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SpaßTranskript
00:00Ja, nochmal rot hier. Herr Winter, wenn Sie wieder zu Hause sind oder das Land von unterwegs abhören,
00:05dann rufen Sie mich doch bitte in der Kanzlei an. Dankeschön.
00:12Hier ist der Anschluss von Harald Winter. Ich bin im Augenblick nicht zu Hause.
00:17Bitte hinterlassen Sie Ihre Nachricht nach dem Signalton.
00:21Ihren 9 Uhr Termin habe ich verschieben können, auf heute Nachmittag 17 Uhr.
00:25Frau Luther um 10 könnte Herr Burkhardt übernehmen.
00:28Was mache ich mit Ihren übrigen Vormittagsterminen? Melden Sie sich doch bitte.
00:45So, gleich haben wir es, Risi. So.
00:48Du wirst sehen, in ein paar Tagen hupst du wieder mal an, wirre Jungs-Kalber.
00:52Ja, du schaust, Risi, was der Korbinian alles kann.
00:55Der macht dich nicht bloß gesund, der macht dich auch gleich wieder jung.
00:59Ja, freilich macht er das, wie man es von einem Wunderdoktor erwarten kann.
01:02Der Risi.
01:03Und die Marie, die legt jetzt ein paar schöne Gabeln heuer auf.
01:07Ja, genau. Und der Korbinian, der hilft dir dabei.
01:12Gut.
01:13Komm.
01:15Ohne.
01:16Hofer?
01:18Und, haben Sie Ihre Kuh schon verarztet?
01:21Was gibt's denn?
01:22Ein Toten, Harald Winter, in einem Ort namens Ried.
01:27Ried bei St. Benedikt?
01:28Ja.
01:29Na, ist gut, dann treffen wir uns gleich dort, da kann ich nämlich hinterher fahren.
01:33Na, das stimmt.
01:34Freilich stimmt das. Also bis gleich.
01:36Bis gleich nach Hoferrad?
01:38Ich mach alles nach Hoferrad. Servus.
01:41Was ist denn jetzt los?
01:42Wir haben eine Leuch.
01:50Ja, und was ist mit dem Stall?
01:52Ich muss los, ich möchte nicht allerweit der Letzte sein.
01:54Fett die Marie.
01:55Hau ab.
01:56Ja, und was ist mit dem Stall?
02:25Jetzt bin ich aber platt.
02:26Ist doch okay, oder?
02:28Sie müssen ja gleich nach dem Telefonat losgebraust sein.
02:31Logisch.
02:31Sie aber auch.
02:32Logisch.
02:33Ja, da musst du mich.
02:35Ja, genau.
02:36Schaust du mal hoch?
02:36Ja, dass ihr schon da seid.
02:40Ja, da schaust.
02:40Wer der Schwabler, wenn's blieb.
02:42Also, der Tode heißt Harald Winter, 45 Jahre alt ist er worden und beim Beruf war ein Steuerbehater.
02:49Sozius von der Steuerkanzlei Winter und Burkhardt in Rosenheim.
02:52Die haben heute bei der Polizei angerufen, weil der nicht ins Büro gekommen ist.
02:56Sein Anruf der Antwort, der war voll mit Anrufen von der Sekretärin.
03:00Und wo ist er?
03:01Im ersten Stock.
03:05Guten Morgen.
03:07Oh, guten Morgen, Herr Doktor.
03:09Wie bitte?
03:10Na, der Michi Mohr hat mir schon gesagt, dass Sie wahrscheinlich sich verspäten, weil Sie sich als Veterinärmediziner betätigen?
03:16So ein Scherzkrieg.
03:18Ja.
03:19Ähm, woran ist das gestorben?
03:23Zwei Einschussverletzungen in der Brust.
03:26Wahrscheinlich ist auch das Herz getroffen worden.
03:28Schmachspuren?
03:29Nein.
03:30Auch keine Austrittswunden.
03:33Die Projektile sind also noch im Körper.
03:35Ja, die werden Sie dann bei der Abduktion sicherstellen.
03:38Und an die Ballastik weiterleiten.
03:40Wunderbar, Herr Doktor.
03:41Auf Sie ist halt einfach verlassen.
03:43Kann man schon was tun, als Zeitpunkt sagen?
03:44Oh, das ist schwer.
03:46Die Leiche liegt so dicht am Fenster und die Morgensonne hat den Raum so aufgeheizt.
03:51Ich schätze, zwischen sieben und acht morgens.
03:56Mhm.
03:58Ja, da wird ja wohl recht und schocken gekommen sein.
04:01Das soll ja eigentlich gesund sein.
04:04Wiedersehen, bitte.
04:04Tschüss.
04:06Ja.
04:08Das ist schön hier.
04:10Ja, super.
04:11Gut, Ende.
04:12Servus.
04:13Danke.
04:16Folgendes.
04:16Die Dame, die da drüben steht, die Frau Bankhofer, die hat heute einen Arztdemont gehabt im Nachbarort.
04:24Kaum Fahrt an hat's.
04:25Michi.
04:27Und deswegen ist es heute in der Früh rübergeradelt.
04:30Und da vorne bei dem Waldstück hat sie ein Auto überholt, aber gleich so geschwind, dass es was zum Radl
04:35runtergewachelt hat.
04:36Bitte?
04:37Heruntergeweht.
04:38Aha.
04:39Ja, gerade so viel, dass es nicht erbredelt hat.
04:41Aha.
04:42Und wann ist das passiert?
04:44Aber gar halb acht, ey?
04:45Na, das könnte ich reinkommen.
04:47Ja.
04:48Wagentyp oder Kennzeichner, die irgendwas ihr kennt?
04:50Das Kennzeichner.
04:52Rosenheim, Erwin, Brigitte, 208.
04:55Halteabfrage habe ich schon gemacht.
04:58Was haben wir jetzt raten, oder was?
05:01Edmund Burkhardt, der Sozius von Winter seiner Steuerkanzlei.
05:04Das ist interessant.
05:06Zu dem wollten wir gerade.
05:07Da können Sie uns doch was erzählen.
05:09Ich muss reinhalten.
05:10Hey, Michi, ich weiß, was du so wichtig hast.
05:12Hä?
05:13Informier doch den Hartl.
05:14Der müsste an der Einbruchsserie dran sein.
