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SpaßTranskript
00:01Frau Hofer, waren Sie da schon mal drinnen?
00:03Mhm, hat sich nicht umgehen lassen.
00:05Sie mögen die Frau Daritz nicht, gell?
00:07Ein überspannte Schnäpfen, die meinen, sie sei was Besseres.
00:09Spielt sich immer als große Künstler mit Zähnen auf.
00:12Da sind wir schon zu zweit.
00:13Mich behandelt es nämlich einmal von oben herab.
00:15Bringen wir es hinter uns, Frau Stockl.
00:16Und immer ein freindliches Gesicht machen.
00:18Wir wollen ja schließlich was von ihr.
00:20Politik, gell?
00:21Genau.
00:28Grüß Gott, Frau Daritz.
00:29Schön, Sie mal wiederzusehen.
00:31Ach, guten Tag, Frau Hofer, Frau Stockl, Frau Daritz.
00:35Haben Sie neue Bilder aufhängen lassen?
00:37Ja, gefallen Sie Ihnen?
00:39Mhm, haben wir es, gell?
00:41Der Künstler heißt Eckart Feilbart.
00:44Ach, Sie kennen ihn.
00:45Die Stadt hat damals die Ausstellung in der Musikakademie nicht erlaubt.
00:49Okay.
00:50Ja, Sie waren, glaube ich, die treibende Kraft dahinter.
00:54So.
00:55So, was führt Sie zu mir, Frau Stockl?
00:58Ja, äh, es ist doch so.
01:00Ich besuche doch den Heiko-Kurs von dem Herrn Schicki Masaoka.
01:04Ja, da der Kurs in meinem Haus stattfindet, ist mir das bekannt.
01:08Ja, und letzte Woche hat er doch einen Vortrag gehalten,
01:11wo er über das Verhältnis zwischen Heiko-Gedichten und bayerischen Gestanzeln referiert hat.
01:15Das ist mir nicht entgangen.
01:16Ja, und das habe ich der Frau Hofer erzählt.
01:19Genau, und da ist mir die Idee gekommen, weil doch demnächst bei uns in der Musikakademie die Bayerische Woche stattfindet,
01:24dass vielleicht der Herr Masaoka bei uns den Vortrag nochmal halten könnte.
01:28Äh, verstehe ich Sie jetzt richtig.
01:30Herr Masaoka ist gut genug für die Musikakademie.
01:34Äh, über den Herrn Feilbart können wir ja nochmal reden.
01:37Ja.
01:39Ja, dann fragen wir doch mal den Herrn Masaoka, ob die Musikakademie auch gut genug ist für ihn.
01:45Danke.
01:48Oh.
01:50Scheinbar möchte Herr Masaoka momentan nicht gestört werden.
01:53Vielleicht kommen Sie in einer Stunde wieder, wenn der Heiko-Kurs beginnt?
01:55Äh.
01:57Ja, dann, äh, danke ich Ihnen für...
02:00Keine Ursache.
02:02Ihre Mühe.
02:06Also, haben Sie gesehen, wie schnell die wieder aufgelegt hat?
02:09Eine ausgeschammte Gisgnudel-Leben.
02:11Ja, bei derer hilft das ganze freundliche Geschaunix.
02:14Sagen Sie, gibt es da noch einen Hintereingang?
02:16Ja.
02:17Ja, vom Hof aus.
02:20Frau Hofer, Sie wollen doch nicht.
02:22Doch.
02:23Frau Hofer!
02:24Sch, sch, sch.
02:27Was für ein Zimmernmaler?
02:28Ich glaube, die Nummer 5.
02:36Herr Masaoka?
02:38Ach ja, tatsächlich.
02:40Ihr Problem.
02:42Nein, wir hatten verabredet, dass ich den Wagen heute bekomme.
02:46Ja.
02:47Genau so.
02:48Wer ist denn das auch nachher?
02:48Ah!
02:50Ah!
02:53Ah!
02:54Ah!
02:55Ah!
02:57Ah!
02:58Ah!
02:58Ah!
02:58Ah!
02:59Ah!
03:00Ja!
03:00Ah!
03:00Ah!
03:01Ach, die beiden.
03:02Die waren's.
03:03Faith!
03:03So ins Sp��!
03:04Sie waren in ein Zimmer.
03:06Sie wollten doch bloß mit dem Herr Masaoka reden.
03:08Sie crow über die Leiche gebeugt, und die Frau Stockel, die stand an der Türschniere.
03:12Das stimmt doch gar nicht!
03:13Warum haben Sie das getan?
03:15Also wir, wir haben überhaupt nichts gemacht, gell?
03:17Wir wollten bloß...
03:18Und jetzt beruhigen wir uns erst einmal alle, gell?
03:21Genau. Und Sie sagen mir jetzt bitte, wer ist der Herr dort hinten?
03:24Das ist mein Mann.
03:25Da gehen Sie jetzt bitte zu Ihrem Mann.
03:26Ich lege doch, wenn Sie den Mund aufmachen.
03:28Ja, meine Eide.
03:29Und Sie beiden gehen vielleicht dort hinüber.
03:31Herr Stadler, bitte.
03:32Gerne.
03:35Hallo.
03:36Moment, wer sind jetzt die beiden?
03:37Das ist die Frau Merz und ihr Bruder Ferdinand Merz.
03:41Die Frau Merz nimmt auch an dem Haiku-Kurs von Herrn Masaoka teil.
03:45Gut, danke. Und Sie gehen jetzt, wie gesagt, zu Ihrem Mann.
03:49Danke.
03:51Frau Merz. Herr Merz. Danke.
03:53Hansen, mein Name. Kripo Rosenheim.
03:55Was ist denn hier los?
03:57Du, ruf doch die anderen Teilnehmer an und sag den Kurs ab, ja?
04:00Ja, aber die Telefonnummern gar nicht.
04:02Ja, drüben im Büro, in der Ablage.
04:04Du, mir warst aber lieber, wenn es zählt.
04:05Ja, du siehst du, ich kann jetzt hier nicht weg.
04:09Herr Masaoka, es ist stochen worden.
04:17Hoppla.
04:19Herr Mohr, holen Sie bitte von Dr. Eckstein, ja?
04:22Ja, ist richtig.
04:22Herr Mohr.
04:25Wenn Sie bitte hier den Finger draufhalten, Frau Merz.
04:29Danke.
04:31Ich habe einen Krankenwagen gerufen.
04:33Gut.
04:36Frage, das hat Sie ja sehr mitgenommen.
04:41Sie hat Herrn Masaoka sehr geschätzt.
04:43Aha.
04:44Und Sie wollten auch an diesem Kurs teilnehmen?
04:46Nein, ich habe meine Schwester nur gefahren.
04:47Ich wollte dann weiter.
04:48Ich habe noch ein Treffen mit einem Kollegen.
04:50Kollegen bezüglich was?
04:51Ich bin Richter am Amtsgericht.
04:53Wir wollten einen Fall besprechen.
04:56Gut.
04:57Ich habe eine Verabredung.
04:58Sie können hier jetzt nicht durch.
05:00Darf ich erfahren, warum?
