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Transkript
00:00Da standst du und guckst mich zu.
00:05Ich kam und du lachst und redest, wie du warst.
00:12Ein besserer Teil von mir.
00:19Du schaust direkt in mein Herz, wenn ich schlau bin.
00:22I doubt that you are. Hello, hello, I need you.
00:34Jetzt durch einen schwedischen Wald wandern wie Dr. Albeck, das wär's.
00:37Wahrscheinlich wälzt er nebenher trotzdem die neueste Fachliteratur.
00:40Wenn man vom Teufel spricht.
00:43Hier, mit strikten Anweisungen von ihrem Ausbilder.
00:46Danke.
00:49Und die hier gehört auch noch dazu.
00:56Liebe Assistenzärzte, je nachdem, wenn das Päckchen ankommt, liegt mehr oder weniger ein volles Jahr hinter Ihnen.
01:03Viel Lernerei, erste OPs, fachliche und menschliche Herausforderungen.
01:08Ich bin stolz, Sie bis hierhin und noch weiter begleiten zu dürfen.
01:11Smaklig maltet. Guten Appetit.
01:14Herzlichen Glückwunsch zum Jahrestag.
01:17Echt? Ein Jahr schon, das ist krass.
01:21Guck mal, der kommt direkt zum Einsatz. Nice.
01:25Feiern Sie Ihr Jubiläum. Nach Dienstschluss natürlich.
01:28Lass uns eine Party machen. Eine Party?
01:31Ja klar, wir haben ein Jahr Assistenzzeit geschafft.
01:33Und wenn es über eine Anweisung von ganz oben ist?
01:39Polizisten, Schussverletzungen am Kopf. Eintrittshunde frontal rechts.
01:47Rechte Pupille lichtstarr, extrem geweitet.
01:52Linke Pupille reagibel, mittelweit.
01:55Herr Riedel? Keine Reaktion.
02:00Motorik nur auf Schmerzreiz. Fast so, ne?
02:03Und machen Sie bitte einen Bodycheck, damit wir weitere Verletzungen ausschließen können.
02:10Er wurde bereits im RTW reanimiert, ist aber soweit stabil.
02:13Oberkörper keine großen Verletzungen. Herzstillstand.
02:18Herzdruckmassage.
02:28Analyse. Wir schocken. Laden nach 200.
02:34Alle weg. Schock.
02:46Kein Sinusrhythmus. Weiter machen.
02:49Bitte Medikamente vorbereiten. Adrenalin, Lidocain, Amiodaron und Magnesiumsulfat.
02:55Ich hatte schon ein ungutes Gefühl, als ich mich aufs Fahrrad gesetzt habe.
02:58Aber wenn man so viel Zeit auf sechs von sieben Kontinenten verbracht hat,
03:02neigt man dazu, das Klappern und Quietschen der Ritzel als liebevolles Schnurren abzutun.
03:08Sechs Kontinente? So ist es.
03:11Herr Oswald, wir müssen wirklich nur kurz und knapp wissen, wie es zu dem Sturz kam.
03:14Das ist reine Formalität. Okay, die Kurzfassung.
03:17Wildschwein, rasante Flucht, Bodenloch, Fahrradsturz, Jägerstandsturz von der Leiter, stechender Schmerz,
03:22kein Handyempfang, mit letzter Kraft her.
03:26Bitte was? Herr Oswald wurde von einem Wildschwein verfolgt, ist mit dem Fahrrad geflohen.
03:30Okay, ich schreibe einfach Sturz auf Arm.
03:33Osterwald, immer noch nicht weiter?
03:36Machen Sie aus einer Anamnese keinen Roman.
03:38Tue ich nicht.
03:40So, und warum dauert das so lange?
03:41Weil ich aus einem Roman erst eine Anamnese machen muss.
03:44Sturz auf den Arm? Ist das alles?
03:47Herr Oswald hat Probleme bei Schwenk- und Drehbewegung.
03:49Sie sollten röntgen, um eine Fraktur auszuschließen. Und falls es Auffälligkeiten gibt, machen wir ein CT.
03:54Osterwald, sehen Sie zu, dass sich Ihr Kollege auf dem Weg zur Radiologie nicht verläuft.
03:59Und wieder zum Assi vom Assi degradiert.
04:02Ich habe mal den Assistenten eines Sultans kennengelernt. Ganz feiner Kerl.
04:09Hi, Elli.
04:12Bert.
04:15Woher weißt du, dass ich hier bin?
04:18Wir waren schon mal zusammen hier oben joggen.
04:22Sollen wir ein Stück gehen?
04:25Gerne.
04:30Ich wollte...
04:34Du zuerst.
04:37Es tut mir leid, dass ich deine Anrufe verpasst habe.
04:42Aber ehrlich gesagt, ich wollte nicht mit dir sprechen. Ich war wütend.
04:47Das verstehe ich.
04:50Ich bin immer noch wütend. Es ist eine verdammte Achterbahn.
04:55Jeder Tag fängt mich an, mich zu verletzen.
04:59Du bist nicht neben mir.
05:02Wenn ich von der Arbeit heimkomme, dann gehe ich durch alle Zimmer. Du bist nicht da.
05:08Du fehlst mir.
05:11Du hättest dich melden können.
05:14Du weißt, wie ich telefonieren hasse.
05:17Ich vermisse dich auch.
05:21Du musst los, oder?
05:24Spätschicht.
05:27Morgen wieder hier?
05:30Gerne.
05:33Okay.
05:51Was macht der Gartenzwerg hier im Oberärztezimmer?
05:55Lernen. Der Riegel wird für die OP vorbereitet.
05:59Die Kugel ist zersplittert.
06:02Ja. Ein Teil der Splitter sitzen im Frontallappen, der größere Teil hinten rechts im Occipitalappen.
06:08Es grenzt an den Wundern, dass der Mann noch lebt.
06:11Dann nichts wie raus mit den Teilen.
06:13So einfach ist das leider nicht.