05:16Freikommt, uns der irgendwas dazu sagen.
05:18Herr Hartl?
05:18Jawohl.
05:25Ja, der Mann.
05:28Das ist ja kein Wunder, wenn man drei Sachen auf einmal erledigen muss.
05:39Ja, man kann das schon machen.
05:42Und wo ist das?
05:44Rührt.
05:45Kenne ich.
05:46Bin schon auf dem Sprung.
05:47Bis gleich.
05:56Ist was?
05:57Ich schau Ihnen ja nur beim Springen zu.
06:01Hopp.
06:12Grüß Gott.
06:15Hofer, Kripo Rosenheim.
06:16Das ist mein Kollege Hansen.
06:17Sind Sie der Herr Burkhardt?
06:19Ja.
06:20Tag.
06:21Wir kommen wegen Ihres Geschäftspartners.
06:24Kripo.
06:24Dann ist immer so etwas passiert.
06:26Lassen Sie uns doch reingehen.
06:29Bitte.
06:40Frau Roth, unsere Sekretärin.
06:42Herr Hofer Hansen von der Polizei.
06:45Grüß Gott.
06:46Tag.
06:47Sie haben die Kollegen verständigt, dass der Herr Winter nicht in der Polizei erschienen ist?
06:50Ja, wir haben uns Sorgen gemacht.
06:52Herr Winter hat Termine und es ist ungewöhnlich, dass er sie nicht wahrnimmt.
06:55Also, ohne sich abzumelden.
06:56Was ist denn mit ihm?
06:58Er ist heute früh in seinem Haus erschossen worden.
07:02Na.
07:04Und wer...
07:05Wir stehen erst am Anfang der Ermittlungen.
07:08Wann haben Sie beide ihn zuletzt gesehen?
07:10Gestern Abend.
07:12Ich ebenfalls.
07:13Gegen 19 Uhr nach Büroschluss.
07:15Hat er Feinde?
07:16Oder Ärger mit jemand?
07:19Nein?
07:20Mit wem?
07:20Er war sehr gewissenhaft in seiner Arbeit.
07:25Unsere Klienten waren sehr zufrieden mit ihm.
07:28Ja, das stimmt.
07:31Der Herr Winter war nicht verheiratet.
07:33Hat er eine Freundin?
07:35So weit, ich weiß es.
07:37Also, es hat nie jemand angerufen für ihn.
07:41Wir haben in seinem Haus Spuren eines Einbruchs entdeckt.
07:44Könnte sein, dass er einem Raubmann zum Opfer gefallen ist.
07:47Ah ja.
07:47Wissen Sie, ob er irgendwelche Wertgegenstände zu Hause gehabt hat?
07:50Ehrlich gesagt, privat, ich war nicht so oft bei ihm zu Hause.
07:54Uhren.
07:54Er hat antike Uhren gesammelt.
07:57Taschenuhren.
07:57Ich habe ihn einmal zu einer Auktion begleitet.
07:59Da hat er mehrere ersteigert.
08:01Wertvolle Uhren?
08:02Zumindest war es ganz schön teuer.
08:22Wir haben vorhin gesagt, dass Sie nicht oft bei Herrn Winter zu Hause waren.
08:27Wann denn zuletzt?
08:28Heute Morgen, wegen der Unterlagen eines Mandanten, die er zu Hause bearbeiten wollte.
08:32Ich habe ihn aber nicht angetroffen.
08:34Wann war das heute Morgen?
08:37Viertel nach sieben.
08:39Und da ist Ihnen nichts aufgefallen?
08:43Einbrecher, Hilferufe, Schussgeräusche.
08:45Es könnte sein, dass Ihr Partner genau zu der Zeit ums Leben gekommen ist.
08:49Nein, es war alles ruhig.
08:51Wie lange waren Sie denn dort?
08:53Ich habe zwei, drei Mal geklingelt, geklopft.
08:55Zwei, drei Minuten vielleicht.
08:56Dann bin ich wieder in die Stadt.
09:00Wann waren Sie hier?
09:02Frau Roth.
09:04Wann war ich heute Morgen hier?
09:06Acht Uhr?
09:07Punkt acht.
09:10Besitzt einer von Ihnen beiden eine Schusswaffe?
09:12Nein.
09:14Was soll ich damit?
09:16Also auch wenn das Verhältnis von Herrn Winter zu Ihrem Mandanten gut war, bräuchten wir trotzdem eine Liste mit Namen
09:20und Adressen.
09:21Kriegen Sie.
09:22Auch sonst die der Unterstützung, die Sie brauchen.
09:25Umso besser.
09:26Wir würden nämlich gerne ein paar Kollegen von der Spurensicherung vorbeischicken, die sich ein winters Büro anschauen.
09:31Und das macht Ihnen sicher nichts aus, wenn wir bis dahin den Raum versiedeln.
09:35Ja, aber wir haben ja Abgabefristen.
09:37Also da bräuchten wir schon Zugang zu den Firmen.
09:40Das dauert nicht so lange.
09:42Da können Sie heute Nachmittag schon wieder ran.
09:47Also die gute Frau Roth scheint ja mehr zu wissen, als sie vor ihrem Chef zugeben will.
09:50Na ja, den Einzelkarriere, die lassen wir einfach hier kommen.
09:55Frau Stockel?
09:56Ja?
09:57Sie sind wirklich so gut und rufen die Frau Roth an, da wäre die Handy-Nummer.
10:00Die soll vorbeischauen, so schnell als bald.
10:03Gerne.
10:04Super.
10:06So, jetzt ist es doch der Hartl.
10:08Da greift Sie schon wieder an unserem Café, hm?
10:10Äh, ich habe mir gerade euren Tadert angeschaut, hab ich ehrlich.
10:15So.
10:16Und?
10:16Ja, ehrlich gesagt, ich glaube nicht, dass der Einbruch mit meinen Fällen zusammenhängt.
10:22Also erstens habe ich bisher noch kein Lauch gehabt.
10:25Ja, und zweitens ist das eine ganz andere Machart.
10:29Also, äh, schaut's her.
10:30Das ist die Türfei am Toten.
10:32Und da sieht man überall Scherben.
10:35Überall.
10:35Und bei meinen anderen Fällen, da ist immer mit einem Glasschneider operiert worden,
10:39wenn die Einbruchsöffnungen ganz rund und sauber und platt.
