Theodor baut.
06:55Und genau, und da darf ich durch das Stück begleiten.
07:01Der Ballin A, taktische Einheiten, Niederordnung und B, solcher höherer Ordnung.
07:06A, taktische Einheiten, Niederordnung sind Abteilungen einer Waffengattung, welche ein abgeschlossenes Ganzes bilden.
07:13Und als solches von einem Befehl ist aber leicht übersehen, geleitet und mit Stimme gefehlt werden können.
07:19Und so unterscheidet man bei den Fuß- und technischen Truppen, dann bei der Festungsantellerie das Bataillon.
07:25Bei der Kavallerie und den Drehtruppen die S-Quadron und bei der Festungsantellerie die Bataillon.
07:32Jetzt kann man aber sagen, das Stück verkörpert er zumindest einmal einen Menschen, der in einem Ausnahmezustand ist.
07:39Kann man das so beschreiben?
07:41Ja, schon. Also Theo kommt quasi mit sozusagen PTSD zurück vom Krieg, ist da allein in der Klinik
07:48und denkt an seine Vergangenheit, die er mit Lilly hatte, seinem besten Freund, der vielleicht im Krieg gestorben ist,
07:54mit dem er gerne im Kaffeehaus wäre.
07:57Und er findet diese Geschichte vom Kommissario, wo noch irgendwie alles in Ordnung ist,
08:01damit er eine gewisse Kontrolle über sein Leben hat.
08:03Josef! Josef! Wird sie restauriert?
08:09Aber nein, mein Herr!
08:10Entschuldigen Sie bitte!
08:23Ich habe gehört, der Kaffee hier soll besonders gut sein.
08:26Das wollte ich mir mal ansehen.
08:29Hier gehört nämlich das benachbarte Papp, das Meckgaffin, müssen Sie wissen.
08:34Grüß Gott! Grüß Gott!
08:36Schnapsen Sie!
08:37Kannst du dir vorstellen, dass das so real auch passiert in einem Menschen,
08:45dass solche Vorkommnisse sind, dass er solche Bilder sieht, so Geschichten,
08:49nämlich so echt sieht oder spürt?
08:52Ja, sehr wahrscheinlich.
08:54Also ich glaube, das ist ein ziemlich häufiges Krankheitsbild bei Leuten mit posttraumatischen Belastungsstörungen.
09:01Ich habe das wunderbar gebracht und vor allem, weil viel Humor dabei ist.
09:05Obwohl es eigentlich ein ernstes Thema ist.
09:06Aber ich glaube, einfach ernste Themen bringt man am besten mit Humor rüber.
09:09Das ist, glaube ich, das sieht man immer wieder.
09:12Jetzt, wie lange hast du gelernt für den Text?
09:14Ich meine, der ist ja massig.
09:16Puh, wir hatten wie lange?
09:18Dreieinhalb Wochen zum Üben.
09:20Und wir haben jedes Mal davor den ganzen Text durchgelesen und dadurch merkt man sich dann schon relativ viel
09:26und dann einfach immer wieder wiederholt durchgespielt und dann ging das schon.
09:30Gibt es da irgendwie so Anhaltspunkte, wo man sagt, das sind so Eselsbrücken?
09:33Gibt es bei zwei Stücken eigentlich, glaube ich, kaum, oder?
09:36Nicht wirklich, nein.
09:38Also ich merke mir halt immer das letzte Wort vom vorigen Text von einer anderen Person.
09:42Und dann so irgendwie...
09:44Komm her!
09:49War es nicht!
09:56Schon unter deiner Kontrolle.
09:58Komm, wer muss die heißen?
09:59Ich habe viele Namen.
10:01Theo!
10:04Lenk mich!
10:05Es war die Wahrheit!
10:08Du hast das so erzählt!
10:12Ich habe mir das selbst gegraben.
10:15Tut mir leid.
10:19Also irgendwie so, was ich so gehört habe, von den Erzählungen des Stückes mit jeder Aufführung gewachsen.
10:24Ist das richtig?
10:25Ja, auf jeden Fall.
10:27Also wir sind immer besser geworden.
10:28Das denke ich mir.
10:29Als Autor bist du zufrieden?
10:32Ja, schon.
10:33Es ist immer spannend zu sehen, wie es lebendig wird.
10:37Ich habe schon oft gesagt, ich wünschte, ich würde nicht selber mitspielen, damit ich es von außen sehe.
10:41Aber es war super, mit dem kleinen Ensemble das aufzubauen und ich fühle mich sehr geehrt.
10:47Ein wunderbares Beispiel.