05:02Kann ich wieder zu meiner Leiche zurück oder soll ich warten, ob die Dame auch noch umfällt?
05:05Na, gehen Sie ruhig zu Ihrer Leiche.
05:07Vielen Dank.
05:09Danke, Roman.
05:11Guten Tag.
05:11Hansen, mein Name, Krippe Rosenheim.
05:13Ach du liebe Gütes, was passiert?
05:16Hey, Masaoka ist erstochen worden.
05:19Wie brutal.
05:21Dürfte ich Ihren Namen erfahren?
05:23Marion Süßweier.
05:25Guten Tag.
05:26Sie wollten auch zu dem Heiko-Abend?
05:27Ja.
05:28Der Polizeihauptmeister Mohr wird jetzt Ihre Personalien aufnehmen.
05:33Gut.
05:33Und den morgigen Tag halten Sie sich bitte zur Verfügung.
05:36Was heißt zur Verfügung?
05:38Na ja, das heißt, dass wir bestimmt noch ein paar Fragen an Sie haben werden.
05:41Wer wir Sie oder andere?
05:43Ist das wichtig für Sie?
05:45Nun ja, ich bin eine Ästhetin und in Ihr Gesicht blicke ich gern.
05:50Danke.
05:51Haben Sie auch gern in Herrn Masaokas Gesicht geblickt?
05:54Er war ein aparter junger Mann.
05:59Sie sind verheiratet?
06:01Auch.
06:03Was macht denn Herr Süßmeier beruflich?
06:05Er wird als Nachfolger des Kultusministers gehandelt.
06:09Ui.
06:10Herr Mohr wird sich jetzt um Sie kümmern.
06:13Wiedersehen.
06:14Frau Süßmeier, einen kleinen Moment bitte.
06:16Herr Hansen.
06:17Ja, was ist das?
06:17Was ist das?
06:18Das ist ein Heiko.
06:19Ein Heiko.
06:21Ein Heiko ist eine japanische Gedichtsfunk.
06:23Genau.
06:24Also ein Heiko hat nur drei Zeilen.
06:26Drei Zeilen?
06:27Das sind quasi die kürzesten Gedichte der Welt.
06:29Wunderbar.
06:30Warum so neugierig?
06:31Das ist eine Dame.
06:32Ich stehe da mit einem Tipp.
06:34Also wenn Sie mit Frau Süßmeier fertig werden sollten, kümmern Sie sich bitte um den Ehemann
06:38von Frau Daritz und dann um das ganze Personal.
06:41Fein.
06:42Frohes Schaffen.
06:43Danke.
06:46Ja, Frau Süßmeier, jetzt werden Sie leider mit meinem Gesicht vorlieb nehmen müssen.
06:52Das brauchen Sie keineswegs unter den Scheffel zu stellen, mein Lieber.
06:56Der Mord ist zwischen 17 und 18 Uhr passiert.
06:58Also alles spätestens um 18 Uhr, habe ich das richtig verstanden?
07:01Ja, richtig.
07:02Ja, gut, dann sind die Frau Hofer und Frau Stockl aus dem Schneider, weil die sind erst um
07:0718.30 Uhr da gewesen.
07:08Ja, genau.
07:09Können Sie uns schon was zum Tathergang sagen, Frau Doktor?
07:11Es muss eine Affekthandlung gewesen sein.
07:14Der Täter oder die Täterin hat viermal auf ihn eingestochen.
07:18Die Tatwaffe fehlt.
07:19Aber der wird der Brieföffner gewesen sein.
07:21Wieso das?
07:22Naja, in den anderen Zimmer stehen überall auf dem Schreibtisch ein Brieföffner.
07:25Der steckt solche Tongefäße drin.
07:27Bloß da fehlt er.
07:29Also das mit dem Brieföffner könnte hinkommen.
07:30Die Einstichwunden deuten auf einen sehr schlanken, spitzen Gegenstand hin.
07:34Hat ein Kampf stattgefunden?
07:36Schwer zu sagen.
07:38Das ist wirklich schwarz am Song.
07:40Wieso ist das schwer zu sagen?
07:41Einerseits...
07:41Auf der einen Seite...
07:43Bitte schön.
07:44Nein, Sie.
07:46Auf der anderen Seite sind einige von den Möbel umgeschmissen worden.
07:50Andererseits...
07:50Weiß die Leiche keinerlei Hämatome auf, die auf einen Kampf hindeuten könnten.
07:54Ist die noch was?
07:55Nein.
07:56Nein?
07:57Nein.
07:58Ist das der Laptop des Toten?
08:00Ja.
08:01Könnte ich den mitnehmen?
08:04Gerne.
08:05Was ist eigentlich aus der Frau geworden, der ich die Spritze gegeben habe?
08:08Äh, die Frau Merz.
08:10Ihr Bruder hat sie ins Krankenhaus gefahren.
08:12Hat sie ja gar nicht schön mitgenommen, gell?
08:13Ja.
08:15Da ist die Frau Süßmeier schon etwas robuster.
08:17Das kann man sagen.
08:19Kennen Sie sie?
08:19Ja, sie ist die Frau des kommenden Kultusministers.
08:21Ja, ich weiß.
08:23Und sonst?
08:24Sollte der Ehemann auffassen, dass er als Kultusminister nicht als so fäsche Referenten einstellt.
08:30Wir sehen uns.
08:35Hallo, Joe.
08:36Entschuldige.
08:36Schön, dass du schon da bist.
08:38Servus.
08:38Hör mal, ich brauch ein paar Informationen.
08:41Kennst du zufällig eine Marion Süßmeier?
08:43Die süße Marion?
08:45Ja, von früher war ich ein heißer Figer.
08:47Die süße Marion.
08:49Schon mal was mit ihr gehabt?
08:49Nein.
08:51Sie hat sich nur in, ja, in höheren Kreisen bewegt, bei denen die was werden konnten.
08:57Rektoren, Kultusminister, sowas.
08:58Ja.
08:59Ist sie schon mal bei dir im Times Square gewesen?
09:01Geh.
09:01Der ist doch mein Lokal nicht fein genug.
09:05Kennst du auch eine Clara Merz?
09:07Ja, eine Freundin von der Süßmeier.
09:09Hat das gleiche Lebensmotto.
09:11Gehoben.
09:11Hat sich ein bisschen besser erwischt.
09:14Textilfabrikant.
09:15Stinkreich.
09:16Sie ist also verheiratet, ja?
09:18War.
09:20Die Ehe ist nicht ganz so glücklich gewesen.
09:23Glücklicher war dann aber der Umstand, dass ihr Mann in Mumbai von seinen streikenden indischen Arbeitern im Säurebottich versenkt worden
09:30ist.
09:30Danke, Joe.
09:32Ja, geh mal nimmer auf.
09:34Das kannst du gerne machen, aber ich hab jetzt Feierabend und fahr zu dir ins Times Square.
09:37Und deswegen hab ich extra dafür herkommen müssen.
09:46Jetzt komm.
09:50Guten Morgen.
09:51Morgen.
09:53Steingsei.
09:57Wieder mal danke.
09:59Wieder mal gern geschehen.
