Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 2 Jahren

Kategorie

Menschen
Transkript
00:00Liebe Schwestern und Brüder, wenn ein Kind geboren wird,
00:03dann fragen wir oft, Mutter und Kind wohl auch,
00:08dass dabei auch die Väter eine gewichtige Rolle spielen.
00:12Davon erzählt die Geschichte rund um die Geburt Johannes des Täufers.
00:18Zacharias, sein Vater, lernt dabei einiges hinzu.
00:22Über sich persönlich wie auch über Gott.
00:26Da wird es auch für uns Neues und Wichtiges zu entdecken geben.
00:32Liebe Schwestern und Brüder, Zacharias war sprachlos.
00:38Der Engel des Herrn hatte ihm die Geburt Johannes des Täufers
00:42bei seinem Dienst im Tempel verheißen.
00:44Das war so unglaublich, so überraschend, so unerhört.
00:48Es verschlägt ihm die Sprache, es nimmt ihm die Sprache.
00:52Gott hat sie ihm genommen, so schildert es die Bibel.
00:56Aber auch ohne direktes Eingreifen Gottes
00:58kennen Sie und ich es womöglich auch.
01:02Mir fehlen die Worte. Ich kann nichts mehr sagen.
01:06Da ist etwas so plötzlich und unerwartet eingetreten,
01:09unglaublich schön oder schrecklich tragisch.
01:13Keine Worte mehr.
01:15SWR 2021
01:26Glaubt man der katholischen und der evangelischen Kirche,
01:30so ist die Bibel, das alte wie das neue Testament, Gottes Wort.
01:35Da Gott der Urheber dieser Schriften sei.
01:39Doch ist das so?
01:41Ist die Bibel tatsächlich das wahre Wort Gottes,
01:44wie die Kirchen behaupten?
01:47Dann wären auch die Aufrufe zu Völkermord und Krieg,
01:50das massenhafte Schlachten der Tiere und vieles mehr.
01:53Denn das alles kann man in der Bibel auch nachlesen.
01:56Anweisungen direkt von Gott, dem liebenden Vater aller Menschen.
02:01Dann würde auch, z.B. in den Briefen von Paulus,
02:04ausschließlich Gott selbst sprechen.
02:06Etwa wenn es heißt, die Frau schweige in der Gemeinde.
02:09Werden wir da nicht so recht misstrauisch?
02:12Hier stimmt doch etwas nicht.
02:14Das kann doch nicht sein.
02:17Die Aufrufe zu Krieg und Gewalt z.B.
02:19sind doch nicht aus der Bibel.
02:21Die Aufrufe zu Krieg und Gewalt z.B.
02:24stehen eindeutig im Widerspruch zu den zehn Geboten,
02:27die Gott den Menschen durch Mose gegeben hat.
02:30Das fünfte Gebot heißt bekanntlich, du sollst nicht töten.
02:35Alleine aus diesem Widerspruch heraus stellt sich die Frage,
02:40ob die Bibel wirklich allein Gottes Wort enthält
02:43oder nicht auch ganz andere Inhalte hat, die nicht von Gott stammen.
02:48Oder ist Gott tatsächlich jemand,
02:50der sich ändert oder sich gar widerspricht?
02:53Das kann nun aber auch nicht stimmen.
02:55Denn in der Bibel steht wörtlich,
02:57ich, der Herr, ändere mich nicht.
02:59Wir wollen diesem offensichtlichen Widerspruch
03:02einmal auf den Grund gehen
03:05und dazu als erstes die Frage stellen,
03:08wie ist die Bibel überhaupt entstanden?
03:11Wer hat die Texte geschrieben?
03:13Und nicht zuletzt möchten wir auch der Frage nachgehen,
03:16wer hat welche Texte ausgewählt
03:18und entschieden, was heute in der Bibel steht und was nicht?
03:26Öffnen wir uns dazu zunächst für den, dem wir hier begegnen,
03:30für Jesus Christus, dem Johannes den Weg bereitet hat.
03:34Es geht um uns.
03:37Es geht um uns.
03:43Es geht um uns.
03:54Es geht um uns.
03:56auseinanderfällt, bleibst du der Grund der Welt.
04:01Nationen mögen zittern,
04:04Ökonomien zersplittern.
04:07Wenn uns die große Furcht befällt,
04:09bleibst du der Grund der Welt.