10:43Vielleicht hat der Täter bei dem Bruch das Werkzeug vergessen gehabt?
10:46Oder er hat die Spuren im Nachhinein verändert,
10:49nachdem er von Winter bei der Tat überrascht worden ist und ihn erschossen hat?
10:52Dann müssten aber bei ein paar von den Scherben auch Rundungen dabei sein.
10:55Vom Schneider.
10:57Waren sie aber nicht.
11:00Die Frau Roth, die Kimblei, die war nämlich zufällig in der Nähe.
11:03Super, danke.
11:05Hast du den Eindruck, dass da was geraubt worden ist?
11:09Das darf wieder zu meinen Fällen passen.
11:11Weil nämlich neben meinem Geld immer noch Schmuck entwendet worden ist
11:14und bei eurem Toten vermutlich antike Taschen waren.
11:17Taschen waren?
11:19Ja, wenn einer die ganze Hütte voller Kataloge hat,
11:22aber keine einzige Uhr, dann liegt doch das nahe, oder?
11:24Naja, das könnte es auf einen Raub hindeuten
11:26oder auf einen Markt, der wie in Raub aussehen soll.
11:28Haben Sie Hinweise auf die Identität des oder der Einbrecher?
11:32Bis jetzt noch nicht.
11:34Aber, Herr Kollege, vielleicht haben wir ja miteinander mehr Glück.
11:38Bestimmt.
11:40Also, für dich.
11:42Für dich.
11:43Burkhardt?
11:45Gemma.
11:46Guten Tag, Herr Burkhardt.
11:48Könnte ich Sie kurz sprechen?
11:50Haben wir einen Termin?
11:53Es geht um Ihren Partner.
12:08Ja, ich war ein wenig irritiert,
12:10als Herr Burkhardt vorhin meinte,
12:11dass Herr Winter mit niemandem Ärger hatte.
12:13Weil die beiden haben gestern Abend heftig miteinander gestritten.
12:16Worüber?
12:17Ich habe es nicht genau verstanden.
12:19Und was haben Sie gehört?
12:21Herr Winter sagte, er wisse sehr wohl,
12:23was er zu tun und zu lassen habe.
12:24Und Herr Burkhardt habe keine Forderungen zu stellen.
12:27Also, die ganze Atmosphäre war ziemlich gespannt.
12:29Was ist danach passiert?
12:31Ich bin gegangen, zusammen mit Herrn Burkhardt.
12:34Der hat sich zu Herrn Winter umgedreht
12:35und gesagt, dass er sich das nochmal überlegen soll.
12:38Was weiß ich eben nicht genau.
12:39Und Herr Winter?
12:42Er hat nur den Kopf geschüttelt.
12:44Hat der Herr Burkhardt noch irgendetwas zu Ihnen gesagt?
12:47Na, gar nichts.
12:48Nicht mal auf Wiedersehen.
12:49Hatten die beiden öfter Streit?
12:52Eigentlich nie, soweit ich weiß.
12:55Vielleicht haben Sie ja über einen Mandanten gestritten.
12:58Wer war denn gestern zuletzt noch in der Kanzlei?
13:01Ähm, Herr Moosberger.
13:03Er war bei Herrn Burkhardt.
13:04Unangemeldet.
13:05Aber das macht er sowieso meistens.
13:07Ein großer Fisch?
13:09Vermutlich schon.
13:10Er stellt Pumpen her für die Industrie.
13:12Steht Herr Moosberger in der Mandantenniste,
13:14die Sie uns gegeben haben?
13:16Äh, ja, hier.
13:18Danke.
13:27Entschuldigen Sie.
13:29Na ja, was heißt gestritten?
13:36Ja, äh, gestritten.
13:38Ja, das stimmt schon.
13:39Wir hatten eine kleine Differenz wegen eines Mandanten,
13:41der schon länger seine Rechnung nicht bezahlt hat.
13:43So, so.
13:44Wie heißt der Mandant?
13:46Wie?
13:47Ähm.
13:50Da müsste Frau Roth, den hat Herr Winter betreut.
13:55Ein Mandant, über den Sie sich heftig mit dem Herrn Winter gestritten haben,
13:59dann wissen Sie nicht einmal seinen Namen.
14:00Das können Sie Ihrer Großmutter erzählen.
14:02Es ist aber so.
14:04Vielleicht haben Sie sich aber auch über einen anderen Mandanten gestritten.
14:07Und gar nicht über ihn, sondern um ihn.
14:09Der Herr Moosberger ist denn hier?
14:11Ein wichtiger Mandant?
14:12Ist er, ja.
14:13Aber wir haben uns hier nicht um solvente Kundschaft gerangelt, wenn Sie das meinen.
14:17Alle unsere Einnahmen kommen auf das gemeinsame Kanzlei-Konto und mehr der Abzug der Unkosten geteilt.
14:21Trotzdem haben Sie beide sich gestritten.
14:24Und sind nicht bereit, um die Wahrheit zu sagen, worüber.
14:26Außerdem waren Sie zu mutmaßlichen Tatzeiten am Tatort.
14:30Das habe ich Ihnen doch schon gesagt.
14:31Ich habe meinen Partner gar nicht angetroffen.
14:33Genau.
14:34Was wollte der Moosberger von Ihnen?
14:36Er hat Belege vorbeigebracht.
14:37Für die Umsatzsteuer vor Anmeldung vom Juno.
14:40Und die bringt er höchstpersönlich vorbei?
14:42Ja.
14:45Na gut.
14:46Wie gehen wir davon aus, dass Sie Rosenheim in den nächsten Tagen nicht verlassen?
14:49Nein, nein.
14:50Na, dann ist es ja gut.
14:51Wieder schon eine Brücke hat.
14:54Wiedersehen.
15:15Herr Moosberger, grüß Gott.
15:17Nehmen Sie bitte den Platz.
15:22Herr Moosberger, was wollten Sie gestern Abend in der Kanzlei von Burkhardt und Winter?
15:27Ich habe Belege vorbeigebracht für die Umsatzsteuer vor Anmeldung vom Juno.
15:32Vom Juno?
15:34Sie wissen ja sicher, dass der Herr Winter heute Morgen ermordet worden ist.
15:38Was?
15:40Um Gottes Willen.
