00:00Insgesamt stelle ich leider eine gesellschaftliche Verrohung fest, des
00:04politischen Diskurses, der sich auch auf den Antisemitismus ausgewirkt hat.
00:08Viele Faktoren, die von extern sind, die wir nicht beeinflussen können, haben
00:13dazu beigetragen. Die Corona-Pandemie zum Beispiel und auch die Spannungen im
00:17Nahen Osten. Das hat dazu geführt, dass wir eben so
00:21viele antisemitische Straftaten zu beklagen haben, wie noch nie. Auf der
00:24anderen Seite sehe ich aber auch, dass die Gesellschaft resilienter geworden ist.
00:28Dass viel mehr Menschen als früher wirklich sich darüber im Klaren sind, dass es
00:33wichtig ist, gegen Antisemitismus vorzugehen und dass sie selber auch einen
00:37Beitrag dazu leisten müssen. Ich appelliere an die deutsche
00:40Gesellschaft, noch stärker solidarisch zu sein mit Jüdinnen und Juden. Auf keinen
00:45Fall zuzulassen, dass Jüdinnen und Juden dafür verantwortlich gemacht werden, was
00:49im Nahen Osten passiert. Und wenn eine antisemitische Anfeindung im privaten
00:54Umfeld einmal auftaucht, wenn man sie wahrnimmt, dass man da auch sofort etwas
00:58sagt, sagt, dass man nicht einverstanden ist und dass Antisemitismus wie jede
01:03Form von Diskriminierung Gift ist für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt.
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