04:13Oh Gott, du bist
04:16alles, was du uns versprichst.
04:19Du änderst dich nicht, kein Falsches bei dir,
04:22du wirst nie vergehen.
04:25Oh Gott, du bist
04:28ewig Treu und Zuversicht.
04:31Das Himmel bleibt dir, denn du regierst
04:34und du bleibst bestehend.
04:36Nichts soll uns erschüttern.
04:49Wenn es in Moskau wittert,
04:52dann bleibst du unerschüttert.
04:55Wenn alles auseinanderfällt,
04:57bleibst du der Grund der Welt.
05:01Nationen mögen zittern,
05:04Ökonomien zersplittern.
05:07Wenn uns die große Furcht befällt,
05:09bleibst du der Grund der Welt.
05:13Oh Gott, du bist
05:16alles, was du uns versprichst.
05:19Du änderst dich nicht, kein Falsches bei dir,
05:22du wirst nie vergehen.
05:25Oh Gott, du bist
05:28ewig Treu und Zuversicht.
05:31Das Himmel bleibt dir, denn du regierst
05:34und du bleibst bestehend.
05:36Nichts soll uns erschüttern.
05:38Nichts soll,
05:39nichts soll uns erschüttern.
05:41Nichts soll,
05:42nichts soll uns erschüttern.
05:44Und wenn das wär,
05:47dann tromm uns her.
05:50Du willst,
05:51du willst dich nicht ändern.
05:53Du willst,
05:54du willst dich nicht ändern.
05:56Du bleibst bestehend.
05:59Du sagst, ich will.
06:02Nichts soll,
06:03nichts soll uns erschüttern.
06:05Nichts soll,
06:06nichts soll uns erschüttern.
06:08Und wenn das wär,
06:11dann tromm uns her.
06:14Du willst,
06:15du willst dich nicht ändern.
06:17Du willst,
06:18du willst dich nicht ändern.
06:20Du bleibst bestehend.
06:23Du sagst, ich will.
06:26Du sagst, ich will.
06:28Oh Gott, du bist
06:31alles, was du uns versprichst.
06:34Du änderst dich nie,
06:36kein Falsches bei dir,
06:37du wirst nie vergehen.
06:40Oh Gott, du bist
06:43ewig Treu und Zuversicht.
06:46Es ist immer bei dir,
06:48denn du regierst
06:49und du bleibst bestehend.
06:52Oh Gott, du bist
06:55alles, was du uns versprichst.
06:58Du änderst dich nie,
06:59kein Falsches bei dir,
07:01du wirst nie vergehen.
07:04Oh Gott, du bist
07:07ewig Treu und Zuversicht.
07:10Es ist immer bei dir,
07:11denn du regierst
07:13und du bleibst bestehend.
07:15Nichts soll uns erschüttern.
07:17Nichts soll uns erschüttern.
07:40Zudem es gibt auch
07:43schleichende, oft unbemerkte Prozesse,
07:46in denen uns die Sprache abgeht.
07:48In Beziehungen, zwischen Ehepartnern,
07:51in der Familie, in Freundschaften.
07:54Wir hatten uns nichts mehr zu sagen.
07:56Wir haben uns auseinandergelegt.
07:59Da helfen leider oft nicht ein Schreibtäfelchen
08:02und der richtige Name,
08:03um widersprechen zu können,
08:05wie bei der Geburt des Johannes.
08:08Und wie ist es mit Ihrer und unserer Sprache
08:12mit und von Gott?
08:14Wann sprechen Sie mit und von ihm?
08:17Gebete, also Worte,
08:20mit denen wir mit ihm sprechen,
08:22die mögen Ihnen und mir ja geläufig sein.
08:25Hier in der Kirche, im Gottesdienst,
08:28hier und bei Ihnen zu Hause.
08:29Und nur zu gerne nehmen wir Sie
08:31in dieses gemeinsame Sprechen mit hinein.
08:34Aber von Gott sprechen,
08:37von dem, wer und was er für mich ist,
08:41das scheint mir selten geworden zu sein.
08:44Was ich ihm verdanke,
08:46wie er mich herausfordert,
08:48was er mir zumutet oder schenkt.
08:51Oder können Sie sich an Momente erinnern,
08:54in denen Sie von Gott erzählt haben?
08:56Oder wann hat Ihnen jemand anvertraut,
08:58was Ihr oder ihm Gott bedeutet?