15:42Das habe ich nicht gewusst.
15:44Wer hat das gemacht?
15:45Das wissen wir noch nicht.
15:48Wo waren Sie heute früh?
15:49Zwischen sieben und acht.
15:52Ach, ich?
15:53Was hätte denn I mit der Sache zum Tor?
15:55Na, Sie waren gestern Abend der letzte Mandant in der Kanzlei Burkhardt und Winter.
16:00Im Anschluss Talern hatten die beiden einen heftigen Streit.
16:03Da liegt der Schluss nahe, dass Sie darunter für waren.
16:06Verstehe.
16:08Ja, aber da hätte ich jetzt keine Ahnung, warum die zwei über mich hätten streiten sollen.
16:14Und heute Morgen?
16:17Wo waren Sie da?
16:18Da war ich am Weg in die Fabrik.
16:20Ungefähr um acht war ich da.
16:23Herr Musberger, besitzen Sie zufällig eine Schusswaffe?
16:28Eine Schusswaffe?
16:29Ich?
16:30Mhm.
16:30Wirklichkeit.
16:32Na gut, dann wäre es das schon ein Augenblick.
16:35Halten Sie sich zu unserer Verfügung.
16:37Wiederschauen.
16:47Der Mann hat gerade schön, ne?
16:49Und das mit den Belegen für den Juno, das klingt doch wie abgesprochen.
16:53Frau Stockl!
16:57Ja, so ein Geschrei!
16:59Sind Sie gut, rufen Sie beim Finanzamt an.
17:01Sie müssen uns die Unterlagen von Herrn Osberger schicken.
17:03Und zwar wissen gleich in den letzten fünf Jahren.
17:06Und könnten Sie Frau Ortmann bitten, sich das Ganze mal auf Ungereimtheiten anzusehen?
17:10Mit Zahlen hat sie es ja.
17:12Die wird sich freuen, wenn sie ihre Arbeit machen muss.
17:14Wissen Sie was?
17:15Wir lassen das Ganze über den Hartl laufen.
17:17Den hat sie irgendwie ins Herz geschlossen.
17:18Stimmt.
17:20Das ist nämlich ein netter Mensch.
17:26Also, beide Schüsse haben das Herz getroffen.
17:29Er muss sofort tot gewesen sein.
17:30Mhm.
17:31Hier.
17:32Da.
17:33Und was ist mit den Projektilen?
17:35Oh, die steckten im Rippenbogen hinter dem Herzen fest.
17:40Neun Millimeter.
17:42Ich habe Sie gleich zur Ballistik weitergeschickt.
17:44Super, Frau Dr.
17:46Hat sich schon was Neues wegen des Todeszeitpunkts gegeben?
17:48Oh, wie ich schon gesagt habe, zwischen 7.30 Uhr und 8.00 Uhr morgens.
17:52Danke, Herr Dr.
17:53Darf ich führen?
17:55Haben Sie es eilig?
17:56Ja, ihr müsst schon langsam zum Hof zurück.
17:58Ach, wegen der Rehsee?
17:59Genau.
18:00Kein Problem.
18:01Danke, Herr Kollege.
18:02Herr Dr., nochmal vielen Dank.
18:04Wiederschauen.
18:06Auf Wiedersehen.
18:11Grüß Gott.
18:12Grüß Gott.
18:12So.
18:13Oh, tut mir leid.
18:14Ich bin nicht bereit.
18:16Oh, Entschuldigung.
18:19Warum so heilig?
18:20Sie wissen ja, die Ermittlungen schreiten voran und wir versuchen nur Schritt zu halten.
18:24Und Herr Hofer, wo schreitet der?
18:28Verstehe.
18:29Wie schaut es denn aus?
18:31Also, momentan ist es schwer zu sagen, ob der Fall etwas mit dem Beruf des Opfers zu tun hat oder
18:36mit der Einbruchsserie.
18:37Damit ist Herr Hadel ja schon die längste Zeit beschäftigt.
18:40Leider mit mäßigem Erfolg.
18:42Dafür sind wir jetzt mit dran.
18:43Na gut.
18:44Dann ist der Fall ja sicher, ist Dienstschluss gelöst.
18:48Deswegen ja meine Eile.
18:49Wiedersehen.
18:52Servus, Sven.
18:54Wo bist du?
18:57Sven.
18:59Sagen wir mal, wo ist er denn?
19:00Sagen wir mal, wo ist er denn?
19:02Servus, Sven.
19:05Der Times Square Lieferservice war da.
19:10Joe, das ist eine Überraschung.
19:12Was tat dich hierher?
19:13Ja, ich hab mir heute freigegeben.
19:16Wie kann ich schmeiß das Times Square?
19:18Und ich hab für uns vier einen Haufen Schmankerl dabei.
19:22Ja.
19:25Was ist noch jemand mitgebracht?
19:27Du halt und ich.
19:29Und die zwei Mädels vom Bootshaus.
19:31Dann wir vier halt.
19:32Ach, die Mädels vom Bootshaus, die sind glaube ich ausgeflogen.
19:35Was?
19:37Du hast doch gesagt, die sind dienstags immer da.
19:40Fast immer.
19:43Dann haben wir jetzt überhaupt gar keine Gesellschaft, nicht?
19:46Natürlich haben wir Gesellschaft.
19:48Wir haben die Enten, die Schwäne, die Fische, den See.
19:54Prost.
20:02Frau Altmann, zu einer Worte eigentlich.
20:05Herr Hake, was gibt's?
20:06Ja, äh, mei, ich bräuchte halt Ihre Hilfe, gell?
20:09Wissen Sie, bei dem Fall, wo ich gerade dran bin,
20:11da ist ausgerechnet bei einem Steuerberater eingebrochen worden.
20:14Und, ähm, ich hab den starken Verdacht,
20:16dass die Steuererklärungen hier, dass die da eine große Rolle spielen.
20:19Aha.
20:20Ja.
20:20Und eigentlich würde ich mich ja schon selber damit beschäftigen,
20:23aber bis ins Steuern,
20:25Frau Altmann, das ist für mich wie Hieroglyphen oder sowas.
20:29Das sind Zahlen.
20:30Ja, sage ich ja.
20:34Also gut, Herr Hadel, weil Sie es sind.
20:36Dankeschön.
20:37Auf was soll ich achten?
