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Zu Allerheiligen sind Bürgermeister Ludwig Deltl und Dechant Peter Paskalis gemeinsam mit vielen Strasshoferinnen und Strasshofern über den Waldfriedhof Strasshof gegangen. Der Rundgang führte vom Kriegerdenkmal über das Friedhofskreuz zu den Gedenkstätten für die jüdischen Opfer des Lagers Strasshof und für die gefallenen sowjetischen Soldaten. Weitere Stationen waren das Grab des ersten Bürgermeisters Anton Lindner und die Grabstätte der Priester und Seelsorger. Dechant Paskalis blickte dabei auf die Geschichte des Friedhofs zurück, die 1924 begann, kurz nach der Gründung der Gemeinde. Ein Nachmittag des Erinnerns, des Dankes und der Mahnung zum Frieden.

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Transkript
00:04Wir leben die Brücke zu unseren Verstortern.
00:09Wir erinnern uns an ihr Lachen, an ihre Eigenheiten, an ihre Ratschläge und an die Momente, die uns zusammengeschweißt haben.
00:19Wir tragen die Spuren ihres Wirkens in uns weiter.
00:22Beim traditionellen Friedhofsgang am 1. November am Waldfriedhof in Straßhof gedenkt Bürgermeister Ludwig Deltl gemeinsam mit vielen Straßhoferinnen und Straßhofern
00:34der Verstorbenen.
00:35Der Friedhof sei nicht nur ein Ort des Abschieds, sondern vor allem ein Ort der Erinnerung, sagt Deltl.
00:42Er zitiert dabei den Dichter Thomas Kempel,
00:44In den Herzen derer zu leben, die wir zurücklassen, heißt nicht zu sterben.
00:49Die Lichter auf den Gräbern stehen für die Verbindung zu den Verstorbenen, die nie ganz abreißt.
00:56Mit der Zeit werde die Trauer leiser, so Deltl, und der Schmerz werde zu dankbarer Erinnerung.
01:02Denn die Liebe überdauere den Tod.
01:05Seine Botschaft, die Verbundenheit mit den Verstorbenen als Kraft für das eigene Leben mitnehmen.
01:13Nächste Station des Friedhofsgangs ist das Kriegerdenkmal.
01:16Hier erinnert Dechand Pfarrer Peter Pascalis gemeinsam mit den Straßhoferinnen und Straßhofern an die Opfer der Kriege,
01:24an die Männer, die ihr Leben für dieses Land gelassen haben.
01:27Ihre Namen, ihre Geschichten und ihre Träume dürften nicht in Vergessenheit geraten.
01:32Zugleich ruft er Dechand zur Dankbarkeit für den Frieden auf, denn der sei nicht selbstverständlich.
01:38Das Denkmal sei auch eine Mahnung, dass Krieg sinnlos ist und viel Leid verursacht.
01:43Er greift dafür ein Sprichwort auf.
01:45Ob die Elefanten sich lieben oder gegeneinander kämpfen, es leidet immer das Gras darunter.
01:50Konflikte müssten deshalb friedlich gelöst werden.
01:53Trotz aller Trauer könne das Kriegerdenkmal aber auch ein Ort der Hoffnung sein, so Pascalis.
01:59Das Leben geht weiter und wir können aus der Vergangenheit lernen.
02:02Mit der Kranzniederlegung durch Bürgermeister Ludwig Deltl wurde der Opfern von Krieg und Gewalt gedacht.
02:53Mit Musik im Schritt, Marsch!
03:13Mit Musik im Schritt, Marsch!
03:43Mit Musik im Schritt, Marsch!
04:03Gemeinsam ziehen die Straßhoferinnen und Straßhofer weiter zum Friedhofskreuz.
04:07Die Sehnsucht kennt keine bestimmten Tage und die Liebe zu einem Menschen endet nicht mit seinem Tod.
04:16Dass wir aber heute diesen Weg gemeinsam hierher gehen, ist ein Zeichen unserer Gemeinschaft und unserer Verbundenheit
04:24und zugleich eine Motivation, die Hoffnung nicht zu verlieren.
04:29Dort blickt dächhant Peter Pascalis auf die Geschichte des Waldfriedhofs zurück, die eng mit der Geschichte des Ortes verbunden ist.
04:37Mit dem Bau des Verschiebebahnhofs 1908 wuchs Straßhof rasch.
04:421923 wurde es eine eigene Gemeinde und schon ein Jahr später wurde der Friedhof angelegt,
04:48bewusst als Waldfriedhof zwischen den Föhren des Machfelds.
04:52Hier ruhen auch die ersten Pfarrer und Anton Lindner, der erste Bürgermeister.
04:57Der Friedhof erinnert aber auch an dunkle Kapitel, an das nationalsozialistische Durchgangslager für tausende ungarische Jüdinnen und Juden
05:06und an die sowjetischen Soldaten, die bei den Kämpfen um Straßhof fielen.
05:10Dass die Gemeinde für beide eigene Gedenkstätten geschaffen hat, nennt der Dächhand ein besonderes Zeichen der Wertschätzung.
05:17Mit einer Gedenkminute und einem Gebet endet die Andacht.
05:25Ich lade euch alle ein, eine kurze Stille zu halten.
05:31In dieser Stille wurden wir an unseren lieben verstorbenen Ecken,
05:35an ihre Gesichter, ihre Stimmen, an all das, was sie uns bedeutet haben und weiter bedeutet.
05:43Möge die Erinnerung an sie, uns Trost schenken und die Liebe, die uns mit ihnen verbindet, in uns weiterleben.
06:05Für unsere verstorbenen Angehörigen, die wir geliebt haben und am heutigen Tag besonders vermissen
06:13und denen wir viel Gutes verdanken.
