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Wenn draußen langsam Ruhe einkehrt, werden die kleinen Dinge wieder hörbar: das Klingeln der letzten Straßenbahn, zwei Tassen auf einem vertrauten Tisch, Regen am Küchenfenster, ein altes Lied im Radio und die leisen Schritte eines Menschen, der nach Hause kommt.

„German Songs wenn draußen langsam Ruhe einkehrt | Gemütliche Schlager voller Wärme“ vereint sieben eigenständige Geschichten aus derselben warmen Abendwelt. Jede Schlager-Ballade erzählt von anderen Menschen und einem anderen Ort – doch alle Lieder tragen dasselbe Gefühl: Nach einem langen Tag gibt es noch Licht, Nähe und einen Platz, an dem das Herz zur Ruhe kommen darf.

Im ersten Lied beobachtet ein älteres Ehepaar die letzte Straßenbahn. Während die Stadt leiser wird, stehen zwei Tassen Tee und ein Stück Apfelkuchen auf dem Tisch. Es muss nichts Besonderes mehr geschehen. Der Abend gehört ihnen.

In einem kleinen Café hält ein Wirt die Tür noch einige Minuten offen. Ein alter Freund kommt durch den Regen, und bei einer letzten Tasse Kaffee wird aus zwei einsamen Wegen wieder ein Stück Gemeinsamkeit.

Ein Vater lässt die Lampe im Küchenfenster brennen, während er auf seine Tochter und sein Enkelkind wartet. Die Suppe bleibt warm, drei Teller stehen bereit – denn solange das Licht noch brennt, ist es niemals zu spät, nach Hause zu kommen.

Als in einem alten Mietshaus der Strom ausfällt, öffnen sich die Wohnungstüren. Nachbarn teilen Tee, Kuchen und Kerzenlicht. Ein lange verstummtes Akkordeon bringt das Treppenhaus zum Singen und macht aus Menschen, die sich bisher nur grüßten, eine kleine Gemeinschaft.

Um Viertel nach zehn erklingt im Radio ein alter Walzer. Ein Witwer hört zum ersten Mal seit Jahren das gemeinsame Lied bis zum Ende. Die Erinnerung bringt nicht nur Sehnsucht zurück, sondern auch die Wärme eines Lebens, das von Liebe erfüllt war.

An einem Fensterplatz sitzt ein Mann jeden Abend neben seiner Frau, deren Erinnerungen langsam verblassen. Sie kennt vielleicht nicht mehr jeden Namen und nicht jedes gemeinsame Jahr. Doch ihre Hand findet noch immer seine – und er kommt wieder, wie an jedem Abend.

Zum Abschluss fährt ein Busfahrer seine letzte Nachtschicht vor dem Ruhestand. Fast vierzig Jahre lang hat er müde Menschen durch die stillen Straßen nach Hause gebracht. Nun wartet am Ende seines eigenen Weges ein warmes Küchenlicht auf ihn.

🎵 TRACKLIST

00:00 - 1. Wenn die letzte Straßenbahn vorüberzieht
04:44 - 2. Die letzte Tasse im kleinen Café
09:54 - 3. Das Licht im alten Küchenfenster
15:53 - 4. Das Lied im alten Treppenhaus
21:59 - 5. Unser Lied um Viertel nach zehn
28:03 - 6. Am Fensterplatz um halb neun
33:51 - 7. Wenn der Nachtbus heimwärts fährt

#GermanSongs #DeutscheSchlager #GemütlicheSchlager #SchlagerBalladen #HerzUndMelodie

Kategorie

🎵
Musik
Transkript
00:01Musik
00:15Unten schließt der Blumenladen, jemand trägt die Stühle rein.
00:23Auf dem Pflaster liegt noch Regen, in den Fenstern wird es warm.
00:30Ein paar Schritte auf dem Gehweg, dann wird auch die Straße still.
00:38Ich steh bei dir am alten Fenster und weiß, dass ich jetzt nirgends anders hin will.