06:15Was wäre denn Ihr Plan?
06:17Lokales Debridement und eine Wagenladung von Antibiotika.
06:20Ach, und beten, dass sich die Hämatome von selbst auflösen.
06:24Aber wird bei Schusswunden nicht immer die Kugel entfernt?
06:27Das wird von Fall zu Fall entschieden. Es kommt immer darauf an, wie viel Hirngewebe man durch einen Eingriff verletzt.
06:32Also das Risiko, dass der Mann ein Pflegefall wird, das haben Sie so oder so.
06:36Ja.
06:38Vorgehensweise?
06:40Dekompressive Kraniotomie, Reinigung der Wunde entlang der Flugbahn und alles rausnehmen, was auf dem Weg liegt.
06:47Das wird ein Marathon.
06:49Ich könnte Ihre Hilfe gebrauchen.
06:51Denken Sie, Sie stehen die OP durch? Also wörtlich?
06:54Ja, klar.
06:56Gut. Gehen wir es an.
06:59Ich durchtrenne jetzt die Duramate.
07:02Ausgedehntes Hämatom.
07:06Hier ist noch eine kleine aktive Blutungsquelle.
07:10Saugen.
07:14Wie sind die Vitalwerte?
07:16Stabil.
07:19Ich beginne mit dem Debridement.
07:22Ich hoffe, Sie haben alle gut gegessen. Wir werden heute eine Weile hier sein.
07:27Entschuldigen Sie, ich suche meinen Mann, Michael.
07:31Er ist in der OP.
07:33Er ist in der OP.
07:35Er ist in der OP.
07:37Er ist in der OP.
07:39Er ist in der OP.
07:41Er ist in der OP.
07:43Er ist in der OP.
07:45Er ist in der OP.
07:47Er ist in der OP.
07:49Ich suche meinen Mann, Michael Riedel.
07:51Er ist Polizist und wurde hier in der Klinik eingeliefert.
07:53Er ist schwer verletzt.
07:55Kommen Sie mit mir her.
07:59Heinrich.
08:19Danke.
08:37So.
08:49Danke.
08:53Es ist nichts.
09:19Wackeln.
09:21Wackeln.
09:23Wackeln.
09:25Wackeln.
09:27Wackeln.
09:29Wackeln.
09:31Wackeln.
09:35♪ Spannende Musik ♪
09:43Galore, machen Sie schon Schlaf?
09:45Ich komme nicht an den Hauptteil der Kugel ran.
09:47Die Flugbahn ist unklar.
09:49Über den materialen Zugang ist kein Reinkommen.
09:51Was machen wir jetzt?
09:52Abbrechen.
09:54Was? Wir geben auf?
09:55Das ist kein Aufgeben.
09:56Wir müssen den Patienten in Bauchlage bringen.
09:59Können Sie garantieren, dass er das übersteht?
10:02Galuha, gehen Sie schon auf Toilette. Dann los.
10:05Entschuldigen Sie, können Sie mir irgendwas zu meinem Mann sagen?
10:08Micha Redel.
10:10Grad nicht.
10:11Bitte, er ist angeschossen worden,
10:13wird seit mehreren Stunden operiert und niemand spricht.
10:16Können Sie mir einen Moment geben?
10:18Nein, das kann ich nicht.
10:19Ich stehe seit Stunden im OP,
10:21um Ihrem Mann die Kugel aus dem Kopf zu holen.
10:23Ich muss wirklich was sagen.
10:25Ich kann das nicht.
10:26Ich kann das nicht.
10:27Ich kann das nicht.
10:28Ich kann das nicht.
10:29Ich kann das nicht.
10:31Ich kann das nicht.
10:32Ich kann das nicht.
10:33Ich konnte die Kugel aus dem Kopf holen
10:35und ich muss kurz auf Toilette.
10:37Aus dem Kopf ...
10:42Frau Regel?
10:44Ja?
10:45Hallo.
10:46Wollen wir uns kurz setzen?
10:53Mein Name ist Dr. Mark Linda.
10:55Ich hab hier einen Mann operiert.
10:57Ist das wahr?
10:58Ja.
11:01Und wie geht es ihm?
11:03Er ist soweit stabil.
11:06Kann ich zu ihm?
11:08Mhm, natürlich.
11:09Ich sag gleich an die Schwester Bescheid, die bringt sie dann auf die ETS, ja?
11:12Aber denken Sie dran, erst mal nur Bewusstsein und dann muss ich ein bisschen von der OP her holen.
11:19Ähm...
11:23Das sind doch Unterlagen für den Ernstfall.
11:27Mhm, danke.
11:29Schauen wir uns nachher in Ruhe an, ja?
11:32Frau Riedl, kann ich Sie einen Moment allein lassen?
11:36Bitte.
11:42Besser?
11:43Besser.
11:50Wie war die OP?
11:51Ah, nicht ablenken. Was haben wir hier?
11:53Dissolzierte Radiusköpfchenfraktur. Wir behandeln operativ mittels Osteosynthese.
11:57Wenn Sie das in Ihrem vierten Jahr nicht wüssten, würde ich mich fragen, was Sie hier wollen, Osterwald.
12:01Obst!
12:03Mithalten. Sie übernehmen die OP-Aufklärung.
12:09Hm, schicker neuer Stift.
12:11Danke, von Dr. Albeck. Zum Einjährigen.
12:14Hm, bei mir gab's nur einen Muffin.
12:18An deiner Stelle würde ich mir Gedanken machen. Ich bin auf der Überholspur.
12:21Oliver, egal was du tust, ich werde dir immer vier Jahre voraus sein.
12:25In was?
12:26Zum Beispiel daran, sich nicht von Patienten verarschen zu lassen.
12:28Du meinst Herr Osper?
12:29Ja, der hat seine Geschichte mindestens ein bisschen ausgeschmückt, jede Wette.
12:32Okay, wetten wir.
12:35Gut.
12:37Wenn ich gewinne, kriege ich deinen schicken neuen Stift.
