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  • hace 2 días
El secretario de Estado alemán para la UE sobre el presupuesto de la UE, "las opciones son limitadas"

Para el destacado político alemán Gunther Krichbaum (CDU), secretario de Estado para Europa en el Ministerio de Exteriores, ha llegado el momento de que la UE reconsidere su enfoque y explore nuevas vías, tanto en la ampliación como en el presupuesto comunitario.

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00:15¡Gracias!
00:31Es geht tatsächlich darum, dass im Rahmen des mehrjährigen Finanzrahmens und in nächster Zeit tatsächlich 2500 neue Stellen geschaffen werden
00:40sollen.
00:41Mir ist natürlich schon bewusst, da geht es auch um zentrale Bereiche, Cyberabwehr, Sicherheit, da müssen wir auch mehr tun.
00:48Aber wir sind, glaube ich, auch gut beraten, wenn wir auf der Ebene der Europäischen Union, der Europäischen Kommission erkennen,
00:55dass die Möglichkeiten begrenzt sind.
00:56Und dann erwarte ich auch, dass es Umschichtungen gibt innerhalb des Apparates.
01:01Das sollte das Ziel sein, denn die Haushaltsmittel sind begrenzt und das werden wir bei den noch sehr komplizierten Verhandlungen
01:08des MFR noch zu spüren bekommen.
01:10Sie sprachen gerade die Verhandlungen für den neuen EU-Haushalt an.
01:16Es steht zur Debatte, aktueller Vorschlag, fast zwei Billionen Euro.
01:20Berlin will das Ganze senken um mindestens 400 Milliarden Euro.
01:25Was spricht dafür, für diese drastische Kürzung, für diese Senkung?
01:28Also in der Tat ist der Mittelansatz der Europäischen Kommission jetzt bei 1,7 Billionen Euro für sieben Jahre.
01:35Das muss man schon fairerweise dazu sagen.
01:38Aber noch einmal, die Möglichkeiten der nationalen Mitgliedstaaten, insbesondere auch der Bundesrepublik Deutschland, sind begrenzt.
01:45Ich glaube, wir sollten uns darüber mehr Gedanken machen, worauf wollen wir die Schwerpunkte legen.
01:51Und ich sage es an der Stelle durchaus etwas provokativ.
01:55Wenn wir heute die Europäische Union neu erfinden würden, wir hätten theoretisch einen Reset-Button, auf den wir drücken könnten.
02:01Wir würden nicht mit der Landwirtschaftspolitik beginnen.
02:04Das war ohne jeden Zweifel die richtige Entscheidung in der letzten Hälfte des letzten Jahrhunderts.
02:09Aber heute stehen eben Themen im Vordergrund, wie Sicherheit, Defense, Cybersecurity, aber natürlich auch Space, künstliche Intelligenz, Wettbewerbsfähigkeit.
02:20Alles Themen, von denen wir glauben, dass wir daraus in 5, in 10, in 15 und 20 Jahren unseren Wohlstand
02:27schöpfen werden.
02:28Ohne jeden Zweifel und um jedes Missverständnis da natürlich zu vermeiden.
02:32Die Landwirtschaft bleibt wichtig, aber der Fokus muss auf andere Bereiche gehen.
02:37Sie sprachen es gerade an, die Ausgaben für die Landwirtschaft sollen runter.
02:42Das ist ja auch vorgesehen, zumindest liegt das so auf dem Tisch.
02:45Das wird Frankreich besonders stark treffen und in Frankreich sind 2027 Wahlen.
02:51Wie könnte Deutschland Frankreich da von Kürzungen überzeugen?
02:55Oder kommen da Probleme auf das EU-Tandem Deutschland-Frankreich zu?
02:59Alle Länder in der Europäischen Union haben ein Interesse daran, dass wir diesen mehrjährigen Finanzrahmen, wie es sperrig heißt, modernisieren.
03:07Das ist in unser aller Interesse.
03:10Wir erkennen ausdrücklich an, dass es in vielen Ländern bis zum heutigen Tage eine wichtige Rolle spielt, die Landwirtschaftspolitik zu
03:17stärken.
03:18Das ist kein Widerspruch, auch von unserer Seite.
03:21Wir müssen nur die Schwerpunkte lernen, anders zu setzen, denn nach wie vor spielt der Landwirtschaftsetat fast zur Hälfte der
03:29gesamten Mittelausgaben eine Rolle.
03:32Das ist definitiv zu viel.
03:34Wir werden in Zukunft die Kohäsionspolitik und die Landwirtschaftspolitik in einer Rubrik, in einer Säule gewissermaßen zusammenfassen.
03:42Dann obliegt das nebenbei auch den Mitgliedstaaten selbst, wie sie die Gewichtungen vornehmen.
03:47Aber für uns ist eben diese zweite Rubrik von großer Wichtigkeit für uns als Bundesrepublik Deutschland, da steht sozusagen die
03:56Zukunft drin.
03:57Und da wollen wir auch den Schwerpunkt setzen.
