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Epstein-Skandal · Trump und die Edding-Files
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00:28Es ist Mitte Februar.
00:31Ja, es ist inzwischen Mitte Februar.
00:33Ich weiß nicht, ob Sie mitbekommen haben.
00:34Die Koalition hat schon wieder eine Deadline gerissen.
00:39Was ist da los?
00:40Warum kommen Sie nicht in die Hufe?
00:41Zu faul, zu viel Lifestyle, Teilzeit?
00:44Oder liegt es an der telefonischen Krankschreibung?
00:46Ich weiß es nicht.
00:47Aber es wollte ja eigentlich diese Regierung,
00:51sie hat es angekündigt, bis Ende Januar Eckpunkte vorlegen.
00:54Sie wollte sagen, wie es weitergehen soll
00:56mit dem Gebäudeenergiegesetz.
01:00Das Gebäudeenergiegesetz,
01:01das schreckliche Gebäudeenergiegesetz,
01:03die erinnern sich im Volksmund Heizungshammer genannt,
01:05war ja, ja, es war zu Ampelzeiten vom Teufel persönlich,
01:11war es erfunden worden, um unsere Häuser zum hundertfachen Preis
01:17mit der Hitze der Hölle zu heizen.
01:21Und die klügsten Köpfe des Landes haben sofort aufbegehrt.
01:24Dieses Heizgesetz ist der Gipfel der Respektlosigkeit.
01:30Ja zum Klimaschutz, aber nein zu diesem ideologisch grönen Heizgesetz.
01:34Es ist ein Gesetz für die Tonne.
01:36Das Heizungsgesetz ist gescheitert.
01:38Es ist realitätsfremd.
01:42Und auch nicht technologieoffen genug.
01:45Das hat vor allem er hier moniert.
01:48Äh, Namen hab ich vergessen.
01:50Es war, glaube ich, von der Hamburg Mannheimer, glaube ich.
01:57Der war auch der gegen dieses Heizungsgesetz.
02:01Und hat immer gesagt, es muss doch auch möglich sein,
02:04mit anderen Technologien zu heizen.
02:06Warum diese Konzentration auf die Wärmepumpe?
02:08Man sollte doch Gas auch durch Wasserstoff ersetzen können.
02:12Man sollte Wasserstoff auch durch Fernwärme ersetzen können.
02:15Oder, was sehr gut funktioniert, die FDP durch gar nichts ersetzen.
02:18Das wissen wir inzwischen.
02:20Problemlos möglich.
02:23Alles andere noch ein bisschen schwierig.
02:25In diesem Gesetz steht,
02:27dass Wärmepumpen vom Staat gefördert werden.
02:29Das Gesetz besagt aber nicht,
02:31dass man eine Wärmepumpe einbauen muss.
02:35Das öffnet auch völlig energieträgerneutral
02:38den Weg auch zur Fernwärme,
02:40zu Pellets, zu Hackschnitzel,
02:43zu Scheitholz, zu vielen weiteren Möglichkeiten,
02:47wie man energieträgerneutral die Heizung sanieren kann.
02:50Das sagt hier ein Mann vom Fach.
02:52Man kann nach diesem Gesetz sogar mit Hackschnitzel heizen.
02:57Wusste ich auch nicht.
02:58Ich dachte, bei Habeck wären es nur Tofuschnitzel gewesen.
03:01Aber auch das Gesetz erlaubt es.
03:03Das Gesetz ist so technologieoffen.
03:06Heizen geht da auch theoretisch mit Frikadellen und Leberwurst,
03:11Kryptonit, Jägermeister, was immer Sie wollen.
03:14Natürlich muss man offen bleiben für neue Technologien.
03:16Das ist ja ganz klar.
03:17Die Zeiten ändern sich.
03:19Im Mittelalter zum Beispiel.
03:20Da hat man in Deutschland geheizt,
03:22indem man sich einen Ochsen ins Wohnzimmer gestellt hat.
03:24Und der Ochse, das war ja wirklich so,
03:26hat dann seine Körperwärme abgegeben.
03:28Geht auch.
03:30Ist nur die Frage, wo findet man heute einen Ochsen?
03:32Jetzt ist der Punkt erreicht,
03:35wo endlich die schweigende große Mehrheit dieses Landes
03:39sich die Demokratie wieder zurückholen muss
03:42und denen in Berlin sagen,
03:48und denen in Berlin sagen,
03:51ihr habt wohl den Arsch offen.
03:57Hubert Aiwanger, er war der Lauteste.
03:59Ja, in Berlin haben alle den Arsch offen.
04:01Ich weiß nicht, ob es stimmt.
04:03Aber selbst wenn es so wäre
04:05und wenn man dann mit dem ausströmenden Biogas heizen könnte,
04:09wäre selbst das möglich.
04:10Also, was dieses sogenannte Heizungsgesetz vorschreibt,
04:13ist, dass neu eingebaute Heizungen
04:15zu 65 Prozent energieträgerneutral sein sollen.
04:19Und das ist auch, was vielen Kritikern sauer aufstößt.
04:22Womit viele ein Problem haben in der Union.
04:24Und die würden das gerne abschaffen.
04:26Geht das einfach?
04:27Man kann das Gesetz nicht einfach abschaffen.
04:29Man hat dann das Problem, dass man EU-Recht nicht umsetzt,
04:32dass man Klimaziele verfehlt und dass man vor allen Dingen
04:37Investitionsverlässlichkeit nicht schafft.
04:39Und das ist hochproblematisch.
04:41Ja, das war nicht einfach eine bekloppte Idee.
04:42Da ging es auch um EU-Recht.
04:44Und daran muss sich eine Regierung halten.
04:45Wenn man bis 2050 CO2-neutral werden muss,
04:49dann muss man halt irgendwann anfangen,
04:51Öl- und Gasheizungen durch CO2-neutrale Heizungen zu ersetzen.
04:55Das ist die Realität.
04:56Was aber gerade Leuten wie Aiwanger, Merz oder Söder stört.
05:00Weil die sich entschlossen haben,
05:02sich ihre Wirklichkeit nicht durch die Realität kaputt machen zu lassen.
05:06Dieses Heizungsgesetz hatte anfangs Mängel.
05:08Klar, in seiner jetzigen Form wird es aber von fast allen,
05:11die damit zu tun haben, für ziemlich vernünftig gehalten.
05:14Welche Heizung wird am häufigsten verbaut?
05:18In deutschen Neubauten.
05:19Aktuell, es ist, Überraschung, die Wärmepumpe.
05:22Weil viele kapiert haben,
05:23das ist eine horreffiziente, saubere Heizung,
05:26die man auch zu bis zu 70 Prozent vom Staat gefördert bekommt.
05:30Vielleicht hat die Regierung deswegen so eine Angst davor,
05:33das Gesetz durch ein anderes zu ersetzen.
