00:00Geschlossene Notaufnahmen, Fachkräftemangel, Wartezeiten weit über das akzeptable Maß hinaus und ein neues Screening-System mit Fehlern – Portugals Gesundheitswesen steht am Rande des Zusammenbruchs.
00:13Gesundheitsökonom Pedro Pita Barros sieht die Ursache des Problems in der Organisation und im Management.
00:30Im vergangenen Mai hat die Regierung einen Notfallplan zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung vorgelegt, der binnen drei Monaten umgesetzt werden sollte.
00:43Doch größere Fortschritte sind nicht in Sicht und Portugals Regierungschef hat schon eingeräumt, dass er mit den Ergebnissen unzufrieden ist.
01:00Viele Patienten klagen über den nationalen Gesundheitsdienst, unter anderem über die obligatorische telefonische Voruntersuchung, bevor sie zur Notaufnahme kommen können. Dies verzögert medizinische Eingriffe und die Wartezeiten in den Krankenhäusern sind ohnehin lang.
01:30Wir waren dort praktisch zwölf Stunden und ich habe festgestellt, dass die Wartezeit sehr schlecht war. Es gab Patienten, die dort schon vor der Nacht waren. Ich kann Ihnen sagen, dass ich um 13 Uhr dort war.
01:51Zwischen 2020 und 2024 sank die Zufriedenheit mit der öffentlichen Gesundheitsversorgung in Europa von 74 auf 56 Prozent, so ein Bericht des deutschen Pharmaunternehmens Dada. Nur 49 Prozent der Portugiesen gaben an, dass sie mit den Leistungen des nationalen Gesundheitsdienstes zufrieden waren. Im Euro Health Consumer Index liegt Portugal auf Platz 13 unter 35 europäischen Ländern.
02:16Die Ministerin der Gesundheit hat bereits erkannt, dass es unerhört ist, Wartezeiten von Zehntausenden von Stunden zu sehen und verspricht, bald Maßnahmen zu treffen.
02:23Euronews fragte das Kabinett von Ana Paula Martins über die zusätzlichen Maßnahmen, die vom Regierungsministerium vorgeschlagen werden, aber er bekam keine Antwort.
02:32Joana Morão Carvalho für Euronews in Lisboa.
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