10:02Ist so.
10:03Frau Hofer, was ich Sie letztes Mal schon fragen wollte, wie geht es denn eigentlich Ihrem Bruder?
10:09Der fühlt sich pudelwohl in Bamberg.
10:12Hat zwar viel Arbeit, aber ein gutes Essen, somit stimmt seine Balance.
10:15Das kann ich mir vorstellen.
10:17Sagen Sie, gibt es eigentlich was Neues in dem Fall?
10:20Nein, noch nicht.
10:21Können Sie mir was über die Frau Darit sagen?
10:24Nur Schlechtes.
10:26Auch gut.
10:28Sie war ein Zimmermädchen in der Pension.
10:30Damals hat es noch Pension Schraml geheißen.
10:31Dann hat sie sich den Besitzer, den Josef Schraml, unter den Nagel gerissen und die Pension zur Künstlerpension Daritz umbauen
10:38lassen.
10:39Und Ihr Mann hat den anderen Namen angenommen?
10:41Schraml ist ihr wohl zu profan gewesen.
10:43Sie strebt nach Höherem und durchschleimt recht erfolgreich die Rosenheimer Kulturschickeria.
10:47Kulturschickeria.
10:48Ja, grüß den Nesen, wo ist denn der jetzt?
10:49Ja, und was sagt denn Ihr Mann dazu?
10:54Der, der ist ein lichtscheuer Lurch geworden.
10:56Verkriegt sie mit seinem Werkzeug im Keller oder in der Garage unter seine Autos bloß, um nicht in ihrer Nähe
11:01zu sein.
11:01Ah, da ist er ja.
11:05Frage, warum trennt er sich nicht von ihr?
11:09Ich meine, die Pension gehört doch schließlich ihm.
11:12Wenn der sich von ihr trennen täte, würde der gerade einmal seinen verrosteten Werkzeugkasten kriegen.
11:18Dafür hat die Daritz schon gesorgt.
11:21Arme Sau.
11:22Selber schuld?
11:23Man heiratet eben nicht die Erstbeste, bloß weil sie mit dem Staubbiedelgurt umgehen kann.
11:27Oder so.
11:36Guten Morgen.
11:38Die Frau Stöckel noch nicht da?
11:40Ähm, wie wir sehen können, nein.
11:42Oh, sind wir heute mit dem falschen Fuß aufgestanden?
11:46Bei Ihnen ist die Ausgeglichenheit wohl heute auch nur aufgeklebt.
12:03Was macht es denn da?
12:04Ich suche den Quartalsbericht.
12:06Also, das ist eine Unverschämtheit.
12:08Hühle ich vielleicht auf Ihrem Schreibtisch umeinand?
12:10Erwischt habe ich Sie dabei noch nie.
12:11Ah, hier ist er ja.
12:14Guten Morgen, bitte.
12:15Guten Morgen.
12:16Guten Morgen.
12:16Frau Stöckel, Sie sind ein bisschen spät dran heute.
12:19Ist alles in Ordnung?
12:21Frau Stöckel hatte gestern ein, äh, ja, traumatisches Erlebnis.
12:25Herr Stadler und ich mussten Sie als Mordverdächtige vernehmen.
12:28Sie machen Scherz.
12:29Leider nicht.
12:30Ein Mann wurde in seiner Suite in der Pension Daritz ermordet.
12:33Ja, und die Frau Daritz hat uns bei der Leiche erwischt.
12:36Also, uns, die Frau Hofer, war auch dabei.
12:38Ja.
12:39Hat sich aber herausgestellt, dass die Tat früher stattgefunden hat und Frau Daritz die beiden
12:42nur beim Leichenfund überrascht hat.
12:43Und was haben Sie da gewollt?
12:45Das daten Sie jetzt gern wissen, gell?
12:47Das Opfer hat Heiko-Kurse gegeben und Frau Stöckel war in so einem Kurs.
12:51Ein Japaner?
12:53Ja, Shiki Masaoka heißt er.
12:56Masaoka?
12:57Den wollte doch die Frau Hofer für die bayerischen Tage in der Musikakademie gewinnen.
13:02Ja, deswegen waren wir ja auch dort und, und das.
13:05Ja, sowas, also, Sie halten mich da unbedingt auf dem Laufenden.
13:08Natürlich.
13:09Ach, äh, Frau Stöckel, den Quartalsbericht, den bräuchte ich noch.
13:13Bitte.
13:14Danke.
13:15Brauchen Sie den noch?
13:16Äh, ja, eigentlich schon.
13:17Gut, ich beantworte.
13:20Vielen Dank, Frau Stöckel.
13:22Gerne, Frau Ortmann.
13:26Ja, Hansen?
13:27Haben Sie gesehen, wie die auf meinem Schreibtisch rumgewühlt hat?
13:31Ja, so wie sie gestern auf meinem, hm?
13:33Ja, da habe ich das Protokoll von vorgestern gesucht.
13:35Ja, natürlich.
13:37Für einen 80er?
13:38Ja, schon gut.
13:39Das habe ich Ihnen aber auch gesagt.
13:40Ja.
13:42Da können Sie einen 80er ruhig fragen.
13:44Ich glaube nicht, dass das nötig ist, Frau Stöckel.
13:48Das lasse ich nicht auf mir sitzen.
13:49Sehr gut.
13:50Ich bin nämlich nicht so wie die Frau Ortmann.
13:52Noch mal.
13:53Ja, wo kommen wir denn da hin, wenn jeder auf dem anderen seinen Schreibtisch rumwühlt?
13:56Ich habe es verstanden.
13:57Ja, dann ist ja gut.
13:58Gut, dann schließen Sie bitte die Tür.
14:02Sind Sie jetzt beleidigt?
14:03Nein, ich will nur ein bisschen...
14:05Was?
14:06Ruhe.
14:07Bitte.
14:15Guten Tag, Frau Stöckel.
14:16Der Herr Stadler möchte mich sprechen.
14:18Da ich hier arbeite, ist mir das bekannt.
14:20Bitte warten Sie draußen.
14:22Ich wurde für 9.30 Uhr hier eingestellt.
14:25Es ist 9.30 Uhr.
14:26Auch das ist mir bekannt.
14:28Ja, ich habe nicht alle Zeit der Welt.
14:30Ich auch nicht.
14:31Bitte.
14:36Moin, Entschuldigung.
14:38Verschlafen?
14:39Nein, wieder mal das liebe Auto.
14:42Vielleicht sollten Sie sich mal ein neues Auto holen.
14:44Ist das der Laptop von Masoca?
14:46Ja.
14:46Soll ich Ihnen mal ein privates Heiko vorlesen?
14:49Gerne.
14:5116 Uhr bei mir.
14:53Geht nicht.
14:5417 Uhr?
14:56Gut.
14:56Sieh das Rote an.
14:58Ist in der Wäsche.
14:59Geht auch schwarz.
15:00Das überrascht mich.
15:02Schön.
15:03Also nicht das meine, aber durchaus.
15:06Und das ist jetzt so ein Heiko?
15:08Natürlich nicht.
15:09Also Heikus haben immer 5 Silben in der ersten Zeile, 7 Silben in der zweiten und dann wieder
15:135 Silben in der dritten Zeile.