20:38Ja, ähm, auf alles, was Ihnen auffällt halt.
20:41Ähm, also Tricks und Ungereimtheiten und sowas.
20:44Mhm.
20:44Gell?
20:45Und bis wann brauchen Sie's?
20:47Na ja, also...
20:49Eigentlich bin ich der Letzte, der sowas brisant macht,
20:51aber morgen war sehr hilfreich.
20:54Dann kann ich mir in die Nacht um die Ohren schlagen.
20:56Aber, Frau Altmann, Sie mit Ihrer Erfahrung.
21:00Ach.
21:02Also, die tragen Sie mir schon schön runter zum Auto, oder?
21:04Ja, freilich, freilich.
21:07Und morgen früh wieder rauf, gell?
21:09Ja.
21:20Ja, Rese, meine Schiene.
21:22Das schaut ja schon ganz gut aus.
21:24Können wir den da dann nicht weglassen.
21:26So grafes Mädel, gell?
21:28So.
21:30Dreh drauf.
21:31Alles gut.
21:32Guten Morgen.
21:34Guten Morgen.
21:35Gell mal, mein Name.
21:37Ich wollte Sie fragen,
21:38ob ich ein paar Aufnahmen machen darf.
21:40Aufnahmen?
21:41Von wem?
21:42Von Ihren Kühen.
21:45Tonaufnahmen.
21:48Ja, ich bin Forscher für Kuh-Dialekte
21:51und sammle Brüller.
21:54Sie sammle Brüller?
21:55Das ist ja schon fast selber, oder?
21:57Ja, das ist mein Ernst.
22:00Es ist nämlich so,
22:01dass Kühe in regional
22:03unterschiedlichen Dialekten kommunizieren.
22:06Also, überregional
22:07lassen sich natürlich noch viel
22:08gravierende Unterschiede feststellen.
22:10Etwa, wenn Sie eine indische Kuh
22:13mit einer schottischen vergleichen.
22:15Oder eben mit einer bayerischen.
22:17Moment.
22:19Also, das ist jetzt
22:21eine Kuh aus Argentinien.
22:26Und, äh,
22:27das stammt von einer Kuh
22:29aus dem schottischen Hochland.
22:35Also, wenn ich ehrlich bin,
22:37hält er nicht für Unterschied.
22:38Das ist ja, weil Ihr Ohr nicht geschult ist.
22:40Ah, so.
22:42Das ist jetzt eine Kuh
22:44von Ihrem Nachbarhof.
22:49Also, wenn man das nicht
22:49ausdrücklich dazu sagt.
22:51Ja.
22:53Ja, Ihre Kuh hat es erkannt.
23:08Das darf ja nicht was,
23:10aber schaut's denn da aus.
23:15Das sieht ja interessant aus.
23:18Der Rekoni,
23:19werde ich was erzählen.
23:22Jetzt lauen Sie lieber
23:22erst mal einen Kaffee.
23:31Das ist ein Kaffee,
23:32kannst du vergessen,
23:33die hat ja nicht immer
23:33die Maschine gereinigt.
23:36Ich kann mich jetzt erst
23:37eine halbe Stunde
23:38durchspielen lassen.
23:41Jetzt bin ich mal gespannt,
23:44was das überhaupt
23:44für ein Umsatz gemacht wird.
23:59Lieber Joe,
24:01gestern ist eine Gruppe
24:02Mädels reingeschneit,
24:03meinten, sie kennen dich
24:04vom Bootshaus.
24:07Fanden es schade,
24:08dass du nicht da warst,
24:09haben es trotzdem
24:10krachen lassen.
24:10Umsatz gigantisch,
24:11komme um ca. 9 Uhr
24:12zum Aufräumen.
24:13Gruß, Coni.
24:15Und ich häng mit dir
24:17am Boot rum.
24:22Lieber Joe,
24:24da warst du wohl
24:24zur falschen Zeit
24:25am falschen Ort.
24:29Ich mache darüber
24:30gerade meine Doktorarbeit
24:32an der Uni München.
24:33Ah.
24:33Biologie und Phonetik.
24:35Also zur Zeit
24:36erforsche ich die Kuh-Dialekte
24:37hier im Chiemgau.
24:40Da gibt es
24:41ganz erstaunliche Unterschiede.
24:43Wenn man beispielsweise
24:43das östliche Chiemgau
24:45mit dem westlichen vergleicht.
24:46Schön, nimm es doch los,
24:47bitte schieben.
24:48Ja, danke schön.
24:53Sie sagen es einmal,
24:55wo sind Sie da
24:56zur Zeit gerade unterwegs?
24:58Ja, also ich gehe da
24:59streng systematisch vor.
25:01Im Moment beschäftige ich mich
25:03mit dem Chiemgauer Graben.
25:05Der läuft doch bei Ried entlang.
25:07Ja, Ried, Prinzing,
25:09Großart Penning.
25:10Wann waren Sie da zuletzt?
25:12Da bin ich schon seit einigen Tagen.
25:14Gestern früh zum Beispiel,
25:15zwischen sieben und acht.
25:17Da war ich
25:19in Ried bei Sankt Benedikt.
25:22Warum?
25:23Da ist jemand erschossen worden.
25:26Ach.
25:27Ja, steht heute in der Zeitung,
25:28da?
25:30Also da bin ich
25:32noch nicht dazu gekommen.
25:33Das ist ja schrecklich.
25:36Ist Ihnen da gestern
25:37nichts aufgefallen?
25:38So Fußgeräusche vielleicht?
25:40Ich habe Kühe aufgenommen
25:42und mein Kopfhörer,
25:45der ist nahezu schalldicht.
25:46Die Aufnahmen haben Sie noch?
25:50Ja, schon.
25:51Also ich archiviere die ja alle.
25:52Die könnten uns vielleicht helfen.
25:56Das muss ich aber schon dumm fragen.
25:58Wobei?
25:59Entschuldigung,
25:59das können Sie auch nicht wissen.
26:00Ich bin bei der Rosenheimer Kriminalpolizei.
26:03Ich bearbeite den Fall.
26:05Also da wäre ich jetzt
26:06nicht drauf gekommen,
26:08dass Sie Polizist sind.
26:09Nur im Nebenerwerb.
26:11Bosch?
26:11Ja.
26:17Bingo.
