00:00Qui in Ostdeutschlande è la più alta l'innovazione del mondo, più alto che il Eiffelturm.
00:06Io ho provo a vedere come funziona in Made in Europe.
00:20Klettwitz in der Lausitz, qui è stata prima di Braunkohle abgebaut.
00:24Auf den Abraumhalden des Tagebaus stehen heute Solar- und Windparks.
00:29Ein großer Tag für das GICON-Team.
00:32Ein viele Tonnen schweres Turmsegment wird gehoben.
00:36Bei GICON arbeiten einige der besten Ingenieure Deutschlands.
00:39Jochen Grossmann hat das Unternehmen gegründet.
00:43Das Teil ist vor einer halben Stunde erst zurückgehoben worden.
00:46Und jetzt sind die da oben befestigt.
00:48Es sind etwa 20 Leute da oben.
00:53Es sind egal, ob die in 150 oder 300 Meter Höhe montieren.
00:56Das ist Wahnsinn.
00:58Das Problem ist, es gibt keinen Kran, der eine Turbine in 300 Meter Höhe heben könne.
01:03Das ist der höchste Kran Europas.
01:05Und der kommt bis 180 Meter.
01:07Und deshalb haben wir diese Konstruktion wie ein Teleskop.
01:11Und jetzt setzen wir mit dem Kran dann in 160 Meter Höhe die Turbine drauf.
01:15Und dann wird, wie früher mit dem Wagenheber beim Auto, ist ein Nutzenheber, der hier installiert wird.
01:21Und dann wird der Turm mit Seilen in dem äußeren Turm nach oben geschoben.
01:27Und wie du es vom Teleskop kennst, wird er Stück für Stück mit der Turbine im Ganzen nach oben geschoben
01:31und dann oben befestigt.
01:33Und das ist eine ingenieurtechnische Meisterleitung.
01:38Gesamthöhe 365 Meter. Eine Weltsensation.
01:42Aber warum baut das GICON-Team überhaupt so ein Riesending?
01:46Was bringt das? Kurz gefragt, warum so hoch, Herr Professor Grossmann?
01:51Weil der Wind, je weiter ich von der Erdoberfläche wegkomme, stärker und stetiger bläst.
01:55Deshalb sind auch die Windkraftanlagen immer höher geworden.
01:58Weil dort ist so viel Wind, dass man mehr als den doppelten Ertrag hat, als von diesen Anlagen, die hier
02:04im Umfeld stehen.
02:05Grossmanns Idee, künftige Windparks sollen zwei Stockwerke haben, damit der Wind doppelt geerntet werden kann.
02:13Einmal unten und einmal oben. Höhenwindräder als Booster für die Energiewende.
02:19Die Windkraftanlage ist so hoch, dass sie als zweite Etage in vorhandene Windparks gebaut werden kann.
02:25Das heißt, wir können zum einen Windparks nachrüsten, wir können zukünftig Windparks sofort in zwei Etagen bauen
02:30und haben damit den dreifachen Ertrag von der gleichen Fläche.
02:38Ihre Vision für Deutschland, Europa und international?
02:42Ja, bis Anfang der 30er Jahre 100 Anlagen und nachfolgend wollen wir auf 1000 in Deutschland kommen.
02:49Und dann möglichst ein Weltkonzern, der die Anlage weltweit vertreibt. Die Chance ist da.
02:54Wann soll denn das sein?
02:55In den 30er Jahren.
02:57Frage an Projektleiter Frank Adam. Wie fühlt man sich, einen Weltrekord aufzustellen?
03:04Also einen gewissen Stolz entwickelt man während der Phase natürlich.
03:07Der Innovationswille, insbesondere in Deutschland, in Europa, der ist vorhanden.
03:16Das sind ja Schrauben hier.
03:19Wie viel wiegen die hier?
03:21Bis zu zweieinhalb Liter.
03:24Damit kannst du Gewicht heben.
03:25Wie viel von diesen großen haben sie jetzt da verbaut, haben sie gesagt?
03:2880.000.
03:2980.000!
03:3180.000 von den Dingern.
03:33Das sind Bruchthalter, Nieten, die im Eifelturm sind.
03:36Für so ein Riesenprojekt, wie lange arbeitet das Team da dran?
03:40Also, die ersten Ideen haben wir 2010 etwa angefangen.
03:4510 bis 20 Jahre muss man einplanen, um eine Innovation von der Idee in den Markt zu bringen.
03:50Ein Blick in die Vergangenheit beweist.
03:52Die Lausitz war immer schon eine Region der Rekorde und genialer Maschinenbauer.