15:15Und sollten etwas poetischer klingen als das hier.
15:17Also dieser Mailverkehr hier hat vor zwei Monaten zwischen Herrn Masoca und Frau Daritz stattgefunden.
15:23Wo es vermutlich nicht nur beim Mailverkehr geblieben ist.
15:26Vermutlich.
15:31Frau Stockel, die Frau Daritz sollte doch um 9.30 Uhr da sein.
15:35Ja, die ist gerade gekommen.
15:36Ah ja.
15:37Moment.
15:38Das mache ich.
15:39Holst du einen Kaffee?
15:40Danke.
15:41Nein, mir würde es schon reichen, wenn Sie Frau Daritz reinholen.
15:43Danke.
15:52Nicht einmal der Automat funktioniert hier.
15:55Pech.
15:55Die Kommissare wollen Sie jetzt sprechen.
15:57Ja, aber mein Geld?
15:58Ja.
15:58Wollen Sie jetzt drankommen oder nicht?
16:02Haben Sie vielleicht ein Kaffee für mich?
16:04Das tut mir leid.
16:05Wir sind ein Kommissariat und kein Kaffeehaus.
16:14Schönen guten Morgen, Frau Daritz.
16:16Könnte ich bitte einen Kaffee bekommen?
16:18Ja, natürlich.
16:18Frau Stockel, einen Kaffee bitte.
16:20Kaffee ist leider aus.
16:22Ja, grüner Tee geht auch.
16:23Grüner Tee.
16:25Frau Daritz, bitte.
16:28Drehen wir nicht lang rum.
16:30Wir wissen, dass Sie was gehabt haben mit dem Herrn Masaoka.
16:34Also gut, ja, ich hatte was mit Herrn Masaoka.
16:39Es gibt leider nur noch eine Kräutertee-Mischung.
16:41Melissa Lavendel-Hopfen.
16:43Ich brauche keinen Schlaftee.
16:44Ja, dann gibt es nur noch Wasser.
16:46Ja, Frau Stockel.
16:49Sagen Sie, hat Ihnen eine Mann was gewusst davon?
16:52Also von der Affäre?
16:54Nein.
16:56Haben Sie Herrn Masaoka geliebt?
16:59Geliebt?
17:00Nein, das war nur ...
17:07Ein Abenteuer.
17:10Das ist ja Leitungswasser.
17:12Ja, natürlich.
17:13Und aus den Bergen.
17:13Und besonders gesund.
17:14Das will ich nicht.
17:15Dann hauen Sie eine Brause-Tablette rein,
17:16dann wird es frizante.
17:18Also bitte, Frau Stockel.
17:22Wann hat das angefangen mit dem Verhältnis?
17:26Vor vier Monaten ist er hier in Rosenheim aufgetaucht und hat an der Volkshochschule Haiku-Kurse gegeben.
17:33Dann haben wir uns kennengelernt und dann kamen wir uns näher.
17:36Also, Frau ...
17:37Die Tür kaputt?
17:39Danke.
17:40Danke.
18:09So.
18:10Ja, gut.
18:11Dann lege ich besser auf, gell?
18:12Wieder hören.
18:14Also, was machen wir jetzt mit unserem geplatzten Vortrag, nachdem uns der Herr Masaoka weggestorben ist?
18:21Äh, ich hätte da eine Idee. Da gibt's die Rosenheimer Band Schrägton. Die mischen bayerische Volksmusik mit Rap. Die könnten
18:29doch die Lücke füllen.
18:31Rap?
18:31Ein bayerischer Rap? Das klingt fast so wie gestanzelt. Oder haben Sie eine bessere Idee?
18:37Naja, vielleicht gar nicht so schlechte Idee. Schließlich wollen wir ein junges Publikum ansprechen.
18:42Eben. Ich kümmere mich darum, Herr Achtziger, gell?
18:46Ja.
18:46Pfiat denner.
18:48Rap.
18:51Sie können jetzt gehen, Frau Daritz.
18:54Was ist denn Ihr Verhältnis zu Ihrer Frau, Herr Daritz?
18:57Geht schon.
18:59Können Sie es vielleicht ein bisschen präzisieren?
19:02Ja, mei. 15 Jahre verheiratet.
19:06Ich weiß genau, was Sie meinen.
19:08Sagen Sie, was würden Sie sagen, wenn Ihren Frauen nach 15 Jahren was mit einem anderen anfangen?
19:13Sie meinen den Masaoka?
19:15Ach, Sie wissen davon.
19:17Der Masaoka. Der hat doch einige aus seinem Heikokaus flachgelegt.
19:22Ja?
19:24Oh, frischer Kaffee?
19:26Ja, Frau Ortmann, den habe ich gerade gefunden, wie ich auf meinem Schreibtisch Ordnung gemacht habe.
19:31Dann können Sie mir ja gleich einen mitmachen.
19:33Ja, also ich war bei den Damen im Heikokaus.
19:36Großes Theater, viel Betroffenheit.
19:39Aber bei den Ehemännern habe ich geglaubt, eine gewisse Befriedigung zu spüren.
19:44Die haben wahrscheinlich schon gespannt, dass ihre Ehefrauen bei dem Heikokaus nicht nur gedichtet haben.
19:52Und Sie, Frau Stöckel, mittendrin.
19:54Was wollen Sie denn damit sagen, Frau Ortmann?
19:56Da hat es einige gegeben, die sich an den Masaoka-Rand gemacht haben.
20:01Was ist denn zum Beispiel mit der Frau Süßmeier?
20:03Im Segelboot über den Chiemsee ist sie mit einem in den Sonnenuntergang geschleppert.
20:09So was würde meiner Hilde auch gefallen.
20:10Sagen Sie mal, woher wissen Sie das alles?
20:12Ich habe da lange im Kopf.
20:14Sie haben schon sehr genaue Details.
20:16Sie wollten es da präzise.
20:18Außerdem habe ich einen guten Draht zu meinem Personal.
20:20Aha, und die erzählen Ihnen das immer brav weiter?
20:23Ja.
20:24Auch dass sich Ihre Frau in dem Reigen befand,
20:27scheinen Sie bin ja nicht blöd.
20:28Und?
20:29Und was?
20:30Sind Sie da nicht ein bissel eifersüchtig geworden?
20:32Aber woher?
20:32Im Gegenteil.
20:34Habe ich mehr Ruhe gehabt?
20:37Verstehe.
20:38Und die Frau Merz hat da auch was mit dem Masaoka gehabt?
20:41Die Merz, die wird dem sogar heiraten.
20:44Das ist ja.
20:45Du Ding.
20:46Rufen Sie bitte die Frau Merz an und sagen Sie ihr, dass wir kommen.
20:49Ja, ist recht.
20:50Mach ich.
20:51Herr Hansen, ich sitze ja nicht am Schreibtisch.
20:53Ist das eh recht?
20:54Ja, ist recht.
20:54Aber nehmen Sie die Füße da runter, ja?
20:56Ah, ist das der Herr Hansen?
20:57Stocklitz, bitte nicht.