00:46Von der Ecke kommt das Klingen, das wir jeden Abend hören.
00:53Noch einmal Licht auf nassen Schienen, dann darf dieser Tag uns gehören.
01:01Wenn die letzte Straßenbahn vorüberzieht, wird aus der großen Stadt ein stilles Zimmer.
01:09Du stellst eine Tasse neben meine und draußen wird der Abend immer leiser.
01:17Wenn die letzte Straßenbahn vorüberzieht, muss heute nichts Besonderes mehr geschehen.
01:25Du bist hier, ich bin hier, das Licht ist warm.
01:29Manchmal kann so einfach Frieden aussehen.
01:37Du schneidest noch den Apfelkuchen in zwei ungleiche Stücke.
01:52Ich erzähle von dem Marktstand, du von einem Mannruf am Nachmittag.
01:59Es sind nur kleine Dinge, doch sie machen aus einem Tag etwas, das bei uns bleiben darf.
02:12Früher dachten wir, die Ruhe wartet irgendwo in einem fernen Jahr.
02:19Heute sitzt sie mit am Küchentisch und ist schon längst da.
02:27Wenn die letzte Straßenbahn vorüberzieht, wird aus der großen Stadt ein stilles Zimmer.
02:36Du stellst eine Tasse neben meine und draußen wird der Abend immer leiser.
02:43Wenn die letzte Straßenbahn vorüberzieht, muss heute nichts Besonderes mehr geschehen.
02:51Du bist hier, ich bin hier, das Licht ist warm.
02:56Manchmal kann so einfach Frieden aussehen.
03:03Unsere Hände sind älter geworden.
03:07Sie tragen Linien, die damals noch nicht da waren.
03:11Doch deine Hand weiß noch immer, wo meine auf dem Tisch liegt.
03:15Du fragst, ob mir kalt ist.
03:19Ich prüfe noch einmal die Tür.
03:21Wenn die letzte Straßenbahn vorüberzieht, gehört der stille Abend wieder uns.
03:41Kein Lärm muss durch die Wände, keine Eile durch die Tür.
03:45Nur das Ticken unserer alten Uhr und dein leises Lächeln hier.
03:49Wenn die letzte Straßenbahn vorüberzieht, weiß ich wieder, was ein Zuhause ist.
03:59Kein großer Ort, kein vollkommenes Leben.
04:03Nur ein Licht, noch für uns beide brennt.
04:08Die roten Rücklichter verschwinden hinter der letzten Kurve.
04:17Ich ziehe langsam die Gardinen zu und hebe meine Tasse.
04:25Jetzt gehört der Abend wieder uns, sage ich.
04:30Du lächelst nur und rückst ein kleines Stück näher zu mir.
04:52Ich wischte schon die alten Tische, stellte Zucker und die Gläser fort.
04:59Draußen zog der Regen feine Linien über unseren stillen Ort.
05:08Die Stühle vor dem kleinen Fenster standen längst schon wieder drin.
05:14Ich drehte fast das Schild aufgeschlossen, als ich dich am Ende unserer Straße kommen sah.
05:25Du sagtest, du wolltest doch schon schließen.
05:29Ich nahm die blaue Tasse aus dem Schrank.
05:34Für eine letzte Tasse ist immer noch Zeit, sagte ich und stellte Wasser an.
05:41Die letzte Tasse im kleinen Café hält den Abend noch ein wenig bei uns fest.
05:50Draußen gehen langsam alle Lichter aus, doch hier ist noch ein warmer Platz besetzt.
05:58Die letzte Tasse im kleinen Café braucht keine großen Worte und kein Ziel.
06:04Nur einen alten Freund, der noch ein wenig sitzen bleibt, wenn draußen alles ruhiger werden will.
06:15Du erzähltest von dem Baum vorm Fenster, der fast alle Blätter schon verlor.
06:23Von dem alten Radio in deiner Küche, das wieder keinen Sender fand.
06:31Ich sprach von meiner Kaffeemaschine, von dem Kuchen, der zu dunkel war.