10:48Wir haben in der Pause geplaudert und ich habe gesagt, das wäre ein ideales Stück, wo man vielleicht einen Psychotherapeuten, angehende Psychotherapeuten, angewende Pfleger, dieses Stück vorspielen sollte.
10:58Um einfach zu merken, wie real das im Geist des Menschen ist, den es betrifft.
11:02Das ist wirklich real und das ist traurig.
11:05Aber ich habe es wunderbar rübergebracht und wie gesagt, mit Humor und das ist der beste Weg.
11:09Ich kann nur gratulieren, es war wirklich ein fantastisches Stück und es hat fantastische Schauspieler.
11:13Vielen Dank.
11:14Danke, danke gerne.
11:15Die U-Bahn-Station Kettenbrückengasse wurde heute Morgen aufgrund eines Rolltreppen-Totalausfalls komplett gesperrt.
11:29Die Sperre dauert voraussichtlich bis September.
11:31Die Behörden gehen von fünf verletzten Personen aus und zum Ausweichen benutzen Sie bitte den Bruss oder den Aufzug.
11:45Ach, da kommt die Suppe.
11:47Den Brieföffner habe ich leider keine gefunden, aber dieses Messer wird es auch tun.
11:52Und da ist der Kaffee.
11:54Ich habe leider immerzu nur zwei passen in meinem Ohr.
11:57Das macht doch nichts.
12:00Danke.
12:02Schauen wir mal, was Sie bekommen haben.
12:07Werbung.
12:10Werbung.
12:10Sie haben gewor...
12:14Nein, nicht.
12:15Nein.
12:22Haben Sie gedient?
12:26Nein.
12:27Dann können Sie es ignorieren.
12:31Schwarz verlängert mit Wasser auf einen Americano.
12:36Ja, gern.
12:37Das dachte ich mir.
12:43Boah!
12:43Boah!
12:52Ja, je.
12:55Und ich war Kommissario, saß im Café zum Roten Herring und sagte, Zahlen bitte.
13:03Moment einmal, was ist mit der Frau, die den Schmuck um den Hals hatte?
13:06Ja, sie droging im Nacken, dort, wo man das Kleid zummacht.
13:09Ja, egal.
13:10Ja, das Zahlen bitte war nur ein Ablenkungsmanöver, um zu sehen, ob sich dieser Fanflanelle die Nackenhaare sträuben.
13:22Aha.
13:23Ja, das war Kommissarius Stärke.
13:26Ich habe also das Ei umgedreht.
13:30Hast du es nicht gegessen?
13:34Ja, das leere Ei.
13:37Aber warum denn?
13:39Ja, um den Kellner zu foppen, damit er nicht abservieren kann.
13:43Und ist das wichtig für die Story mit der Frau Flanell?
13:46Nein, aber als der Kellner dahergekommen ist und mit gewöhnend trügerischem Blick gefragt hat,
13:53essen sie das Ei nicht, ist es ihnen nicht rund genug.
13:57Warum bist du eigentlich nie eifersüchtig?
13:59Äh, warum sollte ich denn eifersüchtig sein?
14:03Ja, ich weiß nicht, aber du bist so gar nicht eifersüchtig.
14:06Was?
14:07Das kann ja gar nicht sein.
14:09Eifersucht ist Leidenschaft, denn mit Eifersucht was Leidenschaft.
14:12Komm, geh du wieder hinter die Bar.
14:16Das Café hat zu.
14:19Warum sollte ich denn eifersüchtig sein?
14:21Ich weiß nicht.
14:23Ja, ich weiß es auch nicht, dass es dann überhaupt nicht notwendig ist, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.
14:28Ja, aber ich bin vielleicht eifersüchtig, wenn du für irgendeiner anderen da angesprochen wirst.
14:33Das ist ja auch gesunde Eifersucht.
14:35So etwas wie gesunde Eifersucht gibt es nicht.
14:39So selbstsicher.
14:42Würfel-Kaffee!
14:44Mit Rum?
14:45Ja, zwei Stück Zucker.
14:51Warum sollte ich denn eifersüchtig sein?
14:54Ich weiß nicht immer eingesperrt in dieser beschissenen Wohnung.
14:57Das führt doch zu nichts, die Eifersucht.
14:59Wer ist der Maxas?
15:03Was weißt du?
15:05Fahr mich doch nicht so an!
15:10Moritz?
15:10Was seht's?
15:14Was schaut's jetzt schon wieder so?
15:15Woher kennst du meinen Namen?
15:17Weiß ich nicht.
15:18Wie lange das wohl noch dauern wird?
15:26Was?
15:26Vielen Dank.
15:56Vielen Dank.
16:26Vielen Dank.
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