05:36Aber zumindest auf eines kann man sich durchaus verlassen.
05:39Das sogenannte Heizungsgesetz wird abgeschafft.
05:42Es wird künftig Gebäudemodernisierungsgesetz heißen.
05:45Immerhin.
05:47Das ist ein Hammerbuch.
05:52Das klingt auch gleich ganz anders.
05:54Das macht schon unterschiedlich.
05:56Gebäudemodernisierungsgesetz klingt viel besser.
05:58So eine Umbenennung bringt ja doch wahnsinnig viel.
06:00Vielleicht sollte man auch Friedrich Merz umbenennen.
06:03In Konrad Adenauer.
06:06Wie sieht das denn die Branche selber?
06:08Wir haben heute einen Heizungs-Monteur bei uns,
06:10den wir genau das fragen können.
06:12Bitte begrüßen Sie Maximilian Schafroth.
06:14Herr Schafroth, wie schön.
06:16Hey.
06:16Ich bin sehr froh.
06:22Schön, dass Sie sich für uns Zeit nehmen.
06:24Ich würde mal sagen, es ist eher traurig, dass ich Zeit habe.
06:27Wir hätten es vor einem Jahr angerufen.
06:29Da hätte ich gesagt, keine Chance.
06:31Ich komme nur vorbei, maximal fünf Minuten.
06:33Und auch nur dann, wenn ich zufällig in Hamburg-Lockstedt
06:36eine Fußbodenheizung einbauen muss.
06:38Und das war nicht selten, dass süddeutsche Heizungsbauer
06:40in Lockstedt Fußbodenheizungen verlegt haben.
06:42Wir sind überall hin, weil der Bedarf da war.
06:45Ja, da bin ich ja eine tolle Zeit.
06:46Da bin ich ja mit einer Hand die Wärmepumpe auf dem Dachständer festgehalten.
06:50Die Kinder in die Schule gelenkt.
06:52Mit der anderen Hand mit der KfW-Förderbank da.
06:56Ein Worst-Performing-Building in serieller Sanierung
06:59als 261er mit Zusatz-Förderung Treibhausgas-Lebenszyklus durchzukriegen.
07:03Wissen Sie, wovon ich rede?
07:04Nein.
07:05Ich auch nicht.
07:14Als Heizungsbauer musstest du vor einigen Jahren
07:16in meinem Job ein multitaskender Latzhosen-Oktopus sein.
07:21Das ist heute nicht mehr so?
07:23Jetzt ist Ruhe.
07:24Ich nehme an, Sie warten auf eine Ansage.
07:27Ist denn Ihr Verband in Kontakt mit Berlin?
07:30Ja, gut.
07:32Also wenn Kontakt bedeutet, dass einer was fragt und der andere nicht antwortet, ja.
07:37Die Antworten gar nicht, kommt gar nichts.
07:38Keine Antwort.
07:39Ihnen gegenüber gar nichts?
07:41Unglaublich.
07:41Wir klopfen quasi täglich mit der Rohrzange auf die Reichstagskuppeln.
07:44Und wir sehen ja, dass da Leute drin sind.
07:47Ist ja aus Glas, wir sind ja nicht blöd.
07:48Ja, ja, ja.
07:49Ja.
07:49Aber immer wenn wir klopfen, dann stellen die sich regungslos.
07:52Ja.
07:54Das ist ja was, da lachen Sie, aber ist ja was, was wir Heizungsbauer kennen, nicht wahr?
07:57Wir fahren ja seit Monaten zur Kundschaft raus, wir klopfen ans Fenster und drinnen tut sich nichts, ja.
08:03Dieses Land ist beim Warten auf die neue Heizung im Fernsehsessel eingefroren.
08:07Das ist edelig.
08:08Das letzte, was Sie gesehen haben, ist der Zamperoni.
08:11Schlimm.
08:12Und dass das Gebäude-Energie-Gesetz umbenannt wird in Gebäude-Modernisierungs-Gesetz, das beruhigt Sie jetzt auch nicht so.
08:18Also Erik, schätze Ihren Humor, schau die Sendung ja gern.
08:21Aber das ist also ...
08:21Also wenn das unser Anspruch ist, Freunde, dann kann ich morgen zu meiner Kundschaft in den Keller runter,
08:27dann kann ich auf den Heizkessel draufschreiben, ich bin eine Wärmepumpe.
08:30Also ...
08:31Das ist unglaublich.
08:34Da werde ich gleich hüten.
08:36Also ...
08:39Ich hab ja, da kommt auch die Emotion hoch.
08:41Ich hab ja einen Handwerker stolz.
08:42Ich hab ja investiert.
08:43Ich bin vor einigen Jahren mit einem 40.000-Euro-Sprinter ins Neubaugebiet gefahren.
08:48Heute fahr ich mit einem einsitzigen Apemofa, ja.
08:51Da steht drauf, mobiler Kesselflicker-Dienst.
08:54Und mein Azubi hat ein Deutschland-Ticket.
08:56Ja, nix gegen das Deutschland-Ticket.
08:58Aber wissen Sie, wie die Leute schauen, wenn der einen Heizkessel, der älter ist als er selbst,
09:04zur Generalüberholung in einen Regionalexpress wuchtet.
09:07Ja, da schauen die mitleidig.
09:09Und wir brauchen doch kein Mitleid.
09:10Wir brauchen von oben Klarheit.
09:12Es ist Druck im Kesselherring.
09:13Ich sag's richtig.
09:14Ich spür das richtig.
09:15Ich würde sagen, bringen Sie es doch auf den Punkt.
09:17Ja, Sie haben hier die Gelegenheit.
09:18Sagen Sie doch einfach, was Sie brauchen, um wieder richtig arbeiten zu können.
09:21Sagen Sie es direkt in Richtung Berlin.
09:22Herr Schaffroth, das Studio gehört.
09:24In die Kamera?
09:24Nein, oder was?
09:24Hören Sie in die Kamera rein?
09:25Ja, in welche?
09:27Nehmen Sie die da.
09:28Nehmen Sie die mit dem roten Licht.
09:29Ja, dann gehen Sie ein bissel zurück, wenn ich grantig bin, neig ich zu feuchter Aussprache.
09:32Alles klar.
09:33Alles klar.
09:34Ich merk schon, da haben Sie viel aufgestaut.
09:40Ich gehe zurück, Sicherheitsabstand.
09:42Legen Sie los.
09:43So, also, liebe Freunde, dann nehmen wir doch noch gleich die Rotzangen mit dazu.
09:46Liebe Freunde in Berlin, legen Sie Sie nicht mit dem Verband der Heizungsbau ...
09:49Ist von der Lautstärke her okay.
09:50Von der Lautstärke her völlig in Ordnung.
09:52Legen Sie Sie nie mit dem Verband der Heizungsbau an.
09:54Wir haben Ihre Kellerschlüssel.