06:17Belohne ihren Einsatz mit dem ewigen Leben bei dir.
06:22Lasset uns beten.
06:24Wir werden mit dem Gebet hören.
06:26Im Namen des Vaters und des Sonnes und des Heiligen Geistes.
06:32Amen.
06:32Amen.
06:35Amen.
06:37Amen.
07:07Amen.
07:57Eine weitere Station des Friedhofsgangs ist die Gedenkstätte für die Jüdinnen und Juden,
08:02die in den dunklen Jahren des Zweiten Weltkriegs aus dem Leben gerissen wurden.
08:06Ihre Namen seien vielleicht in Archiven verzeichnet, manche auch vergessen.
08:10Im gemeinsamen Gedächtnis aber blieben sie gegenwärtig.
08:13Die Segnung soll ein Zeichen der bleibenden Verantwortung sein.
08:17Man stehe hier nicht nur, um zu trauern, sondern auch, um zu bezeugen.
08:21Das Leid dieser Menschen wird nicht vergessen.
08:24Ihr Glaube, ihre Würde und ihre Menschlichkeit seien eine Mahnung.
08:28Und das Gedenken sei ein Versprechen, dass Hass, Verachtung und Gleichgültigkeit keinen Platz mehr haben dürfen.
08:36So Dechand Paskalis.
08:56Das Denkmal für die sowjetischen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg gefallen sind.
09:01Dechand Pfarrer Peter Paskalis segnet die Grabstätte junger Männer, die fern ihrer Heimat gestorben sind.
09:08Sie seien nicht aus freiem Entschluss gekommen, sondern in eine Zeit der Gewalt und des Hasses hineingezogen worden.
09:14Viele hätten das Land nicht gekannt und die Sprache nicht gesprochen.
09:18Und doch fanden sie hier ihre letzte Ruhe.
09:20Der Ort erinnere daran, wie kostbar und zerbrechlich das Leben ist, so Paskalis.
09:26Frieden sei keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Aufgabe, jeden Tag neu.
09:31Die Städte solle ein Zeichen der Versöhnung sein, über alle Grenzen hinweg.
09:36Zum Abschluss lädt der Dechand alle ein, gemeinsam für Frieden in Russland und in der Ukraine zu beten.
09:43Für den Frieden in Russland, Frieden in der Ukraine auch zu beten.
09:48Ewiger Gott, wir gedenken der russischen Soldaten, die fern ihre Heimat hier ihr Leben verloren.
09:58Herr, gib ihnen und alle unsere Verstorbenen die ewige Ruhe.
10:21Danach führt der Weg zum Grab von Anton Lindner, dem ersten Bürgermeister von Strasshof.
10:26Dechand Peter Paskalis erinnert an einen Mann, der ganz am Anfang Verantwortung übernommen hat.
10:31Damals sei aus ein paar Bahnwärterhäusern und dem großen Verschiebebahnhof langsam eine Heimat für viele Menschen geworden.
10:39Lindner habe den Mut gehabt, diese Gemeinschaft zu ordnen, zu gestalten und in die Zukunft zu führen.
10:45Ohne den Fleiß, die Weitsicht und den Zusammenhalt dieser ersten Generation gäbe es Strasshof so nicht, sagt der Dechand.
10:52Dafür schulde man ihr Dankbarkeit.
10:54Mit einem Gebet dankt er für alle, die den Ort aufgebaut haben.
10:58Die Gründer, Bürgermeister und Gemeinderäte, die Eisenbahner und die Familien, die hier eine Heimat gefunden haben.
11:05Und er bittet für die Stadt um Frieden und Zusammenhalt.
11:21Der Friedhofsrundgang endet am Grab der Priester und Seelsorger, die in Strasshof gewirkt haben.
11:26Für Dechand Peter Paskalis ist es ein Ort des Dankes und der Erinnerung.
11:31Diese Männer hätten ihr Leben in den Dienst Gottes und der Menschen gestellt.
11:35Sie hätten getauft, getröstet, begleitet und gesegnet und sie hätten die Toten auf ihrem letzten Weg begleitet.
11:41Berufung ende nicht mit dem Tod, sagt der Dechand.
11:45Das Gute, das sie getan haben, lebe weiter in den Herzen der Menschen, denen sie begegnet sind.
11:50Als Zeichen der Verbundenheit und des Dankes betet er für die verstorbenen Seelsorger und segnet zum Abschluss ihre Grabstätte.
11:58Unser Herr, gib ihnen und all unseren lieben Verstorbenen die ewige Ruhe und das ewige Licht von euch stehen.
12:08Herr, lass sie ruhen, lass sie leben in Deiner Herrlichkeit.
12:11Amen.
12:12Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
12:17Amen.
12:18Meine Freunde, ich bin so froh, heute, dass wir immer gemeinsam mit dem kleinen Schar der Heiligen unterwegs sind.
12:27Ein Nachmittag des Erinnerns in Strasshof.
12:30Ein Weg von Grab zu Grab, vom Kriegerdenkmal bis zur Ruhestätte der Seelsorger.
12:36Er hat die Geschichte des Ortes und die Geschichten der Menschen zusammengeführt.
12:40Die Gründer und die Eisenbahnerfamilien, die Opfer von Krieg und Verfolgung, die eigenen Eltern und Großeltern.
12:47An diesem allerheiligen Nachmittag waren sie alle ein Stück weit gegenwärtig.
12:52Die Lichter auf den Gräbern brennen weiter, als stilles Zeichen dafür, dass hier niemand vergessen wird.
12:58Untertitelung des ZDF für funk, 2017

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