12:46Schön.
12:47Sofern Sie der OP zustimmen, würden wir Ihr Gelenk reponieren und mit zwei Minischrauben wieder fixieren.
12:53Danach bekommen Sie einen Gips, etwas Physiotherapie und nach drei Monaten ist Ihr Arm wieder wie neu.
12:59Sehr gut. Genau pünktlich zu meinem Höhlentrecken in der Schweiz.
13:02Oh, das klingt echt spannend. Haben Sie da gar keine Angst?
13:05Angst ist okay. Man muss lernen, sich zu steuern.
13:08Als ich bei meinem ersten Höhlentor fernab der Zivilisation die Orientierung verloren habe, dachte ich, da komme ich Leben nicht mehr raus.
13:14Ich bin umhergeirrt und dann ist auch noch meine Stirnlampe ausgefallen.
13:17Das klingt, als hätten Sie wahnsinnig oft Glück im Unglück.
13:20Oh, ja. Ich könnte ein Buch darüber schreiben.
13:23Also, ich würde es lesen.
13:25Ja, aber vorher nehmen wir Ihnen noch kurz Blut ab, ja?
13:29Kein Freund von Spitzen?
13:31Wer ist das schon? Aber so schlimm wie der Biss der 24-Stunden-Ameise wird es mit Sicherheit nicht sein.
13:36Und auf welchem der sechs Kontinente, auf denen Sie waren, war das?
13:41Südamerika. Und ich war auf allen sieben. Nur Asien habe ich nicht mit dem Fahrrad durchquert.
13:45Moment. Das heißt, Sie sind mit dem Fahrrad durch die Antarktis?
13:50Nein, das wäre verrückt. Nur über den Eckströmschelf.
13:53Sie sollten öfter reisen. Das erweitert den Horizont ungemein.
13:59Hallo.
14:00Hallo.
14:01Darf ich?
14:02Ja, bitte.
14:04Wissen Sie, Micha ist beim SEK.
14:08Wir kannten beide das Risiko seines Jobs. Wir sind darauf vorbereitet.
14:14Gut.
14:18Aber diesen klaren Blick, den brauchen Sie jetzt. Es stehen ein paar wichtige Entscheidungen an.
14:23Gab es die?
14:24Ja.
14:25Ja?
14:26Ja.
14:27Aber diesen klaren Blick, den brauchen Sie jetzt. Es stehen ein paar wichtige Entscheidungen an.
14:32Gab es Probleme bei der OP?
14:35Lassen Sie mich zwei Sachen sagen, ja?
14:38Das Erste ist, ich werde Sie nicht anlügen.
14:43Und das Zweite ist, Sie haben ein Recht auf Nichtwissen.
14:45Wenn Ihnen etwas zu viel wird, wenn ich zu viel rede, unterbrechen Sie mich. Sagen Sie einfach Stopp.
14:50Also, wir können den Druck im Kopf Ihres Mannes entlasten und den Schusskanal soweit reinigen.
14:56Um das Projektil komplett zu entfernen, hätten wir ihn während der OP umlagern müssen. Dafür war uns aber das Risiko zu groß.
15:03Ein Teil der Kugel steckt noch drin.
15:05Ja, genau.
15:07Sie müssen noch mal ran.
15:09In einer zweiten Operation hätten wir die Möglichkeit, die Kugel komplett zu entfernen.
15:13Auf der anderen Seite besteht dann das Risiko, dass wir weitere Hirnstrukturen verletzen.
15:19Weitere Hirnstrukturen?
15:22Verletzungen des Hirns können weitreichende Folgen haben.
15:25Es ist egal, wodurch sie entstehen. Durch einen Schuss oder durch unseren Eingriff.
15:29Im Falle Ihres Mannes könnte das zu Störungen der Sprache führen.
15:33Beeinträchtigung der Atmung, der Motorik.
15:37Es könnte auch sein, dass er seine Persönlichkeit komplett verändert, dass Sie ihn gar nicht wiedererkennen würden.
15:44Das Gemeine ist, all das wissen wir erst, wenn er nach der OP wieder aufgewacht ist.
15:50Und wenn Sie die Kugel drinlassen?
15:51Besteht die Gefahr, dass sich langfristig lebensbedrohliche Absesse bilden?
15:55Er hätte also eine Bombe im Kopf.
16:04Für was würden Sie sich entscheiden?
16:07Aus medizinischer Sicht würde man die Kugel entfernen.
16:21Das ist mir egal.
16:32Heimat.
16:49Dr. Lindner?
16:51Frau Renner, die ...
16:53Was musst du denn hier?
16:55Hallo, Marc.
16:57Schön, dich zu sehen. Gute Sorge.
16:59Danke. Wie geht's dir?
17:00Gut, und dir?
17:01Ja, okay.
17:03Frau Renner ist die Vorsorgebevollmächtigte von Herrn Riedel.
17:07Ja, Herr Riedel ist einer meiner Patienten.
17:10Ich hab hier eine notariell beglaubigte Vorsorgebevollmacht
17:14in Herrn Riedels Unterlagen gefunden.
17:17Eine Sekunde, ja?
17:18Wieso weiß ich das jetzt erst?
17:20Na ja, Sie hatten doch auch Frau Renner informiert, oder?
17:23Ja.
17:24Okay, ich möchte über jeden Ihrer Schritte informiert werden.
17:28Keine Alleingänge mehr.
17:29Ähm ...
17:30Wollen wir das irgendwo besprechen, wo es ruhiger ist?
17:33Ja.
17:34Ist was passiert?
17:35Frau Riedel?
17:36Ja.
17:38Und Sie sind?
17:39Daniela Renner.
17:40Ich bin die Therapeutin Ihres Mannes.
17:42Ich glaube, wir müssen uns unterhalten.
17:44Mein Mann hat keine Therapie.
17:46Das tut mir leid, dass Sie da so von erfahren.
17:48Wollen wir vielleicht woanders hingehen, um zu reden?