09:56Man kann im Wahlkampf nicht über den Heizungshammer schimpfen und dann nix liefern.
10:00Der Merz hat ja so getan, als wäre er der Heißkessel-Messias.
10:03Dabei war er noch nie in einem Keller, nicht mal in seinem eigenen.
10:06Der Union fehlt die Kellerkompetenz.
10:10Dem Merz fehlt die Rohrzangen-Credibility.
10:13Ich sag Ihnen was, wir riskieren hier gerade einen Wärmepumpeninfarkt.
10:17Im Fachstark aus Sankt-Mann einen Halskasper.
10:20Also bedenken Sie immer, in Zeiten von Smarthome, da können wir Ihnen mit einem Klick den Hintern rösten.
10:26Das geht überall, wo es WLAN gibt. Also im Sauerland nicht.
10:34Vielen Dank, vielen herzlichen Dank.
10:37Maxi Schafroth, danke.
10:43Das ist ein Thema, das viele umtreiben.
10:46Die Branche, die Heizungsbauer, aber natürlich auch die Immobilien-Eigentümer.
10:52Wärmepumpe, welche Heizung.
10:53Viele beschäftigen sich mit genau diesem Thema.
10:55Muss man vielleicht Jüngeren noch mal erklären.
10:57Man konnte früher Immobilien kaufen.
11:00Es ging.
11:01Man konnte die erwerben.
11:02Käuflich erwerben.
11:04Wohnungen oder auch Häuser.
11:05Da musste man keine Miete mehr zahlen.
11:07Das gehörte einem dann.
11:08Man ging zur Bank und bekam ein Darlehen.
11:10Das hat man dann abbezahlt.
11:12Und so kommt es, dass viele Angehörige der Mittelschicht mit ganz normalen Berufen
11:16in eigenen Häusern wohnten.
11:19Heute unvorstellbar.
11:21Daher kommt dieses schwäbische Motto, schaffe, schaffe, Häusle baue.
11:25Das lautet inzwischen anders.
11:27Schaffe, schaffe, Einbauküche vom Vormieter ablöse.
11:36Wenn man überhaupt was Bezahlbares findet, dann nicht in den Metropolen.
11:40Da muss man flexibel sein.
11:41Wenn man zum Beispiel in Leipzig keine Immobilie findet,
11:45zu kaufen, muss man bereit sein, rauszuziehen.
11:47Ins Umland, in die Eifel zum Beispiel.
11:50Hier ist unser Song zur Krise.
12:03Hey, du hast doch diesen Traum.
12:06Ein Eigenheim zu kaufen oder sogar selber eins zu bauen.
12:11Doch die Zeiten sind brutal.
12:14Die meisten haben nicht einmal das Eigenkapital.
12:19So'n Haus kriegst du nicht mehr finanziert.
12:23Das Haus ist wahrscheinlich nicht saniert.
12:27Schön war's in den Boomer, ja.
12:30Doch junge Leute heute müssen doppelt so lang sparen.
12:34Siehst der Wahrheit ins Gesicht.
12:37Top-Arsch!
12:38Immobilienpreise steigen, doch die Löhne leider nicht.
12:42So'n Haus bleibt für viele Utopie.
12:47Du musst halt was erben, sonst klappt's nicht.
12:50Hammerteuer, Grunderwerbsteuer und die Heizung musst du erneuern.
12:54Dämmen, wer kann es stemmen?
12:58Deine Kohle geht dir aus, nenn dir halt deine Haus.
13:00Oder eins in der günstigeren Lage, Lage, Lage.
13:06Ein Haus in der Mitte von der Autobahn.
13:10Selbst das kannst du dir nicht leisten.
13:16Ein Tag von Jesko Friedrich und Dennis Kau.
13:22Wenn man ein Kind bekommt, hat man ja gewisse Vorstellungen,
13:27wie die Geburt ablaufen sollte.
13:28Eine entspannte, ruhige Atmosphäre im Kreißsaal.
13:31Es gibt Getränke und gutes Essen.
13:33Eine Badewanne mit Whirlpool, während dazu Wale singen.
13:38Und zwar live.
13:39Und vor allem, eine Hebamme ist dabei.
13:42Und die kümmert sich nur um diese eine Geburt.
13:44Vielleicht sogar eine Beleghebamme, die man schon kennt,
13:47bei der man einen Geburtsvorbereitungskurs gemacht hat.
13:49Die sich dann auch um die Nachsorge kümmert.
13:51Also man hat vertraut.
13:52Und diese eine Hebamme ist die ganze Zeit da.
13:54Alles total entspannt.
13:55So ist es leider nicht.
13:57Im Gegenteil.
13:59Hebammen müssen ganz oft mehrere Geburten gleichzeitig betreuen.
14:03Sie haben permanent mit Menschen in Extremsituationen zu tun.
14:06Es ist ein stressiger Job.
14:07Schmerzen, Schreie.
14:09Man muss sich konzentrieren.
14:10Von einem Kreißsaal zum nächsten Kreißsaal.
14:12Und wieder zurück.
14:13Und viele Hebammen sind am Ende so fertig.
14:15Die legen instinktiv den Vater auf den Wickeltisch und rufen.
14:17Es ist ein Junge.
14:19Sie machen das super.
14:20Schön weiter.
14:21Einmal in die 15, bitte.
14:24Können Sie uns helfen?
14:25Ich glaube, es geht gleich los.
14:26Kennen Sie das auch?
14:28Hä?
14:29Was?
14:30Sie sind freiberufliche Hebamme.
14:32Komplett gestresst von Ihrem Job.
14:34Vier Geburten gleichzeitig.
14:35Papierkranz.
14:36Und jetzt haben Sie auch noch krasse Existenzängste.
14:39Ja, total.
14:41Au.
14:42Wo kann man denn hier Bundesliga screenen?
14:44Keine Angst.
14:46Damit sind Sie nicht allein.
14:48Zahlreiche andere Hebammen in Deutschland leihen genauso wie Sie.
14:52Ja?
14:52Und?
14:53Wie?
14:54Ja und?
14:55Kommt da jetzt noch irgendwas Hilfreiches?
14:58Ach so?
14:58Nee.
14:59Das war's.
14:59Wir wollten Ihnen nur sagen, dass Sie nicht alleine sind.
15:02Tschau.
15:07Gut, dass das mal gesagt wird.
15:11Die Situation der Hebammen hat sich noch mal akut verschlechtert.
15:14Es gibt seit November einen neuen Hebammen-Hilfe-Vertrag,
15:17den die freiberuflichen Hebammen mit den Krankenkassen abschließen.
15:20Und dieser Hebammen-Hilfe-Vertrag sorgt dafür,
15:23dass immer mehr Hebammen um Hilfe rufen.
15:25Für freiberufliche Hebammen in Kliniken bedeutet das finanzielle Einbußen bis zu 30 Prozent.