20:59Sag ihm, die beiden sollen dringend zur Frau Dr. Eckstein kommen.
21:02Mhm.
21:02Herr Hansen, Sie und Herr Stadler sollen zur Frau Dr. Eckstein kommen.
21:05Na gut, das machen wir, sobald wir wieder da sind.
21:07Was denn jetzt mit Masaoka?
21:08Ich habe gesagt, dringend.
21:10Schleich die.
21:11Nicht Sie, Herr Hansen.
21:13Also, Schicki heißt auf Hochdeutsch leuchtender Mann.
21:17Toll.
21:20Und Masaoka, das ist in Japan der zweithäufigste Nachname.
21:23Also, es ist sozusagen der japanische Müller.
21:25Das ist ja ein Ding.
21:26Und was ergiebigeres haben Sie nicht?
21:28Also, vier Bücher hat er geschrieben, alle japanisch.
21:31Und die rufe ich jetzt beim Verlag in Tokio an und schaue, was da nichts gibt.
21:34Ja?
21:34Dann können Sie ja japanisch auffrischen, ne?
21:37Ja.
21:37Okay, Herr Hansen, da haben Sie aber recht.
21:38Wie soll ich mit denen reden?
21:40Englisch?
21:41Englisch ist nicht gar so gut.
21:43Bestimmt besser als ihr Hochdeutsch.
21:46Gibt's was Neues von der Tatwaffe?
21:47Nein, haben wir noch nichts gefunden.
21:49Im Haus nichts, Umgebung nichts.
21:51Na gut, danke, Herr Mohr.
21:52Wiederhören.
21:53Ende.
21:53Sayonara.
21:54Danke.
21:55Wiederschauen.
21:56Bis gleich.
21:58Die Frau Merz ist aus dem Krankenhaus entlassen worden.
22:01Sie müssen ja den auch.
22:03Ah, da kämen Sie ja schon.
22:07Agnes, könntest du bitte einen Kaffee vorbereiten?
22:09Ja.
22:11Sie wollten den Herrn Masaoka heiraten?
22:13Ja, das ist richtig.
22:15Wir wollten heiraten.
22:16Und der Herr Masaoka hat auch noch den Antrag gemacht?
22:18Nein.
22:20Ich ihn.
22:21Wann war das?
22:22Vor zwei Wochen.
22:23Also, ich muss Ihnen jetzt leider eine sehr unangenehme Frage stellen.
22:28Ja.
22:28Ich wusste von seinem Techtl Mechtl mit einigen der Kursteilnehmerinnen.
22:33Und das hat Ihnen nichts ausgemacht?
22:35Nein.
22:36Ich wollte ihn haben.
22:38Aha.
22:38Und er hat den Antrag angenommen?
22:41Ja.
22:42Wo waren Sie gestern zwischen 17 und 18 Uhr?
22:44Hier.
22:45Ich habe mich für den Abend vorbereitet.
22:48Gibt's dafür Zeugen?
22:49Ich habe Sie um 18.30 Uhr abgeholt.
22:52Aha.
22:55Davor?
22:57War ich allein.
22:59Agnes, meine Haushälterin, hatte ihren freien Nachmittag.
23:02Kam Ihnen nie der Gedanke, dass Herr Masaoka vielleicht nur...
23:06...an mein Geld wollte?
23:08Natürlich.
23:10Aber bei anderen Männern wäre das sicher genauso gewesen.
23:12Glauben Sie nicht?
23:13Danke.
23:16Im Übrigen hat Herr Masaoka auch nie in Abrede gestellt,
23:19dass mein Geld eine gewisse Rolle spielt.
23:22Sowas schafft Klarheit.
23:23Meine Schwester.
23:24Klar wie ein Bergbach.
23:26Sagen Sie mal, wieso heißen Sie eigentlich Merz?
23:28Sie waren doch schon mal verheiratet.
23:30Ich habe nach dem Tod meines Mannes wieder meinen Mädchennamen angenommen.
23:33Die Ehe war nicht gut.
23:35Außer in materieller Hinsicht, wie Sie sehen können.
23:40In gewisser Weise war mir die Situation von Herrn Masaoka also gut bekannt.
23:44Meine Schwester.
23:46Und Sie haben nie daran gezweifelt.
23:50Ich hatte vor einem Jahr eine schwere Krankheit.
23:53Ich bin im Tod, wie man so sagt, gerade mal von der Schippe gesprungen.
23:56Es könnte sein, dass die Krankheit jederzeit wieder ausbricht.
23:59Ich will leben, verstehen Sie?
24:02Und nicht nur reich sein.
24:06Hm.
24:07Gut aus.
24:08Ja.
24:09Von Frau Daretz.
24:10Einen besseren Kuchen kriegen Sie in Rosenheim nicht.
24:14Ich mache das schon, Agnes.
24:19Wunderbar.
24:23Hallo meine Liebe.
24:25Hallo Marion.
24:26Es tut mir total leid, dass ich zu spät bin.
24:28Aber ich hatte einen Tag.
24:31Die Polizei ist da.
24:34Oh.
24:35Frau Süßmeier hat mich vor vier Wochen im Gericht aufgesucht.
24:37Sie brauchte meinen Rat.
24:40Dieser Herr Masaoka hat Sie wohl erpresst.
24:44Hat immer bunter hier.
24:46Natürlich nicht offensichtlich.
24:48Er hat auf die subtile Weise.
24:49Als er erfahren hat, dass Ihr Mann Kultusminister wird, sagte ihr,
24:52dass es wohl nicht gut wäre, wenn die Presse von ihrem Täter-Täter erfahren würde.
24:56Und was haben Sie ihr geraten?
24:59Ignorieren.
25:00Dann nichts unternehmen.
25:02Na, vielleicht hat sie ja doch was unternommen.
25:11So, Frau Süßmeier, da wären wir.
25:13Machen Sie sich doch bitte bequem.
25:14Ich bin gleich wieder da, dann bin ich ganz der Irre.
25:16Herr Hansen, wir gehen ja jetzt erst einmal in die Pathologie, gell?
25:19Ich würde lieber erst einmal mit Herrn Mohr reden.
25:21Er wollte nämlich den Verlag von Masaoka in Tokio kontaktieren.
25:23Ja, aber die Frau Doktor Eckstein wartet sicher schon.
25:25Ja, Herr Mohr auch.
25:27Und zum Büro ist nur ein Schritt.
25:28Also...
25:28Die Frau Doktor Eckstein geht am Donnerstag immer früh heim und ich will sie nicht versäumen.
25:33Und wenn Sie sich aufteilen, dann?
25:35Äh, wissen Sie was?
25:36In Hamburg gibt der Klügere immer nach.
25:40In Bayern ist das der Schwächere.
25:42Ja.
25:43Herr Seize, ich hab was für euch.
25:44Ganz gut, Frau Süßmeier.
25:47Äh, gehen wir vielleicht ein bissel ins Büro rein.
25:50Wieder schauen, Herr Süßmeier.
25:59Also, Herr Mohr, gleich vorneweg.
26:02Wir müssen noch zur Frau Doktor, gell?
26:03Ich hab ihn noch gar nicht angefangen.