03:58Konrad Lehmann zeigt mir ein Megamonstergerät aus der Braunkohlezeit.
04:03Die Förderbrücke F60, die größte bewegliche Maschine, die jemals auf der Welt gebaut wurde.
04:09Die F60, die hat jetzt eine Länge von 502 Meter.
04:12Und wir haben heute ein Gewicht von 11.500 Tonnen.
04:15Damals, wo die Brücke gearbeitet hat, war sie noch ein bisschen schwerer.
04:18Da hat sie ein Gewicht über 13.000 Tonnen gehabt.
04:22Deutschland macht ernst mit der Energiewende.
04:24Bis 2038 wird der letzte Braunkohletagebau schließen.
04:30Ja, in der DDR waren da zehntausende Leute in der Braunkohleindustrie beschäftigt.
04:36Unser Tagebau Klettwitz-Nord hatte an die 2.000 Beschäftigte.
04:41Und eben speziell, um diese F60-Förderbrücke zu bedienen, da brauchte man 22 Bergleute.
04:51In der Lausitz hat man seit den Jahren 1900 bis so circa 2020 über 8 Milliarden Tonnen Braunkohle gefördert.
05:01Und bei unserem Tagebau, wo der in Betrieb war, da waren es dann 13 Millionen Tonnen, die man hier rausgeholt
05:07hat.
05:07Und in dem Bereich, wo der Tagebau weiterlaufen sollte, liegen auf mehreren Quadratkilometern heute immer noch 300 Millionen Tonnen Braunkohle.
05:17Die gigantischen Tagebaugruben werden nach und nach geflutet.
05:21Es entsteht eine Seenlandschaft mit einer attraktiven Tourismusindustrie.
05:26Gleichzeitig werden erneuerbare Energien massiv ausgebaut.
05:30Es ist ja jetzt so, dass man immer noch Energieregion bleiben möchte.
05:34Naja, und dann irgendwann möchte man ja aus der Braunkohle aussteigen.
05:38Und da haben wir halt dann die neuen Energieformen, die da eben halt bereitstehen und die dann uns auch hier
05:43in der Lausitz weiterhelfen sollen.
05:45Deutschlands größte Photovoltaikanlagen liegen im Osten, so wie der Solarpark Klettwitz.
05:50Die Wunden des Kohlezeitalters verschwinden unter PV-Panelen.
05:55In Klettwitz produzieren 343.000 Module Strom aus Sonne.
06:01Wow, irre Technik hier. Also hier von den 175 Megawatt, da kommt das jetzt alles da rein.
06:07Was ist denn das für eine Spannung hier? Ist das gefährlich anzufassen?
06:10Lieber nicht. Also wir haben hier in der Niederspannungsseite eben 800 Volt.
06:15Und auf der anderen Seite 30.000 Volt.
06:1830.000 Volt.
06:20Nee, nee, da geh ich mal weg.
06:23Hier entsteht Zukunft. Denn Wind und Sonne produzieren erneuerbare Energie im Überfluss.
06:30Damit könnte bald im großen Maßstab grüner Wasserstoff hergestellt werden.
06:35Europa wäre dann unabhängiger von teuren Importen fossiler Brennstoffe aus dem Ausland.
06:42Doch zurück zum Windradbauer Gikon. Abschließendes Gespräch mit Firmengründer Großmann.
06:49Was sind denn die Voraussetzungen für Innovation aus Ihrer Erfahrung?
06:54Wir haben in Deutschland zu wenig Kapital, um Innovationen in den Markt zu bringen.
07:01Die Ideen sind in Deutschland nicht das Problem. Aber dann kommt der entscheidende Schritt.
07:04Wie erreiche ich die Marktreife? Wir reden immer über Technical Readiness Level.
07:09Es geht um den Market Readiness Level. Wie komme ich in den Markt?
07:11Wie kann man aus diesem einen Pilotprojekt vielleicht etwas entwickeln, was wichtig ist für ganz Europa oder vielleicht auch weltweit?
07:19Wie stellen Sie sich das vor?
07:21Also wir selber haben einen Plan. Wir haben das mal gescannt.
07:24Alle Windparks in Deutschland würden ein Potenzial von 4000 Anlagen geben, nur als Nachrüstung in vorhandenen Windparks.
07:33Das ist ein Irrsinnspotenzial. Und das gilt natürlich dann auch für afrikanische Länder.
07:38Wir haben Rückfragen aus Asien, Chinesen fragen nach.
07:42Ich denke, das ist ein riesen internationales Potenzial vorhanden.
07:44Wind und saubere Sonne statt dreckiger Kohle.
07:48In der Lausitz hat Europas Energiewende bereits begonnen.
Commenti