15:32Vorher konnten Sie für jede Patientin den gleichen Pauschalbetrag abrechnen.
15:37Jetzt gilt ein gestaffeltes Vergütungssystem.
15:39Ein gestaffeltes Vergütungssystem.
15:41Das soll dafür sorgen, dass im Idealfall eine Patientin durch eine Hebamme betreut wird.
15:46Und für die erste Frau, die die Hebamme betreut, soll sie in Zukunft etwas mehr als vorher bekommen.
15:51Wenn du aber zwei Frauen gleichzeitig hast, dann wird die zweite noch zum Drittel bezahlt.
15:57Und eine dritte, wenn dazukommt, wird eine Stunde lang bezahlt, aber dann nicht mehr.
16:01Aber die dritte ist länger da.
16:03Sie ist meinetwegen drei, vier oder fünf Stunden im Kreißsaal für nichts.
16:06Für nichts.
16:07Mache ich nebenbei.
16:08Ist Hobby.
16:09Gut.
16:10Für dieses Szenario müssen schon einige Faktoren zusammenkommen.
16:13Aber einige denken sich inzwischen, andere machen Yoga.
16:16Ich mache unbezahlte Geburten als Hobby.
16:18Vielleicht sollte ich mir ein neues Hobby suchen, eins, das nicht so viel Geld kostet.
16:22Ich kann nachts kaum noch schlafen, weil ich Angst habe, nichts mehr finanzieren zu können.
16:27Wir zahlen als Selbstständige natürlich alles selber.
16:30Von der Krankenkasse bis zur Pflegeversicherung, bis zur Hebammenversicherung tragen wir alle Kosten jeden Monat selbstständig.
16:36Die Kosten sind fix, die Bezahlung wird zu einer Wette.
16:40Man muss hoffen, dass möglichst Geburten so geordnet ablaufen, dass sie auch abgerechnet werden können.
16:45Denn auch wenn es für weitere Geburten nicht das volle Honorar gibt, muss man sie natürlich trotzdem zu Ende bringen.
16:51Also man kann nicht sagen, so, Köpfchen ist raus, ich mache Feierabend.
16:54Das geht nicht.
16:55Man muss auch komplett dafür haften.
16:57Und das volle Honorar gibt es nur, wenn auch die zeitlichen Rahmenbedingungen stimmen.
17:02Bisher wurde eine Beleghebamme an einer Klinik pro Geburt entlohnt.
17:05Der neue Vertrag hingegen sieht erstmals eine minutengenaue Abrechnung vor.
17:11Unser Kritikpunkt ist einfach klar der, dass wir Geburten nicht planen können.
17:15Und wenn jetzt ein neuer Vertrag sagt, man muss eine Frau zwei Stunden vorher und zwei Stunden hinterher eins zu
17:22eins betreuen, um einen Zuschlag zu bekommen,
17:24dann geht das ja schon damit los, dass ich leider im Voraus nicht weiß, wann die zwei Stunden vorher beginnen.
17:30Da ist was dran.
17:32Kinder sind wie die Deutsche Bahn.
17:34Exakte Pünktlichkeit gibt es da nicht.
17:37Ich finde, ein Land, das nicht mal planen kann, dass ein Zug von Berlin nach München pünktlich abfährt und pünktlich
17:49ankommt,
17:50sollte das auch nicht von Neugeborenen erwarten, dass sie pünktlich ankommen.
17:53Und natürlich, wie immer, wenn es eine Reform gibt, ist der bürokratische Aufwand anschließend höher.
18:00Beispiel.
18:01Ein kurzes Telefonat wird nicht mehr honoriert. Erst ab fünf Minuten. Aber es darf auch nicht länger als zehn Minuten
18:07dauern.
18:09Lässt sich bestimmt gut einhalten, so ein Zeitfenster. Vor allem, wenn man mit Menschen zu tun hat, die bald ein
18:13Kind bekommen oder gerade eins bekommen haben.
18:16Und das dokumentiert man dann? Schreibt man selber schnell auf? Oder wie läuft das?
18:19Nach jedem Telefongespräch brauche ich eine Unterschrift von einer Frau. Ob ich ihr das Postale schicke oder ob sie in
18:25der Praxis extra vorbeikommt wegen dieser Unterschrift, das müssen wir dann klären.
18:28Aber jedes Telefonat eine Unterschrift.
18:31Ja, das ist sehr sinnvoll. Telefonate mit der Unterschrift des Gesprächsteilnehmers nachweisen zu lassen.
18:36Dafür wurde ja die Telefonie praktisch erfunden.
18:40Für genau diese Frage können Sie bitte hier mal unterschreiben.
18:44Also, falls Sie sich fragen, wo das Wort Beleghebamme herkommt. Daher.
18:51Und immer mehr sagen, es wird mir zu viel. Ich schaff's nicht mehr. Ich geh auf'm Zahnfleisch. Ich hör auf.
19:00Viele sagen, ich höre jetzt auf. Es reicht mir.
19:03Ein Großteil der Krankenhäuser in Deutschland fürchtet, dass Hebammen in relevanter Zahl kündigen werden in nächster Zeit.
19:10In manchen Einzugsgebieten ist dann die Versorgungssicherheit gefährdet.
19:14Keine Ahnung, wie Kinder dann auf die Welt kommen sollen. In einigen Baumärkten sind schon Saugpümpel und Wagenheber ausverkauft.
19:20Für werdende Eltern ist das ein echtes Abenteuer.
19:23Sie hat schon viele Abenteuer hinter sich. Doch die größte Herausforderung steht ihr noch bevor.
19:30Allerdings, Meisterin. Schau selbst.
19:33Hä? Wie? Das? Da muss ich noch zwei bis drei Mal drehen, dann hab ich das geschafft.
19:39Nein, ich meine, du bist schwanger.
19:41Ach, das wird doch ein Klacks. Ich habe noch jede Bestie bezwungen und jeden Schatz gefunden.
19:47Noch einer. Das war der letzte.
19:49Nein, du verstehst nicht.
19:52Denn diese Aufgabe ist schier unlösbar.
19:55Hä?
19:55Du musst jetzt stark sein. Denn du musst für dich eine Hebamme finden. Und zwar im Jahr 2026.
20:04Ach nö. Hebammen sind so schwierig zu finden?
20:07Ja, sie sind rar in Deutschland, Doria. Das ist schon seit längerem klar.
20:12Doch nun bedroht auch noch ein dunkles Dekret die Zukunft vieler Hebammen.
20:22Wie nennt sich dieses brutale Traktat?
20:25Hebammenhilfevertrag nach § 134a SGB V.
20:29Ich hasse Hebammenhilfevertrag, § 5. Ich werde ihn zerstören.
20:33Äh, sorry, aber da hat das Volk nichts zu melden. Plus haben Krankenkassen und Verbände so einen Stein gemeißelt.