06:38Und von zwei jungen Menschen, die am selben Tisch gesessen hatten, wie wir vor vielen Jahren.
06:47Wir mussten nichts erklären, wir kannten jede Pause und jeden stillen Blick.
07:01Die letzte Tasse im kleinen Café hält den Abend noch ein wenig bei uns fest.
07:11Draußen gehen langsam alle Lichter aus, doch hier ist noch ein warmer Platz besetzt.
07:18Die letzte Tasse im kleinen Café braucht keine großen Worte und kein Ziel.
07:26Nur einen alten Freund, der noch ein wenig sitzen bleibt, wenn draußen alles ruhiger werden will.
07:36Die blaue Tasse hat am Rand schon lange diesen kleinen Sprung.
07:43Meine Frau hat früher immer gesagt, solange sie noch hält, ist sie gut genug.
07:53Dann stellte sie noch Kaffee auf den Tisch und ließ die Tür ein wenig länger offen.
08:00Seit sie nicht mehr hier ist, sage ich denselben Satz an jedem Donnerstag zu dir.
08:11Du halfst mir mit den letzten Stühlen, wir standen kurz noch unter dem Vordach.
08:19Der Regen war beinahe vorüber, die Apotheke gegenüber dunkel.
08:27Du saßt zurück zum warmen Fenster und sagtest, gut, dass hier noch Licht war.
08:34Ich nickte nur, denn manchmal weiß ein alter Freund, schon ohne Antwort, was man sagen will.
08:46Die letzte Tasse im kleinen Café war vielleicht nur Kaffee, Milch und Zeit.
08:54Doch sie machte aus zwei stillen Wegen für ein paar Minuten wieder Gemeinsamkeit.
09:01Die letzte Tasse im kleinen Café sagte leise, heute warst du nicht allein.
09:10Und wenn nächste Woche draußen Ruhe einkehrt, wird die blaue Tasse wieder auf dem Tische sein.
09:19Wir gingen bis zur Ecke unter meinem alten Schirm.
09:24Dann nahm jeder seinen Weg durch die stillgewordene Nacht.
09:33Ich kehrte um, löschte das letzte Licht
09:37und stellte deine Tasse nah an meine für den nächsten Donnerstag.
10:06Am Nachmittag hast du angerufen, vielleicht kommen wir später vorbei.
10:17Wenn die Arbeit nicht zu lange dauert und der Regen nicht noch stärker fällt.
10:26Ich sagte, kommt nur, wenn es euch nicht zu spät wird.
10:34Doch kaum war unser Gespräch zu Ende,
10:40holte ich drei Teller aus dem Schrank.
10:46Ich stellte Suppe auf den Herd, legte noch ein Stück Holz ins Feuer
10:52und schaltete im Küchenfenster die kleine gelbe Lampe an.
11:01Solange das Licht im alten Küchenfenster brennt,
11:08ist es für euch niemals ganz zu spät.
11:14Auch wenn der Regen eure Straßen länger macht
11:20und dieser Tag euch kaum noch Atem lässt.
11:26Solange das Licht im alten Küchenfenster brennt,
11:33steht hier noch eine warme Tür für euch.
11:40Kein großer Anlass, keine Einladung,
11:47nur ein Zuhause, das eure Schritte kennt.
11:54Um sieben stand die Suppe fertig,
11:57um acht war draußen kaum noch jemand.
12:00Ich hörte nur den Regen und das Ticken an der Wand.
12:07Ich wollte euch nicht noch einmal anrufen,
12:10ihr solltet nicht aufs Pflicht hier sein.
12:13Also ließ ich alles langsam köcheln
12:17und stellte zwei Teller noch nicht fort.
12:21Kurz vor neun fiel Licht aufs Gartentor,
12:24ein Wagen hielt im Regen an.
12:28Dann kamen kleine, nasse Schritte
12:31durch den dunklen Flur gerannt.
12:36Solange das Licht im alten Küchenfenster brennt,
12:43ist es für euch niemals ganz zu spät.
