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  • vor 21 Minuten
Mit der Bundeswehr an der NATO-Ostflanke: So nah war der Krieg noch nie

Euronews-Reporterinnen unterwegs mit der Bundeswehr beim Manöver in Litauen: Wie bereiten sich die Soldaten auf einen Ernstfall an der NATO-Ostflanke vor? Wir begleiten eine Panzerbesatzung der Brigade Litauen und Einheiten der Elektronischen Kampfführung direkt an der belarussischen Grenze.

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Transkript
00:01Der Einschlag ist echt. Die Munition scharf. Nur zwölf Kilometer trennen diesen Übungsplatz von Belarus.
00:10Wir trainieren für den Ernstfall. Wir hoffen es natürlich nicht, aber wenn es so sein sollte, werden wir auf jeden
00:16Fall bereit sein.
00:18Ende 2027 sollen in Litauen fast 5000 deutsche Soldaten stationiert werden.
00:23Das ist für den Verband wahrscheinlich der wichtigste Auftrag in der Geschichte dieses Verbandes.
00:31Doch wer sind die Menschen hinter diesem Auftrag?
00:52Sennelager bei Paderborn in Nordrhein-Westfalen. Kurz nach 9 Uhr morgens.
00:56Hier beginnt für das Panzerbataillon 203 aus Augustsorf die Verlegung ins Baltikum.
01:01Zur multinationalen NATO-Übung Freedom Shield 1.
01:05Soll ich hoch gehen und rauf bringen?
01:07Ja.
01:08Für viele Soldaten des Bataillons ist diese Übung Teil eines größeren Auftrags.
01:12Bis Ende 2027 werden sie schrittweise nach Litauen verlegt und Teil der rund 4800 soldatenstarken Panzerbrigade 45.
01:23Doch wer sind die Soldaten, die nach Litauen verlegt werden?
01:28Hier treffen wir zwei Freiwillige, die sich für mehrere Jahre in Litauen verpflichtet haben.
01:33Wie alle Gespräche, die wir mit Soldaten führen, findet auch dieses in Anwesenheit von Presseoffizieren statt.
01:39Für beide ist es die erste langfristige Stationierung im Ausland.
01:44Und die führt sie ausgerechnet an die Grenze zu Belarus.
01:47Klar, man hat immer ein mulmiges Bauchgefühl, aber wir haben einen klaren Auftrag und den werden wir, denke ich mal,
01:52zu 100 Prozent erfüllen.
01:54Letztendlich sind wir alle gut ausgebildet.
01:56Wir trainieren für den Ernstfall, wenn es dazu kommen sollte.
02:00Wir hoffen es natürlich nicht, aber wenn es so sein sollte, werden wir auf jeden Fall bereit sein.
02:11Rund 600 Soldaten gehören zum Panzerbataillon 203. Auch Kraftfahrer Kevin ist mit dabei, Spitzname Rogi.
02:18Dadurch, dass das gesamte Bataillon dorthin verlegt und auch Teile meines Zuges, meine Einheit dahin verlegen, war das klar, dass
02:26ich mitgehe.
02:27Und natürlich, um im Falle eines Falles dort dann unser Bündnisgebiet zu verteidigen.
02:45Kurze Stärkung, dann heißt es, Helme auf, Warnwesten an.
02:49Dann werden die Panzer für die Schiene vorbereitet.
02:52Die Brigade Litauen wird gerade noch neu aufgebaut.
02:56Das Panzerbataillon 203 ist eines ihrer fünf Bataillone.
03:00Darauf ist der Kommandeur des Bataillons, Oberstleutnant Oliver Kaufmann, besonders stolz.
03:06Das ist für den Verband wahrscheinlich der wichtigste Auftrag in der Geschichte dieses Verbandes.
03:13Und das erfüllt uns natürlich mit einer gewissen Art von Stolz.
03:18Aber insbesondere nehmen wir die Verantwortung wahr, die da mitschwingt, die hinter diesem Auftrag steht.
03:24Die Stationierung soll auf Freiwilligkeit beruhen.
03:27Doch je näher die Verlegung rückt, desto häufiger werden Zweifellaut, ob das ausreichen wird.
03:32Auch das Heer stieß verpflichtende Versetzungen nicht mehr aus, falls sich nicht genügend Freiwillige melden.
03:38Wie sieht das in seinem Bataillon aus?