26:19Danke.
26:20Erstmal.
26:21Frau Stockel!
26:23Sie wollten sich das doch mal anhören.
26:28Bin schon da.
26:30Die Aufnahme ist gestern früh entstanden.
26:33Ganz in der Nähe vom Haus Winter
26:34zwischen sieben und neun Uhr.
26:36Das ist laut Frau Dr. Kern
26:37der ungefähre Todeszeitraum.
26:39Wir haben das Band digitalisieren lassen.
26:41Etwa in der Mitte der Aufnahme
26:42zeigt die Grafik einige Ausschläge an.
26:44Schauen Sie mal.
26:54Das sind offenbar die Schüsse,
26:55die den Herrn Winter tödlich verletzt haben.
26:57Boah, das ist ja brutal.
26:58Wir haben noch etwas entdeckt.
27:00Es sind weitere,
27:01etwas kleinere Ausschläge auf der Grafik.
27:03Herr Edlinger hat uns die Töne
27:04akustisch verstärkt.
27:06Bitte, Herr Edlinger.
27:20Wahnsinn.
27:22Da kann man quasi
27:23den genauen Tatzeitpunkt feststellen.
27:26Acht Schläge von Sankt Benedikt.
27:28Acht Uhr.
27:30Du sensationell.
27:31Okay.
27:33Ja.
27:33Danke.
27:35Damit verlieben wir allerdings den Herrn Burkhardt
27:37als Tatverdächtigen.
27:39Für acht Uhr hat er ein Alibi von der Frau Roth.
27:42Ja.
27:43Ciao.
27:43Andererseits.
27:44Tschüss.
27:45Servus.
27:45Immer noch besser als ihn weiterhin ungerechtfertigt zu verdächtigen.
27:48Na, freilich.
27:49Dieser Kuh-Dialekt-Forscher.
27:51Martin Gemmer.
27:52Genau.
27:53Mit dem sollten wir nochmal zum Tatort fahren.
27:55Sehen, wo er das genau aufgenommen hat.
27:57Vielleicht fällt ihm ja vor Ort noch was ein,
27:58woran er sich im Moment nicht erinnert kann.
28:00Na, genau.
28:00Das machen wir.
28:01Ich kenne gerade von den Kollegen von der Ballistik.
28:04Die Projektile aus Winterseiner Leiche sind aus tschechischen Patronen
28:09und die sind abgefeuert worden aus einer tschechischen Pistole.
28:12Einer Atrapi Naboe Litera.
28:15Ein sehr seltenes Modell.
28:16Den ganzen Schwarzmarkt.
28:19Der Herr Hartl, der hat gerade angerufen.
28:21Der hat jetzt den Einbrecher von dieser Einbruchserie geschnappt.
28:24Der wartet auf euch im Vernehmungsraum.
28:26Danke.
28:26Der Mann heißt Gerd Fichte und nach ersten Erkenntnissenarbeiter allein.
28:31Und in Neubichl haben wir ihn erwischt.
28:32Und wer gerade Diebesgut aus ihrer Villa herausgeschafft hat.
28:35Und was hat das mit unserem aktuellen Mordfall zu tun?
28:38Dazu habe ich ihn noch nicht befragt.
28:40Ich wollte den Kollegen da nicht vorgreifen.
28:42Oh, das ist ja sehr rücksichtsvoll für ihn.
28:46Also gibt es nicht viel zu leugnen, wenn man Infragrant gemischt wird.
28:49Das ist schon so.
28:51Das ist immer.
28:53In den vergangenen zwei Monaten
28:54sind in der Rosenheimer Gegend insgesamt zwölf Einbrüche verübt worden.
28:59Für die waren alle Sie verantwortlich?
29:02Ich bin bloß für den verantwortlich, bei dem ich erwischt worden bin.
29:06Zwölf.
29:07Da hätte ich ja permanent unterwegs sein müssen.
29:09Ich habe noch mal alles gefragt.
29:11Sind Sie gestern Morgen
29:13in dieses Haus in Rieb eingebrochen?
29:16Garantiert nicht.
29:18So einen Fusch mache ich nicht.
29:20Das ist das Werk von einem Stümper.
29:21Wahrscheinlich mit einem nächstbesten Stein eingeschlagen.
29:24Das da nenne ich ein sauberes Handwerk.
29:25Klaus Schneider, Sauger, da gibt es keinen Dreck, keinen Lärm, nix.
29:29Aber doch nicht sowas.
29:30Der Besitzer von dem Haus ist ermordet worden.
29:33Das kann schon sein.
29:34Das ist auch so.
29:36Und was auch sein kann, ist,
29:38dass Sie trotzdem in dieses Haus eingebrochen sind.
29:40Das ist nicht wahr.
29:41Haben Sie eine Schusswaffe?
29:42Brauche ich nicht.
29:44Ich bin ein Einbrecher, kein Killer.
29:45In dem Haus sind wertvolle Taschenwohnen abhanden gekommen.
29:48Möglich.
29:49Die wird halt der mitgenommen haben, der dort eingebrochen ist.
29:52So kommen wir nicht weiter, Herr Fichte.
29:53Ja, schon klar, dass wir da nicht weiterkommen.
29:57Wenn Sie mich für einen Bruch verantwortlich machen,
29:59den ich nicht begangen habe, und einen Mord dazu.
30:01Sagen Sie uns, wo Sie Ihre Beute lagern.
30:04Lagern? Ich brauche kein Lager.
30:06Was ich erbeutet habe, hat mir Ihr Kollege leider schon abgenommen.
30:09Und den werden wir Sie jetzt auch wieder übergeben, Stefan.
30:19Was meinen Sie?
30:20Naja, mit dem Gott sei der Hertel oder mehr gern.
30:26Tja, Herr Adl, so wie es ausschaut, sind die Kompetenzen jetzt ganz bei Ihnen.
30:37Ja, hier stand ich, als ich die Kühe aufgenommen habe.
30:42Mhm.
30:44Und Sie haben niemanden gesehen?
30:45In das Haus reingehen, aus dem Haus kommen, ein Auto oder irgendwas?
30:48Ich war ja völlig auf die Kühe konzentriert.
30:52Und den Herrn Winter, den haben Sie auch nicht gesehen, wie er zum Job gegangen ist, oder als er vom
30:57Job zurückgekommen ist.