12:48Auch wenn der Regen eure Straßen länger macht
12:54und dieser Tag euch kaum noch atmen lässt.
13:01Solange das Licht im alten Küchenfenster brennt,
13:08steht hier noch eine warme Tür für euch.
13:13Kein großer Anlass,
13:18keine Einladung,
13:21nur ein Zuhause,
13:23das eure Schritte kennt.
13:27Du sagtest,
13:29entschuldige die späte Stunde.
13:31Das Kind fragte,
13:33ist die Suppe noch warm?
13:35Ich nahm die nassen Jacken und sagte,
13:39setzt euch erst einmal.
13:42Du sprachst von einem langen Arbeitstag,
13:45das Kind zeigte mir ein Bild.
13:48Ich erzählte von der Katze,
13:51die wieder auf der Gartenbank geschlafen hat.
13:56Dann zeigte eine kleine Hand
14:00auf das Foto neben dem Fenster,
14:03wer ist die Frau,
14:05die dort so freundlich lächelt.
14:09Ich sagte,
14:11sie ließ früher
14:12dieses Licht für uns alle brennen,
14:17damit jeder, der nach Hause kam,
14:20schon draußen wusste,
14:23hier wartet noch jemand.
14:26Solange das Licht
14:28im alten Küchenfenster brennt,
14:32bleibt ein Teil von früher
14:34heute noch bei uns.
14:38In drei benutzten Tellern,
14:41nassen Schuhen,
14:42einem Kinderlachen,
14:45in dem stillen Flur.
14:48Solange das Licht
14:50im alten Küchenfenster brennt,
14:55muss kein Weg
14:57nach Hause einsam sein.
15:00Denn manchmal ist ein kleines,
15:03warmes Fenster,
15:05alles,
15:07was ein müdes Herz braucht,
15:10um wieder anzukommen.
15:15Ich füllte euch
15:16die restliche Suppe
15:18in eine alte Schüssel ab.
15:21Du sagtest,
15:22nächstes Mal,
15:23warten wir nicht
15:25auf einen besonderen Tag.
15:27Als euer Wagen langsam fortfuhr,
15:31blieb ich noch am Fenster,
15:33stehen,
15:34die Lampe
15:35ließ sich etwas
15:37länger brennen.
15:39Ihr wisst ja,
15:42wo das Licht
15:43für euch noch brennt.
15:59Kurz nach acht ging plötzlich
16:01jedes Licht im alten Haus aus.
16:06Der Regen schlug ins Treppenfenster,
16:09unten fiel die Haustür zu.
16:13Ich nahm die Lampe aus dem Schrank
16:16und ging hinaus zum Sicherungskasten.
16:21Da öffnete sich über mir
16:24schon langsam eine weitere Tür.
16:27eine Kerze kam von oben,
16:32eine Taschenlampe von unten
16:35und aus den stillen Wohnungen
16:39kamen auf einmal Menschen heraus.
16:42aus dem ganzen dunklen Haus.
16:45Als das alte Treppenhaus
16:47zu singen begann,
16:51wurde es im ganzen dunklen Haus.
16:59Plötzlich warm,
17:02wir teilten Tee,
17:03ein Stück vom Kuchen
17:06und ein Lied,
17:09das fast jeder noch verstand.
17:14Als das alte Treppenhaus
17:17zu singen begann,
17:22war keine Tür mehr
17:25ganz verschlossen.
17:29Manchmal braucht es nur
17:32ein wenig Dunkelheit,
17:37damit wir sehen,
17:40wer neben uns noch wohnt.
17:43Die Frau vom dritten Stock
17:46brachte eine Decke mit.
17:51Die jungen Leute aus dem Erdgeschoss
17:54stellten ihre Thermoskanne hin.
17:59Ein kleines Kind hielt sich
18:01noch fest am Mantel
18:03seiner Mutter
18:05und fragte nach dem Kasten,
18:09der in meiner Wohnung stand.
18:13Ich sagte,
18:15das ist nur ein altes Akkordeon.
18:17Ich habe es lange nicht mehr gespielt.