20:40Egal. Ich kann auch so eine Hebamme finden.
20:42Denn ich bin eine werdende Mama.
20:52Doch dunkle Kreaturen aus der Vergangenheit holen sie ein.
20:56Wer ist das?
20:58Ich bin Krono-Biest. Hier, um dich zu erinnern, dass du einfach schon vor der Zeugung eine Hebamme hättest buchen
21:04können.
21:05Zeugung? Was meint er?
21:06Also, erinnerst du dich an diese Nacht vor einem halben Jahr? Es war viel Miet im Spiel.
21:13Hä?
21:14Ach egal, erkläre ich dir später. Und dich brauchen wir nicht.
21:18Denn ein Hoffnungsschimmer bleibt.
21:21Dein Zauberkompass schlägt aus. Hier müsste eine Hebamme sein.
21:27Ah! Ein Zombie!
21:29Nein, ich bin eine Hebamme. Ich bin nur irre überarbeitet. Sorry, ich kann dir nicht helfen.
21:34Und, äh, du?
21:35Joa, ich war mal eine Hebamme. Aber leider zu schlecht bezahlt.
21:38Tja, hab ne Umschulung gemacht und repariere jetzt Ultra-Hover-Power-Glidespeeder.
21:43Eigentlich ähnlicher Job. Aber viel besser bezahlt.
21:47Klar, man hat ja auch mehr Verantwortung als so eine Hebamme. Ups.
21:51Ach, egal. Und die dritte?
21:54Ich bin auch keine Hebamme mehr. Ich mach jetzt lieber Buchhaltung. Das ist weniger Papierkram und Bürokratie.
22:01Okay, weiter geht's.
22:03Wird unsere Heldin die letzte Hebamme finden?
22:08Hier muss sie sein.
22:11Sind Sie eine Hebamme?
22:13Äh, stimmt, ja, ja. Jetzt, wo du's sagst, ich biete Schwangerschaftsbegleitung, Geburtshilfe und Rückmeldungskurse an.
22:19Ich glaube, die alte Dame sieht nicht mehr so gut.
22:22In welchem Monat sind wir denn?
22:24Ah, ich glaub, er hat eben getreten.
22:28Wird schon irgendwie gehen.
22:29Ach ja, noch eine Sache. Ich kenn mich nicht so gut aus mit Menschenbabys.
22:36Ah, besser als nichts.
22:38Gibt es ein Happy End?
22:42Oh, die Geburt war überraschend easy.
22:44Ja, und ich konnte dabei mit meinen anderen vier Händen noch dieses Lätzchen häkeln.
22:49Ich nenn dich wie meine Hebamme. Wie heißt du nochmal?
22:53Birgit.
22:54Oh.
22:54Chronobiest, was willst du denn hier?
22:57Dich daran erinnern, dass du dich schon vor neun Monaten um einen Kita-Platz hättest kümmern müssen.
23:08Das war ein Fail von John Frickey.
23:15Es gibt ja die unterschiedlichsten Religionen auf dieser Welt.
23:19Es gibt nun eine neue Glaubensgemeinschaft.
23:21Eine mit Anhängern, die überzeugter sind als die Amisch.
23:24Beglückter als die Sanyassins.
23:26Und missionarischer als die Zeugen Jehovas.
23:28Eine Sekte, die versucht jeden, aber wirklich jeden von ihrem neuen Gott zu überzeugen.
23:33Sie ahnen vielleicht, wen ich meine.
23:35Die Jünger des Airfriers.
23:40Die Huldiger der Heißluft-Fritöse.
23:43Oder wie man sie auch nennt, die Anhänger von Jesus Fritzus.
23:48Immer mehr von diesen Geräten stehen in deutschen Küchen rum.
23:51Airfryer.
23:52Und ich rate Ihnen, halten Sie Abstand von diesen Menschen, die einen Airfryer besitzen.
23:56Das sind Fanatiker, die so lange auf sie einreden, bis sie aufgeben und sie auch so ein Teil kaufen.
23:59Ich bin schon kurz davor.
24:02Und es gibt eigentlich zwei Geräte in einem Haushalt, die genau das machen, was der Airfryer macht.
24:06Nämlich der Backofen und der Föhn.
24:08Es ist eigentlich die Mischung aus beidem.
24:11Und ja, ein Backofen hat den Nachteil, er verbraucht mehr Energie.
24:14So ein Airfryer verbraucht weniger Energie, ist aber auch eher klein.
24:17Also sehr gut geeignet für einen Ein-Personen-Haushalt.
24:20Da ist es vielleicht sinnvoll.
24:21Da sagt man, ach komm, ich föhne mir mal ein Brötchen auf.
24:25Oder Zwei-Personen-Haushalt.
24:27Geht auch, wenn einer gerade Intervallfasten macht.
24:31Aber bei einer Familie, bei größeren Mengen, finde ich es unpraktisch.
24:34Selbst bei einer Pizza wird es schon schwierig.
24:36Die ganze Pizza passt nicht in den Airfryer.
24:38Dann schneid sie einfach in vier Stücke.
24:40Zwei unten geht da drauf, die anderen versetzt darüber.
24:43So zirkuliert die Luft perfekt.
24:44Super.
24:45Leute, die einen Airfryer haben, die machen auch alles.
24:49Nur noch mit diesem Airfryer.
24:50Kochen oder Backen oder auch Haare föhnen.
24:54Alle!
24:56Gibt es auch ...
25:01Auch das gehört zur Wahrheit.
25:03Es gibt Ungläubige, es gibt Skeptiker.
25:05Mein Mann meinte, das ist jetzt überall.
25:10Willst du das nicht haben?
25:11Ich sag, eigentlich nicht.
25:12Doch, doch, doch.
25:14Dann hab ich das zweimal benutzt.
25:17Dann hab ich gemerkt, das brauch ich nicht.
25:19Das ist ja kein Problem.
25:21Dass Leute nicht an den Airfryer glauben und sagen,
25:23das ist nur ein weiteres sperriges Plastikteil,
25:26das einem die Küche zustellt.
25:28Es ist ja so.
25:29Man hat dann die Espressomaschine in der Küche stehen
25:31und dann daneben die Filterkaffeemaschine,
25:33weil das mit dem Espresso doch sehr anstrengend ist.
25:36Und dann noch die andere Küchenmaschine.
25:38Smoothiemaker, Sandwich-Toaster, Reiskocher, Kornmühle,
25:42Nicer Dicer und natürlich der Thermomix.
25:45Die zweite große Weltreligion neben dem Airfryer.
25:49Und irgendwann ist so,
25:50da hat man nur noch zehn Zentimeter Platz auf der Arbeitsplatte.
25:52Und den Platz braucht man fürs Handy.
25:54Denn damit bestellt man jeden Abend was beim Lieferdienst.