30:58Es tut mir echt leid, Herr Hofer.
31:00Nein.
31:03Ich höre den Kühen ja äußerst aufmerksam zu.
31:07Ja?
31:11Ah, Frau Stockel.
31:12Ah, Frau Ottmann.
31:14Wissen Sie vielleicht, wo ich den Herrn Hartel finde?
31:16Ich wüsste nicht mal, wo Sie ihn suchen sollten.
31:20Was hätten Sie denn gebraucht von ihm?
31:22Ähm, ich habe was für ihn durchgearbeitet und wollte es ihm zurückgeben.
31:25Steuerunterlagen.
31:26Ah, die vom Moosberger, gell?
31:28Ja.
31:29Frau Ottmann, die können jetzt auch mir gleich da lassen.
31:31Die sind nämlich für den Hofer eine Chance.
31:33Da kommt er schon.
31:38Herr Hofer.
31:40Frau Ottmann.
31:41Sie haben den Herrn Hartel beauftragt, mir diese Steuerunterlagen von einem gewissen Herrn Moosberger zu geben,
31:45damit ich sie für Sie durcharbeite.
31:48Beauftrag, ich habe zu viel gesagt.
31:49Ich habe ihn gebeten.
31:50Und warum haben Sie mich nicht selbst gefragt?
31:52Weil Sie dann vielleicht nein gesagt hätten.
31:54Stimmt.
31:55Und, haben Sie was Auffälliges im Ding?
31:59Diese Steuererklärungen sind gut bestückt mit frisierten Belegen und gefälschten Unterlagen.
32:02In der Tasche, ja.
32:03Wahrscheinlich trifft das auch auf die ein oder andere Unterschrift zu.
32:06Also Steuerhinterziehung.
32:07In welcher Dimension?
32:09Kräftig.
32:11Es fragt sich nur, ob der Moosberger die Papiere selber gefälscht hat.
32:14Oder einer seiner Steuerberater.
32:16Und da würde ein Steuerberater seine Mandanten verraten?
32:18Unter gewissen Umständen, um sich selbst reinzuwaschen.
32:21Bei einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt zum Beispiel.
32:24Also wenn wir dort noch mal nachfragen.
32:26Ja.
32:26Vielen herzlichen Dank, Frau Altmann.
32:28Wie kann ich mich revanchieren?
32:30Keine Sorge.
32:31Da fällt mir schon was ein.
32:33Okay.
32:36Frau Stockl?
32:37Ja.
32:42Sie müssen noch mal mit dem Finanzamt telefonieren.
32:45Alles treibt verweis, oder?
32:47Fragen Sie nach, ob bei dem Moosberger eine Betriebsprüfung ansteht.
32:50Erstens.
32:51Zweitens.
32:52Bestellen Sie uns den Moosberger selber noch mal her, aber ohne, dass Sie ihm das mit dem Finanzamt auf die
32:55Nase binden.
32:56Herr Hofer, ich bin nicht blöd.
32:59Frau Stockl, im Gegenteil.
33:05Sehen Sie mal, hier stand Gemma bei seiner Aufnahme.
33:08Also ziemlich genau in der Mitte zwischen Tatort und Kirche.
33:11Eigentlich hätten die Glockenschläge viel lauter sein müssen.
33:13Sind sie aber nicht.
33:14Sie sind geradezu dezent.
33:28Sie sind gerade in der Mitte zwischen Tatort und Kirche, die Glockenschläge, die Glockenschläge nachzeitlich hineinmanipuliert hat?
33:32Sieht fast so aus.
33:34Fragt Sie nur, warum?
33:35Fragen wir ihn.
33:37Das machen wir.
33:41Die Aufnahme manipuliert?
33:44Warum sollte ich das getan haben?
33:46Um dem Täter ein Alibi zu geben.
33:49Vielleicht haben Sie die Schüsse ja eben doch gehört und im Anschluss daran etwas gesehen.
33:55Oder jemand.
33:57Herr Burkhardt zum Beispiel.
33:59Der war nach eigener Aussage im Viertel nach Siemenried.
34:02Wer soll es sein?
34:03Der Geschäftspartner des Ermordeten sagt mir überhaupt nichts.
34:08Der hat zu unseren Verdächtigen gehört, bis Sie ihm mit Ihrer Tonaufnahme ein Alibi gegeben haben.
34:14Alibi gegeben?
34:15Sie drehen das doch völlig um.
34:17Sie haben mich doch um die Aufnahme gebeten.
34:19Was konnte ich denn ahnen, wer davon einen Vorteil oder einen Schaden hat?
34:23Sie haben die Aufnahme also nicht manipuliert.
34:26Nein.
34:29Herr Burkhardt, gehen Sie an.
34:31Nein.
34:33Gut, Herr Gimmer.
34:35Danke, dass Sie sich nochmal die Mühe gemacht haben.
34:37Sie können gehen.
34:39Also.
34:41Das werde ich mir in Zukunft schon überlegen, ob ich die Behörden nochmal behilfe.
34:44Ich sage mir, dass Sie gut ist recht.
34:50Der lügt.
34:51Wieso?
34:52Die Tasche und die Mütze sind in der Kanzlei von Burkhardt an einem Kleiderständerkind.
34:56Das gibt es, wenn Sie nicht so gut sind.
35:13Das ist das, wenn Sie nicht so gut sehen.
35:17Das ist das, wenn Sie nicht so gut sind.
35:21Aber als Beweis.
35:26Was ist das eigentlich?
35:28Kann man was deutlicher hervorheben?
35:38Das klingt wie ein Motor.
35:41Vorsicht.
35:46Das Stück Wiese da hinten, das ist doch gemäht, oder?
35:53Finden Sie doch bitte heraus, wen das gehört und wann und wie sie gemäht worden ist, ja?
35:57Jawohl.
35:59Danke.
36:03So, Herr Mosberger, nehmen Sie bitte Platz.
36:08Eine Kollegin von uns hat sich mit ihren Steuererklärungen in den letzten fünf Jahren befasst.
36:13Sie ist auf einiges gestoßen, was zu beanstanden werden.
36:17Ich weiß, ich weiß. Ich habe ja schon Nägel mit Köpfen gemacht.
36:21Was heißt das?