26:04Dann fangen Sie mal an.
26:05Ich hab mit dem Verlagsleiter in Tokio telefoniert und er hat gesagt, ja, er verlegt Shiki Masaoka.
26:12Dann hab ich ihm gesagt, dass der Shiki Masaoka bei uns in Rosneim ermordet worden ist, woraufhin er schallend gelacht
26:17hat.
26:17Und wisst ihr auch warum?
26:18Wär das jetzt ja gewiss, oder was?
26:20Weil der Shiki Masaoka vor 100 Jahren gestorben ist.
26:23Da können wir natürlich schlecht mithalten.
26:25Und sonst?
26:26Sonst gibt's keinen japanischen Lichter Shiki Masaoka.
26:30Dann hat mir die KTU angerufen und sie haben gesagt, dass der Pass eine Fälschung ist.
26:34Sie haben nämlich sein Passfoto in die Gesichtserkennung vom Computer eingegeben.
26:37Und der Computer hat einen Namen ausgespuckt.
26:40Und zwar der Name ist Hans-Peter Glaser.
26:44Glaser?
26:44Glaser.
26:45Zwei Mal verurteilt wegen Hochstapelei, Betrug und Erpressung.
26:49Immer die gleiche Masche gibt sich als japanischer Dichter aus und verdreht Reichen damit den Kopf.
26:54Stammelt hat er aus dem wunderschönen Bad Kammberg.
26:56Gelebt hat er in Stuttgart.
26:58Der japanische Papa hat sich frühzeitig nach Tokio zurückgezogen.
27:01Der Glaser selber war noch nie in Japan.
27:03Und sein Japanisch ist ungefähr so gut, ja mein, so wie mein Englisch ungefähr.
27:08Gute Arbeit, Herr Maa.
27:09Danke.
27:09Kommen Sie, die Frau Doktor wartet schon.
27:11Was?
27:11Ja, jetzt auf einmal.
27:14Mein Gott, so ein Betrüger, so ein Windiger.
27:18Ja, und euch hat er gescheit den Kopf vertraut.
27:21Mir nicht.
27:22Von den vier Einstichen kommt mir dieser hier seltsam vor.
27:27Er weist einen völlig anderen Einstichwinkel auf als die drei anderen.
27:30Das heißt?
27:31Das sieht so aus, als ob dieser hier von einem Linkshänder ausgeführt wurde, etwa so.
27:37Und die drei anderen von einem Rechtshänder.
27:41Dann könnten das aber auch zwei Täter gewesen sein.
27:44Durchaus möglich, ja.
27:45Ja, dann sollten unsere Verdächtigen auf ihre Links- oder Rechtshändigkeit überprüft werden, ne?
27:49Genau.
27:49Das könnten Sie ja vielleicht machen.
27:51Warum?
27:51Ich würde mich ganz gerne um Frau Süßmeyer kümmern.
27:53Gibt's dafür einen speziellen Grund?
27:55Ja, wir hatten gestern schon miteinander zu tun, ne?
27:57Ach so, dann wollen Sie es heute quasi ein bissl vertiefen.
28:00Da sollten Sie aber aufpassen, Herr Hansen.
28:02Frau Süßmeyer ist bekannt dafür, dass die Bekanntschaften gerne vertieft.
28:06Na ja, ich kann mit solchen Situationen ganz gut umgehen.
28:09Ich nicht, oder wir?
28:10Nein, vom Taktischen her.
28:12Es ist doch ein Verhältnis, in dem es, äh, wie soll ich sagen?
28:16Prickelt?
28:17Ein prickelndes Verhältnis ist doch da durchaus von Vorteil, ne?
28:20Das Gegenüber wird freimütiger und sagt so vielleicht den einen Satz zu viel.
28:24Ist das so? Den einen Satz zu viel?
28:27Also ich habe sowas schon oft gemacht, aber wir können das Ganze gern umdrehen.
28:30Wenn Sie lieber...
28:31Nein, nein, schon gut.
28:33Dann wünsche ich Ihnen jetzt viel Spaß beim dienstlichen Prickeln.
28:36Hm.
28:37Bitte?
28:41Und?
28:42Wollen Sie mich nichts fragen?
28:45Haben Sie mir denn nichts zu sagen?
28:49Dass ich eine kurze, unbedeutende Affäre mit Herrn Massaoga hatte, wissen Sie doch sicher schon.
28:55Betonen Sie das unbedeutend, um so die Luft rauszunehmen?
28:58Nein.
28:59Weil es so war.
29:02Flüchtig und unbedeutend.
29:06Weitaus weniger unbedeutend dürfte der Umstand gewesen sein, dass er Sie erpresst hat.
29:11Das hat Ihnen Merz erzählt.
29:15Ihr Mann steht kurz bevor, Kultusminister zu werden.
29:18Da schickt sich keine Ehefrau, die fremd geht.
29:20Sie glauben, dass ich ihn deswegen erstochen habe?
29:22Zumindest war die Affäre dadurch weniger unbedeutend.
29:25Vielleicht haben Sie ja sogar gewusst, dass Herr Massaoga ein Betrüger war.
29:30Bitte?
29:30Ja.
29:32Er sah zwar aus wie ein Japaner, aber er war Deutscher und hieß in Wirklichkeit Hans-Peter Glaser.
29:40Tja, dann will ich mal hoffen, dass mein Meditationstrainer kein Betrüger ist.
29:47Es mein Alibi.
29:48Was denn?
29:49Noch eine Affäre?
29:50Was müssen Sie nur von mir denken?
29:54Ich kann mich doch auf Ihre Diskretion verlassen.
29:56Keine Angst.
29:56Mich interessiert nur, ob Ihr Alibi stimmt.
29:59Schade.
30:01Herr Surajana ist, wollen wir es mal hoffen, ein thailändischer Meditationstrainer.
30:08Und ich war zur besagten Zeit mit ihm zusammen.
30:11Okay.
30:12Dann notieren Sie mir doch bitte Adresse und Telefonnummer von Herrn, von Ihrem Meditationslehrer.
30:19Und sagen Sie, ist Ihre Freundin, die Frau Merz, ist die Linkshänderin?
30:25Nein.
30:26Frau Daritz?
30:27Nein.
30:28Nein.
30:30Aber Ihr Mann.
30:31Ja?
30:32Ich bin Linkshänderin.
30:33Wieso?
30:34Nur so.
30:35Herr Daritz, laut Aussage, die Sie ja beim Kollegen Ma gemacht haben, haben Sie gesagt,
30:39dass Sie während der Tatzeit im Keller waren.
30:41Ja.
30:41Habt Ihr Herz repariert?
30:43Ja gut, dann würde ich sagen, Herr Ma, fahren Sie mit Herrn Daritz zum Tatort
30:47und lassen Sie sich den Keller zeigen.
30:49Wieso das?
30:50Weil wir den sehen wollen.
30:52Herr Daritz, bitte.
30:58Herr Stadler?
31:00Herr Stadler?
31:01Da gibt es etwas, das ich Ihnen sagen will.
31:04Vor zwei Wochen hatte ich einen Gast, Manfred Sohler.