18:21Da summte jemand eine Melodie
18:23und meinte,
18:25vielleicht erinnern sich
18:27die Hände noch.
18:30Als das alte Treppenhaus
18:32zu singen begann,
18:37wurde es im ganzen dunklen Haus.
18:44Plötzlich war
18:46wir teilten Tee
18:48ein Stück von Kuchen
18:50und ein Lied,
18:54das fast jeder
18:55noch verstand.
18:59Als das alte Treppenhaus
19:02zu singen begann,
19:05war keine Tür mehr
19:10war keine Tür mehr
19:11ganz verschlossen.
19:14Manchmal braucht es nur
19:17ein wenig Dunkelheit,
19:20damit wir sehen,
19:25wer neben uns noch wohnt.
19:27Die ersten Töne waren langsam,
19:32mancher Ton lag etwas schief,
19:36doch dann sang die Frau
19:37von oben eine Zeile,
19:40die ich wieder erkannte.
19:44Jemand klopfte mit dem Löffel
19:46leise auf den Tassenrand
19:50und sogar das kleine Kind
19:53fand irgendwann
19:56den letzten Teil vom Refrain.
20:01Dann sprang das Licht
20:03im Flur mit einem Summen
20:05wieder an.
20:08Wir blinzelten
20:10und sahen plötzlich
20:12jedes alte Bild,
20:15doch niemand nahm sofort
20:17die Tasse
20:19oder seine Jacke.
20:22Jemand lachte,
20:24jetzt ist es beinahe
20:26ein wenig zu hell hier.
20:31Als das alte Treppenhaus
20:33noch einmal sang,
20:38ließen wir die hellen Lampen
20:41einfach aus.
20:45Noch ein Lied,
20:48noch eine Geschichte,
20:49noch ein wenig Wärme
20:51für das ganze Haus.
20:57Als das alte Treppenhaus
20:59zu singen begann,
21:02wurden Nachbarn wieder
21:04Menschen mit Gesichtern.
21:06und seit jenem Abend
21:10bleibt so manche Tür
21:13ein kleines Stück,
21:17länger offen als zuvor.
21:21Am nächsten Morgen
21:22stand ein Teller Kuchen
21:24vor meiner Tür.
21:28Unten bei den Briefkästen
21:31hatte jemand
21:32einen kleinen Stuhl
21:34hingestellt.
21:36Und am Freitag
21:38nahm ich das Akkordium
21:41noch einmal
21:42aus seinem alten Kasten.
21:46Diesmal musste nicht erst
21:48das ganze Haus
21:51im Dunkeln stehen.
22:13Ich zog die Vorhänge zusammen,
22:18stellte Wasser
22:19für den Tee bereit.
22:21Auf der Straße
22:22wurden Schritte leise
22:24und das Haus
22:26versank im Abendlicht.
22:28Wie an jedem
22:31stillen Abend
22:32lief das alte Radio
22:35ganz sacht.
22:38Nur damit
22:39zwischen diesen Wänden
22:42noch eine Stimme
22:43durch die Stille sprach.
22:47Dann sagte jemand
22:49für alle,
22:51die heute
22:52an einen Menschen denken,
22:55die ersten Töne
22:57kamen leise
22:58und ich kannte
23:00jeden davon.
23:04Um Viertel nach zehn
23:06spielte das Radio
23:08unser Lied
23:10und für drei Minuten
23:13war die Stille
23:15wieder warm.
23:18Ich sah uns
23:19in der kleinen Küche,
23:21wie du lachend
23:22meine Hand nahmst.
23:25um Viertel nach zehn
23:28spielte das Radio
23:30unser Lied.
23:33Ich schaltete es diesmal
23:35nicht mehr aus,
23:37denn manche alten Melodien
23:40bringen nicht nur Sehnsucht,
23:43sondern auch ein Stück
23:45von ihrer Wärme
23:47mit
23:48nach Haus.
23:51Drei Jahre
23:53hatte ich vermieden,
23:55diesen Walzer
23:57ganz zu hören.