04:00Und sehen Sie da eine Chance auf Einigung vor Ende des Jahres?
04:03Das hoffe ich. Das hoffe ich aus vielerlei Gründen.
04:07Denn womöglich können wir voraussagen, was noch in diesem Jahr 2026 passiert.
04:12Aber ich kann nicht voraussagen, was alles im Jahre 2027 passiert.
04:17Und dann könnte eine Einigung noch schwerer werden.
04:20Das heißt, es ist jetzt schon kompliziert genug.
04:23Ich glaube, wir haben ein großes Interesse daran, die Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen am Ende dieses Jahres wirklich finalisiert zu
04:31haben.
04:31Sie sprachen von Modernisierung. Ihre Partei, die CDU, will auch weniger Regeln für Unternehmen in ganz Europa.
04:38Der Verwaltungsaufwand soll runter. Innovation und Wettbewerbsfähigkeit rauf. Wie wollen Sie das erreichen?
04:45Wir müssen insbesondere daran gehen, den Binnenmarkt zu finalisieren.
04:49Den haben wir in manchen Bereichen.
04:52Gerade beim freien Warenverkehr funktioniert es im Großen und Ganzen doch relativ gut.
04:57Aber wenn ich an bestimmte Sektoren denke, Telekommunikation, Energie, insbesondere auch Finanzdienstleistungen, da bleibt noch eine Menge zu tun.
05:06Und nur dann werden wir den Wettbewerb bestehen können gegenüber China, gegenüber den USA.
05:12Darauf kommt es in der Zukunft an.
05:14Das heißt, der Letterbericht ist auch eine Art Wake-up-Call.
05:17Und das müssen wir in Europa begreifen.
05:19Wir haben keine Zeit zu verlieren.
05:20Und dieses Carpe Diem gilt dort wie auch beim mehrjährigen Finanzrahmen gleichermaßen.
05:25Auf welche Vereinfachungen könnten sich denn die Unternehmen in ganz Europa dann einstellen?
05:31Das Thema Bürokratieabbau spielt eine sehr zentrale Rolle.
05:34Wir wollen insbesondere beim Berichtswesen, bei den Dokumentationspflichten heruntergehen.
05:39Das ist etwas, was nicht nur die großen Unternehmen belastet, sondern die vielen, vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen, die Handwerksbetriebe.
05:47Da brauchen wir eine deutliche Entlastung von der Bürokratie.
05:50Früher hat man Rahmen vorgegeben, Rechtsrahmen durch die Richtlinien.
05:55Heute geht man doch sehr, sehr in die Details hinein, geradezu eine Detailverliebtheit.
06:00Die braucht es nicht.
06:01Das belastet Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen wie die Unternehmen.
06:05Und damit muss Schluss sein.
06:06Ein anderes Thema auf europäischer Ebene ist momentan die EU-Erweiterung.
06:10Die Westbalkanstaaten, also Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien,
06:16warten seit Jahren auf den EU-Beitritt.
06:19Friedrich Merz und Emmanuel Macron wollen die Erweiterung jetzt schneller vorantreiben.
06:24Warum hat das jetzt größere Priorität?
06:27Es hat sicherlich dadurch eine höhere Priorität erfahren, dass die Erweiterungen sehr viel stärker als früher unter geopolitischen Gesichtspunkten zu
06:36bewerten sind.
06:37Aber es ist der richtige Ansatz und der richtige Zeitpunkt, kritisch darüber nachzudenken, ob wir denn aktuell alles so richtig
06:45machen.
06:45Was meine ich damit?
06:46Die sogenannte Methodologie der Europäischen Union passt einfach nicht mehr.
06:52Lasst Sie es mich bildlich ausdrücken.
06:54Wir organisieren die Beitrittsverfahren wie eine Art Hochsprungwettbewerb.
06:59Die Latte liegt auf 1,50 Meter, nämlich der sogenannte acquis communautaire,
07:04alle rechtlichen Regeln, der gesamte rechtliche Besitzstand der Europäischen Union,
07:08auf 1,50 Meter und die Länder sollen drüber springen.
07:12In Wirklichkeit liegt dieser acquis communautaire nicht mehr bei 1,50 Meter, sondern bei 2,10 Meter,
07:18weil sich alle rechtlichen Regelungen über die letzten 10 Jahre, 20 Jahre hinweg verschärft haben, neue Regelungen dazukamen.
07:25Denken Sie nur an den Verbraucherschutz.
07:27Denken Sie insbesondere auch an den ganzen Umweltschutz.
07:31Das ist nicht mehr vergleichbar mit früheren Standards.
07:35Aber die Länder, die jetzt hier drüber springen sollen, die hätten schon ihre hohen Herausforderungen mit 1,50 Meter.
07:43Das heißt, wir müssen weg von diesem Hochsprungwettbewerb.
07:46Wir müssen das Ganze aufbauen gewissermaßen als eine Art Treppe in einem Stufensystem.
07:51Und um jedes Missverständnis auszuschließen,
07:54Final Destination, der Zielbahnhof, ist und bleibt die Vollmitgliedschaft in die Europäische Union.