26:03Vielleicht ist es auch so eine Generation.
26:05Es sind ja vor allem die Jüngeren, die Airfryer kaufen.
26:09Es ist vielleicht so ein Generationending.
26:11Bestimmte Altersgruppen definieren sich über bestimmte Gegenstände,
26:14auch bestimmte Rituale.
26:15Es geht gar nicht nur um Küchenutensilien.
26:18Und bei Männern ab 40 ist es ja ganz schlimm.
26:24Aromaprofil.
26:25Tempanaigo 9,5 Bach.
26:30Das ist alles so schrecklich anstrengend.
26:36Siebträger.
26:37Whisky.
26:37Gravelbike.
26:38Bei Jakob war es so, dass er sich direkt an seinem 40. Geburtstag infiziert hat.
26:48Gravelbike.
26:50Gravelbike.
26:51Whisky.
26:52Siebträger.
26:53Gravelbike.
26:54Gravelbike.
26:55Whisky.
26:56Siebträger.
26:56Konkret sprechen wir vom Virustyp Ü40.
27:0880 Prozent Hydration.
27:11Freddy macht jetzt auch Pizzateig.
27:17Früher hat er mich mal so angesehen.
27:19Nährboden für Ü40 sind stagnierende Karrieren.
27:22Kinder, die aus dem Gröbschen raus sind.
27:24Lohnes.
27:25Wollen wir zweimal wieder Fußball spielen?
27:27Ne, kein Bock.
27:31Äh, wollen wir zweimal wieder?
27:34Ne, kein Bock.
27:34Das führt gleichsam zu einer Lehre, wo der Virustyp Ü40 sagt, hm? Da breite ich mich doch mal aus.
27:43Gravelbike.
27:45Whisky.
27:46Ähm, Gravelbike.
27:47Ja, ich hab jetzt auch ganz oft Oropax drin, aber er mag das nicht.
27:50Ein Kernsymptom ist die Identitätsfusion mit dem Objekt.
27:55Er hat jetzt im Keller so ein Schreinaltar.
28:03Achsdimension, Carbonlayer, Gabelschaftdurchmesser.
28:07Die Patienten stehen unter der Illusion, etwas ganz Besonderes zu sein.
28:11Ist natürlich ein Trugschluss.
28:13Sind immer die gleichen paar Varianten.
28:14Gin.
28:15Craft Beer.
28:16Vanlife.
28:16Vanyl.
28:17Barbecue.
28:18Barbecue.
28:19Barbecue.
28:20Barbecue.
28:20Erschreckend finde ich auch, wie ansteckend das ist.
28:23Barbecue.
28:24Barbecue.
28:24Barbecue.
28:25Barbecue.
28:28Ja, Jakob hat sich ein Full-Blood Wagyu, Tony Hawk's oder so Steak aus Australien bestellt.
28:36What?
28:37104,99 das Kilo.
28:39Wegen der ...
28:41... Textur.
28:42Es ist auch immer einfach alles sehr wichtig.
28:46Obsessive Verhaltensmuster.
28:48Man denkt, man sei Profi und braucht alles High-End.
28:54Ja, und weil Freddy diesen einen Pizzaofen für 7.000 haben musste, waren wir dieses Jahr nur zweimal im Urlaub.
29:06Ja, Ü40 ist eine schwerwiegende Wohlstandskrankheit, kannst du nicht behandeln, klingt nach 10 bis 20 Jahren von selbst wieder ab.
29:14Männer.
29:15Alle gleich.
29:18Oh, ich glaub ich brauch nur einen.
29:23Aperol Spritz.
29:25Aperol Spritz.
29:28Aperol Spritz.
29:29Aperol Spritz.
29:31Aperol Spritz.
29:33Aperol Spritz.
29:35Aperol Spritz.
29:36Aperol Spritz.
29:37Aperol Spritz.
29:38Aperol Spritz.
29:38Das war das Freddy-Radio-Klark auf Leube.
29:43Es gibt ja die skurrilsten Verschwörungstheorien.
29:46Es gibt unter anderem diese sogenannte QAnon-Verschwörungserzählung.
29:50Die sagt, dass eine weltweite Elite aus Wirtschaft, Kultur und Politik regelmäßig sich trifft, um Kinder zu missbrauchen.
29:56Und diese Kinder sind unter einer Pizzeria in Washington DC, da werden sie gefangen gehalten.
30:01Und seit ein Teil der Epstein-Akten veröffentlicht worden ist, hab ich das Gefühl, man sollte in der Pizzeria sicherheitshalber
30:06nochmal nachgucken.
30:08Die Anhänger von Donald Trump haben ja immer an so etwas geglaubt, dass es da eine weltweit agierende Gruppe gibt,
30:14die sich über jedes Recht stellt.
30:15Und das Witzige ist, die Anhänger von Donald Trump haben geglaubt, dass ihr Donald das beenden würde.
30:22Jetzt müssen Sie erkennen, das ist nicht der, der die Kinder befreit aus der Pizzeria, das ist vermutlich der Pizzabäcker.
30:30Trump wird ja sehr, sehr, sehr häufig genannt in diesen Akten.
30:35We know that Donald Trump is mentioned 38,000 times in the Epstein-Files.
30:40Donald Trump is literally mentioned more in the Epstein-Files than Harry Potter is mentioned in the Harry Potter books.
30:47Das nennt man Hauptdarsteller. So ist das meine Hauptfigur.
30:51Jetzt kann leider Trump nicht zaubern, im Gegensatz zu Harry Potter.
30:54Am liebsten würde er alle Beweise für diese Männerfreundschaft, die Trump und Epstein unterhalten haben, verschwinden lassen.
31:00Geht nicht. Jetzt kann er nur immer aufs Neue wieder seine Märchenerzählung wiederholen, dass es da nie einen engen Kontakt
31:06gab.
31:06Es gibt jede Menge Hinweise. Es gibt zum Beispiel diese Zeichnung, die Trump für ein Geburtstagsbuch von Jeffrey Epstein angefertigt
31:14haben soll.
31:16Da schreibt er von gemeinsamen Geheimnissen und das Ganze ist mit seiner Unterschrift versehen.
31:22Trump sagt, er habe diese Zeichnung nicht angefertigt. Und wenn doch, dann ist das kein weiblicher Körper, das sind die
31:27Umrisse von Grönland.
31:30Und wenn es an Trump ginge, würde sich ab sofort niemand mehr für diesen ganzen Komplex interessieren.
31:53Es gibt ja auch wahrlich größere Skandale, muss man ja sagen. In der Halbzeit des Superbowls hat jemand eine Show
31:59auf Spanisch präsentiert. Skandal!
32:01In der Tat haut Trump jede Woche eine neue Idee raus, die ablenken soll.
32:06Er hat Maduro aus Venezuela entführen lassen, damit mal nicht über ihn und die Epstein-Akten gesprochen wird.
