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  • vor 16 Minuten
Wenn jede Minute zählt: Deutsche Luftrettung zwischen Notfalleinsatz und Kostendruck

Wenn ein Notruf eingeht, zählt jede Minute. Die Luftrettung kann innerhalb von Minuten vor Ort sein und ergänzt damit die bodengebundene Notfallversorgung. Doch mit dem geplanten Gesetz zur Begrenzung der Krankenkassenkosten könnte genau diese schnelle Hilfe aus der Luft unter Druck geraten.

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Transkript
00:02Rotorenlärm am Unfallkrankenhaus in Berlin-Marzahn.
00:04Kurz darauf hebt ein Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung ab.
00:09Ziel, eine kleine Stadt in Brandenburg.
00:12Dort wartet ein Patient mit schweren Brandverletzungen.
00:15Er muss schnell ins spezialisierte Verbrennungszentrum der Hauptstadt.
00:18Für die Crew beginnt ein eingespielter Ablauf, für den Menschen in Not ein Wettlauf gegen die Zeit.
00:24Noch vor wenigen Stunden hat der Tag ruhig begonnen.
00:27Mit routinemäßigen Checks an Maschine und Notfall-Equipment.
00:32Hubschrauberpilot Sebastian Notbaum brieft die Kollegen beim gemeinsamen Frühstück.
00:36Wetter, Technik, mögliche Risiken im Luftraum.
00:39All das muss vorher genauestens geprüft werden.
00:42Eine Bombenentschärfung bis 16 Uhr und in Potsdam haben wir auch Falschumsprung.
00:49Sonst haben wir noch fünf Truppenübungsplätze, die sind aktiv.
00:53Entweder umfliegen wir die oder wir holen uns die Genehmigung zum Durchflug beim Lotsen ein.
00:59Diese Station hat gleich zwei Besonderheiten.
01:01Die Crew ist rund um die Uhr einsatzbereit und fliegt sowohl Notfalleinsätze als auch Intensivtransporte zwischen Kliniken.
01:0870 Kilometer legt der Hubschrauber dabei in nur 17 Minuten zurück.
01:12Bei einem Notruf muss es schnell gehen.
01:14Innerhalb von zwei Minuten, nachdem wir den Anarmten bekommen haben, rücken wir aus.
01:17Aber insbesondere bei Herzinfarktpatienten, bei Schlaganfallpatienten ist ganz klar,
01:22dass jede Minute, in der die Situation nicht in irgendeiner Form therapiert wird,
01:28Gewebe und damit Herzmuskel oder sogar Hirnmasse verloren geht für den Patienten.
01:31Also jede Minute zählt.
01:33Auch bei diesem Einsatz mit bis zu 250 Stundenkilometern geht es Richtung Brandenburg.
01:39Doch die schnelle Hilfe aus der Luft kostet auch Hubschrauber, Kerosin, speziell ausgebildetes Personal.
01:46Und moderne Medizintechnik.
01:48Bei Christoph Berlin inzwischen auch Blut- und Plasmakonserven, die schon am Einsatzort Leben retten können.
01:54Mit dem geplanten Sparpaket sollen die Kosten im Gesundheitssystem nun begrenzt werden, auch bei der Luftrettung.
02:00Betreiber warnen jedoch, die Einschnitte könnten die medizinische Notfallversorgung gefährden.
02:04Die Luftrettung per se als zu teuer abzustempeln, sei falsch.
02:08Was meistens nicht gesagt wird, ist, dass durch die Hubschrauberrettung meistens auch eine schnellere Rettung erfolgen kann,
02:16sodass sich tatsächlich die Gesamtkosten der Genesung, also bis der Mensch, der verletzt war,
02:21wieder ins berufliche und soziale Leben integriert wird, geringer ausfallen.
02:26Zurück in Berlin.
02:28Für den Patienten kann die Spezialversorgung beginnen, früher, als es auf dem Landweg möglich gewesen wäre.
02:33Das entlastet auch Einsatzkräfte am Boden.
02:37Wenn das jetzt bodengebunden transportiert worden wäre, Notarzt für drei, vier Stunden in dem Bereich,
02:45in dem wir jetzt sozusagen die Patienten abgeholt haben aus dem Einsatzbereich,
02:50dann der Bereich ohne Notarzt gewesen wäre.
02:52Das muss man so sagen.
02:53Da wir denen beihaben, geht das immer eigentlich deutlich schneller.
02:57Für die Crew ist der Einsatz abgeschlossen, der Dienst aber noch lange nicht.
03:01Einige Stunden bleiben sie noch in Bereitschaft.
03:03Und auch wenn die Luftrettung kostspielig ist, schafft sie etwas, das im Notfall unbezahlbar ist.
03:09Zeit.
03:09Und Zeit kann Leben retten.
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