36:23Ich habe halb früh eine Selbstanzeige beim Finanzamt erstattet. Mir wird das Ganze zu heiß.
36:29Wie zu heiß?
36:30Ja, nicht, dass ich noch in einen Mord verwickelt werde.
36:32Das sollten Sie aber dann besser mich überzeugen als die Beamten von der Finanzbehörde.
36:38Der Burkhard, der hat mir vor fünf Jahren ein Steuermodell für mein Geschäft vorgeschlagen.
36:46EU-subventioniertes Ausland. In meinem Fall war es Irland.
36:51Na ja, ich habe dann da offiziell eine Fabrik eröffnet und meine Pumpen habe ich weiter in Deutschland hergestellt.
36:58Ich verstehe.
37:00Na ja, und damit das Ganze nicht auffliegt, da haben halt ein paar Papiere umdeklariert werden müssen.
37:09Umdeklariert? Also auf gut Deutsch gefälscht. Wer hat das gemacht?
37:14Der Burkhard. Der hat gemeint, das ist kein Problem. Er hat nämlich den Sachbearbeiter vom Finanzamt recht gut gekannt.
37:22Mhm. Den Sachbearbeiter hat er bestroffen.
37:26Na ja, jedenfalls ist der Sachbearbeiter durch einen Kollegen ersetzt worden. Ganz ein scharfer Hund, wie der Burkhard gesagt hat.
37:36Na ja, und das hat bedeutet, dass wir unser Steuermodell nicht haben weiterführen können.
37:41Weil Ihnen der scharfe Hund über kurz oder lang auf die Schlüche gekommen wäre?
37:47Ich wollte von der Möglichkeit der Selbstanzeige gebrauchen machen. Da kann man ja straffrei ausgehen.
37:53Und das habe ich vorgestern an Burkhard gesagt.
37:55Wie hat er darauf reagiert?
37:57Ja, was ist der Weg dagegen?
37:58Ja, ich werde immer noch mehr Delikte anhängig gewesen werden.
38:02Bestechung, vermutlich auch Verstüße gegen die Schwarz-Gelb-Paragrafen.
38:06Hat der Winter von diesen Mannschaften gewusst?
38:08Ja, zumindest hat er sich geweigert, meine Steuern zu übernehmen, wie der Burkhardt in Urlaub war.
38:15Ja, er wolle seine Lizenz nicht riskieren, hat er gesagt.
38:20Na, das sagt er alles.
38:22Ja, ich bin aber gerade fertig.
38:26Herr Kollege, ich glaube, ich habe den Fall gelöst.
38:28Interessant. Dasselbe denke ich nämlich auch.
38:31Wer wird ihn hier mördern?
38:32Im Prinzip der Burkhardt. Und Ihrer?
38:35Der Burkhardt im Prinzip.
38:36Ich würde sagen, wir treffen uns beim Herrn Burkhardt in der Kanzlei, okay?
38:40Na, fanden Sie schon mal vor. Ich warte dann auf Sie.
38:48Tja.
38:55Das sind ja die beiden Herren, die sich nicht kennen.
38:57Die Barscheher.
38:58Wollten Sie gerade zur Bank fahren?
39:00Daraus wird nichts.
39:01Sie haben nämlich einen Termin im Polizeipräsidium.
39:21Tja, Herr Gemma.
39:23Ihre Aufnahmen waren doch gefälscht.
39:26Wir haben das Gloppengeläut von St. Benedikt nicht am Morgen während der Tat,
39:29sondern erst am Abend aufgenommen.
39:32Wir konnten nämlich ein Motorengeräusch identifizieren,
39:34das von der Mähmaschine eines Landwirts stammt,
39:36der zu dieser Zeit seine Wiese gemäht hat.
39:39Ja, das...
39:41Das gebe ich zu.
39:42Bleibt Ihnen ja auch gar nichts anderes übrig.
39:46Ich habe die Schüsse gehört
39:48und kurz darauf den Mann, der sich später als Herr Burkhardt herausgestellt hat,
39:51aus dem Haus kommen Sie hin.
39:52Ich bin ihm nachgefahren und...
39:56...habe ihm einen Vorschlag gemacht.
39:59Vorschlag?
40:00Sie wollten für Ihr Schweigen Geld von ihm erpressen, mein Lieber.
40:03Erpressen nicht.
40:05Er willigte auch ein.
40:07Er meinte aber, schweigen sei zu wenig.
40:10Wenn, dann müsste ich ihn schon entlasten.
40:12Na, Sie hätten auch behaupten können,
40:14in der Tatzeit mit ihm irgendwo anders gewesen zu sein.
40:18Das schien mir zu wenig objektiv.
40:20Ich wollte das Ganze wissenschaftlich haltbar machen.
40:29Winter wusste von meinen...
40:33...na ja...
40:34...Unsauberkeiten.
40:36Er hat über all die Jahre Material zusammengetragen,
40:38was mich im Ernstfall belasten könnte.
40:42...und ihn selbst reinwaschen.
40:44Mit dieser Ernstfalle soll Herr Moosberger?
40:48Er, der Auslöser.
40:50Winter hat mich vor eine Alternative gestellt.
40:52Sein Material sagt der reiche aus,
40:54um mich für Jahre ins Gefängnis zu bringen.
40:56Er wollte sich von Ihnen trennen?
40:57Natürlich hätte er den gesamten Mandanten schon übernommen.
41:01So oder so wäre ich am Ende gewesen.
41:03Und dann haben Sie beschlossen,
41:05ihm zuvor zu kommen.
41:07Und sich von ihm zu trennen.
41:11So kann man es auch ausdrücken.
41:13Und indem Sie auf die Einbruchsserie aufgesprungen sind,
41:16dachten Sie, Ihren Mord und Ihr Motiv verschleiern zu können.
41:20Wo ist das durch Sie?
41:22Ich habe es mitgenommen und vernichtet.
41:25Das hat Ihnen leider nichts genutzt.
41:27Nein, gar nicht.
41:29Herr Burghals ist in Vorläufig festgenommen,
41:32wegen des dringenden Tatverdachts,
41:33Harald Winter ermordet zu haben.
41:36Florian, abführen.
41:45Tja, Feierabend.
41:46Für Sie vielleicht.
41:47Ich muss noch zu meiner Resi.
41:50Also ist es wenigstens jemand, der auf Sie wartet?
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