03:40Im Panzerbataillon 203 haben wir tatsächlich eine sehr hohe Freiwilligenquote.
03:47Die Zahlen, die kursieren, muss man immer einordnen.
03:51Ich kann für meinen Bataillon sprechen und die Masse der Soldaten ist bereit, freiwillig mit nach Litauen zu gehen.
03:58Und das ist auch genau das, was ich als Führer möchte.
04:01Ich möchte Soldaten an meiner Seite haben, die von dem Auftrag überzeugt sind und die gemeinsam in dem Team Panzerbataillon
04:10203 diesen verantwortungsvollen Auftrag übernehmen.
04:24Die über 60 Tonnen schweren Leopard 2-Panzer gehören zu den modernsten Kampfpanzern der Bundeswehr.
04:30Damit der Zug also später auch sicher Richtung Baltikum rollt, kommt es deswegen auf jeden Zentimeter an.
04:39Da hinten stehen schon ein paar Panzer. Morgen wird noch ein weiteres Dutzend verladen.
04:44Die werden dann nach Litauen verfrachtet und da werden wir auch die beiden Soldaten wieder treffen.
04:58Bevor wir uns selbst ein Bild vor Ort machen, geht es für uns nach Berlin.
05:06Eine Frage, die wir uns gestellt haben ist, warum hat sich Deutschland entschieden eine Kampfbrigade in Litauen aufzubauen?
05:22Russlands Angriff auf die Ukraine hat die Sicherheitslage in Europa verändert und die Sorge vor einem russischen Angriff ist an
05:28der NATO-Ostflanke gewachsen.
05:38Bereits die Besetzung der Krim 2014 begründete Putin unter anderem mit dem Schutz russischer Minderheiten.
05:44So auch beim Angriff auf die Ukraine 2022.
05:47Auch in den baltischen Staaten leben russische Minderheiten. In Litauen sind es um die 5 Prozent.
05:53Schon nach der Annexion der Krim forderten Polen, Estland, Lettland und Litauen eine stärkere Präsenz der NATO an ihrer Ostflanke.
06:01Als Reaktion beschloss das Bündnis 2016 vier multinationale Battle Boots aufzustellen.
06:07Deutschland übernahm dabei die Führung des NATO-Gefechtsverbands in Litauen.
06:11Politiker und Vertreter der NATO warnen, Russland könnte weitere Staaten bedrohen.
06:20Was bedeutet das für Deutschland und die Bundeswehr? Antworten darauf suchen wir im Bundestag.
06:29Es ist so, dass wir zurzeit davon ausgehen, dass Russland nicht in der Lage ist, erfolgreich gegen die NATO zu
06:36kämpfen,
06:37weil wir zurzeit gemeinsam in der NATO Russland überlegen sind.
06:41Aber Russland rüstet massiv auf. Wir sehen die Entwicklung von weitreichenden Waffensystemen.
06:46Wir sehen die Rekrutierung von 1,5 Millionen Soldaten.
06:50Wir sehen die Vorbereitung von Infrastruktur für Truppenstationierung direkt an der NATO-Ostflanke.
06:56Das heißt, Russland rüstet auf.
06:58Auch die Bundeswehr rüstet auf. Bis 2029 soll Deutschland kriegstüchtig werden.
07:05Es ist ein Irrglaube davon auszugehen, dass nach dem Ende der militärischen Handlung Russlands,
07:12nach dem Angriffskrieg in der Ukraine, es keine weitere militärische Eskalation geben wird.
07:17Im Gegenteil, wir sehen an vielen Stellen Vorbereitungen eines neuen russischen Angriffs und diesmal gegen NATO-Partner.
07:23Und das ist genau der Grund, weshalb wir mit unserer Brigade ein klares Zeichen in diese Region setzen.
07:30Das Panzerbataillon 203 wird bis Ende 2027 an den größten Standort nach Rudninkai verlegt,
07:36nur rund 15 Kilometer von der belarussischen Grenze entfernt.
07:43Litauen fühlt sich von Belarus bedroht.
07:46Von dort marschierten russische Truppen 2022 Richtung Kiew.
07:49Moskau und Minsk filmt zudem regelmäßig gemeinsame Manöver durch.
07:54Jetzt gibt es keine direkte Angriffs von Belarus.
07:58Aber aus dem Militärsland ist es wie die Militärslande von Russland.
08:04Sie verwendet eine Nukle-Wepone, eine Oleschnik.
08:08Sie verwendet unsere Infrastruktur.
