00:00120.000 zerstörte Autos, unübersehbar, die Infrastruktur noch teilweise lahmgelegt und
00:07in den Straßenräumen Soldaten und Zivilisten noch immer auf.
00:11Mitten im Ground Zero in Cartarroja reinigen Mitarbeiter noch immer Maschinen und Hallen.
00:17Beim Autozulieferer Industria Salegre bewegt sich keine der 40 Spritzgussmaschinen.
00:23Alle diese Maschinen, sie sind nur noch Schrott.
00:26An anderen Maschinen sitzen Techniker aus ganz Europa und versuchen sie wieder fit
00:32zu machen.
00:33Die Flut war für uns verheerend hier und in allen Orten der Gegend und die Flut hat
00:42unseren Betrieb völlig lahmgelegt.
00:44Der Schlamm erreicht eine Höhe von 1,80 Meter bis 2 Meter.
00:52In diesem Logistikunternehmen scheint die Flut keine Schäden angerichtet zu haben.
00:57Doch der Chef will uns ein weiteres Lager zeigen.
01:00Der Weg dorthin gleicht einem Kriegsgebiet.
01:02Fotos und Videos aus den Stunden nach der Flut zeigen, wie zerstörerisch die Schlammmassen
01:09überall wirken.
01:10Das hier sind fast drei Meter, so hoch stand das Wasser.
01:21Der Koch hier wird wieder gearbeitet, wenn auch noch nicht so wie vorher.
01:30Wir haben hier Ware blockiert, weil sie entscheiden müssen, was sie damit machen wollen.
01:34Die kann man noch zum Teil verwenden, doch da müssen sie sich einig werden.
01:38Und was man hier sieht, Ware, die gerade rausgegangen ist und wieder dürfen wir sauber machen,
01:44sauber machen und nochmal sauber machen.
01:48Genauso blockiert ist eine große Menge Solarpaneel aus China.
01:52Doch Juan Castellano weiß, dass das im Vergleich keine großen Probleme sind.
01:55In dieser kapitalistischen Welt geht derjenige, der Geld hat, weiter, weil er leicht und schnell
02:00Entscheidungen trifft.
02:01Aber wenn man kein Geld hat und keine Hilfe bekommt, weil es ein kleineres Unternehmen
02:05ist, steht man mit dem Rücken zur Wand.
02:07So wie Matilda Gregori, sie hat eine Bar im Ort Benetusa natürlich auch vom Wasser zerstört.
02:14Mit Mühe kämpft sie sich zurück und ist wütend, weil staatliche Hilfe bei ihr noch
02:18nicht angekommen ist.
02:19Wir haben nur die Hilfe des Supermarktunternehmers Juan Roig, der als einziger den Mut hatte,
02:28zu kommen und dich zu fragen, welches Problem du hast und dir zu helfen, sonst niemand.
02:35Du hast sonst keine Hilfe bekommen?
02:40Nein, nichts.
02:41Rufst du die Versicherung an, sagen sie dir, sie haben viel zu tun.
02:46Wir werden sie zurückrufen.
02:47Haben sie Geduld, fast zwei Monate jetzt.
02:50Der Chef von Spaniens größter Supermarktkette half schnell mehr als 4.000 kleinen Unternehmen
02:56mit 35 Millionen Euro.
02:58Doch auch dieses Geld reicht nicht, das Panorama an vielen Orten im Überschwemmungsgebiet trostlos.
03:05Viele Geschäfte und auch Restaurants werden vermutlich gar nicht wieder öffnen.
03:09Die Handelskammer ist deshalb auch mit einem Bus täglich unterwegs, um gerade die kleineren
03:15Unternehmerinnen und Unternehmer zu beraten.
03:17Die meisten kommen und wissen nicht genau, was man machen kann, welche Hilfen es genau
03:24gibt.
03:25Angesichts der vielen geschlossenen Einzelhändler und Bars sieht die Handelskammer genau dort
03:33einen Schwerpunkt für die Staatshilfen.
03:37Wir reden von 800.000 Menschen dort und 350.000 in den schlimmsten Bereichen.
03:43Wir hoffen, dass direkte Zahlungen insbesondere für kleine Unternehmen, sehr kleine Unternehmen,
03:48ihnen helfen können, voranzukommen.
03:50Wir sind nicht nur Unternehmen, wir sind Menschen und wir sind Städte und diese Städte brauchen
03:55wirtschaftliche Aktivität und dafür brauchen wir diese direkte Hilfe.
04:01Rund zwei Monate nach der Flut gibt es jedoch auch gute Nachrichten, selbst bei Industrias
04:06Allegre.
04:07Obwohl die Schlammwelle das Unternehmen selbst vermutlich bis Ende April lahmgelegt hat,
04:13bekommen die Kunden trotzdem wieder ihre Produkte.
04:14In einer Rekordzeit haben wir nach externen Unternehmen gesucht, auf die wir alle unsere
04:23Formen und Werkzeuge verteilt haben und wir haben elf Unternehmen in verschiedenen Gebieten
04:28von Valencia, Spanien und sogar einige in Portugal und Deutschland gefunden.
04:32Und selbst bei den Gewerkschaften ist man bei aller Betroffenheit vorsichtig optimistisch.
04:43Denn die spanische Regierung kümmerte sich auch um die mehr als 30.000 Arbeiterinnen
04:47und Angestellten, die plötzlich ohne Job waren.
04:52Wir forderten einen sozialen Schutzschirm, das heißt die Deckung durch Kurzarbeitergeld
04:56aufgrund höherer Gewalt, die ebenfalls sehr schnell abgewickelt wird.
05:00Die Kurzarbeit wird beantragt und da sie sich in dem betroffenen Gebiet befinden, wird sie
05:04gewährt.
05:05Wir sprechen hier von einer Bewilligung von mehr als 98 Prozent.
05:12Trotz der Mengen an Schrott und Müll, die noch immer weggeräumt werden, die vor allem
05:16gut entsorgt werden müssen.
05:18Das Panorama der Region wird langsam besser, das sieht man allein an dieser Straße kurz
05:22nach der Flut und jetzt.
05:24Allerdings hat die Region ein Problem im Ausland.
05:28Nun, das bedeutete ein Medienecho auf internationaler und nationaler Ebene.
05:33Valencia war überall auf den Titelseiten und in den Fernsehnachrichten.
05:37Es stellt sich aber heraus, dass die eigentliche Marke Valencia die Stadt völlig intakt ist.
05:42Das Problem ist, dass wir zehn Minuten von Valencia entfernt eine völlig trostlose Gegend
05:47vorfinden, die aussieht wie nach einem Raketenbeschuss.
05:52Mit einer Werbekampagne versucht die Stadt Valencia zu vermitteln, dass die Schlammmassen
05:57an ihr spurlos vorüberzogen.
06:00Damit die Touristen wiederkommen, denn sie halten sich noch immer zurück.
06:03Es ist deutlich leerer in der Innenstadt als sonst um diese Jahreszeit.
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