23:59Schon nach wenigen
24:01vertrauten
24:02Takten
24:02ließ ich sonst
24:04den Sender
24:05wechseln.
24:07Doch an diesem
24:09Abend
24:10blieb meine Hand
24:11weit fort
24:12vom Knopf.
24:13Ich nahm
24:14die alte Platte
24:15aus dem Schrank
24:17und öffnete
24:18vorsichtig
24:19den Karton.
24:21Zwischen Hülle
24:22und dem dünnen Papier
24:24lag ein Zettel
24:26von dir.
24:28Nicht still sitzen,
24:30wenn unser Lied
24:32läuft.
24:35Um Viertel nach zehn
24:37spielte das Radio
24:39unser Lied
25:03Ich haltete es
25:05diesmal nicht mehr aus,
25:08denn manche alten Melodien
25:11bringen nicht nur Sehnsucht,
25:14sondern auch ein Stück
25:16von ihrer Wärme
25:18mit
25:19nach Haus.
25:23Also stand ich langsam auf
25:25und schob den kleinen Tisch
25:27zur Seite
25:29ein Schritt nach links,
25:31ein Schritt nach vorn,
25:32eine vorsichtige Drehung.
25:36Meine Füße
25:38wussten noch,
25:39was mein Kopf
25:40fast vergessen hatte,
25:44wie oft wir
25:45aus dem Takt
25:46gerieten
25:47und trotzdem
25:48weiter gingen,
25:50bis wir wieder
25:51zusammenfanden.
25:55Ich tanzte nicht
25:57mit einem Schatten,
25:59ich wusste,
26:00dass du nicht
26:01im Zimmer standst,
26:02doch in meinen
26:04alten Händen
26:06lebte noch die Ruhe
26:08deiner Hand.
26:10Und statt nur an den Abschied
26:12dachte ich an all die
26:15guten Jahre,
26:17an dein Lachen,
26:19an die warmen Abende
26:21und daran,
26:23wie reich mein Leben
26:24mit dir war.
26:27Um Viertel nach zehn
26:29spielte das Radio
26:32unser Lied
26:34und für drei Minuten
26:37war die Stille
26:39wieder warm.
26:42Nicht, weil die Zeit
26:43zurückkam,
26:45nicht, weil plötzlich
26:45alles war wie früher,
26:49sondern, weil die Liebe
26:50aus den Jahren
26:52noch in jedem Takt
26:54mit der Klang.
26:57Um Viertel nach zehn
26:59spielte das Radio
27:01unser Lied
27:03und zum ersten Mal
27:06tat die Erinnerung
27:08nicht nur weh.
27:11Sie sagte,
27:12du hast Liebe nicht verloren,
27:15du hast sie erlebt
27:18und was sie dir gegeben hat,
27:22wird mit dir weitergehen.
27:25Der letzte Ton
27:27verschwand ganz langsam,
27:29draußen ging ein Fenster
27:30nach dem anderen aus.
27:33Ich stellte deinen
27:34kleinen Zettel
27:36zu unserem Foto
27:38auf das Regal.
27:39dann sagte ich,
27:43wir haben noch einmal
27:45getanzt.
27:47Ich löschte das Licht
27:50und ging mit einem
27:52warmen Herzen
27:54durch die stille Nacht.
28:18um halb neun wird es still
28:19auf dem langen Flur
28:21hinter manchen Türen
28:25läuft noch leise
28:27ein Fernseher.
28:30Du sitzt wie jeden Abend
28:32an dem Fensterplatz.
28:35Ich stelle meinen Stuhl daneben
28:38und sage,
28:40da bin ich.
28:44Manchmal lächelst du sofort,
28:48manchmal fragst du,
28:50ob wir auf jemanden warten.
28:55Dann rücke ich ein wenig näher
28:58und sage,
28:59nein,
29:01jetzt sind wir beide da.
29:05Du musst meinen Namen
29:07nicht mehr wissen,
29:09solange deine Hand
29:10noch meine findet.