17:51Und was wollen Sie jetzt von mir?
17:53Ihr Mann hat mich als seine Vorsorgebevollmächtigte eingesetzt.
17:56Ich soll alle Entscheidungen treffen.
17:59Was?
18:00Was?
18:01Was?
18:02Was?
18:03Was?
18:04Was?
18:05Was?
18:06Was?
18:08Was?
18:09Hier, das ist ein Geschenk von Dr. Albrecht
18:11zu unserem Einjährigen am Klinikum.
18:14Gibt's nächstes Jahr ein Locher, oder was?
18:16Ist doch cool.
18:17Ich mein, wenn du nicht willst, ich nehm ihn gerne.
18:20Der liegt super in der Hand.
18:22Ey, wieso geh ich?
18:23Immerhin hat Dr. Albrecht unser Jubiläum nicht vergessen.
18:26Im Gegensatz zu uns.
18:27Das ist doch nicht so eine große Sache.
18:29Natürlich, wir haben ein ganzes Jahr zusammen durchgestanden.
18:33Stimmt, ich weiß auch nicht, wie ich das mit euch geschafft hab.
18:36Ich weiß auch nicht, wie ich das mit euch geschafft hab.
18:39Ich weiß auch nicht, wie ich das mit euch geschafft hab.
18:42Also, wann feiern wir? Morgen?
18:44Ich hab mit meinem Patienten alle Hände voll zu tun.
18:47Dann übermorgen?
18:48Ich kümmere mich.
18:49Du lässt mich locker, oder?
18:50Inzwischen solltest du mich doch kennen.
18:53Oh!
18:54Oh!
18:55Oh!
18:56Oh!
18:57Oh!
18:58Oh!
18:59Oh!
19:00Oh!
19:02Oh!
19:03Oh!
19:04Oh!
19:05Oh!
19:06Oh!
19:07Oh!
19:08Oh!
19:09Oh!
19:11Oh!
19:13Oh!
19:14Wollen Sie sich vielleicht mal setzen?
19:16Nein, ich will wissen, warum mein Mann mir nicht vertraut.
19:21Was hab ich denn falsch gemacht?
19:23Gar nichts.
19:24Ich hab ihm auch nur zugestimmt, weil er eine neutrale Person wollte.
19:28Ja, aber warum denn?
19:29Ich meine, niemand kennt ihn so gut wie ich.
19:31Ich würde ihm auch alles anvertrauen.
19:35Ich würde mein Leben in seine Hand legen.
19:42Sie haben keine weitere Familie.
19:44Ich denke, er wollte nicht, dass Sie alleine sind.
19:48Aber ich werde nichts über Ihren Kopf hinwegentscheiden.
19:51Versprochen.
19:53Ich will, dass diese blöde Kugel aus seinem Kopf rauskommt.
19:58Sicher?
20:02Ja.
20:04Weil er sonst zusätzlich zu der unendlich langen Liste von Risiken
20:08auch noch eine Zeitbombe im Kopf hätte.
20:11Ich werde mich bei Dr. Linder informieren.
20:13Okay?
20:16Hm.
20:17Ja.
20:18Ja.
20:20Ja.
20:21Ja.
20:22Ja.
20:23Ja.
20:24Ja.
20:25Ja.
20:26Wie war deine Spitzschicht gestern?
20:30Ruhig.
20:32Das ist nicht gut.
20:35Das lässt mir viel Zeit zum Nachdenken.
20:40Ich habe ein unglaublich schlechtes Gewissen.
20:45Das mit dem Typen ...
20:46Bitte keine Details.
20:50Es war ein Fehler. Und es tut mir leid.
20:53Ich bin bereit, dir zu verzeihen.
20:58Echt?
21:07Ich habe es nicht verstanden.
21:09Aber wie ich dir schon auf die Mailbox gesprochen habe,
21:13ich denke, es hat da einen Grund.
21:14Ich weiß, ich weiß.
21:18Und?
21:19Du fühlst dich nicht gesehen.
21:30Ich will mit dir zusammen sein, Ali.
21:34Vergessen wir das alles.
21:35Lass uns einfach noch mal von vorn anfangen.
21:39Sicher?
21:41Ja.
21:47Ich hoffe, du hast dich nicht schon zu sehr
21:49an dein neues Accessoire gewöhnt.
21:51Ich freue mich schon sehr darauf,
21:53damit an der Nese Bögen auszufüllen.
21:55Du musst mir erst mal beweisen, dass Herr Osbar gelogen hat.
21:58Ja, bin schon dabei.
21:59Herr Osbar wurde schon beim JTK operiert.
22:02Hier, 2018, im Juni.
22:06Das heißt gar nichts.
22:07Doch, denn dann kann er zu dieser Zeit nicht im Ausland gewesen sein.
22:11Das ist der Beweis.
22:12Beweis? Wofür?
22:14Für eine eigene Unfähigkeit?
22:16Äh, ist nicht so wichtig.
22:18Wie ist denn der aktuelle Stand von Herrn Osbar?
22:21Die Laborwerte sind unauffällig.
22:23Die Sauerstoffsättigung liegt allerdings bei 92 Prozent.
22:27Sehr gut.
22:29Im Auge behalten.
22:30Wir haben ihn für morgen in den OP-Plan eingetragen.
22:33Heute kommt er fürs EKG.
22:35Weitermachen.
22:40Ich bin mir ganz sicher, dass es da für eine gute Erklärung gibt.
22:43Ja.
22:44Ja.
23:01Respekt.
23:02Die Vorsorge für einen Patienten zu übernehmen, ist keine Kleinigkeit.
23:08Ich hab Frau Riedel versprochen, nichts über ihren Kopf zu entscheiden.
23:14Sie will, dass die Kugel entfernt wird.
23:17Gut.
23:18Gut heißt, ist die richtige Entscheidung?
23:23Ich kann dir die Entscheidung nicht abnehmen.