08:12Sie haben die Logistische Möglichkeit, um in Belarus zu benutzen.
08:17Lukaschenko verwendet unsere Ökonomie.
08:20Lukaschenko ist ein sehr loyal und schäfer Partner für Putin.
08:26Und in jedem Moment gibt es eine Necessity oder eine crazy Idee,
08:30um unsere Territory für direkte Intervention zu benutzen.
08:35Sie kann es leicht verwendet werden.
08:40Um uns selbst ein Bild von der Lage an der NATO-Ostflanke zu machen, fliegen wir nach Litauen.
08:45Eine Woche lang begleiten wir die Bundeswehr bei der Übung Freedom Shield
08:48und der Mission Vigilant Owl, auf Deutsch wachsame Eule, nur wenige Kilometer von Belarus entfernt.
08:59Auf dem Truppenübungsplatz in Paprade, rund eine Autostunde von Vilnius entfernt, beginnt der scharfe Teil der Übung.
09:06Auch Kevin und Rogi vom Panzerbataillon 203 üben hier den Ernstfall.
09:12Die Kampfpanzer und Artillerie müssen ihre Einsätze aufeinander abstimmen.
09:40Mit dabei ein Eurofighter und 2-Tiger Kampfhubschrauber.
10:01Auch Rogi und Kevin und ihre Leopardpanzer haben scharf geschossen.
10:05Während ihrer Übung durften wir sie nicht begleiten.
10:08Wir treffen die beiden aber danach wieder.
10:10Was haben sie während dieser Übung erlebt?
10:13Wir haben ja begonnen mit der eigentlichen Übung, also ohne Munition, ohne Schießen,
10:18nur mit Simulationsgeräten, wo wir uns behübt haben.
10:23Und da lernt man halt viel, man kann seine Fähigkeiten verbessern.
10:27Und im Anschluss daraufhin hat ja dann nochmal ein zweitägiges Schießen stattgefunden,
10:32wo wir das Erlernte dann im scharfen Schuss umgesetzt haben.
10:37Und hier ist ja auch wahnsinnig staubig und sandig.
10:41Wie ist das denn als Fahrer? Ist das ja anders als in Deutschland.
10:46Ja, ich sag mal so, also an sich ist das für mich erstmal der schönste Platz,
10:50weil ich unter der Luke sitze, ich bekomme davon gar nicht so viel mit, tatsächlich.
10:56Es ist halt schwierig, wenn man jetzt in Reihe fährt,
10:59also wenn mehrere Kampfpanzer vorein fahren, dann wird einem schon stark die Sicht genommen.
11:02Aber dafür haben wir halt als Kraftfahrer auch Wärmebildgeräte und das funktioniert dann schon.
11:07Und der Kommandant unterstützt natürlich von oben auch noch mit.
11:10Freedom Shield ist auch ein Test dafür, wie die neue Brigade zusammenarbeitet.
11:16Ich finde hier ist irgendwie dieses einfach mal machen wird hier irgendwie ein bisschen mehr gelebt oder beziehungsweise gefördert.
11:23Sehen Sie das auch so oder wie haben Sie das in den letzten Wochen sozusagen miterlebt?
11:27Ja gut, also der Spruch einfach mal machen, der ist immer leichter gesagt als getan.
11:31Man muss sich natürlich auch an Regeln und Vorschriften halten, ganz klar.
11:35Aber ich finde, also wir machen hier in der Brigade 45 auf jeden Fall mehr möglich, als wir vorher getan
11:43haben.
11:44Ja und das macht schon gut Laune, sag ich mal so.
11:49Für das Panzerbataillon 203 ist die Übung beendet.
11:52Bevor es zurück nach Deutschland geht, müssen die Fahrzeuge für den Bahntransport vorbereitet und Plätze blank geputzt werden.
12:02Während sich das Panzerbataillon 203 also auf die Rückreise vorbereitet,
12:07trainieren ihre Kameraden vom Panzergrenadierbataillon 122 aus dem bayerischen Oberviechtach den Bau von Rohnen verstecken.
12:17Wir haben hier ein Drohnenversteck gebaut, auf den Erfahrungswerten basierend aus der Ukraine.
12:24Der Soldat will aus Sicherheitsgründen sein Gesicht nicht zeigen.
