00:01Laut Solar Power Europe federt der Solarboom Europas Belastung durch schwankende Kosten
00:07für importierte fossile Brennstoffe leicht ab. Aus ihren Analysen schlussfolgert die in Brüssel
00:12ansässige Dachvereinigung von Solarorganisationen, dass Europa durch die Nutzung von Sonnenenergie
00:17weniger Gasimporte brauchte und so in den sechs Monaten seit Beginn des Irankrieges über 30
00:23Milliarden Euro eingespart habe. Der Krieg hat wegen der Blockade der Straße von Hormuz,
00:28über die normalerweise gut ein Fünftel des weltweiten Flüssigerdgases transportiert wird,
00:33zu Rekordgaspreisen geführt. Der Preis pro Megawattstunde für Flüssigerdgas hat sich
00:38zwischen Kriegsausbruch Ende Februar und Ende September mehr als verdoppelt. Im Juni wurde
00:44die Solarenergie zur größten einzelnen Stromquelle der Europäischen Union und deckte 25 Prozent von
00:49deren Strombedarf. Schon vor dem Krieg setzten mehrere europäische Länder auf eine Energiewende,
00:55darunter Spanien, das seine Wind- und Solarkapazitäten seit 2019 verdoppelte. Auch Großbritannien erzeugte
01:03genug Windenergie, um 23 Millionen Haushalte zu versorgen. Ein neuer Rekord im Bereich der
01:09erneuerbaren Energien. Trotz des Wachstums bei den Erneuerbaren hat Europa jedoch weiterhin
01:15Schwierigkeiten, seine Abhängigkeit von Gas zu mindern. Aktuelle Daten von Eurostat zeigen,
01:20dass die gesamte gasgestützte Stromerzeugung in der EU im zweiten Quartal im Vergleich zum
01:26Vorjahreszeitraum um knapp 4 Prozent gestiegen ist. Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien
01:32nahm in dem Zeitraum nur um knapp 3 Prozent zu. Analysten führen dies auf die schwache
01:37Wasser- und Windenergieerzeugung auf dem gesamten Kontinent zurück.