23:25Wenn man hat eine Kugel im Kopf drin,
23:28lässt man das Bild beides risiken.
23:30Können wir nicht einfach warten, bis er wieder wach ist?
23:33Er trifft die Entscheidung selbst.
23:35Bei der Verletzung, wenn er wach wird,
23:37wir wissen nicht mal, ob er in der Lage sein wird,
23:40eine Entscheidung zu treffen.
23:42Er vertraut dir.
23:43Ich bin mir sicher, du willst die richtige Entscheidung treffen.
23:49Seine Frau will die OP, dann macht die OP.
23:51Okay.
23:54Ich setz sie für morgen früh an.
23:56Okay.
23:57Du siehst gut aus.
24:06Abgefahren.
24:07Mhm.
24:08Bin ich fast ein bisschen neidisch.
24:10Hast du nicht Lust auf meine Laparoskopie?
24:13Warte ...
24:14Nein.
24:17Wie sieht's aus mit den Plänen für heute Abend?
24:19Morgenabend. Ich hab uns zum Pappquiz angemeldet, danach ...
24:22Pappquiz?
24:23Reicht nicht,
24:25dass wir den ganzen Tag schon auf der Arbeit Fragen beantworten müssen?
24:28Ich find die Idee gut, mal was Aktiveres zu machen.
24:31Wie wär's mit Escape Room?
24:33Sie fühlt sich jeden Tag in der WG an. Nein, danke.
24:35Du bist echt nicht leicht zufrieden, das zu sagen.
24:40Was ist mit Kochkurs?
24:43Pff, ich weiß nicht.
24:44Virtual-Reality-Erlebnis, Mission gegen die Aliens.
24:47Oh, endlich.
24:48Ein bisschen Abenteuer, das klingt gut, da bin ich dabei.
24:51Ich muss los, sorry.
24:53Bei Aliens abballern, warum nicht?
24:55Echt jetzt?
24:56Trotz deines Patienten mit Schusswunden.
24:59Du weißt schon, dass Virtual-Reality nicht echt ist?
25:02Ich hätt euch einfach überraschen sollen.
25:05Bereit, deinen fancy Stift zu verlieren?
25:07Vergiss es.
25:08Herr Ospar, da sind Sie ja schon.
25:10Wenn man einmal in Dornord-Almak den Zug verpasst hat
25:13und eine Woche auf den nächsten warten muss,
25:15lernt man, pünktlich zu sein.
25:17Wo genau?
25:18Das ist eine Provinz in der Mongolei.
25:20Apropos Reisen, mir ist aufgefallen,
25:22dass Sie 2018 schon mal bei uns im Klinikum operiert wurden.
25:25Ja, mein Blinder musste raus.
25:27Hatten Sie nicht gesagt,
25:29dass Sie in diesem Jahr den gesamten Sommer in Asien verbracht haben?
25:32Das hab ich mir wohl vertan.
25:34Irgendwann vermischen sich die Ereignisse.
25:36Sagen Sie mal,
25:37ich würde sehr gerne ein paar Fotos von Ihren spannenden Reisen sehen.
25:41Davon welche auf dem Handy?
25:43Nein, ich hab ja kein Handy, brauch ich nicht.
25:45Alles hier abgespeichert.
25:47Geht's Ihnen nicht so gut?
25:48Absolut.
25:49Ich bin eben nicht mehr der Jüngste.
25:51Dabei sind Sie doch vor Kurzem noch einem Wildschwein entkommen.
25:55Ja.
25:56Ich ...
25:57Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017
26:04Hey.
26:05Hey!
26:06Mh.
26:08Was riecht aber lecker.
26:09Lass dich überraschen.
26:11Oh, Spätschicht, Nachtschicht, Frühschicht.
26:14Ich hab das Gefühl, ich hab dich ewig nicht gesehen.
26:17Wer mich gestern und heute beim Joggen überrascht hat.
26:20Ein Waschbär?
26:22Nicht ganz.
26:23Bert.
26:25Oh, erzähl.
26:28Na ja, er ...
26:34Er will mit mir von vorne anfangen.
26:36Aber das ist doch was Gutes, oder?
26:38Ja, auf jeden Fall.
26:40Aber ...
26:43Er wollte gar nichts wissen.
26:45Du meinst, warum du mit einem anderen Kerl in die Kiste göpft bist?
26:50Dass man den Umstand anders für sich ausblenden will,
26:53das versteh ich schon, aber ...
26:55Würdest du nicht darüber reden wollen?
26:57Über die Gründer? Ja, definitiv.
26:59Danke.
27:00Ich dachte schon, ich bin irgendwie seltsam.
27:03Und wie seid ihr jetzt vom Leben?
27:04Irgendwie noch gar nicht.
27:10Ist es komisch, dass ich zögere?
27:13Nein, du lässt ihn kommen.
27:15Na ja.
27:17Er ist am Zug, oder?
27:21Hunger?
27:22Definitiv.
27:28Mh, mh, mh, mh, mh, mh.
27:32Mh, mh, mh, mh, mh, mh.
27:40Warum hast du mir nicht von dieser Therapeutin erzählt?
27:44Hm?
27:47Ich vertraue dir.
27:53Ich vertraue darauf, dass du aufwachst und wieder gesund wirst.
28:01Dass du da sein wirst für unsere kleine Familie.
28:08Vielen Dank.
28:09Na, wartet niemand auf dich.
28:13Ja?
28:14Worauf müssen wir im Anschluss achten?
28:16Intrazerebrale Blutungen und Likor-Fizzen,
28:19die das Infektionsrisiko erhöhen.
28:20Gut. Dann machen wir uns mal an die Arbeit.
28:25Marc.
28:26Ja?
28:27Wir haben ein Problem.
28:29Was ist das?
28:30Wir haben ein Problem.
28:31Was ist das?
28:32Wir haben ein Problem.
28:33Was ist das?
28:35Wir haben ein Problem.
28:36Was ist das?
28:37Wir haben ein Problem.
28:38Marc.