12:28Wir hatten dafür für die Drohnenausbildung dann eben litauische Kräfte, die uns ausgebildet haben,
12:33die selber Erfahrungen mit der Ukraine gesammelt haben und wir haben dann das, was sich da bewährt hat,
12:38eben versucht hier umzusetzen für die Übung Freedom Shield 1, um das bestmögliche und das realistische Bild für uns und
12:44unsere Kräfte darzustellen,
12:45um dann hier auch damit ausbilden zu können.
12:48Genau und das ist der erste Tunnel.
12:50Hier neben ist schon der Eingang, der ist extra geöffnet, dass wir den auch gleich finden.
13:03Wir sind jetzt in dem Drohnenversteck, in dem dann später quasi vier Soldaten und Soldatinnen arbeiten, leben und kämpfen.
13:10Leben?
13:10Ja, die schlafen hier. Sie haben dann hier links und rechts zwei Doppelstockbetten, auf dem sie aber die Luftfahrtratze draufschmeißen
13:17und dann schlafen.
13:18Und sie haben dann verschiedene Bildschirme, einmal für die Aufklärungsdrohne und dann gibt es den zweiten Bildschirm, da ist dann
13:23die Wirktdrohne.
13:24Für den ersten Tunnel haben die Soldaten selbst zur Schaufel gegriffen. Rund 30 Stunden hat es gedauert, bis die Konstruktion
13:31stand.
13:32Danach kam ein Bagger zum Einsatz.
13:35Ist ganz cool, man sieht halt, was man gearbeitet hat.
13:37Das, was ich von heute so von vielen mitnehme, das ist sehr so einfach mal machen.
13:41Genau, man kann einfach hier in Litau viel ausprobieren und sehr realitätsnah das Ganze machen, so wie es dann später
13:47einem hoffentlich nicht erwartet.
13:48Aber man ist ja nicht so durch die ganzen Vorschriften und Regelungen eingeengt, wie es vielleicht in Deutschland sind.
13:55Die Menschen hier trauen sich was und man will hier eben auch was schaffen.
14:04Alles, was die Bundeswehr hier schafft, übt und improvisiert, wird von der Gegenseite genauestens beobachtet.
14:11Wie real diese Bedrohung für die Truppe ist, haben wir den Inspekteur des Cyber- und Informationsraums in Vilnius gefragt.
14:18Sie müssen permanent damit rechnen, dass ihr Vorgehen überwacht wird, dass man versucht auszuspionieren, ob man in Kasernen eindringen kann
14:26etc.
14:27Wenn das gelingt, wird Sabotage nicht lange auf sich warten lassen, dass versucht wird vielleicht die Wasserversorgung einer Kaserne zu
14:35verseuchen, um damit Schaden herzurufen.
14:38Diesem Risiko sind wir permanent ausgesetzt. Wir informieren sie natürlich, wenn sie Telefongespräche führen, beispielsweise mit den Familien zu Hause,
14:48dass sie natürlich auch dort reinhören sollen, ob es auffällig knackt im Gesprächskreis.
14:54Was nämlich dazu sein könnte, dass hier jemand in das litauische Netz eingedrungen ist, der auf dieser Basis die Möglichkeit
15:03hat, einen deutschen Telefonanruf sozusagen abzuhören.
15:11Parallel zur Übung Freedom Shield läuft deshalb die Mission Vigilant Owl.
15:16Das heißt, Soldaten der elektronischen Kampfführung, kurz ELUKA, überwachen das elektromagnetische Spektrum.
15:22Sie erfassen die elektromagnetischen Signale sämtlicher Geräte und Fahrzeuge in einem Gebiet und erstellen daraus ein Lagebild.
15:32Eine dieser Einheiten begleiten wir.
15:36Eine Person ist immer eingesetzt als Auge, quasi der einmal durchs Gelände führt, den Blick nach vorne hat, das Ziel
15:43findet, es anläuft, per Karte, Kompass, GPS, je nachdem welchen Mittel wir haben.
15:47Dann geht er über in die Sicherung.
15:52Und der zweite Soldat, da hinten dran, kann anfangen, den Sensor aufzubauen, alles fertig zu machen und dann wird wieder
15:58zurückverlegt.
16:01Immer wieder verlegt die Einheit ihre Sensoren an neue Positionen.
16:07Zurück am Fahrzeug wollen wir wissen, wie sich das System unter realen Einsatzbedingungen bewährt hat.
16:13Hier ist die erste Mission, wo wir den Sensor scharf am Live-Signal benutzen können.
16:17Und wie war's?