09:01In der Gemeinde hier erlebe ich das durchaus
09:04in persönlichen Gesprächen
09:06und dann und wann sogar auch in großer Runde.
09:09So war an einem Treffen unserer Gebetsgemeinschaft
09:12der Mutter vom Guten Rat.
09:13Eine Frau erzählte davon,
09:15wie ihr in einer Schwangerschaft
09:17der Rosenkranz geholfen hat.
09:20Mehrere Monate lang musste sie liegen
09:23und ob das Kind dabei gesund zur Welt kommen würde,
09:26war mehr als fragwürdig.
09:28Wörtlich sagte sie,
09:30als in Gebeten schon alles gesagt war,
09:33auch mehr als einmal,
09:35konnte ich mich daran festhalten.
09:39Genauso konnte bei diesem Treffen eine Schülerin davon erzählen,
09:42wie ihr in der Abiturklausur
09:44ein kurzes Gebet geholfen hat,
09:46die Gedanken wieder zu lösen und freier zu werden.
09:50Von Gott sprechen.
09:53Gott kommt unmittelbar zur Sprache,
09:56wenn wir von unserem Leben erzählen
09:58und spüren, da ist er mittendrin.
10:01Ausdrücklich erfahren habe ich das bei einem Erlebnis
10:04in den Bergen, von dem ich nicht nur heute hier gerne erzähle.
10:09Wir waren mit einer Gruppe von einem Bergführer begleitet
10:12zu einer Hochtour unterwegs,
10:14also mit Gletscher und ein bisschen Fels,
10:17also durchaus aufregend.
10:19Das begeistert auch dann,
10:20wenn man die Berge nicht so ganz direkt vor der Nase hat.
10:23Es ergab sich dabei,
10:25dass wir ein Gipfelkreuz einweihen konnten.
10:27Da kam ich als Priester gerade recht.
10:30Untereinander kannten wir uns vor der Tour nicht
10:33und mir war aber sofort klar,
10:35so allein willst du das Kreuz nicht einweihen.
10:39Also, das Weihwasser aus der Dorfkirche war besorgt,
10:43der lokale Bezug damit gesichert.
10:45Wir standen als Seilschaft gemeinsam am Fuß des Gletschers.
10:50Da fasste ich mir ein Herz
10:52und bat meine Bergkameraden,
10:54jeder möge doch einen Menschen mit hinaufnehmen zum Kreuz,
10:59nur wenn er es mag.
11:02Das wird ein schwerer Weg,
11:04war eine erste spontane Reaktion.
11:07Warum?
11:08Das haben wir oben am Gipfel deutlich gespürt.
11:12Jeder hatte einen Menschen mit zum Kreuz hinaufgenommen,
11:16jemanden, um den er aktuell trauerte
11:19und der ihm wichtig war und bleibt.
11:22Und jeder konnte davon erzählen,
11:24meist mit Tränen in den Augen.
11:26So standen wir dann gemeinsam eng um dieses Kreuz
11:30auf dem kleinen Gipfel mit großartigem Bergpanorama
11:34und waren ganz bei uns, bei den anderen und bei Gott.
11:39Und so haben wir mehr als ich vermutet hatte,
11:42gemeinsam das Kreuz eingeweiht.
11:44Von dem Weihwasser hat jeder etwas an das Kreuz gegeben.
11:51Von Gott sprechen.
11:53Von Gott sprechen heißt zunächst vom Leben erzählen.
11:57Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
12:00Dann kommt er zur Sprache.
12:02Dann wird er deutlich.
12:04Und dann spüren wir, wie er mit uns ist.
12:07Und wir werden offener,
12:09transparenter für ihn und seine Gegenwart in Nähe in unserem Leben.
12:15Und so kann auch heute Johannes geboren werden.
12:18So können wir heute seinen Geburtstag feiern
12:21und selber zu Zeugen und Boten Jesu werden
12:24und ihm den Weg bereiten.
12:26Damit laut wird und Sprache findet,
12:29wie die Hand des Herrn auch mit uns ist.
12:33Mit Ihnen zu Hause, mit uns hier in der Kirche
12:37und mit den Menschen, an die wir jetzt besonders denken.
12:42Amen.
12:44Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen.
12:50Dann wird euch alles andere dazugegeben.
Kommentare

Empfohlen