28:40Es tut mir leid.
28:42Äh, Sie wissen schon, dass Sie nicht hier sein dürfen?
28:45Wie sind Sie in den OP-Bereich gekommen?
28:47Wenn bei der OP was schiefläuft,
28:49hängt er vielleicht für den Rest seines Lebens an den Geräten
28:52oder wacht er nicht aus dem künstlichen Koma auf.
28:55Das kann genauso gut passieren, wenn wir ihn nicht operieren.
28:58Dr. Bellura.
28:59Was denn?
29:00Ich bin die Bevollmächtigte und hab mich entschieden.
29:03Das Risiko einer weiteren OP scheint mir zu groß.
29:06Die große OP ist abgesagt.
29:08Jetzt wird der OP-Plan neu sortiert.
29:10Danke.
29:11Beate.
29:12Worauf wartest du gerade?
29:14Beate.
29:15Ich dachte, du hast Telefonieren.
29:17Offensichtlich hab ich heute kein Glück,
29:19dich beim Joggen zu überraschen.
29:21Du bist auf dem Petersberg.
29:23Ja.
29:24Du bist auf dem Petersberg.
29:25Ja.
29:27Du bist auf dem Petersberg.
29:28Ja.
29:29Du bist auf dem Petersberg.
29:31Ja.
29:32Du bist auf dem Petersberg.
29:34Ja.
29:35Du bist auf dem Petersberg.
29:36Ich wollte dich persönlich fragen.
29:39Was hältst du davon, wenn wir uns heute noch mal
29:41in aller Ruhe unterhalten, so am späten Nachmittag?
29:45Ja.
29:46Klar.
29:47Warte.
29:49Ich hab Dienst.
29:50Den kann ich für dich übernehmen.
29:52Hat sich erledigt.
29:53Krieg ich hin.
29:54Wo?
29:55Ich find's hier eigentlich ganz schön.
29:57So gegen 17 Uhr?
29:59Okay.
30:00Ich freu mich.
30:01Bis dann.
30:02Ich auch.
30:03Ich hab das Gefühl, dass alles gut wird.
30:10Dass die Bewegung so aus der Puste bringt,
30:13ist trotzdem seltsam.
30:14Wie lange haben Sie das schon?
30:16Die alten Probleme hab ich schon eine ganze Weile.
30:19Sie waren plötzlich da und wurden immer schlimmer.
30:22Ich dachte, der Zahn der Zeit nagt an mir.
30:25Mir ist nie in den Sinn gekommen,
30:27dass es noch einen anderen Grund geben könnte.
30:29Was auch immer.
30:30Was auch nicht zwingend der Fall sein muss.
30:33Dr. Probst ist einfach nur sehr gründlich.
30:35Können Sie bitte einmal einatmen?
30:37Und wieder aus.
30:38Okay.
30:40Die Atemgeräusche sind abgeschwächt und links basal.
30:43Außerdem ist die Sauerstoffsättigung im Blut etwas niedrig.
30:4692 Prozent ist noch keiner ausgeprägt.
30:48Das ist ein guter Punkt.
30:50Ich hab das Gefühl, dass es nicht so gut geht.
30:52Ich hab das Gefühl, dass es nicht so gut geht.
30:55Ich hab das Gefühl, dass es nicht so gut geht.
30:57Ich hab das Gefühl, dass es nicht so gut geht.
31:00Es ist keine ausgeprägte Hypoxämie.
31:02Wären Sie damit einverstanden,
31:04wenn wir der Sache auf den Grund gehen?
31:06Ich vertraue ganz Ihrer Intuition.
31:08Dann würde ich vorschlagen,
31:10dass wir einen Röntgentorax machen, bevor wir Sie operieren.
31:15Nach Absprache mit Dr. Moreau.
31:18Natürlich.
31:20Müssten Sie nicht im OP sein?
31:26Das kann doch nicht Ihr Ernst sein.
31:28Das ist ein falsches Zimmer.
31:29Ich kann Ihre Aufregung verstehen, aber in dem Fall sind mir die Hände gebunden.
31:34Kann mich mal jemand aufklären?
31:35Die OP-Einwilligung für Herrn Riegel wurde zurückgezogen.
31:39Das kann sie doch nicht machen.
31:40Doch, das kann sie machen.
31:42Dann stimmen Sie sie um.
31:43Herr Ernst, es stimmen niemanden umwilligen Möglichkeiten dar.
31:47Frau Renner muss es entscheiden.
31:48Sie hat die falsche Entscheidung getroffen.
31:51Das wissen weder Sie noch ich.
31:53Ich glaube auch, dass sie sich die Entscheidung nicht einfach gemacht hat.
31:56Das ist meine private Angelegenheit.
31:58Vorsicht, ganz dünnes Eis.
32:01Sie war doch auch für die OP.
32:03Es reicht.
32:04Raus jetzt, wenn Sie nicht in den nächsten Wochen
32:06ausschließlich Kounterdienst machen wollen.
32:09Na los.
32:10Die OP wurde abgesagt.
32:15Frau Renner.
32:17Ich habe die OP abgesagt.
32:19Wie bitte?
32:20Ich habe lange darüber nachgedacht.
32:22Ihr Mann hat mir nicht umsonst die Vormacht gegeben.
32:24Das ist eine Unverschämtheit,
32:26ein Abwägen auf freimedizinischer Grundlage.
32:28Was für ein Blödsinn.
32:29Warum sind Sie nicht zuerst zu mir gekommen?
32:32Es tut mir leid.
32:33Ich kann die OP nicht verantworten.
32:35Ich kann mich ja auch nicht von Ihren Gefühlen leiten lassen.
32:38Peter ist mein Mann.
32:39Sie haben sich nicht nur unser Leben einzumischen.
32:42Ist das klar?
32:43So, gut.
32:44Sie sollten sich schämen.
32:46Reicht.
32:47Was zur ...
32:52Wann habe ich Herrn Röntgen-Torax bei Herrn Osbar angeordnet?