16:18Wir konnten gute Ergebnisse liefern. Generell konnten wir uns hier sehr gut beüben und auch Informationen liefern an den Gefechtsstand
16:27und auch ein Lagebild verdichten.
16:33Doch nicht nur die Bundeswehr sammelt Informationen, erklärt uns Oberstleutnant Moritz Kaselow.
16:38Die Übung im Paprade bleibt auch im wenige Kilometer entfernten Belarus nicht unbemerkt.
16:44Die jeweilige Übung Freedom Shield hat Wahrnehmung im Informationsraum einerseits der belarussischen Bevölkerung und auch andererseits im Rahmen der Reaktionen,
16:54die wir auf der anderen Seite sehen.
16:55Man ist also sehr wohl daran interessiert und am Ende des Tages kann man jetzt schon früh zusammenfassen, dass die
17:00Abschreckung, die zurzeit hier stattfindet, auch wahrgenommen wird.
17:04Im sogenannten Sandkasten erklärt er uns die aktuelle Lage.
17:08Das Modell veranschaulicht, welche Einheiten entlang der Grenze eingesetzt werden und wie ihre Aufträge ineinander greifen.
17:15Wir haben den Auftrag mit der Witschland-Uhl hier im Bereich aufzuklären, die jeweiligen Signale im elektromagnetischen Spektrum und im
17:24Endeffekt eine Vorwarnfunktion zu stellen.
17:25Einerseits für die Kräfte, die aktuell eingesetzt sind, hier im Rahmen der Panzerbrigade 45.
17:30Andererseits für andere Bedarfsträger und natürlich auch für unseren Partner, die litauischen Kräfte hier vor Ort.
17:34Wir sind nämlich diejenigen, die Veränderungen im elektromagnetischen Umfeld feststellen sollen.
17:39Und das bedeutete, zehn Tage bevor die anderen Kräfte überhaupt hier waren, exemplarisch, waren wir vor Ort.
17:44Und wir werden auch noch deutlich länger, bevor die Kräfte jetzt hier abreisen, wieder aus Litauen, werden wir hier noch
17:48vor Ort verbleiben und im Endeffekt schauen, ob sich danach noch Änderungen einstellen.
17:54Der russische Angriff auf die Ukraine zeigt, wie wichtig das elektromagnetische Spektrum für die moderne Kriegsführung ist.
18:02Gesprochen wird deswegen von einem gläsernen Gefechtsfeld, also einem Schlachtfeld, auf dem Sensoren, Drohnen und elektronische Aufklärung die Bewegungen schneller
18:10sichtbar machen.
18:12Im Grunde sind wir hier die Spinne im Netz für alle unsere Sensoren und sorgen dafür, dass die vorne an
18:19der Grenze entsprechend ihre Aufträge ausführen können.
18:23Genau hier sitzt die elektronische Kampfführung an.
18:26Sie erfasst und analysiert Signale, erkennt Veränderungen und liefert den eingesetzten Kräften ein aktuelles Lagebild.
18:32Seit der Drohnenbedienung bitte Überwachung des Gesamtraums rauszoomen.
18:36Denn was im elektromagnetischen Raum sichtbar wird, kann am Boden wenig später zur Bedrohung werden.
18:42Etwa durch Drohnen, die während der gesamten Übung Freedom Shield allgegenwärtig waren.
18:56Das Besondere an der Übung war, dass wir hauptsächlich die Drohnen viel mehr genutzt haben.
19:01Ja, dass die Drohnen hier wirklich, ich sag mal, in den Vordergrund gestellt worden sind.
19:08Sei es Aufklärung, Feindmeldungen.
19:23Der Drohnenkrieg in der Ukraine hat auch gezeigt, wie wichtig der Schutz der eigenen Geräte ist.
19:28Im Vergleich zu einem Kampfpanzer sind Drohnen günstig, können aber dennoch erheblichen Schaden anrichten.
19:34Für Freedom Shield mussten die Soldaten deswegen einen zusätzlichen Schutzmechanismus gegen die Angriffe aus der Luft entwickeln.
19:41Wir haben vor vier Monaten in Deutschland den Auftrag von unseren Kompanie bekommen.
19:46Wir sollen uns ein Konzept überlegen, wie wir Drohnen, ich sag mal, entgegenwirken können.
19:52Wir hatten da mehrere Möglichkeiten.
19:54Ich habe ein Konzept entwickelt für den Verfügungsraum.