32:12Er hat mit der Annexion Grönlands gedroht, um andere Themen aufs Tapet zu bringen.
32:16Und ich glaube, wenn noch zwei schmierige Fotos mehr von ihm und Jeffrey Epstein veröffentlicht werden,
32:22dann wird er den Iran angreifen.
32:24Ja, das ist gar nicht lustig. Obwohl die Mullahs und Trump in puncto Frauenbild gar nicht so weit auseinander liegen.
32:30Was? Oh. Stolzunterbrechung.
32:59Stolzunterbrechung.
33:00Es gibt ja nur acht Milliarden Menschen. Da läuft man sich zwangsweise mal über den Weg.
33:04Das ist total wahrscheinlich. Einfache Prozentrechnung.
33:07One thousand percent. Five hundred percent. Fifteen hundred percent.
33:11Twelve hundred, thirteen hundred and even fourteen hundred percent. And five hundred.
33:16Naja, auf jeden Fall mehr als hundert.
33:18Ansonsten gilt, Donald Trump hat genauso viel mit dem Epstein-Skandal zu tun wie American Football mit Fußball und die
33:24USA mit Demokratie.
33:33Zum Skandal kommt ja jetzt der weitere Skandal, nämlich die mangelhafte Aufklärung dieses Riesenskandals.
33:40Millionen Dokumente werden offenbar noch zurückgehalten und vieles in den veröffentlichten Dokumenten ist geschwärzt.
33:46Allerdings nicht so, wie es üblich und nachvollziehbar wäre.
33:50Dem US-Justizministerium sind bei Schwärzungen in den Epstein-Akten offenbar vielfach Fehler unterlaufen.
33:57Informationen über mutmaßliche Opfer sollen laut Medienberichten uneinheitlich oder gar nicht geschwärzt worden sein.
34:03So seien etwa Namen, Gesichter und Körper von Opfern sexueller Misshandlung öffentlich sichtbar.
34:08Außerdem Nummern von Bankkonten oder Sozialversicherungen.
34:12Also Täter werden nicht erkannt, werden geschont, werden geschützt.
34:17Die Opfer zerrt man an die Öffentlichkeit und retraumatisiert sie.
34:21Inzwischen wenden sich auch viele von Trumps Anhängern ab.
34:23Beim Thema Vergewaltigung von Kindern scheint selbst bei den stumpfesten Trump-Fans noch so etwas wie Restmoral durchzuschimmern.
34:31Zumindest das macht ja ein ganz klein wenig Hoffnung, auch dass Europa etwas selbstbewusster wird.
34:37Und viele sind inzwischen der Meinung, wir müssen deutlicher werden, wir müssen auch ein Zeichen setzen.
34:41Und wir können nicht so viel machen. Aber was wir machen könnten, wir könnten die Fußball-WM in den USA
34:47boykottieren.
34:49Ist das eine sinnvolle Idee? Das bespreche ich nun in unserer Extra-3-Rubrik Ja, Nein, Vielleicht mit Michael Mittermeier.
34:57Herzlich willkommen!
35:06Was viele gar nicht wissen, du bist ja nicht nur Comedian, du bist auch USA-Experte.
35:11Ja, ich habe Amerikanistik studiert und Politik. Und das ist immer noch mein dunkles Hobby. Das ist mein Rabbit Hole.
35:17Ich schaue in der Nacht wirklich stundenlang amerikanische, also Nachrichtensender. Ich schaue amerikanische Politik wie andere Pornos.
35:25Es bleibt sich meist gleich, weil bei beiden sitzt du oft davon und denkst dir, na, das macht er jetzt
35:30nicht.
35:32Er macht es aber dann doch immer wieder. Und ich denke, wir können nicht zusehen, wie alles immer noch schlimmer
35:37wird in den USA.
35:39Ja, im Vergleich zu Trump wird einem Kim Jong-un wieder sympathisch. Und der ist ja ein großes Vorbild für
35:47Trump, wie man quasi im Inland mit der eigenen Bevölkerung umgeht.
35:51Ja, das ist doch furchtbar. Und wir können doch im Sommer jetzt nicht so tun, als wäre die WM in
35:55den USA ein ganz normales, schönes Fußballfest.
35:57Ich finde, wir sollten ein Zeichen setzen, ein echtes. Und ich sage, Boykott, komplett. Keine Übertragung, keine Fähnchen am Auto,
36:04gar nichts. Es ist doch viel zu gefährlich, da jetzt Leute hinzuschicken.
36:07Mei, dann hast du halt im Stadion einen schwarzen Block mit den Eis-Ultras. Ja, da kriegt die Hymne, you'll
36:14never walk alone, eine ganz neue Bedeutung.
36:18Ja, und, mei, Boykott, ich weiß es nicht. Es ist ja auch WM in Mexiko und in Kanada. Und die
36:25beiden gehören ja nicht zu den USA. Stand jetzt noch.
36:30Oder überhaupt. Ich meine, wenn wir nur noch in Lupen reinen Demokratien spielen, auf die sich alle dann einigen, dann
36:37findet die WM abwechselnd statt in Island und einer Öko-Kommune im Allgäu.
36:42Das ist richtig. Ja, ich kenne das Argument. Wir waren auch in Katar dabei, wir waren auch in Russland dabei.
36:47Aber nur, weil man mehrfach in einen Haufen getreten ist, muss man ja nicht extra nochmal reinlatschen.
36:53Nein, der Fehler war es, wie wir in Katar versucht haben, Politik und Sport zu verbinden.
36:59Da haben wir die WM mit einem Reggae-Festival verwechselt. Ja, gegen Sklavenarbeit mit der One-Love-Bünde.
37:07Und die Einzige, die es getragen hat, war Nancy Fazer, oder? Auf der Tribüne.
37:12By the way, immer wenn ich Fazer höre, denke ich an Raumschiff Enterprise. Egal, pass auf.
37:19Ja, nein, und es waren ja nicht immer Regenbogenfaden, oder? Rot, Schwarz, Grün, Pink, Gelb, Blau. Fehlt nur noch Brombeer.
37:27Dann ist es die schlimmste Regierungskoalition. So eine Jackson-Pollock-Ampel mit FDP-Spritzern.
37:32Ja, eben. Das war Murgs. Sehe ich auch so. Deswegen sage ich jetzt mal konsequent.
37:37Und so ein Boykott, das würde Trump schon treffen. Dann sitzt er da alleine mit seinen Infantino-Friedenspreisen.
37:43Da guckt er dumm aus der Wäsche.
37:45Ah, Trump und Frieden. Das ist so 2025.
37:51Das wird die erste WM-Beat, der die Spieler nach dem Spiel nicht das Trikot tauschen, sondern die Schusswesten.
37:56Ja, ist doch furchtbar.