31:08Unser Zimmermädchen erzählte mir, dass sie gesehen hat, wie er aus Masaoka Suite gekommen ist.
31:13Aber Herr Masaoka war an dem Tag unterwegs.
31:16Aha.
31:18Der hat da rumgeschnüffelt, oder wie?
31:19Ja.
31:23Und daraufhin habe ich mich in seinem Zimmer näher umgesehen.
31:27Sie verstehen jetzt, warum ich Ihnen das nicht gleich sagen wollte, wenn sich das rumspricht.
31:32Keine Angst, bei uns ist das schon gut aufgekommen, gell?
31:34Ja.
31:36Was haben Sie denn rausgefunden?
31:38Dass der ein Privatdetektiv war.
31:40Ein Privatdetektiv.
31:41Ja, gut, wir werden der Sache nachgehen.
31:44Und trotzdem würde mich interessieren, warum Sie mir das akkurat jetzt erzählen.
31:49Weil Sie mitgekriegt haben, dass Ihren Mann mehr und mehr unter Verdacht gerät, oder wie?
31:53Ja.
31:55Also liegt denen ja doch noch was an ihm.
31:58Ja, wieso hat da jemand was anderes erzählt?
32:00Nein.
32:00Äh, etwa die Frau Hofer?
32:01Äh.
32:02Bin ich da richtig informiert?
32:03Sie wohnen bei ihr.
32:04Nein, nein, ja, doch.
32:06Aber das läuft jetzt in eine völlig falsche Richtung.
32:08Äh, die Frau Hofer...
32:09Richten Sie ihr doch bitte von mir aus, dass sie sich Ihre Verleumdungen für Ihre Stadtratspolitik
32:14aufheben soll, ja?
32:19Dann müsste ich ihr allerdings auch erzählen, wie Sie an die Information über Ihren Gast herabend
32:24angekommen sind.
32:25Und das wollen wir doch beide nicht, oder?
32:34Nicht ich habe mich von meinem Mann entfernt, sondern er sich von mir.
32:42das sage ich Ihnen übrigens auch in der Absicht, ihn zu entlasten.
32:46Wenn ich nämlich etwas bedauere, dann, dass er nicht mal mehr eifersüchtig ist.
32:59Und das glauben Sie jetzt, dass die Daritz ihn mal liebt und er sich, wie haben Sie gesagt,
33:03von ihr entfernt hat?
33:06Ja, also, es klang aufrichtig.
33:09Und aus Verzweiflung hat sie sich mit dem Masaoka eingelassen.
33:12Mir kommen gleich die Tränen.
33:13Lassen Sie sich pfeifen und der bloß nicht einseifen.
33:15Sagen Sie mal, wo habt ihr diese Antipathie gegeneinander her?
33:20Das kann ich Ihnen schon sagen.
33:22Damals, als ich zum ersten Mal für den Stadtrat kandidiert habe, war sie meine Gegenkandidatin.
33:28Wahlkampf, verstehe.
33:29Da geht's selten sauber zu, gell?
33:32Ich weiß aber, sie hat die ganze Zeit unter die Gürtellinie geschlagen.
33:36Und sie wird es genau andersrum sehen.
33:39Stadler, Sie wandern auf einem schmalen Grat.
33:43Es gibt gleich noch Abendessen, und wenn Sie nicht wollen, dass das aus Wasser und Brot besteht.
33:46Frau Hofer, ob Sie es jetzt glauben oder nicht, wenn ich als Passauer hier in Rosenheim wählen dürfte,
33:53nur Sie.
33:55Glück gehabt.
33:59Und bei Ihnen auch alles im Lot?
34:02Nein.
34:04Nicht?
34:04Nein.
34:06Das ganze Präsidium tuschelt.
34:08Tuschelt?
34:09Über wen?
34:10Über mich.
34:11Interessant.
34:12Normalerweise sind doch eher Sie...
34:14Ich meine, über was wird denn getuschelt?
34:16Dass ich auch was mit dem Masaoka gehabt hätte.
34:19Aha.
34:20Und?
34:21Natürlich nicht.
34:22Ich habe ja von der ganzen Sauerei überhaupt nichts mitgekriegt.
34:25Tatsächlich?
34:27Sonst sind Sie doch immer die Erste, die alles mitbekommt.
34:31Herr Achtziger, kannten Sie nicht was unternehmen?
34:34Ja.
34:35Ich könnte dann auch sagen machen, dass Sie keinen sexuellen Umgang mit Herrn Masaoka pflichten.
34:40Also so nicht.
34:42Ja, dann müssen Sie durch, Frau Stockl.
34:44Sie werden sehen, schon morgen redet kein Mensch mehr drüber.
34:47Und ich glaube Ihnen gerne, dass Sie diesbezüglich ohne Sünde sind.
34:54Was aber nicht heißt, dass es sich nicht für mich interessiert hätte.
34:57Ach so?
34:58Ja.
34:59Ich habe natürlich sofort gemerkt, dass da was nicht stimmt.
35:01Und jetzt stehen Sie da, die feinen Damen mit ihrem japanischen Hans-Peter Glaser aus Stuttgart.
35:06Sie haben halt den richtigen Riecher.
35:09Ja, Herr Achtziger, mir macht so leicht keiner was vor.
35:18Morgen, Frau Hofer.
35:19Morgen.
35:20Worauf warten Sie?
35:22Darauf, dass Ihr Auto anspringt und ich beruhigt losfahren kann.
35:25Nein, das ist aber nett.
35:27Gleich, gell?
35:31Gleich.
35:37Wie der Gläckerl.
35:43Staudler?
35:44Schönen guten Morgen, Herr Kollege Hansen hier.
35:46Ich habe jetzt mal mit Sola, diesem Privatdetektiv, gesprochen.
35:49Was, jetzt schon?
35:50Ja, der frühe Hansen fängt den Wurm, ne?
35:53Jetzt halten Sie sich mal fest, die Person, die ihn beauftragt hat, Masaoka auszuspionieren,
35:58heißt Ferdinand Merz.
36:01Der Bruder von der Frau Merz.
36:03Ja, genau.
36:05Der Privatdetektiv hat das gleiche herausgefunden wie wir, dass Masaoka in Wirklichkeit Hans-Peter Glaser heißt,
36:11dass er weder in Japan aufgewachsen ist, noch wirklich Japanisch spricht.
36:15Äh, ist der Merz Linkshänder?
36:16Laut Aussage des Detektivs hat er den Barscheck, mit dem er ihn bezahlt hat, mit der rechten Hand unterschrieben.
36:30Ja, und wie gehen wir jetzt vor?
36:33Also ich bin jetzt auf dem Weg zum Amtsgericht, um mit Merz zu reden.
36:36Ja, gut, dann fahre ich zur Schwester.
36:40Apropos Schwester.
36:41Herr Mohr hat die Bankdaten von Merz gecheckt.
36:44Er bekommt in unregelmäßigen Abständen Geld von Schwesterherz überwiesen.
36:47Das sind immer so zwischen 500 und 1000 Euro pro Monat.
36:51Aha, interessant.
36:52Ja, wir sehen uns ja dann im Kommissariat, gell?