19:56Ja, also das ist der Raum, wo dann abends immer alle unterziehen und sich sammeln für die Nacht.
20:02Ich habe einen Angelschirm hier besorgt.
20:04Klingt jetzt erstmal ein bisschen provisorisch.
20:06Der wird dann hier in der Mitte aufgebaut, hochgezogen.
20:08Und darüber kommt dann ein Riesennetz, 15 mal 16 Meter, dass der ganze Panzer im Verfügungsraum geschützt ist gegen Drohnen.
20:15Ja, und die Besatzung, ich sag mal, in Ruhe schlafen oder nächtigen kann.
20:18Kevins Drohnenkäfig war zum Zeitpunkt unseres Drehs bereits wieder abgebaut.
20:26Einen ähnlichen Schutz zeigt uns Hauptfeldwebel Markus von der Fernmeldekompanie der Panzerbrigade 45.
20:33Er hat für den Radpanzer Fuchs ein Drohnenkäfig entwickelt.
20:36Ich habe eben ganz viele Videos gesehen aus der Ukraine.
20:39Ich habe mir gedacht, wie könnten wir unsere Fahrzeuge schützen gegen diese Gefahren, die Drohnen jetzt mit sich bringen.
20:46Und da kam eben die Idee, so ein Käfig zu konzipieren, mal umzusetzen.
20:51Wir sind damit auch schon eine Probefahrt gefahren, haben dabei ein, zwei Schwachstellen noch gefunden, die wir jetzt nachbessern nach
20:58und nach.
20:59Jetzt ist es hier im Rahmen des Prototyps erstmal mit Hasendraht gemacht, beziehungsweise oben mit einem stabileren Edelstageflecht.
21:07Aber wenn man das stabiler baut, weiterentwickelt, könnte es durchaus auch gegen so eine Schahit helfen.
21:13Zumindest, dass die Besatzung unverletzt aus der Nummer rauskommt.
21:19Während der rund sechswöchigen Übung mussten sich die Soldaten jedoch nicht nur vor Drohnen schützen, sie haben sie auch selbst
21:25genutzt.
21:26Ja, ich habe das auch gemacht.
21:27Also ich stand dann hier in meiner Kommandantenluke und habe dann die Drohne steigen lassen.
21:32Und ja, habe dann Aufklärung betrieben und gegebenenfalls auch Feindmeldungen rübergebracht.
21:37Und dann wurden die mit Steilfeuer bekämpft.
21:40Und haben Sie davor schon mal eine Drohne geflogen oder war das erst mal?
21:43Nein, learning by doing.
21:44Und wie lange hat es gedauert?
21:45Drei Minuten.
21:46Wächst da jetzt auch die Lust, so ein bisschen mehr mit Drohnen auch generell zu machen oder bleibt es beim
21:50Panzer?
21:51Ja, es ist relativ schwierig tatsächlich auch für einen Kampfpanzer.
21:53Man muss sich ja jetzt vorstellen, das Auto ist dafür konzipiert, mit Geschwindigkeit und Feuerkraft den Kampf zu eröffnen.
22:01Und ob ich dann noch parallel die Zeit habe, eine Drohne steigen zu lassen.
22:06Mit der Panzerbrigade 45 setzt Deutschland in Litauen bewusst auf schwere Kampfpanzer.
22:12Damit soll Russland abgeschreckt und Litauen im Falle eines Angriffs gemeinsam mit den übrigen NATO-Kräften verteidigt werden.
22:20Auf dem Rückweg nach Vilnius haben wir uns gefragt, ist das noch zeitgemäß?
22:30Do you think that Brigade needs more Drones to protect Lithuania or to deter Russia?
22:37Or is the focus still on, is the focus on tanks still adequate?
22:42I mean, it's a battle tank brigade.
22:43I say, Drones not come and not occupy the country, but it can be used as very good offensive means,
22:55but also in defensive matters.
23:00Für Kevin und Rodji ist der Einsatz in Litauen vorerst beendet.
23:04Für das Panzerbataillon 203 geht es nun zurück nach Augustdorf.
23:08Die Leopard 2 Besatzungen
23:10Die Fernmelder
23:12Die Spezialisten der elektronischen Kampfführung
23:16Die Panzergrenadiere aus Oberviechtag
23:19Sie alle haben den Auftrag für den Krieg bereit zu sein, damit es gar nicht erst zum Krieg kommt.
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