32:55Ich, also ...
32:56Am besten heute noch.
32:57Ich habe sie nicht erreicht.
32:59Ich dachte, wir brauchen das noch vor der OP.
33:01Osterwald, wussten Sie davon?
33:03Wovon?
33:04Röntgen-Torax, klingelt da was?
33:07Ich habe dir doch gesagt, du musst es absegnen lassen.
33:10Ja, aber ich hatte keine Ahnung.
33:11Ja, das können Sie laut sagen.
33:13Aber es hat sich gelohnt.
33:15Verschieben Sie die OP.
33:16Ja, aber ...
33:17Ja, aber ...
33:19Ja, aber ...
33:20Ja, aber ...
33:21Es hat sich gelohnt. Verschieben Sie die OP.
33:24Wir sehen uns bei der Bronchoskopie.
33:27Ein Lungenabschnitt ist nicht mit Luft versorgt.
33:30Er wird von etwas blockiert.
33:32Glaubst du, das besänft dich Dr. Emmer?
33:37Das ist mir ziemlich egal.
33:39Mich interessiert eher, wann ich endlich meinen Stift bekomme.
33:42Bettschulden sind Ehrenschulden.
33:44Danke.
33:45Danke.
33:46Hat sich ganz schön erwischt, oder?
34:04Danke.
34:05Ich kann es ja noch nicht mal verübeln.
34:10Wie gehst du denn mit sowas um?
34:14Immerhin, du musst doch ständig schwere Entscheidungen treffen, unmögliche Entscheidungen.
34:20Ich weiß nicht, ich versuche mich auf Fakten zu konzentrieren, um das Risiko zu vermeiden.
34:26Ich frage Kollegen um Rat, ich versuche nicht zu sehr, mir selber zu zweifeln.
34:32Aber ich glaube wirklich, Gewissheit, das Richtige zu tun, gibt es in solchen Situationen selten.
34:36Willst du nicht noch mal zu ihr hingehen und in Ruhe mit ihr reden?
34:44Ja, okay.
34:45Danke.
34:46Darf ich helfen?
34:57Sie haben schon genug getan.
35:10Wenn Sie eine Entschuldigung wollen, dann können Sie lange warten.
35:15Nein, ich will mich bei Ihnen entschuldigen.
35:18Es tut mir leid.
35:19Ich hätte mit Ihnen reden sollen, bevor ich die Einwilligung zurückgezogen habe.
35:23Und hatte das was geändert?
35:25Ich denke nicht, dass jemand das gewollt hätte.
35:30Aber was gewollt?
35:34Anscheinend konnte Micha mit Ihnen Sachen besprechen, die er mit mir nicht teilen wollte.
35:37Und ich weiß nicht mal warum.
35:39Wissen Sie, als Polizist haben ihn viele Sachen beschäftigt, die er gesehen und erlebt
35:57hat.
35:58Dinge, die ihn belastet haben, die er nicht mit nach Hause nehmen wollte.
36:01Dann wollte er mich schützen.
36:02Ja, er liebt Sie über alles und er weiß, wie sehr Sie seinen Beruf belastet.
36:10Und trotzdem entscheiden Sie, dass diese Kugel in seinem Kopf bleibt und wir keine Ruhe finden.
36:15Als ob nicht zu handeln besser wäre, als zu handeln.
36:20Wie würden Sie sich fühlen?
36:21Ich bin seine Frau und ich fühle mich betrogen.
36:38Das war in meiner Lunge?
36:48Ja, dieses Plastikteil ist der Grund dafür, dass sich Ihre Lungenfunktion über all die
36:52Jahre verschlechtert hat.
36:54Irgendeine Idee, wo es hergekommen sein könnte?
36:55Oh ja.
36:57Und wollen Sie uns die Geschichte gar nicht erzählen?
37:01Die Klammer stammt aus dem schäbigen Versicherungsbüro einer Fluggesellschaft und da habe ich 20 Jahre
37:10meines Lebens verbracht.
37:12Sinnlos.
37:13Dann habe ich beschlossen, dass ich zu all den schönen Orten reisen will, von denen
37:20mir meine Kunden über die Jahre berichtet haben.
37:22Die Büroklammer habe ich bei mir getragen, um mich daran zu erinnern, mein Leben so zu
37:29leben, wie ich möchte.
37:31Ich dachte schon, ich hätte sie verloren.
37:32Dann sind Ihre Geschichten tatsächlich alle wahr?
37:38Wissen Sie, im Leben ist alles möglich.
37:43Gut, kannst du wohl doch recht behalten.
37:48Der hier wird mich immer an Sie erinnern, Herr Osborne.
38:00Ihr Kollege hat die falschen Fragen gestellt.
38:02Er hat nicht einmal gefragt, wie ich mir meine Reisen finanziere.
38:06So ohne Job habe ich geerbet oder ein Lotto gewonnen oder eine Bank überfallen.
38:15Sie arbeiten immer noch für die Versicherungsgesellschaft, habe ich recht?
38:23Frau Renner, die Erlaubnis, dass wir Sie jederzeit kontaktieren dürfen, fällt sich
38:38der Gesundheitszustand von Herrn Riedel ändert.
38:40Sie sind offensichtlich so gar nicht einverstanden mit meiner Entscheidung.
38:47Wundert Sie das?
38:49Die Situation ist völliges Neuland für mich.
38:52Und was genau entschuldigt das?
38:55Sie wollten einfach keine Entscheidung treffen und sich Ihrer Verantwortung entziehen.
38:59Sie sind ganz schön dreist.
39:00Wenigstens habe ich keine Angst.
39:03Muss ich mich für meine Assistenzärztin entschuldigen?
39:11Sie hat recht.
39:12Ich habe gedacht, ich könnte das, aber es war ein Fehler.
39:22Ich habe mich völlig überschätzt.
39:23Ich kann keine Entscheidung für Herrn Riedel treffen.
39:27Wie soll ich das machen?
