00:00Herr Zeuge des Gerichtes im Besitz Ihres Tagebuchs ist zunächst zu lesen.
00:06Heute gab's zum Mittag Hasenbraten, eine ganz dicke Keule mit Mehlklößen und Rotkohl.
00:12Dann steht da, bei elf Exekutionen zugegen.
00:19Der Offizier, der uns einteilte, war sehr freundlich.
00:23Ich fragte ihn, wohin denn die anderen gingen?
00:29Und er antwortete, wir gehen jetzt nur baden.
00:37Das lief alles ganz reibungslos. Die Transporte kamen an wie warme Brötchen.
00:46Der Lokomotivpfiff war das Signal, dass ein neuer Transport eintraf.
00:52Das bedeutete, dass in etwa einer Stunde die Öfen vollgebrauchsfähig sein mussten.
00:58Wenn die Häftlinge in die Kammern eingeführt worden waren, gingen die Sanitäter zu den Luken,
01:03setzten ihre Gasmasken auf und entleerten die Büchsen.
01:07Am Ende der Rampe war der Himmel rot gefärbt. Der Rauch roch süßlich und versenkt.
01:15Wollen Sie uns jetzt nicht sagen, was Sie im Zusammenhang mit den Vernichtungsaktionen angeordnet haben?
01:20Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass unsere Mandanten die Teilnahme an diesen Vorgängen bestreiten.
01:26Es war Befehl. Wir konnten nichts dagegen tun.
01:28Ich habe nur getan, was ich tun musste.
01:29Ich hatte nur Schreibarbeiten auszuführen.
01:31Ich bin keinem Falle an Tötungen teilgenommen.
01:32Das sind Erfindungen.
01:33Ich war gegen diese ganze Angelegenheit.
01:36Das weiß ich nicht.
01:37Menschen brennen nicht.
01:38Hier wird meine Ehe angekertet.
01:40Das ist ein bisschen erstell.
01:40Das ist unsere Schuldigkeit getan.
01:47Ich bitte darauf hinweisen zu dürfen, wie dicht der Weg mit Zuschauern gesäumt war,
01:53als man uns aus unseren Wohnungen vertrieb und in die Viehwagen lud.
02:04Das ist unsere Schuldigkeit.
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