37:57Aber nicht hinfahren bringt ja auch nichts. Nennen wir mal einen Fall in der Geschichte, wo sich die Lage verbessert
38:04hätte, wenn Deutschland zu Hause geblieben wäre.
38:07Erster Weltkrieg?
38:08Ja.
38:10Zweiter Weltkrieg?
38:11Ja.
38:12ESC?
38:13Okay.
38:16Ja, okay.
38:21Ehring, du's poor. Aber ich meine, abgesehen von den allen, 60 Prozent der Amerikaner stehen gar nicht mehr hinter Trump.
38:28Denkt mal an die.
38:29Ja, aber um die zu unterstützen, bräuchte man keine Bälle. Da bräuchte man Eier.
38:32Weißt du, was Eier gerade in den USA kostet?
38:36Das kann sich keiner mehr leisten. Wer weiß, wie lange die überhaupt noch American Football mit einem Ei spielen. Und
38:42in der Superbowl-Halbzeitpause, ja, da ist sogar der Osterhase aufgetreten, der Bunny. Not bad, by the way.
38:49Und der wurde von Trump sofort beschimpft. Dem müssen wir helfen.
38:54Wir helfen dir doch nicht, indem wir da in die USA fahren. Und dann einfach mitmachen, ohne schlechtes Gewissen.
39:02Ja, mit schlechtem Gewissen, natürlich. Ich mach's wie alle, wenn's um Menschenrechte geht.
39:08Ich schau mir Doku an und sag, schlimm, schlimm, schlimm, schlimm, schlimm. Und ich hab schon damit angefangen jetzt.
39:15Ach ja?
39:16Ja. Ich war im Kino, hab mir die Melania-Doku angeschaut.
39:21Und? Schlimm, schlimm, schlimm, schlimm. Michael Mittermeier. Vielen Dank.
39:35Trägt du eine WM denn bei zur Völkerverständigung? Ist ja auch eine grundsätzliche Frage.
39:39Ich glaube ja eher, eine WM schürt den Nationalismus. Ich kenn das von mir selber.
39:43Normalerweise hab ich gar nichts gegen Holländer.
39:47Wirklich, nee. Und dann auf einmal ist so eine WM eine Entschuldigung, die Flagge rauszuholen und den sonst einigermaßen kaschierten
39:54Nationalismus von der Leine zu lassen.
39:55Es gibt aber auch Menschen, die brauchen für Nationalismus gar keine WM.
39:59Die zeigen ihren Nationalstolz auch da, wo er nun wirklich überhaupt nicht hingehört. Daniel Sprenger.
40:09Über die Oder führt von Frankfurt aus in die polnische Partnerstadt Slubice nur eine einzige Brücke.
40:15Mehr als nur ein Verkehrsweg.
40:17Diese Brücke steht auch für unsere Zusammenarbeit in einem gemeinsamen, geeinten Europa.
40:23Das heißt, dass wir uns als ein gemeinsamer Stadtraum verstehen.
40:27Und das ist für all die Zusammenarbeit und für die Menschen, die auf beiden Seiten ständig unterwegs sind, keine Grenzen
40:33geben sollte, weil das das Prinzip von Europa ist.
40:36Seit Juli ist das Symbol eines geeinten Europas um diese Symbole reicher.
40:43Dutzende polnische Flaggen, aufgehängt von polnischen Rechtsextremen.
40:48Die Stadt Frankfurt-Ode hat sich sofort mit der Gemeinde Slubice ins Benehmen gesetzt.
40:52Und man war sich völlig einig, dass das nicht geht, auf einer letztlich gemeinsamen, deutsch-polnischen Grenze ohne Genehmigung nationale
40:59Symbole auszuhängen.
41:02Frankfurt und Slubice wollen also beide Flagge zeigen gegen die illegalen Flaggen auf der polnischen Seite der Brücke.
41:11Und das ist das Ergebnis ihrer Bemühungen.
41:16Denn aus Frankfurt heißt es nicht zuständig.
41:21Schließlich hängen die Flaggen ja in Polen, aber auf einer Landesstraße.
41:26Aus dem Rathaus von Slubice heißt es deshalb, die Stadt Slubice ist nicht für die Entfernung der Flaggen von der
41:34Grenzbrücke zuständig.
41:36Die Brücke als Bauwerk wiederum liegt in der Zuständigkeit des Brandenburger Landesbetriebs für Straßenwesen.
41:42Doch für die polnischen Flaggen auf polnischer Seite fühlt man sich dort richtig, nicht zuständig.
41:50Der Landesbetrieb für Straßenwesen des Landes Brandenburg ist zuständig für den Unterhalt, für den baulichen Zustand der gesamten Brücke.
42:00Damit aber nach Auffassung der Behörde nicht zuständig für das Hängen von Flaggen am Geländer.
42:05Für die behördliche Entfernung der höchst professionell am Geländer befestigten Flaggen ist der Landesbetrieb nicht zuständig.
42:13Es sei denn, man beantragt das Hängen von Flaggen vom Geländer.
42:18So wie es Frankfurt und Slubice gemeinsam tun.
42:21Wenn man die polnischen Flaggen nicht wegbekommt, hängt man einfach Europa-Flaggen dazu.
42:26Wir fanden das dem Charakter der Brücke angemessen.
42:30Dafür gab es natürlich auch eine Genehmigung vom Landesbetrieb, die aber dann nach einem Monat auslief.
42:35Und dann haben wir uns nicht darum bemüht, diese zu erneuern.
42:38Und so hängen seither wieder nur noch die illegalen Polen-Flaggen. Bis ins neue Jahr hinein.
42:44Dann plötzlich die Wendung. Jemand fühlt sich zuständig.
42:48Um den 8. Januar hat der polnische Straßenbetrieb, der für die polnische Straße bis zur Grenze zuständig ist, diese Flaggen
42:55entfernt.
42:56Äh, aber sie hängen doch noch.
42:58Wenige Tage später hat diese polnische Bewegung zur Verteidigung der Grenze erneut Flaggen aufgehängt.
43:04Aktuell sind es zwölf, die hier hängen.
43:06Ja, und nun?
43:07Wir hoffen, dass auch diese Flaggen natürlich wieder entfernt werden.
43:11Aber das lag von Anfang an nicht in unserer Zuständigkeit.
43:14Was will man machen? Flagge zeigen ja, aber Flaggen einfach abnehmen? Nein.
43:23Das war extra 3 für diese Woche.
43:26Hier geht's weiter mit den Gipfeltreffen mit Thorsten Strecker, Olaf Schübert und Johann König.
43:33Wir sind natürlich am nächsten Donnerstag wieder da nach den Tagestegen oder wie immer schon nach 1 bis 2 Uhr
43:39in der Mediativ. Bis dahin.
43:44Ja!
43:45Ja!
43:45Ja!
43:47Ja!
43:48Ja!
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