39:47Frau Renner, ich will Sie nicht sehen.
39:52Entschuldigung.
39:55Wie steht es um Micha?
39:57Seine Vitalwerte sehen gut aus.
40:00Frau Riedel, wollen Sie die OP immer noch?
40:02Zählt meine Meinung doch etwas?
40:04Ihre Meinung hat immer gezählt, trotz der Umstände.
40:07Frau Renner würde Ihnen gerne die Entscheidung überlassen.
40:10Wirklich?
40:11Und diesmal macht sich kein Rückzieher?
40:14Ich denke nicht.
40:16Apparieren Sie ihn.
40:20Gut.
40:31Wir packen das.
40:34Wo packst du es?
40:38Sind Sie hier?
40:40Knochenfragmente am Gewebe?
40:44Sie haben Frau Renner beeindruckt.
40:51Sie auch?
40:54Gut, dass sie wieder zur Vernunft gekommen ist.
40:59Dr.
41:00Moreau hält sich bereit, um Sie später abzulösen.
41:04Das ist gut.
41:05Das wird eine längere OP.
41:08Die Tumor-Oberhalb-Projektiv-Fragmente räumen wir aus.
41:14Hier ist eine aktive Blutung.
41:17Vielen Dank.
41:18Zauben.
41:20Schneller.
41:22Kauter.
41:31Pinzette.
41:34Moment.
41:37Sehen Sie das?
41:39Lupe?
41:40Teil des Hämatoms?
41:43Danke.
41:45Sein Aneurysma.
41:48Klipp, schnell.
41:51Keine Bewegung, bitte.
42:04Klipp sitzt.
42:06Wir holen die Kugel raus.
42:10Pinzette.
42:18Berhard.
42:20Hi.
42:21Wow.
42:22Da bist du ja.
42:24Komm, sitz dich.
42:28Das ist ...
42:31Perfekt.
42:33Ja.
42:47Du bist mir gestern eine Antwort schuldig geblieben.
42:52Kommst du nach Hause?
42:57Und dann?
43:00Sollen wir nicht erst mal drüber reden, was passiert ist?
43:05Du musst anscheinend drüber reden.
43:08Ich nicht?
43:10Du willst nie drüber reden.
43:13Dann rede.
43:15Ich höre zu.
43:17Es ist alles so eingefahren.
43:20So oberflächlich geworden.
43:23Wir haben unsere Jobs, leben nebeneinander her.
43:27Wir sind im Alltag.
43:29Wir machen alles mit uns aus.
43:32Ich fühle mich wie ein Gegenstand.
43:35Was willst du?
43:37Reibung.
43:39Ich will mich nicht streiten.
43:42Wo ist die Leidenschaft?
43:45Entschuldigung.
43:47Ich bin so, wie ich bin.
43:51Ich kann dir nicht geben, was du brauchst.
43:59Beat.
44:01Ich habe es versucht.
44:03Was?
44:05Um dich zu kämpfen.
44:08Und jetzt tue ich das, wozu du nicht den Moment hattest.
44:13Was wird das jetzt?
44:15Das Ende.
44:18Frau Riedel.
44:20Wir konnten die Kugel vollständig entfernen.
44:24Ja.
44:26Wir brauchen Geduld.
44:28Wir müssen warten, bis er aufwacht.
44:31Im Anschluss machen wir Untersuchungen.
44:34Die geben einen Aufschluss über den Grad der Verletzung.
44:38Wir müssen warten, bis er aufwacht.
44:41Wir müssen warten, bis er aufwacht.
44:44Wir geben einen Aufschluss über den Grad der Verletzung.
44:48Sie haben die richtige Entscheidung getroffen.
44:52Danke.
44:54Darf ich zu ihm?
44:56Natürlich.
44:58Kontrollieren Sie seine Werte.
45:01Ich entnehme, dass ihr den Rest des Projektils entfernen konntet.
45:07Ja.
45:09Deine junge Kollegin hat das echt gut gemacht.
45:12Sag ihr das bloß nicht.
45:14Michael, ich weiß, du bist stark.
45:19Er hat seine Hand bewegt.
45:25Dr. Lindner?
45:27Ich denke, Sie können die Beratung ausleiten.
45:31Dann werde ich wohl nicht mehr gebraucht.
45:34Willst du nicht nochmal mit ihr reden?
45:36Der hat Wichtigeres zu tun.
45:39Tschau.
45:41Tschüss.
45:43Auf ein Wiedersehen.
45:45Auf ein Wiedersehen.
45:47Auf dich auch.
45:48Tschau.
46:05Darf ich einmal kurz was?
46:07Ja.
46:12Weniger einleiten, Sedierung reduzieren.
46:15Mhm.
46:19Michael.
46:29Was ist los? Nicht mehr in Feierstimmung?
46:32Party fällt aus.
46:34Was? Warum?
46:36Hat doch eh niemand Lust.
46:38Ach, Quatsch. Wir hatten einfach viel zu tun.
46:41Ja, ist das jetzt immer so? Nur noch Arbeit?
46:44Wir zahlen dich rum. Steht dir nicht.
46:45Ja, wir haben alles gebucht. Egal, wo ich angefragt habe.
46:48Ja, aber wer braucht schon eine fancy Bar, um zu feiern?
46:51Tada!
46:53Oh, Leute.
46:55Ich bin so froh, die Asi-Zeit mit euch zu machen.
46:58Jetzt werd nicht sentimental.
47:00Hey, wer hatte vor einem Jahr gedacht, dass es sich so entwickelt?
47:03Du hast mich am ersten Tag fast über den Haufen gefahren.
47:06Du standst schon weg.
47:08Leute, kriegt euch mal wieder ein.
47:10Ich meine, es ist noch niemand von uns gefeuert worden.
47:12Du, was ja nicht ist, kann ja noch werden.
47:15Auf uns!
47:17Auf uns!
47:19Auf uns!
47:45Untertitelung im Auftrag des ZDF, 2021

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