36:55Keine Eile, bis gleich.
36:57Wiederschauen.
37:02Jo, verreckt's.
37:07Ja, Herr Brenninger.
37:09Ach so, Sie haben meine Nummer schon eingespeichert.
37:12Richtig, ein Taxi, wie immer.
37:21Grüß Gott, Frau Merz.
37:23Guten Morgen, ich bin zum Geil verabredet.
37:25Dauert bestimmt nicht lang schon ein Wort essig, weil da draußen meine Taxi-Uhr tickt.
37:29Frage, haben Sie ein Testament?
37:31Nein.
37:33Leben Ihre Eltern noch?
37:35Nein.
37:36Haben Sie außer Ihrem Bruder noch andere Geschwister?
37:40Nein.
37:41Jetzt wissen Sie, dass wenn mir etwas zustößt, alles meinen Bruder erben würde.
37:45Warum fragen Sie das?
37:46Sie überweisen Ihrem Bruder in unregelmäßigen Abständen Geldbeträge.
37:50Ja, das stimmt.
37:51Beruht das auf dem Vertragsverhältnis?
37:53Nein, das sind kleine Geschenke.
37:54Die sich im Laufe der Zeit so einem ganz schönen Batzen summiert haben.
37:57Ihre Fragen gefallen mir nicht.
37:59Tut mir leid.
38:01Haben Sie gewusst, dass der Herr Masaoka eigentlich Hans-Peter Glaser geheißen hat?
38:06Niemals in Japan war und kaum ein Wort Japanisch gesprochen hat?
38:09Sie lügen.
38:11Nein, das tue ich leider nicht.
38:13Der Herr Masaoka war ein polizeibekannter Betrüger.
38:16Und Sie haben von alledem nichts gewusst.
38:22Herr Brenninger!
38:29Guter Putt?
38:30Sie spielen auch?
38:31Ja, früher in Hamburg.
38:33Wir sind ja auch schon steinalt.
38:35Wie kann ich Ihnen helfen?
38:39Ja, wir haben immer noch ein Alibi für die Tatzeit vorgestern zwischen 17 und 18 Uhr.
38:46Da war ich hier.
38:47Im Büro.
38:48Aha.
38:49Kann das jemand bezeugen?
38:51Nein.
38:53Dann habe ich meine Schwester abgeholt.
38:55Den Rest kennen Sie ja.
38:57Sagen Sie, Sie schreiben mit rechts, spielen aber mit links.
39:02Sind Sie von Natur aus Linkshänder?
39:03Meine Eltern gehörten noch zu denen, die Linkshändigkeit als Makel betrachtet haben.
39:08Aha.
39:11Herr Masaoka wurde nämlich von einem Linkshänder erstochen.
39:14Ja.
39:15Deswegen fangen wir jetzt zusammen aufs Kommissariat.
39:20Warum hat der Herr Merz diesen Privatdetektiv engagiert?
39:23Tja, das wissen wir noch nicht.
39:25Vielleicht im Auftrag seiner Schwester, die wissen wollte, wen sie da heiratet.
39:29Na ja, die Schwester sagt, sie hat von Masaokas wahrer Identität nichts gewusst.
39:34Absolut glaubwürdig.
39:35Äußerst heikling das Ganze.
39:37Ich meine, der Herr Merz ist schließlich Richter mit einem tadellosen Ruf.
39:40Ich halte ihn für einen ausgesprochen besonnenen Menschen.
39:44Deswegen bin ich da.
39:45Wie soll man ihn vorgehen?
39:46Vergessen Sie nicht, der Täter war Linkshänder und Herr Merz ist Rechtshänder.
39:50Also.
39:52Samthand Schuhe.
39:54Danke.
39:55Herr Stadler.
39:57Frau Stocke.
39:58Herr Achtziger, eine Unterschrift bräuchte ich.
40:01Ach, sagen Sie, der Herr Hansen ist ja schon wieder zurück?
40:04Der Herr Hansen ist mit dem Herrn Merz im Vernehmungsraum.
40:10Herr Achtziger, Sie wollten mir doch den Quartalsbericht zukommen lassen.
40:14Jetzt nicht, Frau Ortmann, später.
40:16Frau Ortmann, wühlen Sie doch einfach ein bisserl auf dem Schreibtisch umeinander.
40:20Genug Erfahrung haben Sie ja.
40:25Herr Merz, wir haben die Fußmatte auf der Beifahrerseite von Ihrem Wagen untersucht.
40:31Da waren Blutspuren, die eindeitig vom Herrn Masaoka stammen.
40:38Sie haben den blutigen Brief öfter ganz einfach in Ihren Fußraum geschmissen,
40:43um ihn dann später zu entsorgen.
40:45Bitte?
40:50Ich denke, Sie haben spontan mit der linken Hand zugestochen.
40:53Und um zu verschleiern, dass es die Tat eines Linkshänders war,
40:56haben Sie dann mehrmals mit der rechten Hand zugestochen.
40:58Damit es ausschaut wie eine Tat aus Leidenschaft.
41:02Das hat keinen Zweck mehr zu leugeln, Herr Merz.
41:06Ich wollte ihm einen ehrenhaften Abzug ermöglichen.
41:09Entweder er verschwindet sofort aus Rosenheim.
41:11Oder ich zeige ihn an und kümmere mich als Richter um ihn.
41:14Daraufhin ist er durchgedreht und auf mich losgegangen.
41:16Es war Notwehr.
41:18Notwehr?
41:19Mir ging ja davon aus, dass Sie ihn eiskalt erstochen haben.
41:22Das ist nicht wahr.
41:23Ich hätte es auch einfacher haben können, das wissen Sie.
41:25Ich hätte es nur meiner Schwester sagen müssen.
41:28Ich wollte sie schonen.
41:30Ich habe ihm sogar angeboten, dass er ihr einen Abschiedsbrief schreibt.
41:33Wo er ihr in klingenden Haikus irgendwas vorlegt, oder was?
41:37So ungefähr.
41:39Leider stellte sich heraus, dass er noch dümmer war, als ich ihn eingeschätzt hatte.
41:44Er wollte mich aus dem Weg räumen.
41:45Ich musste mich wehren.
41:47Der Tatbestand der niederen Motive ist damit nicht gegeben.
41:50Es war Notwehr.
41:52Gut, dann schauen wir mal, ob er mit den Kollegen auf dem Richterstuhl das genauso sieht.
41:57Herr Merz, Sie sind vorläufig festgekommen, um den Ministerin und Tatverdacht,
42:00Herr Masaoka, alias Herrn Glaser, erstochen zu haben.
42:04Ja, komm gerne mal auf einen Kaffee vorbei.
42:06Ich freue mich.
42:06Ah, Frau Stoffe.
42:08So, es gibt schon was Neues.
42:14Der.
42:16Da wär mir die Tare jetzt tausendmal lieber gewesen.
42:19Mir auch, Frau Hofer.
42:20Mir auch.
42:21Mir auch.
42:21Mir auch.
42:21Mir auch.
42:21Mir auch.
42:21Mir auch.
42:21Mir auch.
42:21Mir auch.