08:00Es geht lediglich um einen besseren Weg dorthin.
08:03Und so soll nach jeder Treppenstufe ein Added Value stehen,
08:07sodass für die Bürgerinnen und Bürger erkennbar ist, da habe ich jetzt von was gehabt.
08:12Das sind die Anstrengungen, die sich gelohnt haben.
08:14Und in diese Methodologie müssen wir hineinkommen, in diesen veränderten Ansatz.
08:22Und insoweit sind die Vorschläge von Bundeskanzler Merz und eben dem Präsidenten der Französischen Republik
08:28zeitlich perfekt gewählt und müssen jetzt auch in meinen Augen umgesetzt werden.
08:34Merz schlägt ja auch eine assoziierte EU-Mitgliedschaft für die Ukraine, Moldau und die Westbalkanstaaten vor.
08:41Kritiker bemängeln, das sei ein Wartezimmer oder eine Mitgliedschaft zweiter Klasse.
08:47Was würden Sie Ihnen entgegnen?
08:49Dass Sie das Modell offenbar noch nicht verstanden haben.
08:52Denn es geht darum, dass mit dieser assoziierten Mitgliedschaft ein klares Bekenntnis geliefert wird.
08:58Warum sollten wir nicht diesen Ländern, die dann den Status des assoziierten Mitglieds haben,
09:04natürlich ohne Stimmrecht, aber die Möglichkeit eröffnen, an Sitzungen des Europäischen Parlaments teilzunehmen.
09:10Das kostet uns keinen Euro und keinen Cent.
09:13Oder beispielsweise an den Tagungen und Sitzungen des Europäischen Rates.
09:17Natürlich wiederum ohne Abstimmungsrecht, sonst müsste ich die Verträge ändern.
09:21Kostet uns keinen Euro und keinen Cent.
09:24Aber eine klare Message, eine klare Nachricht in Richtung China, in Richtung Russland, in Richtung anderer Länder.
09:30Diese Länder gehören zu uns, der Europäischen Union.
09:34Und auch zu Hause ließe sich das, glaube ich, von jeder Regierung gut verkaufen und wäre doch eine Aufwertung.
09:41Denn man kann auf diese Weise zeigen, wir sind schon ein bisschen Teil des Clubs.
09:47Es ist noch ein bisschen Arbeit, bis zum endgültigen Beitritt zu leisten.
09:53Aber wir sind da dabei.
09:55Und darum geht es, diese Staaten heranzuholen, zu integrieren.
09:59Und ich glaube, das ist dann auch der richtige Weg und das richtige Signal.
10:04Wie sieht es überhaupt aus mit den Kosten der EU-Erweiterung?
10:07Können die Nettozahler der EU das noch stemmen?
10:11Natürlich können sie es stemmen, denn letztlich wird es ja innerhalb des Haushaltes gemacht.
10:16Und frühere Nehmerländer sind heute Geberländer.
10:19Denn nehmen Sie mal ein Land wie Polen beispielsweise.
10:24Polen jetzt natürlich noch immer stark im Aufbau begriffen.
10:27Aber Polen ist doch nicht mehr vergleichbar als Land, wie es zum Zeitpunkt des Beitrittes aussah.
10:33Die polnische Wirtschaft boomt.
10:35Wenn man heute nach Polen reist, ist vieles auch an Infrastrukturvorhaben gelungen.
10:41Selbstverständlich auch mit Hilfe der Europäischen Union.
10:44Selbstverständlich mit der Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland als einem Nettozahler.
10:49Aber auch wir haben doch ein Interesse daran, dass die Autobahnen gut ausgebaut sind
10:53und die Waren und Güter schnell von A nach B transportiert werden können.
10:59Denn im Zweifelsfall ist es eine deutsche Spedition mit einem deutschen LKW-Fahrer,
11:04der nach deutschem Arbeitsvertrag bezahlt werden muss.
11:07Und so ist es auch ein deutsches Interesse, dass die Waren schnell transportiert werden müssen.
11:12Freilich, wir müssen auch bei uns in die Infrastruktur investieren.
11:16Das tun wir auch.
11:17Deswegen sind auch für uns die Möglichkeiten beschränkt.
11:20Aber wir profitieren alle und untereinander davon, auch diesen Ansatz weiter zu wählen.
11:26Noch einmal zu den Beitrittsländern.
11:28Selbstverständlich ist dann auch das gewährleistet, dass man diesen Ländern weiterhilft, diese unterstützt.
11:35Aber wir, gerade als Bundesrepublik Deutschland, haben ein hohes wirtschaftliches Interesse daran,
11:42dass diese Länder möglichst schnell nach vorne kommen.
11:45Denn wir sind exportorientiert und dann haben wir auch ein Interesse daran,
11:49dass sie unsere Waren und Dienstleistungen nachfragen.
11:52Vielen Dank, Herr Krichbaum, für Ihre Einschätzungen und das Gespräch.
11:55Danke sehr.
11:55Vielen Dank.
11:56Vielen Dank.
11:58Vielen Dank.
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