29:13Du musst nicht sagen,
29:16welcher Tag heute ist
29:17oder wo unser altes Haus
29:19einmal stand.
29:22Wenn meine Stimme
29:24dich ein wenig ruhiger macht
29:29und du die Finger
29:31um meine schließt,
29:33dann weiß ich,
29:36was die Jahre uns gegeben haben
29:40ist noch hier.
29:43Auch wenn die Erinnerung
29:45manches nicht mehr sieht.
29:50Ich bringe Tee in der alten,
29:53blauen Kanne,
29:55zwei weiche Kekse
29:56und die Zeitung von heut.
30:00Ich erzähle von dem Spatz
30:02auf unserem Balkon,
30:04von der frisch gestrichenen
30:06Gartentür
30:07und vom Mond
30:09über den Dächern.
30:15Vielleicht kennst du die Straße
30:17nicht mehr,
30:18doch du kennst noch
30:20den Duft
30:21vom Tee
30:21und wenn ich deine Decke
30:24richte,
30:24wird dein Blick
30:26für einen Augenblick
30:27ganz weich.
30:30Du musst meinen Namen
30:32nicht mehr wissen,
30:34solange deine Hand
30:35noch meine findet.
30:38Du musst nicht sagen,
30:41welcher Tag
30:41heut ist
30:42oder wo unser altes Haus
30:44einmal stand.
30:48Wenn meine Stimme
30:49dich ein wenig
30:51ruhiger macht
30:54und du die Finger
30:56um meine schließt,
30:58dann weiß ich,
31:02was die Jahre uns gegeben haben,
31:05ist noch hier.
31:08Auch wenn die Erinnerung
31:10manches nicht mehr sieht.
31:16Heute fragtest du mich leise,
31:19haben wir uns lange gekannt?
31:21Ich sagte,
31:22lang genug,
31:23dass meine Hand
31:25deine auch im Dunkeln findet.
31:30Du saßt hinunter
31:31auf unsere alten Hände
31:33und legtest deine
31:34langsam auf meine.
31:37Da brauchte keiner
31:38von uns beiden
31:40noch eine Jahreszahl.
31:45Ich summe dir das Lied,
31:48das wir früher
31:48oft gehört haben.
31:52Du kennst vielleicht
31:54nicht mehr
31:55jede Melodie.
31:59doch deine Schultern
32:01werden ruhig
32:02und dein Kopf
32:04lehnt sich zurück.
32:07Draußen gehen
32:08in den Häusern
32:09nach und nach
32:12die Lichter aus.
32:16Du musst meinen Namen
32:18nicht mehr wissen,
32:20solange meine Nähe
32:22dir noch Frieden bringt.
32:23Liebe lebt nicht nur
32:25in alten Bildern,
32:27nicht nur in Geschichten,
32:29die man richtig
32:30wiederholt.
32:34Sie lebt manchmal
32:35in zwei stillen Stühlen,
32:37in einer Decke
32:39und in einer warmen Hand.
32:43Und ich komme
32:44jeden Abend wieder,
32:46nicht damit du dich
32:48erinnerst,
32:49sondern damit du heute
32:53nicht alleine bist.
32:58Jemand sagt,
33:01die Besuchszeit
33:02sei vorüber.
33:05Ich falte meine Zeitung
33:07und verschließe
33:08die blaue Kannen.
33:12Als ich aufstehen will,
33:14hältst du meine Hand
33:16noch fest.
33:17Du kommst doch morgen
33:20wieder,
33:21fragst du,
33:22ich sage,
33:24wie jeden Abend.
33:28Dann bleibt das Licht
33:30an deinem Fensterplatz.
33:34Noch einen Augenblick
33:37bei uns.
33:46Noch einen Augenblick
33:48bei uns.
34:08Kurz vor neun verließ ich
34:10noch einmal unser altes Depot.
34:13Der Regen lag in kleinen Tropfen
34:17auf den Spiegeln
34:19und dem Dach.
34:22Ich stellte meine Kannen
34:25neben den Fahrplan
34:27auf das Brett
34:28und schaltete im leeren Wagen
34:33alle warmen Lichter an.
34:36Die Läden schlossen ihre Türen,
34:41die große Uhr schlug in der Nacht.
34:44Doch irgendwo auf diesen Straßen
34:48war noch jemand unterwegs.
34:53Wenn der Nachtbus heimwärts fährt,
34:56trägt der müde Herzen
34:58durch die stille Stadt.
35:01Vorbei an nassen Straßen,
35:05warmen Fenstern und in Häusern,
35:07wo noch jemand Licht gemacht hat.
35:12Wenn der Nachtbus heimwärts fährt,
35:16braucht es manchmal nur
35:17ein wenig Zeit.
35:20Eine offene Tür,
35:22ein warmer Sitz und einen Fahrrad,
35:25der noch einen Augenblick
35:28auf dich wartet.
35:32Eine Frau kam aus der Klinik,
35:36ein Vater trug sein schlafendes Kind.
35:39Zwei Menschen von der Reinigung
35:43saßen schweigend ganz hinten.
35:48Ein Mann hielt einen Strauß
35:51vorsichtig unter seinem Mantel
35:55und an der alten Marktstraße
35:58stieg die Dame mit der schweren Tasche ein.
36:03Ich senkte für sie langsam
36:06noch einmal die erste Stufe.
36:10Sie sah zu mir und sagte,
36:13Danke, dass sie immer gewartet haben.
36:19Wenn der Nachtbus heimwärts fährt,
36:22trägt der müde Herzen
36:24durch die stille Stadt.
36:27Vorbei an nassen Straßen,
36:30warmen Fenstern und den Häusern,
36:33wo noch jemand
36:35Licht gemacht hat.
36:38Wenn der Nachtbus heimwärts fährt,
36:41braucht es manchmal nur
36:43ein wenig Zeit.
36:45Eine offene Tür,
36:48ein warmer Sitz und einen Fahrrad,
36:50der noch einen Augenblick
36:53auf dich wartet.
36:56Fast 38 Jahre
36:59kannte ich dieselben Wege.
37:03Ich sah Kinder größer werden,
37:08junge Paare grau.
37:11Mancher stieg mit Blumen ein,
37:15mancher kam mit stillen Tränen
37:18und manche vertraute Stimmen
37:21hörte ich irgendwann nicht mehr.
37:26Die Stadt bekam neue Straßen,
37:30doch die Menschen wollten immer
37:33nur dasselbe nach einem langen Tag
37:38noch sicher irgendwo ankommen.
37:43Am letzten Halt stieg die Frau
37:47aus der Klinik aus.
37:50Sie drehte sich noch einmal um
37:52und sagte,
37:54komm sie gut nach Haus.
37:57Dann war der Wagen plötzlich leer,
38:00nur meine Schritte
38:01gingen durch den Gang.
38:05Ich löschte jede Lampe
38:07und fuhr zum letzten Mal
38:11zurück zum Depot.
38:15Wenn der Nachtbus heimwärts fährt,
38:18trägt er nicht nur Menschen
38:20durch die stille Stadt.
38:23Er trägt ihre langen Tage,
38:26ihre Sorgen und die Hoffnung,
38:29dass noch jemand auf sie wartet.
38:33Heute fuhr der Nachtbus ohne mich
38:37zum letzten Mal zurück.
38:41Ich hatte alle heimgebracht,
38:44nun führte mich mein eigener Weg
38:48zu einem warmen Küchenlicht.
38:52In das alte Fahrtenbuch schrieb ich,
38:56alle sicher nach Hause gebracht.
39:00Dann nahm ich mein Namensschild
39:03vom Platz neben dem Lenkrad.
39:08Am Ende meiner Straße
39:11brannte noch das Licht für mich.
39:14Du stelltest zwei Schalen
39:16auf den Küchentisch und sagtest,
39:21du hast sie alle
39:22nach Hause gebracht.
39:25Jetzt bist du
39:26an der Reihe.
39:29Draußen wurde alles still
39:31und ich war
39:33angekommen.
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